Instandhaltung und Wartungsplanung – Störungen und Stillstände auswerten
Instandhaltung und Wartungsplanung – Störungen und Stillstände auswerten
Zielgruppe: Ausbildung in technischen Berufen, besonders Industriemechanik, Mechatronik, Betriebstechnik und produktionsnahen Berufen.
Kurzbeschreibung: Du wertest Störungen einer simulierten Verpackungslinie nach Häufigkeit, Dauer und Ursachenklassen aus. Daraus leitest Du begründete Maßnahmen für Instandhaltung, Wartung und Wartungsplanung ab. Funktionsanimationen, Schaltbilder und Diagnose-Simulationen helfen Dir, Zusammenhänge zu erkennen, ohne reale Maschinen automatisch anzusteuern.

Einleitung
In der Instandhaltung reicht es nicht zu wissen, dass eine Anlage gestanden hat. Für eine gute Wartungsplanung musst Du erkennen, wie oft Störungen auftreten, wie lange sie dauern und welche Ursachenklassen dahinterstehen. Erst dann kannst Du Prioritäten begründen.
Die DIN 31051 gliedert Instandhaltung in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Die DIN EN 13306 stellt die zugehörigen Begriffe bereit. Für geplante Wartungs- und Inspektionspläne ist unter anderem die VDI 2890 relevant.
Sicherheitsgrundsatz für diesen Kurs: Alle Maschinenabläufe werden zunächst nur gedanklich, tabellarisch oder mit Lernsoftware simuliert. Es gibt keine automatische Live-Ansteuerung, keine SPS-Downloads, kein Forcen von Signalen und keine Umgehung von Schutzeinrichtungen. Reale Arbeiten dürfen nur unter geeigneter Fachaufsicht, nach betrieblicher Freigabe, Gefährdungsbeurteilung und Herstellerangaben stattfinden.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Störungsdaten strukturiert erfassen, Häufigkeit und Stillstandsdauer unterscheiden, einfache Kennzahlen berechnen, Ursachenklassen bilden, Prioritäten aus Daten ableiten und einen einfachen Wartungsplan begründen. Du kannst außerdem erklären, warum eine sichere Diagnose mit Simulation und Dokumentation beginnt.
Ausbildungsfall: Verpackungslinie PL-7
Du arbeitest im Ausbildungsteam eines fiktiven Betriebs. Die Verpackungslinie PL-7 fördert Kartons, vereinzelt sie pneumatisch und transportiert sie zu einer Verpackungsstation. Für die Übung liegt ein Datensatz aus 10 Schichten mit je 8 Stunden vor.
Geplante Betrachtungszeit: 80 Stunden beziehungsweise 4.800 Minuten.
| Störung | Beobachtung | Ursachenklasse für die Auswertung | Stillstand |
|---|---|---|---|
| S1 | Lichtschranke stark verschmutzt | Sensorik und Umgebung | 12 min |
| S2 | Verpackungsfolie läuft schief | Material und Prozess | 8 min |
| S3 | Simulierter Druck liegt unter dem Sollbereich | Pneumatik | 18 min |
| S4 | Endlagensignal ist unplausibel | Sensorik und Umgebung | 14 min |
| S5 | Auffällige Lagerschwingung führt zum geplanten Stopp | Mechanik | 31 min |
| S6 | Kartonstau an der Übergabe | Material und Prozess | 17 min |
| S7 | Motorschutzmeldung im simulierten Diagnosebild | Elektrik und Antrieb | 12 min |
Summe der Stillstände: 112 Minuten. Anzahl der Störungen: 7.
Lerneinheit 1: Häufigkeit lesen
Die absolute Häufigkeit ist einfach die Anzahl der Störungen. Für Vergleiche zwischen unterschiedlichen Zeiträumen ist eine Rate hilfreicher.
Für PL-7 gilt:
Störungsrate = Anzahl der Störungen / Betrachtungszeit
7 Störungen / 80 h = 0,0875 Störungen je Stunde.
Anschaulicher: 8,75 Störungen je 100 Betriebsstunden.
