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IM6 - Fake News erkennen

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IM6 - Fake News erkennen




Einleitung

IM6 - Fake News erkennen zeigt Dir, wie Du Meldungen im Internet prüfst, bevor Du sie glaubst oder weiterleitest. Das Thema ist besonders wichtig, weil Nachrichten, Bilder, Videos und Sprachnachrichten heute in Sekunden über Soziale Medien, Messenger, Webseiten und Klassenchats verbreitet werden können. Dabei ist nicht alles, was falsch, übertrieben oder einseitig wirkt, automatisch eine absichtliche Täuschung.

In diesem aiMOOC lernst Du deshalb, zwischen Fehler, Satire, Werbung, Meinung und Desinformation zu unterscheiden. Du trainierst an vier typischen Situationen: einem viralen Post, einer Meldung im Klassenchat, einem möglichen KI-Bild und einer fragwürdigen Webseite.

Wichtig: Alle im Lerntext ausdrücklich als fiktiv gekennzeichneten Meldungen, Profile, Personen, Webseiten und Organisationen sind erfunden und dienen nur zum Lernen. Sie beziehen sich auf keine realen Personen oder Anbieter. Die verlinkten Informationsangebote, Faktencheck-Seiten, Wikimedia-Commons-Dateien und Videos sind dagegen reale Quellen.

Das Bild zeigt typische Fragen für einen Faktencheck: Wer ist die Quelle? Was steht wirklich im Text? Wer hat den Inhalt verfasst? Gibt es weitere Belege? Von wann stammt die Information? Und könnte es sich um einen Scherz oder Satire handeln?


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. problematische Meldungen genauer einordnen, statt alles Unwahre einfach „Fake News“ zu nennen.
  2. Desinformation von einem unbeabsichtigten Fehler unterscheiden.
  3. Satire, Werbung und Meinung an typischen Merkmalen erkennen.
  4. die Quelle, das Datum, den Kontext und Belege einer Meldung prüfen.
  5. bei Bildern nach Herkunft, Bearbeitung, KI-Erzeugung und ursprünglichem Zusammenhang fragen.
  6. im Klassenchat verantwortungsvoll reagieren und ungeprüfte Behauptungen nicht vorschnell weiterleiten.
  7. eine Webseite mit mehreren Kriterien untersuchen.
  8. einen einfachen Faktencheck dokumentieren und ein begründetes Urteil formulieren.


Was bedeutet „Fake News“?

Der Ausdruck Fake News wird im Alltag sehr unterschiedlich benutzt. Manchmal meint jemand damit absichtlich erfundene Nachrichten. Manchmal wird der Ausdruck aber auch für einen Irrtum, Satire, schlechte Recherche oder sogar für eine Nachricht verwendet, die einer Person einfach nicht gefällt.

Für einen guten Faktencheck ist das zu ungenau. Deshalb unterscheiden Fachleute genauer zwischen verschiedenen Arten von Inhalten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt in einfacher Sprache: Desinformation liegt vor, wenn falsche Informationen absichtlich verbreitet werden, um andere Menschen zu täuschen oder zu beeinflussen. Ein Versehen ist dagegen keine Desinformation.

Das englischsprachige Schaubild unterscheidet sinngemäß zwischen absichtlicher Täuschung und einer falschen Information, die ohne Täuschungsabsicht weitergegeben wird. Für Dich ist besonders wichtig: Ob etwas falsch ist und ob jemand absichtlich täuschen wollte sind zwei verschiedene Fragen.


Fünf wichtige Kategorien

Kategorie Was bedeutet das? Woran kannst Du denken? Muss die Aussage überprüft werden?
Fehler Eine falsche oder ungenaue Information entsteht ohne Täuschungsabsicht. Tippfehler, Zahlendreher, veraltete Information, Missverständnis Ja. Fehler können trotzdem Folgen haben.
Satire Ein Inhalt übertreibt, erfindet oder verdreht bewusst, um zu unterhalten, zu kritisieren oder zum Nachdenken anzuregen. absurde Übertreibung, erkennbarer Humor, Satire-Hinweis Ja, wenn unklar ist, ob andere den Scherz erkennen.
Werbung Ein Inhalt soll Aufmerksamkeit erzeugen und meist ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Marke fördern. Kaufaufforderung, Rabatt, Produktversprechen, Kennzeichnung als Werbung Ja, besonders bei überprüfbaren Leistungs- oder Gesundheitsversprechen.
Meinung Eine Person bewertet etwas aus ihrer Sicht. „Ich finde“, „meiner Meinung nach“, persönliche Wertung Eine reine Meinung ist nicht wahr oder falsch wie eine Tatsache. Enthaltene Tatsachenbehauptungen können aber geprüft werden.
Desinformation Falsche oder irreführende Information wird mit Täuschungsabsicht verbreitet. erfundene Belege, manipulierte Bilder, falsche Quellen, absichtlich fehlender Kontext Ja. Belege und Ursprung sind besonders wichtig.


