KI-Bilder kritisch betrachten

KI-Bilder kritisch betrachten
KI-Bilder kritisch betrachten
Einleitung
Bilder können informieren, unterhalten, überzeugen oder täuschen. Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich heute in kurzer Zeit neue Bilder erzeugen oder vorhandene Bilder verändern. Manche sehen offensichtlich künstlich aus, andere wirken wie Fotos. Deshalb ist die wichtigste Frage nicht: „Sehe ich einen typischen KI-Fehler?“ Sondern: „Was weiß ich über Herkunft, Kontext und Quelle – und was kann ich überprüfen?“
Dieser aiMOOC richtet sich besonders an die Klasse 6 und ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden geplant. Du lernst eine einfache Prüfroutine kennen, übst sie an anschaulichen Beispielen und wendest sie am Ende selbstständig auf eine neue Situation an. Dabei entscheidest Du begründet, was Du glaubst, weitergibst oder noch offenlässt. Automatische Erkennungswerkzeuge können Hinweise liefern, aber sie nehmen Dir diese Entscheidung nicht ab.

Bei diesem Bild ist die Herkunft gut dokumentiert: Auf der Wikimedia-Commons-Dateiseite wird angegeben, dass es mit einem Bildgenerator erstellt wurde; sogar der Prompt ist dokumentiert. Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum Herkunftsinformationen oft stärker sind als bloßes Raten anhand des Aussehens.
Hinweis zum Video: Details wie Hände, Augen, Schrift oder unlogische Strukturen können auffällig sein. Solche Auffälligkeiten sind aber Indizien, keine sicheren Beweise. Moderne KI-Bilder können diese Fehler vermeiden, und echte Fotos können durch Bewegung, Perspektive, Kompression oder Bearbeitung ebenfalls ungewöhnlich aussehen.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du erklären, was ein synthetisches Medium ist, bei Bildern zwischen Indiz und Beleg unterscheiden und eine einfache Herkunfts-, Kontext- und Quellenprüfung durchführen. Du kannst außerdem begründen, wann Du ein Bild nicht weiterverbreitest, besonders wenn reale Personen betroffen sind, und Du kannst Unsicherheit offen benennen, statt vorschnell „echt“ oder „fake“ zu behaupten.
Zeitplan für 45 oder 90 Minuten
| Phase | Kurzfassung etwa 45 Minuten | Vertiefung etwa 90 Minuten |
|---|---|---|
| Aktivierung | 5 Minuten Diagnose | 10 Minuten Diagnose und Austausch |
| Einführung | 10 Minuten Begriffe und 4K-Check | 15 Minuten Begriffe, Beispiele und Medien |
| Übung | 15 Minuten angeleiteter Bildcheck | 30 Minuten Stationen zu Quelle, Kontext und Herkunft |
| Anwendung | 10 Minuten Klassenchat-Fall | 20 Minuten Redaktionskonferenz mit Begründung |
| Reflexion und Transfer | 5 Minuten Exit-Entscheidung | 15 Minuten Transferfall und Feedback |
Aktivierung und Diagnose
Stell Dir vor, in einem Klassenchat erscheint ein spektakuläres Bild mit der Nachricht: „Das ist heute direkt neben unserer Schule passiert!“ Bevor Du nach einer Lösung suchst, entscheide spontan: Würdest Du es sofort glauben, sofort weiterleiten, erst prüfen oder gar nicht reagieren? Begründe Deine Wahl in einem Satz.
Vergleicht anschließend Eure Begründungen. Achtet darauf, welche Arten von Gründen vorkommen: „Es sieht echt aus“, „Jemand aus der Klasse hat es geschickt“, „Ich kenne die ursprüngliche Quelle“, „Eine zweite verlässliche Quelle bestätigt es“ oder „Ich weiß es noch nicht“. Diese Diagnose zeigt, ob Ihr bereits zwischen Eindruck und prüfbarer Information unterscheidet.

