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KI-Arbeitsprozesse dokumentieren

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KI-Arbeitsprozesse dokumentieren




KI-Arbeitsprozesse dokumentieren


Einleitung

Wenn Du Künstliche Intelligenz für eine schulische Aufgabe nutzt, ist nicht nur das Ergebnis wichtig. Ebenso wichtig ist der Weg dorthin: Was hast Du selbst gedacht und erstellt? Welche Quellen hast Du verwendet? Wobei hat Dir ein KI-System geholfen? Welche Aussagen hast Du überprüft? Was hast Du verändert oder verworfen? Und warum hast Du Dich am Ende für eine bestimmte Lösung entschieden?

Ein gut dokumentierter KI-Arbeitsprozess macht diese Schritte sichtbar. Das schützt Deine Eigenleistung, erleichtert Quellenkritik und hilft Dir, Fehler, Verzerrungen und erfundene Angaben zu erkennen. Gleichzeitig lernst Du, KI als Werkzeug zu steuern, statt Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen.

Zentraler Merksatz: Ein KI-Ergebnis ist zunächst ein Vorschlag oder Arbeitsmaterial. Es wird erst durch Deine Prüfung, Deine Quellenarbeit, Deine Überarbeitung und Deine begründete Entscheidung zu einem verantworteten schulischen Produkt.

Der Kurs ist für die Klasse 7 geplant und kann in etwa 45 bis 90 Minuten bearbeitet werden. Er verbindet besonders Informatik, Deutsch, Mathematik, Geschichte, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung.

Das Video gibt einen kurzen Einstieg in den Begriff Künstliche Intelligenz. Achte beim Anschauen darauf, welche Aufgaben ein KI-System übernimmt und welche Entscheidungen weiterhin Menschen treffen müssen.

Die Abbildung zeigt vereinfacht ein künstliches neuronales Netz mit mehreren Schichten. Solche Darstellungen helfen beim Verständnis, dürfen aber nicht mit einem menschlichen Gehirn gleichgesetzt werden.


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du:

  1. KI-Arbeitsprozesse so dokumentieren, dass Eigenleistung, Quellen, KI-Beiträge, Überarbeitungen und Entscheidungen nachvollziehbar werden.
  2. Generative KI vereinfacht technisch erklären und verstehen, warum plausible Antworten trotzdem falsch sein können.
  3. Quellen nach Herkunft, Aktualität, Belegen, Unabhängigkeit und Zweck prüfen.
  4. Bias und problematische Darstellungen in Texten, Bildern, Daten und KI-Ausgaben erkennen und begründet beurteilen.
  5. Datenschutz, Urheberrecht, schulische Regeln und ethische Verantwortung voneinander unterscheiden.
  6. Zahlen, Diagramme und angebliche Statistiken kritisch prüfen, bevor Du sie übernimmst.
  7. eine neue Situation selbstständig bewerten und begründen, ob und wie KI sinnvoll eingesetzt werden sollte.


Unterrichtsplanung für 1–2 Stunden

Phase Richtzeit Tätigkeit Sichtbares Ergebnis
Aktivierung und Diagnose 5–10 Minuten Zwei Arbeitswege vergleichen erste Kriterien für nachvollziehbare Arbeit
Technische Einführung 10–15 Minuten Funktionsweise generativer KI verstehen vereinfachtes Modell vom Input zum Output
Quellen-, Bias- und Medienanalyse 10–15 Minuten Aussagen, Bilder und Zahlen prüfen Prüffragen und begründete Urteile
Anwendungssituation 20–30 Minuten einen realistischen KI-Arbeitsprozess untersuchen Prozessprotokoll und Entscheidung
Selbstkontrolle und Reflexion 10–15 Minuten Quiz, Zuordnungen und Rückblick überprüfte Lernziele
Transfer 5–10 Minuten neue Situation entscheiden begründete eigenständige Entscheidung

Für eine Unterrichtsstunde kannst Du Aktivierung, Grundmodell, Anwendungssituation und Transfer auswählen. Für zwei Unterrichtsstunden werden zusätzlich die vertiefte Technik, Bias- und Medienanalyse sowie die interaktiven Aufgaben bearbeitet.


Aktivierung und Diagnose

Stell Dir zwei Schülerinnen oder Schüler vor, die dieselbe Aufgabe bearbeiten: „Erkläre auf einer Seite, welche Chancen und Risiken KI beim Lernen hat.“

Arbeitsweg A: Die Person gibt die Aufgabe in ein KI-System ein, kopiert den Text, verändert einige Wörter und gibt ihn ab.

Arbeitsweg B: Die Person notiert zuerst eigene Fragen, sucht zwei geeignete Quellen, nutzt KI anschließend für Gegenargumente, prüft die genannten Aussagen, entfernt eine nicht belegbare Statistik, formuliert den Text neu und hält im Prozessprotokoll fest, was übernommen, verändert und verworfen wurde.

Überlege zunächst selbst:

  1. Eigenleistung: Bei welchem Arbeitsweg kannst Du besser erkennen, was die Person selbst geleistet hat?
  2. Quellenkritik: Wo ist besser nachvollziehbar, ob Aussagen stimmen?
  3. Verantwortung: Wer trägt in beiden Fällen die Verantwortung für das abgegebene Ergebnis?
  4. Transparenz: Welche zusätzlichen Informationen würdest Du benötigen, um den Arbeitsweg fair zu beurteilen?

Diagnose-Idee für die Klasse: Zeige mit den Fingern von 1 bis 5, wie sicher Du Dich bereits dabei fühlst, einen KI-Arbeitsprozess zu erklären. Wiederhole die Einschätzung am Ende des Kurses.


Was passiert technisch bei generativer KI?


Von Daten zu einem Modell

Viele heutige KI-Systeme werden mit sehr großen Mengen an Beispieldaten trainiert. Beim Training versucht ein Modell, Muster in diesen Daten zu erkennen. Es speichert dabei nicht einfach ein Schulbuch als geordnetes Nachschlagewerk. Stattdessen werden viele mathematische Parameter angepasst, sodass das System Wahrscheinlichkeiten und Zusammenhänge berechnen kann.

