Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Reichweite und Erreichbarkeit beurteilen
Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Reichweite und Erreichbarkeit beurteilen
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Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Reichweite und Erreichbarkeit beurteilen
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Automatisierungstechnik und Industriemechanik
Lernzeit: 6 Lerneinheiten à 8–10 Minuten, anschließend Übungen und Lernkontrolle
Lernziel: Du beurteilst Arbeitsraum, Reichweite, Erreichbarkeit, ungünstige Gelenkstellungen und virtuelle Signalverläufe einer Roboterzelle.
Sicherheitsgrenze: Alle praktischen Aufgaben erfolgen ausschließlich in einem von realen Robotern und Steuerungen getrennten Simulator oder anhand bereitgestellter Simulationsdaten. Keine Live-Fahrbefehle, keine Übertragung an reale Anlagen. Simulationsergebnisse sind niemals eine Sicherheitsfreigabe. Arbeiten an Schulungsrobotern erfordern einen ausdrücklich abgesicherten Schulungsbetrieb mit fachkundiger Aufsicht und eigenen Sicherheitsverfahren; sie sind nicht Bestandteil dieses Kurses.

Bildimpuls: Wo könnten sich Roboterarm, Werkzeug und andere Anlagenteile gegenseitig behindern?
Einleitung
Die Leitfrage: Ein Roboter kann einen Punkt theoretisch erreichen. Aber kann er dort auch ein Werkstück mit der richtigen Werkzeugausrichtung bearbeiten – ohne ungünstige Gelenkstellungen oder einen Konflikt mit der virtuellen Umgebung?
Das untersuchst Du in einem durchgängigen Ausbildungsfall mit Bildern, Videos, Modellwerten, Signalverläufen und interaktiven Aufgaben.
Dein Ausbildungsfall: Die virtuelle Greifzelle
Eine fiktive Anlage enthält einen Sechsachsroboter, einen Greifer, ein Förderband, eine Ablage und ein störendes Gestell.
Auftrag: Beurteile fünf virtuelle Ziele. Entscheide, welche Zielposen erreichbar sind, welche Prüfpfade Probleme aufweisen und welche Warnungen zusätzliche Untersuchungen verlangen.
Wichtig: Die folgenden Maße, Zielwerte und Signale sind didaktisch erfundene Modellwerte. Sie beschreiben keinen bestimmten realen Roboter.
| Modellmerkmal | Vorgabe |
|---|---|
| Roboter | Fiktiver 6-Achs-Knickarmroboter R6 |
| Maximale modellierte TCP-Reichweite | 900 mm |
| Virtueller Greifer | Werkzeugversatz 120 mm |
| Werkstück | Beispielmasse 0,6 kg |
| Untersuchungsziele | Ablage A, Fernziel B, Gestellziel C, Handgelenkziel D, Randziel E |
Arbeitsregel: Du veränderst ausschließlich Kopien virtueller Szenen oder wertest vorgegebene Daten aus. Ein Anschluss an reale Steuerungen bleibt ausgeschlossen.
Lerneinheit 1: Roboter und Achsen verstehen
Dauer: 8 Minuten
Ein Knickarmroboter besitzt mehrere Gelenke. Bei einem typischen Sechsachsroboter bestimmen die ersten Achsen wesentlich die Armstellung; die Handachsen beeinflussen die Werkzeugorientierung.

Merkregel: Die sechs Achsen ermöglichen unterschiedliche Stellungen. Nicht jede gewünschte Werkzeuglage ist innerhalb der Gelenkgrenzen möglich.
Mini-Auftrag: Identifiziere Grundachse, Arm, Handgelenk und Werkzeuganschluss. Überlege, welche Gelenke sich ändern müssen, wenn der Greifer gekippt wird.
Lerneinheit 2: Reichweite und Arbeitsraum
Dauer: 8 Minuten
Reichweite beschreibt eine maximale geometrische Ausdehnung unter festgelegten Modellbedingungen.
