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IM6 - KI-Video verstehen

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IM6 - KI-Video verstehen




IM6 - KI-Video verstehen


Einleitung

Videos können heute nicht nur mit einer Kamera aufgenommen oder am Computer geschnitten werden. Generative KI kann aus Texten, Bildern oder anderen Vorgaben neue bewegte Bilder erzeugen. Solche generativen Videos können fantastisch, hilfreich, überraschend und kreativ sein. Sie können aber auch Fehler enthalten oder so echt wirken, dass Menschen getäuscht werden.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie KI-Videos grundsätzlich entstehen, was sie gut können, wo ihre Grenzen liegen und wie Du sie sinnvoll für Schule und Projekte einsetzt. Drei Anwendungen stehen besonders im Mittelpunkt: ein kurzer Erklärfilm, die Storyboardvisualisierung und ein Projektpitch. Außerdem lernst Du, warum eine klare Kennzeichnung wichtig ist und wie Du mit möglichen Manipulationen und Deepfakes vorsichtig umgehst.

Merksatz: Ein Video kann überzeugend aussehen und trotzdem erfunden sein. Deshalb gilt: Anschauen, prüfen, Quelle suchen und erst dann glauben oder weitergeben.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein generatives KI-Video ist, einfache Möglichkeiten und Grenzen benennen, drei schulische Einsatzmöglichkeiten planen und Regeln für eine verantwortungsvolle Nutzung anwenden. Du kannst außerdem Kennzeichnungen beachten, Quellen prüfen und begründen, warum ein realistisches Video nicht automatisch ein Beweis für ein echtes Ereignis ist.


Was ist ein generatives KI-Video?

Das Wort generativ bedeutet so viel wie erzeugend. Ein generatives KI-System erstellt neue Ausgaben, indem es gelernte Muster verarbeitet. Solche Ausgaben können Texte, Bilder, Ton oder Videos sein. Ein KI-Video kann zum Beispiel aus einer Textbeschreibung entstehen. Diese Textbeschreibung wird häufig Prompt genannt.

Ein einfacher Prompt könnte lauten: „Eine Papierfigur fährt in einer kleinen Pappstadt mit dem Fahrrad, freundliche Stop-Motion-Optik, sonniger Morgen.“ Die KI versucht dann, aus dieser Beschreibung passende Bildfolgen zu erzeugen.

Das Bild zeigt stark vereinfacht ein künstliches neuronales Netzwerk. Solche Darstellungen helfen zu verstehen, dass ein KI-System Informationen in vielen Rechenschritten verarbeitet. Es „denkt“ dabei nicht wie ein Mensch und weiß nicht automatisch, ob eine erzeugte Szene in der echten Welt möglich oder wahr ist.


Von der Idee zum Clip

Ein möglicher Arbeitsweg sieht so aus:

  1. Idee: Du entscheidest, was das Video zeigen soll.
  2. Prompt: Du beschreibst Szene, Handlung, Stil, Perspektive und Stimmung.
  3. Generierung: Das KI-System erzeugt einen oder mehrere Videoentwürfe.
  4. Prüfung: Du suchst nach Fehlern, unklaren Bewegungen oder falschen Informationen.
  5. Überarbeitung: Du passt Prompt, Bildvorlage oder Schnitt an.
  6. Kennzeichnung: Du machst deutlich, dass KI an der Erstellung beteiligt war.
  7. Quellenangabe: Du nennst wichtige Sachquellen, Vorlagen und verwendete Medien.

Ein guter Workflow verbindet also Kreativität mit Kontrolle.


Eingaben: Text, Bild und Referenzen

KI-Videos können auf verschiedene Arten angestoßen werden. Bei Text-zu-Video beschreibt ein Prompt die gewünschte Szene. Bei Bild-zu-Video wird ein vorhandenes Bild animiert. Manche Systeme können auch einen kurzen Clip verlängern, eine Kamerabewegung ergänzen oder eine Figur in mehreren Szenen möglichst ähnlich darstellen.

Wichtig ist: Je genauer die Vorgabe, desto eher kann das Ergebnis zur eigenen Idee passen. Trotzdem bleibt die Ausgabe nicht vollständig vorhersehbar. Generative KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und kann Details anders umsetzen als erwartet.


