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KI-Kompetenz im Alltag anwenden

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KI-Kompetenz im Alltag anwenden




KI-Kompetenz im Alltag anwenden


Einleitung

Künstliche Intelligenz begegnet Dir längst im Alltag: beim Übersetzen, beim Vorschlagen von Musik oder Videos, bei Suchfunktionen, beim Erkennen von Sprache oder Bildern und bei Programmen, die Texte oder Bilder erzeugen. Doch KI-Kompetenz bedeutet nicht, möglichst viele KI-Werkzeuge zu kennen. Viel wichtiger ist, dass Du selbstständig entscheiden kannst, wann KI hilfreich ist, welche Informationen Du ihr geben darfst, wie Du ihre Ergebnisse prüfst und wie Du Deine eigene Entscheidung begründest.

Dieser Lernkurs ist besonders für die Klasse 5 gedacht und dauert ungefähr eine bis zwei Unterrichtsstunden. Du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Wenn Deine Schule keinen KI-Dienst verwendet, kannst Du alle Aufgaben mit vorbereiteten Beispielantworten bearbeiten. Falls ein KI-Werkzeug eingesetzt wird, sollte es von der Schule oder Lehrkraft freigegeben sein. Für den Kurs musst Du keine privaten Konten anlegen und keine persönlichen Daten eingeben.

Das wichtigste Ziel: KI darf Dir Vorschläge machen. Du bleibst die Person, die prüft, entscheidet, verbessert und Verantwortung übernimmt.


Was Du am Ende können sollst

Kompetenz Das kannst Du danach konkret tun
KI erkennen und einordnen Du kannst erklären, dass KI Muster aus Daten nutzt und nicht automatisch versteht, was wahr, gerecht oder für Deine Situation passend ist.
Ergebnisse prüfen Du kannst Aussagen mit verlässlichen Quellen, Rechnungen, Beobachtungen oder Fachwissen gegenprüfen.
Daten schützen Du kannst entscheiden, welche Informationen nicht in einen KI-Dienst gehören.
Fair entscheiden Du kannst prüfen, ob ein Vorschlag Menschen unfair behandelt, ausschließt oder nur eine Perspektive berücksichtigt.
Transparent arbeiten Du kannst erklären, wobei KI geholfen hat und was Du selbst geprüft, verändert und entschieden hast.
Verbessern Du kannst eine Lösung testen, Rückmeldungen nutzen und einen zweiten, besseren Entwurf erstellen.


Fächerübergreifende Bezüge

Fach Verbindung zur KI-Kompetenz
Informatik Muster, Daten, Algorithmen, Möglichkeiten und Grenzen von KI
Deutsch klare Arbeitsaufträge formulieren, Texte vergleichen, Aussagen begründen, Quellen bewerten
Mathematik Rechenergebnisse überprüfen, Größenordnungen einschätzen, Daten vergleichen
Naturwissenschaften Behauptungen mit Beobachtungen und verlässlichem Fachwissen prüfen
Kunst Bilder und Gestaltungsideen entwickeln, Urheberschaft und Kennzeichnung reflektieren
Ethik Fairness, Verantwortung, menschliche Entscheidung und Folgen für andere bedenken
Medienbildung Quellenkritik, Datenschutz, Transparenz, Fake News und verantwortlichen Medieneinsatz üben


Möglicher Ablauf für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Zeit Handlung
Aktivierung etwa 8 Minuten Vier Aussagen einschätzen: stimmt, unsicher oder stimmt nicht
Einführung etwa 12 Minuten Verstehen, was KI kann, wie generative KI arbeitet und warum Fehler möglich sind
KI-Kompass etwa 10 Minuten Sechs Schritte für verantwortlichen KI-Einsatz kennenlernen
Anwendung etwa 25 Minuten Eine realistische Klassenfest-Situation prüfen und verbessern
Selbstkontrolle etwa 10 Minuten Lösung mit Kriterien prüfen und überarbeiten
Reflexion und Transfer etwa 10 Minuten Entscheidungen begründen und Regeln auf neue Fächer übertragen
Vertiefung zusätzlich etwa 15–30 Minuten Interaktive Aufgaben, offene Projekte oder eigener KI-Test

Für eine einzelne Unterrichtsstunde kannst Du die Vertiefung weglassen und die Anwendungssituation gemeinsam bearbeiten. In einer Doppelstunde können Teams eigene Lösungen testen und verbessern.


