Zum Inhalt springen

Künstliche Intelligenz und Demokratie - Gemeinschaftskunde 1

Aus MOOCsWiki Staging

Künstliche Intelligenz und Demokratie - Gemeinschaftskunde 1




Künstliche Intelligenz und Demokratie - Gemeinschaftskunde


Einleitung

Künstliche Intelligenz begegnet Dir täglich: Sie sortiert Beiträge in sozialen Netzwerken, empfiehlt Videos, übersetzt Texte und erzeugt Bilder, Stimmen oder Antworten. Dadurch beeinflusst sie auch die politische Öffentlichkeit.

Eine Demokratie braucht freie Wahlen, Grundrechte, verlässliche Informationen, unterschiedliche Meinungen und die Möglichkeit, politische Entscheidungen zu kritisieren. KI kann diese Voraussetzungen stärken. Sie kann politische Informationen verständlicher machen, Beteiligung erleichtern und große Datenmengen auswerten. Sie kann aber auch für Desinformation, Überwachung, diskriminierende Entscheidungen oder gezielte Manipulation eingesetzt werden.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht nur: Was kann KI? Ebenso wichtig ist: Wer bestimmt die Ziele, wer kontrolliert die Ergebnisse und wer trägt die Verantwortung?


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wie KI politische Kommunikation und demokratische Entscheidungen beeinflussen kann. Du lernst, Chancen und Risiken zu unterscheiden, KI-generierte Inhalte kritisch zu prüfen und Regeln für einen demokratischen Einsatz von KI zu beurteilen.

  1. Grundbegriffe: Du erklärst maschinelles Lernen, generative KI, Algorithmen und Bots.
  2. Demokratische Grundlagen: Du verbindest KI mit Wahlen, Grundrechten, Öffentlichkeit und politischer Teilhabe.
  3. Medienkritik: Du erkennst typische Formen von Manipulation und überprüfst politische Inhalte.
  4. Regulierung: Du kennst wichtige europäische Regeln für Transparenz und Kontrolle.
  5. Urteilskompetenz: Du entwickelst begründete Regeln für einen verantwortlichen KI-Einsatz.


Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist ein Sammelbegriff für Computersysteme, die Aufgaben bearbeiten, für die Menschen normalerweise Wahrnehmung, Sprache, Lernen oder Entscheiden benötigen.

Viele heutige KI-Systeme nutzen maschinelles Lernen. Dabei werden große Datenmengen ausgewertet. Das System erkennt statistische Muster und nutzt diese für Vorhersagen oder neue Ausgaben.

Generative KI kann neue Texte, Bilder, Musik, Stimmen oder Videos erzeugen. Sie versteht politische Aussagen jedoch nicht so wie ein Mensch. Ihre Ergebnisse beruhen auf Daten, Wahrscheinlichkeiten und technischen Vorgaben.


Begriffe im Überblick

Begriff Einfache Erklärung Politisches Beispiel
Algorithmus Eine festgelegte Folge von Rechenschritten Ein Netzwerk entscheidet, welche politischen Beiträge zuerst angezeigt werden.
Maschinelles Lernen Ein System erkennt Muster in Trainingsdaten Ein Programm ordnet Kommentare nach Themen oder vermuteter Stimmung.
Generative KI Ein System erzeugt neue Inhalte Eine Partei erstellt automatisch Bilder, Redetexte oder Videos.
Empfehlungssystem Ein System wählt Inhalte passend zu Nutzungsdaten aus Eine Plattform schlägt politische Videos vor, die lange angesehen werden.
Bot Ein automatisiertes Konto oder Programm Ein Bot verbreitet in kurzer Zeit viele gleichartige politische Beiträge.
Deepfake Ein künstlich erzeugtes oder stark verändertes Bild-, Ton- oder Videomedium Eine bekannte Person scheint etwas zu sagen, das sie nie gesagt hat.

Ein KI-System besitzt keine eigenen demokratischen Werte. Menschen legen Ziele, Daten, Regeln und Einsatzbereiche fest. Deshalb müssen auch Menschen für den Einsatz verantwortlich bleiben.


Was braucht eine Demokratie?

Eine Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen. Sie benötigt auch Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Gewaltenteilung, freie Medien, politische Opposition und eine offene gesellschaftliche Debatte.