Unproblematische synthetische Videoausschnitte beobachten

Die folgenden Videos zeigen viele künstlich erzeugte Clips. Achte beim Anschauen nicht nur darauf, ob etwas schön aussieht. Beobachte auch Bewegungen, Übergänge, Gegenstände, Text im Bild und die Frage, ob alles physikalisch und logisch zusammenpasst.

Beobachtungsauftrag: Suche in dem offiziellen Demonstrationsvideo nach einem Clip mit Tieren, Papierobjekten oder einer Fantasieszene. Notiere zwei Dinge, die überzeugend wirken, und eine Stelle, die Du besonders genau prüfen würdest.

Beobachtungsauftrag: Achte im synthetischen Stadtclip auf Kamerafahrt, Fahrzeuge, Licht und räumliche Übergänge. Frage Dich: Bleiben Gegenstände von Bild zu Bild stabil?

Beobachtungsauftrag: Untersuche, wie ähnlich Figuren, Orte oder Objekte über mehrere Szenen hinweg bleiben. Genau diese Konsistenz ist für längere Geschichten besonders wichtig.

Diese Videos zeigen Möglichkeiten der Technik, sind aber keine Garantie dafür, dass jedes selbst erzeugte Video dieselbe Qualität erreicht.


Sichere eigene Clip-Ideen für die Schule

Für erste Übungen eignen sich erfundene Figuren und harmlose Gegenstände besonders gut. So musst Du keine echte Person nachahmen.

  1. Papierboot-Animation: Ein gefaltetes Papierboot fährt durch eine gezeichnete Wasserlandschaft.
  2. Pflanzenwachstum: Eine Fantasiepflanze wächst im Zeitraffer aus einem bunten Topf.
  3. Roboter im Klassenzimmer: Ein kleiner erfundener Roboter sortiert Stifte nach Farben.
  4. Geometrie in Bewegung: Würfel, Kugel und Pyramide bewegen sich durch eine abstrakte Landschaft.
  5. Weltraum-Pitch: Ein fiktiver Forschungssatellit klappt seine Solarpaneele aus.
  6. Storyboard-Test: Eine gezeichnete Figur betritt eine Bibliothek und findet eine geheimnisvolle Karte.

Dabei gilt: Verwende keine echten Gesichter oder Stimmen von Mitschülerinnen, Mitschülern oder Lehrkräften ohne ausdrückliche Erlaubnis.


Möglichkeit 1: Erklärfilm

Ein Erklärfilm soll einen Sachverhalt verständlich machen. KI-Video kann dabei helfen, kurze Szenen zu visualisieren, die schwer zu filmen wären. Beispiele sind der Wasserkreislauf, die Bewegung von Planeten oder eine Reise durch eine Fantasieversion des menschlichen Verdauungssystems.

Ein guter Erklärfilm braucht trotzdem menschliche Arbeit. Zuerst müssen die Informationen stimmen. Danach planst Du Bildfolge, Sprechertext und Dauer. Erst dann kann KI beim Erzeugen einzelner Clips helfen.

Beispiel: Wasserkreislauf

Eine sichere Animation könnte zeigen, wie ein gezeichneter Wassertropfen verdunstet, als Wolke weiterzieht und als Regen zurückkommt. Die KI darf die Szene anschaulich machen. Ob der Ablauf fachlich korrekt erklärt wird, musst Du mit zuverlässigen Sachquellen prüfen.

Stärke: Abstrakte Abläufe können sichtbar gemacht werden.

Grenze: Eine hübsche Animation kann fachlich falsch sein.


Möglichkeit 2: Storyboardvisualisierung

Ein Storyboard ist ein Plan für einen Film. Es zeigt nacheinander, welche Einstellungen und Handlungen vorgesehen sind. Bevor eine Gruppe einen echten Film dreht, kann sie mit einfachen KI-Bildern oder kurzen KI-Clips ausprobieren, wie eine Szene wirken könnte.