Aktivierung und Diagnose


Vier Aussagen – was denkst Du?

Entscheide zunächst ohne nachzuschlagen: stimmt, unsicher oder stimmt nicht. Begründe Deine Einschätzung mit einem Satz.

Aussage Deine erste Einschätzung
Wenn eine KI sehr sicher klingt, ist ihre Antwort wahrscheinlich wahr. stimmt / unsicher / stimmt nicht
Eine KI kann mir Ideen geben, aber ich sollte wichtige Aussagen selbst prüfen. stimmt / unsicher / stimmt nicht
Namen, Adressen oder geheime Informationen sollte ich nicht einfach in einen KI-Dienst eingeben. stimmt / unsicher / stimmt nicht
Wenn ich eine KI-Antwort verbessere, muss ich trotzdem erklären können, warum meine Endlösung sinnvoll ist. stimmt / unsicher / stimmt nicht

Vergleiche Deine Antworten am Ende des Kurses noch einmal. Haben sich Deine Begründungen verändert?


Einstiegsvideo: KI im Alltag

Das Video zeigt altersgerecht, wo KI im Alltag vorkommt und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.


Was ist KI-Kompetenz?

KI-Kompetenz ist die Fähigkeit, KI bewusst, kritisch, sicher, kreativ und verantwortlich zu nutzen. Dazu gehört mehr als das Schreiben eines guten Prompts. Du musst auch überlegen, ob KI überhaupt das richtige Werkzeug ist, welche Daten Du schützen musst, ob das Ergebnis stimmt, ob es fair ist und wer am Ende entscheidet.

Ein hilfreicher Merksatz lautet:

KI kann Vorschläge erzeugen. Menschen setzen Ziele, prüfen Folgen und tragen Verantwortung für Entscheidungen.

Diese Idee passt zu internationalen Bildungsrahmen. Die UNESCO beschreibt KI-Kompetenz unter anderem mit einem menschenzentrierten Blick, ethischem Handeln, technischem Grundverständnis und dem Gestalten von Lösungen. Auch der europäisch-oecd-basierte AILit-Rahmen betont verantwortliches Nutzen, Erstellen, Steuern und Gestalten mit KI.


Wie generative KI Antworten erzeugt

Eine generative Sprach-KI hat aus sehr vielen Beispielen Muster gelernt. Wenn Du eine Frage stellst, berechnet sie, welche Textteile wahrscheinlich gut zueinander passen. Dadurch kann sie sehr flüssige Texte erzeugen. Flüssig formuliert bedeutet aber nicht automatisch richtig.

Ein künstliches neuronales Netz ist ein mathematisches Modell mit vielen verbundenen Verarbeitungsschritten. Die Abbildung ist technisch genauer als das, was Du in Klasse 5 auswendig können musst. Wichtig ist die Grundidee: KI findet Muster in Daten und wendet gelernte Muster auf neue Eingaben an.

Eine KI kann deshalb Fehler machen, veraltete Informationen verwenden, Dinge zu sicher formulieren, Quellen erfinden oder wichtige Zusammenhänge übersehen. Ein KI-Chat ist außerdem nicht automatisch eine Suchmaschine und zeigt nicht automatisch verlässliche Belege.


Nicht jedes Computerprogramm ist KI

Ein Taschenrechner führt festgelegte Rechenregeln aus. Eine Stoppuhr zählt Zeit. Das allein macht beide noch nicht zu KI. KI-Systeme werden typischerweise eingesetzt, wenn aus Daten Muster erkannt, Vorhersagen getroffen, Inhalte erzeugt oder komplexe Eingaben wie Sprache und Bilder verarbeitet werden.

Für Deinen Alltag reicht zunächst diese Frage: Braucht die Aufgabe wirklich KI oder gibt es einen einfacheren, verlässlicheren Weg?


Der KI-Kompass für den Alltag

Nutze vor, während und nach einer KI-Anwendung diese sechs Schritte.

