Ich irre gantz allein - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse
Einleitung
Du liest die Ode „Ich irre gantz allein“ von Andreas Gryphius. Sie gehört zum Barock; der Druck der Oden. Das dritte Buch stammt von 1657. Das Gedicht hat 68 Verse. Zuerst fühlt sich das lyrische Ich verfolgt. Später vertraut es auf Gott. Du lernst, Aussagen mit genauen Versangaben zu begründen.
Vollständige vorhandene Textseite: Gedicht – 3. Ich irre gantz allein – Gryphius, Andreas. Extern nachprüfbar: TextGrid mit Gliederung und Versfolge als Klartext. Es wird keine zweite Gedicht-Textseite angelegt. Die nachfolgende Gegenüberstellung dient dem Lesen und der Analyse.

Porträt: Kupferstich von Philipp Kilian (gemeinfrei). Nachweis bei Wikimedia Commons
Originaltext und Lesefassung
Vier Begriffe: Die Quellfassung bewahrt die alte Schreibung aus der TextGrid-Transkription nach dem historischen Druck (kein Originalscan). Die Lesefassung ist eine hier formulierte, sinngemäße Übertragung in heutiges Deutsch, Vers für Vers. Eine Übersetzung wäre die Übertragung in eine andere Sprache; sie liegt hier nicht vor. Eine Interpretation begründet, was ein Bild oder eine Aussage bedeuten könnte. Sie ist nicht dasselbe wie die Lesefassung.
Quellfassung: überlieferte Schreibweise
Quelle: Andreas Gryphius, Oden. Das dritte Buch (Erstdruck 1657), TextGrid, 3. [Ich irre gantz allein]. Die Hervorhebungen der Abschnitte sind Lernhilfen, keine Verse. Die Verszählung folgt der TextGrid-Klartextfolge.
- Erster Satz, V. 1–12: Ich irre gantz allein/
- Verstossen vnd verlacht
- Vmbringt mit Schmertz vnd Pein
- Bey dunckel-grauser Nacht
- Nicht einer beut die Faust/ nicht einer zeigt die Wege
- Die müden Füsse sind verletzet/
- In dem mein Elend mir nachsetzet
- Auff dem gespitzter Stein- vnd Dörner vollen Stege
- Woher? wo eil ich hin?
- Ich! der die rechte Bahn verlohren/
- Auff den sich Freund vnd Feind verschworen/
- Ich! der von aller Welt numehr verrahten bin!
- Erster Gegensatz, V. 13–24: Welch grauen fält mich an!
- Welch Elend reisst mich hin?
- Ist wer/ der retten kan?
- Wo sterben nur Gewin!
- Der Abgrund schluckt mich ein! die Wellen rauer Jammer/
- Bedecken die zuraufften Hare!
- In dem ich ins Verterben fahre:
- In aller Hellen Hell: vnd grimme Folter Kammer.
- Vor mir erscheint der Tod
- In mir/ herrscht Furcht vnd kaltes Zittern.
- Vmb mich erkracht mit Vngewittern
- Der/ auff den schwachen Geist zuhart erhitzte Gott.
- Erster Abgesang, V. 25–34: Doch du! durch den was Athem hat muß leben;
- Wirst mich nicht lassen gantz verschmachten:
- Wil man mich als entseelt gleich achten!
- Kanst du dem müden Fleisch doch neue Geister geben!
- Auff dein Wort brennt die Flamme nicht/
- Das Meer gibt seinen Raub auß tieffstem Grunde wieder/
- Die dürren todten Bein/ ergentzen sich in Glieder
- Vnd hören was dein Mund außspricht.
- Glaubt nicht/ daß ich verlohren sey!
- Gott macht mich lebend starck vnd frey!
- Zweiter Satz, V. 35–46: Der Feinde grimme Schaar
- Die sich auff mich verband
- Dreut mit der schwartzen Baar
- Vnd plagt mit Stahl vnd Brand
- Sie blecken mit dem Maul/ sie rümpfen ihre Nasen/
- Hör' an/ wie sie so höhnisch lachen!