Eine Gruppe plant zum Beispiel einen Film über Müllvermeidung. Im Storyboard steht:

  1. Szene 1: Überfüllter Papierkorb auf dem Schulhof.
  2. Szene 2: Zwei erfundene Figuren entdecken Mehrwegbehälter.
  3. Szene 3: Ein einfaches Diagramm zeigt weniger Abfall.
  4. Szene 4: Abschlussbild mit einer Handlungsaufforderung.

KI kann dafür Vorschauclips erzeugen. Das spart nicht automatisch Arbeit, hilft aber dabei, Ideen früh sichtbar zu machen und zu besprechen.

Stärke: Eine Gruppe kann Varianten schnell vergleichen.

Grenze: Das KI-Bild ist nur ein Entwurf und ersetzt nicht die gemeinsame Entscheidung.


Möglichkeit 3: Projektpitch

Ein Pitch ist eine kurze Vorstellung einer Idee. In der Schule kann ein Projektpitch erklären, welches Problem gelöst werden soll, wie die Lösung aussieht und warum sie nützlich sein könnte.

Beispiel: Deine Gruppe entwickelt die Idee einer „ruhigen Pausenzone“. Ein kurzer KI-Clip könnte eine erfundene, deutlich als Visualisierung gekennzeichnete Version des zukünftigen Bereichs zeigen. Das hilft dem Publikum, sich die Idee vorzustellen.

Dabei muss klar sein: Die Visualisierung zeigt eine mögliche Vorstellung, nicht den bereits gebauten echten Ort.

Stärke: Ideen werden anschaulich.

Grenze: Ein besonders beeindruckendes Video kann eine Idee besser aussehen lassen, als sie tatsächlich geplant oder finanzierbar ist.


Was KI-Video heute gut kann

Generative Videosysteme können kurze kreative Szenen erzeugen, Stile nach Vorgaben darstellen, Kamerafahrten simulieren und aus Bildern Bewegung entwickeln. Sie können beim Brainstorming, bei Entwürfen und bei der Visualisierung helfen. Moderne Systeme können in vielen Fällen deutlich stabilere Figuren und Umgebungen erzeugen als frühere Generationen.

Trotzdem gibt es keine automatische Garantie für Wahrheit, Fairness oder Fehlerfreiheit.


Typische Grenzen generativer Videos

Bei längeren oder komplizierten Szenen können Probleme auftreten. Eine Figur kann plötzlich anders aussehen, ein Gegenstand kann verschwinden, Finger oder Bewegungen können unlogisch sein, Schrift kann falsch dargestellt werden oder eine Handlung kann physikalischen Regeln widersprechen.

Besonders wichtig für die Schule: KI kennt nicht automatisch den Wahrheitsgehalt einer Szene. Sie kann auch Dinge erzeugen, die glaubwürdig aussehen, obwohl sie erfunden oder fachlich falsch sind.

Ein KI-Video ist deshalb kein Beweis. Es ist zunächst eine erzeugte Mediendatei, deren Aussage geprüft werden muss.


Warum entstehen Fehler?

Ein generatives Modell erzeugt passende Bildfolgen auf Grundlage gelernter Muster. Es beobachtet dabei die Welt nicht wie eine Kamera in Echtzeit und besitzt kein menschliches Alltagsverständnis. Es kann daher Muster überzeugend kombinieren, ohne ihre Bedeutung vollständig zu verstehen.

Das erklärt, warum ein Video zugleich beeindruckend und falsch sein kann.


Manipulation und Deepfakes

Ein Deepfake ist ein KI-erzeugter oder KI-manipulierter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der echten Personen, Orten, Gegenständen oder Ereignissen so ähnlich sein kann, dass er fälschlich für echt gehalten wird.

Manipulation wird besonders problematisch, wenn ein Video Menschen absichtlich täuschen soll. Denkbar sind erfundene Aussagen, nachgeahmte Stimmen, gefälschte Ereignisse oder Bilder, die eine Person in einer Situation zeigen, in der sie nie war.

Für Klasse 6 ist deshalb eine klare Regel sinnvoll: Keine echten Personen imitieren, keine Gesichter oder Stimmen ohne Erlaubnis verwenden und keine KI-Fälschung als echte Aufnahme ausgeben.