Schritt Leitfrage Handlung
Ziel klären Was will ich wirklich herausfinden, lernen oder gestalten? Formuliere zuerst Dein eigenes Ziel.
Sicher bleiben Welche Daten darf ich eingeben? Nutze keine unnötigen Namen, Adressen, Passwörter, Fotos oder privaten Informationen.
Auftrag präzisieren Was soll die KI tun und woran erkenne ich eine gute Antwort? Nenne Aufgabe, Zielgruppe, Rahmen und Kriterien.
Ergebnis prüfen Was könnte falsch, erfunden, unvollständig oder veraltet sein? Prüfe mit Quellen, Rechnungen, Beobachtungen oder Fachwissen.
Selbst entscheiden Welche Lösung passt wirklich zu unserem Ziel und ist sie fair? Wähle bewusst aus und begründe Deine Entscheidung.
Transparent verbessern Was kam von der KI und was habe ich verändert? Kennzeichne die Unterstützung, teste die Lösung und verbessere sie.


Schritt 1: Ziel klären – erst denken, dann fragen

Bevor Du eine KI nutzt, schreibe in einem Satz auf, was Du erreichen willst. Die Frage Was ist mein Ziel? verhindert, dass die KI unbemerkt die Aufgabe für Dich bestimmt.

Beispiel: Statt sofort zu schreiben „Mach meine Hausaufgabe“, setzt Du Dir selbst das Ziel: „Ich will verstehen, wie ich einen guten Steckbrief aufbaue, und danach meinen eigenen Text schreiben.“

So bleibt das Denken bei Dir.


Schritt 2: Sicher bleiben – persönliche Daten schützen

Persönliche Daten können zum Beispiel Dein voller Name, Deine Adresse, Telefonnummer, private Fotos, Passwörter, Gesundheitsinformationen oder genaue Informationen über andere Personen sein. Gib solche Angaben nicht unnötig in digitale Dienste ein.

Für Schulaufgaben kannst Du häufig mit erfundenen Beispielen arbeiten. Statt „Meine Mitschülerin Lea aus der Klasse 5b hat diese Krankheit …“ genügt zum Beispiel: „Eine erfundene Person benötigt eine barrierearme Lösung.“


Schritt 3: Einen hilfreichen Auftrag formulieren

Ein guter Arbeitsauftrag an eine KI enthält nicht nur ein Thema, sondern auch Ziel, Rahmen und Qualitätskriterien.

Unklar: Schreibe etwas über Igel.

Hilfreicher: Ich bin in Klasse 5 und erstelle einen kurzen Steckbrief über Igel. Nenne überprüfbare Aussagen zu Lebensraum, Nahrung, Winterschlaf und Schutz. Formuliere kurze Sätze. Markiere Stellen, bei denen Du unsicher bist. Ich werde die Aussagen anschließend mit anderen Quellen prüfen.

Wichtig: Ein guter Prompt macht eine KI-Antwort nicht automatisch wahr. Er hilft nur dabei, die Aufgabe klarer zu machen.


Schritt 4: Prüfen – werde zum Fakten-Detektiv

Nutze bei wichtigen Aussagen mindestens eine passende Prüfmethode.

Art der Aussage Sinnvolle Prüfung Beispiel
Rechenaufgabe selbst rechnen, Überschlag, anderer Rechenweg Stimmen Einzelpreise und Gesamtsumme?
Sachbehauptung Schulbuch, Lexikon, seriöse Fachseite oder mehrere voneinander unabhängige Quellen Gehören Spinnen wirklich zu den Insekten?
Aktuelle Information Datum und aktuelle Quelle prüfen Gilt diese Regel heute noch?
Bild Herkunft, Kontext und mögliche Bearbeitung prüfen Zeigt das Bild wirklich das behauptete Ereignis?
Empfehlung Kriterien und mögliche Interessen prüfen Ist der Vorschlag für unsere Situation passend oder nur bequem formuliert?

Eine besonders einfache Regel lautet: Wichtige Behauptungen nicht nur glauben, sondern belegen.


Schritt 5: Fair entscheiden

KI lernt aus Daten, die nicht automatisch ausgewogen oder frei von Vorurteilen sind. Deshalb können Vorschläge einzelne Gruppen übersehen, Stereotype wiederholen oder scheinbar „normale“ Lösungen bevorzugen.

