Zum Inhalt springen

KI im Dialog verbessern

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

KI im Dialog verbessern



KI im Dialog verbessern


Einleitung

Wenn Du mit einer generativen KI sprichst, entsteht eine Antwort nicht einfach deshalb, weil Du einen „Zaubersatz“ kennst. Gute Ergebnisse entstehen vor allem dann, wenn Du klar planst, verständlich erklärst, prüfst und verbesserst. Genau darum geht es in diesem Lernkurs.

Du lernst einen kontrollierten Arbeitsprozess kennen: Du formulierst zuerst ein Ziel, gibst nur den wirklich wichtigen Kontext, legst Kriterien und ein Ausgabeformat fest, lässt bei Unklarheiten Rückfragen zu, prüfst die Antwort und verbesserst anschließend Deinen Auftrag oder das Ergebnis. So bleibt die Entscheidung bei Dir. Die KI ist ein Werkzeug und Gesprächspartner, aber nicht die Person, die für Dich denkt, prüft oder Verantwortung übernimmt.

Der Kurs richtet sich besonders an die Klasse 6 und ist für etwa 60 bis 90 Minuten gedacht. Er verbindet Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung. Du kannst viele Übungen auch ohne eigenes KI-Konto bearbeiten. Wenn im Unterricht ein KI-System genutzt wird, verwende nur einen von Deiner Schule erlaubten Zugang und gib keine persönlichen oder vertraulichen Daten ein.

Die Grafik zeigt, dass ein Sprachchatbot nur ein Teil des größeren Feldes Künstliche Intelligenz ist. Für diesen Kurs reicht eine einfache Grundidee: Ein generatives Sprachmodell verarbeitet Deine Eingabe und erzeugt daraus eine passende Fortsetzung. Es kann dabei sehr nützlich sein, aber auch überzeugend klingende Fehler produzieren.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Ziele formulieren: vor einer KI-Anfrage sagen, was Du wirklich erreichen willst.
  2. Relevanten Kontext geben: wichtige Hintergrundinformationen auswählen, ohne unnötige oder persönliche Daten preiszugeben.
  3. Kriterien festlegen: bestimmen, woran eine gute Antwort erkennbar ist.
  4. Ausgabeformate steuern: zum Beispiel Tabelle, kurze Erklärung, Checkliste oder Stichpunkte verlangen.
  5. Rückfragen nutzen: die KI auffordern, bei fehlenden Informationen nachzufragen.
  6. Antworten prüfen: Tatsachen, Zahlen, Quellen und Formulierungen kontrollieren.
  7. Iterativ verbessern: eine erste Antwort gezielt überarbeiten statt sie ungeprüft zu übernehmen.
  8. Entscheidungen transparent machen: dokumentieren, was von Dir stammt, wobei KI geholfen hat und warum Du etwas geändert hast.


Aktivierung und kurze Diagnose

Vergleiche diese beiden Arbeitsaufträge:

Auftrag A: „Erkläre Wasser sparen.“

Auftrag B: „Erkläre einer 6. Klasse in höchstens fünf kurzen Sätzen, warum Wassersparen in der Schule sinnvoll sein kann. Nenne zwei alltagstaugliche Beispiele. Wenn Dir wichtige Informationen fehlen, stelle zuerst eine Rückfrage.“

Überlege zunächst ohne KI:

  1. Welcher Auftrag gibt ein klareres Ziel vor?
  2. Wo erkennst Du die Zielgruppe?
  3. Welche Kriterien sind schon festgelegt?
  4. Welches Ausgabeformat ist erkennbar?
  5. Welche Formulierung schützt davor, dass die KI fehlende Informationen einfach errät?

Diagnosefrage: Wenn Du Auftrag B noch verbessern müsstest, welche eine Information würdest Du ergänzen? Notiere Deine Idee. Am Ende des Kurses prüfst Du, ob Du sie noch genauso formulieren würdest.


Grundlagen: Was passiert im KI-Dialog?


Prompt und Antwort

Ein Prompt ist eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an ein KI-System. Das kann eine Frage sein, aber auch eine Beschreibung, ein Textausschnitt, eine Tabelle oder eine Kombination verschiedener Informationen.

Wichtig ist: Ein Prompt ist kein Zauberspruch. Er ist eher mit einem guten Arbeitsauftrag vergleichbar. Je klarer Aufgabe, Zielgruppe, Material und Qualitätskriterien beschrieben sind, desto besser kannst Du später beurteilen, ob die Antwort brauchbar ist.