Nicht jedes falsche Video ist ein Deepfake

Auch ohne KI kann ein Video irreführen. Ein echter Clip kann aus dem Zusammenhang gerissen, falsch beschriftet, verkürzt oder mit einem falschen Datum versehen werden. Deshalb hilft es nicht, nur nach typischen KI-Fehlern zu suchen.

Viel wichtiger ist die Frage: Woher kommt das Video und kann ich den Zusammenhang überprüfen?


Fünf Schritte zum Prüfen eines Videos

  1. Quelle prüfen: Wer hat das Video veröffentlicht? Ist eine ursprüngliche Quelle erkennbar?
  2. Kennzeichnung suchen: Steht dabei, dass KI verwendet oder der Inhalt bearbeitet wurde?
  3. Kontext prüfen: Passen Ort, Zeitpunkt, Beschreibung und gezeigtes Ereignis zusammen?
  4. Gegencheck machen: Berichten zuverlässige weitere Quellen dasselbe?
  5. Nicht vorschnell teilen: Wenn Du unsicher bist, frage eine Lehrkraft oder eine andere vertrauenswürdige Person.

Ein einzelner Bildfehler ist kein sicherer Beweis für KI. Umgekehrt beweist ein völlig realistisches Aussehen nicht, dass etwas echt ist.


Kennzeichnung: Warum Herkunft wichtig ist

Seit dem 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union Transparenzpflichten nach Artikel 50 des EU AI Act. Für bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte sind maschinenlesbare Kennzeichnungen vorgesehen. Bei Deepfakes muss der künstliche oder manipulierte Ursprung gegenüber Menschen offengelegt werden. Für kreative oder offensichtlich fiktionale Werke gibt es besondere Regeln, aber auch dort bleibt Transparenz wichtig.

Für den Unterricht kannst Du eine einfache und klare Kennzeichnung verwenden:

Beispiel: „Dieser Clip wurde mit generativer KI erstellt. Idee, Auswahl und Faktenprüfung: Projektgruppe 6b.“

Noch besser ist es, zusätzlich die verwendeten Sachquellen zu nennen.


Sichtbare Kennzeichnung und technische Herkunftsdaten

Eine sichtbare Kennzeichnung ist ein Text oder Hinweis, den Menschen direkt lesen können. Zusätzlich gibt es technische Herkunftsinformationen, die an Mediendateien gekoppelt sein können. Ein Beispiel sind Content Credentials nach dem C2PA-Standard.

Content Credentials können Informationen zur Herkunft und Bearbeitung eines digitalen Inhalts bereitstellen. Sie sollen helfen, die Entstehungsgeschichte eines Mediums nachvollziehbarer zu machen.

Wichtig: Eine technische Kennzeichnung ist hilfreich, aber kein Zauberstempel für Wahrheit. Fehlen Herkunftsdaten, ist ein Video nicht automatisch falsch. Sind Herkunftsdaten vorhanden, muss die inhaltliche Aussage trotzdem geprüft werden.


Eine gute Schulkennzeichnung

Für ein eigenes KI-Video kannst Du vier Angaben machen:

  1. KI-Einsatz: Was wurde mit KI erzeugt?
  2. Eigenleistung: Was hast Du selbst geplant, geschrieben, geprüft oder geschnitten?
  3. Sachquellen: Woher stammen die überprüfbaren Informationen?
  4. Fiktion: Welche Teile sind erfunden oder nur eine Visualisierung?

So können andere Dein Video besser einordnen.


Quellen statt Bauchgefühl

Bei Sachthemen solltest Du wichtige Aussagen nicht allein aus einem KI-Video übernehmen. Nutze zuverlässige Quellen, zum Beispiel Schulbücher, seriöse Lexika, offizielle Institutionen oder gut belegte Fachseiten.

Ein Beispiel: Wenn Dein Erklärfilm behauptet, Wasser verdampfe bei einer bestimmten Temperatur, musst Du diese Sachinformation aus einer geeigneten Quelle prüfen. Das KI-Video selbst ist keine naturwissenschaftliche Quelle.