Ein stark vereinfachter Weg sieht so aus:

Daten → Aufbereitung → Training → Modell → Eingabe → Berechnung → Ausgabe

Bei Textsystemen wird Sprache häufig in kleinere Einheiten zerlegt. Solche Einheiten nennt man Tokens. Ein Token kann ein ganzes Wort, ein Wortteil oder ein Satzzeichen sein. Das Modell berechnet dann, welche Fortsetzung im jeweiligen Zusammenhang wahrscheinlich ist.

Ein künstliches Neuron verarbeitet mehrere Eingangswerte, gewichtet sie mathematisch und erzeugt daraus einen Ausgangswert. Moderne Sprachmodelle bestehen aus sehr viel komplexeren Strukturen als dieses einzelne vereinfachte Element.


Generieren ist nicht dasselbe wie Nachschlagen

Ein Sprachmodell erzeugt Text schrittweise. Vereinfacht gesagt schätzt es, welche Texteinheit als Nächstes gut zum bisherigen Kontext passt. Deshalb kann ein Ergebnis flüssig, überzeugend und sprachlich korrekt wirken, obwohl eine Aussage falsch, veraltet oder unbelegt ist.

Wichtig: Sprachliche Sicherheit ist kein Beweis für sachliche Richtigkeit.

Wenn ein KI-System Zugang zu einer Suchmaschine, Datenbank oder bereitgestellten Dokumenten hat, kann es zusätzlich Informationen daraus verwenden. Trotzdem musst Du prüfen, ob die Quelle tatsächlich existiert, ob sie zur Aussage passt und ob das System sie korrekt wiedergibt.

Die Abbildung stellt vereinfacht den Unterschied zwischen unterscheidenden und generierenden Modellen dar. Generative Modelle sollen neue Ausgaben erzeugen, die zu erlernten Mustern passen.


Warum Transformer wichtig sind

Viele moderne Sprachmodelle beruhen auf einer Architektur namens Transformer. Ein wichtiger Mechanismus darin heißt Attention, auf Deutsch etwa Aufmerksamkeit. Das Modell berechnet, welche Teile einer Eingabe für andere Teile besonders wichtig sind.

Bei dem Satz „Mira legte das Buch auf den Tisch, weil es zu schwer für ihren Rucksack war“ muss ein Sprachmodell Beziehungen zwischen Wörtern und Satzteilen berücksichtigen. Solche Beziehungen werden mathematisch gewichtet.

Die vollständige Architektur ist für Klasse 7 deutlich komplexer als nötig. Für diesen Kurs genügt: Ein Transformer verarbeitet viele Beziehungen zwischen Texteinheiten gleichzeitig und berechnet daraus wahrscheinliche Fortsetzungen.


Technische Grenzen, die für Deine Dokumentation wichtig sind

Ein KI-System kann:

  1. überzeugend klingende, aber falsche Angaben erzeugen.
  2. Quellen nennen, die nicht existieren oder nicht zur Behauptung passen.
  3. unterschiedliche Antworten auf ähnliche Eingaben geben.
  4. Verzerrungen aus Daten oder Aufgabenstellungen verstärken.
  5. wichtige Zusammenhänge weglassen, wenn die Eingabe unklar ist.
  6. sensible Informationen verarbeiten, obwohl Du sie besser nicht eingegeben hättest.

Deshalb gehört die Prüfung nicht ans Ende als Zusatz, sondern mitten in den Arbeitsprozess.


Der dokumentierte KI-Arbeitsprozess

Ein guter Arbeitsprozess lässt sich als wiederkehrende Schleife verstehen:

Aufgabe klären → selbst denken → Quellen suchen → KI gezielt nutzen → prüfen → überarbeiten → entscheiden → dokumentieren → reflektieren

Wenn eine Prüfung neue Probleme zeigt, gehst Du zurück und veränderst einen früheren Schritt.


Schritt 1: Aufgabe und Ziel klären

Bevor Du ein KI-System öffnest, solltest Du wissen, was Du eigentlich leisten sollst.

Frage Dich:

  1. Was ist die eigentliche Aufgabe?
  2. Welcher Teil soll meine eigene Leistung sein?
  3. Welche Hilfsmittel sind erlaubt?
  4. Welche Qualität muss das Ergebnis haben?
  5. Welche Quellen werden erwartet?

Wenn die Aufgabe zum Beispiel lautet „Beurteile eine historische Quelle“, wäre es kein sinnvoller Arbeitsweg, zuerst ein fertiges Urteil erzeugen zu lassen. Besser ist es, die Quelle selbst zu untersuchen und KI später gezielt zum Gegenprüfen einzelner Fragen einzusetzen.


Schritt 2: Eigenleistung sichtbar machen

Eigenleistung bedeutet nicht, dass Du niemals Hilfsmittel verwenden darfst. Eigenleistung bedeutet, dass Deine eigenen Denk- und Entscheidungsanteile erkennbar bleiben.

Dazu können gehören:

  1. eigene Leitfragen.
  2. erste Skizzen oder Entwürfe.
  3. selbst ausgewählte Quellen.
  4. eigene Berechnungen.
  5. Begründungen für Änderungen.
  6. begründetes Verwerfen eines KI-Vorschlags.

Ein früher eigener Entwurf hilft Dir außerdem, KI-Ausgaben kritischer zu beurteilen, weil Du bereits eine Vorstellung vom Thema entwickelt hast.


Schritt 3: Quellen gezielt auswählen

Eine Quelle ist nicht automatisch verlässlich, nur weil sie professionell aussieht. Prüfe mindestens:

Prüffrage Was Du untersuchst
Wer? Autorin, Autor, Institution oder Herausgeber
Woher? Originalquelle, Weitergabe, Zusammenfassung oder unbekannter Ursprung
Wann? Veröffentlichungsdatum und mögliche Veraltung
Womit belegt? Daten, Dokumente, nachvollziehbare Nachweise
Wozu? Information, Werbung, Unterhaltung, Meinung oder politische Überzeugung
Gegencheck? Bestätigung durch eine möglichst unabhängige weitere Quelle

Besonders wertvoll ist es, bei wichtigen Behauptungen die ursprüngliche Quelle zu suchen. Wenn ein Blog schreibt „Laut einer Studie ...“, suche nach der Studie selbst.


Schritt 4: KI-Beiträge genau dokumentieren

Notiere nicht nur „KI benutzt“. Das sagt fast nichts über Deinen Arbeitsprozess aus.

