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KI-gestützte Täuschungen erkennen

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KI-gestützte Täuschungen erkennen




Einleitung

Künstliche Intelligenz kann Texte, Bilder, Stimmen und Videos erzeugen oder verändern. Das eröffnet viele kreative und nützliche Möglichkeiten. Dieselben Techniken können aber auch genutzt werden, um Menschen zu täuschen. Dann kann zum Beispiel eine erfundene Nachricht sehr glaubwürdig klingen, ein Bild einen falschen Eindruck erzeugen oder eine Stimme so wirken, als stamme sie von einer bekannten Person.

In diesem aiMOOC lernst Du, KI-gestützte Täuschungen zu erkennen und sicher darauf zu reagieren. Dabei geht es nicht darum, jedes KI-Bild an einem kleinen Fehler zu „erraten“. Solche sichtbaren Fehler können fehlen. Viel wichtiger ist eine systematische Prüfroutine: anhalten, Quelle prüfen, Kontext untersuchen, unabhängig vergleichen, Daten schützen und bei Bedarf Hilfe holen.

Ein zentraler Grundsatz lautet: Du musst nicht sofort wissen, ob etwas echt oder künstlich ist. Du musst wissen, wie Du sicher handelst, solange Du es noch nicht weißt.

Das Bild zeigt vereinfacht ein künstliches neuronales Netz. Solche Modelle können Muster aus vielen Beispielen lernen. Generative KI kann daraus neue Inhalte erzeugen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder erzeugte Inhalt wahr ist oder dass ein System die Welt so versteht wie ein Mensch.


Zielgruppe und Zeitrahmen

Der Kurs richtet sich besonders an Klasse 6 und ist für etwa eine bis zwei Unterrichtsstunden gedacht. In einer Unterrichtsstunde kann der Schwerpunkt auf Aktivierung, Prüfroutine und einer Anwendungssituation liegen. In zwei Unterrichtsstunden können zusätzlich Social Engineering, sichere Eingaben, Freigaberegeln, fächerübergreifende Vertiefung und Transferaufgaben bearbeitet werden.

Phase Richtzeit Ziel
Aktivierung und Diagnose 5 Minuten Erste Vermutungen sichtbar machen, ohne vorschnell „echt“ oder „fake“ zu behaupten
Verständliche Einführung 8 Minuten KI-gestützte Täuschungen, Fehler und Manipulation unterscheiden
Prüfroutine 12 Minuten Einen festen Sicherheitsablauf einüben
Anschauliches Beispiel 10 Minuten Bild, Nachricht oder Stimme gemeinsam prüfen
Anwendungssituation 15 Minuten Sicher auf eine realistische Manipulation reagieren
Interaktive Selbstkontrolle 15 Minuten Entscheidungen begründen und Fehlvorstellungen korrigieren
Reflexion und Transfer 10 Minuten Strategien auf neue Situationen übertragen


Lernziele

Am Ende kannst Du erklären, wie KI Täuschungen glaubwürdiger machen kann, ohne jede falsche Information automatisch als KI-Täuschung zu bezeichnen. Du kannst an neuen Beispielen Warnsignale erkennen, mit einer Prüfroutine selbstständig weiterarbeiten, persönliche und schulische Daten schützen, unnötige Zugriffe vermeiden und eine sichere Reaktion auswählen.

Besonders wichtig ist, dass Du typische Fehlvorstellungen korrigieren kannst: Ein perfektes Bild muss nicht echt sein, viele Likes beweisen nichts, ein vertrauter Absender kann missbraucht worden sein und ein KI-Detektor liefert keinen sicheren Wahrheitsbeweis.


Aktivierung und Diagnose


Echt, möglich oder noch ungeprüft?

Lies die drei Fälle. Entscheide zunächst nur zwischen glaubwürdig, verdächtig und noch ungeprüft. Begründe Deine Entscheidung. Die Kategorie „noch ungeprüft“ ist ausdrücklich erlaubt.