Ein fehlender oder unklarer Ursprung ist ein Warnsignal. Er beweist aber noch nicht, dass ein Bild falsch ist. Er bedeutet vor allem: Es fehlt etwas, das Du prüfen solltest.
Was sind KI-Bilder und synthetische Medien?
Ein KI-generiertes Bild wird ganz oder teilweise mit einem generativen KI-System erzeugt. Vereinfacht gesagt hat ein solches System Muster in sehr vielen Trainingsbeispielen gelernt und erzeugt daraus neue Bildinhalte passend zu einer Eingabe. KI kann auch ein vorhandenes Foto verändern, etwa Teile ergänzen, Gesichter austauschen, Hintergründe ersetzen oder Bildbereiche neu berechnen.
Synthetische Medien ist ein Oberbegriff für künstlich erzeugte oder stark veränderte Bilder, Videos, Audios oder Texte. Ein Deepfake ist eine Form synthetischer Medien, bei der zum Beispiel Aussehen, Stimme oder Verhalten einer Person täuschend echt nachgebildet oder verändert werden.
Warum „am Bild erkennen“ allein nicht reicht
Frühe oder schwächere Bildgeneratoren produzierten häufiger auffällige Hände, verdrehte Gegenstände oder unleserliche Schrift. Solche Fehler können beim genauen Hinsehen nützlich sein, aber sie sind keine verlässliche Regel.

Dieses Beispiel wurde bewusst als KI-generierte Hand mit sechs Fingern dokumentiert. Daraus folgt aber nicht: „Sechs Finger bedeuten immer KI“ oder „Fünf richtige Finger bedeuten immer echtes Foto“. Ein Bild kann bearbeitet werden, Menschen können Besonderheiten haben, Perspektiven können täuschen und neue Modelle können Hände korrekt darstellen. Deshalb lautet die bessere Frage: Welche überprüfbaren Informationen liegen zusätzlich zum Bild vor?
Drei Ebenen der Prüfung
- Herkunftsprüfung: Woher stammt die Datei oder der Post? Wer hat sie zuerst veröffentlicht? Gibt es Autor, Datum, Bearbeitungshinweise, Prompt, Lizenz oder eine nachvollziehbare Entstehungsgeschichte?
- Kontextprüfung: Welche Behauptung wird mit dem Bild verbunden? Passen Ort, Zeit, Anlass und Bildbeschreibung zusammen? Wurde das Bild vielleicht aus einem anderen Ereignis übernommen?
- Quellenprüfung: Wer macht die Behauptung? Ist die Quelle für das Thema zuständig oder fachkundig? Gibt es unabhängige verlässliche Quellen, die dieselbe Information bestätigen?
Der 4K-Check
Der 4K-Check hilft Dir, systematisch vorzugehen. Er ist keine Maschine, die automatisch „wahr“ oder „falsch“ ausgibt. Er ist eine Denk- und Prüfroutine.
| K | Leitfrage | Was Du tun kannst |
|---|---|---|
| Kontext | Was wird mit dem Bild behauptet? | Bildunterschrift, Datum, Ort und Anlass prüfen; nach fehlenden Informationen fragen. |
| Quelle | Wer veröffentlicht oder behauptet das? | Profil, Impressum, Autorenschaft, Dateiseite oder ursprünglichen Beitrag suchen. |
| Kontrolle | Was bestätigt oder widerspricht der Behauptung? | Rückwärtssuche, frühere Bildvorkommen, Metadaten, unabhängige Quellen und offizielle Stellen vergleichen. |
| Konsequenz | Was ist jetzt verantwortungsvoll? | Unsicherheit benennen, nicht vorschnell teilen, Betroffene schützen und bei Bedarf eine erwachsene Vertrauensperson einbeziehen. |
K 1: Kontext prüfen
Ein Bild erhält seine Bedeutung oft erst durch den Begleittext. Dasselbe Foto kann mit zwei verschiedenen Bildunterschriften völlig unterschiedliche Geschichten erzählen. Prüfe deshalb zuerst: Was genau soll ich glauben? Trenne die sichtbare Bildinformation von der Behauptung im Text.