Eine hilfreiche Dokumentation beantwortet:

Frage Beispiel
Wofür wurde KI eingesetzt? Gegenargumente sammeln
Welche Eingabe wurde verwendet? „Nenne mögliche Einwände gegen meine These und kennzeichne unsichere Angaben.“
Was kam heraus? drei Gegenargumente und eine angebliche Statistik
Was wurde geprüft? Statistik und Quellenangabe
Was wurde verändert? Statistik entfernt, Argument sprachlich neu formuliert
Was wurde übernommen? ein Gegenargument nach eigener Prüfung
Was wurde verworfen? unbelegte Behauptung
Warum? Quelle nicht auffindbar

Entscheidend ist nicht die Länge des Protokolls, sondern die Nachvollziehbarkeit.


Schritt 5: Ausgaben prüfen

Eine KI-Ausgabe wird nicht dadurch zuverlässig, dass sie viele Details enthält. Prüfe je nach Aufgabe verschiedene Ebenen:

  1. Fakten: Stimmen Namen, Daten, Orte und Aussagen?
  2. Quellen: Existieren die genannten Quellen und belegen sie wirklich die Aussage?
  3. Zahlen: Sind Prozentangaben, Mittelwerte oder Diagramme nachvollziehbar?
  4. Sprache: Passt die Formulierung zu Zielgruppe und Aufgabe?
  5. Bias: Werden bestimmte Gruppen einseitig, stereotyp oder gar nicht dargestellt?
  6. Medien: Ist ein Bild echt, bearbeitet oder synthetisch? Ist sein Ursprung geklärt?
  7. Sicherheit: Wurden personenbezogene oder vertrauliche Informationen verwendet?

Das Video „Fakt oder Fake?“ eignet sich als Anlass, die eigene Prüfroutine zu vergleichen: Welche Hinweise helfen, welche reichen allein nicht aus und wann braucht es einen Gegencheck?


Schritt 6: Überarbeiten statt nur übernehmen

Überarbeitung ist ein wichtiger Teil Deiner Leistung. Halte sichtbar fest, was sich zwischen Entwurf und Ergebnis verändert hat.

Beispiel:

Version Inhalt Entscheidung
KI-Vorschlag „90 Prozent aller Jugendlichen lernen mit KI besser.“ nicht übernehmen
Prüfung keine belastbare Quelle für diese konkrete Zahl gefunden Behauptung nicht belegt
Überarbeitung „KI kann Lernende unterstützen, ihre Wirkung hängt jedoch von Aufgabe, Nutzung und Lernziel ab.“ vorsichtiger und sachlich angemessener

Die Zahl im Beispiel ist bewusst fiktiv. Gerade überzeugend klingende Prozentzahlen solltest Du niemals ohne überprüfbare Daten übernehmen.


Schritt 7: Die Entscheidung gehört Dir

Human Agency bedeutet, dass Menschen Ziele setzen, Werkzeuge auswählen, Ergebnisse prüfen und Verantwortung für Entscheidungen übernehmen.

Du solltest am Ende erklären können:

  1. Warum ist diese Aussage im Endprodukt?
  2. Warum wurde eine andere Aussage verworfen?
  3. Warum ist diese Quelle geeignet?
  4. Welche Unsicherheit bleibt?
  5. Was hat die KI beigetragen?
  6. Welche Leistung stammt von Dir?

Kannst Du diese Fragen nicht beantworten, hast Du wahrscheinlich zu viel Kontrolle an das Werkzeug abgegeben.


Ein Prozessprotokoll für die Schule

Eine einfache Tabelle genügt oft:

Schritt Meine Eigenleistung Quelle oder Material KI-Beitrag Prüfung Überarbeitung Entscheidung und Begründung
Fragestellung eigene Leitfrage formuliert Aufgabenblatt keiner passt zur Aufgabe Frage eingegrenzt Fokus auf Chancen und Risiken
Recherche zwei Quellen ausgewählt Schulbuch und seriöse Fachseite Suchbegriffe vorgeschlagen Autor, Datum und Belege geprüft ungeeignete Seite verworfen nur nachvollziehbare Quellen verwenden
Argumentation Argumente sortiert eigene Notizen Gegenargumente vorgeschlagen mit Quellen abgeglichen ein Argument präzisiert geprüftes Gegenargument aufgenommen
Endfassung Text selbst redigiert alle geprüften Quellen Formulierungsvorschlag für eine Überschrift Ton und Aussage kontrolliert Überschrift verändert Endfassung verantwortet

Du kannst dieses Schema kürzen. Entscheidend ist, dass die wesentlichen Entscheidungen sichtbar bleiben.


Quellenkritik: Nicht jede Quelle erfüllt dieselbe Aufgabe


Primärquelle und Sekundärquelle

In Geschichte ist die Unterscheidung besonders wichtig.

Eine Primärquelle stammt unmittelbar aus der untersuchten Zeit oder Situation, zum Beispiel ein Brief, eine Rede, eine Fotografie oder ein amtliches Dokument. Eine Sekundärquelle wertet Quellen aus und ordnet sie ein.

Ein KI-generiertes Bild, das wie ein Foto aus dem Jahr 1910 aussieht, wird dadurch nicht zu einer historischen Primärquelle. Es ist ein modernes synthetisches Bild. Es kann zur Veranschaulichung verwendet werden, wenn sein Charakter klar kenntlich ist, aber nicht als Beleg dafür, wie etwas tatsächlich aussah.


Lateral lesen

Beim lateralen Lesen bleibst Du nicht nur auf einer Webseite. Du öffnest weitere Quellen und prüfst:

  1. Wer steckt hinter der Seite?
  2. Was sagen unabhängige Stellen über diese Quelle?
  3. Findest Du die ursprüngliche Studie, Statistik oder Aussage?
  4. Stimmen andere seriöse Quellen in den entscheidenden Punkten überein?
  5. Gibt es neuere Informationen?

Diese Methode ist besonders wichtig, wenn eine Webseite selbst sehr überzeugend wirkt.

Kritisches Denken bedeutet nicht, grundsätzlich alles abzulehnen. Es bedeutet, Gründe, Belege, Alternativen und mögliche Fehler systematisch zu untersuchen.