Frage Dich:

Fairness-Check Beispiel
Werden verschiedene Menschen berücksichtigt? Kann eine Person mit Rollstuhl den geplanten Ort nutzen?
Werden Rollen vorschnell nach Klischees verteilt? Muss wirklich immer „der starke Junge“ tragen und „das kreative Mädchen“ gestalten?
Gibt es Alternativen? Kann die Gruppe zwischen mehreren Aufgaben wählen?
Wer hat Nachteile? Ist die günstigste Lösung vielleicht für einzelne Personen ungeeignet?

Fairness bedeutet nicht immer, dass alle exakt dasselbe bekommen. Manchmal braucht eine faire Lösung unterschiedliche Unterstützung, damit alle teilnehmen können.


Schritt 6: Transparent verbessern

Wenn KI an einer Aufgabe mitgewirkt hat, solltest Du erklären können, wie sie geholfen hat.

Eine transparente kurze Angabe könnte lauten:

„Ich habe KI genutzt, um drei Ideen zu sammeln. Die Kosten habe ich selbst nachgerechnet. Zwei Sachbehauptungen habe ich mit anderen Quellen geprüft. Den endgültigen Text und die Auswahl habe ich selbst überarbeitet.“

Transparenz hilft anderen zu verstehen, wie Deine Lösung entstanden ist. Gleichzeitig zeigt sie, welche Denkarbeit Du selbst geleistet hast.


Beispiele aus verschiedenen Fächern


Deutsch: Text verbessern statt Denken abgeben

Du hast selbst eine Einleitung für eine Tierbeschreibung geschrieben. Eine KI könnte Dir Rückmeldung geben, ob wichtige Informationen fehlen oder Sätze verständlich sind. Danach entscheidest Du selbst, welche Änderung Deinen Text wirklich besser macht.

Ungeeignet wäre: „Schreib mir die komplette Aufgabe, damit ich nichts mehr tun muss.“

Geeignet wäre: „Nenne mir zwei Stellen, an denen mein Text unklar ist, und erkläre warum. Schreibe den Text nicht komplett neu.“

So bleibt die Arbeit bei Dir.


Mathematik: Rechnen bleibt überprüfbar

Eine KI behauptet: „Sechs Flaschen kosten jeweils 2,49 Euro. Zusammen sind das 13,94 Euro.“

Du kannst prüfen:

6 × 2,49 Euro = 14,94 Euro.

Die KI-Antwort klingt ordentlich, ist aber falsch. Genau deshalb ist eine KI bei überprüfbaren Rechnungen kein Ersatz für Deinen Rechenweg.


Naturwissenschaften: Behauptungen brauchen Belege

Eine KI schreibt: „Spinnen sind Insekten, weil sie viele Beine haben.“

Das ist falsch. Spinnen gehören zu den Spinnentieren und haben typischerweise acht Beine, Insekten sechs. Die Aufgabe ist nicht nur, den Fehler zu finden, sondern eine verlässliche Quelle zu verwenden und zu erklären, wie Du den Fehler erkannt hast.


Kunst: Kreative Ideen und Verantwortung

KI kann Bildideen, Farbstimmungen oder Varianten vorschlagen. Trotzdem entscheidest Du über Aussage, Auswahl und Gestaltung. Frage außerdem, ob Menschen klischeehaft dargestellt werden und ob Du KI-Unterstützung bei einer veröffentlichten Arbeit kennzeichnen sollst.

Als gestalterische Übung kannst Du zwei Plakate vergleichen: Welches informiert klarer? Welches ist zugänglicher? Welche Bildidee könnte Menschen ausschließen?


Informatik und Medienbildung: Muster statt Magie

KI wirkt manchmal „schlau“, weil ihre Antworten sprachlich sehr passend erscheinen. Dahinter stecken jedoch berechnete Muster. Für eine gute Nutzung ist deshalb wichtig, zwischen überzeugend formuliert und überprüft richtig zu unterscheiden.


Vertiefungsvideo: Wie KI aus Beispielen lernt


Anwendungssituation: Das Klassenfest

Deine Klasse plant einen kleinen Stand für ein Klassenfest. Die Gruppe möchte etwas anbieten, das bezahlbar, möglichst abfallarm, nussfrei, gut erreichbar und für Kinder verständlich beschriftet ist. Verwendet werden ausschließlich erfundene Übungsdaten.