Beispiel: Ein Foto zeigt eine überflutete Straße. Die Bildunterschrift behauptet: „Heute Morgen in unserer Stadt.“ Selbst wenn das Foto echt ist, kann die Behauptung falsch sein, wenn das Bild aus einem anderen Jahr oder einem anderen Land stammt.
K 2: Quelle prüfen
Suche möglichst nach der ursprünglichen Veröffentlichung. Ein Screenshot ohne Link oder Absender ist schwieriger zu prüfen. Eine nachvollziehbare Dateiseite mit Autor, Datum, Beschreibung und Lizenz ist hilfreicher als ein anonymer Repost.

Auch wenn ein Beitrag „Deepfake“ oder „Echt“ behauptet, solltest Du die Quelle dahinter prüfen. Ein Etikett im Bild ist selbst noch kein Beweis.
K 3: Kontrolle durch weitere Spuren
Für die Kontrolle kombinierst Du mehrere Spuren. Besonders nützlich sind:
- Bildrückwärtssuche: Suche, ob das Bild schon früher im Netz vorkam und in welchem Zusammenhang.
- Metadaten: Manche Dateien enthalten Zusatzinformationen wie Aufnahmezeit, Kameradaten oder Bearbeitungssoftware. Sie können hilfreich sein, können aber fehlen oder verändert werden.
- Primärquelle: Suche nach der ersten oder zuständigen Quelle, etwa einer offiziellen Mitteilung, der Original-Dateiseite oder dem ursprünglichen Beitrag.
- Gegencheck: Vergleiche mit mindestens einer weiteren unabhängigen, verlässlichen Quelle.
- Herkunftsnachweise: Digitale Herkunftsinformationen wie signierte Content Credentials können Entstehungs- und Bearbeitungsschritte dokumentieren. Auch sie müssen richtig gelesen werden und sind nicht überall vorhanden.

Auf der Wikimedia-Commons-Dateiseite dieses Fotos finden sich zum Beispiel Fotograf, Datum, Quelle und technische Metadaten. Das macht die Herkunft gut nachvollziehbar. Trotzdem gilt: Metadaten allein sind kein Wahrheitsstempel. Sie können verändert oder beim Teilen entfernt werden.
Metadaten sicher nutzen
Metadaten können nützlich sein, aber auch private Informationen enthalten, zum Beispiel einen Standort. Teile deshalb nicht gedankenlos Dateien oder Bildschirmfotos mit persönlichen Ortsangaben. Für die Schule reicht meist: Prüfe, ob nachvollziehbare Metadaten vorhanden sind und ob sie zum Kontext passen. Veröffentliche keine privaten Standortdaten von Dir oder anderen.
K 4: Konsequenz entscheiden
Nach der Prüfung musst Du nicht immer zu „echt“ oder „fake“ kommen. Eine gute Entscheidung kann auch lauten: „Unklar – ich teile das nicht weiter, bis ich eine belastbare Quelle habe.“
Das ist besonders wichtig, wenn ein Bild einer realen Person schaden könnte. Eine falsche oder manipulierte Darstellung kann Ruf, Privatsphäre und Würde verletzen. Verantwortungsvolles Handeln heißt dann: nicht weiterleiten, keine vorschnellen Anschuldigungen, Zustimmung und Rechte der abgebildeten Person beachten und bei möglicher Schädigung eine erwachsene Vertrauensperson oder zuständige Stelle einbeziehen.