Besonders wichtig sind folgende Bedingungen:

  1. Freie und faire Wahlen: Bürgerinnen und Bürger entscheiden ohne Zwang und Manipulation.
  2. Meinungsfreiheit: Unterschiedliche politische Ansichten dürfen geäußert werden.
  3. Pressefreiheit: Medien können Regierungen und andere mächtige Akteure kontrollieren.
  4. Pluralismus: Verschiedene Parteien, Interessen und Lebensweisen sind sichtbar.
  5. Teilhabe: Menschen können wählen, diskutieren, protestieren und sich engagieren.
  6. Transparenz: Politische Entscheidungen und Verantwortlichkeiten müssen nachvollziehbar sein.

KI berührt alle diese Bereiche. Sie kann Informationen leichter zugänglich machen, aber auch beeinflussen, welche Informationen sichtbar werden.


Chancen von KI für die Demokratie

KI ist nicht automatisch eine Gefahr. Ein demokratisch gestalteter Einsatz kann Beteiligung, Information und Kontrolle verbessern.


Zugang zu politischen Informationen

KI kann komplizierte Gesetzestexte zusammenfassen, politische Begriffe erklären oder Informationen in verschiedene Sprachen übersetzen. Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen oder Lernvoraussetzungen können dadurch leichter an politischen Debatten teilnehmen.

Wichtig bleibt die Kontrolle: Eine Zusammenfassung kann Fehler enthalten oder wichtige Gegenargumente auslassen. Sie sollte deshalb mit dem Original und mit verlässlichen Quellen verglichen werden.


Politische Beteiligung

Digitale Assistenten können Fragen zu Sitzungen, Bürgeranträgen oder Wahlprogrammen beantworten. Beteiligungsplattformen können viele Vorschläge sortieren und ähnliche Ideen zusammenfassen.

KI darf jedoch nicht selbst entscheiden, welche Meinung politisch wertvoll ist. Kriterien für die Sortierung müssen transparent und anfechtbar sein.


Verwaltung und öffentliche Planung

Behörden können KI nutzen, um große Datenmengen auszuwerten, Anträge vorzubereiten oder Verkehrs- und Umweltdaten zu untersuchen. Das kann Abläufe beschleunigen.

Bei Entscheidungen über Menschen sind besondere Schutzregeln nötig. Betroffene müssen erfahren können, wie eine Entscheidung zustande kam, welche Daten verwendet wurden und wie sie widersprechen können.


Journalismus und Faktenprüfung

Redaktionen und Faktencheck-Teams können KI verwenden, um große Dokumentensammlungen zu durchsuchen, Bildquellen zu vergleichen oder auffällige Verbreitungsmuster zu erkennen.

Die abschließende Bewertung benötigt journalistische Prüfung. KI kann Hinweise liefern, aber Wahrheit nicht automatisch garantieren.

Demokratische Chance Notwendige Bedingung
Verständliche politische Informationen Quellen müssen genannt und Ergebnisse kontrolliert werden.
Übersetzung und Barriereabbau Bedeutungen dürfen nicht verzerrt werden.
Schnellere Verwaltung Menschen müssen verantwortlich bleiben.
Neue Beteiligungsformen Sortierregeln müssen fair und nachvollziehbar sein.
Unterstützung für Faktenchecks Mehrere unabhängige Belege sind nötig.


Risiken für die Demokratie


Deepfakes und Desinformation

Mit generativer KI lassen sich überzeugende Bilder, Stimmen und Videos herstellen. Ein Deepfake kann den Eindruck erwecken, eine Politikerin, ein Politiker oder eine andere Person habe etwas gesagt oder getan, obwohl dies nicht stimmt.

Solche Inhalte können kurz vor einer Wahl besonders schädlich sein. Selbst wenn die Fälschung später widerlegt wird, kann sie bereits viele Menschen erreicht haben. Außerdem kann die große Zahl möglicher Fälschungen dazu führen, dass auch echte Aufnahmen vorschnell als erfunden bezeichnet werden.


Falschinformationen in großer Menge

KI kann in kurzer Zeit viele unterschiedliche Texte, Bilder und Kommentare erzeugen. Dadurch wird es leichter, eine falsche Behauptung auf vielen Kanälen zu wiederholen.

Wiederholung macht eine Aussage nicht wahr. Sie kann aber den Eindruck erzeugen, eine Meinung werde von sehr vielen Menschen geteilt. Deshalb ist die Zahl der Beiträge kein sicherer Hinweis auf gesellschaftliche Zustimmung.