Eine KI-Antwort kann sprachlich sehr sicher klingen und trotzdem sachlich falsch, unvollständig oder einseitig sein. Deshalb gehört das Prüfen zum Dialog dazu.

Diese technische Darstellung ist für Klasse 6 nicht in jedem Detail wichtig. Sie zeigt aber eine zentrale Idee: Gute KI-Systeme können mehrere Arbeitsschritte verbinden, etwa Informationen suchen, zusammenfassen, Aussagen prüfen und eine Antwort überarbeiten. Auch Du kannst Deinen eigenen Arbeitsprozess in solche Schritte zerlegen.


Ein einfaches Arbeitsmodell

Für diesen Kurs verwendest Du diese Reihenfolge:

Schritt Leitfrage Beispiel
Ziel Was möchte ich am Ende erreichen? Ich möchte eine kurze Erklärung für meine Klasse.
Kontext Welche Informationen sind dafür wirklich wichtig? Wir sind in Klasse 6 und bearbeiten das Thema Wassersparen.
Kriterien Woran erkenne ich eine gute Antwort? Verständlich, sachlich, ohne erfundene Zahlen.
Format Wie soll das Ergebnis aussehen? Vier Stichpunkte und eine Rückfrage.
Rückfragen Was soll passieren, wenn Informationen fehlen? Frage nach, bevor Du Annahmen triffst.
Prüfen Was muss ich selbst kontrollieren? Fakten, Zahlen, Quellen, Sprache und Fairness.
Verbessern Was ändere ich nach der ersten Antwort? Ein Kriterium ergänzen oder eine unklare Stelle neu formulieren.

Diese Reihenfolge ist keine starre Formel. Manchmal brauchst Du mehr Kontext, manchmal ein genaueres Kriterium, manchmal vor allem eine gute Rückfrage. Entscheidend ist, dass Du bewusst steuerst.


Warum Rückfragen nützlich sind

Menschen wissen oft etwas, das die KI nicht wissen kann: Welche Aufgabe Deine Lehrkraft gestellt hat, welche Materialien Ihr verwendet, welche Länge erlaubt ist oder welches Vorwissen Deine Klasse hat.

Darum ist diese Formulierung oft hilfreich:

„Wenn wichtige Informationen fehlen, stelle mir zuerst bis zu zwei Rückfragen.“

Das ist besser, als die KI raten zu lassen. Besonders bei schulischen Aufgaben, persönlichen Situationen, Zahlen oder aktuellen Informationen kann eine Rückfrage verhindern, dass eine falsche Annahme zum Ausgangspunkt der ganzen Antwort wird.


Warum Prüfen unverzichtbar ist

Generative Sprachmodelle können sogenannte KI-Halluzinationen erzeugen. Damit sind überzeugend formulierte, aber unbelegte oder falsche Aussagen gemeint. Deshalb gilt: Eine flüssige Formulierung ist noch kein Beweis für Richtigkeit.

Wenn eine Antwort Fakten enthält, frage Dich:

  1. Kann ich diese Aussage in einer verlässlichen Quelle nachprüfen?
  2. Passt die Quelle wirklich zur Behauptung?
  3. Sind Zahlen mit einer Herkunft oder einem nachvollziehbaren Rechenweg verbunden?
  4. Wird zwischen Tatsache, Schätzung und Meinung unterschieden?
  5. Fehlt vielleicht eine wichtige Gegenperspektive?

Das Video behandelt Fake News und ist nicht speziell ein Prompting-Video. Die Prüfmethode ist trotzdem wichtig: Auch eine KI-Antwort muss wie jede andere Information kritisch geprüft werden.


Die Dialog-Schleife: vom ersten Entwurf zur besseren Lösung


Schritt 1: Ein klares Ziel

Ein schwaches Ziel lautet: „Mach etwas über Vulkane.“

Ein besseres Ziel lautet: „Hilf mir, eine verständliche Erklärung zu entwickeln, warum Vulkane ausbrechen.“

Noch besser wird es, wenn Du klar machst, wofür Du das Ergebnis brauchst: „Ich möchte damit eine 90-sekündige mündliche Erklärung für den Naturwissenschaftsunterricht vorbereiten.“

Ein gutes Ziel verhindert, dass die KI zwar viel Text erzeugt, aber an Deiner eigentlichen Aufgabe vorbeiarbeitet.