Was zählt als starkes oder schwaches Indiz?
| Beobachtung | Einordnung | Warum? |
|---|---|---|
| Seltsame Finger, verzogene Schrift oder unlogische Schatten | Schwaches Indiz | Kann auf KI hindeuten, kann aber auch andere Ursachen haben. |
| Screenshot ohne Link, Autor oder Datum | Prüfbedarf | Herkunft und Kontext fehlen. |
| Bild wurde schon Jahre früher mit anderer Beschreibung veröffentlicht | Starkes Gegenindiz zur neuen Behauptung | Der neue Kontext ist wahrscheinlich falsch oder irreführend. |
| Originalquelle nennt Ersteller, Datum, Bearbeitung und Entstehungsweg | Stärkerer Herkunftsnachweis | Die Entstehung ist nachvollziehbarer. |
| Mehrere voneinander unabhängige verlässliche Quellen bestätigen Ort und Ereignis | Starke Bestätigung | Unabhängige Übereinstimmung reduziert das Risiko einer einzelnen Falschquelle. |

Automatische KI-Erkennung: Hilfe, aber kein Lügendetektor
Es gibt Programme, die schätzen sollen, ob ein Bild wahrscheinlich KI-generiert ist. Solche Werkzeuge können Fehler machen: Sie können ein echtes Bild fälschlich als KI markieren oder ein KI-Bild übersehen. Bildkompression, Nachbearbeitung, Screenshots oder neue Generatoren können Ergebnisse verändern. Behandle eine solche Einschätzung deshalb als ein Indiz unter mehreren und frage immer nach Herkunft, Kontext und Quelle.
Für Deine eigene Entscheidung gilt: Das Werkzeug liefert einen Hinweis – Du begründest die Bewertung. Diese Haltung stärkt menschliche Handlungskompetenz.
Reale Personen fair und sicher behandeln
Wenn echte Personen dargestellt werden, geht es nicht nur um Wahrheit, sondern auch um Verantwortung. Frage Dich:
- Würde das Teilen die Person bloßstellen, täuschen, beleidigen oder gefährden?
- Gibt es eine Einwilligung oder einen legitimen schulischen Grund, die Darstellung zu verwenden?
- Wird klar gekennzeichnet, wenn ein Bild synthetisch oder stark verändert ist?
- Kann ich die Information prüfen, ohne das schädliche Bild weiterzuverbreiten?
- Brauche ich Unterstützung durch Lehrkraft, Eltern, Schulsozialarbeit oder eine andere Vertrauensperson?
Besonders bei bloßstellenden, intimen oder verleumderischen synthetischen Darstellungen gilt: Nicht weiterleiten. Sichere nur so viele Informationen wie nötig, um den Vorfall einer zuständigen Person zu melden, und vermeide zusätzliche Verbreitung.
Fächerübergreifende Perspektiven
| Fach | Verbindung zum Thema | Mögliche Leitfrage |
|---|---|---|
| Informatik | Generative Modelle, Daten, Metadaten, Provenienz | Welche digitalen Spuren können Entstehung und Bearbeitung dokumentieren? |
| Deutsch | Bildunterschriften, Behauptungen, Argumente, Quellenkritik | Welche Aussage macht der Begleittext, und welche Belege stützen sie? |
| Mathematik | Unsicherheit, Häufigkeiten, Fehlerraten, sinnvolle Interpretation von Prozentwerten | Warum bedeutet „80 Prozent KI-Wahrscheinlichkeit“ nicht automatisch, dass ein Bild sicher KI ist? |
| Naturwissenschaften | Hypothesen, Belege, Gegenprüfung, Reproduzierbarkeit | Welche Beobachtung würde meine Vermutung stützen oder widerlegen? |
| Kunst | Bildwirkung, Komposition, Stil, Autorenschaft | Wie beeinflussen Stil und Bildgestaltung unseren Eindruck von Glaubwürdigkeit? |
| Ethik | Würde, Fairness, Einwilligung, Verantwortung | Darf ich etwas teilen, nur weil es technisch möglich ist? |
| Gemeinschaftskunde | Öffentlichkeit, Desinformation, Vertrauen, Meinungsbildung | Wie können falsche Bilder Entscheidungen und Zusammenleben beeinflussen? |
| Medienbildung | Recherchieren, Bewerten, Teilen, Kennzeichnen | Wie treffe ich eine verantwortliche Entscheidung unter Unsicherheit? |
Anschauliches Beispiel: Was beweist die Dateiseite?