Die Übungsdaten lauten:

Material Übungspreis Hinweis
Apfelpaket mit sechs Äpfeln 3,60 Euro unverpackt
Packung Cracker 1,80 Euro Zutaten müssen geprüft werden
Leitungswasser 0 Euro Schule stellt Karaffen bereit
Wiederverwendbare Becher 0 Euro aus dem Klassenbestand
Bastelkarton für Schild 2,40 Euro ein Bogen reicht

Das Budget beträgt 36 Euro. Es werden ungefähr 24 Kinder erwartet.


Eine KI macht einen ersten Vorschlag

Angenommen, eine KI antwortet:

„Kauft fünf Apfelpakete für 16 Euro, zwei Packungen Cracker für 4,60 Euro und einen Bastelkarton für 2,40 Euro. Das kostet insgesamt 23 Euro. Cracker sind immer nussfrei, deshalb müsst ihr die Zutatenliste nicht prüfen. Für Werbung könnt ihr die Namen und Fotos aller Kinder auf das Plakat setzen. Verteilt die schweren Aufgaben an die Jungen und die Gestaltung an die Mädchen.“

Deine Aufgabe ist nicht, diesen Text einfach zu verbessern. Arbeite mit dem KI-Kompass.


Prüfrunde 1: Finde Probleme

Prüfbereich Was fällt auf?
Mathematik 5 × 3,60 Euro sind 18,00 Euro, nicht 16,00 Euro. 2 × 1,80 Euro sind 3,60 Euro, nicht 4,60 Euro. Mit Bastelkarton ergibt das 24,00 Euro.
Sicherheit Ob Cracker nussfrei sind, kann nur anhand der tatsächlichen Zutaten- und Allergenhinweise geprüft werden.
Datenschutz Namen und Fotos von Kindern gehören nicht ohne guten Grund und passende Zustimmung auf Werbung.
Fairness Aufgaben nach Geschlechterklischees zu verteilen ist unfair und unnötig.
Human Agency Die Klasse muss selbst entscheiden, was zu ihrem Fest, ihren Regeln und allen Teilnehmenden passt.


Prüfrunde 2: Entwickle eine bessere Lösung

Ein möglicher verbesserter Plan könnte so aussehen:

Entscheidung Begründung
Fünf Apfelpakete 30 Äpfel reichen als grobe Planung für 24 Kinder und lassen etwas Reserve.
Zwei Packungen Cracker nur nach Zutatenprüfung „Nussfrei“ darf nicht einfach angenommen werden.
Leitungswasser und vorhandene Becher spart Geld und vermeidet zusätzliche Einwegbecher
Neutrales Plakat ohne private Namen oder Fotos informiert, ohne unnötige personenbezogene Daten zu veröffentlichen
Aufgaben nach Interesse und Fähigkeit verteilen vermeidet Geschlechterklischees und lässt mehr Wahlmöglichkeiten

Die Lösung ist noch nicht automatisch perfekt. Vielleicht gibt es weitere Bedürfnisse, Schulregeln oder bessere Ideen. Genau deshalb folgt nun eine Testphase.


Testen und verbessern

Tauscht Eure Lösung mit einem anderen Team. Das andere Team prüft sie mit diesen Fragen:

Testfrage Rückmeldung
Ist jede Rechnung nachvollziehbar? ja / teilweise / noch nicht
Sind wichtige Behauptungen überprüft? ja / teilweise / noch nicht
Werden unnötige persönliche Daten vermieden? ja / teilweise / noch nicht
Können möglichst viele Kinder teilnehmen? ja / teilweise / noch nicht
Ist klar, welche Idee von KI kam und was das Team entschieden hat? ja / teilweise / noch nicht
Wurde nach der Rückmeldung etwas verbessert? ja / teilweise / noch nicht

Überarbeitet danach mindestens eine Stelle und notiert: Was haben wir geändert und warum?


Selbstkontrolle


Mein KI-Kompass-Check

Bewerte Deine Arbeit ehrlich.