Fehler ist nicht gleich Lüge

Stell Dir vor, auf einem digitalen Vertretungsplan steht versehentlich „Raum 204“ statt „Raum 205“. Die Information ist falsch. Wenn die Person, die den Plan erstellt hat, sich einfach vertippt hat, handelt es sich um einen Fehler.

Wird derselbe falsche Raum absichtlich eingetragen, damit eine Klasse zu spät kommt, wäre die Absicht eine andere. Erst die nachweisbare Täuschungsabsicht macht aus der bloß falschen Information eine gezielte Irreführung.

Merke: Aus dem Inhalt allein kannst Du die Absicht nicht immer sicher erkennen. Deshalb solltest Du nicht vorschnell behaupten, jemand habe „gelogen“. Formuliere genauer: „Die Behauptung ist falsch“, „Die Quelle ist unklar“ oder „Es gibt Hinweise auf absichtliche Täuschung“.


Satire ist absichtlich erfunden, aber nicht automatisch Desinformation

Satire darf übertreiben und Unmögliches behaupten. Ihr Ziel ist normalerweise nicht, das Publikum dauerhaft über eine Tatsache zu täuschen. Trotzdem kann Satire missverstanden werden, wenn nur ein Screenshot ohne Überschrift, Quelle oder Satire-Hinweis weitergeleitet wird.

Fiktives Beispiel – Satire:

Meldung „Stadt beschließt: Hausaufgaben dürfen ab Montag nur noch rückwärts geschrieben werden.“
Fiktive Quelle „Beispiel-Satireblatt“, Rubrik „Quatsch des Tages“
Einordnung Satire
Begründung Die Meldung ist absichtlich absurd formuliert und als Satire gekennzeichnet. Sie soll unterhalten, nicht als echte amtliche Regel verstanden werden.


Werbung will überzeugen

Werbung ist nicht automatisch falsch. Eine Anzeige kann völlig korrekte Informationen enthalten. Trotzdem verfolgt sie ein Ziel: Sie soll Aufmerksamkeit erzeugen und häufig zum Kauf oder zur Nutzung eines Angebots bewegen.

Fiktives Beispiel – Werbung:

Meldung „Nur heute: LernLimo macht Dich in zehn Minuten doppelt so konzentriert!“
Fiktive Quelle Herstelleranzeige eines erfundenen Getränks
Einordnung Werbung mit einer überprüfbaren Tatsachenbehauptung
Faktencheck Dass ein Getränk die Konzentration in zehn Minuten „verdoppelt“, wäre eine messbare Behauptung. Dafür müsste es belastbare Belege geben. Eine Aussage des Verkäufers allein reicht als unabhängiger Beleg nicht.

Merke: Eine Quelle kann ein eigenes Interesse haben. Frage deshalb: Wer profitiert davon, wenn ich diese Aussage glaube?

Das Schaubild beschäftigt sich mit Webseiten, die stark auf Werbeeinnahmen ausgerichtet sind. Viele Werbeanzeigen beweisen nicht automatisch, dass eine Seite unseriös ist. Sie können aber ein Anlass sein, genauer auf Geschäftsmodell, Quellen und Qualität zu achten.


Meinung und Tatsache auseinanderhalten

Eine Meinung ist eine persönliche Bewertung. Eine Tatsachenbehauptung ist eine Aussage, die sich mit Belegen prüfen lässt.

Fiktives Beispiel:

Aussage Art Warum?
„Ich finde die neue Pausenregel unfair.“ Meinung „Unfair“ ist eine persönliche Bewertung.
„Die neue Pausenregel gilt seit Montag.“ Tatsachenbehauptung Das lässt sich im Regelwerk oder durch eine offizielle Mitteilung prüfen.
„Ich finde die Regel unfair, weil sie seit Montag gilt.“ Mischung Die Bewertung ist Meinung; das Startdatum ist überprüfbar.

Eine Meinung darf stark, ungewöhnlich oder unbeliebt sein. Sie wird nicht zu „Fake News“, nur weil Du ihr widersprichst.


Desinformation will täuschen

Bei Desinformation wird eine falsche oder irreführende Information absichtlich verbreitet. Ziele können zum Beispiel Einfluss, Aufmerksamkeit, Geld, Verunsicherung oder das Schädigen anderer sein.

