Zum Inhalt springen

KI-Kompetenz – Mein erster PISA-Check

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

KI-Kompetenz – Mein erster PISA-Check




KI-Kompetenz – Mein erster PISA-Check


Einleitung

Künstliche Intelligenz kann Texte, Bilder, Musik und andere Inhalte erzeugen. Suchmaschinen, soziale Netzwerke und digitale Lernangebote sortieren außerdem Informationen für Dich. Das ist praktisch – aber nicht jede Antwort, jedes Bild oder jeder Post ist richtig, vollständig oder fair. In diesem aiMOOC trainierst Du deshalb nicht nur, was KI ist, sondern vor allem, wie Du mit digitalen Informationen klug handelst.

Der Kurs richtet sich besonders an Lernende der Klasse 5. Du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Du arbeitest wie eine digitale Detektivin oder ein digitaler Detektiv: Du prüfst Quellen, vergleichst Informationen, liest einfache Daten, erkennst Unsicherheit, schützt persönliche Daten und triffst am Ende eine eigene begründete Entscheidung.

Wichtig: Dieser Lernkurs ist kein offizieller PISA-Test. Er ist eine altersgerechte Standortbestimmung im Stil realitätsnaher Kompetenzaufgaben. Die OECD plant für PISA 2029 den Bereich Media and Artificial Intelligence Literacy, kurz MAIL. Dort geht es darum, digitale Inhalte, Medienplattformen und KI-Systeme wirksam, kritisch, ethisch und verantwortungsvoll zu nutzen. PISA selbst richtet sich normalerweise an 15-Jährige. Dieser Kurs überträgt die Grundidee bewusst auf Klasse 5.

Dein Ziel: Am Ende kannst Du bei einer digitalen Information sagen: Was weiß ich? Woher weiß ich es? Was ist noch unsicher? Was sollte ich tun?

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere zwei Dinge, die eine KI gut kann, und eine Sache, bei der ein Mensch weiterhin prüfen oder entscheiden muss.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. KI in einfachen Worten erklären, ohne sie mit menschlichem Denken gleichzusetzen.
  2. zwischen Suchmaschine, Webseite, Social-Media-Post und generierter KI-Antwort unterscheiden.
  3. mit einem einfachen Quellencheck Autor, Datum, Zweck und Belege prüfen.
  4. Informationen aus mehreren Quellen vergleichen, statt die erstbeste Antwort zu übernehmen.
  5. einfache Tabellen und Diagramme lesen und Daten für eine Entscheidung nutzen.
  6. mögliche Fehler, erfundene Belege und einseitige Darstellungen in KI-Ausgaben erkennen.
  7. persönliche Daten schützen und sichere Alternativen wählen.
  8. Fairness und Folgen für verschiedene Menschen in eine Entscheidung einbeziehen.
  9. KI-Unterstützung transparent benennen und die eigene Entscheidung selbst begründen.


Zeitplan für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Richtzeit Was Du tust
Aktivierung und Diagnose 5–10 Minuten Du schätzt Dein eigenes Verhalten bei digitalen Informationen ein.
Verständliche Einführung 10–15 Minuten Du lernst KI, Suchmaschinen, Quellen und die Regel K.L.A.R. kennen.
Mini-Checks 10–15 Minuten Du prüfst Suchergebnisse, KI-Antworten, Bilder und einfache Daten.
PISA-MAIL-Szenario 20–30 Minuten Du löst eine realistische Schulhof-Mission und triffst eine begründete Entscheidung.
Selbstkontrolle und Reflexion 10 Minuten Du vergleichst Dein Vorgehen mit Prüfkriterien und planst Deinen nächsten Lernschritt.
Vertiefung zusätzlich 15–20 Minuten Du bearbeitest anspruchsvollere Transfer- oder Gestaltungsaufgaben.


Aktivierung und Diagnose


Dein Start-Check: Was würdest Du tun?

Lies jede Situation. Entscheide spontan zwischen A = sofort übernehmen oder teilen, B = erst prüfen und C = ich bin unsicher. Es geht noch nicht um Punkte. Der Check zeigt Dir, welche Strategien Du schon nutzt.