Wichtig: Eine häufige Störung muss nicht automatisch den längsten Stillstand verursachen.
Lerneinheit 2: Dauer auswerten
Die gesamte störungsbedingte Stillstandszeit beträgt 112 Minuten. Für den Übungsdatensatz verwenden wir als einfache mittlere Wiederherstellungsdauer:
Mittlere Dauer = Summe der störungsbedingten Stillstandszeiten / Anzahl der Störungen
112 min / 7 = 16 min je Störung.
Diese Größe ist mit der Idee der MTTR verwandt. In der betrieblichen Praxis muss vorher eindeutig festgelegt werden, welche Zeitanteile in die Kennzahl eingehen.
Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere den Unterschied zwischen MTBF und MTTR. Prüfe anschließend, welche Kennzahl eher die Häufigkeit und welche eher die Wiederherstellungsdauer beschreibt.
Lerneinheit 3: Ursachenklassen bilden
Gute Ursachenklassen sind so grob, dass Muster sichtbar werden, aber so genau, dass Maßnahmen ableitbar bleiben.
Für PL-7 werden fünf Klassen genutzt:
| Ursachenklasse | Anzahl | Stillstand |
|---|---|---|
| Sensorik und Umgebung | 2 | 26 min |
| Material und Prozess | 2 | 25 min |
| Pneumatik | 1 | 18 min |
| Mechanik | 1 | 31 min |
| Elektrik und Antrieb | 1 | 12 min |
Die häufigsten Klassen sind hier Sensorik und Umgebung sowie Material und Prozess. Die längste Stillstandsdauer verursacht jedoch die Klasse Mechanik. Genau deshalb solltest Du Häufigkeit und Dauer getrennt betrachten.

Ein Pareto-Diagramm kann helfen, Ursachen nach Häufigkeit, Dauer oder Kosten zu ordnen. Die Rangfolge hängt davon ab, welche Größe Du betrachtest.
Lerneinheit 4: Ursache und Symptom trennen
Ein Stillstand ist zunächst ein Ereignis. Eine Meldung ist zunächst ein Symptom. Die eigentliche Ursache muss durch systematische Diagnose eingegrenzt werden.
Beispiel: „Zylinder fährt nicht aus“ kann mit Pneumatik, Sensorik, Mechanik, Versorgung oder Steuerungslogik zusammenhängen. Eine sichere Diagnose beginnt deshalb mit Dokumentation, Schaltbild, Zustandsanzeige und einer klaren Hypothese.

Ein Fehlerbaum ordnet mögliche Ursachen logisch. Im Kurs verwendest Du ihn nur als Lernmodell. An realen Anlagen gelten betriebliche Freigaben und Sicherheitsverfahren.
Funktionsverständnis mit Medien
Pneumatischer Zylinder

Ein doppeltwirkender Pneumatikzylinder wandelt Druckluftenergie in eine lineare Bewegung um. Für die Diagnose musst Du Funktionskette und Signalfluss verstehen: Energieversorgung, Ventil, Zylinder, Endlagen und Rückmeldung.

Animationsauftrag: Beobachte nur die Bewegungsfolge. Formuliere danach drei mögliche Diagnosefragen, ohne einen realen Eingriff vorzuschlagen.
Pneumatisches Schaltbild

Ein pneumatisches Schaltbild hilft Dir, Versorgung, Ventile und Aktoren zuzuordnen. Nutze Schaltbilder zuerst zum Lesen und zur Simulation. Öffne oder verändere keine druckbeaufschlagten Komponenten ohne Freigabe und Fachaufsicht.
Videoauftrag: Identifiziere im Video Zylinder, Wegeventil und Druckluftquelle. Übertrage die Funktion nur auf eine Simulation, nicht automatisch auf eine reale Anlage.