Bias erkennen und analysieren

Bias bedeutet in diesem Zusammenhang eine systematische Verzerrung. Sie kann in Daten, Auswahlverfahren, Darstellungen, Fragestellungen oder Entscheidungen entstehen. Bias ist nicht immer absichtlich.


Fünf typische Stellen für Verzerrungen

Stelle Beispiel Prüffrage
Trainingsdaten bestimmte Gruppen kommen seltener vor Wer ist in den Daten sichtbar und wer fehlt?
Auswahl nur besonders auffällige Beispiele werden gezeigt Ist die Auswahl repräsentativ?
Messung eine ungeeignete Größe soll Leistung abbilden Misst die Zahl wirklich das, was behauptet wird?
Prompt eine Frage enthält bereits eine stereotype Annahme Lenkt meine Formulierung das Ergebnis?
Interpretation eine mehrdeutige Ausgabe wird als eindeutige Wahrheit behandelt Welche andere Erklärung ist möglich?


Bias in Bildern

Bei einem KI-generierten Bild kannst Du untersuchen:

  1. Welche Personen werden gezeigt?
  2. Welche Rollen erhalten sie?
  3. Welche Personen fehlen?
  4. Werden Berufe, Alter, Geschlecht, Herkunft oder Fähigkeiten stereotyp dargestellt?
  5. Welche Perspektive wählt das Bild?
  6. Welche Wirkung erzeugen Kleidung, Licht, Blickwinkel und Bildausschnitt?
  7. Ist geklärt, dass das Bild synthetisch ist?

Das Video zu Fake News und Deepfakes kann als Ausgangspunkt für eine Medienanalyse dienen. Entscheidend ist nicht nur die Frage „Sieht es echt aus?“, sondern auch: Woher stammt es, wer verbreitet es, in welchem Kontext steht es und welche unabhängigen Belege gibt es?


Bias in Sprache

Auch ein Text kann Personen oder Gruppen einseitig darstellen. Prüfe beispielsweise, ob ein KI-Text bei „Programmierer“ automatisch Männer beschreibt oder bei „Pflege“ automatisch Frauen. Solche Muster können aus gesellschaftlichen Daten und Darstellungen übernommen werden.

Eine verantwortliche Überarbeitung kann fehlende Perspektiven ergänzen, stereotype Formulierungen verändern und deutlich machen, wenn die Datengrundlage unsicher ist.


Mathematik: Zahlen aus KI-Ausgaben prüfen

Zahlen wirken oft besonders glaubwürdig. Gerade deshalb brauchst Du einen mathematischen Quellencheck.

Angenommen, ein KI-System schreibt:

„80 Prozent der Schülerinnen und Schüler lernen mit KI schneller.“

Bevor Du diese Aussage nutzt, fragst Du:

  1. Woher stammt die Zahl?
  2. Wie groß war die Stichprobe?
  3. Wer wurde befragt oder gemessen?
  4. Was bedeutet „schneller“ genau?
  5. Gibt es eine Vergleichsgruppe?
  6. Wie alt sind die Daten?
  7. Wurde nur eine Gruppe untersucht?
  8. Ist aus einer Korrelation fälschlich eine Ursache gemacht worden?

Wenn keine belastbare Quelle vorhanden ist, darf die Zahl nicht als Tatsache in Dein Ergebnis wandern.


Diagramme kritisch lesen

Prüfe bei Diagrammen zusätzlich:

  1. Beginnt die Achse an einer sinnvollen Stelle?
  2. Sind Achsen und Einheiten beschriftet?
  3. Wurde eine ungewöhnliche Skala gewählt?
  4. Werden absolute Zahlen oder Prozentwerte gezeigt?
  5. Fehlt die Größe der untersuchten Gruppe?
  6. Wird eine kleine Veränderung durch die Darstellung übertrieben?

Ein KI-System kann ein Diagramm erklären oder erstellen, aber die Verantwortung für Daten, Skala und Interpretation bleibt bei Dir.


Deutsch: KI-Texte überarbeiten und begründen

Im Fach Deutsch ist die eigentliche Leistung häufig nicht nur die sprachliche Form. Dazu gehören auch Auswahl, Aufbau, Argumentation, Adressatenbezug und Überarbeitung.

Wenn Du einen KI-Vorschlag nutzt, kannst Du in Deinem Prozessprotokoll festhalten:

  1. Welche eigene These stand vorher fest?
  2. Welche Formulierung hat die KI vorgeschlagen?
  3. Welche Aussage wurde nach einer Quellenprüfung geändert?
  4. Welche Wörter wurden an die Zielgruppe angepasst?
  5. Welche Passage wurde gestrichen, weil sie nicht belegt war?
  6. Welche endgültige Formulierung hast Du selbst gewählt und warum?

Ein besonders gutes Protokoll zeigt nicht nur was verändert wurde, sondern warum.


Geschichte: Herkunft und Zeitbezug sichern

Bei historischen Themen kann KI schnell zu scheinbar passenden Erklärungen, Zitaten oder Bildern führen. Prüfe besonders:

  1. Ist ein Zitat wirklich belegt?
  2. Stammt ein Bild tatsächlich aus der behaupteten Zeit?
  3. Ist der historische Kontext korrekt?
  4. Wird heutiges Wissen fälschlich Personen der Vergangenheit zugeschrieben?
  5. Ist eine Darstellung nur eine Rekonstruktion?
  6. Werden unterschiedliche historische Perspektiven berücksichtigt?

Ein KI-generierter „Zeitzeugenbericht“ darf niemals so präsentiert werden, als wäre er ein echtes historisches Dokument.


Kunst: Gestaltung, Herkunft und Entscheidung

Im Fach Kunst kann KI bei Ideen, Bildvarianten oder Kompositionsvorschlägen helfen. Das entbindet Dich nicht von gestalterischen Entscheidungen.

Dokumentiere zum Beispiel:

  1. Deine erste Bildidee oder Skizze.
  2. Welche Aspekte ein KI-System verändert hat.
  3. Welche Variante Du ausgewählt hast.
  4. Welche Bildelemente Du selbst überarbeitet hast.
  5. Warum die Gestaltung zur Aufgabe passt.
  6. Welche Herkunft, Lizenz oder Kennzeichnung für verwendete Medien zu beachten ist.

So bleibt sichtbar, welche kreative Entscheidung von Dir stammt.


Drei Ebenen klar trennen: Schulregel, Recht und Ethik

Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist, diese drei Ebenen nicht durcheinanderzubringen.