- Sie pfeiffen als erhitzte Drachen/
- Die Gifft vnd Gall vnd Rauch auß ihrem Rachen blasen.
- Sie setzen auff mich an!
- Als Tyger durch Verlust erbittert:
- Wie wenn ein Löw von Hunger zittert:
- Dem kein behertzter Mensch/ den Raub abjagen kan.
- Gegensatz, V. 47–58 (Vorlage: „3. Gegensatz“): Der du mit einem Wort
- Das tolle schnauben brichst/
- Der du an iedem Ort
- Ein rechtes Vrtheil sprichst/
- Beweiß' anitzt/ daß dich der Schlaff nicht überwunden!
- Reiß deiner Wolcken Hüll in Stücken/
- Schau auff die Mörder die mich drücken
- Vnd zeige/ daß dir noch die Hände nicht gebunden/
- Der grimme Trotz verschwindt/
- Wann deine Rechte sich läst mercken:
- Der Feind vergeht in seinen Wercken
- Vnd wird für deiner Krafft/ Dunst Nebel/ Rauch vnd Wind.
- Zweiter Abgesang, V. 59–68: Wagt eure Macht! ihr Rasend-dolle Schaaren!
- Auff mich/ dehn Welt vnd Teuffel hassen
- Auff mich/ dehn alle Freunde lassen
- Mich wird deß Herren Faust/ die rechte Faust bewahren
- Man reißt mich dem nicht auß der Hand/
- Der mich als einen Ring an seinem Finger träget/
- Er hält mich/ wann der Grund der Erden sich beweget
- Vnd Sündflutt überschwemmt das Land.
- Denckt nicht/ daß der mög' vntergehen
- Den ihr auff Gott/ dem Felß/ seht stehen.
Lesefassung: heutiges Deutsch
Lesehilfe, keine historische Originalfassung. Die 68 Zeilen entsprechen den Versen der Quellfassung. Manche Bilder sind bewusst verständlicher umschrieben; für Zitate in der Analyse nutze die Quellfassung.
- Erster Satz, V. 1–12: Ich gehe völlig allein.
- Ausgestoßen und ausgelacht
- bin ich umgeben von Schmerz und Leid
- in dunkler, schrecklicher Nacht.
- Niemand reicht mir die Hand; niemand zeigt mir den Weg.
- Meine müden Füße sind wund,
- während mein Leid mich verfolgt
- auf einem Pfad voller spitzer Steine und Dornen.
- Wo komme ich her? Wohin eile ich?
- Ich habe den richtigen Weg verloren.
- Freunde und Feinde haben sich gegen mich verschworen.
- Ich fühle mich von der ganzen Welt verraten.
- Erster Gegensatz, V. 13–24: Welch ein Schrecken überfällt mich!
- Welches Elend reißt mich fort!
- Gibt es jemanden, der mich retten kann?
- Wo allein das Sterben als Gewinn erscheint!
- Ein Abgrund droht mich zu verschlingen; Wellen schweren Leids
- bedecken mein zerzaustes Haar.
- Ich gerate immer tiefer ins Verderben,
- in eine grauenvolle Hölle und Folterkammer.
- Vor mir erscheint der Tod.
- In mir herrschen Angst und Zittern.
- Um mich donnert es wie bei einem Unwetter.
- Ich fürchte Gottes strenges Gericht über mich.
- Erster Abgesang, V. 25–34: Doch du, Gott, schenkst allem Leben seinen Atem.
- Du wirst nicht zulassen, dass ich völlig zugrunde gehe.
- Auch wenn man mich schon für leblos hält,
- kannst du meinem erschöpften Körper neue Kraft geben.
- Auf dein Wort hin kann das Feuer seine Wirkung verlieren.
- Das Meer gibt die Verschlungenen aus seiner Tiefe zurück.
- Tote Knochen werden wieder zu ganzen Gliedern,
- die auf dein Wort hören.
- Glaubt nicht, dass ich verloren bin!
- Gott macht mich wieder lebendig, stark und frei!