Situation Deine Entscheidung Worauf es ankommt
Eine KI nennt Dir eine genaue Zahl, aber keine Quelle. A / B / C Eine genaue Zahl klingt stark, muss aber trotzdem belegt werden.
Ein Suchergebnis steht ganz oben. A / B / C Oben bedeutet nicht automatisch am zuverlässigsten.
Ein Post hat sehr viele Likes. A / B / C Beliebtheit ist kein Beweis für Wahrheit.
Eine Seite nennt Autor, Datum und überprüfbare Belege. A / B / C Das sind gute Prüfsignale, aber auch dann lohnt sich ein Gegencheck.
Eine KI bittet Dich, Dein Foto und Deinen vollständigen Namen einzugeben. A / B / C Persönliche Daten solltest Du nicht einfach weitergeben.
Zwei seriöse Quellen kommen zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen. A / B / C Unterschiede können durch Methode, Zeitpunkt oder Fragestellung entstehen.

Mini-Reflexion: Kreise eine Situation ein, bei der Du unsicher warst. Genau dort liegt heute Dein wichtigster Lernschritt.


Grundlagen: KI verstehen, ohne Technikstress


Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist ein Sammelbegriff für Computersysteme, die Aufgaben bearbeiten, für die Menschen oft Wahrnehmung, Sprache, Mustererkennung oder Entscheidungen nutzen. Viele heutige KI-Systeme werden mit großen Datenmengen trainiert. Dabei lernen sie statistische Muster. Ein System zur Bilderkennung kann zum Beispiel Muster unterscheiden, die in Trainingsbildern häufig gemeinsam vorkommen. Eine generative KI kann auf Grundlage gelernter Muster neue Texte, Bilder oder andere Inhalte erzeugen.

Das bedeutet nicht, dass KI so denkt, fühlt oder versteht wie ein Mensch. Eine flüssige Antwort kann überzeugend klingen und trotzdem falsch sein. Deshalb gilt: Eine KI-Ausgabe ist ein Vorschlag oder Arbeitsmaterial – kein Wahrheitsstempel.

Video-Impuls: Welche Beispiele für KI im Alltag werden gezeigt? Welche Chancen und welche Risiken erkennst Du?


Suchmaschine und KI-Antwort sind nicht dasselbe

Eine Suchmaschine zeigt Dir meist Links oder Ausschnitte aus Webseiten und ordnet sie nach verschiedenen Signalen. Du kannst die ursprüngliche Seite öffnen und prüfen. Eine generative KI erzeugt dagegen eine neue Antwort aus gelernten Mustern und Deinem Auftrag. Sie kann Quellen nennen, aber solche Angaben können unvollständig, missverständlich oder sogar erfunden sein.

Werkzeug Hilfreich für Typisches Risiko Kluger nächster Schritt
Suchmaschine Webseiten und Quellen finden Das erste Ergebnis wirkt automatisch wichtig Mehrere Ergebnisse öffnen und Herkunft prüfen
Webseite Informationen aus einer bestimmten Quelle lesen Die Quelle kann veraltet, einseitig oder werbend sein Autor, Datum, Zweck und Belege prüfen
KI-Chat Ideen, Erklärungen, Fragen und Entwürfe Plausibel klingende Fehler oder erfundene Quellen Fakten gegenprüfen und eigene Entscheidung treffen
Social Media Erfahrungen, Trends und aktuelle Beiträge entdecken Zuspitzung, Werbung, fehlender Kontext oder Manipulation Ursprung suchen und vor dem Teilen prüfen


Die K.L.A.R.-Regel

Wenn Du online etwas Wichtiges entscheiden sollst, arbeite K.L.A.R.:

  1. K – Kläre die Frage: Was genau willst Du wissen oder entscheiden?
  2. L – Lies Quelle und Belege: Wer sagt das, wann, mit welchem Ziel und worauf stützt sich die Aussage?
  3. A – Andere Quelle gegenchecken: Finde mindestens eine unabhängige zweite Quelle.
  4. R – Entscheide selbst und begründe: Nenne Belege, Unsicherheiten und mögliche Folgen.


Der 5-Finger-Quellencheck

Stelle Dir bei einer Webseite, einem Post oder einer KI-Antwort fünf Fragen:

Prüffrage Beispiel
Wer? Ist eine Person, Redaktion, Schule, Behörde oder Organisation genannt?
Wann? Gibt es ein Datum und ist es für meine Frage noch aktuell genug?
Wozu? Soll der Inhalt informieren, verkaufen, überzeugen, unterhalten oder provozieren?
Womit belegt? Gibt es Daten, Quellen, nachvollziehbare Beispiele oder eine beschriebene Methode?
Gegencheck? Bestätigt eine zweite unabhängige Quelle den Kern der Aussage?

Eine Quelle muss nicht in allen Punkten perfekt sein. Der Check hilft Dir, Vertrauen zu begründen, statt nur nach Gefühl zu entscheiden.