Fiktives Beispiel – Desinformation:

Situation Eine erfundene Person erstellt absichtlich einen gefälschten Screenshot, der wie eine offizielle Schulnachricht aussieht.
Behauptung „Ab morgen sind alle Trinkflaschen auf dem Schulgelände verboten.“
Tatsächlicher Hintergrund Es gibt keine solche Mitteilung. Die Person weiß das und möchte absichtlich Unruhe auslösen.
Einordnung Desinformation
Begründung Die Information ist falsch, und im Beispiel ist die Täuschungsabsicht ausdrücklich bekannt.


Der Faktencheck: Erst stoppen, dann teilen

Ein Faktencheck bedeutet nicht, dass Du jeder Meldung stundenlang nachforschen musst. Schon wenige gezielte Schritte können verhindern, dass Du etwas Falsches weiterleitest.

Merksatz dieses aiMOOCs: STOPP

Buchstabe Schritt Leitfrage
S Stoppen Muss ich das wirklich sofort teilen?
T These erkennen Was genau wird behauptet?
O Ursprung suchen Wer hat die Information zuerst veröffentlicht?
P Prüfen Welche Belege, Daten, Bilder und unabhängigen Quellen gibt es?
P Perspektive und Zweck beachten Ist es Nachricht, Meinung, Werbung, Satire oder möglicherweise Täuschung?


Schritt 1: Behauptung genau herausarbeiten

Bevor Du suchst, formuliere die Aussage als überprüfbaren Satz.

Aus „Das ist ja krass! Morgen passiert etwas Großes!!!“ lässt sich noch kaum etwas prüfen.

Aus „Der Unterricht an Schule X beginnt morgen erst um 10 Uhr“ wird dagegen eine konkrete Behauptung. Nun kannst Du nach einer offiziellen Mitteilung suchen.


Schritt 2: Quelle prüfen

Frage:

  1. Wer hat den Inhalt veröffentlicht?
  2. Ist ein Autor oder eine verantwortliche Redaktion erkennbar?
  3. Gibt es eine nachvollziehbare Kontaktmöglichkeit?
  4. Ist die Quelle überhaupt zuständig, das zu wissen?
  5. Nennt sie Belege oder verlinkt sie nur auf sich selbst?
  6. Hat die Quelle ein erkennbares eigenes Interesse?

Eine bekannte oder professionell aussehende Seite kann sich irren. Eine unbekannte Seite ist nicht automatisch falsch. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Zuständigkeit, Transparenz, Belegen und Gegenprüfung.


Schritt 3: Nicht nur auf der Seite selbst bleiben

Wenn Du wissen möchtest, ob eine Seite vertrauenswürdig ist, suche zusätzlich außerhalb dieser Seite. Öffne neue Suchergebnisse und prüfe, was andere zuverlässige Quellen zu derselben Behauptung sagen.

Dieses Vorgehen wird manchmal querlesen oder auf Englisch lateral reading genannt.


Schritt 4: Datum und Kontext prüfen

Ein echtes Foto kann irreführend verwendet werden, wenn es alt ist oder an einem anderen Ort aufgenommen wurde.

Beispiel: Ein echtes Foto einer überfluteten Straße aus einem vergangenen Jahr wird mit dem Text „Das passiert gerade jetzt in unserer Stadt“ geteilt. Das Bild selbst ist nicht gefälscht, aber die Behauptung über Zeit und Ort kann falsch sein.

Merke: Ein echtes Bild beweist nicht automatisch eine echte Bildbeschreibung.


Schritt 5: Sprache beobachten

Warnsignale können sein:

  1. extrem reißerische Überschriften
  2. viele Ausrufezeichen und Großbuchstaben
  3. starker Zeitdruck wie „SOFORT TEILEN“
  4. Angst, Wut oder Ekel als Hauptwirkung
  5. unklare Quellen wie „Experten sagen“
  6. Behauptungen ohne überprüfbare Belege
  7. Angriffe auf alle, die nachfragen

Keines dieser Merkmale beweist allein eine Falschmeldung. Mehrere Warnsignale zusammen sind aber ein guter Grund, genauer zu prüfen.


Schritt 6: Gegenprobe machen

Suche die Kernaussage bei mehreren voneinander unabhängigen und möglichst zuständigen Quellen. Bei einer angeblichen Schulregel sind zum Beispiel Schule, Lehrkraft oder offizielles Schulportal wichtiger als ein anonymer Social-Media-Post.

Bei allgemeinen öffentlichen Behauptungen können redaktionelle Medien, Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen oder Faktencheck-Redaktionen nützlich sein.


Use-Case 1: Ein viraler Post

Ein viraler Post wird oft geteilt, kommentiert oder weitergeleitet. Hohe Reichweite sagt aber nichts darüber aus, ob eine Behauptung wahr ist.