Ebene Leitfrage Beispiel Wer hilft bei Unsicherheit?
Schulische Regel Was ist in dieser konkreten Aufgabe erlaubt? Die Lehrkraft erlaubt KI nur für Ideensammlung, nicht für die Endfassung. Lehrkraft oder Schule
Recht Was ist gesetzlich erlaubt, verboten oder mit Pflichten verbunden? Datenschutz, Urheber- und Lizenzrecht, Persönlichkeitsrechte oder bestimmte Transparenzpflichten können relevant sein. Lehrkraft, Schule und bei Bedarf fachkundige Stelle
Ethik Was ist fair, verantwortbar und gegenüber anderen vertretbar? Eine technisch erlaubte Nutzung kann unfair sein, wenn sie die eigene Leistung verschleiert. eigene begründete Reflexion und gemeinsames Gespräch

Merksatz: Rechtlich möglich, schulisch erlaubt und ethisch vertretbar sind drei verschiedene Fragen.


Schulische Regeln

Schulische Regeln können je nach Aufgabe unterschiedlich sein. Eine Lehrkraft kann beispielsweise verlangen, dass Du:

  1. einen bestimmten Teil ohne KI bearbeitest.
  2. verwendete KI-Hilfe dokumentierst.
  3. Prompts oder Zwischenstände abgibst.
  4. nur freigegebene Werkzeuge verwendest.
  5. bestimmte Quellenarten nutzt.

Eine solche Regel ist nicht automatisch ein Gesetz. Sie legt fest, wie eine konkrete schulische Leistung erbracht und bewertet wird.


Rechtliche Fragen

Rechtliche Fragen sind komplexer und können vom genauen Fall abhängen. Für den Schulalltag sind besonders wichtig:

  1. Datenschutz: Gib keine personenbezogenen, vertraulichen oder unnötig sensiblen Daten in nicht freigegebene Systeme ein.
  2. Urheber- und Lizenzrecht: Prüfe, ob und unter welchen Bedingungen Texte, Bilder oder andere Werke verwendet werden dürfen.
  3. Persönlichkeitsrechte: Verwende Fotos, Namen oder andere personenbezogene Inhalte nicht einfach ohne Prüfung.
  4. KI-Regulierung: Für Anbieter oder Betreiber bestimmter Systeme können besondere Pflichten gelten. Solche Pflichten sind nicht automatisch identisch mit einer schulischen Dokumentationsregel.

Für konkrete rechtliche Einzelfragen gilt: Nicht raten, sondern die zuständige Lehrkraft oder Schule fragen.


Ethische Verantwortung

Ethik fragt weiter als „Darf ich das?“.

Du kannst beispielsweise fragen:

  1. Ist mein Arbeitsweg ehrlich gegenüber Lehrkraft und Mitschülerinnen und Mitschülern?
  2. Können Personen durch eine Darstellung unfair benachteiligt werden?
  3. Werden stereotype Bilder verstärkt?
  4. Hat eine betroffene Person eine Stimme?
  5. Übernehme ich Verantwortung für Fehler?
  6. Habe ich noch selbst gedacht und entschieden?
  7. Könnte mein Beitrag andere täuschen?

Eine verantwortliche Entscheidung kann auch bedeuten, eine technisch mögliche KI-Nutzung bewusst nicht einzusetzen.


Datenschutz und Sicherheit

Für Klasse 7 gilt eine einfache Grundregel:

Gib keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten in ein KI-System ein, wenn die schulische Nutzung und Datenverarbeitung nicht geklärt sind.

Dazu gehören beispielsweise vollständige Namen, private Kontaktdaten, Gesundheitsinformationen, persönliche Konflikte, Fotos ohne geklärte Nutzung oder vertrauliche schulische Dokumente.

Besser ist es, Aufgaben zu anonymisieren. Aus „Bewerte den Streit zwischen Lena Müller und ...“ kann beispielsweise werden: „Welche Möglichkeiten gibt es, einen Konflikt zwischen zwei fiktiven Schülerinnen fair zu lösen?“

Die technische Möglichkeit, etwas einzugeben, bedeutet nicht, dass es eine gute oder erlaubte Entscheidung ist.


Medienanalyse: Echt, bearbeitet oder synthetisch?

Bilder, Tonaufnahmen und Videos können heute mit KI erzeugt oder verändert werden. Deshalb sollte eine Medienprüfung mehrere Ebenen verbinden.

Ebene Frage
Inhalt Was wird behauptet oder gezeigt?
Herkunft Wo wurde das Medium zuerst veröffentlicht?
Kontext Passt Ort, Zeit und Situation?
Technik Gibt es Hinweise auf Bearbeitung oder Generierung?
Gegencheck Bestätigen andere verlässliche Quellen das Ereignis?
Wirkung Welche Emotion oder Deutung soll ausgelöst werden?
Transparenz Ist eine Bearbeitung oder synthetische Erzeugung kenntlich gemacht?

Ein einzelner Bildfehler beweist nicht sicher, dass ein Medium KI-generiert wurde. Ebenso beweist ein realistisches Aussehen nicht, dass es echt ist. Herkunft und unabhängige Bestätigung sind deshalb besonders wichtig.


Realistische Anwendungssituation

Deine Klasse erstellt für die Schulhomepage einen Beitrag mit dem Titel „KI beim Lernen – Chance oder Risiko?“. Dein Team darf KI als Hilfsmittel verwenden, muss aber den Arbeitsweg dokumentieren.

Ein KI-System liefert zu Übungszwecken folgende fiktive Vorschläge:

  1. „90 Prozent aller Jugendlichen lernen mit KI deutlich besser.“
  2. „Eine europäische Lernstudie von 2025 beweist, dass KI Hausaufgaben halbiert.“
  3. Für das Titelbild schlägt das System vor: „Ein Junge programmiert am Laptop, ein Mädchen schreibt daneben ordentlich die Notizen.“
  4. Als Gegenargument nennt das System: „Wer KI benutzt, denkt grundsätzlich weniger selbst.“

Keiner dieser Sätze darf ungeprüft als Tatsache übernommen werden.


Aufgabe A: Behauptungen prüfen

Ordne jede Aussage zunächst einer Prüffrage zu.