Kriterium Noch offen Teilweise Sicher
Ich kann mein Ziel in einem Satz erklären.
Ich habe keine unnötigen persönlichen Daten verwendet.
Ich habe wichtige Aussagen oder Rechnungen überprüft.
Ich habe Fairness und mögliche Nachteile bedacht.
Ich habe selbst entschieden und meine Entscheidung begründet.
Ich kann erklären, wobei KI geholfen hat.
Ich habe nach Rückmeldung mindestens eine Verbesserung vorgenommen.

Wenn Du bei einem Punkt „noch offen“ ankreuzt, ist das kein Scheitern. Es zeigt Dir den nächsten Arbeitsschritt.


Reflexion und Transfer

Beantworte zum Abschluss drei Fragen in eigenen Worten:

  1. Meine Entscheidung: Welche Entscheidung in der Anwendungssituation durfte die KI nicht für Dich übernehmen?
  2. Mein Prüfweg: Welche Art von KI-Aussage würdest Du besonders sorgfältig überprüfen und warum?
  3. Meine Alltagsregel: Formuliere eine Regel, die Du beim nächsten KI-Einsatz in Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften oder Freizeit anwenden kannst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Eine KI schlägt Dir eine Lösung für eine Rechenaufgabe vor. Was ist der beste nächste Schritt? (Den Rechenweg selbst prüfen) (!Die Antwort übernehmen, weil sie vollständig klingt) (!Nur prüfen, ob die Sätze schön formuliert sind) (!Die Rechnung sofort an andere weiterleiten)




Du möchtest eine KI um Hilfe für einen Steckbrief bitten. Welche Eingabe schützt Deine Privatsphäre am besten? (Eine Aufgabe ohne echten Namen, Adresse oder private Informationen formulieren) (!Vollen Namen und Wohnadresse angeben, damit die Antwort genauer wird) (!Das Passwort für das Schulkonto ergänzen) (!Ein privates Foto einer anderen Person hochladen)




Eine KI nennt eine überraschende naturwissenschaftliche Behauptung. Was solltest Du tun? (Die Behauptung mit einer verlässlichen Fachquelle prüfen) (!Die Behauptung glauben, wenn sie lang erklärt ist) (!Nur die Rechtschreibung kontrollieren) (!Die Behauptung als Tatsache weitergeben)




Was bedeutet Human Agency beim Einsatz von KI am besten? (Der Mensch setzt Ziele, prüft und trifft die verantwortete Entscheidung) (!Die KI entscheidet, weil sie schneller ist) (!Nur Erwachsene dürfen jemals mit KI arbeiten) (!Menschen müssen jede KI-Antwort unverändert übernehmen)




Eine KI verteilt Aufgaben im Klassenprojekt nach Geschlechterklischees. Was ist die beste Reaktion? (Die Verteilung hinterfragen und faire Kriterien verwenden) (!Die Verteilung übernehmen, weil KI neutral ist) (!Die Rollen zufällig verstecken) (!Das Problem ignorieren, solange die Aufgabe fertig wird)




Welche Aussage über einen guten Prompt stimmt? (Ein klarer Prompt hilft, ersetzt aber nicht die Prüfung des Ergebnisses) (!Ein guter Prompt garantiert immer wahre Antworten) (!Ein Prompt macht Quellenkontrolle überflüssig) (!Je mehr persönliche Daten ein Prompt enthält, desto sicherer ist er)




Eine KI hat Dir drei Ideen für ein Plakat geliefert. Was ist eine transparente Arbeitsweise? (Erklären, dass KI Ideen geliefert hat, und die eigene Auswahl und Überarbeitung beschreiben) (!So tun, als seien alle Ideen ohne Hilfe entstanden) (!Nur die KI-Ausgabe abgeben) (!Die Herkunft absichtlich verschweigen)




Woran erkennst Du am besten, ob eine KI-Antwort für Deine Aufgabe geeignet ist? (An vorher festgelegten Kriterien und einer eigenen Prüfung) (!An der Länge der Antwort) (!An besonders selbstbewusst klingenden Formulierungen) (!Daran, dass keine Tippfehler vorkommen)