Elektrische und logische Signale lesen

Ein Kontaktplan kann Eingangsbedingungen und Ausgänge darstellen. Für diesen Kurs gilt: Du liest Signale und Zustände. Du lädst kein Programm in eine reale Steuerung und forcierst keine Ein- oder Ausgänge.
Sichere Fehlerdiagnose-Simulation
Die folgende Übung ist vollständig fiktiv. Sie bildet nur Diagnoseentscheidungen ab.
Situation: Der Vereinzelzylinder der PL-7 erreicht die vordere Endlage nicht.
| Simuliertes Signal | Zustand | Bedeutung im Lernmodell |
|---|---|---|
| Sicherheitsfreigabe | OK | Simulation darf gedanklich fortgesetzt werden |
| Startfreigabe | 1 | Ablauf wurde angefordert |
| Ventilbefehl Y1 | 1 | Steuerung fordert Ausfahren an |
| Druckanzeige | unter Soll | Pneumatische Versorgung ist auffällig |
| Endlage vorne B2 | 0 | Zielposition wurde nicht erreicht |
Diagnosefrage: Welche Ursachenklasse solltest Du zuerst untersuchen?
Begründung: Der Steuerbefehl ist im Lernmodell vorhanden, gleichzeitig ist die simulierte Druckanzeige auffällig. Damit erhält die Ursachenklasse Pneumatik zunächst eine höhere Priorität. Das ist noch keine bestätigte Ursache.
Sicherheitsgrenze: An einer realen Anlage würdest Du nicht selbstständig Leitungen lösen, Ventile betätigen oder Schutzeinrichtungen umgehen. Reale Prüfungen erfolgen nur nach Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben, geeigneter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe.
Kennzahlen für die Wartungsplanung
Störungshäufigkeit
Für die Planung ist nicht nur die Anzahl wichtig, sondern auch der Bezugszeitraum. „7 Störungen“ ohne Angabe der 80 Stunden wäre kaum vergleichbar.
Mittlere Stillstandsdauer
Für PL-7 beträgt die mittlere störungsbedingte Dauer 16 Minuten. Ein hoher Wert kann auf schwierige Diagnose, fehlende Ersatzteile, lange Freigabezeiten oder aufwendige Instandsetzung hinweisen. Die Daten allein beweisen aber noch keine einzelne Ursache.
Vereinfachte Anlagenverfügbarkeit
Für den Übungsdatensatz wird die geplante Zeit von 4.800 Minuten verwendet.
Vereinfachte Verfügbarkeit = Betriebszeit / geplante Zeit
Betriebszeit = 4.800 min − 112 min = 4.688 min.
4.688 / 4.800 ≈ 97,7 %.
Diese vereinfachte Rechnung dient der Ausbildung. In realen Betrieben muss genau definiert werden, welche geplanten und ungeplanten Zeitarten in die Kennzahl einfließen.
Prioritäten bilden
Für PL-7 ergeben sich zwei verschiedene Signale:
- Häufigkeit: Sensorik und Umgebung sowie Material und Prozess treten am häufigsten auf.
- Stillstandsdauer: Mechanik verursacht mit 31 Minuten den größten einzelnen Zeitverlust.
- Wartungsplanung: Häufige kleine Störungen und seltene lange Stillstände brauchen unterschiedliche Maßnahmen.
Eine sinnvolle Priorisierung betrachtet deshalb mindestens Häufigkeit, Dauer, Sicherheitsrelevanz und Wiederholungsmuster.