Medienkompetenz: Nicht nur „Fake erkennen“

Es ist oft schwierig, allein am Bild zu erkennen, ob ein Video künstlich erzeugt wurde. Deshalb besteht gute Medienkompetenz aus mehreren Fähigkeiten: Quellen finden, Aussagen vergleichen, Kennzeichnungen verstehen, Unsicherheit aushalten und bei Zweifeln nicht vorschnell teilen.

Hinweis für den Unterricht: Das Video von JUUUPORT erklärt jugendgerecht, warum täuschend echte Inhalte kritisch geprüft werden sollten.

Vertiefung: Der klicksafe-Expert*innen-Talk erläutert den Umgang mit Deepfakes. Für Klasse 6 eignen sich ausgewählte Abschnitte mit Begleitung durch die Lehrkraft.


Mini-Werkstatt: Ein sicherer KI-Erklärclip

Plane einen Clip von etwa fünf bis zehn Sekunden zu einem ungefährlichen Sachthema, zum Beispiel „Warum wechseln Ampeln die Farbe?“ oder „Wie funktioniert ein Schatten?“.

  1. Sachfrage: Formuliere eine konkrete Frage.
  2. Faktencheck: Prüfe mindestens zwei Aussagen in geeigneten Quellen.
  3. Storyboard: Zeichne drei kleine Bilder für Anfang, Mitte und Ende.
  4. Prompt: Beschreibe nur erfundene Figuren oder neutrale Gegenstände.
  5. Ergebnischeck: Suche nach Fehlern in Bewegung, Text und Sachinhalt.
  6. Kennzeichnung: Ergänze sichtbar „mit generativer KI erstellt“.
  7. Reflexion: Schreibe auf, was die KI gut gemacht hat und was Du korrigieren musstest.


Beispielprompt für einen Erklärfilm

Thema: Schatten

„Eine einfache, farbenfrohe 2D-Animation zeigt eine Taschenlampe links, einen Ball in der Mitte und eine Wand rechts. Das Licht trifft auf den Ball. Hinter dem Ball entsteht ein dunkler Schatten auf der Wand. Ruhige Kameraperspektive, keine Menschen, keine Schrift im Bild, schulischer Erklärstil.“

Danach prüfst Du, ob die gezeigte Lichtausbreitung wirklich zur Erklärung passt.


Beispielprompt für eine Storyboardvisualisierung

„Gezeichnete Storyboard-Optik in Schwarz-Weiß. Eine erfundene Schülerin stellt eine Mehrwegflasche auf einen Tisch. Danach wird ein übervoller Mülleimer durch einen fast leeren Mülleimer ersetzt. Drei klar getrennte Szenen, einfache Kameraperspektiven, keine echten Personen, keine Logos.“

Dieser Prompt soll keine fertige Wahrheit darstellen, sondern eine Idee sichtbar machen.


Beispielprompt für einen Projektpitch

„Kurze freundliche Konzeptanimation einer erfundenen Ruhezone auf einem neutralen Schulhof. Holzbänke, Pflanzenkübel, Sonnensegel und ein kleines Schild 'Konzept'. Keine echten Schulen, keine realen Personen, keine Marken. Stil: saubere 3D-Visualisierung, langsame Kamerafahrt.“

Die Einblendung „Konzept“ verhindert, dass die Szene mit einem bereits gebauten Ort verwechselt wird.


Fair und sicher arbeiten

Verantwortungsvolles Arbeiten bedeutet, die Rechte anderer zu respektieren. Lade keine privaten Fotos oder Stimmen anderer Personen in KI-Dienste hoch, wenn Du keine klare Erlaubnis hast. Nutze für Übungen lieber eigene Zeichnungen, freie Bilder oder vollständig erfundene Figuren.

Auch Urheberrechte sind wichtig. Nur weil eine KI etwas erzeugen kann, bedeutet das nicht, dass jede Vorlage oder jeder gewünschte Stil ohne Weiteres verwendet werden sollte. Für Schulprojekte sind freie Materialien und eigene Ideen besonders geeignet.


Was Du vor dem Veröffentlichen prüfen solltest

  1. Wahrheit: Sind Sachinformationen kontrolliert?
  2. Rechte: Habe ich Erlaubnis für verwendete Personen, Bilder und Töne?
  3. Kennzeichnung: Ist die KI-Nutzung klar erkennbar?
  4. Kontext: Könnte jemand den Clip für eine echte Aufnahme halten?
  5. Wirkung: Könnte der Clip jemanden bloßstellen, täuschen oder verletzen?
  6. Quelle: Kann ich angeben, woher meine Sachinformationen stammen?