Bots und künstliche Zustimmung

Automatisierte Konten können Beiträge teilen, kommentieren oder bestimmte Schlagwörter verbreiten. Ein koordiniertes Bot-Netzwerk kann versuchen, Diskussionen größer, wütender oder einseitiger erscheinen zu lassen.

Nicht jedes aktive Konto ist ein Bot. Verdächtig sind beispielsweise sehr gleichförmige Beiträge, ungewöhnlich hohe Aktivität oder identische Formulierungen in kurzer Zeit. Eine sichere Bewertung benötigt jedoch weitere Prüfung.


Personalisierung und Filterblasen

Empfehlungssysteme zeigen verschiedenen Menschen unterschiedliche Inhalte. Sie berücksichtigen zum Beispiel Klicks, Suchanfragen, Sehzeiten und frühere Reaktionen.

Personalisierung kann nützlich sein. Sie kann aber auch dazu führen, dass bestimmte Positionen häufiger und andere seltener sichtbar werden. Eine Filterblase entsteht nicht zwangsläufig, doch einseitige Empfehlungen können vorhandene Ansichten verstärken.

Politisch problematisch wird Personalisierung besonders dann, wenn Menschen nicht erkennen können, warum sie eine bestimmte Werbung oder Botschaft sehen.


Diskriminierung durch Daten und Modelle

KI-Systeme lernen aus vorhandenen Daten. Enthalten diese Daten gesellschaftliche Ungleichheiten oder werden problematische Kriterien gewählt, können Ergebnisse bestimmte Gruppen benachteiligen.

Das betrifft beispielsweise automatisierte Bewertungen in Verwaltung, Polizei, Bildung oder Arbeitswelt. Eine mathematische Berechnung ist nicht automatisch neutral. Auch die Auswahl von Daten und Zielen enthält Wertentscheidungen.


Überwachung und Verlust der Privatsphäre

KI kann Gesichter, Bewegungen, Stimmen oder Verhaltensmuster auswerten. Solche Anwendungen können Sicherheit unterstützen, aber auch Menschen einschüchtern oder politische Aktivitäten überwachen.

In einer Demokratie müssen Eingriffe in die Privatsphäre gesetzlich begründet, verhältnismäßig und kontrollierbar sein. Besonders sensibel sind Daten über politische Überzeugungen, Religion, Gesundheit oder Herkunft.


Macht großer Plattformen

Einige Unternehmen kontrollieren wichtige Plattformen, Modelle, Rechenzentren und Datenbestände. Dadurch können private Regeln großen Einfluss auf die politische Öffentlichkeit erhalten.

Demokratische Kontrolle verlangt deshalb Transparenz, unabhängige Forschung, wirksame Aufsicht und die Möglichkeit, Entscheidungen anzufechten.

Risiko Mögliche demokratische Folge Schutz
Deepfake Täuschung und Vertrauensverlust Kennzeichnung, Quellenprüfung und schnelle Richtigstellung
Bot-Netzwerk Künstlicher Eindruck großer Zustimmung Erkennung koordinierter Aktivität und Plattformtransparenz
Einseitige Empfehlungen Weniger Kontakt mit anderen Positionen Wahlmöglichkeiten und vielfältige Informationsquellen
Verzerrte Trainingsdaten Diskriminierende Entscheidungen Tests, Folgenabschätzung und Beschwerdemöglichkeiten
Politisches Profiling Manipulative Ansprache einzelner Gruppen Datenschutz und klare Grenzen für politische Werbung
Intransparente Systeme Verantwortung bleibt unklar Dokumentation, Aufsicht und menschliche Kontrolle


KI im Wahlkampf

Parteien und Kandidierende können KI für Übersetzungen, Redetexte, Bildgestaltung, Datenanalyse oder den Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern einsetzen. Diese Anwendungen sind nicht grundsätzlich undemokratisch.

Problematisch wird der Einsatz, wenn Menschen getäuscht, ohne ihr Wissen sehr gezielt beeinflusst oder mit erfundenen Aussagen über Gegnerinnen und Gegner konfrontiert werden.


Politische Werbung und Microtargeting

Beim Microtargeting werden unterschiedliche Botschaften an kleine Zielgruppen ausgespielt. Grundlage können Alter, Wohnort, Interessen oder vorheriges Online-Verhalten sein.