Schritt 2: Relevanten Kontext geben

Kontext ist Hintergrundwissen, das die KI für die Aufgabe braucht. Dazu können gehören:

  1. Zielgruppe und Klassenstufe
  2. vorhandenes Material
  3. Thema und Teilfrage
  4. bereits bekannte Ergebnisse
  5. erlaubte Hilfsmittel
  6. gewünschte Perspektive

Nicht jeder Kontext ist sinnvoll. Persönliche Daten, Passwörter, private Nachrichten, Namen von Mitschülerinnen und Mitschülern oder nicht freigegebene Fotos gehören nicht in einen Prompt.


Schritt 3: Kriterien festlegen

Kriterien sagen, wie ein gutes Ergebnis aussehen soll.

Beispiele:

  1. fachlich korrekt
  2. für Klasse 6 verständlich
  3. höchstens 120 Wörter
  4. schwierige Begriffe kurz erklären
  5. keine unbelegten Zahlen verwenden
  6. zwischen sicheren Fakten und Vermutungen unterscheiden
  7. respektvolle und faire Sprache verwenden

Kriterien helfen Dir später bei der Selbstkontrolle. Ohne Kriterien ist schwer zu entscheiden, ob eine Antwort wirklich besser geworden ist.


Schritt 4: Ausgabeformat bestimmen

Ein Ausgabeformat spart nicht nur Zeit, sondern erleichtert das Prüfen.

Du kannst zum Beispiel verlangen:

  1. eine Tabelle mit zwei Spalten
  2. vier Stichpunkte
  3. eine Erklärung in drei Abschnitten
  4. eine Checkliste
  5. eine Pro-und-Contra-Übersicht
  6. eine Liste mit offenen Fragen

Für Klasse 6 kann ein strukturiertes Format besonders hilfreich sein, weil Du Informationen leichter vergleichen kannst.


Schritt 5: Rückfragen zulassen

Eine gute Dialoganweisung kann lauten:

„Bevor Du antwortest, prüfe, ob Dir Informationen fehlen. Stelle mir dann höchstens zwei kurze Rückfragen.“

Dadurch wird aus einer einmaligen Eingabe ein echter Dialog. Du musst nicht alle Informationen auf einmal perfekt formulieren.


Schritt 6: Prüfen

Eine praktische Prüfroutine ist:

Prüffrage Woran erkennst Du ein Problem? Was kannst Du tun?
Passt die Antwort zum Ziel? Viel Text, aber die eigentliche Aufgabe fehlt. Ziel neu formulieren.
Ist sie verständlich? Zu viele Fachwörter oder lange Sätze. Sprachliches Niveau genauer festlegen.
Sind Fakten belegt? Zahlen oder Behauptungen ohne nachvollziehbare Quelle. Mit Schulbuch, seriösen Webseiten oder Unterrichtsmaterial abgleichen.
Ist sie fair? Einseitige Rollenbilder, abwertende Sprache oder fehlende Perspektiven. Gegenperspektive verlangen und Formulierungen prüfen.
Ist sie sicher? Persönliche Daten, riskante Handlungen oder ungeeignete Inhalte. Nicht übernehmen und eine Lehrkraft einbeziehen.
Ist mein eigener Anteil sichtbar? Das Ergebnis wirkt wie eine fertige Fremdlösung. Eigene Entscheidungen, Änderungen und Begründungen dokumentieren.


Schritt 7: Gezielt verbessern

Nach der Prüfung musst Du nicht alles neu beginnen. Verbessere genau die Stelle, die noch nicht passt.

Beispiele:

  1. „Die Erklärung ist zu schwierig. Erkläre die beiden Fachbegriffe in einfacheren Worten.“
  2. „Du nennst eine Zahl ohne Quelle. Entferne sie oder nenne eine überprüfbare Herkunft.“
  3. „Die Antwort ist zu allgemein. Beziehe Dich nur auf unsere Beobachtungen aus dem Schulhof-Protokoll.“
  4. „Stelle die Unterschiede als Tabelle dar.“
  5. „Welche Annahme in Deiner Antwort ist am unsichersten?“

So entsteht Iteration: Entwurf, Prüfung, Rückmeldung, Verbesserung.


Anschauliches Beispiel: ein Dialog in drei Runden


Runde 1: Zu offen

Auftrag: „Erkläre Photosynthese.“

Problem: Das Thema ist klar, aber Zielgruppe, Länge, Vorwissen und Ausgabeform fehlen. Die Antwort kann richtig sein und trotzdem für Deine Aufgabe unbrauchbar werden.