Medien lesen: Posts, Bilder und KI-Ausgaben


Vor dem Teilen: Stoppen, prüfen, dann handeln

In sozialen Netzwerken verbreiten sich Inhalte besonders leicht, weil Teilen nur einen Klick braucht. Ein emotionaler Post kann trotzdem falsch, verkürzt oder aus dem Zusammenhang gerissen sein. Frage deshalb vor dem Weiterleiten: Kenne ich den Ursprung? Habe ich den Inhalt verstanden? Kann ich die wichtigste Aussage prüfen? Könnte das Teilen jemandem schaden?

Beobachtungsauftrag: Achte darauf, welche Prüfschritte im Video vorkommen. Vergleiche sie mit der K.L.A.R.-Regel.


Bilder: echt, bearbeitet oder KI-generiert?

Ein Bild kann dokumentieren, gestalten, werben oder täuschen. Es kann zugeschnitten, farblich verändert, zusammengesetzt oder ganz durch KI erzeugt sein. Deshalb solltest Du ein Bild nie nur nach seinem Aussehen beurteilen. Wichtig sind Quelle, Kontext, Datum und gegebenenfalls eine Kennzeichnung.

Transparenzregel: Wenn Du selbst KI für ein Bild oder einen Text nutzt, sage passend zur Aufgabe, wofür Du KI eingesetzt hast. Transparenz hilft anderen, Dein Produkt richtig einzuordnen.


Sicherheit und persönliche Daten

Persönliche Informationen gehören nicht gedankenlos in ein KI-System, eine öffentliche Webseite oder einen Post. Dazu können vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Passwörter, private Fotos, Standort, Gesundheitsinformationen oder vertrauliche Schulunterlagen gehören.

Eine sichere Lernstrategie lautet: So wenig persönliche Daten wie möglich, so viele Sachinformationen wie nötig. Wenn Du für eine Aufgabe ein Beispiel brauchst, kannst Du erfundene Namen, neutrale Skizzen oder anonymisierte Daten verwenden.


Fairness: Wer profitiert, wer wird benachteiligt?

KI-Systeme lernen aus Daten und Regeln, die von Menschen ausgewählt oder erzeugt wurden. Wenn Daten einseitig sind oder wichtige Gruppen fehlen, können Ergebnisse unfair sein. Fairness bedeutet deshalb nicht nur, dass alle exakt dasselbe bekommen. Manchmal musst Du prüfen, ob unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Beispiel: Eine KI schlägt für den Schulausflug nur Orte vor, die mit dem Fahrrad erreichbar sind. Das klingt praktisch, berücksichtigt aber möglicherweise nicht Lernende, die nicht Fahrrad fahren können. Ein Mensch muss solche Folgen erkennen und die Entscheidung anpassen.


Fächerübergreifende KI-Kompetenz

KI-Kompetenz gehört nicht nur in den Informatikunterricht. Gute Entscheidungen verbinden mehrere Fächer.

Fach Was Du hier trainierst Beispiel im Kurs
Informatik Daten, Muster, Eingabe und Ausgabe, Grenzen von Systemen Du erkennst, dass KI-Ausgaben erzeugt und geprüft werden müssen.
Deutsch Behauptung, Beleg, Zusammenfassung, adressatengerechtes Schreiben Du formulierst eine begründete Empfehlung statt nur eine Meinung.
Mathematik Tabellen, Vergleiche, einfache Diagramme und Größen Du nutzt Messwerte, ohne mehr zu behaupten, als die Daten zeigen.
Naturwissenschaften Beobachtung, Messung, Versuch, Unsicherheit Du fragst, wie ein Messwert entstanden ist und ob er wiederholbar ist.
Kunst Bildwirkung, Gestaltung, Montage und Kennzeichnung Du unterscheidest zwischen Darstellung und Beleg.
Ethik Verantwortung, Fairness, Folgen und menschliche Entscheidung Du prüfst, ob eine Lösung für verschiedene Personen gerecht ist.
Medienbildung Quellenkritik, Datenschutz, Teilen und Transparenz Du entscheidest, ob ein Post glaubwürdig genug zum Weitergeben ist.


Mini-PISA-Checks vor der großen Mission


Check 1: Drei Suchergebnisse

Situation: Du sollst herausfinden, ob heimische Wildblumen vielen Insekten Nahrung bieten können. Eine Suchmaschine zeigt drei Treffer. Die Beispiele sind für diesen Kurs erfunden.