Gezielte Information kann Menschen passende Themen zeigen. Gleichzeitig wird die öffentliche Kontrolle schwieriger, wenn verschiedene Gruppen widersprüchliche Versprechen erhalten. Politische Werbung sollte deshalb klar erkennbar sein. Bürgerinnen und Bürger sollten verstehen können, warum sie eine Anzeige sehen.


Ein faires Wahlkampf-Prinzip

Ein demokratischer KI-Einsatz im Wahlkampf sollte mindestens folgende Fragen beantworten:

  1. Ist erkennbar, dass ein Inhalt mit KI erstellt oder verändert wurde?
  2. Wurde die Zustimmung abgebildeter oder nachgeahmter Personen beachtet?
  3. Können Quellen, Auftraggeber und Zielgruppen nachvollzogen werden?
  4. Werden personenbezogene Daten sparsam und rechtmäßig verwendet?
  5. Gibt es eine verantwortliche Person, die Fehler korrigiert?
  6. Können politische Gegner und Medien den Inhalt öffentlich überprüfen?


Regeln für einen demokratischen KI-Einsatz

Der EU AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Je stärker ein KI-System Grundrechte, Sicherheit oder gesellschaftliche Teilhabe beeinflussen kann, desto strenger sind die Anforderungen.

Der AI Act trat 2024 in Kraft und wird schrittweise angewendet. Seit dem 2. August 2026 gelten wichtige Transparenzpflichten aus Artikel 50. In bestimmten Fällen müssen Menschen darüber informiert werden, dass sie mit einem KI-System interagieren. Anbieter generativer Systeme müssen technische Kennzeichnungen ermöglichen. Deepfakes und bestimmte KI-generierte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse müssen als künstlich erzeugt oder verändert offengelegt werden. Für einzelne Bereiche bestehen Ausnahmen und besondere Regeln.

Der AI Act ist nicht die einzige Regel. Auch Datenschutzrecht, Medienrecht, Wahlrecht, Urheberrecht und der Digital Services Act können eine Rolle spielen.


Fünf demokratische Schutzprinzipien

Prinzip Bedeutung
Transparenz Menschen erkennen den KI-Einsatz und erhalten verständliche Informationen.
Verantwortung Eine Person oder Institution bleibt für Folgen und Fehler zuständig.
Menschliche Kontrolle Bedeutsame Entscheidungen werden nicht blind einem System überlassen.
Gleichbehandlung Systeme werden auf Benachteiligungen und verzerrte Ergebnisse geprüft.
Widerspruch Betroffene können Entscheidungen überprüfen lassen und anfechten.

Gute Regeln müssen Innovation ermöglichen und zugleich Grundrechte schützen. Ein Verbot aller KI-Anwendungen wäre ebenso undifferenziert wie ein Einsatz ohne Grenzen.


Politische Inhalte prüfen

Bei verdächtigen Bildern oder Videos solltest Du Dich nicht nur auf sichtbare Fehler verlassen. Moderne Fälschungen können sehr überzeugend wirken. Entscheidend sind Quelle, Kontext und unabhängige Bestätigung.


Der Fünf-Schritte-Check

Schritt Frage Handlung
Stopp Löst der Beitrag starke Angst oder Wut aus? Teile ihn nicht sofort.
Quelle Wer hat den Beitrag zuerst veröffentlicht? Prüfe Konto, Impressum, Datum und mögliche Interessen.
Belege Gibt es Dokumente, vollständige Aufnahmen oder überprüfbare Aussagen? Suche nach dem Ursprung.
Gegenprüfung Berichten mehrere voneinander unabhängige Medien darüber? Vergleiche seriöse Quellen und Faktenchecks.
Kontext Wurde ein echtes Bild aus einem anderen Zusammenhang verwendet? Nutze Rückwärtssuche und suche nach der vollständigen Aufnahme.

Eine Kennzeichnung als KI-generiert ist hilfreich, aber nicht ausreichend. Auch gekennzeichnete Inhalte können falsche Aussagen enthalten. Umgekehrt kann ein echter Inhalt ohne Kennzeichnung verbreitet werden.