Medien- und Quelleninformationen

Die folgenden Medien und Quellen wurden für diesen aiMOOC ausgewählt. Prüfe bei einer Weiterverwendung immer die jeweilige Dateiseite und die dort angegebene Lizenz.

  1. Wikimedia Commons: File:Movie-reel.svg, Filmrollen-Symbol, CC0.
  2. Wikimedia Commons: File:Artificial neural network.svg, Darstellung eines künstlichen neuronalen Netzes, freie Lizenzangaben auf der Dateiseite.
  3. Wikimedia Commons: File:Storyboard template example.svg, Storyboard-Vorlage, freie Lizenzangaben auf der Dateiseite.
  4. Wikimedia Commons: File:Warning icon.svg, Warnsymbol, Public Domain.
  5. Wikimedia Commons: File:Content credentials logo.png, Content-Credentials-Logo, Public Domain als einfaches Text-/Geometrie-Logo.
  6. Wikimedia Commons: File:Examples of indicators for the presence of C2PA metadata.png, Beispiele für Herkunftshinweise, CC BY-SA 4.0.
  7. YouTube: OpenAI – Introducing Sora, Demonstration synthetischer Videoclips.
  8. YouTube: Google DeepMind – Veo text-to-video example, offizielles Beispiel eines generierten Clips.
  9. YouTube: Runway – Introducing Gen-4, Demonstration konsistenter generierter Szenen.
  10. YouTube: JUUUPORT – Täuschend Echt! Was du über Deepfakes wissen solltest, Medienkompetenz.
  11. YouTube: klicksafe – Wie können wir mit Deepfakes umgehen?, Expert*innen-Talk.
  12. Europäische Union: Artikel 50 des AI Act, Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme und Deepfakes.
  13. Europäische Kommission: Leitlinien zu Transparenzverpflichtungen, Hinweise zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.
  14. C2PA: C2PA Specifications, technischer Standard für Herkunftsinformationen digitaler Medien.
  15. klicksafe: Deep Fake. Deep Impact., pädagogische Informationen zu Chancen, Risiken und Deepfakes.
  16. Wikipedia: Generatives KI-Modell und Deepfake, Hintergrundinformationen.

Stand der Quellenprüfung: 13.09.2026.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein Prompt bei einem generativen KI-Video? (Eine Beschreibung oder Anweisung für die KI) (!Eine Videokamera) (!Ein Lautsprecher) (!Ein fertiger Filmvertrag)




Warum ist ein realistisch aussehendes KI-Video nicht automatisch ein Beweis? (Weil ein glaubwürdiges Video erfunden oder fehlerhaft sein kann) (!Weil alle Videos immer falsch sind) (!Weil Kameras keine Bilder speichern) (!Weil nur Zeichnungen Informationen zeigen können)




Wofür eignet sich KI-Video bei einem Storyboard besonders? (Um geplante Szenen vorab sichtbar zu machen) (!Um Quellenprüfung zu ersetzen) (!Um echte Personen heimlich zu imitieren) (!Um jede Gruppenentscheidung automatisch zu treffen)




Was ist bei einem schulischen Projektpitch wichtig? (Eine KI-Visualisierung als Konzept oder Entwurf kenntlich zu machen) (!Eine erfundene Szene als echte Aufnahme auszugeben) (!Quellen grundsätzlich wegzulassen) (!Echte Personen ohne Erlaubnis nachzuahmen)




Welche Grenze kann bei generativen Videos auftreten? (Gegenstände oder Figuren können sich zwischen Bildern unlogisch verändern) (!Jede Bewegung ist immer physikalisch korrekt) (!Jede eingeblendete Schrift ist fehlerfrei) (!Jede Aussage wird automatisch überprüft)




Was bedeutet Kennzeichnung bei einem KI-Video? (Es wird sichtbar oder technisch darauf hingewiesen dass KI beteiligt war) (!Das Video bekommt automatisch eine Schulnote) (!Das Video darf keine Farbe enthalten) (!Das Video muss länger als zehn Minuten sein)