Schau noch einmal auf das KI-generierte Architekturbeispiel am Anfang. Entscheidend ist nicht, ob Du Glasflächen, Licht oder Perspektive „verdächtig“ findest. Entscheidend ist, dass die Dateibeschreibung die KI-Erzeugung und den Prompt dokumentiert. Das ist Herkunftsprüfung.
Beim Flugzeugfoto ist umgekehrt die fotografische Herkunft dokumentiert: Fotograf, Datum, Quelle und Kameradaten sind angegeben. Auch hier gilt: Du glaubst nicht einfach Deinem Auge, sondern kombinierst Informationen.
Merksatz: Je wichtiger eine Behauptung ist, desto weniger solltest Du Dich auf einen einzigen Hinweis verlassen.
Arbeitsauftrag zum Video: Notiere zwei Hinweise aus dem Video. Ordne anschließend jeden Hinweis als Indiz oder stärkeren Beleg ein. Ergänze zu jedem Indiz eine zusätzliche Prüfung aus dem 4K-Check. Damit vermeidest Du, ältere „Erkennungstricks“ für sichere Regeln zu halten.
Realistische Anwendungssituation
Im Klassenchat taucht ein Bild auf, das angeblich einen Mitschüler dabei zeigt, wie er absichtlich ein Schulprojekt beschädigt. Mehrere Personen reagieren empört. Der ursprüngliche Beitrag ist nicht verlinkt. Niemand weiß, wann oder wo das Bild aufgenommen wurde. Eine Person schreibt: „Man sieht doch, dass das echt ist.“
Wende den 4K-Check an:
- Kontext: Welche genaue Behauptung wird gemacht? Welche Angaben zu Ort, Zeit und Situation fehlen?
- Quelle: Wer hat das Bild zuerst veröffentlicht? Gibt es einen Originalbeitrag oder nur einen Screenshot?
- Kontrolle: Kann eine Lehrkraft, die Projektgruppe oder eine andere unabhängige Quelle den Vorgang bestätigen? Gibt es frühere Vorkommen des Bildes?
- Konsequenz: Teile das Bild nicht weiter, solange die Herkunft unklar ist. Schütze die betroffene Person vor vorschneller Beschuldigung und kläre den Fall mit einer zuständigen erwachsenen Person.
Wichtig: Selbst wenn später herauskommt, dass das Bild nicht KI-generiert war, war die vorsichtige Entscheidung richtig. Der 4K-Check schützt nicht nur vor KI-Täuschungen, sondern auch vor falschem Kontext, Gerüchten und unfairer Weiterverbreitung.
Reflexion: Wie sicher bin ich?
Nutze nach jeder Prüfung eine der drei Formulierungen:
- Gut belegt: Mehrere nachvollziehbare Informationen und Quellen passen zusammen.
- Unklar: Es gibt Hinweise, aber wichtige Herkunfts- oder Kontextinformationen fehlen.
- Widerlegt oder irreführend: Belastbare Gegenbelege zeigen, dass die Behauptung nicht stimmt oder der Kontext falsch ist.
