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KI in komplexen Problemsituationen steuern

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KI in komplexen Problemsituationen steuern




Einleitung

KI in komplexen Problemsituationen steuern bedeutet mehr, als einer KI eine Aufgabe zu geben und eine Antwort zu übernehmen. In komplexen Situationen musst Du zuerst klären, was das eigentliche Problem ist, welche Ziele und Grenzen gelten, welche Werkzeuge passen, welche Arbeit Menschen übernehmen sollten und an welchen Stellen Ergebnisse kontrolliert werden müssen. Erst danach entscheidest Du, ob KI sinnvoll ist.

Der Kurs richtet sich besonders an Klasse 8 und ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden geplant. Du arbeitest an realistischen Situationen, in denen es nicht nur eine mögliche Lösung gibt. Dabei trainierst Du, zwischen mehreren Handlungsoptionen begründet zu wählen. Das Ziel ist nicht, möglichst viel KI einzusetzen, sondern Technik bewusst zu steuern.

Ein wichtiger Grundsatz lautet:

Du gibst Verantwortung nicht an ein Werkzeug ab. Du entscheidest, welches Werkzeug für welchen Teil einer Aufgabe geeignet ist, kontrollierst wichtige Zwischenschritte und kannst den Einsatz von KI jederzeit ändern oder stoppen.

Das Video zeigt beispielhaft, dass KI in der Schule unterstützen kann, Lernen und eigenes Denken aber nicht ersetzen soll.


Lernziele

Nach diesem Lernkurs kannst Du:

  1. Probleme definieren: Ziele, Teilprobleme, Randbedingungen und offene Fragen unterscheiden.
  2. Werkzeuge systematisch wählen: KI, Suchmaschine, Tabellenkalkulation, Taschenrechner, Textverarbeitung oder menschliche Beratung passend einsetzen.
  3. Mensch und KI sinnvoll zusammenarbeiten lassen: Aufgaben so verteilen, dass Verantwortung, Urteil und sensible Entscheidungen beim Menschen bleiben.
  4. Kontrollpunkte setzen: Ergebnisse nicht erst am Ende, sondern während des Arbeitsprozesses prüfen.
  5. Qualitätskriterien anwenden: Richtigkeit, Belegbarkeit, Fairness, Sicherheit, Transparenz und Passung beurteilen.
  6. Quellen kritisch prüfen und zwischen belegten Informationen, Vermutungen und erfunden wirkenden Aussagen unterscheiden.
  7. Entscheidungen begründen: erklären, warum KI eingesetzt, gewechselt oder bewusst nicht verwendet wurde.


Unterrichtsrahmen für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Zeit Ziel Aktivität
Aktivierung und Diagnose 5–10 Minuten Vorwissen sichtbar machen Spontane Werkzeugwahl bei kurzen Alltagssituationen
Einführung 15–20 Minuten Steuerkreis verstehen Problemdefinition, Werkzeugwahl, Arbeitsteilung und Kontrollpunkte
Anwendung 25–35 Minuten Komplexes Problem bearbeiten PISA-nahe Schulfest-Situation mit Daten, Quellen und mehreren Optionen
Selbstkontrolle 10–15 Minuten Qualität prüfen PRÜFST-Check, Quiz und Vergleich von Entscheidungen
Reflexion und Transfer 10–20 Minuten Vorgehen übertragen Eigene Regeln für kontrollierten KI-Einsatz formulieren

Für eine einzelne Unterrichtsstunde kannst Du die Anwendungssituation verkürzt bearbeiten. In einer Doppelstunde können zusätzlich die offenen Aufgaben und die vertiefenden Medien genutzt werden.


Aktivierung und Diagnose: Wer soll diese Aufgabe übernehmen?

Entscheide zunächst ohne lange Diskussion. Welche Option würdest Du wählen?

Situation KI anderes digitales Werkzeug Mensch
Die Gesamtkosten von 17 Einzelposten sollen exakt addiert werden. möglich, aber nicht erste Wahl Taschenrechner oder Tabellenkalkulation Kontrolle
Drei unterschiedliche Überschriften für ein Plakat werden gesucht. geeignet für Ideen Textverarbeitung für die Endfassung Auswahl und Bewertung
Eine Aussage über eine neue Schulregel muss zuverlässig belegt werden. höchstens zur Orientierung Originalquelle oder seriöse Recherche Quellen bewerten
Eine Gruppe entscheidet, welche Lösung fair für alle Klassen ist. kann Argumente sammeln kann Daten darstellen Menschen entscheiden
Eine Aufgabe enthält Namen, Fotos und private Informationen über Mitschülerinnen und Mitschüler. nicht in externe KI eingeben nur schulisch freigegebene Systeme Datenschutz und Freigabe klären

Wenn Du bei mehreren Zeilen automatisch „KI“ gewählt hast, ist das ein guter Ausgangspunkt für diesen Kurs: Nicht jede digitale Aufgabe ist eine KI-Aufgabe.