Aussage Erste Prüffrage
90 Prozent Welche nachprüfbare Datenquelle liefert diese Zahl?
europäische Lernstudie Existiert diese Studie und sagt sie wirklich das Behauptete?
Bildbeschreibung Enthält die Darstellung stereotype Rollen?
grundsätzlich weniger selbst denken Ist die absolute Aussage durch Forschung oder Beispiele ausreichend begründet?


Aufgabe B: Prozessprotokoll erstellen

Fülle für mindestens zwei Aussagen ein Protokoll nach diesem Muster:

KI-Ausgabe Meine Prüfung Verwendete Quelle Änderung Endentscheidung Begründung
Beispielaussage Beleg gesucht und Kontext geprüft einzutragen übernehmen, verändern oder streichen einzutragen nachvollziehbare Begründung


Aufgabe C: Bias im Bildvorschlag analysieren

Untersuche, warum die Rollenverteilung im vorgeschlagenen Bild problematisch sein könnte. Entwickle anschließend eine neutralere Bildidee. Wichtig ist nicht nur ein „besserer Prompt“, sondern Deine Begründung, welche Darstellung fairer und passender ist.


Aufgabe D: Endprodukt verantworten

Dein Team muss sich entscheiden:

  1. Welche Aussagen werden übernommen?
  2. Welche werden verändert?
  3. Welche werden gestrichen?
  4. Welches Bild oder welche Illustration wird verwendet?
  5. Wie wird die KI-Nutzung transparent gemacht?
  6. Welche Quellen werden genannt?

Die beste Lösung ist nicht die mit der meisten KI-Nutzung, sondern die, deren Entscheidungen nachvollziehbar, geprüft und zur Aufgabe passend sind.


Selbstkontrolle vor der Abgabe

Gehe vor einer Abgabe diese Fragen durch:

  1. Kann ich erklären, was ich selbst geleistet habe?
  2. Habe ich die wichtigsten KI-Beiträge dokumentiert?
  3. Sind zentrale Aussagen durch geeignete Quellen überprüft?
  4. Habe ich Zahlen und Diagramme besonders geprüft?
  5. Habe ich Bias und fehlende Perspektiven untersucht?
  6. Habe ich keine unnötigen personenbezogenen Daten eingegeben?
  7. Habe ich Schulregeln, rechtliche Fragen und Ethik getrennt betrachtet?
  8. Kann ich jede wichtige Änderung begründen?
  9. Würde ich das Endprodukt auch vertreten, wenn jemand meinen gesamten Arbeitsweg sieht?

Wenn Du mehrere Fragen nicht beantworten kannst, ist Dein Prozess noch nicht fertig.


Reflexion

Nutze am Ende eine kurze 3–2–1-Reflexion:

  1. Nenne drei Entscheidungen, die Du selbst getroffen hast.
  2. Nenne zwei KI-Beiträge, die Du geprüft oder verändert hast.
  3. Nenne eine Sache, die Du bewusst verworfen hast, und begründe warum.

Die Reflexion soll zeigen, dass Du nicht nur ein Produkt erstellt, sondern Deinen Lern- und Entscheidungsprozess verstanden hast.


Transfer: Neue Situation

Eine Mitschülerin möchte für ein Referat über ein historisches Ereignis ein KI-generiertes Bild verwenden. Das Bild sieht wie eine alte Fotografie aus. Es ist sehr anschaulich, aber nicht gekennzeichnet. Die Schulregel erlaubt KI-generierte Illustrationen, wenn ihre Verwendung dokumentiert wird.

Entscheide selbstständig:

  1. Darf das Bild nach der beschriebenen Schulregel verwendet werden?
  2. Welche rechtlichen Fragen müssten je nach Veröffentlichung zusätzlich geklärt werden?
  3. Welche ethischen Probleme entstehen, wenn das Bild wie eine echte historische Fotografie wirkt?
  4. Wie würdest Du das Bild kennzeichnen?
  5. Würdest Du es in Deinem Referat einsetzen, verändern oder ersetzen?
  6. Begründe Deine Entscheidung so, dass eine andere Person Deinen Gedankengang nachvollziehen kann.

Transferziel: Du sollst keine vorgegebene Mustermeinung wiederholen. Entscheidend ist, dass Du Schulregel, Recht, Ethik, Quellenlage, Medienwirkung und Deine eigene Verantwortung getrennt prüfst und anschließend zu einem begründeten Urteil kommst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Dokumentation zeigt einen verantwortlichen KI-Arbeitsprozess am besten? (Eigener Entwurf, verwendete Quellen, KI-Beitrag, Prüfung, Überarbeitung und begründete Endentscheidung) (!Nur der Name des verwendeten KI-Systems) (!Nur das fertige Endprodukt) (!Nur der zuletzt verwendete Prompt)




Warum ist eine KI-Antwort nicht automatisch eine verlässliche Quelle? (Weil generierter Text plausibel wirken kann, obwohl Angaben falsch oder unbelegt sind) (!Weil KI nur sehr kurze Texte erzeugen kann) (!Weil digitale Texte grundsätzlich keine Quellen sein können) (!Weil jede KI-Antwort absichtlich erfunden ist)




Was ist ein sinnvolles Vorgehen bei einer überraschenden Prozentzahl aus einer KI-Antwort? (Die ursprüngliche Datenquelle suchen und Stichprobe, Messung und Kontext prüfen) (!Die Zahl übernehmen, wenn sie genau klingt) (!Die Zahl nur sprachlich vereinfachen) (!Die Zahl verdoppeln und mit einer zweiten Zahl vergleichen)




Welche Aussage beschreibt Bias am besten? (Eine systematische Verzerrung kann durch Daten, Auswahl, Fragestellung oder Interpretation entstehen) (!Bias bedeutet immer eine absichtliche Lüge) (!Bias tritt ausschließlich in Bildern auf) (!Bias verschwindet automatisch bei großen Datenmengen)




Eine Lehrkraft erlaubt KI nur zur Ideensammlung. Welche Ebene beschreibt diese Vorgabe zuerst? (Eine schulische Regel für die konkrete Aufgabe) (!Eine mathematische Regel) (!Eine automatische gesetzliche Pflicht für alle Schulen) (!Eine technische Eigenschaft des KI-Modells)




Was ist beim Datenschutz im schulischen KI-Einsatz besonders sinnvoll? (Personenbezogene und vertrauliche Daten nur bei geklärter und erlaubter Verarbeitung verwenden) (!Alle echten Namen eingeben, damit die Antwort genauer wird) (!Private Fotos immer hochladen, wenn sie hilfreich sind) (!Datenschutz nur bei Papierdokumenten beachten)




Wie gehst Du mit einer von KI genannten Quelle um? (Du prüfst, ob sie existiert, zur Aussage passt und zuverlässig genug ist) (!Du übernimmst sie, sobald ein Autor genannt wird) (!Du prüfst nur, ob der Titel wissenschaftlich klingt) (!Du ersetzt den Titel durch einen kürzeren)




Was zeigt Human Agency in einem KI-Arbeitsprozess? (Der Mensch setzt Ziele, prüft Ergebnisse und trifft die begründete Endentscheidung) (!Das KI-System entscheidet allein über die beste Lösung) (!Alle Vorschläge werden unverändert übernommen) (!Nur die Geschwindigkeit der Bearbeitung zählt)




Ein KI-Bild zeigt in einem Technikraum nur Jungen an Computern und Mädchen beim Aufräumen. Was ist ein sinnvoller nächster Schritt? (Die Darstellung auf stereotype Rollen prüfen und eine begründet fairere Variante entwickeln) (!Das Bild übernehmen, weil es realistisch aussieht) (!Nur die Dateigröße des Bildes prüfen) (!Alle Personen aus dem Bild entfernen, ohne die Ursache zu untersuchen)




Was ist beim Transfer auf eine neue Aufgabe am wichtigsten? (Die Situation selbst prüfen und die eigene Entscheidung mit Quellen, Regeln und ethischen Gründen begründen) (!Die letzte Lösung unverändert kopieren) (!Immer dasselbe KI-Werkzeug verwenden) (!Möglichst viele KI-Ausgaben sammeln, ohne sie zu bewerten)





Memory

Prozessprotokoll nachvollziehbarer Arbeitsweg
Quelle überprüfbarer Beleg
Bias systematische Verzerrung
Prompt Eingabe an ein KI-System
Revision begründete Überarbeitung
Datenschutz Schutz personenbezogener Daten
Lizenz Bedingungen für eine erlaubte Nutzung
Human Agency menschliche Steuerung und Entscheidung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung im KI-Arbeitsprozess
Eigenleistung eigene Ideen, Analysen und Entscheidungen
KI-Beitrag vom KI-System erzeugter Vorschlag oder Arbeitsschritt
Quellenprüfung Behauptungen mit geeigneten Belegen abgleichen
Überarbeitung Fehler, Unklarheiten oder Verzerrungen gezielt verändern
Entscheidung eine Auswahl treffen und begründen
Transparenz den Arbeitsweg für andere nachvollziehbar machen





Kreuzworträtsel

Prompt Wie heißt eine Eingabe an ein KI-System?
Quelle Was liefert einen überprüfbaren Beleg für eine Aussage?
Revision Wie heißt eine begründete Überarbeitung eines Entwurfs?
Fairness Welcher Begriff fragt nach gerechter und angemessener Behandlung?
Lizenz Was regelt Bedingungen für die Nutzung eines Werkes?
Verzerrung Welches deutsche Wort beschreibt Bias in diesem Zusammenhang?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein nachvollziehbarer KI-Arbeitsprozess beginnt mit einem klaren

.
Eine KI-Ausgabe muss vor der Übernahme inhaltlich

werden.
Eine nicht belegbare Statistik sollte nicht als

dargestellt werden.
Die Herkunft einer wichtigen Information wird durch eine passende

nachvollziehbar.
Eine systematische Verzerrung nennt man

.
Eigene Änderungen an einem KI-Vorschlag gehören zur

.
Personenbezogene Informationen betreffen besonders den

.
Die endgültige Auswahl und Begründung bleibt eine menschliche

.
Schulische Vorgaben, Recht und

müssen getrennt geprüft werden.
Ein gutes Prozessprotokoll macht Eigenleistung und KI-Beiträge

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prozess-Spur: Wähle eine kleine schulische Aufgabe und notiere fünf Arbeitsschritte. Markiere bei jedem Schritt, was Deine Eigenleistung wäre und wo ein KI-Werkzeug höchstens unterstützen dürfte.
  2. Quellen-Dreieck: Suche zu einer überprüfbaren Behauptung drei unterschiedliche Quellenarten. Vergleiche Autor, Datum, Zweck und Belege und entscheide, welche Quelle Du am stärksten gewichten würdest.
  3. Bias-Lupe: Untersuche einen kurzen KI-Text oder eine Bildbeschreibung auf fehlende Perspektiven und stereotype Rollen. Formuliere eine begründete Verbesserung.
  4. Kennzeichnungs-Karte: Erstelle für ein fiktives Schulprodukt eine kleine Legende mit den Kategorien Eigenleistung, Quelle, KI-Beitrag, Prüfung und Überarbeitung.


Standard

  1. Prompt-Vergleich: Formuliere zwei unterschiedliche Prompts zur gleichen Sachfrage. Vergleiche die Ausgaben nicht danach, welche „schöner“ klingt, sondern nach Prüfbarkeit, Unsicherheit und Nutzen für Deinen eigenen Denkprozess.
  2. Zahlen-Check: Untersuche eine Statistik oder ein Diagramm aus einem Medienbeitrag. Prüfe Stichprobe, Achsen, Prozentbasis und mögliche irreführende Darstellung. Dokumentiere Dein Urteil.
  3. Textrevision: Lass Dir zu einer selbst entwickelten These ein Gegenargument vorschlagen. Prüfe es an einer Quelle, überarbeite es selbst und erkläre in drei Sätzen, warum Deine Fassung besser zur Aufgabe passt.
  4. Bildentscheidung: Entwirf eine Bildidee für ein Schulplakat. Vergleiche eine eigene Skizze mit einem KI-gestützten Entwurf und dokumentiere, welche gestalterischen Entscheidungen Du selbst triffst und wie Herkunft oder Lizenz geklärt werden.


Schwer

  1. Historischer Quellencheck: Lass Dir eine kurze Beschreibung eines historischen Ereignisses erzeugen. Prüfe mindestens drei zentrale Aussagen anhand geeigneter historischer Quellen und dokumentiere Korrekturen, Unsicherheiten und mögliche Perspektivverzerrungen.
  2. Regel-Recht-Ethik-Debatte: Entwickle einen Fall, in dem eine KI-Nutzung schulisch erlaubt, aber ethisch problematisch sein könnte. Trenne Schulregel, rechtliche Frage und ethische Bewertung und verteidige Dein Urteil in einer Diskussion.
  3. Technikdiagramm: Zeichne einen vereinfachten Ablauf von Eingabe über Tokens, Modell und Wahrscheinlichkeitsberechnung bis zur Ausgabe. Markiere mindestens drei Stellen, an denen Fehler oder Verzerrungen entstehen können.
  4. Transferprojekt: Du erhältst für einen neuen Schulbeitrag einen KI-Text, ein synthetisches Bild und eine Statistik. Entscheide für jedes Element, ob Du es verwenden, verändern oder verwerfen würdest. Dokumentiere Quellenprüfung, Bias-Analyse, Datenschutz, Schulregel und Deine abschließende Begründung.




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Lernkontrolle

  1. Prozessanalyse: Du erhältst zwei unterschiedliche Entstehungsprotokolle zu demselben Referat. Beurteile, welches mehr Eigenleistung und Transparenz erkennen lässt, und begründe anhand konkreter Schritte.
  2. Quellenentscheidung: Eine KI-Ausgabe nennt eine Studie, einen Blog und einen Behördenbericht. Entwickle eine sinnvolle Reihenfolge der Prüfung und erkläre, warum Du bestimmte Quellen stärker oder schwächer gewichtest.
  3. Datenurteil: Ein Diagramm zeigt einen starken Unterschied zwischen zwei Gruppen, nennt aber weder Stichprobengröße noch Erhebungsmethode. Erkläre, welche Aussagen Du trotzdem machen kannst und welche noch nicht.
  4. Biasanalyse: Ein KI-Bild stellt eine Berufsgruppe sehr einseitig dar. Analysiere mögliche Ursachen und entwickle eine Änderung, die das Problem nicht nur oberflächlich kaschiert.
  5. Drei-Ebenen-Urteil: Eine KI-Nutzung ist von der Lehrkraft erlaubt. Erkläre anhand eines eigenen Beispiels, warum trotzdem noch rechtliche und ethische Fragen offen sein können.
  6. Verantwortete Entscheidung: Ein KI-Vorschlag ist fachlich gut, aber Du kannst seinen wichtigsten Beleg nicht verifizieren. Entscheide, wie Du weiterarbeitest, und begründe Deine Entscheidung so, dass Dein Arbeitsweg nachvollziehbar bleibt.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sollte sichtbar werden:

  1. Prozessprotokoll: die wichtigsten Arbeitsschritte von der Aufgabenklärung bis zur Endentscheidung.
  2. Eigenleistung: eigene Ideen, Entwürfe, Berechnungen, Analysen und Begründungen.
  3. Quellen: nachvollziehbare Herkunft zentraler Informationen.
  4. KI-Beiträge: wofür ein KI-System eingesetzt wurde und welche relevanten Eingaben oder Ausgaben den Prozess beeinflusst haben.
  5. Prüfung: mindestens ein Beispiel, bei dem eine KI-Aussage, Zahl, Quelle oder Darstellung überprüft wurde.
  6. Überarbeitung: ein Vorher-Nachher-Beispiel mit Begründung der Änderung.
  7. Bias- und Medienanalyse: Untersuchung möglicher Verzerrungen oder irreführender Darstellungen.
  8. Begründete Entscheidung: eine Endentscheidung, die Schulregel, Quellenlage, mögliche rechtliche Fragen und ethische Verantwortung unterscheidet.
  9. Reflexion: kurze Einschätzung, was KI sinnvoll unterstützt hat und wo eigenes Denken entscheidend blieb.
  10. Transfer: Anwendung derselben Prüflogik auf eine neue Situation.


Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Quellen eignen sich zur fachlichen Vertiefung und zur Vorbereitung des Unterrichts:

  1. Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen
  2. Europäische Kommission: AI literacy
  3. Europäische Kommission: Leitlinien zu Transparenzpflichten nach dem AI Act
  4. Landesmedienzentrum Baden-Württemberg: Datenschutz und Lernplattformen
  5. BITTE WAS?!: Unterrichtsmaterial zu KI und Deepfakes
  6. Wikimedia Commons: Colored neural network.svg
  7. Wikimedia Commons: Artificial neuron.svg
  8. Wikimedia Commons: Discriminative vs Generative Neural Networks.png
  9. Wikimedia Commons: Transformer, full architecture.png
  10. Wikimedia Commons: Critical Thinking Skills Diagram.svg

Die Commons-Medien sind auf ihren jeweiligen Dateiseiten mit Lizenz- und Urheberangaben dokumentiert. Prüfe diese Angaben vor einer Weiterverwendung und übernimm die erforderliche Attribution.


OERs zum Thema


Frei verwendbares Erklärmedium

Datei:Künstliche Intelligenz in 2 Minuten erklärt – Was ist eigentlich KI.webm

Das Erklärvideo ist über Wikimedia Commons verfügbar. Die konkrete Lizenz und die erforderliche Namensnennung findest Du auf der dortigen Dateiseite.


Verknüpfte Lernbereiche

KI-Arbeitsprozesse dokumentieren

  1. Informatik: Daten, Modelle, Tokens, neuronale Netze, Transformer und technische Grenzen
  2. Deutsch: Argumentation, Quellenarbeit, sprachliche Überarbeitung und Begründungen
  3. Mathematik: Prozentwerte, Stichproben, Diagramme und Dateninterpretation
  4. Geschichte: Primärquellen, Sekundärquellen, Herkunft und historische Einordnung
  5. Kunst: Bildgestaltung, kreative Entscheidungen, Herkunft und Lizenz
  6. Ethik: Fairness, Verantwortung, Täuschung und Human Agency
  7. Gemeinschaftskunde: Regeln, gesellschaftliche Verantwortung und KI-Regulierung
  8. Medienbildung: Quellenkritik, Desinformation, Deepfakes und Transparenz
  9. Datenschutz: verantwortlicher Umgang mit personenbezogenen Daten
  10. Urheberrecht: Nutzungsrechte und offene Lizenzen


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