Fallbeispiel: Gefälschte Sprachnachricht vor einer Schulwahl

Einen Tag vor der Wahl zur Schülervertretung taucht eine Sprachnachricht auf. Darin scheint eine Kandidatin eine andere Klasse zu beleidigen. Die Nachricht wird in mehreren Gruppen weitergeleitet. Niemand kennt die ursprüngliche Quelle.

Ein demokratischer Umgang könnte so aussehen:

  1. Die Nachricht wird zunächst nicht weiterverbreitet.
  2. Die betroffene Kandidatin erhält die Möglichkeit zur Stellungnahme.
  3. Die ursprüngliche Datei, der Veröffentlichungszeitpunkt und mögliche Bearbeitungen werden geprüft.
  4. Vertrauenslehrkräfte und Wahlleitung werden informiert.
  5. Die Schulgemeinschaft erhält eine sachliche Erklärung zum Prüfstand.
  6. Falls die Nachricht falsch ist, wird die Richtigstellung ebenso sichtbar verbreitet.
  7. Die Wahlleitung entscheidet transparent, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Das Beispiel zeigt: Technik allein löst den Konflikt nicht. Faire Verfahren, Zeit für Prüfung und verantwortliche Personen sind entscheidend.


Streitfrage: Soll KI im Wahlkampf erlaubt sein?

Argumente für eine Nutzung Argumente für strenge Grenzen
Übersetzungen erreichen mehr Menschen. Künstliche Inhalte können Wählerinnen und Wähler täuschen.
Informationen können leichter verständlich werden. Wohlhabende Akteure können sich technische Vorteile kaufen.
Routineaufgaben werden schneller erledigt. Personalisierte Werbung kann unsichtbar manipulieren.
Bürgerfragen können schneller beantwortet werden. Automatische Antworten können Fehler oder erfundene Aussagen enthalten.
Datenanalysen können wichtige Themen sichtbar machen. Politische Profile können Privatsphäre und freie Meinungsbildung gefährden.

Eine begründete Position sollte nicht nur zwischen Erlaubnis und Verbot wählen. Du kannst auch Bedingungen formulieren, etwa Kennzeichnung, Datenschutz, ein Verbot täuschender Nachahmungen, öffentliche Werbearchive oder unabhängige Kontrollen.


Fazit

KI verändert politische Kommunikation, Verwaltung und Wahlkämpfe. Sie kann Informationen zugänglicher machen und Beteiligung unterstützen. Sie kann aber auch Täuschung, Diskriminierung, Überwachung und Machtkonzentration verstärken.

Demokratische Technikgestaltung bedeutet deshalb:

  1. Menschenrechte und freie Wahlen stehen über technischen Möglichkeiten.
  2. KI-generierte politische Inhalte müssen erkennbar sein.
  3. Verantwortliche Personen und Institutionen müssen benannt werden.
  4. Betroffene brauchen Auskunft, Prüfung und Widerspruch.
  5. Schulen, Medien und Öffentlichkeit benötigen starke Medienkompetenz.
  6. Über Regeln für KI muss öffentlich und demokratisch entschieden werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt einen demokratischen Einsatz von KI am besten? (Menschenrechte Transparenz und Kontrolle werden beachtet) (!KI entscheidet selbst über politische Ziele) (!Alle politischen Inhalte werden automatisch gelöscht) (!Nur große Unternehmen dürfen KI kontrollieren)




Was ist ein Deepfake? (Ein künstlich erzeugter oder stark veränderter Medieninhalt) (!Eine geheime Abstimmung im Parlament) (!Ein besonders langer Zeitungsartikel) (!Eine verschlüsselte Wahlurne)




Welche Chance kann KI für politische Teilhabe bieten? (Politische Informationen können übersetzt und vereinfacht werden) (!Wahlen werden durch Computer ersetzt) (!Kritik an Regierungen wird verhindert) (!Alle Menschen erhalten dieselbe politische Meinung)




Welches Risiko kann durch Empfehlungssysteme entstehen? (Bestimmte politische Positionen werden dauerhaft häufiger sichtbar) (!Jede Nachricht wird automatisch wahr) (!Wahlurnen werden unbrauchbar) (!Parlamente können keine Gesetze mehr beschließen)




Was ist ein Social Bot? (Ein automatisiertes Konto oder Programm in einem sozialen Netzwerk) (!Eine gewählte Person im Gemeinderat) (!Ein gedrucktes Wahlprogramm) (!Eine Behörde für Datenschutz)