Vom Störungsdatensatz zum Wartungsplan
Für die PL-7 könnte ein Lernteam folgende Maßnahmen begründen:
| Datenhinweis | Planerische Reaktion | Sicherheitsrahmen |
|---|---|---|
| Sensorverschmutzung tritt wiederholt auf | Herstellerkonforme Sicht- und Reinigungsprüfung im geeigneten Intervall prüfen | Nur freigegebene Verfahren und geeignete Mittel verwenden |
| Mechanische Störung verursacht lange Stillstandszeit | Zustandsprüfung für Lagerung in einen geplanten Stillstand aufnehmen | Reale Prüfung nur durch geeignetes Personal und unter Freigabe |
| Materialstau tritt wiederholt auf | Materialführung, Übergabepunkte und Prozessparameter analysieren | Erst Simulation und Dokumentation, keine Manipulation von Schutzeinrichtungen |
| Pneumatischer Fehler ist möglich | Druckversorgung und Signalfolge in Lernsoftware simulieren | Keine Arbeiten am druckbeaufschlagten System ohne betriebliche Freigabe |
VDI 2890 betont bei Wartungs- und Inspektionsplänen unter anderem Anlagensicherheit, Arbeitssicherheit, Durchführungsdauer und termingerechte Anforderungen. Ein Wartungsplan ist deshalb mehr als ein Kalender: Er verbindet Aufgabe, Intervall, Zuständigkeit, Dokumentation und Sicherheitsbedingungen.
Gestufte Hilfen und Aufgaben mit Feedback
Basisaufgabe 1: Kennzahl erkennen
Aufgabe: Entscheide, ob „7 Störungen in 80 Stunden“ eine Aussage über Häufigkeit oder Dauer ist.
Hilfe 1: Frage Dich, ob gezählt oder gemessen wird.
Hilfe 2: Die Einheit „Störungen je Zeit“ ist entscheidend.
Begründetes Feedback: Richtig ist Häufigkeit. Gezählt wird die Zahl der Ereignisse in einem Bezugszeitraum. Eine Dauer hätte eine Zeiteinheit wie Minuten oder Stunden pro Störung.
Basisaufgabe 2: Mittelwert berechnen
Aufgabe: Berechne aus 112 Minuten Stillstand und 7 Störungen die mittlere störungsbedingte Dauer.
Hilfe 1: Teile die Gesamtdauer durch die Anzahl.
Hilfe 2: 112 / 7.
Begründetes Feedback: Das Ergebnis ist 16 Minuten je Störung. Der Mittelwert beschreibt die typische Dauer im Datensatz, verschweigt aber Unterschiede zwischen kurzen und langen Ereignissen.
Anwendungsaufgabe 1: Priorität begründen
Aufgabe: Welche Ursachenklasse würdest Du zuerst für eine Verkürzung der gesamten Stillstandszeit untersuchen?
Hilfe 1: Vergleiche die Summen der Minuten je Ursachenklasse.
Hilfe 2: Die höchste Dauer liegt nicht bei der häufigsten Klasse.
Begründetes Feedback: Mechanik ist eine gut begründete erste Wahl, weil sie mit 31 Minuten den größten Zeitanteil verursacht. Für eine andere Zielsetzung, etwa weniger Unterbrechungen, könnten dagegen die häufigeren Klassen wichtiger sein.
Anwendungsaufgabe 2: Diagnosehypothese
Aufgabe: Im Simulationsfall ist Y1 = 1, die Druckanzeige ist unter Soll und B2 = 0. Nenne die zuerst zu prüfende Ursachenklasse.
Hilfe 1: Der Steuerbefehl liegt bereits vor.
Hilfe 2: Suche nach der auffälligen Energieversorgung.
Begründetes Feedback: Pneumatik ist die naheliegende Startklasse. Die Daten bestätigen noch keinen konkreten Defekt, sondern helfen nur, die nächste sichere Diagnosefrage zu wählen.
Transferaufgabe 1: Wartungsintervall beurteilen
Aufgabe: Nach mehreren Wochen tritt Sensorverschmutzung trotz wöchentlicher Reinigung weiterhin häufig auf. Begründe zwei mögliche nächste Schritte.
Hilfe 1: Denke nicht nur an ein kürzeres Intervall.
Hilfe 2: Frage nach Umgebung, Einbauort und Ursache der Verschmutzung.
Begründetes Feedback: Sinnvoll ist eine Ursachenanalyse, zum Beispiel zur Staubquelle oder Einbausituation, sowie eine Überprüfung des Wartungskonzepts. Nur häufiger zu reinigen kann Symptome behandeln, ohne die Ursache zu reduzieren.