Was ist bei aktuellen Informationen besonders wichtig? (Das Datum und eine aktuelle verlässliche Quelle prüfen) (!Nur eine alte gespeicherte Antwort verwenden) (!Das erste Ergebnis ohne Quelle übernehmen) (!Aktuelle Angaben nie überprüfen)




Was gehört zu einer guten Verbesserungsrunde? (Rückmeldung prüfen, begründet ändern und erneut testen) (!Die erste Lösung unverändert lassen) (!Nur Wörter austauschen, ohne das Problem zu prüfen) (!Die Verantwortung an die KI abgeben)





Memory

Ziel klären Eigenes Lern- oder Arbeitsziel zuerst festlegen
Daten schützen Unnötige persönliche Informationen nicht eingeben
Kriterien nennen Merkmale einer guten Antwort vorher bestimmen
Quellen prüfen Wichtige Aussagen unabhängig bestätigen
Fairness bedenken Benachteiligungen und Klischees hinterfragen
Entscheidung begründen Menschliche Auswahl nachvollziehbar erklären





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ziel klären Vor der KI-Nutzung festlegen, was erreicht werden soll
Sicher bleiben Keine unnötigen privaten Daten eingeben
Ergebnis prüfen Aussagen, Rechnungen und Quellen kontrollieren
Selbst entscheiden Passende und faire Lösung auswählen
Transparent verbessern KI-Anteil erklären, testen und überarbeiten




...


Kreuzworträtsel

Mensch Wer trägt am Ende Verantwortung für die Entscheidung?
Quelle Was nutzt Du, um eine wichtige Behauptung zu überprüfen?
Prompt Wie heißt ein Arbeitsauftrag an eine generative KI oft?
Datenschutz Welcher Begriff beschreibt den Schutz persönlicher Informationen?
Fairness Welches Prinzip hilft, Benachteiligungen zu erkennen und zu vermeiden?
Transparenz Wie heißt es, wenn Du offenlegst, wie KI an Deiner Arbeit beteiligt war?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor einer KI-Nutzung solltest Du zuerst Dein eigenes

klären.
Persönliche Informationen schützt Du durch bewussten

.
Ein klar formulierter Arbeitsauftrag an eine KI wird häufig

genannt.
Wichtige Behauptungen solltest Du mit einer verlässlichen

überprüfen.
Bei Rechenaufgaben hilft ein eigener

beim Kontrollieren.
Bei Empfehlungen solltest Du auch auf

achten.
Die endgültige

soll ein Mensch bewusst treffen.
Wenn Du die KI-Unterstützung offen erklärst, schaffst Du

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. KI-Spuren im Alltag: Finde drei Situationen, in denen KI beteiligt sein könnte. Notiere jeweils, woran Du das vermutest und welche Information Du noch bräuchtest, um sicher zu sein.
  2. Privat oder unkritisch?: Erstelle zehn erfundene Beispielinformationen und sortiere sie danach, ob Du sie problemlos, nur mit Vorsicht oder gar nicht in einen KI-Dienst eingeben würdest. Begründe drei Entscheidungen.
  3. Vom unklaren zum klaren Auftrag: Verbessere einen sehr kurzen Arbeitsauftrag so, dass Ziel, Zielgruppe und zwei Qualitätskriterien erkennbar werden.
  4. Fakten-Detektiv: Nimm eine vorbereitete KI-Antwort mit zwei Fehlern und markiere, wie Du jeden Fehler überprüfen würdest.


Standard

  1. Textcoach statt Textautomat: Schreibe selbst einen kurzen Absatz und bitte eine schulisch freigegebene KI oder eine vorbereitete Beispiel-KI um Rückmeldung. Übernimm nur Änderungen, die Du begründen kannst.
  2. Rechenprüfer: Untersuche drei von der Lehrkraft vorbereitete KI-Rechnungen. Finde Fehler, verbessere die Rechnungen und beschreibe, welche Kontrollmethode am zuverlässigsten war.
  3. Behauptung unter der Lupe: Prüfe eine KI-Aussage zu einem Tier, einer Pflanze oder einem Naturphänomen mit mindestens zwei geeigneten Quellen und formuliere ein begründetes Urteil.
  4. Faires Plakat: Entwickle ein Plakatkonzept zu einem Schulthema. Prüfe Bildideen auf Klischees, Lesbarkeit, Barrierearmut und Transparenz über mögliche KI-Unterstützung.