Treffer Suchausschnitt Erste Einschätzung
A Stadtgarten-Amt: „Wildblumenflächen – Artenliste, Pflegeplan, Stand: Mai 2026“ Autorität und Aktualität wirken prüfbar.
B Blog „Blumen-Wunder“: „Mit dieser einen Mischung rettest Du garantiert alle Bienen!“ Sehr starke Versprechung; Belege und Zweck prüfen.
C Shop „MegaSeed“: „Kaufe jetzt unsere Spezialmischung – wissenschaftlich perfekt“ Verkaufsinteresse; „wissenschaftlich“ allein ist noch kein Beleg.

Dein Auftrag: Welchen Treffer würdest Du zuerst öffnen? Begründe mit zwei Merkmalen. Welchen zweiten Treffer würdest Du zusätzlich prüfen? Was müsstest Du auf der geöffneten Seite noch herausfinden?


Check 2: Die überzeugende KI-Antwort

Frage an eine KI: „Wie viel kühler wird ein bepflanzter Schulhof im Sommer?“

Simulierte KI-Antwort: „Ein bepflanzter Schulhof ist immer genau 12 Grad kühler als Asphalt. Das beweist die Northbridge-Kinderklima-Studie von 2024 mit 8.000 Schulen.“

Dein Auftrag: Nenne mindestens drei Gründe, warum Du diese Antwort nicht sofort übernehmen solltest. Formuliere anschließend zwei konkrete Suchfragen für einen Gegencheck.

Hinweis: In dieser Simulation ist die genannte Studie absichtlich nicht belegt. Du sollst erkennen, dass genaue Zahlen und wissenschaftlich klingende Namen überprüft werden müssen.


Check 3: Daten statt Bauchgefühl

Eine Klasse misst an drei Zeitpunkten die Oberflächentemperatur an zwei Stellen ihres fiktiven Schulhofs. Die Werte sind erfundene Übungsdaten.

Messzeit Asphalt in der Sonne Grünfläche im Schatten
11:00 Uhr 31 °C 24 °C
12:30 Uhr 36 °C 25 °C
14:00 Uhr 39 °C 27 °C

Dein Auftrag: Beschreibe zwei Dinge, die Du sicher aus der Tabelle ablesen kannst. Nenne anschließend eine Aussage, die Du nicht allein aus diesen drei Messungen ableiten darfst.

Eine gute Antwort trennt Beobachtung und Schlussfolgerung. „An diesen drei Messzeiten war der Asphalt wärmer“ ist durch die Tabelle gestützt. „Jede Grünfläche ist überall und immer 12 Grad kühler“ wäre zu stark.


Anwendungssituation: Die Schulhof-Mission


Ausgangslage

Die fiktive Schule am Park möchte einen Teil des Pausenhofs umgestalten. Die Klasse 5b darf eine Empfehlung an die Schulleitung schreiben. Zur Auswahl stehen:

Vorschlag Kurzbeschreibung
Grüninsel Zwei kleine Bäume, niedrige Pflanzen, eine befestigte rollstuhlgerechte Verbindung und eine Sitzkante
Spielefläche Zusätzliche robuste Spielfläche mit dunklem Bodenbelag und zwei Sitzbänken

Alle Namen, Webseiten, Posts und Messwerte in dieser Mission sind erfunden. Sie dienen ausschließlich dem Kompetenztraining.

Deine Aufgabe ist nicht, möglichst schnell eine Seite zu wählen. Du sollst Informationen prüfen, Daten abwägen, Fairness beachten und eine Empfehlung begründen.


Material A: Webseite der Schule

schul-am-park.example / projekt-pausenhof

„Im Mai hat die Umwelt-AG an drei sonnigen Tagen Oberflächentemperaturen gemessen. Gemessen wurde jeweils zwischen 12:00 und 13:00 Uhr mit demselben Infrarot-Thermometer. Auf der dunklen Fläche lagen die Werte zwischen 34 und 41 °C, auf der beschatteten Grünfläche zwischen 24 und 29 °C. Die Messung zeigt nur diese Orte und Tage. Sie beweist nicht, wie groß der Unterschied an jedem Sommertag wäre.“

Prüfsignale: Methode genannt, Zeitraum genannt, Grenzen der Messung genannt. Dennoch solltest Du überlegen, ob weitere Messungen oder unabhängige Quellen sinnvoll wären.


Material B: Social-Media-Post

@coolschoolfan: „Dunkler Boden ist IMMER besser, weil man darauf schneller rennen kann. Außerdem hat mein Cousin gesagt, Pflanzen ziehen gefährliche Insekten an. Teilt das, bevor die Schule unser Geld verschwendet! #Fakten“

Der Post hat 1.900 Likes.