Vermeide Sätze wie „Ich erkenne KI immer“ oder „Wenn die Hände stimmen, ist es echt“. Kritisches Prüfen bedeutet auch, die Grenzen des eigenen Wissens zu erkennen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist beim Prüfen eines verdächtigen Bildes die beste erste Haltung? (Nicht sofort glauben oder teilen, sondern Herkunft und Kontext prüfen) (!An ungewöhnlichen Händen sofort entscheiden) (!Nur auf die Bildqualität achten) (!Die Meinung der ersten Person im Chat übernehmen)
Was ist ein Indiz? (Ein Hinweis, der allein noch kein sicherer Beweis ist) (!Ein endgültiger Beweis) (!Eine automatisch wahre Bildunterschrift) (!Eine geheime Information ohne Quelle)
Was prüfst Du bei der Kontextprüfung? (Ob Bild, Zeit, Ort, Anlass und Behauptung zusammenpassen) (!Nur die Anzahl der Pixel) (!Nur die Farbe des Hintergrunds) (!Nur ob das Bild lustig wirkt)
Warum sind ungewöhnliche Finger kein sicherer KI-Nachweis? (Sie können verschiedene Ursachen haben und moderne KI kann Hände korrekt darstellen) (!Weil Finger nie auf Fotos vorkommen) (!Weil KI grundsätzlich keine Menschen darstellt) (!Weil jedes Foto mit fünf Fingern echt sein muss)
Was kann eine Bildrückwärtssuche zeigen? (Ob und in welchem früheren Zusammenhang ein Bild schon veröffentlicht wurde) (!Ob eine Person sympathisch ist) (!Ob ein Bild moralisch gut ist) (!Ob jede Bildunterschrift wahr ist)
Wie solltest Du Metadaten behandeln? (Als hilfreiche Zusatzspur, die fehlen oder verändert werden kann) (!Als unfehlbaren Wahrheitsstempel) (!Als Beweis dafür, dass jedes Bild echt ist) (!Als Information, die immer öffentlich geteilt werden muss)
Was bedeutet ein fehlender Herkunftsnachweis? (Dass weitere Prüfung nötig ist, nicht automatisch dass das Bild falsch ist) (!Dass das Bild sicher KI-generiert ist) (!Dass die Bildunterschrift automatisch stimmt) (!Dass eine Prüfung nicht mehr möglich ist)
Wie gehst Du mit einem möglicherweise schädlichen KI-Bild einer realen Person um? (Nicht weiterleiten, Betroffene schützen und Unterstützung holen) (!Sofort an möglichst viele Kontakte schicken) (!Die Person öffentlich beschuldigen) (!Das Bild ohne Kennzeichnung bearbeiten und erneut posten)
Welche Aussage zu automatischen KI-Detektoren ist richtig? (Sie können Hinweise liefern, aber auch falsch liegen) (!Sie sind immer genauer als jede Quellenprüfung) (!Sie entscheiden sicher über wahr und falsch) (!Sie funktionieren nur bei echten Fotos)
Was ist eine gute Entscheidung, wenn nach der Prüfung wichtige Informationen fehlen? (Unklar sagen und nicht vorschnell weiterverbreiten) (!Trotzdem sicher echt behaupten) (!Trotzdem sicher fake behaupten) (!Die lauteste Meinung übernehmen)
Memory
| Provenienz | Entstehungs- und Bearbeitungsgeschichte |
| Kontext | Zusammenhang aus Ort, Zeit, Anlass und Begleittext |
| Primärquelle | Ursprüngliche oder zuständige Veröffentlichung |
| Rückwärtssuche | Suche nach früheren Vorkommen eines Bildes |
| Metadaten | Zusatzinformationen in einer Datei |
| Gegencheck | Vergleich mit unabhängigen verlässlichen Quellen |
| Indiz | Hinweis ohne alleinige Beweiskraft |
| Einwilligung | Zustimmung zur Verwendung einer Darstellung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schwaches Indiz | Auffällige Finger oder verzogene Schrift |
| Herkunftsnachweis | Dateiseite mit dokumentiertem Ersteller und Entstehungsweg |
| Kontextlücke | Screenshot ohne Originalbeitrag, Ort oder Datum |
| Gegencheck | Zwei voneinander unabhängige verlässliche Quellen |
| Personenschutz | Schädliche Darstellung nicht weiterleiten |
| Provenienzspur | Signierte Information über Entstehung oder Bearbeitung |
Kreuzworträtsel
| Provenienz | Wie heißt die nachvollziehbare Entstehungs- und Bearbeitungsgeschichte eines Mediums? |
| Kontext | Wie heißt der Zusammenhang aus Ort, Zeit, Anlass und Begleittext? |
| Quelle | Wie nennt man den Ursprung einer Information? |
| Metadaten | Wie heißen Zusatzinformationen, die in einer Datei gespeichert sein können? |
| Indiz | Wie heißt ein Hinweis, der allein noch kein Beweis ist? |
| Einwilligung | Wie heißt die Zustimmung einer Person zur Verwendung ihrer Darstellung? |
LearningApps
Lückentext
Selbstkontrolle
Prüfe Deinen eigenen Lösungsweg mit vier Fragen: Habe ich die genaue Behauptung zum Bild benannt? Habe ich nach der ursprünglichen Quelle gesucht? Habe ich mindestens eine unabhängige Kontrolle versucht? Habe ich die Folgen des Teilens für andere bedacht?