Transferaufgabe 2: Zielkonflikt erklären
Aufgabe: Ein Team möchte nur die häufigsten Störungen bearbeiten. Ein anderes Team möchte nur die längsten Stillstände bearbeiten. Bewerte beide Ansätze.
Hilfe 1: Häufigkeit und Dauer messen verschiedene Eigenschaften.
Hilfe 2: Ergänze Sicherheitsrelevanz und Aufwand als weitere Kriterien.
Begründetes Feedback: Beide Ansätze sind allein zu eng. Gute Priorisierung kombiniert Häufigkeit, Dauer, Risiko und Umsetzbarkeit. Dadurch werden sowohl viele kleine Unterbrechungen als auch seltene, aber schwere Ausfälle berücksichtigt.
Sicherheitsrahmen für reale Arbeiten
Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt, dass Instandhaltungsmaßnahmen auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung sicher durchgeführt werden und Herstellerangaben berücksichtigt werden. Instandhaltungsarbeiten dürfen nur von fachkundigen, beauftragten und unterwiesenen Personen beziehungsweise geeigneten Auftragnehmern durchgeführt werden.
Für die Ausbildung bedeutet das: Simulation vor Realität, klare Verantwortlichkeiten, abgesicherter Arbeitsbereich, Beachtung gefährlicher und gespeicherter Energien, keine Umgehung von Schutzeinrichtungen und ein betriebliches Freigabeverfahren.
Die DGUV weist außerdem darauf hin, dass Störungsbeseitigung ein erhöhtes Unfallrisiko besitzt. Deshalb gehören Vorbereitung, Durchführung, Erprobung und Nachbereitung zu einer sicheren Störungsbeseitigung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Kennzahl beschreibt, wie oft Störungen in einem Bezugszeitraum auftreten? (Störungshäufigkeit) (!Stillstandsdauer) (!Wartungsintervall) (!Ersatzteilbestand)
Wie hoch ist die mittlere Stillstandsdauer bei 112 Minuten Gesamtstillstand und 7 Störungen? (16 Minuten) (!7 Minuten) (!80 Minuten) (!112 Minuten)
Welche Ursachenklasse verursacht im Ausbildungsfall die größte gesamte Stillstandsdauer? (Mechanik) (!Pneumatik) (!Elektrik und Antrieb) (!Material und Prozess)
Welche beiden Ursachenklassen treten im Datensatz am häufigsten auf? (Sensorik und Umgebung sowie Material und Prozess) (!Mechanik sowie Pneumatik) (!Elektrik und Antrieb sowie Mechanik) (!Pneumatik sowie Elektrik und Antrieb)
Was ist der sicherste erste Schritt bei einer unbekannten Maschinenstörung im Ausbildungskontext? (Simulieren und dokumentiert eingrenzen) (!Schutzeinrichtung überbrücken) (!Ausgang der Steuerung forcen) (!Druckleitung lösen)
Wofür eignet sich ein Pareto-Diagramm in der Störungsauswertung besonders? (Ursachen nach einer gewählten Größe zu priorisieren) (!Schutzeinrichtungen zu prüfen) (!SPS Programme automatisch zu ändern) (!Druckluftleitungen zu dimensionieren)
Was zeigt eine MTTR ähnliche Kennzahl im Kurs vor allem? (Mittlere Wiederherstellungsdauer) (!Anzahl der Ersatzteile) (!Maximale Motordrehzahl) (!Geplante Schichtlänge)
Warum sollten Häufigkeit und Dauer getrennt ausgewertet werden? (Häufige Störungen müssen nicht die längsten Stillstände verursachen) (!Beide Größen sind immer identisch) (!Dauer lässt sich nicht messen) (!Häufigkeit ist nur bei Wartung wichtig)