Dein Prüfauftrag: Welche Teile sind Meinung? Welche Behauptungen brauchen Belege? Macht die Zahl der Likes die Aussagen zuverlässiger?


Material C: KI-Ausgabe

Simulierter Prompt: „Sag mir, welche Lösung für unseren Schulhof objektiv die beste ist.“

Simulierte KI-Antwort: „Die Grüninsel ist eindeutig objektiv besser. Sie senkt die Temperatur exakt um 12 °C, verbessert die Noten um 18 Prozent und wird von 94 Prozent aller Kinder bevorzugt. Quelle: Europäisches Institut für Pausenhofforschung, 2025.“

In der bereitgestellten Materialsammlung gibt es keine Nachweise für diese Zahlen oder diese Quelle.

Dein Prüfauftrag: Markiere Wörter und Zahlen, die besonders sicher klingen. Welche Angaben würdest Du zuerst überprüfen? Warum ist „objektiv“ hier problematisch?


Material D: Stimmen aus der Klasse

Person Aussage
Mira „Ich wünsche mir Schatten, weil mir die Sonne in den Pausen schnell zu viel wird.“
Tarek „Ich möchte mehr Platz zum Ballspielen.“
Jo „Mit meinem Rollstuhl komme ich über lose Kieswege schlecht. Eine feste Verbindung wäre wichtig.“
Lin „Ich würde gern Pflanzen beobachten und im Naturwissenschaftsunterricht messen.“

Dein Prüfauftrag: Welche Bedürfnisse stehen nebeneinander? Gibt es eine Lösung, die mehrere Interessen verbindet? Welche Information fehlt Dir noch?


Material E: Datenschutz-Falle

Ein kostenloses Bild-KI-Tool bietet an: „Lade Klassenfotos hoch. Wir zeigen Dir, wie alle Kinder auf dem neuen Schulhof aussehen werden. Bitte gib Namen, Alter und Schule an.“

Dein Prüfauftrag: Entscheide, ob Du dieses Angebot nutzt. Begründe. Entwickle eine datensparsame Alternative, mit der die Klasse trotzdem eine Visualisierung erstellen kann.


Auftrag Leicht

  1. Quelle wählen: Ordne Material A, B und C danach, womit Du bei der Recherche beginnen würdest. Begründe Deine erste Wahl mit Autor, Belegen oder Transparenz.
  2. Daten lesen: Nenne zwei Aussagen aus Material A, die wirklich durch die dort beschriebenen Messungen gedeckt sind.
  3. Sicher handeln: Nenne zwei Angaben, die Du nicht in das Bild-KI-Tool eingeben würdest, und schlage eine sichere Alternative vor.


Auftrag Standard

  1. Gegencheck planen: Formuliere drei Suchfragen, mit denen Du die wichtigsten Behauptungen aus Material B und C überprüfen könntest.
  2. Begründete Empfehlung: Schreibe vier bis sechs Sätze. Nenne mindestens einen Datenbeleg, ein Bedürfnis aus der Klasse und eine Unsicherheit.
  3. Transparenz: Beschreibe, wie Du kennzeichnen würdest, wenn ein Entwurfsbild mit KI erzeugt wurde.


Auftrag Schwer

  1. Abwägen: Entwickle eine kombinierte Lösung, die Bewegung, Schatten, Barrierearmut und Naturbeobachtung möglichst gut verbindet. Erkläre, welche Interessen trotzdem nicht vollständig erfüllt werden.
  2. Messplan: Plane eine bessere Temperaturmessung für zwei Wochen. Lege fest, wann, wo und wie oft gemessen werden soll und was gleich bleiben muss.
  3. KI sinnvoll einsetzen: Formuliere einen Prompt, der die KI ausdrücklich auffordert, Unsicherheiten zu nennen, keine Quellen zu erfinden und zwischen Daten aus der Aufgabe und allgemeinen Ideen zu unterscheiden.


Muster für eine starke Entscheidung

Eine starke Empfehlung enthält nicht nur „Ich bin dafür“. Nutze diese Reihenfolge:

Baustein Leitfrage
Entscheidung Was empfehle ich?
Beleg Welche Information oder welches Datum stützt mich?
Gegenargument Welcher berechtigte Einwand spricht dagegen?
Fairness Für wen hat die Entscheidung welche Folgen?
Unsicherheit Was weiß ich noch nicht?
Nächster Schritt Was sollte vor der endgültigen Entscheidung noch geprüft werden?