Wenn Du nur auf das Aussehen des Bildes geschaut hast, ergänze mindestens einen Schritt zur Herkunft oder zum Kontext. Wenn Du einen KI-Detektor genutzt hast, schreibe dazu, welche weiteren Belege Deine Entscheidung stützen oder offenlassen.
Transfer: Ein neuer Fall
Du siehst in einem öffentlichen Chat ein spektakuläres Bild eines angeblich seltenen Tieres auf einem Spielplatz. Der Text lautet: „Heute fotografiert – gefährlich, bleibt zu Hause!“ Das Bild wirkt fotorealistisch. Es gibt keinen Link zum Original und keine Ortsangabe außer dem Namen Deiner Region.
Bearbeite den Fall selbstständig:
- Formuliere die genaue Behauptung, die geprüft werden muss.
- Plane mindestens drei Prüfschritte aus dem 4K-Check.
- Entscheide, welche Quellen für diesen Fall besonders geeignet wären, zum Beispiel zuständige Behörden, lokale seriöse Medien oder fachkundige Stellen.
- Begründe, ob Du die Nachricht weiterleitest, nicht weiterleitest oder mit einem Unsicherheitshinweis versiehst.
- Erkläre, warum das fotorealistische Aussehen allein für Deine Entscheidung nicht reicht.
Transferziel: Du sollst nicht nur wissen, was ein Deepfake ist, sondern in einer neuen Situation selbstständig recherchieren, Unsicherheit aushalten und eine begründete Entscheidung treffen.
Offene Aufgaben
Leicht
- Bilddetektiv-Protokoll: Wähle ein frei nutzbares Bild auf Wikimedia Commons und notiere Quelle, Autor, Datum, Lizenz und zwei weitere Angaben der Dateiseite.
- Bildunterschriften-Vergleich: Schreibe zu demselben harmlosen Bild zwei unterschiedliche Bildunterschriften und erkläre, wie sie die Wirkung verändern.
- Indiz oder Beleg: Sammle fünf mögliche Auffälligkeiten in Bildern und ordne sie danach, ob sie nur Indizien oder stärkere Belege liefern.
- 4K-Merkkarte: Gestalte eine handliche Karte mit Kontext, Quelle, Kontrolle und Konsequenz sowie je einer Leitfrage.
Standard
- Rückwärtssuche-Übung: Suche mit einem frei verwendbaren Bild nach früheren Vorkommen und dokumentiere, was Du über den ursprünglichen Kontext herausfindest.
- Metadaten-Check: Vergleiche zwei Commons-Dateiseiten, eine mit vielen und eine mit wenigen Metadaten, und erkläre, was daraus sicher und was nicht sicher folgt.
- Ethik-Fall: Entwickle einen kurzen Klassenchat-Fall mit einer manipulierten Darstellung einer erfundenen Person und formuliere eine faire, sichere Reaktion.
- Mini-Faktencheck: Prüfe eine harmlose Bildbehauptung mit mindestens zwei unabhängigen Quellen und schreibe ein Ergebnis mit den Kategorien gut belegt, unklar oder widerlegt.