Runde 2: Klarer

Auftrag: „Erkläre Photosynthese für eine 6. Klasse in höchstens sechs kurzen Sätzen. Verwende die Wörter Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid und erkläre schwierige Begriffe.“

Das ist besser, weil Zielgruppe, Länge und einige Kriterien feststehen.


Runde 3: Dialogisch und prüfbar

Auftrag: „Erkläre Photosynthese für eine 6. Klasse in höchstens sechs kurzen Sätzen. Verwende die Wörter Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid. Erkläre schwierige Begriffe. Wenn Dir eine wichtige Information zu meinem Unterricht fehlt, stelle zuerst eine Rückfrage. Markiere am Ende eine Aussage, die ich mit meinem Schulbuch überprüfen sollte.“

Jetzt wird nicht nur die Ausgabe gesteuert. Die Aufgabe enthält auch eine kleine Prüfroutine.

Wichtig: Auch eine markierte „prüfenswerte“ Aussage kann falsch gewählt sein. Die Kontrolle bleibt Deine Aufgabe.


Realistische Anwendungssituation: Wassersparen an unserer Schule


Ausgangslage

Deine Klasse möchte Ideen entwickeln, wie im Schulalltag Wasser bewusster genutzt werden kann. Ihr habt einige Beobachtungen gesammelt, zum Beispiel an Waschbecken, beim Reinigen von Materialien oder beim Gießen von Pflanzen. Eine KI soll Euch nicht die fertige Lösung geben. Sie soll helfen, Ideen zu ordnen, Fragen zu stellen und einen Entwurf zu verbessern.

Die Aufgabe verbindet mehrere Fächer:

  1. Naturwissenschaften: Welche Aussagen über Wasserverbrauch und Wasserkreislauf sind fachlich plausibel?
  2. Mathematik: Welche Messwerte könnt Ihr selbst erfassen, vergleichen und darstellen?
  3. Deutsch: Wie formuliert Ihr verständlich und zielgruppengerecht?
  4. Kunst: Wie wird ein Plakat übersichtlich und visuell klar?
  5. Ethik: Wer trägt Verantwortung, und wie vermeidet Ihr Schuldzuweisungen?
  6. Gemeinschaftskunde: Wie kann eine Klasse gemeinsam Regeln oder Vorschläge beschließen?
  7. Informatik: Wie steuert Ihr einen iterativen Mensch-KI-Dialog?
  8. Medienbildung: Wie prüft Ihr Behauptungen und dokumentiert den KI-Einsatz?


Arbeitsauftrag

Entwickle mit Deiner Gruppe eine eigene KI-Anfrage. Nutze nur Eure echten Beobachtungen und selbst erhobenen Daten.

Ein mögliches Gerüst ist:

Ziel: Hilf uns, aus unseren Beobachtungen drei realistische Ideen für einen wassersparenden Schulalltag zu entwickeln.

Kontext: Wir sind eine 6. Klasse. Unsere Beobachtungen sind: [eigene Beobachtungen einsetzen].

Kriterien: Die Vorschläge sollen verständlich, umsetzbar, respektvoll und ohne erfundene Zahlen formuliert sein.

Format: Tabelle mit den Spalten Beobachtung, Idee, noch zu prüfende Frage.

Rückfragen: Wenn Dir Informationen fehlen, frage zuerst nach.

Prüfen: Markiere Behauptungen, für die wir eine Quelle oder eine eigene Messung benötigen.

Nun führt Ihr mindestens zwei Dialogrunden durch. Nach jeder Runde ändert Ihr nur das, was begründet verbessert werden soll.


Prompt-Protokoll

Dialogrunde Was haben wir eingegeben? Was war brauchbar? Was war problematisch? Was haben wir verändert? Warum?
Erste Runde
Zweite Runde
Dritte Runde bei Bedarf

Am Ende soll nicht nur ein Ergebnis vorliegen. Ihr sollt erklären können, warum Ihr bestimmte Änderungen vorgenommen habt.


Sicherheit, Fairness und Verantwortung


Du bleibst entscheidungsfähig

„Human Agency“ bedeutet hier: Du behältst die Kontrolle über Ziel, Auswahl, Prüfung und Entscheidung. Eine KI kann Vorschläge machen. Sie entscheidet aber nicht automatisch, was wahr, fair oder für Eure Klasse passend ist.

Frage Dich deshalb:

  1. Habe ich selbst verstanden, was ich abgebe?
  2. Könnte ich die wichtigsten Aussagen ohne KI erklären?
  3. Habe ich problematische Stellen geprüft?
  4. Habe ich bewusst ausgewählt statt nur kopiert?
  5. Kann ich meinen Arbeitsweg transparent machen?