Merksatz: Gute KI-Kompetenz zeigt sich nicht darin, dass Du schnell eine Antwort bekommst. Sie zeigt sich darin, dass Du prüfst, abwägst und selbst verantwortlich entscheidest.


Selbstkontrolle: Mein erster PISA-Check

Bewerte Dich nach der großen Mission. Setze gedanklich ein Häkchen bei „kann ich schon“, „teilweise“ oder „mein nächster Schritt“.

Ich kann … kann ich schon teilweise mein nächster Schritt
eine digitale Behauptung von einem Beleg unterscheiden.
bei einer Quelle Autor, Datum, Zweck und Belege prüfen.
eine KI-Antwort als prüfbaren Entwurf statt als Wahrheit behandeln.
eine Tabelle lesen, ohne zu viel aus wenigen Daten abzuleiten.
persönliche Daten schützen.
verschiedene Bedürfnisse fair abwägen.
meine Entscheidung mit Belegen und Unsicherheiten begründen.

Reflexionssatz: „Beim nächsten Mal, wenn mir eine KI oder ein Post etwas sehr sicher behauptet, werde ich zuerst …“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Eine KI nennt eine genaue Zahl ohne überprüfbare Quelle. Was ist der beste nächste Schritt? (Die Zahl mit einer unabhängigen Quelle prüfen) (!Die Zahl sofort übernehmen) (!Nur fragen, ob die KI sich sicher ist) (!Die Zahl teilen, wenn sie plausibel klingt)




Welches Merkmal stärkt die Glaubwürdigkeit einer Webseite am ehesten? (Autor, Datum und nachvollziehbare Belege sind angegeben) (!Die Überschrift ist besonders aufregend) (!Die Seite hat viele bunte Bilder) (!Der Text ist sehr lang)




Was bedeutet es, wenn ein Suchergebnis ganz oben steht? (Es ist gut sichtbar, aber muss trotzdem geprüft werden) (!Es ist automatisch wahr) (!Es wurde immer von einer Behörde geschrieben) (!Es ist frei von Werbung)




Was ist beim Teilen eines auffälligen Social-Media-Posts besonders sinnvoll? (Ursprung und wichtigste Behauptung zuerst prüfen) (!Nur auf die Zahl der Likes schauen) (!Den Post sofort an die Klasse schicken) (!Annehmen, dass ein Video nie manipuliert ist)




Welche Angabe solltest Du nicht unnötig in ein öffentliches KI-Tool eingeben? (Deine private Adresse) (!Eine erfundene Figurenbezeichnung) (!Eine allgemeine Sachfrage) (!Eine neutrale Beschreibung eines Tieres)




Was zeigt gute Transparenz bei KI-Nutzung? (Du benennst, wobei Dir KI geholfen hat) (!Du verschweigst jede KI-Unterstützung) (!Du nennst KI als Autor für alle Deine Entscheidungen) (!Du behauptest, jede KI-Ausgabe sei eine Quelle)




Zwei seriöse Quellen nennen unterschiedliche Messwerte. Was solltest Du tun? (Prüfen, ob Zeitpunkt, Ort oder Methode verschieden waren) (!Eine Quelle sofort als Lüge bezeichnen) (!Immer den größeren Wert auswählen) (!Beide Werte ignorieren)




Warum kann eine KI-Ausgabe unfair sein? (Trainingsdaten oder Regeln können wichtige Gruppen ungleich berücksichtigen) (!Computer kennen automatisch alle Bedürfnisse) (!KI darf nur Zahlen verarbeiten) (!Fairness spielt bei digitalen Systemen keine Rolle)




Welche Aussage passt am besten zur K.L.A.R.-Regel? (Andere Quellen gegenchecken und selbst begründet entscheiden) (!Die erste Antwort abschreiben) (!Nur auf bekannte Logos achten) (!Unsicherheiten grundsätzlich verschweigen)




Was ist eine starke Schlussfolgerung aus wenigen Messdaten? (Die Aussage auf die tatsächlich gemessenen Orte und Zeiten begrenzen) (!Aus drei Messungen eine Regel für alle Orte machen) (!Nur den auffälligsten Wert nennen) (!Eine fehlende Messung durch Raten ersetzen)





Memory

Quelle Herkunft einer Information
Gegencheck Vergleich mit einer unabhängigen zweiten Information
Transparenz KI-Unterstützung offen benennen
Datenschutz persönliche Informationen schützen
Fairness Folgen für unterschiedliche Menschen berücksichtigen
Beleg überprüfbare Stütze für eine Behauptung
Unsicherheit Grenze dessen, was man sicher weiß





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Frage klären K – Was will ich genau wissen oder entscheiden?
Quelle lesen L – Wer sagt das und welche Belege gibt es?
Gegencheck durchführen A – Welche unabhängige Quelle bestätigt oder widerspricht?
Selbst entscheiden R – Welche begründete Handlung folgt daraus?
Daten schützen Sicherheit – Welche persönlichen Angaben lasse ich weg?
Fairness prüfen Verantwortung – Für wen hat meine Entscheidung welche Folgen?