Fall Erste Beobachtung Was müsste noch geprüft werden?
Eine Sprachnachricht klingt wie eine bekannte Lehrkraft und fordert sofort einen Zugangscode. Die Stimme kann vertraut wirken, aber die Forderung nach einem Code ist ein starkes Warnsignal. Absender und Auftrag über einen bereits bekannten schulischen Kontaktweg prüfen.
Ein Foto zeigt ein ungewöhnliches Ereignis. Hände, Schatten und Gesichter sehen normal aus. Ein fehlerfreies Aussehen ist kein Beweis für Echtheit. Ursprung, Datum, Ort, Bildunterschrift und unabhängige Berichte prüfen.
Eine Nachricht wird sehr oft geteilt und behauptet, „alle Medien verschweigen“ etwas. Viele Weiterleitungen sagen nichts über den Wahrheitsgehalt aus. Originalquelle, Belege und unabhängige Quellen suchen.

Diagnosefrage: Was ist sicherer: sofort „Fake!“ zu rufen oder zunächst den Prüfstatus „ungeprüft“ festzuhalten? Begründe.


Was sind KI-gestützte Täuschungen?

Eine KI-gestützte Täuschung liegt vor, wenn künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte dazu beitragen, dass Menschen absichtlich einen falschen Eindruck bekommen. Dazu können Deepfakes, erfundene Texte, nachgeahmte Stimmen, manipulierte Bilder oder sehr überzeugend formulierte Nachrichten gehören.

Nicht jeder falsche KI-Text ist automatisch eine Täuschung. Ein KI-System kann auch ohne Täuschungsabsicht eine falsche Information erzeugen. Für Deine Prüfung ist deshalb wichtig, zwischen Fehler, Unsicherheit und gezielter Manipulation zu unterscheiden.


Drei Ebenen der Täuschung

Ebene Beispiel Sichere Prüffrage
Inhalt Ein Bild, Text oder Audio wurde künstlich erzeugt oder verändert. Woher stammt das Original und gibt es verlässliche Bestätigungen?
Kontext Ein echtes Foto wird mit falschem Ort, Datum oder falscher Bildunterschrift verbreitet. Passen Aufnahme, Zeit, Ort und Beschreibung wirklich zusammen?
Beziehung Jemand gibt sich als bekannte Person, Lehrkraft, Freund oder Support aus. Kann ich die Person über einen anderen, bereits bekannten Weg erreichen?

Gerade die dritte Ebene gehört zum Social Engineering. Dabei wird nicht zuerst ein Gerät „geknackt“, sondern eine menschliche Reaktion beeinflusst. Typische Druckmittel sind Eile, Angst, Autorität, Neugier, Belohnungen oder Geheimhaltung.


Die Prüfroutine: STOPP – QUELLE – KONTEXT – VERGLEICH – SCHÜTZEN

Merke Dir diese fünf Schritte. Sie funktionieren bei Texten, Bildern, Videos, Sprachnachrichten und verdächtigen Aufforderungen.

Schritt Frage Sichere Handlung
STOPP Soll ich sofort klicken, antworten, teilen oder Daten eingeben? Tempo herausnehmen. Nichts überstürzen.
QUELLE Wer veröffentlicht oder fordert etwas? Ist das der ursprüngliche Absender? Originalquelle und bekannten Kontaktweg suchen.
KONTEXT Stimmen Ort, Zeit, Bildunterschrift, Ton und Situation zusammen? Einzelheiten prüfen und fehlende Informationen benennen.
VERGLEICH Bestätigt eine unabhängige seriöse Quelle die Behauptung? Nicht nur Kopien derselben Meldung zählen, sondern wirklich unabhängige Bestätigungen suchen.
SCHÜTZEN Werden Passwörter, Codes, private Bilder, persönliche Daten oder weitreichende Zugriffe verlangt? Nichts Sensibles weitergeben, Freigaben klein halten und Hilfe holen.

Wichtig: Ein einzelnes sichtbares Merkmal beweist selten, dass etwas mit KI erzeugt wurde. Auch ein KI-Detektor kann sich irren. Robuster sind Quellenprüfung, Kontextprüfung und unabhängige Bestätigung.