- Zweiter Satz, V. 35–46: Die wilde Schar meiner Feinde
- hat sich gegen mich verbündet.
- Sie droht mir mit dem schwarzen Sarg
- und quält mich mit Waffen und Feuer.
- Sie fletschen die Zähne und verspotten mich.
- Hört, wie sie höhnisch lachen!
- Sie zischen wie rasende Drachen,
- die Gift, Galle und Rauch ausstoßen.
- Sie stürmen auf mich los
- wie Tiger, die eine Beute verloren haben,
- oder wie ein Löwe, der vor Hunger zittert
- und dem niemand die Beute abnehmen kann.
- Gegensatz, V. 47–58 (Vorlage: „3. Gegensatz“): Du kannst mit einem einzigen Wort
- dieses tobende Wüten brechen.
- Du sprichst an jedem Ort
- ein gerechtes Urteil.
- Zeige jetzt, dass du nicht schläfst!
- Zerreiße die Wolkenhülle!
- Schau auf die gewalttätigen Menschen, die mich bedrängen,
- und zeige, dass deine Hände nicht gebunden sind.
- Der wilde Trotz verschwindet,
- sobald sich deine rechte Hand zeigt.
- Die Taten der Feinde verlieren ihre Macht
- und vergehen vor dir wie Dunst, Nebel, Rauch und Wind.
- Zweiter Abgesang, V. 59–68: Versucht es mit aller Macht, ihr rasenden Scharen!
- Ihr greift mich an, den Welt und Teufel hassen,
- mich, den alle Freunde verlassen haben.
- Doch die Hand des Herrn wird mich schützen.
- Niemand entreißt mich seiner Hand.
- Er trägt mich wie einen Ring an seinem Finger.
- Er hält mich, selbst wenn die Erde erbebt
- und eine große Flut das Land überschwemmt.
- Glaubt nicht, dass jemand untergehen kann,
- der auf Gott als festem Felsen steht.
Drei einfache Wörterhilfen
- „vnd“ bedeutet „und“, „Vmbringt“ hier „umgeben“, „Pein“ großes Leid.
- „schwartzen Baar“ (V. 37) meint eine Totenbahre; „Teuffel“ (V. 60) ist der Teufel.
- „rechte Faust“ (V. 62) und „Felß“ (V. 68) stehen im Gedicht für starke Hilfe und festen Halt.
Barock und Lebenswelt des Dichters
Der Barock ist eine Literaturepoche des 17. Jahrhunderts. Viele Menschen erlebten Krieg, Krankheit und Unsicherheit. Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Gryphius (1616–1664) kannte diese Zeit. Aber: Das lyrische Ich ist nicht automatisch der Autor. Aus dem Gedicht allein lässt sich kein bestimmtes biografisches Erlebnis beweisen.
Barocke Motive sind Angst vor dem Tod, gefährdetes Leben und religiöse Hoffnung. Diese Ode zeigt alle drei: „Vor mir erscheint der Tod“ (V. 21), „Doch du!“ (V. 25) und „Gott macht mich lebend starck vnd frey!“ (V. 34). Lies die Verse dazu im Original.

Historisches Bild als Vergleich: Ernest Crofts malte diese Szene des Dreißigjährigen Kriegs erst im 19. Jahrhundert. Sie ist keine zeitgenössische Darstellung der Ode. Bild- und Lizenznachweis
Hörvergleich: In einem anderen, kurzen Gedicht, „Es ist alles eitel“, behandelt Gryphius Vergänglichkeit. Das ist nicht die Vertonung von „Ich irre gantz allein“.
Sprecher: Christopher Arndt; LibriVox, gemeinfrei. Commons-Quelle
Hörauftrag: Welche Wirkung hat eine betonte Pause beim Vortrag? Vergleiche mit den Gedankenstrichen, Fragen und Ausrufen in „Ich irre gantz allein“. Das sind zwei unterschiedliche Gedichte.