Kreuzworträtsel

Quelle Woher stammt eine Information?
Beleg Wie heißt eine überprüfbare Stütze für eine Behauptung?
Fairness Welcher Begriff beschreibt gerechtes Abwägen verschiedener Bedürfnisse?
Prompt Wie heißt eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an eine generative KI?
Kontext Welcher Begriff beschreibt den Zusammenhang, in dem ein Post oder Bild steht?
Methode Wie nennt man das geplante Vorgehen bei einer Messung oder Untersuchung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine KI-Ausgabe ist kein Wahrheitsstempel, sondern muss

werden. Bei einer Webseite achtest Du unter anderem auf Autor, Datum, Zweck und

. Mit einem

vergleichst Du eine wichtige Aussage mit einer unabhängigen zweiten Quelle. Persönliche Angaben schützt Du durch bewussten

. Wenn verschiedene Menschen unterschiedlich betroffen sind, prüfst Du die

. Beim Arbeiten mit KI ist es sinnvoll, die Nutzung

zu machen. Aus wenigen Messwerten darfst Du nicht mehr schließen, als die Daten wirklich

. Am Ende sollst Du eine Entscheidung

treffen und begründen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Quellen-Detektiv: Wähle eine kindgerechte Informationsseite zu einem Unterrichtsthema und markiere Autor, Datum, Zweck und zwei Belege.
  2. Suchvergleich: Suche dieselbe Sachfrage mit zwei unterschiedlich formulierten Suchanfragen. Vergleiche die ersten fünf Treffer und notiere, was sich verändert.
  3. Bildwirkung: Gestalte zwei Plakate zur gleichen Schulaktion – eines sachlich, eines stark emotional. Erkläre, wie Gestaltung die Wirkung verändert.
  4. Daten-Ampel: Erstelle eine grüne, gelbe und rote Kategorie für Angaben, die Du in einem Lern-KI-Tool eher unproblematisch, nur nach Rückfrage oder gar nicht eingeben würdest.


Standard

  1. Behauptung und Beleg: Nimm einen kurzen Online-Beitrag und trenne Aussagen in Meinung, überprüfbare Behauptung und Beleg.
  2. Daten sichtbar machen: Erhebe in der Klasse eine harmlose Umfrage, zum Beispiel zu bevorzugten Lernorten, und stelle die Häufigkeiten als Balkendiagramm dar. Formuliere zwei sichere und eine zu starke Schlussfolgerung.
  3. Messung verbessern: Plane eine kleine Untersuchung zu Licht, Temperatur oder Geräuschpegel an zwei Schulorten. Beschreibe, wie Du faire Vergleichsbedingungen schaffst.
  4. KI-Antwort prüfen: Lass Dir zu einem bekannten Sachthema drei überprüfbare Aussagen vorschlagen. Prüfe jede Aussage mit verlässlichen Quellen und dokumentiere Treffer, Fehler oder Unsicherheit.