Was solltest Du bei einem verdächtigen Video zuerst prüfen? (Quelle und Kontext) (!Nur die Hintergrundmusik) (!Nur die Auflösung) (!Nur die Länge)




Was ist ein Deepfake? (Ein KI-erzeugter oder manipulierter Inhalt der fälschlich echt wirken kann) (!Ein besonders tief aufgenommenes Unterwasservideo) (!Ein Film ohne Ton) (!Eine alte Schwarzweißaufnahme)




Welche Aussage zu Content Credentials ist richtig? (Sie können Informationen zur Herkunft und Bearbeitung eines Mediums bereitstellen) (!Sie beweisen automatisch dass jede Aussage im Video wahr ist) (!Sie ersetzen jede Quellenprüfung) (!Sie sind nur für Papierbücher gedacht)




Welche Übung ist für Klasse 6 besonders unproblematisch? (Eine erfundene Papierfigur in einer Fantasiewelt animieren) (!Die Stimme einer Mitschülerin ohne Erlaubnis nachmachen) (!Einen echten Lehrer in eine erfundene Aussage einsetzen) (!Einen gefälschten Nachrichtenclip als echt veröffentlichen)





Memory

Prompt Textanweisung
Storyboard Szenenplan
Erklärfilm Wissensvermittlung
Deepfake Täuschende Manipulation
Kennzeichnung Herkunftshinweis
Quellencheck Ursprungsprüfung
Projektpitch Ideenvorstellung
ContentCredentials Provenienzdaten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Prompt Beschreibung für die Generierung
Storyboard Planung mehrerer Szenen
Kennzeichnung Hinweis auf KI-Nutzung
Quellencheck Prüfung von Ursprung und Kontext
Projektpitch Kurze Vorstellung einer Idee






Kreuzworträtsel

Prompt Wie heißt die Textanweisung an ein generatives KI-System?
Deepfake Wie heißt ein täuschend echt wirkender KI-manipulierter Medieninhalt?
Storyboard Wie heißt der bebilderte Plan für die Szenen eines Films?
Kennzeichnung Wie heißt ein Hinweis auf den künstlichen Ursprung eines Inhalts?
Quelle Was solltest Du bei einer Behauptung zuerst suchen und prüfen?
Animation Wie heißt eine Darstellung bei der Bilder Bewegung zeigen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Textanweisung an ein generatives System nennt man

.
Ein bebilderter Plan für eine Filmidee heißt

.
Ein Video zur verständlichen Vermittlung eines Sachverhalts ist ein

.
Ein kurzer Vortrag zur Vorstellung einer Idee kann ein

sein.
Ein täuschend echt wirkender KI-manipulierter Inhalt kann ein

sein.
Ein sichtbarer Hinweis auf KI-Nutzung ist eine

.
Vor dem Weitergeben eines verdächtigen Videos solltest Du die

prüfen.
Technische Herkunftsinformationen können in

gespeichert werden.
Ein KI-Video kann überzeugend aussehen und trotzdem

sein.
Für echte Gesichter oder Stimmen anderer Personen brauchst Du eine klare

.
Bei Sachthemen muss eine KI-Ausgabe durch zuverlässige

kontrolliert werden.
Ein Entwurf für einen zukünftigen Ort sollte als

erkennbar sein.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Clip-Detektiv: Schaue Dir einen unproblematischen synthetischen Clip an und notiere drei Beobachtungen: Was wirkt echt, was künstlich und was lässt sich nicht sicher entscheiden?
  2. Kennzeichnungs-Karte: Entwirf auf Papier ein gut sichtbares Hinweisschild für ein KI-Video mit den Angaben KI-Einsatz, Eigenleistung und Quelle.
  3. Storyboard in drei Bildern: Zeichne drei Bilder für einen Erklärclip zu einem einfachen Sachthema und schreibe unter jedes Bild einen Satz.
  4. Prompt-Werkstatt: Formuliere einen sicheren Prompt mit einer erfundenen Figur, einer Handlung, einem Ort und einer Kameraperspektive.