Arbeitsraum beschreibt die Menge möglicher Positionen eines gewählten Bezugspunktes, abhängig unter anderem von Kinematik und Gelenkgrenzen.
Erreichbarkeit einer Zielpose bedeutet: Für die geforderte Position und Orientierung existiert mindestens eine zulässige Gelenkstellung.

Die Abbildung zeigt schematisch einen Arbeitsraum der Bewegungsplanung, nicht die maßstabsgetreue Reichweitenhülle unseres Sechsachsroboters.
Merke: Innerhalb des maximalen Hüllradius zu liegen genügt nicht als Erreichbarkeitsnachweis. Werkzeugausrichtung, Gelenkgrenzen und Robotermodell müssen berücksichtigt werden.
ABB Robotics: RobotStudio Tutorial – Reachability. Beobachte die virtuelle Erreichbarkeitsprüfung.
Mini-Auftrag: Warum kann ein Ziel zwar innerhalb des äußeren Arbeitsbereichs liegen, aber mit einer geforderten Werkzeugorientierung unerreichbar sein?
Lerneinheit 3: TCP und virtuelle Zelle
Dauer: 10 Minuten
Der Tool Center Point (TCP) ist der definierte Werkzeugbezugspunkt. Eine Zielpose enthält seine Position und Orientierung. Ein geänderter Werkzeugversatz verändert die dafür notwendige Armstellung.

Beispiel einer computergestützten Robotermesszelle.
ABB RobotStudio: TCP in der virtuellen Umgebung ausrichten.
ABB RobotStudio: Vorrichtung und Werkstück so platzieren, dass Zielpositionen erreichbar bleiben.
Mini-Auftrag: Vergleiche im Simulator oder in einer vorbereiteten Bildschirmfolge dieselbe Zielposition mit zwei unterschiedlichen Werkzeugorientierungen. Dokumentiere, ob beide Zielposen lösbar sind.
Diagnosefrage: Warum kann die korrekte Flanschposition trotzdem zu einer falschen Greiferposition führen?
Antwortgedanke: Entscheidend ist die zum Ziel passende Lage des TCP und die korrekte Werkzeugdefinition.
Lerneinheit 4: Ungünstige Gelenkstellungen
Dauer: 10 Minuten

Eine Gelenkgrenze begrenzt den zulässigen Winkel einer Achse.
Eine Singularität ist eine besondere kinematische Konfiguration, bei der bestimmte Werkzeugbewegungen nicht mehr unabhängig beziehungsweise eindeutig durch Gelenkgeschwindigkeiten umgesetzt werden können. In ihrer Nähe können sehr hohe Gelenkgeschwindigkeiten erforderlich werden.
Bei vielen Sechsachsrobotern mit sphärischem Handgelenk tritt eine Handgelenksingularität beispielsweise bei einer bestimmten Ausrichtung der Handachsen auf, häufig nahe Achse 5 gleich null Grad. Das ist modellabhängig und kein allgemeingültiger Prüfwert für alle Robotertypen.
Beurteilung: Ziel erreichbar bedeutet nicht automatisch, dass seine Gelenkstellung für die vorgesehene Bewegung günstig ist.
Mini-Auftrag: Analysiere die gespeicherte Warnung am Handgelenkziel D. Vergleiche gedanklich zwei alternative virtuelle Werkzeugorientierungen.
Wichtig: Warnungen werden nicht durch das Herabsetzen von Prüfgrenzen oder das Abschalten von Diagnosen beseitigt.
Lerneinheit 5: Zielpunkt und Prüfpfad unterscheiden
Dauer: 8 Minuten
Ein erreichbarer Zielpunkt sagt noch nichts darüber aus, ob der gesamte Weg dorthin im Modell zulässig ist.
Die virtuelle Kollisionserkennung prüft modellierte Geometrien entlang einer untersuchten Bewegung. Fehlerhafte Geometrien, fehlende Objekte oder ungenügende Prüfschritte können Ergebnisse verfälschen.

Beispiel einer virtuellen Fertigungsumgebung.
ABB RobotStudio: kollisionsfreie Pfade in einer virtuellen Umgebung untersuchen.
Mini-Auftrag: Markiere in einer Kopie Deiner virtuellen Zelle das Förderband, das Gestell und mögliche Konfliktbereiche. Unterscheide anschließend Zielerreichbarkeit und Pfadbeurteilung.
Merksatz: Eine kollisionsfreie Simulation ist eine Aussage über das verwendete Modell und die ausgeführten Prüfungen, niemals eine Sicherheitsfreigabe für eine reale Anlage.
Lerneinheit 6: Signale und Diagnosen
Dauer: 10 Minuten
Virtuelle Anlagen können Signalverläufe von Sensoren, Prüfzuständen und Anzeigen darstellen.
ABB RobotStudio: Stationssignale und Event Manager.
Virtuelles Diagnosepanel
Die folgenden Anzeigen sind ausschließlich fiktive Lernsignale.
| Signal | Bedeutung |
|---|---|
| TEIL | Virtueller Teilesensor meldet ein Werkstück |
| POSE_OK | Für die Zielpose wurde im Modell eine zulässige Gelenkstellung gefunden |
| PFAD_OK | Der betrachtete virtuelle Prüfpfad wurde ohne gemeldeten Konflikt abgeschlossen |
| WARN | Modellierte Warnung liegt vor |
| VORSCHAU | Rein didaktische Anzeige für eine virtuelle Ablaufvorschau |
Signalwerte: 1 bedeutet aktiv beziehungsweise bestätigt. 0 bedeutet in diesem Beispiel nicht aktiv oder noch nicht bestätigt. VORSCHAU ist ausdrücklich kein sicherheitsbezogenes Signal.
Signalverlauf der Übungszelle
| Schritt | Betrachtetes Ziel | TEIL | POSE_OK | PFAD_OK | WARN | VORSCHAU |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Start | A | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Teil erkannt | A | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Modellprüfung abgeschlossen | A | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 |
| Zielwechsel | C | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Nächste Diagnose | D | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 |
Denkauftrag: Weshalb ist bei Ziel C die Zielpose lösbar, aber keine virtuelle Vorschau angezeigt?
Hinweis: POSE_OK und PFAD_OK beantworten verschiedene Fragen.
Ausbildungsfall: Fünf Ziele beurteilen
Die folgenden Ergebnisse stammen aus einem fiktiven, vorbereiteten Simulationsprotokoll. Die Abstände beziehen sich auf das vereinfachte Übungsmodell, nicht auf eine reale Robotergeometrie.
| Ziel | Modellabstand | Zielpose | Prüfpfad | Diagnose |
|---|---|---|---|---|
| A | 650 mm | Erreichbar | Frei | Keine Warnung |
| B | 1040 mm | Nicht erreichbar | Nicht geprüft | Außerhalb maximaler Modellreichweite |
| C | 720 mm | Erreichbar | Konflikt | Gestell im Prüfpfad |
| D | 780 mm | Erreichbar | Nicht abschließend beurteilt | Handgelenk nahe modellierter Singularität |
| E | 700 mm | Erreichbar | Frei | Achse 2 nahe Gelenkgrenze |
Virtuelle Steuerungsentscheidung
Szenario: Du arbeitest an einer vollständig getrennten Lernsimulation. Entscheide ausschließlich über deren Anzeige und Dokumentation, nicht über reale Fahrbewegungen.
| Virtueller Fall | Passende Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| Ziel A | Digitale Ablaufvorschau als Modellbeispiel beurteilen | Zielpose und geprüfter Modellpfad sind ohne Warnung |
| Ziel B | Als nicht erreichbar kennzeichnen | Der Modellabstand übersteigt die vorgegebene maximale Reichweite |
| Ziel C | Konflikt protokollieren | Die Zielpose ist erreichbar, aber der modellierte Prüfpfad nicht frei |
| Ziel D | Warnung untersuchen und alternative virtuelle Zielpose vergleichen | Singularitätsnähe kann die Bewegungsplanung beeinträchtigen |
| Ziel E | Gelenkreserve und alternative Konfiguration untersuchen | Eine erreichbare Pose nahe der Gelenkgrenze ist gesondert zu bewerten |
Keine dieser Entscheidungen berechtigt zur Aktivierung einer realen Anlage.
Aufgabenpfad mit gestuften Hilfen
Basisaufgabe: Unterscheide Ziel B von Ziel C.
Anwendungsaufgabe: Erkläre anhand des Signalverlaufs, weshalb die Anzeige VORSCHAU bei Ziel C auf null steht.
Transferaufgabe: Entwirf zwei virtuelle Varianten für Ziel D und begründe, welche zusätzlichen Prüfungen Du zur Beurteilung benötigst.
Hilfe 1 – Begriffe anzeigen
Prüfe zuerst die Unterscheidung zwischen Reichweite, Zielpose und Prüfpfad. Eine lösbare Zielpose bedeutet nicht, dass der gesamte Weg frei ist.
Hilfe 2 – Diagnosehinweis anzeigen
Lies POSE_OK und PFAD_OK getrennt. Untersuche anschließend WARN. Bei Ziel D betrifft die Warnung die Gelenkstellung und nicht zwingend die Zielposition.
Hilfe 3 – Lösungsstrategie anzeigen
Vergleiche im isolierten Simulator zwei Zielorientierungen oder zulässige Gelenkkonfigurationen. Dokumentiere Achsgrenzen, Singularitätswarnungen, den untersuchten Pfad und die Modellgrenzen.
Begründetes Feedback
Feedback zur Basisaufgabe anzeigen
Richtig: Ziel B ist im Übungsmodell nicht erreichbar, weil sein Abstand größer als die maximale Modellreichweite ist. Ziel C liegt innerhalb der Reichweite und seine Zielpose ist lösbar; der modellierte Prüfpfad weist jedoch einen Konflikt auf.
Häufiger Fehler: Beide Ziele pauschal als unerreichbar zu bezeichnen. Das vermischt Zielpose und Wegprüfung.
Feedback zur Anwendungsaufgabe anzeigen
Richtig: Bei Ziel C steht POSE_OK auf 1, PFAD_OK aber auf 0 und WARN auf 1. Deshalb wird nach der fiktiven Anzeigelogik keine Vorschau angezeigt.
Begründung: Ein positives Einzelsignal genügt nicht zur Gesamtbewertung. Diese Logik ist eine Lernvereinfachung, keine reale oder sicherheitsgerichtete Steuerungslogik.
Feedback zur Transferaufgabe anzeigen
Gut begründet: Du vergleichst alternative Werkzeugorientierungen oder andere zulässige Armkonfigurationen im Simulator und wertest Singularitätsnähe, Gelenkreserven und Prüfpfade erneut aus.
Nicht ausreichend: Die Warnung einfach auszublenden oder nur den Zielabstand zu betrachten. Bei einer späteren realen Umsetzung wären gesonderte technische und sicherheitsbezogene Prüfungen erforderlich.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet die Erreichbarkeit einer Zielpose? (Es existiert mindestens eine zulässige Gelenkstellung für Position und Orientierung) (!Der Zielpunkt liegt innerhalb eines beliebigen äußeren Radius) (!Der gesamte Weg ist automatisch kollisionsfrei) (!Alle Gelenkstellungen sind gleichermaßen günstig)
Welche Aufgabe hat der TCP? (Er legt den Bezugspunkt des Werkzeugs für die Zielpose fest) (!Er bestimmt die Sicherheitsfreigabe der Roboterzelle) (!Er misst die maximale Stromaufnahme) (!Er ersetzt die Gelenkgrenzen)
Warum kann dieselbe Position bei anderer Werkzeugorientierung unerreichbar sein? (Weil sich die notwendigen Gelenkstellungen ändern) (!Weil jede Werkzeugdrehung den Roboter schwerer macht) (!Weil sich die Roboterbasis automatisch verschiebt) (!Weil die Sensorwerte grundsätzlich falsch werden)
Was kann bei einem geeigneten sechsachsigen Handgelenk Achse 5 nahe null Grad anzeigen? (Eine mögliche Handgelenksingularität) (!Eine automatisch bestätigte Sicherheitsfunktion) (!Einen immer kollisionsfreien Werkzeugweg) (!Eine abgeschlossene Werkstückerkennung)
Welche Aussage folgt aus einer erreichbaren Zielpose? (Der zugehörige Prüfpfad muss zusätzlich beurteilt werden) (!Der Weg ist vollständig kollisionsfrei) (!Die reale Anlage darf ohne weitere Prüfung starten) (!Das Werkzeug besitzt keine Gelenkgrenzen)
Was bedeutet im dargestellten Übungssignalverlauf POSE_OK gleich eins bei PFAD_OK gleich null? (Die Zielpose ist lösbar aber der Prüfpfad nicht bestätigt) (!Die reale Anlage ist freigegeben) (!Alle Hindernisse sind sicher ausgeschlossen) (!Das Werkstück wurde bereits abgelegt)
Warum ist Ziel B im Übungsmodell nicht erreichbar? (Sein Abstand überschreitet die maximale Modellreichweite) (!Ein Werkstücksensor fehlt) (!Die Vorschau ist zu langsam) (!Eine Videoaufnahme wurde unterbrochen)
Welche Diagnose passt zu Ziel C? (Erreichbare Zielpose mit Konflikt im modellierten Prüfpfad) (!Zielpose außerhalb der maximalen Reichweite) (!Fehlende Werkzeugdefinition als einziges bekanntes Problem) (!Nachgewiesene Sicherheitsfreigabe)
Welche Entscheidung ist bei der Singularitätswarnung von Ziel D sinnvoll? (Alternative Konfigurationen und Orientierungen im Simulator untersuchen) (!Alle Warnungen grundsätzlich deaktivieren) (!Eine reale Roboterbewegung sofort auslösen) (!Die Gelenkgrenzen ohne Begründung erweitern)
Was beweist eine erfolgreiche virtuelle Kollisionsprüfung? (Nur ein Ergebnis für das verwendete Modell und die geprüften Bedingungen) (!Die vollständige Sicherheit jeder realen Roboterzelle) (!Die automatische Gültigkeit aller Schutzmaßnahmen) (!Die dauerhafte Freigabe für den realen Produktionsbetrieb)
Memory
Ordne die Fachbegriffe ihren Bedeutungen zu.
| Reichweite | Maximale modellierte Ausdehnung |
| Arbeitsraum | Menge möglicher Werkzeugpositionen |
| Zielpose | Position und Orientierung |
| TCP | Werkzeugbezugspunkt |
| Gelenkgrenze | Zulässiger Winkelbereich |
| Singularität | Besondere kinematisch kritische Konfiguration |
| Kollisionsprüfung | Geometrische Konfliktuntersuchung |
| Signalverlauf | Zustandsänderungen über die Zeit |
Drag and Drop
Ordne die virtuellen Ziele ihren Diagnosen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Diagnose |
|---|---|
| Ablage | Erreichbare Zielpose mit freiem Modellpfad |
| Fernziel | Ziel außerhalb der maximalen Modellreichweite |
| Gestellziel | Erreichbare Zielpose mit Pfadkonflikt |
| Handgelenkziel | Warnung vor Singularitätsnähe |
| Randziel | Warnung an der Gelenkgrenze |
Kreuzworträtsel
| Arbeitsraum | Wie heißt die Menge möglicher Werkzeugpositionen eines Roboters? |
| Reichweite | Wie heißt die maximale räumliche Ausdehnung eines Roboters? |
| Werkzeugmittelpunkt | Wie heißt der TCP auf Deutsch? |
| Kollision | Wie heißt das unerwünschte geometrische Zusammentreffen von Objekten? |
| Singularitaet | Wie heißt eine besondere kinematisch kritische Konfiguration? |
| Gelenkgrenze | Wie heißt die zulässige Winkelbegrenzung einer Roboterachse? |
LearningApps
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Lückentext
Offene Aufgaben
Alle Aufgaben erfolgen anhand von Unterlagen, Bildern oder in einem vollständig isolierten Simulator.
Leicht – Basis
- Industrieroboter: Beschrifte eine Abbildung mit Basis, Arm, Handgelenk und Greifer.
- Arbeitsraum: Zeichne eine vereinfachte Reichweitenskizze und kennzeichne ihre Grenzen.
- Tool Center Point: Erstelle eine Lernkarte zur Bedeutung des TCP.
- Roboterkinematik: Sortiere die Diagnosen der fünf Übungsziele und begründe zwei Zuordnungen.
Standard – Anwendung
- Robotersimulation: Erstelle eine Kopie einer virtuellen Greifzelle und dokumentiere ihre wesentlichen Komponenten.
- Erreichbarkeit: Vergleiche zwei Werkzeugorientierungen für denselben virtuellen Zielpunkt und dokumentiere die Ergebnisse.
- Signalverarbeitung: Zeichne den vorgegebenen Signalverlauf als Zeitdiagramm mit den Zuständen null und eins.
- Fehlerdiagnose: Erstelle eine Diagnosekarte für Ziel C mit Beobachtung, Ursache, Prüfidee und Ergebnis.
Schwer – Transfer
- Singularität: Vergleiche zwei alternative virtuelle Gelenkkonfigurationen für Ziel D und erläutere mögliche Nachteile.
- Virtuelle Inbetriebnahme: Entwirf eine verbesserte virtuelle Anordnung von Gestell und Ablage und vergleiche die modellierten Ergebnisse.
- Roboterzelle: Entwickle einen Entscheidungsbaum für Reichweite, Zielpose, Gelenkstellung und virtuellen Prüfpfad.
- Technische Dokumentation: Produziere ein kommentiertes Bildschirmvideo oder eine Bildfolge, das die Grenzen von Simulationsergebnissen fachlich erklärt.
Feedbackkriterien: Gute Lösungen unterscheiden Beobachtung und Schlussfolgerung, benennen die Modellannahmen und begründen, weshalb eine erreichbare Zielpose noch keine sichere reale Roboterbewegung bedeutet.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Transferaufgaben. Begründe jede Entscheidung.
- Arbeitsraum: Eine Zielposition liegt innerhalb des maximalen Radius, wird aber vom Simulator als unerreichbar angezeigt. Entwickle drei plausible Prüfansätze und erläutere ihre Reihenfolge.
- Werkzeugkoordinatensystem: Ein längerer virtueller Greifer wird eingesetzt. Erkläre, weshalb sich damit erreichbare Zielposen und Kollisionsbereiche ändern können.
- Roboterkinematik: Zwei verschiedene Gelenkkonfigurationen erreichen dieselbe Zielpose. Vergleiche mögliche Vor- und Nachteile anhand von Gelenkgrenzen und Singularitätsnähe.
- Signaldiagnose: Ein Modellprotokoll zeigt POSE_OK gleich eins, PFAD_OK gleich null und WARN gleich eins. Entwickle eine nachvollziehbare Diagnose und kennzeichne ihre Grenzen.
- Fertigungsautomation: Ein Hindernis verhindert den vorgesehenen Prüfpfad. Vergleiche die virtuelle Änderung der Werkzeugorientierung mit einer virtuellen Neupositionierung des Werkstücks.
- Risikobeurteilung: Begründe, weshalb selbst ein vollständig unauffälliger virtueller Test keine reale Sicherheitsfreigabe ermöglicht.
Beurteilungsmaßstab: Fachliche Richtigkeit, saubere Trennung der Prüfkriterien, nachvollziehbare Begründung, Umgang mit Unsicherheit und Beachtung der Sicherheitsgrenze.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis reichst Du ein kompaktes digitales Lernportfolio ein.
- Eine beschriftete Darstellung des Roboters und seines Arbeitsraums.
- Eine fachlich begründete Beurteilung der fünf virtuellen Ziele.
- Ein selbst erstelltes Signalzeitdiagramm mit Diagnose.
- Einen Vergleich zweier virtueller Varianten mit dokumentierten Modellannahmen.
- Eine Erklärung der Unterschiede zwischen Zielerreichbarkeit, Pfadprüfung und Singularitätsnähe.
- Eine Reflexion darüber, weshalb die Simulation keine Sicherheitsfreigabe darstellt.
Erfolgreich bearbeitet ist der Lernkurs, wenn Deine Entscheidungen nachvollziehbar sind, Du Fehlerursachen begründen kannst und reale Betriebsfreigaben ausdrücklich von virtuellen Untersuchungsergebnissen unterscheidest.
Fachquellen und Medienrechte
Geprüfte fachliche Grundlagen
- RoboDK – Robot Configurations: Konfigurationen und ihre Bedeutung für die Bewegungsplanung.
- RoboDK – Robot Machining: Erreichbarkeit, Werkzeugorientierungen und Gelenkgrenzen.
- RoboDK – Motion: Hinweise zur Erkennung von Singularitäten in Simulationen.
- RoboDK – Collision Detection: Möglichkeiten und Grenzen modellbasierter Kollisionsprüfungen.
- ABB Robotics – RobotStudio-Tutorials: Virtuelle Stationen, Zielerreichbarkeit, Kollisionsprüfung und Signale.
- DGUV Information 209-074 – Industrieroboter: Sicherheitstechnische Grundlagen für den betrieblichen Umgang.
- ISO 10218-1:2025: Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter.
- ISO 10218-2:2025: Sicherheitsanforderungen an industrielle Roboteranwendungen und Roboterzellen.
Hinweis: Normen und betriebliche Sicherheitsanforderungen müssen für reale Anlagen im jeweils gültigen Rechts- und Anwendungskontext beurteilt werden. Dieser Lernkurs ersetzt keine Normprüfung, Gefährdungsbeurteilung oder sicherheitstechnische Validierung.
Bildnachweise
Alle eingebundenen Bilddateien wurden auf Wikimedia Commons einschließlich ihrer angegebenen Lizenz überprüft.
| Bilddatei | Urheberangabe | Lizenz |
|---|---|---|
| Karosserieschweißanlage | Norbert Kaiser | CC BY-SA 4.0 |
| Sechs Freiheitsgrade | Israel adilman | CC BY 4.0 |
| Bewegungsplanung und Arbeitsraum | Simeon87 | CC BY-SA 3.0 |
| Virtuelle Messzelle | H. Lettenbauer / L. Beyer | CC BY-SA 3.0 |
| PUMA-Kinematik | Nikola Smolenski | CC BY-SA 3.0 |
| Robcad-Simulation | Bridgeland Copyright | CC BY-SA 3.0 |
Für die Nachnutzung gelten die verlinkten Original-Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung, Lizenzverweis und gegebenenfalls Kennzeichnung von Änderungen. Die hier eingebundenen Bilder wurden nicht verändert.
Videonachweise: Die eingebetteten Tutorials stammen aus dem offiziellen Angebot von ABB Robotics. Urheber- und Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Eine YouTube-Einbettung bedeutet keine freie Lizenzierung und keine Erlaubnis zur eigenständigen Weiterverbreitung der Videodateien. Die Einbettung setzt voraus, dass sie vom Anbieter zugelassen bleibt.
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