Schwer

  1. Fairness-Rat: Erfinde eine schulische Entscheidung, bei der eine KI drei Vorschläge macht. Prüfe, welche Personen oder Bedürfnisse übersehen wurden, und verbessere den Vorschlag.
  2. Prompt-Labor: Formuliere drei Prompts zur gleichen Frage: ungenau, besser und sehr prüforientiert. Vergleiche die Antworten und erkläre, warum ein guter Prompt die Prüfung nicht ersetzt.
  3. Transparente KI-Collage: Erstelle eine Collage aus eigenen Zeichnungen und optional KI-generierten Elementen. Kennzeichne klar, welche Teile von Dir und welche mit KI entstanden sind.
  4. Mini-Redaktion: Produziere in einer Gruppe einen 60-Sekunden-Audio- oder Videobeitrag zu einem Schulthema. Nennt mindestens zwei Quellen, eine Unsicherheit und eine Entscheidung, die bewusst von Menschen getroffen wurde.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Vergleichsaufgabe: Du erhältst zwei Webseiten und eine KI-Antwort zur gleichen Frage. Entscheide, welcher Information Du am stärksten vertraust, und begründe Deine Reihenfolge mit mindestens vier Prüfkriterien.
  2. Datentransfer: Eine Tabelle zeigt fünf Messwerte aus zwei Gruppen. Formuliere zwei zulässige Schlussfolgerungen und eine Schlussfolgerung, die mit den Daten nicht sicher belegt ist. Erkläre den Unterschied.
  3. Fairness-Transfer: Eine KI schlägt eine Klassenregel vor, die für die Mehrheit bequem ist, aber eine kleinere Gruppe benachteiligt. Entwickle eine fairere Regel und begründe, warum sie besser ist.
  4. Sicherheitsentscheidung: Ein digitales Werkzeug verlangt mehr persönliche Daten, als für die Aufgabe nötig erscheinen. Entscheide, welche Angaben Du weglässt, welche Alternative Du nutzt und wann Du eine Lehrkraft fragst.
  5. Begründete Empfehlung: Schreibe eine kurze Empfehlung zu einer realistischen Schulentscheidung. Nutze einen überprüfbaren Beleg, ein Gegenargument, eine Unsicherheit und einen nächsten Prüfschritt.
  6. Fehlerfreundlicher Umgang: Eine KI liefert eine überzeugende, aber teilweise falsche Antwort. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du den Fehler entdeckst, korrigierst und transparent dokumentierst.
  7. Teil-Entscheidung: Ein dramatischer Post verbreitet eine Behauptung über Deine Schule. Erkläre, welche Handlungen Du vor dem Weiterleiten ausführst und welche Folgen unvorsichtiges Teilen haben könnte.


Reflexion und Transfer


Du bleibst am Steuer

Gute KI-Nutzung bedeutet nicht, alles ohne Hilfe zu machen. Sie bedeutet auch nicht, jede Entscheidung an ein Werkzeug abzugeben. Du kannst KI für Ideen, Erklärungen, Gegenfragen, Struktur oder kreative Entwürfe nutzen. Die Verantwortung für Prüfen, Auswählen und Handeln bleibt bei Dir und den beteiligten Menschen.

Beantworte zum Abschluss drei Sätze:

  1. Das kann ich jetzt besser:
  2. Dabei möchte ich noch sicherer werden:
  3. Eine Regel, die ich künftig bei KI oder Social Media anwende:


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Dein Vorgehen zeigen kannst. Du solltest:

  1. eine reale oder simulierte digitale Information mit Autor, Datum, Zweck und Belegen prüfen können.
  2. mindestens einen sinnvollen Gegencheck mit einer unabhängigen Quelle planen oder durchführen können.
  3. eine KI-Ausgabe auf überprüfbare Behauptungen, mögliche Fehler und Unsicherheiten untersuchen können.
  4. einfache Daten korrekt lesen und Grenzen einer Schlussfolgerung benennen können.
  5. eine sichere Entscheidung zum Umgang mit persönlichen Daten begründen können.
  6. Fairness und unterschiedliche Bedürfnisse in einer Entscheidung berücksichtigen können.
  7. eine eigene Empfehlung mit Beleg, Gegenargument, Unsicherheit und nächstem Schritt formulieren können.
  8. transparent erklären können, ob und wofür KI bei der Arbeit eingesetzt wurde.




OERs zum Thema

Zusätzliche frei zugängliche Lern- und Rechercheorte:

  1. Wikimedia Commons: frei nutzbare oder offen lizenzierte Medien mit Lizenzangaben auf den jeweiligen Dateiseiten.
  2. Wikipedia: Einstieg in Begriffe und weiterführende Quellen; wichtige Aussagen trotzdem gegenprüfen.
  3. Medienkompetenz: Verbindung von Informationssuche, Quellenkritik, Datenschutz und verantwortlichem Handeln.


Fachliche Orientierung

Dieser Kurs orientiert sich an der Idee von Media and Artificial Intelligence Literacy: Lernende sollen digitale Inhalte, Medienplattformen und KI-Systeme nicht nur bedienen, sondern deren Qualität, Zweck und Folgen kritisch beurteilen und verantwortungsvoll handeln. Die konkrete Ausgestaltung von PISA 2029 befindet sich noch in Entwicklung. Dazu passen Kompetenzmodelle, die menschliche Verantwortung, Ethik, grundlegendes KI-Verständnis und aktives Gestalten verbinden.

Weiterführende Informationsseiten:

  1. OECD: PISA 2029 Media and Artificial Intelligence Literacy
  2. UNESCO: AI competency framework for students
  3. Internet-ABC: Desinformation kindgerecht erklären


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...