Datenschutz und Sicherheit

Gib in einen KI-Chat keine Informationen ein, die dort nicht hingehören. Dazu zählen insbesondere:

  1. vollständige Namen anderer Personen
  2. private Adressen oder Telefonnummern
  3. Passwörter und Zugangsdaten
  4. vertrauliche Schulunterlagen
  5. Gesundheitsdaten
  6. private Fotos oder Aufnahmen ohne klare Erlaubnis

Wenn eine Aufgabe solche Daten scheinbar benötigt, frage eine Lehrkraft nach einer sicheren Alternative. Oft reichen erfundene Beispieldaten oder anonymisierte Angaben.


Fairness prüfen

KI-Ausgaben können Vorurteile aus Daten oder Formulierungen übernehmen. Achte deshalb bei Personenbeschreibungen, Rollen, Berufen oder gesellschaftlichen Gruppen auf:

  1. einseitige Zuschreibungen
  2. stereotype Rollenbilder
  3. abwertende Sprache
  4. fehlende Perspektiven
  5. ungerechte Verallgemeinerungen

Eine mögliche Prüffrage lautet: „Welche Personen oder Perspektiven könnten in dieser Antwort fehlen?“


Transparenz statt Verstecken

Wenn KI bei einer schulischen Aufgabe erlaubt ist, dokumentiere ihren Einsatz so, wie es Eure Lehrkraft verlangt. Eine einfache Form ist:

„KI genutzt für: Ideen sortieren und Formulierungen vergleichen. Fakten geprüft mit: Schulbuch und Unterrichtsmaterial. Eigene Änderungen: zwei Vorschläge gestrichen, einen Satz vereinfacht, Quellenangabe ergänzt.“

So wird sichtbar, dass Du einen eigenen Arbeitsprozess durchgeführt hast.


Fächerübergreifende Mini-Beispiele


Informatik

Aufgabe: Vergleiche Eingabe und Ausgabe. Ändere jeweils nur eine Variable im Prompt, zum Beispiel Zielgruppe oder Format. Beobachte, was sich verändert. So untersuchst Du ein System experimentell.


Deutsch

Aufgabe: Lass Dir nicht einen fertigen Aufsatz schreiben. Bitte stattdessen um drei mögliche Gliederungen zu Deinem eigenen Thema. Wähle eine aus, begründe Deine Entscheidung und schreibe den Text selbst.


Mathematik

Aufgabe: Gib der KI eine von Dir gelöste Rechnung und bitte sie, nur den Lösungsweg auf Fehler zu prüfen. Vergleiche ihre Rückmeldung mit Deinem Heft oder einer Musterlösung. Wenn KI und Musterlösung widersprechen, entscheidest Du nicht nach Sprachsicherheit, sondern nach nachvollziehbarer Rechnung.


Naturwissenschaften

Aufgabe: Lass die KI eine Erklärung zu einem Versuch kommentieren. Verlange ausdrücklich, zwischen Beobachtung, Deutung und Vermutung zu unterscheiden.


Kunst

Aufgabe: Beschreibe ein selbst geplantes Plakat. Bitte die KI um Feedback zu Lesbarkeit, Kontrast, Anordnung und Zielgruppe. Die Gestaltung selbst bleibt Deine Entscheidung.


Ethik

Aufgabe: Bitte die KI, zwei begründete Perspektiven auf die Frage „Soll KI Hausaufgaben erklären dürfen?“ gegenüberzustellen. Prüfe anschließend, ob beide Seiten fair beschrieben sind.


Gemeinschaftskunde

Aufgabe: Entwickle Regeln für KI-Nutzung in der Klasse. Die KI darf Gegenargumente nennen, aber die Klasse diskutiert und beschließt die Regeln selbst.


Medienbildung

Aufgabe: Nimm eine Tatsachenbehauptung aus einer KI-Antwort. Suche eine unabhängige Quelle und erkläre, ob die Aussage bestätigt, eingeschränkt oder widerlegt wird.

Das WDR-Video zeigt eine frühere Phase der Diskussion über KI in der Schule. Nutze es als Gesprächsanlass und nicht als technische Aktualitätsquelle: Was hat sich seitdem verändert, und welche Grundfragen sind gleich geblieben?


Selbstkontrolle


Die Ampel-Prüfung

Prüfe Deinen letzten KI-Dialog mit drei Farben:

Grün: Ziel, Kontext, Kriterien und Format sind klar. Die Antwort wurde geprüft. Du kannst Deine Entscheidungen erklären.

Gelb: Ein Teil ist noch unklar. Vielleicht fehlen Quellen, ein Rechenweg, eine Gegenperspektive oder eine Rückfrage.

Rot: Du würdest die Antwort gerade einfach übernehmen, obwohl Du wichtige Aussagen nicht verstanden oder geprüft hast.

Wenn Du Gelb oder Rot wählst, formuliere genau eine Verbesserung für die nächste Dialogrunde.


Fünf Fragen vor dem Abgeben

  1. Verstehe ich die Antwort wirklich?
  2. Passt sie zu meiner Aufgabe und meiner Klassenstufe?
  3. Habe ich überprüfbare Tatsachen kontrolliert?
  4. Sind Datenschutz, Fairness und Sicherheit beachtet?
  5. Kann ich zeigen, was mein eigener Beitrag war?


Reflexion und Transfer


Rückblick auf die Diagnose

Nimm noch einmal den Auftrag aus der Aktivierung:

„Erkläre einer 6. Klasse in höchstens fünf kurzen Sätzen, warum Wassersparen in der Schule sinnvoll sein kann. Nenne zwei alltagstaugliche Beispiele. Wenn Dir wichtige Informationen fehlen, stelle zuerst eine Rückfrage.“

Überarbeite ihn jetzt so, dass er zu einer echten Aufgabe in Deiner Klasse passt. Ergänze mindestens:

  1. ein konkretes Ziel
  2. einen echten Kontext
  3. zwei Qualitätskriterien
  4. ein Ausgabeformat
  5. eine Prüfanweisung

Vergleiche Deine neue Version mit Deiner ersten Idee aus der Diagnose. Beschreibe in zwei Sätzen, was sich an Deinem Denken verändert hat.


Transferfrage

Wo könntest Du die Dialog-Schleife auch ohne KI verwenden?

Mögliche Bereiche sind Gruppenarbeit, Recherche, Lernpläne, Präsentationen, Experimente oder das Überarbeiten eigener Texte. Überlege: Welche Schritte sind eigentlich allgemeine gute Arbeitsstrategien?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Du möchtest eine Erklärung für Deine 6. Klasse. Welche Ergänzung macht den Auftrag am besten prüfbar? (Erkläre es in höchstens fünf Sätzen und nenne zwei überprüfbare Kernaussagen) (!Mach die Antwort besonders beeindruckend) (!Schreibe einfach alles, was Du weißt) (!Benutze möglichst viele Fachwörter)




Eine KI nennt eine überraschende Zahl ohne Quelle. Was ist der sinnvollste nächste Schritt? (Die Zahl mit einer verlässlichen Quelle oder eigener Messung prüfen) (!Die Zahl übernehmen, weil sie genau klingt) (!Die Zahl größer machen, damit sie auffällt) (!Die Zahl löschen und nie wieder Zahlen verwenden)




Dir fehlen wichtige Angaben für eine Aufgabe. Welche Prompt-Ergänzung unterstützt einen guten Dialog? (Wenn wichtige Informationen fehlen, stelle mir zuerst eine kurze Rückfrage) (!Errate fehlende Informationen möglichst überzeugend) (!Verwende immer dieselbe Standardantwort) (!Ignoriere unklare Stellen)




Welche Aussage beschreibt einen kontrollierten KI-Arbeitsprozess am besten? (Ziel festlegen, Antwort prüfen und gezielt verbessern) (!Den ersten Text sofort abgeben) (!Möglichst viele Tricks gleichzeitig ausprobieren) (!Die längste Antwort auswählen)




Eine KI-Antwort ist sehr flüssig geschrieben. Was folgt daraus? (Sie kann trotzdem sachliche Fehler enthalten und muss geprüft werden) (!Sie ist automatisch richtig) (!Sie braucht keine Quellenprüfung) (!Sie darf unverändert übernommen werden)




Welcher Kontext gehört normalerweise nicht in einen Schul-Prompt? (Passwörter und persönliche Daten) (!Klassenstufe) (!Aufgabenstellung) (!Gewünschtes Ausgabeformat)




Du willst eine Antwort leichter vergleichen können. Welche Anweisung hilft besonders? (Stelle die Ergebnisse in einer Tabelle mit klaren Spalten dar) (!Schreibe möglichst spontan) (!Vermeide jede Struktur) (!Lass wichtige Punkte weg)