Lyrisches Ich und Spannungsbogen
Anfang: Das Ich schildert Einsamkeit: „Ich irre gantz allein/“ (V. 1). Niemand hilft ihm (V. 5). Der gefährliche Weg ist zugleich ein mögliches Bild für sein Leben. Fragen wie „Woher? wo eil ich hin?“ (V. 9) zeigen Ratlosigkeit.
Not: „Der Abgrund schluckt mich ein!“ (V. 17) und „Vor mir erscheint der Tod“ (V. 21) steigern die Angst. Die Person spricht nicht ruhig über Gefahr, sondern ruft und fragt.
Erste Wende: „Doch du!“ (V. 25) stellt der Angst Gottes Macht gegenüber. „Gott macht mich lebend starck vnd frey!“ (V. 34) ist ein klarer Hoffnungsruf.
Neue Gefahr und neues Vertrauen: Die Feinde werden als Drachen, Tiger und Löwen gezeigt (V. 39–46). Das Ich fordert Gott auf einzugreifen (V. 47–58) und bekennt am Ende Schutz durch Gottes Hand (V. 62–68).
Gliederung: Die TextGrid-Ausgabe markiert aufeinander bezogene Teile: Satz (V. 1–12), Gegensatz (V. 13–24), Abgesang (V. 25–34), Satz (V. 35–46), einen weiteren Gegensatz (V. 47–58; in der Vorlage „3. Gegensatz“) und Abgesang (V. 59–68). So entsteht zweimal ein Weg von Bedrohung zu Zuversicht. Der Text ist kein Sonett; ein Sonett hat gewöhnlich 14 Verse.
Denkanstoß: Wo bemerkst du die stärkste Wende? Begründe deine Meinung mit wenigstens einem Vers.
Bildsprache, Klang und Form
Bildsprache: Ein voller „Stege“ mit Steinen und Dornen (V. 8) lässt Not körperlich spürbar werden. „Wellen rauer Jammer“ (V. 17) machen aus Kummer eine große Flut. „als einen Ring an seinem Finger“ (V. 64) macht göttlichen Schutz anschaulich. „Gott/ dem Felß“ (V. 68) steht für Beständigkeit. Das sind Deutungen auf der Grundlage der genannten Wörter, keine wörtlichen Reiseberichte.
Klang und Wiederholung: „Ich!“ leitet zwei ähnliche Aussagen ein (V. 10 und 12). „Auff mich“ wird wiederholt (V. 60–61). Solche Anaphern betonen den Sprecher. Auch die Reime „allein“ – „Pein“ (V. 1/3) und „verlacht“ – „Nacht“ (V. 2/4) sind hörbar. Unterschiedlich lange Verse und zahlreiche Ausrufe machen den Vortrag beweglich. Wichtig: Das Metrum muss am Text untersucht werden; behaupte nicht ohne Prüfung, jeder Vers sei ein Alexandriner.
Übung zum Hören: Lies V. 9, V. 25 und V. 59 deutlich vor. Welche Gefühle erzeugen die Satzzeichen? Lies dann dieselben Verse ruhig. Beschreibe den Unterschied schriftlich.
Vergleichstext „Abend“, gesprochen von Christian Al-Kadi, LibriVox; gemeinfrei. Commons-Quelle

Animation als Kontext: Die laufende Zeit kann das Barockmotiv der Vergänglichkeit verdeutlichen. Die Uhr ist kein Bild aus der Ode. Javelot1, CC BY-SA 3.0; Quelle und Lizenz.
Deuten, belegen und diskutieren
Deutung A – religiöse Zuversicht: Die direkte Anrede an Gott (V. 25, 47) und der Fels (V. 68) lassen das Gedicht als Ausdruck christlichen Vertrauens lesen.
Deutung B – Angst bleibt präsent: Die zweite Schilderung der Feinde (V. 35–46) zeigt: Die Hoffnung beendet die Bedrohung im Text nicht sofort. Sie muss erneut ausgesprochen werden.
Deutung C – Schutz als Bild: Der Ring an Gottes Finger (V. 64) kann Zugehörigkeit und sicheren Halt ausdrücken. Für diese Lesart musst du aber den Wortlaut mit der Schlusszeile verbinden.