Deepfakes prüfen

Bei Deepfakes können Gesichter, Stimmen oder Bewegungen verändert oder neu erzeugt werden. Früher fielen häufiger unnatürliche Hände, Lippenbewegungen oder Lichtfehler auf. Solche Hinweise können nützlich sein, sind aber kein sicherer Beweis. Gute Fälschungen können sehr sauber aussehen, und echte Aufnahmen können durch Kompression ebenfalls seltsam wirken.

Darum gilt: Suche nach dem Original, prüfe den Zusammenhang und frage, ob verlässliche Quellen dasselbe Ereignis bestätigen.

Das Video des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg zeigt, warum der Quellencheck beim Erkennen von Deepfakes besonders wichtig ist.


Social Engineering erkennen

Social Engineering versucht, Gefühle und Gewohnheiten auszunutzen. KI kann solche Täuschungen glaubwürdiger machen, zum Beispiel durch gut formulierte Nachrichten oder nachgeahmte Stimmen. Die sichere Gegenstrategie ist nicht Misstrauen gegen alle Menschen, sondern ruhiges Prüfen über einen unabhängigen Weg.

Manipulationssignal Typische Form Sichere Reaktion
Dringlichkeit „Sofort handeln!“ Nicht beschleunigen lassen. Erst prüfen.
Autorität „Ich bin von der Schule und ordne das an.“ Identität über einen bekannten Kanal bestätigen.
Angst „Sonst wird Dein Konto gesperrt.“ Keine Codes senden. Offizielle Stelle selbst aufrufen.
Belohnung „Du hast gewonnen, gib nur schnell Deine Daten ein.“ Nicht auf unerwartete Gewinne reagieren.
Geheimhaltung „Sag niemandem etwas.“ Gerade dann eine Vertrauensperson einbeziehen.
Vertrautheit Die Nachricht kennt Namen, Klasse oder Hobbys. Persönliche Details beweisen keine Identität.


Phishing als Beispiel

Beim Phishing werden Nachrichten oder Webseiten so gestaltet, dass Menschen vertrauliche Informationen preisgeben oder auf gefährliche Links reagieren. KI kann Sprache und Gestaltung glaubwürdiger machen. Trotzdem bleiben die Schutzregeln gleich: nicht unter Druck handeln, keine Geheimnisse senden und den echten Kontaktweg selbst öffnen.

Das Beispiel zeigt eine erfundene Phishing-Mail. Suche nicht nur nach Rechtschreibfehlern. Eine moderne Täuschung kann sprachlich fehlerfrei sein. Prüfe stattdessen Absender, Ziel der Aufforderung, Dringlichkeit und die Frage, ob sensible Daten verlangt werden.


Sichere Eingaben und Datenschutz

Bei KI-Diensten, Formularen und Chats gilt das Prinzip der Datensparsamkeit: Gib nur das ein, was für die Aufgabe wirklich nötig und erlaubt ist.

Information Sichere Regel
Passwort oder Einmalcode Niemals in einen Chat, ein Formular oder eine Nachricht eingeben, wenn Du dazu unerwartet aufgefordert wirst.
Vollständige Adresse oder Telefonnummer Nur angeben, wenn die Aufgabe es wirklich erfordert und eine verantwortliche erwachsene Person oder die Schule den Dienst geprüft hat.
Private Fotos und Stimmen Nicht ohne Zustimmung der betroffenen Person in KI-Dienste hochladen.
Schulische Zugangsdaten Nur auf dem vorgesehenen offiziellen Zugang verwenden.
Beispiele für eine Lernaufgabe Wenn möglich mit erfundenen Namen, Platzhaltern und ungefährlichen Beispieldaten arbeiten.
Vertrauliche Dokumente Nicht in ungeprüfte KI-Dienste kopieren oder hochladen.

Sichere Eingabe statt echter Daten: Verwende bei Übungsbeispielen lieber „Person A“, „Beispielstraße“ oder erfundene Zahlen, wenn echte Daten nicht nötig sind.