Standard

  1. Erklärfilm-Plan: Plane einen 30-Sekunden-Erklärfilm. Trenne dabei Fakten, Sprechertext, Visualisierung und Quellenangaben.
  2. Storyboardvergleich: Erstelle zwei unterschiedliche Storyboards für dieselbe Idee und begründe, welche Version verständlicher ist.
  3. Pitch-Prototyp: Entwickle einen Projektpitch für eine Verbesserung an Deiner Schule und kennzeichne jede KI-Visualisierung deutlich als Konzept.
  4. Quellen-Checkliste: Entwickle mit Deiner Gruppe eine Checkliste, mit der ein unbekanntes Video auf Quelle, Kontext, Kennzeichnung und Gegenquellen geprüft werden kann.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Untersuche mehrere synthetische Clips und ordne beobachtete Probleme Kategorien wie Bewegung, Konsistenz, Schrift, Physik und Sachinhalt zu.
  2. Manipulationsszenario: Erfinde ein ungefährliches Beispiel dafür, wie ein echter Clip durch falsche Beschriftung irreführend werden kann, und entwickle eine Methode zum Gegencheck.
  3. Kennzeichnungsdebatte: Diskutiert in Gruppen, welche Kennzeichnung bei einem kreativen KI-Film fair und verständlich wäre. Begründet Eure Regeln.
  4. Medienprojekt mit Reflexion: Erstellt einen kurzen eigenen KI-gestützten Clip mit erfundenen Figuren und verfasst anschließend eine Reflexion über Chancen, Fehler, Quellen und Kennzeichnung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Erklärfilm: Eine KI erzeugt für einen Biologie-Erklärfilm eine sehr schöne, aber fachlich falsche Szene. Beschreibe, wie Du den Fehler bemerkst, welche Quelle Du zur Prüfung nutzt und wie Du die Szene verbesserst.
  2. Transfer Storyboard: Zwei Gruppen erzeugen unterschiedliche KI-Visualisierungen derselben Szene. Entwickle Kriterien, nach denen entschieden werden kann, welche Version besser zum geplanten Film passt.
  3. Transfer Projektpitch: Eine KI-Animation zeigt einen geplanten Schulhof so realistisch, dass Zuschauer denken könnten, er sei bereits gebaut. Formuliere eine faire Kennzeichnung und begründe sie.
  4. Manipulationsanalyse: Ein Video enthält keine sichtbaren KI-Fehler, stammt aber von einem unbekannten Konto und nennt keine Quelle. Entwickle eine Prüfreihenfolge, bevor Du das Video weitergibst.
  5. Rechte und Verantwortung: Eine Gruppe möchte das Foto eines Mitschülers für eine sprechende KI-Figur verwenden. Erkläre, welche Fragen zuerst geklärt werden müssen und schlage eine sichere Alternative vor.
  6. Herkunftsdaten bewerten: Ein Video besitzt technische Herkunftsinformationen. Erkläre, warum diese Informationen hilfreich sind, aber eine inhaltliche Faktenprüfung trotzdem notwendig bleibt.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern verantwortlich handeln kannst.

  1. Begriffsverständnis: Du kannst Prompt, generatives KI-Video, Storyboard, Projektpitch, Deepfake und Kennzeichnung mit eigenen Worten erklären.
  2. Anwendungswissen: Du kannst begründen, wann KI-Video bei Erklärfilm, Storyboard und Pitch sinnvoll sein kann.
  3. Grenzen erkennen: Du kannst typische Fehler und Unsicherheiten generativer Videos erklären.
  4. Quellenkompetenz: Du kannst die Herkunft eines Videos prüfen und Informationen mit weiteren Quellen vergleichen.
  5. Kennzeichnungskompetenz: Du kannst eine verständliche Kennzeichnung für einen KI-gestützten Clip formulieren.
  6. Verantwortung: Du beachtest Einwilligung, Persönlichkeitsrechte und einen respektvollen Umgang mit anderen.
  7. Reflexion: Du kannst unterscheiden, welche Teile eines Projekts von Dir stammen und welche Teile mit KI erstellt wurden.




OERs zum Thema

Zusätzliche Hintergrundartikel: Deepfake Künstliche Intelligenz



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