Beispiel für einen Versbeleg: „Die Wendung ‚Doch du!‘ (V. 25) verändert den Ton: Nach Angst und Todesbildern richtet sich das Ich direkt an Gott. Das legt einen Wechsel von Verzweiflung zu Vertrauen nahe.“ Formuliere eigene Aussagen genauso: Behauptung – genaues Verszitat – Erklärung.
Gestufte Hilfen: Hilfe 1: Unterstreiche Wörter für Angst und Wörter für Schutz in zwei Farben. Hilfe 2: Vergleiche V. 17 mit V. 64 und notiere den Gegensatz. Hilfe 3: Schreibe „In V. ... steht ‚...‘. Das zeigt ..., weil ...“ und prüfe das Zitat am Original. Behandle abweichende Deutungen fair, wenn sie mit Versen begründet werden.
Videoempfehlungen zur Barocklyrik: Kurzvideo zu Gryphius und „Es ist alles eitel“ und ausführliches Video zur Gedichtanalyse im Barock. Beide Links und Inhaltsangaben stammen von der Herausgeberseite. Die aktuelle Abrufbarkeit bei YouTube konnte nicht unabhängig geprüft werden. Unterschied beachten: Beide Videos behandeln ein anderes Gedicht und erklären Methoden; die Formmerkmale eines Sonetts darfst du nicht auf diese 68-zeilige Ode übertragen.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Versbelege prüfen
Vergleiche jede Frage mit der Quellfassung. Die richtige Lösung steht in der Bearbeitungsfassung technisch an erster Stelle; die Lernoberfläche stellt das Quiz dar.
Welche Aussage trifft die Lage am Gedichtanfang? (V. 1–4) (Das Ich ist allein und leidet.) (!Das Ich feiert ein Fest.) (!Das Ich besucht einen Freund.) (!Das Ich erzählt von einem Sieg.)
Was bedeutet das Bild des verletzenden Stegs? (V. 5–8) (Der Lebensweg erscheint voller Hindernisse.) (!Die Wanderung ist ein fröhlicher Ausflug.) (!Das Ich plant ein Bauprojekt.) (!Das Gedicht erklärt Pflanzenkunde.)
Was zeigt die Frage nach Rettung? (V. 13–16) (Das Ich sucht einen Ausweg aus großer Not.) (!Das Ich fragt nach einem Fahrplan.) (!Das Ich lehnt jede Hoffnung sicher ab.) (!Das Ich hat keine Angst.)
Wodurch beginnt in Vers 25 eine Wende? (Das Ich spricht vertrauensvoll Gott an.) (!Das Ich wechselt in ein Liebeslied.) (!Ein König betritt die Szene.) (!Die Handlung springt in die Gegenwart.)
Welcher Satz steht sinngemäß in Vers 34? (Gott stärkt und befreit das Ich.) (!Alle Freunde kommen zurück.) (!Die Feinde haben den Krieg beendet.) (!Der Dichter beschreibt einen Stadtplan.)
Welche Wirkung haben die Drachenbilder? (V. 39–46) (Sie zeigen die Feinde als bedrohlich.) (!Sie erklären Tierarten sachlich.) (!Sie sollen eine Komödie auslösen.) (!Sie beschreiben friedliche Natur.)
Was verlangt die Anrede in Vers 51? (Gott soll seine Macht sichtbar zeigen.) (!Gott soll sich schlafen legen.) (!Ein Freund soll ein Buch lesen.) (!Die Feinde sollen tanzen.)
Wofür stehen Nebel und Rauch? (V. 55–58) (Die Macht des Feindes ist vergänglich.) (!Der Himmel ist immer wolkenlos.) (!Das Ich spricht nur über Wetter.) (!Gott verliert seine Macht.)
Welches Bild vermittelt Schutz? (V. 63–68) (Gott hält das Ich wie einen Ring und einen fest stehenden Felsen.) (!Das Ich schläft auf einer Blumenwiese.) (!Ein Schiff fährt in einen Hafen.) (!Ein König legt seine Krone ab.)