Warum können KI-Systeme diskriminierende Ergebnisse erzeugen? (Trainingsdaten und Zielvorgaben können gesellschaftliche Verzerrungen enthalten) (!Computer verwenden grundsätzlich keine Daten) (!Mathematik verbietet jede Ungleichheit) (!KI-Systeme kennen automatisch alle Grundrechte)




Wozu dient die Kennzeichnung KI-generierter politischer Inhalte? (Menschen sollen die Entstehung des Inhalts besser einordnen können) (!Kritische Fragen sollen verhindert werden) (!Politische Werbung soll unsichtbar bleiben) (!Jede Aussage soll als richtig gelten)




Warum ist ein Vergleich unabhängiger Quellen wichtig? (Eine Behauptung kann dadurch besser überprüft werden) (!Viele Wiederholungen beweisen automatisch die Wahrheit) (!Der erste Beitrag ist immer die Originalquelle) (!Emotionale Sprache macht eine Nachricht zuverlässig)




Welche Aufgabe muss in einer Demokratie bei Menschen bleiben? (Verantwortung für politische und rechtliche Entscheidungen) (!Das Sortieren großer Datenmengen) (!Die Übersetzung einfacher Texte) (!Die Suche nach ähnlichen Dokumenten)




Welche Frage ist bei politischem Microtargeting besonders wichtig? (Warum erhält eine bestimmte Person genau diese politische Anzeige) (!Wie schwer ist das verwendete Smartphone) (!Welche Farbe hat das Parteilogo) (!Wie viele Tasten besitzt ein Computer)





Memory

Deepfake Künstlich erzeugter oder stark veränderter Medieninhalt
Algorithmus Festgelegte Folge von Rechenschritten
Social Bot Automatisiertes Konto in einem Netzwerk
Faktencheck Systematische Prüfung einer Behauptung
Bias Systematische Verzerrung eines Ergebnisses
Transparenz Nachvollziehbarkeit von Einsatz und Verantwortung
Partizipation Beteiligung an politischen Entscheidungen
AI Act Europäische Regeln für Künstliche Intelligenz





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Demokratische Funktion
Kennzeichnung Macht KI-generierte Inhalte erkennbar
Quellenvergleich Prüft Behauptungen mit unabhängigen Informationen
Menschliche Aufsicht Hält Verantwortung bei Personen
Datensparsamkeit Begrenzt die Sammlung persönlicher Informationen
Widerspruchsmöglichkeit Erlaubt die Überprüfung einer Entscheidung






Kreuzworträtsel

Deepfake Wie heißt ein täuschend echt wirkender synthetischer Medieninhalt?
Algorithmus Wie heißt eine festgelegte Folge von Rechenschritten?
Transparenz Welcher Begriff bezeichnet die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen?
Faktencheck Wie heißt die systematische Prüfung einer Behauptung?
Pluralismus Wie heißt das demokratische Nebeneinander unterschiedlicher Meinungen?
Wahlkampf Wie heißt der politische Wettbewerb vor einer Wahl?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine

braucht freie Wahlen, Grundrechte und eine offene politische Debatte.
Ein

besteht aus festgelegten Schritten zur Verarbeitung von Informationen.
Generative KI kann neue Texte, Bilder, Stimmen und

erzeugen.
Ein täuschend echt wirkender künstlicher Medieninhalt wird

genannt.
Automatisierte Konten in sozialen Netzwerken heißen häufig

.
Einseitige Trainingsdaten können zu einem systematischen

führen.
Die Offenlegung eines KI-Einsatzes verbessert die

.
Beim Prüfen einer Behauptung sollten mehrere unabhängige

verglichen werden.
Politische Entscheidungen mit großen Folgen benötigen menschliche

.
Der europäische Rechtsrahmen für viele KI-Anwendungen heißt

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsplakat gestalten: Erstelle ein Plakat mit den Begriffen KI, Algorithmus, Deepfake, Bot, Bias und Transparenz. Ergänze zu jedem Begriff ein politisches Beispiel.
  2. Nachricht prüfen: Wähle eine politische Meldung aus einem sozialen Netzwerk. Untersuche Quelle, Datum, Belege und ursprünglichen Kontext.
  3. Medien vergleichen: Vergleiche die Darstellung desselben politischen Themas in zwei Medien. Beschreibe Unterschiede bei Überschrift, Bild und Schwerpunkt.
  4. Kennzeichnung entwickeln: Entwirf ein leicht verständliches Symbol für KI-generierte politische Inhalte und begründe Deine Gestaltung.