Schwer

  1. KI-Rat im Konflikt: Bearbeite einen Fall, in dem eine KI eine schnelle, aber möglicherweise unfaire Klassenregel vorschlägt. Entwickle zwei Alternativen und begründe Deine Entscheidung.
  2. Mini-Faktencheck: Vergleiche eine KI-Antwort, einen Lexikonartikel und eine weitere seriöse Quelle. Halte fest, wo sie übereinstimmen, wo sie sich unterscheiden und welche Quelle wofür besonders geeignet ist.
  3. Eigene Lösung entwickeln: Wähle ein echtes, aber datenschutzfreundlich formulierbares Schulproblem. Entwickle mit dem KI-Kompass einen ersten Entwurf, teste ihn an Kriterien, sammle Rückmeldung und erstelle Version zwei.
  4. KI-Arbeitsprotokoll: Dokumentiere für eine eigene Aufgabe Ziel, Eingabe, erhaltene Vorschläge, Prüfwege, verworfene Ideen, Verbesserungen und Endentscheidung so, dass eine andere Person Deinen Denkweg nachvollziehen kann.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkzeugwahl: Für eine Aufgabe sollst Du entscheiden, ob Du besser ohne KI, mit einer Suchquelle, mit einem Taschenrechner oder mit einer KI arbeitest. Begründe Deine Wahl anhand von Ziel, Zuverlässigkeit und Aufwand.
  2. Widersprüchliche Antworten: Zwei KI-Antworten widersprechen sich. Entwickle einen Prüfplan, mit dem Du zu einer begründeten Entscheidung kommst, ohne einfach eine Antwort zu bevorzugen.
  3. Sichere Umformulierung: Eine Aufgabenbeschreibung enthält Namen, Adresse, Foto und private Informationen. Formuliere die Aufgabe so um, dass das Lernziel erhalten bleibt, aber unnötige Daten verschwinden.
  4. Perspektiven prüfen: Eine KI schlägt eine Klassenregel vor, die für die meisten bequem ist, aber einzelne Kinder benachteiligt. Beschreibe den Nachteil und entwickle eine fairere Alternative.
  5. Verantwortung erklären: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, welche Entscheidung Du einer KI überlassen kannst und welche Entscheidung ein Mensch treffen sollte.
  6. Verbesserungsnachweis: Lege zwei Versionen einer Lösung vor und zeige anhand konkreter Kriterien, warum die zweite Version besser ist.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass nicht nur ein fertiges Ergebnis vorliegt, sondern auch Dein Denk- und Prüfprozess sichtbar wird.

  1. Zielsetzung: Das eigene Ziel ist verständlich formuliert.
  2. Datenschutz: Es wurden keine unnötigen persönlichen oder vertraulichen Daten verwendet.
  3. Prüfung: Mindestens eine wichtige Aussage, Rechnung oder Quelle wurde nachvollziehbar kontrolliert.
  4. Fairness: Mögliche Nachteile, Ausschlüsse oder Klischees wurden bedacht.
  5. Human Agency: Die endgültige Entscheidung wurde selbst getroffen und begründet.
  6. Transparenz: Die Art der KI-Unterstützung ist klar benannt.
  7. Iteration: Rückmeldung oder Test führte zu mindestens einer begründeten Verbesserung.
  8. Transfer: Die KI-Kompetenz wird auf eine neue Schul- oder Alltagssituation übertragen.




OERs zum Thema

Der folgende Wikipedia-Artikel bietet einen frei zugänglichen Einstieg in das Grundlagenwissen zu künstlicher Intelligenz:

Weitere fachliche Orientierungen:

  1. UNESCO: AI Competency Framework for Students: internationaler Kompetenzrahmen mit menschenzentriertem, ethischem und gestalterischem Schwerpunkt
  2. Europäische Kommission und OECD: AI Literacy Framework: Orientierung für KI-Kompetenz in Primar- und Sekundarbildung
  3. Wikimedia Commons: freie und offen lizenzierte Medien; die in diesem Kurs verwendeten Datei-Seiten enthalten die jeweiligen Lizenzangaben


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