Zugriffs- und Freigaberegeln

Auch eine echte Person braucht nicht automatisch Zugriff auf alles. Eine wichtige Regel lautet: So wenig Zugriff wie nötig, so viel wie für die Aufgabe erforderlich.

Vor einer Freigabe prüfst Du vier Fragen: Braucht die Person wirklich Zugriff? Braucht sie Lesen oder Bearbeiten? Muss der ganze Ordner geteilt werden oder reicht eine Datei? Kann die Freigabe später wieder entfernt werden?

Wenn eine Nachricht unter Zeitdruck verlangt, Zugriffsrechte zu erweitern, einen Ordner öffentlich zu machen oder einen Anmeldecode zu schicken, gilt zuerst die STOPP-Regel.


Wenn Du schon geklickt oder etwas geteilt hast

Fehler können passieren. Entscheidend ist die sichere Reaktion. Klicke nicht weiter, öffne keine verdächtigen Dateien und informiere eine erwachsene Vertrauensperson oder die zuständige schulische Stelle. Wenn ein Passwort oder Zugangscode weitergegeben wurde, sollte das Passwort über den bekannten offiziellen Zugang geändert und eine ungewollte Freigabe beendet werden. Verdächtige Inhalte werden gemeldet, aber nicht unnötig weiterverbreitet.


Bilder, Stimmen und Videos systematisch prüfen

Bei Medieninhalten hilft eine einfache Reihenfolge:

  1. Quelle prüfen: Finde möglichst den ursprünglichen Beitrag oder die Originalaufnahme.
  2. Kontext prüfen: Prüfe Datum, Ort, Bildunterschrift und Anlass.
  3. Details prüfen: Achte auf Widersprüche, aber behandle sie nur als Hinweise.
  4. Zweitquelle prüfen: Suche eine unabhängige Bestätigung.
  5. Folgen bedenken: Teile einen ungeprüften Inhalt nicht weiter, besonders wenn eine Person geschädigt werden könnte.

Bei einer Rückwärtssuche nach Bildern oder einem KI-Detektor gilt: Solche Werkzeuge können Hinweise geben, ersetzen aber nicht Dein Urteil. Lade außerdem keine privaten Bilder von Mitschülerinnen oder Mitschülern in beliebige Prüfwerkzeuge hoch.


Mathematik- und Naturwissenschaftscheck

KI-gestützte Täuschungen bestehen nicht nur aus gefälschten Bildern. Auch Zahlen, Diagramme und wissenschaftlich klingende Sätze können irreführen.


Mathematik: Zahlen brauchen einen Bezug

Wenn eine Meldung behauptet, „90 Prozent stimmen zu“, frage: 90 Prozent von wie vielen? Neun von zehn Personen sind etwas anderes als 900 von 1.000 Personen. Prüfe außerdem Einheiten, Achsen eines Diagramms und die Frage, ob wichtige Vergleichswerte fehlen.

Ein Balken kann dramatisch groß wirken, wenn eine Skala ungewöhnlich gewählt wurde. Deshalb ist nicht nur die Zahl wichtig, sondern auch ihre Darstellung.


Naturwissenschaften: Behauptung, Methode, Beleg

Eine naturwissenschaftliche Behauptung wird glaubwürdiger, wenn nachvollziehbar ist, wie gemessen wurde. Frage: Was wurde untersucht? Wie viele Beobachtungen gab es? Gibt es eine Vergleichsgruppe? Kann eine andere Gruppe das Ergebnis nachvollziehen?

Ein überzeugend klingender KI-Text ersetzt kein Experiment und keine belastbare Quelle.


Realistische Anwendungssituation


Die dringende Sprachnachricht

In einem Klassenchat erscheint eine Sprachnachricht. Die Stimme klingt wie eine Lehrkraft. Sie sagt sinngemäß: „Ich komme gerade nicht in das Schulsystem. Schick mir sofort den Freigabelink für den Klassenordner und Deinen Anmeldecode. Es ist dringend.“

Die Nachricht nennt sogar den Namen der Klasse und ein aktuelles Unterrichtsthema.