Welche Aussage zur realen Instandhaltung ist richtig? (Reale Arbeiten benötigen geeignete Fachaufsicht und betriebliche Freigabe) (!Auszubildende dürfen Schutzeinrichtungen selbstständig deaktivieren) (!Eine Simulation ersetzt jede Gefährdungsbeurteilung) (!Herstellerangaben sind bei Störungen unwichtig)
Welche Maßnahme passt zu wiederholt verschmutzten Sensoren am besten? (Ursache und Wartungskonzept überprüfen) (!Nur die Dokumentation löschen) (!Schutzfunktion dauerhaft abschalten) (!Störung ohne Analyse zurücksetzen)
Memory
| Häufigkeit | Anzahl von Ereignissen in einem Bezugszeitraum |
| Stillstandsdauer | Zeit ohne vorgesehene Anlagenfunktion |
| MTTR | Mittlere Wiederherstellungsdauer |
| Ursachenklasse | Gruppe ähnlicher Störungsursachen |
| Pareto | Priorisierung nach einer gewählten Größe |
| Inspektion | Zustand erfassen und beurteilen |
| Wartung | Abbau des Abnutzungsvorrats verzögern |
| Freigabe | Betriebliche Erlaubnis für eine definierte Arbeit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Häufigkeit | Zahl der Störungen je Bezugszeit |
| Dauer | Zeitspanne eines Stillstands |
| Mechanik | Ursachenklasse mit dem längsten Stillstand im Fall |
| Pneumatik | Ursachenklasse bei auffälliger Druckversorgung |
| Pareto | Werkzeug zur Priorisierung |
| Simulation | Sicherer erster Lernraum für Diagnoseentscheidungen |
...
Kreuzworträtsel
| Stillstand | Wie heißt die Zeit, in der die vorgesehene Funktion einer Anlage nicht verfügbar ist? |
| Wartung | Welche Grundmaßnahme verzögert den Abbau des Abnutzungsvorrats? |
| Inspektion | Welche Grundmaßnahme erfasst und beurteilt den Istzustand? |
| Freigabe | Welche betriebliche Erlaubnis muss vor bestimmten realen Arbeiten vorliegen? |
| Ursachenklasse | Wie heißt eine Gruppe ähnlich eingeordneter Störungsursachen? |
| Häufigkeit | Welche Größe beschreibt, wie oft eine Störung auftritt? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Störungsprotokoll: Erstelle für einen fiktiven Schultag ein Störungsprotokoll mit Zeitpunkt, Symptom, Dauer und Ursachenklasse.
- Kennzahl: Formuliere in eigenen Worten den Unterschied zwischen Störungshäufigkeit und Stillstandsdauer.
- Schaltbild: Markiere in einer Kopie des Pneumatik-Schaltbilds Energiequelle, Ventil und Aktor und beschreibe ihre Funktion.
- Sicherheitsregel: Gestalte ein Infoplakat mit fünf Regeln für sichere Diagnose im Ausbildungskontext.
Standard
- Pareto-Diagramm: Erstelle aus den PL-7-Daten ein Pareto-Diagramm nach Stillstandsdauer und begründe die Rangfolge.
- Ursachenanalyse: Erstelle einen Fehlerbaum für das Symptom „Zylinder erreicht Endlage nicht“ und trenne Symptome von möglichen Ursachen.
- Wartungsplan: Entwirf für Sensorik, Pneumatik und Mechanik je eine mögliche geplante Maßnahme mit Intervall, Verantwortlichkeit und Sicherheitsbedingung.
- Interview: Befrage unter Freigabe eine Fachkraft aus der Instandhaltung dazu, welche Daten im Betrieb für Störungsanalysen tatsächlich erfasst werden.
Schwer
- Kennzahlensystem: Entwickle ein kleines Kennzahlensystem aus Häufigkeit, Dauer, Verfügbarkeit und Sicherheitsrelevanz und begründe die Gewichtung.
- Simulation: Entwirf eine digitale oder papierbasierte Fehlerdiagnose-Simulation mit mindestens drei Diagnosepfaden und sicheren Abbruchpunkten.