Eine Antwort beschreibt bestimmte Berufe immer mit denselben Geschlechterrollen. Was solltest Du tun? (Die Darstellung als mögliches Fairnessproblem prüfen und vielfältigere Beispiele verlangen) (!Die Rollenbilder ungeprüft übernehmen) (!Nur die Rechtschreibung kontrollieren) (!Das Problem ignorieren, solange der Text kurz ist)




Was zeigt am besten Deinen eigenen Anteil an einer KI-gestützten Aufgabe? (Du dokumentierst Auswahl, Prüfung, Änderungen und Begründungen) (!Du entfernst alle Hinweise auf die Nutzung) (!Du kopierst die erste Antwort vollständig) (!Du lässt die KI Deine Entscheidung begründen)




Die Antwort passt fachlich, ist aber für Klasse 6 zu schwierig. Welche Verbesserung ist am sinnvollsten? (Verlange einfachere Sprache und kurze Erklärungen schwieriger Begriffe) (!Lass noch mehr Fachbegriffe hinzufügen) (!Verkürze nur jedes zweite Wort) (!Bitte um eine längere Antwort ohne weitere Vorgaben)





Memory

Ziel Gewünschtes Ergebnis
Kontext Wichtige Hintergrundinformation
Kriterium Maßstab für Qualität
Ausgabeformat Form des Ergebnisses
Rückfrage Nachfrage bei Unklarheit
Prüfung Kontrolle von Aussagen
Iteration Gezielte Überarbeitung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ziel klären Gewünschtes Ergebnis beschreiben
Kontext auswählen Relevante Hintergrundangaben geben
Kriterien setzen Qualität überprüfbar machen
Antwort prüfen Fakten und Passung kontrollieren
Dialog verbessern Begründete Änderung für die nächste Runde






Kreuzworträtsel

Kontext Welche Hintergrundinformation hilft der KI, eine Aufgabe passend zu bearbeiten?
Kriterien Wie heißen Maßstäbe, mit denen Du die Qualität einer Antwort prüfst?
Quelle Was solltest Du bei einer Tatsachenbehauptung zur Überprüfung heranziehen?
Feedback Wie nennt man eine Rückmeldung, die eine nächste Version verbessern kann?
Fairness Welcher Begriff steht für gerechte und nicht diskriminierende Darstellung?
Format Wie heißt die festgelegte Form einer Ausgabe, etwa Tabelle oder Stichpunkte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor einer KI-Anfrage solltest Du zuerst Dein

klären.
Wichtige Hintergrundinformationen werden als

angegeben.
Mit klaren

kannst Du später beurteilen, ob eine Antwort brauchbar ist.
Eine Tabelle oder Checkliste ist ein mögliches

.
Wenn Informationen fehlen, kann die KI zuerst eine

stellen.
Überzeugend klingende Tatsachen müssen trotzdem

werden.
Bei einer erneuten verbesserten Version spricht man von

.
Persönliche Daten gehören aus Gründen des

nicht in einen gewöhnlichen Schul-Prompt.
Einseitige Rollenbilder können ein Problem der

sein.
Am Ende solltest Du Deinen eigenen Beitrag und wichtige Änderungen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prompt-Vergleich: Formuliere zu einer einfachen Schulfrage zwei unterschiedliche Prompts. Ändere nur die Zielgruppe und beschreibe, wie sich die erwartete Antwort verändern müsste.
  2. Format-Wechsel: Nimm eine eigene kurze Erklärung und formuliere einen Prompt, der daraus erst eine Tabelle und danach eine Checkliste machen soll. Begründe, welches Format für das Lernen hilfreicher ist.
  3. Rückfragen-Training: Schreibe einen absichtlich unvollständigen Prompt. Tausche ihn mit einer Partnerin oder einem Partner und notiert jeweils zwei Rückfragen, die vor einer Antwort nötig wären.
  4. Prüfzeichen: Markiere in einer Beispielantwort alle Stellen, die eine überprüfbare Tatsachenbehauptung enthalten. Entscheide, welche davon Du zuerst kontrollieren würdest und warum.