Standard

  1. Klassenumfrage durchführen: Befrage Deine Klasse zur Frage, ob KI im Wahlkampf erlaubt sein sollte. Werte die Ergebnisse aus und achte auf neutrale Fragen.
  2. Podcast produzieren: Erstellt zu zweit einen fünfminütigen Podcast über Chancen und Risiken von KI für die Demokratie.
  3. Fall analysieren: Untersuche das Beispiel einer gefälschten politischen Audioaufnahme. Entwickle einen Plan für Medien, Wahlleitung und Öffentlichkeit.
  4. Pro-und-Contra-Debatte: Diskutiert die Aussage, dass alle KI-generierten Wahlkampfinhalte verboten werden sollten. Formuliert anschließend einen Kompromiss.


Schwer

  1. Wahlkampf-Kodex entwerfen: Entwickle Regeln für Parteien, die KI in einem fairen Wahlkampf nutzen wollen. Berücksichtige Kennzeichnung, Daten, Verantwortung und Sanktionen.
  2. Algorithmus-Prüfung simulieren: Entwirf Kriterien, mit denen eine unabhängige Stelle ein politisches Empfehlungssystem auf Fairness und Transparenz untersuchen könnte.
  3. Expertengespräch führen: Interviewe eine Person aus Journalismus, Politik, Verwaltung, Datenschutz oder Medienbildung zum demokratischen Umgang mit KI.
  4. Mini-Forschungsprojekt: Untersuche eine Woche lang politische Empfehlungen auf einer Plattform. Dokumentiere Themen, Quellen und mögliche Einseitigkeiten, ohne persönliche Daten zu veröffentlichen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kommunaler Chatbot: Eine Stadt möchte einen KI-Chatbot für Bürgerfragen einsetzen. Entwickle Bedingungen, unter denen das Angebot demokratisch und fair wäre.
  2. Deepfake vor einer Wahl: Ein gefälschtes Video verbreitet sich zwei Tage vor einer Wahl. Erstelle einen abgestuften Krisenplan für Wahlleitung, Medien und Plattform.
  3. Sicherheit und Freiheit: Beurteile den Einsatz von Gesichtserkennung bei einer politischen Demonstration. Wäge Sicherheit, Privatsphäre und Versammlungsfreiheit gegeneinander ab.
  4. Empfehlungssysteme vergleichen: Erkläre, wie zwei Plattformen mit unterschiedlichen Zielen dieselben politischen Inhalte verschieden sortieren könnten.
  5. Eigene Regel entwickeln: Formuliere eine Regel für KI-generierte Wahlwerbung. Begründe, welches Problem sie löst und welche unbeabsichtigten Folgen möglich wären.
  6. Politisches KI-Werkzeug bewerten: Bewerte ein Werkzeug, das Wahlprogramme automatisch zusammenfasst. Entwickle Kriterien für Genauigkeit, Neutralität und Nachvollziehbarkeit.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern Zusammenhänge erklären und auf neue Fälle übertragen kannst.

  1. Du erklärst den Unterschied zwischen Algorithmus, maschinellem Lernen, generativer KI, Bot und Deepfake.
  2. Du beschreibst Voraussetzungen einer Demokratie und verbindest sie mit digitalen Technologien.
  3. Du analysierst Chancen und Risiken eines konkreten KI-Einsatzes.
  4. Du prüfst politische Inhalte mit Quellenvergleich, Kontextsuche und Faktencheck.
  5. Du bewertest Regeln nach Transparenz, Verantwortung, Grundrechtsschutz und Widerspruchsmöglichkeiten.
  6. Du formulierst ein begründetes politisches Urteil und setzt Dich mit Gegenargumenten auseinander.
  7. Du kennzeichnest bei eigenen Produkten offen, ob und wie KI verwendet wurde.




OERs zum Thema

  1. Bundeszentrale für politische Bildung: KI und Demokratie
  2. Bundeszentrale für politische Bildung: Deepfakes und politische Realität
  3. Europäische Kommission: Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte
  4. AI Act Service Desk: Artikel 50
  5. UNESCO und UNDP: KI, Meinungsfreiheit und Wahlen



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen