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Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Eine Roboterzelle fachlich dokumentieren

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Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Eine Roboterzelle fachlich dokumentieren

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Industrierobotik und virtuelle Roboterzellen – Eine Roboterzelle fachlich dokumentieren

Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Automatisierungstechnik und verwandten Berufen

Lernzeit: 6 Lerneinheiten à 5–10 Minuten zuzüglich Projektarbeit

Ausbildungsprodukt: Eine technische Dokumentation mit Layout, Ablauf, Schutzkonzept, Signalliste, Testfällen und Diagnoseprotokoll.

Arbeitsumgebung: Ausschließlich offline betriebene Robotersimulation ohne Verbindung zu realen Robotersteuerungen. Ein ausdrücklich abgesicherter Schulungsbetrieb darf nur unter Verantwortung qualifizierter Ausbildender stattfinden.


Einleitung

Du erhältst den Auftrag, die virtuelle Roboterzelle PZ-01 fachgerecht zu dokumentieren. Ein sechsachsiger Industrieroboter soll Kunststoffteile von einem Förderband aufnehmen und in einer Ablage positionieren.

Du analysierst eine virtuelle Anlage, untersuchst simulierte Signalverläufe und dokumentierst Fehler. Deine Ergebnisse sollen für andere Auszubildende verständlich, nachvollziehbar und überprüfbar sein.

Verbindliche Sicherheitsgrenze: Alle Steuerungs-, Bewegungs- und Störungsversuche dieses Kurses finden ausschließlich in einer Simulation statt. Es werden keine Live-Fahrbefehle ausgegeben, keine realen Schutzfunktionen manipuliert und keine Sicherheitseinrichtungen überbrückt. Simulationsergebnisse sind niemals eine Sicherheitsfreigabe für eine reale Anlage.

Bildimpuls: Eine visualisierte automatisierte Fertigungsanlage. Untersuche Materialfluss, Roboterstandort und Schnittstellen. Das Bild zeigt nicht die PZ-01.

Video: ABB Robotics – Virtual Commissioning. Beobachte, welche Eigenschaften virtuell untersucht werden können und welche realen Nachweise weiterhin erforderlich sind.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du einen Zellaufbau beschreiben, einen Ablauf mit Zuständen und Signalen darstellen, Gefährdungen dokumentieren, Simulationstests auswerten und technische Unterlagen versionieren.


Ausbildungsfall PZ-01

Die folgenden Anlagendaten sind fiktive Übungsdaten und keine Vorgaben für die Konstruktion einer realen Roboterzelle.

Baugruppe Funktion
R1 – Sechsachsroboter Virtuelles Bewegen eines Kunststoffteils
G1 – Zweibackengreifer Simuliertes Aufnehmen und Freigeben
F1 – Förderband Bereitstellen des Werkstücks
S1 – Teilesensor Meldung „Teil vorhanden“
A1 – Ablage Zielposition für das Werkstück
HMI-SIM Virtuelle Bedien- und Diagnoseoberfläche
Schutzmodell Simulierte Tür- und Schutzzustände ohne sicherheitstechnischen Nachweis

Übungsannahme: Ein Kunststoffteil mit 150 g Masse wird pro Zyklus umgesetzt. Eine simulierte Greiferbestätigung wird innerhalb von 0,8 Sekunden erwartet. Diese Zeit ist nur ein beispielhafter Software-Testparameter.


Arbeitsmittel

Nutze eine vorbereitete, offline betriebene Simulationsdatei Deiner Ausbildungseinrichtung oder erstelle ein vereinfachtes 3D-Modell. Als Lernressourcen eignen sich beispielsweise RoboDK – Pick and Place sowie geeignete Schulungsumgebungen in RobotStudio oder CoppeliaSim.

Wichtig: Deaktiviere beziehungsweise vermeide jede Anbindung an physische Roboter und Steuerungen. Exportiere aus dem Übungsprojekt keine ausführbaren Programme an reale Anlagen.


Lerneinheit 1: Das Zellenlayout dokumentieren

Zeit: 7 Minuten | Ergebnis: beschrifteter Layoutplan

Ein Layout zeigt die räumliche Anordnung von Roboter, Werkzeug, Materialfluss, Arbeitsbereich, Einhausung, Zugängen und Bedienplätzen.

Bildaufgabe: Erkenne Roboter, Prozesseinrichtungen und Übergabebereiche. Vergleiche den Aufbau mit der PZ-01.


Virtueller Layoutentwurf

             MATERIALFLUSS
                 |
                 v
       +-------------------+
       | F1 Förderband     |
       | S1 Teilesensor    |
       +---------+---------+
                 |
              Aufnahme
                 v
           +-----------+
           | R1 + G1   |
           | Roboter   |
           +-----+-----+
                 |
              Ablage
                 v
           +-----------+
           | A1        |
           | Ziel      |
           +-----------+

  [Virtuelles Schutzmodell]
  [HMI-SIM außerhalb des Modellraums]

Prinzipskizze des Übungsfalls – nicht maßstäblich, keine normgerechte Schutzeinrichtungsplanung.

Für Deinen vollständigen Layoutplan kennzeichnest Du zusätzlich Bewegungsraum, Werkzeugbezugspunkt, feste Hindernisse, Materialübergänge, mögliche Gefährdungsbereiche und die nur modellierte Schutzgrenze.

Orientierung von Roboterachsen. Unterscheide Position, Orientierung und Koordinatensystem.

Fachbegriffe: Der TCP ist der definierte Werkzeugbezugspunkt. Ein Basis- und ein Werkstückkoordinatensystem ermöglichen die eindeutige Beschreibung von Positionen und Orientierungen.


Basisaufgabe

Beschrifte in Deiner virtuellen Zelle R1, G1, F1, S1 und A1. Erstelle einen Screenshot und ergänze eine Legende.

Feedback: Ein gutes Layout ermöglicht es einer anderen Person, jede Baugruppe und den Materialfluss ohne Rückfragen zu erkennen.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1: Beginne bei der Materialzufuhr.

Hilfe 2: Verfolge den Weg eines einzelnen Werkstücks.

Hilfe 3: Kontrolliere, ob der Roboter, das Werkzeug und das Ziel im Plan eindeutig benannt sind.


Lerneinheit 2: Ablauf und Signale verstehen

Zeit: 8 Minuten | Ergebnis: Zustands- und Signaldokumentation

Bildimpuls: Robotergestützte Verpackungsautomatisierung. Welche Ereignisse müssen zwischen Materialzufuhr und Ablage abgestimmt werden?

Video: Roman Parak – RobotStudio Pick and Place. Beobachte insbesondere die Zuordnung von Werkzeug, Werkstück und simulierten Prozessereignissen.


Zustandsfolge PZ-01

Zustand Aktion im Simulator Übergangsbedingung
Warten Keine simulierte Roboterbewegung Startanforderung, Teil vorhanden und modellierte Bedingungen erfüllt
Anfahren Virtuelle Annäherung an das Teil Virtuelles Aufnahmeziel erreicht
Greifen Simulierten Greifer schließen Greiferbestätigung vorhanden
Transportieren Virtueller Transport zur Ablage Virtuelles Ablageziel erreicht
Ablegen Greifer virtuell öffnen Freigabe im Simulationsmodell bestätigt
Fertig Zyklus protokollieren Rückkehr zum Wartezustand
Störung Simulationsablauf anhalten und Fehler protokollieren Fehlerursache analysiert; kein automatischer Wiederanlauf

Wenn die Greiferbestätigung im Übungsmodell ausbleibt, wird nach dem festgelegten Test-Zeitlimit der Diagnosezustand „Störung“ erwartet.

Beispiel eines Werkzeugwechselsystems. Für die Dokumentation muss auch eindeutig sein, welches Werkzeugmodell und welcher TCP verwendet wird.


Simulierte Signalliste

Signal Typ Bedeutung
B_Start Simulationseingang Virtuelle Startanforderung
S_Teil Simulationseingang Werkstück an der Aufnahmeposition
Sim_TuerZu Modellvariable Virtuelle Türdarstellung geschlossen
Sim_SchutzmodellOK Modellvariable Bedingungen des Übungsmodells erfüllt
A_GreiferZu Simulationsausgang Greifer soll virtuell schließen
E_GreiferZu Simulationseingang Greifer hat Schließen bestätigt
Z_Stoerung Diagnosevariable Simulierter Fehlerzustand

Achtung: Sim_TuerZu und Sim_SchutzmodellOK sind ausdrücklich keine sicherheitsgerichteten Signale. Sie ersetzen weder Sicherheitssteuerungen noch geprüfte Schutzfunktionen.


Signalverlauf eines normalen Simulationszyklus

Die Ereignisse E0 bis E5 sind geordnete Zeitpunkte ohne festgelegte reale Zeitabstände. 1 bedeutet aktiv, 0 bedeutet inaktiv.

Signal E0 E1 E2 E3 E4 E5
B_Start 0 1 0 0 0 0
S_Teil 0 1 1 1 0 0
A_GreiferZu 0 0 0 1 1 0
E_GreiferZu 0 0 0 0 1 0
Z_Stoerung 0 0 0 0 0 0

Deutung: Bei E3 wird das virtuelle Schließen angefordert. Bei E4 folgt die Rückmeldung. Erst diese Bestätigung erlaubt im Übungsmodell den Übergang in den Transportzustand.


Interaktive Steuerungsaufgabe

Betrachte folgende simulierte Eingangssituation:

B_Start S_Teil Sim_TuerZu Sim_SchutzmodellOK Erwartung
1 1 1 1 Virtuelle Startanforderung kann verarbeitet werden
1 0 1 1 Im Wartezustand bleiben
1 1 0 1 Im Wartezustand bleiben
1 1 1 0 Im Wartezustand bleiben

Anwendungsaufgabe: Erkläre die zweite und dritte Zeile anhand der Eingangswerte. Es handelt sich ausschließlich um die Auswertung einer didaktischen Zustandslogik.

Begründetes Feedback: Eine Startanforderung allein genügt nicht. Der definierte Ablauf benötigt alle im Modell festgelegten Startbedingungen. Daraus lässt sich keinerlei reale Schutzwirkung ableiten.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1: Prüfe zunächst B_Start.

Hilfe 2: Vergleiche alle weiteren Bedingungen mit dem Normalfall.

Hilfe 3: Der Übergang erfolgt nur, wenn sämtliche erforderlichen Simulationsbedingungen gleichzeitig erfüllt sind.


Lerneinheit 3: Schutzkonzept dokumentieren

Zeit: 8 Minuten | Ergebnis: Gefährdungsübersicht mit offenen Nachweisen

Roboterzellen können unter anderem Quetsch-, Stoß-, Scher- und Einzugsgefährdungen verursachen. Für reale Anlagen sind eine fachkundige Risikobeurteilung und passende Schutzmaßnahmen erforderlich.

Beispiel einer industriellen Schutzeinzäunung. Die konkrete Eignung lässt sich aus einem Bild nicht feststellen.

Illustration einer Robotergefährdung. Die Datei ist kein Nachweis eines normgerechten Sicherheitszeichens.

Die Normen ISO 10218-1:2025 und ISO 10218-2:2025 behandeln Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter beziehungsweise deren Integration in Roboteranwendungen und -zellen.

Die konkrete Auswahl und Auslegung von Schutzeinrichtungen erfolgt nicht aus der Simulation heraus.


Schutzkonzept der PZ-01 – Dokumentationsübung

Betrachtete Gefährdung Mögliche Maßnahme in einer realen Anlage Offener Nachweis
Kontakt mit Roboter oder Werkzeug Geeignete trennende Schutzeinrichtung Risikobeurteilung und konstruktive Prüfung
Zugang zum Gefahrenraum Abhängig vom Risiko verriegelte Schutztür mit gegebenenfalls erforderlicher Zuhaltung Prüfung der Sicherheitsfunktion
Quetschstelle an Fördertechnik Geeignete konstruktive Schutzmaßnahme Gefährdungsanalyse und Prüfung
Unerwarteter Wiederanlauf Geeignetes Wiederanlauf- und Rücksetzkonzept Fachkundige Bewertung und Validierung
Fehlerfall und Not-Halt Geeignetes Not-Halt-Konzept als ergänzende Schutzmaßnahme Prüfung an der realen Maschine

Beispiel eines Not-Halt-Betätigers an einer anderen Maschine. Ein Not-Halt ersetzt keine erforderlichen Schutzeinrichtungen.

Merksatz: Ein Kollisionscheck im Simulator, eine dargestellte geschlossene Tür und ein fehlerfreier virtueller Test beweisen keine funktionale Sicherheit.


Anwendungsaufgabe

Erstelle eine Gefährdungsliste für den Materialeinlauf, den Greifbereich und die Ablage. Schreibe zu jeder möglichen Maßnahme, welcher Nachweis im Simulationsprojekt fehlt.

Feedback: Gut dokumentiert ist eine Gefährdung erst dann, wenn Du Ursache, möglichen Schaden, Maßnahme und offenen Prüfbedarf unterscheidest. Du stellst ausdrücklich keine Konformitäts- oder Sicherheitsfreigabe aus.


Lerneinheit 4: Testfälle und Diagnose

Zeit: 10 Minuten | Ergebnis: Testfallmatrix und Fehlerprotokoll

Beispiel einer automatisierten Roboteranlage mit mehreren Prozesskomponenten. Überlege, welche Schnittstellen sich virtuell einzeln testen lassen.

Video: RoboDK – Pick and Place Webinar. Beobachte den Aufbau einer virtuellen Station und die Darstellung von Handhabungsereignissen.


Testfallmatrix PZ-01

Alle Testreize werden ausschließlich als Simulationseingaben gesetzt. Die Tabelle ist keine Anleitung zur Prüfung realer Schutzeinrichtungen.

ID Simulierter Testreiz Erwartetes Ergebnis
TC-01 Teil vorhanden, Start, alle Modellbedingungen erfüllt Ein vollständiger virtueller Zyklus
TC-02 Start bei fehlendem Teil Kein Übergang zum Anfahren
TC-03 Virtuelle Türvariable meldet offen Simulationslogik startet keinen Zyklus
TC-04 Greiferbestätigung bleibt aus Zeitüberschreitung und Diagnosemeldung
TC-05 Diagnosezustand bleibt aktiv Kein selbsttätiger Wiederanlauf im Übungsmodell
TC-06 Simuliertes Werkstück liegt außerhalb der vorgesehenen Position Abweichung wird erkannt und dokumentiert

Dokumentiere pro Test: ID, Modellversion, Anfangszustand, Testreiz, Soll, Ist, Ergebnis, Screenshot beziehungsweise Signalprotokoll und offene Punkte.


Diagnosefall: Fehlende Greiferbestätigung

Ereignis A_GreiferZu E_GreiferZu Z_Stoerung
Greifanforderung 1 0 0
Bestätigung erwartet 1 0 0
Simulierte Zeitgrenze erreicht 1 0 1

Deine Diagnosefrage: Welches Signal fehlt? Welche zwei Modellursachen sind denkbar? Was gehört ins Fehlerprotokoll?

Hilfe 1: Unterscheide Ausgangsbefehl und Eingangsrückmeldung.

Hilfe 2: Der Befehl liegt an, die Bestätigung fehlt.

Hilfe 3: Untersuche im offline betriebenen Modell die virtuelle Greiferfunktion, Rückmeldezuordnung und Signalverknüpfung.

Begründetes Feedback: Der Ausgang wurde angefordert, aber die erwartete Rückmeldung kam nicht. Mögliche Modellursachen sind ein nicht aktualisierter Greiferzustand oder eine falsche Signalzuordnung. Eine Schutzfunktion oder reale Verriegelung darf dafür niemals überbrückt werden.


Interaktive Diagnoseaufgabe: Fehlerzuordnung

Ordne jedem beobachteten Simulationsbefund eine fachlich sinnvolle erste Prüffrage zu.

Simulationsbefund Erste Prüffrage
Teil wird nicht erkannt Ist S_Teil korrekt mit dem virtuellen Sensor verknüpft?
Greiferbefehl liegt an, Rückmeldung fehlt Wird E_GreiferZu vom Modell aktualisiert?
Start wird abgewiesen Welche dokumentierte Startbedingung ist nicht erfüllt?
Ablageposition stimmt nicht Welcher Bezugspunkt und welche Modellversion wurden verwendet?

Feedback: Eine gute Diagnose beginnt bei beobachtbaren Signalen und nachvollziehbaren Abweichungen, nicht bei unbelegten Vermutungen.


Lerneinheit 5: Fachliche Dokumentation erstellen

Zeit: 7 Minuten | Ergebnis: Dokumentationsmappe PZ-01

Ein technisches Dokument muss verständlich, reproduzierbar und versionierbar sein.


Dokumentationsvorlage

Kapitel Geforderter Nachweis
Projektkopf PZ-01, Bearbeitung, Datum, Version und eingesetzter Simulator
Layout Beschrifteter 3D-Screenshot mit Legende und Materialfluss
Komponenten Robotermodell, Werkzeug, Fördertechnik und Sensorik
Ablauf Zustandsfolge mit Übergangsbedingungen
Signalverzeichnis Eindeutige Namen, Richtung und Bedeutung
Schutzkonzept Gefährdungen, vorgeschlagene Maßnahmen und offene reale Nachweise
Tests Soll-Ist-Vergleich der Testfälle
Diagnose Signalprotokoll, Abweichungen und begründete Ursachen
Versionsstand Änderungen und erforderliche erneute Simulationstests
Abschluss Status „virtuell geprüft“, Einschränkungen und offene Punkte

Beispiel eines dokumentierten Ergebnisses:

Feld Eintrag
Testfall TC-04
Modellversion PZ-01 V1.0
Soll Störungsmeldung bei fehlender Greiferbestätigung
Ist Z_Stoerung wird nach modellierter Zeitüberschreitung aktiv
Ergebnis Im Simulator bestanden
Aussagegrenze Keine Aussage über reale Sicherheitsfunktionen


Prüfe Deine Dokumentation

  1. Nachvollziehbarkeit: Kann jemand den Aufbau aus Deinem Layout erklären?
  2. Signalbezug: Sind Beobachtungen und Signale eindeutig verknüpft?
  3. Testnachweis: Stimmen erwartetes und beobachtetes Ergebnis überein?
  4. Änderungsstand: Ist die Simulationsversion erkennbar?


Lerneinheit 6: Transfer und Fehlerbewertung

Zeit: 7 Minuten | Ergebnis: begründete Änderungsbewertung

Ändere im offline betriebenen Modell die virtuelle Ablageposition. Vergleiche die alte und neue Dokumentation, ohne Bewegungsdaten an reale Anlagen zu übertragen.


Transferauftrag

Ein Werkstück wird in der Simulation an der falschen Stelle abgelegt. Der Greifer arbeitet gemäß Signalprotokoll korrekt.

Arbeitsauftrag: Prüfe zunächst die dokumentierten Koordinatenbezüge, das virtuelle Ziel und die verwendete Modellversion. Entwickle zwei mögliche Erklärungen und einen geeigneten Regressionstest.

Begründetes Feedback: Eine falsche Ablage kann beispielsweise aus einem fehlerhaft zugeordneten Werkstückkoordinatensystem oder einem veralteten virtuellen Ziel stammen. Der erfolgreiche Greifvorgang allein weist die Richtigkeit der gesamten Roboterbewegung nicht nach.

Video: Robotics Ninja – Pick and Place Simulation in CoppeliaSim. Beobachte die Wechselwirkung von Fördertechnik, virtuellen Objekten und Steuerungslogik. Nutze ausschließlich die Simulationsfunktionen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Bestandteile gehören zur vollständigen fachlichen Dokumentation des Ausbildungsfalls? (Layout, Ablauf, Schutzkonzept und Testfälle) (!Nur der virtuelle Roboterarm) (!Nur das Roboterprogramm) (!Nur die Produktionsgeschwindigkeit)




Welche Bedeutung hat der TCP? (Er beschreibt einen definierten Werkzeugbezugspunkt) (!Er ist eine Sicherheitsfreigabe) (!Er ersetzt die Risikobeurteilung) (!Er ist ausschließlich ein Eingangssignal)




Welche Reaktion erwartet das Übungsmodell bei Sim_TuerZu gleich null? (Die virtuelle Startanforderung wird nicht angenommen) (!Die Schutzfunktion einer realen Anlage gilt als geprüft) (!Der Greifer wird automatisch als fehlerfrei bewertet) (!Der Testfall muss nicht dokumentiert werden)




Was bedeutet ein aktiver Greiferbefehl ohne Greiferrückmeldung nach dem Testzeitlimit? (Die Simulation meldet eine diagnostizierbare Abweichung) (!Die Rückmeldung ist nicht notwendig) (!Die reale Maschine ist sicher) (!Die Testaufzeichnung kann entfallen)




Was beschreibt eine Signalverlaufsaufzeichnung? (Die zeitliche oder ereignisbezogene Folge von Signalzuständen) (!Ausschließlich die mechanische Tragfähigkeit) (!Die rechtliche Konformität einer Roboterzelle) (!Den Energieverbrauch ohne weitere Messwerte)




Wozu dient ein Soll-Ist-Vergleich? (Zum nachvollziehbaren Bewerten eines Testfalls) (!Zum Ersetzen aller Fehlertests) (!Zum Freigeben eines realen Sicherheitskreises) (!Zum Entfernen der Versionsangabe)




Welche Information gehört in eine Signalliste? (Signalname, Richtung und Bedeutung) (!Ausschließlich die Roboterfarbe) (!Nur der Name der Ausbildungsgruppe) (!Eine unbestätigte Sicherheitsfreigabe)




Welche Gefährdung ist bei Industrierobotern besonders zu betrachten? (Quetschen durch bewegte Teile) (!Verfärbung der Roboteroberfläche) (!Änderung der Bildschirmhelligkeit) (!Umbenennung einer Simulationsdatei)




Warum ist ein bestandener Simulationstest keine reale Sicherheitsfreigabe? (Weil reale Gefährdungen und Schutzfunktionen eigenständig bewertet und validiert werden müssen) (!Weil Simulationen keine Signalwerte anzeigen können) (!Weil Roboter keine mechanischen Gefährdungen besitzen) (!Weil nur die Dateigröße entscheidend ist)




Was folgt nach einer relevanten Änderung am virtuellen Zellenlayout? (Dokumentation aktualisieren und betroffene Simulationstests wiederholen) (!Alte Prüfergebnisse ungeprüft übernehmen) (!Die Modellversion entfernen) (!Die Signalverläufe ignorieren)





Begründetes Quiz-Feedback

Frage Fachlicher Hinweis
1 Erst die Verbindung aus räumlichem Aufbau, Prozess und Prüfnachweisen macht die Dokumentation nachvollziehbar.
2 Der TCP ist wesentlich für die eindeutige Beschreibung der Werkzeugpose.
3 Die virtuelle Zustandslogik verweigert den Start; eine reale Schutzwirkung ist damit nicht nachgewiesen.
4 Befehl und Rückmeldung müssen getrennt betrachtet werden.
5 Signalverläufe machen Übergänge und zeitliche Abweichungen sichtbar.
6 Nur dokumentierte Soll- und Istwerte ermöglichen eine überprüfbare Aussage.
7 Ohne Richtung und Bedeutung können Signale falsch interpretiert werden.
8 Bewegte Roboter und Werkzeuge können erhebliche mechanische Gefährdungen erzeugen.
9 Eine Simulation ersetzt keine fachkundige Risikobeurteilung, Validierung oder Konformitätsbewertung.
10 Änderungen können frühere Testergebnisse ungültig machen.


Memory

Finde die zusammengehörigen Fachbegriffe. Alle Paare beziehen sich auf die PZ-01.

Layout Räumliche Anordnung der Zellkomponenten
TCP Definierter Werkzeugbezugspunkt
Sensor Erfassung eines Prozesszustands
Aktor Ausführung einer Stellanforderung
Zustandsdiagramm Darstellung von Ablaufzuständen und Übergängen
Signalprotokoll Aufzeichnung von Signalwerten und Ereignissen
Testfall Definierte Prüfung mit erwartetem Ergebnis





Drag and Drop

Ordne den Zuständen ihre Bedeutung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Ablauf in der virtuellen Roboterzelle
Warten Vorliegen einer Startanforderung prüfen
Anfahren Virtuelles Aufnahmeziel erreichen
Greifen Werkstückaufnahme im Modell bestätigen
Transportieren Virtuelles Werkstück zur Ablage bewegen
Ablegen Simulierte Werkstückfreigabe durchführen
Störung Abweichung anzeigen und dokumentieren





Kreuzworträtsel

Roboter Wie heißt der programmierbare Manipulator einer industriellen Automatisierungsanlage?
Greifer Welches Werkzeug nimmt das Werkstück im Ausbildungsfall auf?
Sensor Welche Komponente erfasst das Vorhandensein eines Werkstücks?
Layout Wie heißt die räumliche Anordnung der Anlagenkomponenten in einer technischen Darstellung?
Testfall Wie heißt eine definierte Prüfung mit einem erwarteten Ergebnis?
Diagnose Wie heißt die systematische Untersuchung von Störungen und ihren Ursachen?





LearningApps

Suche nach ergänzenden interaktiven Übungen. Es handelt sich um eine thematische Suche, nicht um eine geprüfte Einzelübung.


Lückentext

Vervollständige den Text zur PZ-01.
Ein technischer Übersichtsplan der Roboterzelle heißt

.
Der definierte Bezugspunkt des Werkzeugs wird als

bezeichnet.
Das Kunststoffteil wird mit einem virtuellen

aufgenommen.
Das Vorhandensein eines Werkstücks erfasst ein

.
Eine Stellanforderung wird im Modell durch einen

dargestellt.
Das Signal E_GreiferZu liefert eine

.
Die Abfolge der Bearbeitungsschritte lässt sich durch ein

beschreiben.
Eine unerwartete Signalabweichung kann eine

auslösen.
Die zeitliche Folge digitaler Signale zeigt ein

.
Eine definierte Prüfung mit Sollwerten heißt

.
Die systematische Untersuchung von Fehlerursachen nennt man

.
Nach einer Modelländerung ist die technische

zu aktualisieren.
Die Simulation ersetzt keine reale

.
Für nachvollziehbare Änderungen benötigt jede Datei eine

.




Offene Aufgaben

Bearbeite alle Aufgaben ausschließlich mit Simulationsdaten, Zeichnungen und technischen Unterlagen.


Leicht

  1. Roboter erkennen: Erstelle eine beschriftete Aufnahme der virtuellen PZ-01 und kennzeichne fünf Baugruppen.
  2. Materialfluss zeichnen: Visualisiere den Weg des Kunststoffteils vom Förderband bis zur Ablage.
  3. Signale verstehen: Gestalte sechs Karteikarten mit Signalname, Bedeutung und erwartetem Zustand.
  4. Dokumentationsblatt: Lege ein Deckblatt mit Projektname, Version, Datum und eingesetztem Simulator an.


Standard

  1. Ablaufmodell: Entwirf ein Zustandsdiagramm mit den Übergangsbedingungen der PZ-01.
  2. Virtuelles Signalprotokoll: Zeichne einen normalen Zyklus mit Start, Sensor, Greiferbefehl und Rückmeldung auf.
  3. Diagnosebericht: Analysiere TC-04 und dokumentiere zwei mögliche Ursachen im Modell sowie die beobachteten Signale.
  4. Gefährdungsübersicht: Stelle drei Gefährdungen, mögliche Schutzmaßnahmen und die jeweils fehlenden realen Nachweise gegenüber.


Schwer

  1. Regressionstest: Verändere eine virtuelle Ablageposition, dokumentiere die Versionsänderung und begründe die erneut notwendigen Simulationstests.
  2. Schnittstellenkonzept: Entwickle eine nachvollziehbare Schnittstellentabelle zwischen virtuellem Förderband, Roboter, Greifer und Bedienoberfläche.
  3. Teststrategie: Entwirf sechs zusätzliche positive und negative Simulationstests mit klaren Soll- und Istkriterien.
  4. Fachpräsentation: Produziere ein kurzes Lernvideo oder eine Präsentation über Layout, Signalverläufe, Fehlerdiagnose und Grenzen der virtuellen Prüfung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Unvollständiger Greifvorgang: Ein virtueller Greifer schließt, aber das Werkstück wird nicht mitgeführt. Begründe, welche Dokumentations- und Simulationsdaten Du zuerst vergleichen würdest.
  2. Abhängigkeiten: Erkläre, weshalb eine Änderung der Förderbandposition Auswirkungen auf Koordinatensysteme, Roboterablauf und Testfälle haben kann.
  3. Signalbewertung: Zwei Signalprotokolle besitzen dieselben Endzustände, unterscheiden sich jedoch in der Reihenfolge der Bestätigungen. Beurteile die möglichen Folgen für den Ablauf.
  4. Grenzen der Simulation: Ein virtueller Test der Türzustandslogik war erfolgreich. Erkläre fachlich, weshalb daraus keine Sicherheitsfreigabe einer realen Zelle folgen darf.
  5. Nachvollziehbarkeit: Vergleiche einen Testbericht ohne Versionsangabe mit einem vollständig versionierten Protokoll und begründe den Qualitätsunterschied.
  6. Transfer: Ein anderes Ausbildungsteam soll Deine virtuelle Zelle verstehen, ohne Dich zu befragen. Entwickle begründete Kriterien zur Bewertung Deiner Dokumentation.


Lernnachweis

Dein Lernnachweis besteht aus einer vollständigen, strukturierten Dokumentation des virtuellen Ausbildungsfalls PZ-01.

  1. Layoutnachweis: Beschriftete Zellansicht mit Materialfluss, Werkzeug und relevanten Koordinatenbezügen.
  2. Ablaufnachweis: Zustandsfolge mit nachvollziehbaren Übergangsbedingungen.
  3. Signalnachweis: Signalliste und mindestens ein normaler sowie ein fehlerhafter Signalverlauf.
  4. Schutzkonzept: Gefährdungsübersicht mit vorgeschlagenen Maßnahmen und eindeutig gekennzeichneten offenen realen Nachweisen.
  5. Testnachweis: Dokumentierte Soll-Ist-Ergebnisse für TC-01 bis TC-06.
  6. Diagnosenachweis: Mindestens eine begründete Fehleranalyse mit überprüfbaren Beobachtungen.
  7. Versionsnachweis: Projektversion, Änderungsübersicht und Zuordnung der Prüfergebnisse.
  8. Reflexion: Schriftliche Erklärung, welche Aussagen aus der Simulation möglich sind und welche nicht.

Bewertungsschwerpunkte: Fachliche Richtigkeit, Verständlichkeit, Konsistenz, Nachprüfbarkeit, Transferfähigkeit und korrekt eingehaltene Sicherheitsgrenzen.

Zulässiger Abschlussvermerk: „Dokumentation und ausgewählte Funktionen im Simulator geprüft. Keine Sicherheitsfreigabe und keine Bewertung der Konformität einer realen Roboterzelle.“


OERs zum Thema


Wikipedia


Geprüfte Fachquellen

  1. ISO 10218-1:2025: Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter.
  2. ISO 10218-2:2025: Sicherheitsanforderungen für Roboteranwendungen und Roboterzellen.
  3. DGUV – FAQ Robotik: Fachinformationen zu Roboteranwendungen und Schutzeinrichtungen.
  4. DGUV Information 209-074 – Industrieroboter: Praxisorientierte Hintergrundinformationen; Ausgabe 2015, deshalb mit neueren Normen abgleichen.
  5. RoboDK – Pick and Place: Dokumentation einer virtuellen Handhabungsanwendung.
  6. RoboDK – Grundlagen: Einführung in Simulation und Offline-Programmierung.

Die ISO-Normen sind urheberrechtlich geschützt und werden hier nur referenziert, nicht vervielfältigt. Die fachlichen Quellen ersetzen keine projektspezifische sicherheitstechnische Bewertung.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Alle verwendeten Wikimedia-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten ausgewählt. Die jeweiligen Lizenzpflichten, insbesondere Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen, sind zu beachten.

Eingebundenes Bild Urheber beziehungsweise Quelle Lizenz
Virtuelle Anlagenübersicht Orfa Visser CC BY 3.0
Blindniet-Roboteranlage Michael KR CC BY-SA 4.0
Roll-Pitch-Yaw-Darstellung Dantor CC BY-SA 3.0
Roboterverpackung Tecnowey CC BY-SA 3.0
Werkzeugwechselsystem Carl Kurt Walther GmbH & Co. KG CC BY-SA 3.0 DE
Maschinenschutzzaun Machine4545 CC BY-SA 4.0
Roboter-Warnillustration Clemenspool CC0
Not-Halt-Betätiger Cjp24 CC BY-SA gemäß Dateiseite
Automatisierte Roboteranlage Gkisten CC BY 3.0

Videohinweis: Eingebunden sind öffentlich zugängliche YouTube-Videos von ABB Robotics, Roman Parak, RoboDK und Robotics Ninja. Sie dienen als ergänzende Anschauungsmaterialien. Eine YouTube-Einbettung bedeutet nicht, dass die Videos als OER frei bearbeitet oder weiterverbreitet werden dürfen. Es gelten die jeweiligen Rechte der Urheber und die Plattformbedingungen. Keine Videos von Sofatutor.

Quellen- und Medienprüfung: 7. Oktober 2026. Verfügbarkeit, Einbettungsrechte und Lizenzen können sich ändern.


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