- Verbesserung: Entwickle für eine wiederkehrende Sensorverschmutzung drei Lösungsvarianten und bewerte sie nach Wirkung, Aufwand und Sicherheit.
- Transfer: Vergleiche zwei unterschiedliche Produktionsanlagen und erkläre, warum dieselbe MTTR oder Störungshäufigkeit dort unterschiedlich bewertet werden kann.


Lernkontrolle
- Dateninterpretation: Begründe anhand der PL-7-Daten, warum „häufigste Ursache“ und „größter Zeitverlust“ nicht dasselbe sein müssen.
- Diagnosestrategie: Entwickle für ein unbekanntes Symptom eine Reihenfolge aus Dokumentieren, Hypothese bilden, simuliert prüfen und fachlich freigeben lassen.
- Wartungsentscheidung: Entscheide, ob bei wiederkehrender Sensorverschmutzung eher das Intervall verkürzt oder zuerst die Ursache untersucht werden sollte, und begründe Deine Entscheidung.
- Zielkonflikt: Erkläre, wie Produktionsdruck und Arbeitssicherheit bei einer ungeplanten Störung miteinander in Konflikt geraten können und wie eine gute Organisation damit umgeht.
- Transfer auf neue Anlage: Übertrage das Verfahren Häufigkeit–Dauer–Ursachenklasse auf eine Förderanlage, Werkzeugmaschine oder gebäudetechnische Anlage.
- Bewertung: Beurteile, welche zusätzliche Information Du benötigen würdest, bevor aus einer hohen Stillstandsdauer eine reale Wartungsmaßnahme abgeleitet wird.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du einen Störungsdatensatz korrekt strukturieren, Häufigkeiten und Dauern berechnen, Ursachenklassen nachvollziehbar bilden und daraus eine Priorität begründet ableiten kannst. Wichtig ist außerdem, dass Du Symptome und Ursachen unterscheidest, Grenzen von Kennzahlen erläuterst und eine Wartungsmaßnahme mit Sicherheitsbedingungen verknüpfst.
Der Lernnachweis soll zusätzlich zeigen, dass Du reale Instandhaltungsarbeiten nicht aus einer Simulation heraus automatisch ausführst. Du musst erklären können, warum Fachaufsicht, betriebliche Freigabe, Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und funktionsfähige Schutzeinrichtungen unverzichtbar sind.
Fachliche Quellen
- DIN 31051:2019-06 – Grundlagen der Instandhaltung: Aktuelle Normseite bei DIN Media.
- DIN EN 13306:2018-02 – Instandhaltung – Begriffe der Instandhaltung: Aktuelle Normseite bei DIN Media.
- VDI 2890 – Planmäßige Instandhaltung: Hinweise zur Erstellung von Arbeits-, Wartungs- und Inspektionsplänen.
- DGUV Information 209-015 – Instandhaltung an Maschinen und Anlagen: Planung, Durchführung und Nachbereitung sicherer Instandhaltung.
- FBHM-127 – Sichere Störungsbeseitigung an Maschinen und Anlagen: Fachbereich AKTUELL der DGUV.
- Betriebssicherheitsverordnung § 10: Anforderungen an Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln.
- Betriebssicherheitsverordnung § 11: Besondere Betriebszustände, Betriebsstörungen und Unfälle.
- IBM – MTTR vs. MTBF: Ergänzende verständliche Darstellung der Kennzahlen.
Medien und Medienrechte
Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden über ihre konkreten Dateiseiten geprüft:
- Maintenance work.jpg: CC BY-SA 4.0.
- Pneumatic cylinder.jpg: CC BY-SA 4.0.
- Pneumatic cylinder (animation).gif: freie Lizenz laut Commons-Dateiseite, unter anderem GFDL 1.2 oder später.
- Pneumatica.svg: CC BY-SA 2.5.
- Ladder logic diagram.jpg: CC BY-SA 4.0.
- FailedBearing.jpg: Public Domain.
- Fault tree.svg: CC0 / Public Domain Dedication.
- Pareto analysis.svg: CC0.
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