KI-Steuerung bei komplexen Problemen


Was macht eine Problemsituation komplex?

Ein Problem wird komplex, wenn mehrere Ziele gleichzeitig gelten, Informationen fehlen oder unsicher sind, verschiedene Personen unterschiedliche Interessen haben und mehrere Werkzeuge möglich sind. Dann gibt es oft nicht die eine perfekte Lösung.

Beispiele sind die Planung eines Schulfests, die Entscheidung über eine Anschaffung, die Auswertung widersprüchlicher Informationen, die Gestaltung einer Kampagne oder die Entwicklung eines technischen Prototyps.

Die Abbildung macht deutlich, dass kritisches Denken mehrere Tätigkeiten verbindet: analysieren, begründen, bewerten, Probleme lösen und Entscheidungen treffen. Genau diese Fähigkeiten brauchst Du auch beim Einsatz von KI.


Schritt 1: Das Problem definieren, bevor Du ein Werkzeug öffnest

Eine schwache Arbeitsweise beginnt oft mit der Frage: „Was soll ich die KI fragen?“ Eine stärkere Arbeitsweise beginnt mit der Frage: „Was muss eigentlich geklärt oder entschieden werden?“

Nutze dafür vier Felder:

Feld Leitfrage Beispiel
Ziel Was soll am Ende erreicht werden? Ein Schulfest soll sicher, bezahlbar und attraktiv geplant werden.
Randbedingungen Was darf nicht verletzt werden? Budget, Zeit, Datenschutz, Raumgröße und Sicherheitsregeln.
Teilprobleme Welche Aufgaben können getrennt bearbeitet werden? Kosten, Wetterrisiko, Programm, Kommunikation und Gestaltung.
Unsicherheit Was wissen wir noch nicht sicher? Besucherzahl, Wetter und tatsächliche Nachfrage.

Eine gute Problemdefinition verhindert, dass eine KI zwar flüssig antwortet, aber an der eigentlichen Aufgabe vorbeiarbeitet.


Schritt 2: Kriterien festlegen und gewichten

Bevor Du Lösungen vergleichst, brauchst Du Kriterien. Sonst kann ein auffälliger Vorschlag schnell besser wirken, obwohl er wichtige Bedingungen nicht erfüllt.

Typische Kriterien sind:

  1. Sicherheit: Entstehen Risiken für Menschen oder Daten?
  2. Richtigkeit: Stimmen Berechnungen und Aussagen?
  3. Kosten: Wird das Budget eingehalten?
  4. Fairness: Werden unterschiedliche Gruppen angemessen berücksichtigt?
  5. Nachhaltigkeit: Welche Folgen entstehen für Umwelt und Ressourcen?
  6. Verständlichkeit: Können andere die Lösung nachvollziehen?
  7. Machbarkeit: Reichen Zeit, Material und Kompetenzen?

Einige Kriterien sind Muss-Kriterien. Wenn sie verletzt werden, scheidet eine Lösung aus. Andere Kriterien sind Abwägungskriterien. Hier können unterschiedliche Gewichtungen zu unterschiedlichen, aber dennoch begründbaren Entscheidungen führen.


Schritt 3: Das passende Werkzeug wählen

KI ist nur eine Werkzeugklasse unter mehreren. Gute Steuerung bedeutet, für jede Teilaufgabe die passende Methode zu wählen.

Aufgabe meistens geeignet Warum?
Exakt rechnen Taschenrechner oder Tabellenkalkulation Rechenwege sind reproduzierbar und Werte lassen sich prüfen.
Aktuelle Fakten prüfen Suchmaschine, Datenbank oder Originalquelle Quellen können direkt eingesehen werden.
Ideen sammeln generative KI oder Brainstorming Viele Varianten können schnell erzeugt werden.
Einen Text überarbeiten Mensch plus Textwerkzeug, gegebenenfalls KI Stilvorschläge sind hilfreich, die Aussage muss aber kontrolliert werden.
Eine ethische Entscheidung treffen menschliche Diskussion Werte, Verantwortung und Betroffenheit lassen sich nicht an ein Modell delegieren.
Daten visualisieren Tabellenkalkulation oder Visualisierungswerkzeug Zahlenbezüge werden nachvollziehbar dargestellt.
Entscheidung verantworten Mensch oder legitimierte Gruppe Verantwortung gehört nicht dem Werkzeug.

Werkzeugwechsel ist ein Zeichen guter Steuerung, kein Scheitern.

Wenn ein Werkzeug bei einem Teilproblem unzuverlässig wird, wechselst Du. Wenn eine KI beispielsweise wiederholt Rechenfehler macht, ist eine Tabellenkalkulation besser. Wenn eine KI keine überprüfbaren Belege liefert, wechselst Du zu einer Originalquelle. Wenn für eine Aufgabe private Daten nötig wären, kann die richtige Entscheidung lauten: KI nicht verwenden.

Dieses Flussdiagramm wurde für verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im Bildungsbereich entwickelt. Nutze es als Anregung für eine wichtige Frage: Ist der geplante KI-Einsatz für diese Aufgabe überhaupt angemessen?


Schritt 4: Mensch-KI-Arbeitsteilung planen

Die beste Zusammenarbeit entsteht nicht dadurch, dass die KI „alles macht“. Stattdessen wird die Arbeit bewusst verteilt.

Menschen sollten besonders übernehmen KI kann besonders unterstützen
Ziele setzen Ideen variieren
Werte und Interessen abwägen Texte strukturieren
sensible Daten schützen Beispiele erzeugen
Quellen auswählen und bewerten lange bereitgestellte Texte zusammenfassen
schwierige Entscheidungen verantworten Gegenargumente sammeln
Ergebnisse im Kontext beurteilen Entwürfe auf Kriterien hin prüfen

Eine nützliche Regel lautet:

KI darf Vorschläge machen. Menschen müssen wissen, nach welchen Kriterien sie diese Vorschläge annehmen, verändern oder verwerfen.

Das stärkt Human Agency: Du bleibst handelnde und entscheidende Person.


Schritt 5: Kontrollpunkte einbauen

Komplexe Aufgaben sollten nicht erst ganz am Ende geprüft werden. Plane Zwischenschritte, an denen Du bewusst stoppst.

Das gezeigte Entscheidungsdiagramm stammt aus einem anderen Kontext, veranschaulicht aber ein wichtiges Prinzip: Entscheidungen können als Prozess mit Rückfragen, Prüfungen und Rückkopplungen dargestellt werden.

Für KI-Projekte eignet sich dieser vereinfachte Steuerkreis:

Kontrollpunkt Frage mögliche Konsequenz
Vor dem Einsatz Ist das Problem klar und sind sensible Daten ausgeschlossen? Problem neu formulieren oder KI nicht einsetzen.
Nach dem ersten Ergebnis Hat das Werkzeug alle Randbedingungen beachtet? Eingabe verbessern oder Werkzeug wechseln.
Vor einer wichtigen Übernahme Kann die Aussage geprüft oder belegt werden? Quelle suchen, rechnen oder Fachperson fragen.
Vor der Abgabe Ist die Lösung fair, sicher und transparent? Ergebnis überarbeiten oder Entscheidung neu treffen.


Schritt 6: Mit dem PRÜFST-Check Qualität sichern

Nutze vor einer Entscheidung den PRÜFST-Check:

Buchstabe Qualitätsfrage
P – Passung Passt das Ergebnis wirklich zur Aufgabe und zu den Randbedingungen?
R – Richtigkeit Stimmen Fakten, Rechnungen und Zusammenhänge?
Ü – Überprüfbarkeit Kann ich wichtige Aussagen mit Quellen oder nachvollziehbaren Schritten kontrollieren?
F – Fairness Werden betroffene Personen und unterschiedliche Perspektiven angemessen berücksichtigt?
S – Sicherheit Sind Datenschutz, Schutz vor Schäden und schulische Regeln eingehalten?
T – Transparenz Ist erkennbar, wo KI genutzt wurde und welche Entscheidungen Menschen getroffen haben?

Bei Informationen aus KI-Systemen gilt dieselbe Grundidee wie bei anderen Quellen: Bewerten statt blind übernehmen.


Quellenkritik: KI-Antwort ist nicht gleich Quelle

Ein generatives KI-System kann Informationen zusammenfassen oder formulieren. Eine flüssige Antwort ist aber kein Beweis dafür, dass jede Aussage stimmt.

Prüfe bei wichtigen Behauptungen:

  1. Woher stammt die Information?
  2. Gibt es eine auffindbare Originalquelle?
  3. Ist die Quelle aktuell genug?
  4. Passt die Quelle wirklich zur Aussage?
  5. Stimmen mehrere unabhängige, geeignete Quellen überein?
  6. Ist klar, was Tatsache, Schätzung und Meinung ist?

Besonders bei Geschichte, Gemeinschaftskunde, Wirtschaft und Naturwissenschaften ist es wichtig, zwischen Originalquellen, Darstellungen und bloßen Behauptungen zu unterscheiden.


Vertiefung: KI mit bereitgestellten Quellen arbeiten lassen

Manche Systeme können Antworten stärker an bereitgestellte Dokumente oder recherchierte Quellen binden. Technisch wird dies häufig als Retrieval-Augmented Generation bezeichnet.

Für Klasse 8 genügt die Grundidee: Je besser die geprüften Informationen sind, auf die sich eine KI stützen soll, desto leichter kannst Du Aussagen nachvollziehen. Trotzdem bleibt eine menschliche Kontrolle notwendig.


PISA-nahe Anwendungssituation: Das Schulfest steuern

Die folgende Situation ist bewusst realitätsnah. Wie bei PISA geht es nicht nur darum, Wissen wiederzugeben. Du musst Informationen auswerten, Werkzeuge auswählen, Annahmen erkennen, Zwischenergebnisse prüfen und Deine Entscheidung begründen.


Ausgangslage

Die 8. Klassen planen einen gemeinsamen Kultur- und Projektnachmittag. Erwartet werden ungefähr 120 Gäste. Das Gesamtbudget für Ort, Technik und Gestaltung liegt bei höchstens 900 Euro.

Die Schulleitung nennt vier Muss-Bedingungen:

  1. Für schlechtes Wetter müssen mindestens 120 überdachte Plätze verfügbar sein.
  2. Die Veranstaltung muss barrierearm zugänglich sein.
  3. Aufbau und Sicherheitskontrolle dürfen zusammen höchstens 90 Minuten dauern.
  4. Namen, Fotos, Gesundheitsdaten oder andere personenbezogene Informationen von Schülerinnen und Schülern dürfen nicht unkontrolliert an externe KI-Dienste übermittelt werden.

Drei Planungsvarianten stehen zur Diskussion:

Variante Kosten überdachte Plätze barrierearm Aufbauzeit kreative Flexibilität
A – Schulhof 620 € 70 ja 55 Minuten hoch
B – Sporthalle 760 € 125 ja 45 Minuten mittel
C – Hybrid aus Halle und Hof 880 € 120 ja 80 Minuten sehr hoch

Zusätzlich liegen drei Informationsstücke vor:

Information Herkunft Einordnung
Für den Nachmittag wird eine Regenwahrscheinlichkeit von 40 Prozent angegeben. regionaler Wetterdienst überprüfbare Prognose, aber keine Gewissheit
„Es wird garantiert sonnig.“ anonymer Social-Media-Beitrag unbelegt
Die Sporthalle darf laut Raumplan maximal 125 Gäste gleichzeitig aufnehmen. schulischer Raum- und Sicherheitsplan für die Planung verbindlich


Aufgabe 1: Erst prüfen, dann KI verwenden

Welche Variante scheidet bereits aufgrund eines Muss-Kriteriums aus?

Variante A erfüllt die Vorgabe von mindestens 120 überdachten Plätzen nicht. Eine KI könnte trotzdem einen überzeugenden Text zugunsten dieser Variante formulieren. Genau deshalb müssen Menschen zuerst Kriterien definieren.

Zwischen B und C bleibt eine echte Abwägung. B ist günstiger und schneller aufgebaut. C bietet mehr kreative Möglichkeiten und etwas mehr räumliche Flexibilität. Deine Entscheidung hängt davon ab, wie stark Du die verschiedenen Kriterien gewichtest.


Aufgabe 2: Werkzeugmatrix für die Teilprobleme

Teilproblem sinnvolles Werkzeug Rolle des Menschen Kontrollpunkt
Gesamtkosten vergleichen Tabellenkalkulation oder Taschenrechner Werte eingeben und Ergebnis plausibilisieren Stimmen Summen und Einheiten?
Wetterlage prüfen seriöse Wetterquelle Unsicherheit richtig interpretieren Wird Wahrscheinlichkeit mit Gewissheit verwechselt?
drei Slogans entwickeln generative KI möglich Zielgruppe und Ton festlegen Ist ein Vorschlag passend und nicht irreführend?
Plakat gestalten Grafikwerkzeug, gegebenenfalls KI Bildrechte, Aussage und Gestaltung verantworten Werden fremde oder persönliche Bilder korrekt behandelt?
Sicherheitsregeln klären schulische Originaldokumente und verantwortliche Personen verbindliche Regeln prüfen Wurde die aktuelle Regel verwendet?
endgültige Variante wählen menschliche Gruppe mit Kriterienmatrix Interessen abwägen und Verantwortung übernehmen Kann die Entscheidung begründet werden?


Aufgabe 3: Mensch-KI-Arbeitsteilung begründen

Vergleiche drei Strategien:

Strategie Beschreibung Bewertung
Alles an KI delegieren KI soll Kosten, Quellen, Planung, Text und Entscheidung übernehmen. schnell, aber geringe Kontrolle und ungeeignet für Verantwortung
Gezielte Arbeitsteilung Menschen setzen Ziele und Kriterien; passende Werkzeuge übernehmen Teilaufgaben; KI unterstützt bei Ideen und Entwürfen. hohe Kontrolle und gute Werkzeugpassung
Grundsätzlich keine KI Alle Aufgaben werden ohne KI bearbeitet. kann sinnvoll sein, nutzt mögliche Unterstützung aber auch dort nicht, wo sie unproblematisch wäre

Die stärkste Strategie ist in dieser Situation meist die gezielte Arbeitsteilung. Sie bedeutet aber nicht, dass KI in jedem Teilproblem eingesetzt werden muss.


Aufgabe 4: Begründete Endentscheidung

Formuliere eine Empfehlung für B oder C. Nutze dabei dieses Schema:

Ich wähle Variante ... , weil ... . Das wichtigste Kriterium ist ... . KI würde ich bei ... einsetzen, aber nicht bei ... . Für die exakte Berechnung nutze ich ... . Vor der endgültigen Entscheidung kontrolliere ich ... .

Es gibt nicht zwingend nur eine richtige Endentscheidung. Eine starke Lösung erfüllt die Muss-Kriterien, nennt überprüfbare Gründe und erklärt die Werkzeugwahl.


Fächerübergreifende Bezüge

Fach Bezug im Lernkurs
Informatik Werkzeugklassen unterscheiden, KI-Systeme als Teil eines Arbeitsprozesses verstehen, Eingaben und Ausgaben prüfen
Deutsch Aufgaben präzise formulieren, Texte überarbeiten, Begründungen schreiben, Quellen sprachlich einordnen
Mathematik Kosten berechnen, Daten vergleichen, Kriterien gewichten, Unsicherheit und Wahrscheinlichkeiten interpretieren
Technik Systeme in Teilaufgaben zerlegen, Zuverlässigkeit und Kontrollpunkte planen
Geschichte Quellenkritik, Herkunft von Aussagen und Unterschied zwischen Quelle und Darstellung
Kunst visuelle Kommunikation, Bildauswahl, Gestaltung und Umgang mit KI-generierten Bildern
Ethik Verantwortung, Fairness, Datenschutz und Grenzen von Delegation
Gemeinschaftskunde Interessen abwägen, Gruppenentscheidungen legitimieren, Auswirkungen auf Betroffene berücksichtigen
Wirtschaft Kosten-Nutzen-Abwägung, Ressourcenplanung und Entscheidungen unter Knappheit


Medienimpuls: Lernen mit digitalen Werkzeugen und KI

Der PISA-Bezug passt zu diesem Lernkurs: In digitalen Problemsituationen kommt es darauf an, Ziele zu verfolgen, Werkzeuge bewusst einzusetzen, den eigenen Fortschritt zu überwachen und Strategien anzupassen.


Medienimpuls: Warum Quellenkontrolle wichtig bleibt

Das Video über Deepfakes eignet sich als Vertiefung zur Frage, warum glaubwürdig wirkende digitale Inhalte nicht automatisch vertrauenswürdig sind. Entscheidend bleibt die Prüfung von Herkunft, Belegen und Kontext.


Selbstkontrolle und Reflexion


Kurzcheck vor jeder wichtigen KI-Nutzung

Frage Ja Noch klären
Habe ich das Problem selbst verstanden?
Sind Ziel und Muss-Kriterien festgelegt?
Ist KI für genau diese Teilaufgabe wirklich das passende Werkzeug?
Enthält meine Eingabe keine unzulässigen persönlichen Daten?
Weiß ich, wie ich wichtige Aussagen kontrollieren kann?
Habe ich einen Kontrollpunkt eingeplant?
Kann ich erklären, warum ich dieses Werkzeug gewählt habe?
Treffe ich die endgültige Entscheidung selbst oder in der zuständigen Gruppe?


Reflexion: Wann solltest Du KI wechseln oder stoppen?

Ein bewusster Wechsel ist sinnvoll, wenn:

  1. eine KI keine überprüfbaren Quellen liefert und die Aufgabe belegbare Fakten verlangt,
  2. wiederholt Rechenfehler auftreten und ein Rechenwerkzeug geeigneter ist,
  3. sensible Daten nötig wären,
  4. ein Ergebnis wichtige Randbedingungen ignoriert,
  5. die Aufgabe vor allem eine Werteentscheidung verlangt,
  6. eigenes Üben das eigentliche Lernziel ist,
  7. eine schulische Regel oder eine Fachperson verbindlicher ist als eine generierte Antwort.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Du musst 23 Kostenposten exakt addieren. Welches Werkzeug ist meist die beste erste Wahl? (Eine Tabellenkalkulation oder ein Taschenrechner) (!Eine Bild-KI) (!Eine zufällige Social-Media-Umfrage) (!Ein Sprachmodell ohne Gegenprüfung)




Warum solltest Du Namen und private Daten von Mitschülerinnen und Mitschülern nicht einfach in einen externen KI-Dienst eingeben? (Weil Datenschutz und Sicherheit geprüft werden müssen) (!Weil KI grundsätzlich keine Texte verarbeiten kann) (!Weil private Daten immer mathematisch falsch sind) (!Weil nur Bilder geschützt werden)




Eine KI nennt eine wichtige Behauptung ohne überprüfbare Quelle. Was ist der beste nächste Schritt? (Die Behauptung mit einer geeigneten Originalquelle prüfen) (!Die Behauptung sofort übernehmen) (!Die Formulierung nur länger machen) (!Die Behauptung mehrfach von derselben KI wiederholen lassen)




Wer sollte bei einer schulischen Entscheidung die Verantwortung für die endgültige Wahl tragen? (Die zuständigen Menschen) (!Das schnellste KI-System) (!Der längste automatisch erzeugte Text) (!Ein zufällig ausgewähltes digitales Werkzeug)




Eine KI macht wiederholt Fehler bei exakten Berechnungen. Was zeigt gute Werkzeugsteuerung? (Zu einem geeigneten Rechenwerkzeug wechseln) (!Die Fehler ignorieren) (!Die Antwort ohne Zahlen abgeben) (!Die gleiche falsche Rechnung häufiger anfordern)




Welche Variante des Schulfest-Beispiels scheidet wegen der geforderten Zahl überdachter Plätze direkt aus? (Variante A) (!Variante B) (!Variante C) (!Alle drei Varianten)




Was bedeutet Überprüfbarkeit im PRÜFST-Check? (Wichtige Aussagen lassen sich mit Quellen oder nachvollziehbaren Schritten kontrollieren) (!Ein Ergebnis klingt besonders selbstbewusst) (!Eine Antwort ist möglichst lang) (!Ein Werkzeug wird möglichst oft eingesetzt)




Welche Mensch-KI-Arbeitsteilung ist bei einer komplexen Schulaufgabe besonders sinnvoll? (Menschen setzen Ziele und entscheiden, Werkzeuge unterstützen passende Teilaufgaben) (!Die KI übernimmt alle Werteentscheidungen) (!Menschen kontrollieren nur die Schriftgröße) (!Die endgültige Entscheidung wird zufällig erzeugt)




Wann kann es sinnvoll sein, KI bewusst nicht zu verwenden? (Wenn eigenes Denken und Üben das zentrale Lernziel sind) (!Wenn überhaupt eine Aufgabe gestellt wurde) (!Wenn ein Text länger als drei Sätze ist) (!Wenn ein Taschenrechner verfügbar ist)




Was gehört zu einem guten letzten Kontrollpunkt vor der Abgabe? (Richtigkeit, Fairness, Sicherheit und Transparenz nochmals prüfen) (!Nur die Anzahl der Wörter zählen) (!Alle Quellen entfernen) (!Die Entscheidung vollständig an die KI übertragen)





Memory

Problemdefinition Ziel und Randbedingungen klären
Werkzeugpassung Methode passend zur Teilaufgabe wählen
Arbeitsteilung Aufgaben bewusst zwischen Mensch und Technik verteilen
Kontrollpunkt Zwischenergebnis bewusst prüfen
Primärquelle ursprüngliche Informationsquelle
Qualitätskriterium Maßstab zur Bewertung eines Ergebnisses
Werkzeugwechsel bei mangelnder Eignung eine andere Methode wählen
Human Agency menschliche Steuerungs- und Entscheidungshoheit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Problem klären Ziele und Randbedingungen
Kriterien gewichten Beurteilungsmaßstäbe
Werkzeug wählen passende Methode
Arbeit teilen Mensch und KI
Zwischenergebnis prüfen Kontrollpunkt
Entscheidung dokumentieren nachvollziehbare Begründung






Kreuzworträtsel

Kriterien Wie heißen Maßstäbe, nach denen Lösungen bewertet werden?
Kontrolle Wie heißt das bewusste Prüfen eines Zwischen- oder Endergebnisses?
Quellen Was solltest Du bei wichtigen Tatsachenangaben überprüfen?
Fairness Welches Qualitätsmerkmal fragt nach gerechter Berücksichtigung Betroffener?
Werkzeug Was wählst Du passend zu einer Teilaufgabe aus?
Transparenz Wie heißt die Nachvollziehbarkeit des KI-Einsatzes?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bevor ein digitales Werkzeug gewählt wird, sollte zuerst das

geklärt werden.
Für eine Entscheidung braucht eine Gruppe vorher passende

.
Exakte Berechnungen werden häufig zuverlässiger mit einer

durchgeführt.
Wichtige Aussagen aus einer KI-Antwort sollten durch geeignete

geprüft werden.
Ein geplanter Stopp zur Prüfung eines Zwischenergebnisses heißt

.
Sensible personenbezogene Informationen müssen aus Gründen des

geschützt werden.
Wenn ein Werkzeug ungeeignet ist, kann ein bewusster

die Qualität verbessern.
Die endgültige Verantwortung für eine wichtige Entscheidung bleibt beim

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugmatrix: Erstelle für fünf typische Schulaufgaben eine Tabelle und begründe jeweils, ob Du KI, Suchmaschine, Taschenrechner, Tabellenkalkulation oder keine digitale Hilfe nutzen würdest.
  2. KI-Steuerprotokoll: Dokumentiere bei einer Hausaufgabe drei Entscheidungen darüber, wann Du ein Werkzeug eingesetzt, gewechselt oder bewusst nicht verwendet hast.
  3. Quellencheck: Nimm drei Aussagen aus einem KI-generierten Text und suche für jede Aussage eine geeignete überprüfbare Quelle.
  4. Kontrollpunkt: Entwirf eine kleine Checkkarte mit vier Fragen, die Du vor der Abgabe einer KI-unterstützten Aufgabe stellen möchtest.


Standard

  1. Kriterienmatrix: Bewerte die Varianten B und C aus der Schulfest-Situation mit selbst gewählten Gewichtungen und erkläre, warum Deine Gewichtung sinnvoll ist.
  2. Mensch-KI-Arbeitsteilung: Plane für ein Referat, welche Schritte Menschen übernehmen, welche Schritte eine KI unterstützen darf und an welchen Stellen kontrolliert wird.
  3. Perspektivwechsel: Lass eine KI Argumente aus drei unterschiedlichen Perspektiven sammeln. Prüfe anschließend selbst, welche Perspektiven fehlen oder unfair dargestellt werden.
  4. Informationsqualität: Vergleiche eine Originalquelle, einen Nachrichtenbeitrag und eine KI-Zusammenfassung zum gleichen Thema. Untersuche Unterschiede in Belegbarkeit, Genauigkeit und Sprache.


Schwer

  1. Projektsteuerung: Entwickle einen vollständigen Arbeitsplan für ein fächerübergreifendes Projekt mit mindestens drei Werkzeugklassen, zwei Kontrollpunkten und klarer Rollenverteilung.
  2. Fairnessanalyse: Entwickle ein Beispiel, bei dem eine KI-Empfehlung für unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Folgen haben könnte. Formuliere Kriterien für eine faire Entscheidung.
  3. Entscheidung unter Unsicherheit: Erfinde eine PISA-nahe Situation mit unvollständigen Daten, mindestens drei Handlungsoptionen und einem begründeten Werkzeugwechsel.
  4. KI-Audit: Untersuche ein eigenes KI-unterstütztes Arbeitsergebnis rückblickend. Markiere, was von Dir stammt, was ein Werkzeug beigetragen hat, was geprüft wurde und welche Entscheidung Du heute anders treffen würdest.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Problemdefinition und Transfer: Eine Schülerfirma möchte ein neues Produkt verkaufen. Formuliere mindestens drei Muss-Kriterien und zwei Abwägungskriterien, bevor irgendein KI-Werkzeug eingesetzt wird.
  2. Werkzeugentscheidung: Du erhältst einen KI-generierten Kostenplan mit mehreren Zahlen und ohne Rechenweg. Beschreibe, mit welchem Werkzeug Du weiterarbeitest und warum.
  3. Quellenbewertung: Zwei KI-Antworten widersprechen sich bei einer historischen Aussage. Entwickle einen Prüfplan, der ohne bloße Mehrheitsentscheidung auskommt.
  4. Menschliche Verantwortung: Eine KI empfiehlt die billigste Lösung, aber diese benachteiligt eine Gruppe. Erkläre, welche zusätzlichen Kriterien berücksichtigt werden müssen und wer entscheiden sollte.
  5. Kontrollstrategie: Plane drei Kontrollpunkte für ein Projekt, bei dem KI zur Ideenfindung, Textüberarbeitung und Bildgestaltung genutzt wird.
  6. Begründeter KI-Verzicht: Entwickle eine Situation, in der KI technisch hilfreich wäre, Du sie aber aus Lern-, Datenschutz-, Sicherheits- oder Fairnessgründen bewusst nicht einsetzt. Begründe Deine Entscheidung.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Dein Vorgehen nachvollziehbar zeigen kannst.

  1. Du formulierst ein komplexes Problem mit Ziel, Teilproblemen und Randbedingungen.
  2. Du unterscheidest Muss-Kriterien und Abwägungskriterien.
  3. Du wählst Werkzeuge passend zur jeweiligen Teilaufgabe.
  4. Du begründest die Arbeitsteilung zwischen Mensch und KI.
  5. Du planst und dokumentierst mindestens zwei Kontrollpunkte.
  6. Du prüfst zentrale Fakten, Berechnungen und Quellen.
  7. Du beachtest Datenschutz, Sicherheit und Fairness.
  8. Du machst Deinen KI-Einsatz transparent.
  9. Du kannst erklären, warum Du ein KI-Werkzeug eingesetzt, gewechselt oder bewusst nicht verwendet hast.
  10. Du triffst am Ende eine begründete menschliche Entscheidung zwischen mehreren Handlungsoptionen.




OERs zum Thema

Weiterführende frei zugängliche Grundlagen:

  1. UNESCO: AI Competency Framework for Students – Schwerpunkt auf menschenzentrierter, ethischer und verantwortungsvoller KI-Kompetenz.
  2. OECD: PISA 2025 Learning in the Digital World – Schwerpunkt auf selbstreguliertem Lernen und Problemlösen mit digitalen Werkzeugen.
  3. Wikimedia Commons: Generative AI Use Flowchart – frei lizenziertes Flussdiagramm.
  4. Wikimedia Commons: Critical Thinking Skills Diagram – frei lizenzierte Visualisierung kritischen Denkens.
  5. Wikimedia Commons: Entscheidungsprozess – frei lizenzierte Darstellung eines Entscheidungsablaufs.
  6. Wikimedia Commons: Evaluating Information – frei lizenzierte Visualisierung zur Informationsbewertung.
  7. Wikimedia Commons: Sources of information diagram – frei lizenzierte Darstellung verschiedener Informationsquellen.
  8. Wikimedia Commons: RAG diagram – frei lizenzierte Visualisierung einer quellenbezogenen KI-Architektur.

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien stehen unter freien Lizenzen; die jeweiligen Lizenz- und Urheberangaben findest Du auf den Dateiseiten.


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