Deine Aufgabe: Wende die Prüfroutine an. Entscheide nicht zuerst, ob die Stimme „echt“ klingt. Entscheide zuerst, welche Handlung sicher ist.

Prüfschritt Deine Frage Sichere Entscheidung
STOPP Muss ich sofort reagieren? Nein. Keine Daten und keine Freigabe senden.
QUELLE Ist der Absender sicher die Lehrkraft? Nicht allein aufgrund der Stimme annehmen.
KONTEXT Ist es üblich, dass Lehrkräfte Anmeldecodes über Chats verlangen? Eine ungewöhnliche Forderung ist ein starkes Warnsignal.
VERGLEICH Kann ich die Lehrkraft über einen bekannten schulischen Weg erreichen? Ja. Über den bekannten Weg nachfragen.
SCHÜTZEN Welche Daten oder Rechte wären gefährdet? Zugangscode geheim halten und Freigabe nicht erweitern.


Selbstkontrolle zur Anwendungssituation

Vergleiche erst nach Deiner eigenen Lösung:

Eine sichere Reaktion wäre, nicht zu antworten, nichts freizugeben und keinen Code zu senden. Danach wird die angebliche Lehrkraft über einen bereits bekannten schulischen Kontaktweg erreicht. Wenn sich die Nachricht als Täuschung herausstellt, wird sie einer erwachsenen Vertrauensperson oder der Schule gemeldet und nicht weiterverbreitet.


Typische Fehlvorstellungen korrigieren

Fehlvorstellung Bessere Erklärung
„KI-Bilder erkennt man immer an falschen Händen.“ Sichtbare Fehler können vorkommen, müssen aber nicht. Quelle und Kontext sind wichtiger.
„Wenn viele Menschen etwas teilen, muss es stimmen.“ Reichweite beweist keine Wahrheit.
„Wenn die Stimme stimmt, ist die Person sicher echt.“ Stimmen können nachgeahmt werden. Identität über einen unabhängigen Kanal prüfen.
„Ein Schloss-Symbol bedeutet, dass die Aussage auf einer Webseite wahr ist.“ Eine verschlüsselte Verbindung sagt nichts darüber aus, ob eine Behauptung wahr ist.
„Ein KI-Detektor kann sicher entscheiden.“ Detektoren können falsch liegen und liefern nur Hinweise.
„Ein echtes Foto kann nicht täuschen.“ Ein echtes Foto kann mit falschem Datum, Ort oder Text in einen irreführenden Kontext gesetzt werden.
„Wenn die Nachricht vom Konto eines Freundes kommt, muss der Freund sie geschrieben haben.“ Konten können missbraucht werden. Ungewöhnliche Wünsche immer unabhängig prüfen.
„Verdächtige Inhalte sollte ich zur Warnung sofort an alle weiterleiten.“ Weiterleiten kann Schaden vergrößern. Besser gezielt melden und nicht verbreiten.


Fächerübergreifende Bezüge

Fach Verbindung zum Thema Beispiel
Informatik Generative KI, Daten, Rechte und Sicherheit Erklären, warum KI Muster erzeugen kann und warum sichere Eingaben wichtig sind
Deutsch Sprache, Argumentation und Quellenkritik Behauptungen, Belege, Zitate, Übertreibungen und Manipulationssprache untersuchen
Mathematik Prozentwerte, Diagramme und Plausibilität Eine irreführende Darstellung erkennen und fairer darstellen
Naturwissenschaften Beobachtung, Messung und überprüfbare Belege Zwischen Behauptung und nachvollziehbarer Untersuchung unterscheiden
Kunst Bildgestaltung, Montage und Wirkung Analysieren, wie Bildausschnitt, Perspektive und Bearbeitung Bedeutungen verändern
Ethik Zustimmung, Würde, Fairness und Verantwortung Entscheiden, ob es fair ist, Gesicht oder Stimme einer anderen Person ohne Erlaubnis zu verwenden
Gemeinschaftskunde Öffentlichkeit, Vertrauen und demokratische Meinungsbildung Besprechen, wie Desinformation Diskussionen beeinflussen kann
Medienbildung Quellenprüfung, sichere Kommunikation und Human Agency Selbstständig entscheiden, was geprüft, geteilt oder gemeldet wird


Reflexion und Transfer


Selbstcheck: Was kann ich schon?

Bewerte jede Aussage mit sicher, teilweise oder noch üben.

Ich kann ... Meine Einschätzung
eine verdächtige Aufforderung stoppen, bevor ich klicke oder Daten sende.
Quelle und Kontext getrennt prüfen.
eine unabhängige Zweitquelle suchen.
erklären, warum sichtbare KI-Fehler kein sicherer Beweis sind.
entscheiden, welche Daten ich nicht in einen KI-Dienst eingeben sollte.
eine Datei nur mit den nötigen Rechten freigeben.
bei Unsicherheit eine Vertrauensperson einbeziehen.


Transferfrage

Du erhältst morgen eine völlig neue Nachricht, die sehr professionell aussieht. Welche Teile Deiner Prüfroutine funktionieren trotzdem? Erkläre, warum eine gute Sicherheitsstrategie nicht davon abhängt, ob Du jedes neue KI-Werkzeug kennst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Eine Sprachnachricht klingt wie Deine Lehrkraft und verlangt sofort einen Anmeldecode. Was ist die sicherste erste Reaktion? (Nicht antworten, nichts teilen und über einen bekannten Weg nachfragen) (!Den Code senden, weil die Stimme vertraut klingt) (!Die Nachricht an die ganze Klasse weiterleiten) (!Nur die Hälfte des Codes schicken)




Ein KI-Bild zeigt normale Hände und wirkt vollkommen sauber. Was folgt daraus? (Das beweist nichts; Quelle und Kontext müssen trotzdem geprüft werden) (!Das Bild ist sicher echt) (!Das Bild stammt sicher von einer Nachrichtenredaktion) (!Eine weitere Prüfung ist unnötig)




Eine Nachricht setzt Dich stark unter Zeitdruck. Was hilft gegen diese Manipulation? (Tempo herausnehmen und zuerst prüfen) (!Schneller klicken, damit nichts passiert) (!Die Nachricht ungeprüft teilen) (!Persönliche Daten zur Sicherheit mitsenden)




Mehrere Webseiten zeigen denselben Satz, aber alle kopieren offenbar voneinander. Was fehlt? (Eine unabhängige Bestätigung) (!Ein größeres Bild) (!Mehr Ausrufezeichen) (!Eine längere Überschrift)




Ein KI-Dienst braucht für eine Übungsaufgabe ein Beispiel für eine Adresse. Was ist meist sicherer? (Eine erfundene oder grobe Platzhalterangabe verwenden) (!Die eigene vollständige Adresse eingeben) (!Die Adresse einer Mitschülerin eingeben) (!Zusätzlich die Telefonnummer angeben)




Eine Person soll ein Dokument nur lesen können. Welche Freigabe passt am besten? (Nur Leserechte für die nötige Person freigeben) (!Den gesamten Ordner öffentlich machen) (!Bearbeitungsrechte für alle vergeben) (!Das eigene Passwort senden)




Ein Prüfwerkzeug meldet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass ein Text von KI stammt. Wie bewertest Du das? (Das ist ein Hinweis, aber kein sicherer Beweis) (!Das Ergebnis ist immer endgültig) (!Damit ist jede Aussage im Text falsch) (!Eine Quellenprüfung ist jetzt verboten)




Ein echtes Foto wird mit einer falschen Bildunterschrift verbreitet. Welche Aussage stimmt? (Auch echter Inhalt kann durch falschen Kontext täuschen) (!Echte Fotos können niemals täuschen) (!Nur KI-Bilder brauchen eine Quellenprüfung) (!Eine Bildunterschrift ist immer unwichtig)




Vom Konto eines Freundes kommt plötzlich die Bitte um Dein Schulpasswort. Was ist sicher? (Über einen anderen bekannten Kanal prüfen und kein Passwort senden) (!Das Passwort senden, weil der Account bekannt ist) (!Den Zugangscode öffentlich posten) (!Die Nachricht sofort an alle Kontakte weiterleiten)




Ein verletzender Fake über eine Person aus Deiner Schule wird Dir geschickt. Was ist angemessen? (Nicht weiterleiten, soweit nötig sichern und einer Vertrauensperson melden) (!Zur Warnung an möglichst viele Gruppen senden) (!Die betroffene Person öffentlich verspotten) (!Eigene erfundene Versionen hinzufügen)





Memory

Stoppregel Nicht impulsiv klicken
Ursprung Originalquelle suchen
Zweitquelle Unabhängig bestätigen
Datensparsamkeit Nur Nötiges eingeben
Leserecht Zugriff klein halten
Dringlichkeit Warnsignal für Manipulationsdruck
Kontextprüfung Ort Zeit Bildunterschrift prüfen
Meldeweg Vertrauensperson informieren





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Quellencheck Wer hat den Inhalt zuerst veröffentlicht?
Kontextcheck Passen Ort, Zeit und Bildunterschrift?
Plausibilitätscheck Ist die Behauptung überhaupt möglich und widerspruchsfrei?
Zweitquellencheck Bestätigt eine unabhängige seriöse Quelle die Aussage?
Datenschutzcheck Werden unnötig persönliche Daten verlangt?
Freigabecheck Ist der Zugriff auf das Nötigste begrenzt?






Kreuzworträtsel

Quelle Wo suchst Du nach dem Ursprung einer Behauptung?
Kontext Was umfasst Ort Zeit und Bildunterschrift eines Medieninhalts?
Deepfake Wie heißt ein künstlich verändertes oder erzeugtes Medium das real wirken kann?
Phishing Wie heißt das Täuschen mit gefälschten Nachrichten oder Seiten um Daten zu erlangen?
Freigabe Wie heißt die Erlaubnis auf eine Datei oder einen Ordner zuzugreifen?
Plausibilität Welches Prüfkriterium fragt ob eine Behauptung überhaupt sinnvoll und möglich ist?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine unerwartete dringende Aufforderung ist ein Grund für einen

. Der erste robuste Check richtet sich auf die

. Ein echtes Foto kann durch einen falschen

irreführen. Für wichtige Behauptungen suchst Du eine unabhängige

. In KI-Dienste gehören keine geheimen

. Bei Freigaben gilt nur so viel

wie nötig. Ein KI-Detektor liefert höchstens einen

. Wenn Du Dich unsicher fühlst wendest Du Dich an eine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prüfposter: Gestalte ein A4-Poster mit den fünf Schritten STOPP, QUELLE, KONTEXT, VERGLEICH und SCHÜTZEN. Formuliere zu jedem Schritt eine eigene Frage.
  2. Warnsignal-Sammlung: Sammle typische Wörter und Formulierungen, die Druck erzeugen können, und schreibe daneben eine sichere Reaktion.
  3. Datensparsamkeit: Formuliere drei unsichere Eingaben für eine KI-Lernaufgabe so um, dass keine echten persönlichen Daten nötig sind.
  4. Quellenampel: Erfinde drei kurze Nachrichten und kennzeichne, welche Angaben fehlen, bevor man ihnen vertrauen kann.


Standard

  1. Sicheres Rollenspiel: Spielt zu zweit eine verdächtige Nachricht und eine sichere Reaktion nach. Die Täuschungsseite darf nur harmlose Beispieldaten verwenden und keine realen Zugangsdaten verlangen.
  2. Kontextdetektive: Nimm ein frei verwendbares Bild und erfinde zwei unterschiedliche Bildunterschriften. Zeige, wie sich die Bedeutung durch Kontext verändert, und kennzeichne die erfundenen Texte deutlich.
  3. Diagrammcheck: Gestalte aus denselben Zahlen zwei Diagramme mit unterschiedlicher Wirkung. Erkläre anschließend, welche Darstellung fairer ist und warum.
  4. Kunst und Fairness: Entwirf ein Symbol oder Plakat, das „KI-Inhalt transparent kennzeichnen“ vermittelt. Begründe Deine Gestaltung.