Schwer
- Detektor-Kritik: Untersuche die Ausgabe eines automatischen KI-Erkennungswerkzeugs an mehreren frei nutzbaren Bildern und erkläre, warum die Ergebnisse nicht als endgültige Wahrheit behandelt werden dürfen.
- Quellenkette: Rekonstruiere für ein virales, aber harmloses Bild die Kette von einem Repost möglichst weit zurück zur ursprünglichen Veröffentlichung.
- Redaktionskonferenz: Spielt in Gruppen eine Redaktion und entscheidet bei drei Bildmeldungen, ob Ihr veröffentlicht, weiterprüft oder nicht veröffentlicht; jede Entscheidung braucht eine begründete Quellenstrategie.
- Klassenkodex für KI-Bilder: Entwickelt gemeinsam Regeln zu Transparenz, Kennzeichnung, Einwilligung, Personenschutz, Quellenprüfung und verantwortlichem Teilen.


Lernkontrolle
- Kontextwechsel analysieren: Du erhältst dasselbe Bild mit zwei verschiedenen Bildunterschriften. Erkläre, welche zusätzlichen Informationen Du brauchst, um beide Behauptungen zu prüfen.
- Quellenqualität begründen: Vergleiche einen anonymen Screenshot, einen ursprünglichen Beitrag mit Autor und Datum sowie eine unabhängige Fachquelle. Begründe, wie Du die drei Quellen gewichtest.
- Unsicherheit kommunizieren: Formuliere eine verantwortliche Antwort für einen Klassenchat, wenn Du ein Bild nach mehreren Prüfschritten immer noch nicht sicher einordnen kannst.
- Personenschutz übertragen: Erkläre, wie sich Dein Vorgehen ändert, wenn auf dem unklaren Bild eine reale Mitschülerin oder ein realer Mitschüler erkennbar ist.
- Werkzeugausgabe bewerten: Ein automatischer Detektor meldet „wahrscheinlich KI“, während eine nachvollziehbare Originalquelle einen fotografischen Entstehungsweg dokumentiert. Erkläre, welche weiteren Schritte Du gehst und warum Du keinem einzelnen Signal blind folgst.
- Neue Situation lösen: Entwickle für eine neue virale Bildmeldung einen eigenen Prüfplan aus mindestens drei Schritten und begründe Deine abschließende Entscheidung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergeben kannst, sondern einen nachvollziehbaren Prüfweg zeigst. Du solltest:
- den Unterschied zwischen KI-generiert, manipuliert und falsch kontextualisiert erklären können,
- Herkunft, Kontext und Quelle systematisch prüfen können,
- schwache visuelle Indizien von stärkeren Belegen unterscheiden können,
- Metadaten, Rückwärtssuche und Gegencheck sinnvoll einordnen können,
- Unsicherheit offen und sachlich formulieren können,
- bei Darstellungen realer Personen Fairness, Einwilligung und Schutz vor Schaden berücksichtigen können,
- eine neue Situation selbstständig prüfen und Deine Entscheidung begründen können.
OERs zum Thema
- Wikimedia Commons: AI-generated images – frei zugängliche Beispiele mit Dateibeschreibungen und Lizenzangaben.
- Planet Schule: Mensch oder Maschine – KI-Bilder – Unterrichtsmaterial ab Klasse 5.
- klicksafe: Achtung Deepfakes – altersnahes Material für Jugendliche.
- C2PA – Hintergrund zu technischen Standards für Herkunftsinformationen digitaler Medien.
Quellen und Vertiefung
Für die fachliche Vertiefung dieses Kurses sind besonders hilfreich: Wikimedia Commons mit dokumentierten Dateiseiten, Planet Schule mit Unterrichtsmaterial zur Erkennung und Einordnung von KI-Bildern, klicksafe mit Materialien zu Deepfakes und der C2PA-Standard zur digitalen Provenienz. Bei allen technischen Verfahren gilt: Kennzeichnungen und Werkzeuge können die Prüfung unterstützen, ersetzen aber nicht Quellenkritik und verantwortliche Entscheidungen.
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