Welche Formbeschreibung passt zum Text? (Eine längere Ode mit Satz und Abgesang.) (!Ein Sonett aus vierzehn Versen.) (!Ein Märchen in Prosa.) (!Ein Drama mit fünf Akten.)
Memory: Begriffe und Bedeutungen
| Lyrisches Ich | Sprechende Stimme des Gedichts |
| Anapher | Wiederholung am Satzanfang |
| Ode | Gedichtform mit feierlichem oder ernsten Ton |
| Versbeleg | Wörtliche Stelle mit Zeilennummer |
| Barock | Literaturepoche des siebzehnten Jahrhunderts |
| Metapher | Bildlicher Ausdruck ohne wörtliche Gleichsetzung |
Drag and Drop: Zeichen und Wirkung
| Ordne den Ausdruck seiner Wirkung zu. | Bedeutung im Gedicht |
|---|---|
| Dornenweg | Bild für einen leidvollen Weg |
| Abgrund | Bild für größte Gefahr |
| Drachen | Bild für bedrohliche Feinde |
| Ring | Bild für Nähe und Schutz |
| Felsen | Bild für sicheren Halt |
Kreuzworträtsel: Fachwörter
| Barock | Epoche, zu der das Gedicht gehört? |
| Abgesang | Wie heißt der in der Ausgabe bezeichnete Schlussteil einer größeren Einheit? |
| Anapher | Wie heißt die Wiederholung gleicher Wörter am Versanfang? |
| Metapher | Wie nennt man eine bildliche Wendung? |
| Hoffnung | Welches Gefühl steht der Verzweiflung gegenüber? |
| Felsen | Welches Bild des festen Halts steht am Gedichtende? |
LearningApps: Weitere Übungen suchen
Hier findest du Suchergebnisse zu den Stichworten; einzelne Apps sind nicht automatisch als geprüft gekennzeichnet.
Lückentext: Wesentliches sichern
Offene Aufgaben
Bearbeite selbstständig oder im Team. Drei Schreibaufgaben sind ausdrücklich als Schreibaufgabe markiert; sie bauen aufeinander auf.
Leicht
- Schreibaufgabe leicht: Schreibe fünf klare Sätze über die Gefühle des lyrischen Ichs und belege einen Satz mit einem kurzen genauen Verszitat.
- Wörter klären: Suche vier alte Wörter aus der Quellfassung, schreibe die Versnummern dazu und erkläre sie mit der Lesefassung.
- Vortragsvergleich: Lies V. 9, 25 und 59 zweimal mit verschiedener Betonung vor und notiere, wie sich die Wirkung ändert.
- Bildsuche: Markiere je zwei Bilder für Bedrohung und Hilfe; notiere die Versnummern und beschreibe die Wirkung.
Standard
- Schreibaufgabe Standard: Verfasse eine Analyse von etwa 150 Wörtern zu Anfang, Wende und Schluss mit mindestens drei überprüften Versbelegen.
- Historischer Vergleich: Vergleiche die Barockmotive dieser Ode mit den Motiven des Hörtexts „Es ist alles eitel“; trenne sicher die beiden Gedichte.
- Aufbau untersuchen: Erstelle eine Übersicht der sechs Abschnitte mit Versbereichen, Stimmung und sprachlichem Zeichen.
- Diskussion: Diskutiere mit jemandem, warum das lyrische Ich und Gryphius nicht gleichgesetzt werden dürfen; halte zwei Argumente schriftlich fest.
Schwer
- Schreibaufgabe schwer: Erörtere auf 250 bis 350 Wörtern, ob Zuversicht die Angst im Gedicht überwindet oder ob beides bestehen bleibt. Belege mindestens vier Stellen und erwäge ein Gegenargument.
- Klangvergleich: Untersuche Wiederholungen, Reime und Verslängen an acht aufeinanderfolgenden Versen; beschreibe die Wirkung ohne ungeprüfte Metrum-Behauptung.