Schwer

  1. Mini-Faktencheck: Prüfe eine harmlose aktuelle Behauptung mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Quellen und dokumentiere, was sicher, unsicher oder offen bleibt.
  2. Freigaberegeln für die Klasse: Entwickelt gemeinsam fünf Regeln für das Teilen von Dateien, Links und Zugriffsrechten in schulischen Projekten.
  3. Interview Medienkompetenz: Befrage eine Lehrkraft, eine schulische IT-Ansprechperson oder eine Bibliotheksfachkraft dazu, wie verdächtige digitale Inhalte geprüft und gemeldet werden.
  4. Erklärvideo Fehlvorstellung: Produziere ein kurzes Video, das eine Fehlvorstellung korrigiert, zum Beispiel „Viele Likes bedeuten wahr“ oder „KI-Fakes erkennt man immer an den Händen“.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Unbekannte Nachricht analysieren: Du bekommst eine neue Nachricht, die seriös aussieht und eine schnelle Freigabe verlangt. Beschreibe nicht nur Warnsignale, sondern entwickle eine Reihenfolge sicherer Handlungen und begründe sie.
  2. Beweis oder Hinweis: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel den Unterschied zwischen einem sichtbaren Auffälligkeitsmerkmal und einem belastbaren Beweis.
  3. Sichere Eingabe verbessern: Eine Lernende möchte einen KI-Dienst mit echten Namen, Adresse und Klassenliste füttern. Formuliere die Aufgabe so um, dass das Lernziel erhalten bleibt und unnötige Daten verschwinden.
  4. Freigabe entscheiden: Ein Gruppenmitglied braucht ein einziges Dokument für einen Nachmittag. Entscheide über sinnvolle Rechte und Dauer der Freigabe und begründe Deine Auswahl.
  5. Zahlenbehauptung prüfen: Eine Meldung nennt einen hohen Prozentwert ohne Angabe der Gruppengröße. Zeige, welche zusätzlichen Informationen nötig sind, bevor Du die Aussage bewertest.
  6. Verantwortlich reagieren: Ein verletzender KI-Fake über eine reale Person wird in einer Gruppe geteilt. Entwickle eine Reaktion, die Sicherheit, Fairness, Beweissicherung im nötigen Umfang und Nicht-Weiterverbreitung verbindet.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern sichere Entscheidungen begründen kannst.

  1. Du kannst die Grundidee KI-gestützter Täuschungen in eigenen Worten erklären.
  2. Du kannst Fehler, ungeprüfte Inhalte und absichtliche Täuschung unterscheiden.
  3. Du kannst die Prüfroutine auf ein neues Beispiel anwenden.
  4. Du kannst erklären, warum sichtbare Bildfehler oder KI-Detektoren keine sicheren Beweise sind.
  5. Du kannst sensible Daten erkennen und sichere Platzhalter verwenden.
  6. Du kannst bei Datei- und Ordnerfreigaben das Prinzip „so wenig Zugriff wie nötig“ anwenden.
  7. Du kannst Social-Engineering-Signale wie Dringlichkeit, Autorität und Geheimhaltung erkennen.
  8. Du kannst bei Manipulationsverdacht einen unabhängigen Kontaktweg wählen.
  9. Du kannst ein Beispiel aus Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik oder Gemeinschaftskunde mit Quellenkritik verbinden.
  10. Du kannst erklären, warum verantwortlicher KI-Einsatz Transparenz, Zustimmung, Fairness und menschliche Entscheidung braucht.




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Die im Kurs verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Dort sind die jeweiligen Urheber- und Lizenzangaben dokumentiert. Für Unterricht und Weiterverwendung solltest Du die Lizenzbedingungen der einzelnen Datei beachten.


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