Standard

  1. Dialog-Protokoll: Führe zu einem Unterrichtsthema zwei KI-Dialogrunden durch. Dokumentiere, was Du geändert hast und welche Wirkung die Änderung hatte.
  2. Quellencheck: Wähle eine Tatsachenbehauptung aus einer KI-Antwort und überprüfe sie mit mindestens einer geeigneten Quelle. Erkläre, ob die Behauptung bestätigt, eingeschränkt oder widerlegt wird.
  3. Fairness-Check: Lass Dir mehrere Beispiele zu einem Beruf, Hobby oder Alltagsthema vorschlagen. Untersuche, ob Rollenbilder oder Perspektiven einseitig verteilt sind, und entwickle eine fairere Version.
  4. Fächerbrücke: Entwickle einen Prompt, der ein Thema aus zwei Fächern verbindet, etwa Mathematik und Naturwissenschaften oder Deutsch und Gemeinschaftskunde. Lege für beide Fächer je ein Qualitätskriterium fest.


Schwer

  1. Eigene Prüfroutine: Entwickle eine fünfstufige Prüfroutine für KI-Antworten in Deiner Klasse. Teste sie an einem Beispiel und verbessere mindestens einen Schritt.
  2. Mensch-KI-Aufgabenteilung: Plane eine Lernaufgabe und entscheide bewusst, welche Teile Du selbst erledigst, wobei KI helfen darf und welche Schritte ohne KI stattfinden müssen. Begründe jede Entscheidung.
  3. Mini-Projekt Wassersparen: Entwickle für die Anwendungssituation im Kurs eine eigene Lösung, teste mindestens zwei Prompt-Versionen, prüfe zentrale Aussagen und erstelle ein transparentes Arbeitsprotokoll.
  4. Klassenregelwerk: Entwerft in einer Gruppe fünf Regeln für verantwortlichen KI-Einsatz in Klasse 6. Nutzt KI nur als Gegenstimme oder Feedbackgeber, diskutiert anschließend ohne KI und begründet Eure endgültige Auswahl.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer auf ein neues Fach: Du sollst im Kunstunterricht Feedback für ein Plakat erhalten. Entwickle einen Prompt mit Ziel, Kontext, Kriterien, Format und Rückfrage-Regel. Begründe, welche Entscheidung bewusst bei Dir bleibt.
  2. Fehlerdiagnose: Eine KI-Antwort enthält eine richtige Erklärung, eine unbelegte Zahl und eine stereotype Personenbeschreibung. Entwickle eine Reihenfolge, in der Du die Probleme bearbeitest, und begründe diese.
  3. Dialog verbessern: Du erhältst einen sehr allgemeinen Prompt. Überarbeite ihn in zwei Stufen. Erkläre nach jeder Stufe, welche neue Information die Antwort besser steuerbar macht.
  4. Quellenkonflikt: Eine KI-Antwort widerspricht Deinem Schulbuch. Beschreibe einen sinnvollen Prüfweg, ohne automatisch der KI oder dem Buch zu glauben.
  5. Selbstständigkeit: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie KI beim Lernen helfen kann, ohne Dir den entscheidenden Denk- oder Gestaltungsschritt abzunehmen.
  6. Transparenz: Erstelle für eine erfundene KI-gestützte Hausaufgabe ein kurzes Arbeitsprotokoll, aus dem klar wird, was von der lernenden Person stammt, was die KI beigetragen hat und wie geprüft wurde.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu KI im Dialog verbessern ist wichtig, dass Du nicht nur ein Endprodukt zeigst, sondern Deinen Arbeitsprozess nachvollziehbar machst.

  1. Ein selbst formuliertes Ziel ist erkennbar.
  2. Relevanter Kontext wurde ausgewählt, persönliche Daten wurden vermieden.
  3. Mindestens zwei überprüfbare Qualitätskriterien wurden festgelegt.
  4. Das Ausgabeformat wurde bewusst gewählt.
  5. Bei fehlenden Informationen wurden Rückfragen eingeplant oder beantwortet.
  6. Mindestens eine KI-Aussage wurde fachlich oder mit einer Quelle geprüft.
  7. Eine erste Version wurde gezielt verbessert.
  8. Die Gründe für wichtige Änderungen wurden dokumentiert.
  9. Fairness, Sicherheit und Datenschutz wurden berücksichtigt.
  10. Der eigene Anteil und die KI-Unterstützung sind transparent voneinander unterscheidbar.
  11. Die endgültige Lösung kann in eigenen Worten erklärt und verteidigt werden.




OERs zum Thema

Als ergänzende Vertiefung eignet sich auch der Wikipedia-Artikel zu KI-Halluzinationen. Für das Lernen ist besonders wichtig, Wikipedia oder andere Quellen nicht nur zu öffnen, sondern konkrete Aussagen damit zu überprüfen.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...