- Textkritik: Vergleiche V. 17 und V. 64 in Quellfassung und Lesefassung. Diskutiere, was durch die Übertragung gewonnen und verloren wird.
- Deutungsdebatte: Entwickle zwei verschiedene Lesarten des Ring-Bildes (V. 64) und prüfe beide an den Schlussversen.


Lernkontrolle
- Spannungsbogen erklären: Zeige mit V. 1, 25, 35 und 68, wie die Gefühle wechseln; welche Beobachtung widerspricht einer zu einfachen Deutung?
- Bild und Deutung: Vergleiche „Abgrund“ (V. 17) mit „Felß“ (V. 68). Was bedeutet der Gegensatz für deine Deutung?
- Sprache belegen: Wähle zwei Anaphern oder Ausrufstellen, zitiere genau und erläutere ihre Wirkung.
- Kontext abgrenzen: Nenne einen plausiblen Bezug zum Barock und erkläre, warum dies kein Beweis für ein bestimmtes Erlebnis des Autors ist.
- Medien beurteilen: Begründe anhand der Quellenliste, welches Bild historisches Material und welches eine spätere künstlerische Darstellung ist.
- Urteil mit Gegenargument: Beurteile die Aussage „Das Gedicht endet angstfrei“ mit Belegen und einer abweichenden Lesemöglichkeit.
Lernnachweis
Du kannst die 68 Verse der Quelle richtig zählen, Quellfassung und Lesefassung unterscheiden und die Textseite verlinken. Du kannst mindestens vier Originalverse exakt zitieren, Satz/Gegensatz/Abgesang erklären, zwei Klangmittel und zwei Bilder deuten. Als Ergebnis gibst du einen kurzen Analyseabschnitt, deine Versübersicht und eine selbstständig überprüfte Schreibaufgabe ab. Prüfe jeden Versbeleg an der verlinkten TextGrid-Fassung.
OER und Wikipedia
Primärquelle und historische Angaben:
- Andreas Gryphius: „3. [Ich irre gantz allein“, TextGrid Repository], Transkription, Druckkontext 1657; TextGrid-Anmerkungs- und Metadatenbestand CC BY 3.0 DE, der historische Gryphius-Text ist gemeinfrei. Lizenz TextGrid.
- TextGrid-Klartext mit 68 Versen, Grundlage der Zählung. Die hier verwendete Lesefassung wurde eigens für Lernzwecke formuliert, nicht als historische Quelle ausgegeben.
- Andreas Gryphius – Wikipedia, biografischer Hintergrund; Barockliteratur – Wikipedia zum Epochenrahmen.
Wikimedia Commons: Medien und Rechte (nur überprüfte Datei-Seiten):
| Datei | Quelle | Urheber oder Sprecher | Lizenz oder Rechtsstatus |
|---|---|---|---|
| File:Andreas Gryphius.jpg | Commons-Dateiseite | Philipp Kilian | Gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:Wallenstein A Scene of the Thirty Years War.jpg | Commons-Dateiseite | Ernest Crofts | Gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:LibriVox - Gryphius Es ist alles eitel.ogg | Commons-Dateiseite | Andreas Gryphius, Vortrag Christopher Arndt | LibriVox-Aufnahme ausdrücklich gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:LibriVox - Gryphius Abend.ogg | Commons-Dateiseite | Andreas Gryphius, Vortrag Christian Al-Kadi | LibriVox-Aufnahme ausdrücklich gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:Temps réel.gif | Commons-Dateiseite | Javelot1 | CC BY-SA 3.0 (Animation unverändert, Namensnennung und Lizenzlink) |
YouTube-Verweise: Video-IDs und Titel sind auf der Anbieter-Webseite dokumentiert. Die direkte Erreichbarkeit bei YouTube war zum Prüfzeitpunkt technisch nicht feststellbar; deshalb gibt es oben nur verlinkte Empfehlungen, keine als verifiziert ausgegebenen eingebetteten Player. Das Urheberrecht der Videos bleibt beim jeweiligen Rechteinhaber; der Link ist keine offene Lizenz. Kein Sofatutor-Material.
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