Fiktiver viraler Post:

Fiktives Profil @lernpost_fiktiv
Behauptung „AB MONTAG werden in Deutschland alle Smartphones von Kindern automatisch um 20 Uhr abgeschaltet! Neues Gesetz! Teile das sofort mit allen!“
Beigefügtes Bild Ein erfundener Screenshot mit einem Bundesadler-ähnlichen Fantasiesymbol und dem Wort „EILMELDUNG“
Likes Im Beispiel sehr viele


Faktencheck zum viralen Post

Prüfschritt Beobachtung Bewertung
Behauptung Sehr konkrete angebliche gesetzliche Regelung. Sie müsste sich in offiziellen Informationen finden lassen.
Quelle Ein Social-Media-Profil ohne nachvollziehbare Zuständigkeit. Schwacher Ausgangspunkt.
Beleg Nur ein Screenshot, kein Gesetzestitel, kein offizieller Link. Nicht ausreichend.
Sprache „EILMELDUNG“, „SOFORT“, viele Ausrufezeichen. Emotionalisierung und Zeitdruck sind Warnsignale.
Gegenprobe Man müsste auf offiziellen staatlichen Seiten und bei seriösen Nachrichtenangeboten nach der angeblichen Regelung suchen. Fehlt eine Bestätigung trotz einer so großen angeblichen Änderung, ist starke Skepsis angebracht.
Urteil Im Lernbeispiel ist die Meldung erfunden. Nicht weiterleiten.

Lernpunkt: Ein Post wird nicht wahr, weil er oft geteilt wurde. Reichweite ist kein Beweis.


Use-Case 2: Der Klassenchat

Klassenchats sind praktisch, aber Gerüchte können sich dort sehr schnell verbreiten.

Fiktive Chatfolge:

Person Nachricht
A „Leute, morgen fällt die erste Doppelstunde aus!!!“
B „Woher weißt du das?“
A „Hat jemand aus einer anderen Klasse gesagt.“
C „Ich schick es an alle weiter.“


So reagierst Du besser

Eine gute Antwort wäre sinngemäß: „Bevor wir das weiterleiten: Gibt es eine Nachricht der Schule, der Lehrkraft oder im offiziellen Vertretungsplan?“

Wichtig ist, nicht die Person anzugreifen. Prüfe die Behauptung, nicht den Wert eines Menschen.

Faktencheck:

Frage Prüfung
Wer ist die ursprüngliche Quelle? „Jemand aus einer anderen Klasse“ ist nur Hörensagen.
Wer kann es zuverlässig wissen? Schule, Lehrkraft oder offizielles Vertretungssystem.
Muss es sofort geteilt werden? Nein.
Was, wenn es falsch ist? Mitschüler könnten zu spät kommen oder Unterricht verpassen.
Beste Reaktion Erst bestätigen, dann weiterleiten.


Fehler oder Desinformation im Klassenchat?

Wenn A wirklich glaubt, die Doppelstunde falle aus, kann es sich um eine Fehlinformation handeln. Wenn A die Meldung absichtlich erfindet, um andere zu täuschen, wäre es Desinformation. Ohne Beleg für die Absicht solltest Du nicht vorschnell unterstellen, jemand habe bewusst gelogen.


Use-Case 3: Ein mögliches KI-Bild

Mit Künstlicher Intelligenz können Bilder erzeugt oder verändert werden. Manche Fehler sind sichtbar, andere Bilder wirken sehr echt.

Die Abbildung zeigt, wie sich KI-generierte Gesichter über mehrere Jahre entwickelt haben. Der wichtigste Lernpunkt ist nicht, einzelne Pixel zu „erraten“, sondern die Herkunft und den Kontext eines Bildes zu prüfen.


Fiktives KI-Bild-Beispiel

Ein Post zeigt ein spektakuläres Bild: Auf dem Dach einer erfundenen Schule steht angeblich ein ausgewachsener Elefant. Darunter steht: „Heute Morgen! Die Feuerwehr ist schon da!“

Das Bild ist für diese Übung fiktiv.


So prüfst Du das Bild

  1. Quelle suchen: Wer hat das Bild zuerst gepostet?
  2. Original suchen: Gibt es eine höhere Auflösung oder einen früheren Beitrag?
  3. Kontext prüfen: Gibt es weitere Fotos, Videos oder glaubwürdige Berichte vom angeblichen Ort?
  4. Details ansehen: Unstimmige Schatten, Schrift, Finger, Zäune oder Spiegelungen können Hinweise sein, sind aber kein sicherer Beweis.
  5. Rückwärtssuche nutzen: Prüfe, ob das Bild schon früher in einem anderen Zusammenhang aufgetaucht ist.
  6. Metadaten vorsichtig nutzen: Dateiinformationen können helfen, können aber fehlen oder verändert worden sein.
  7. Nicht nur KI vermuten: Ein Bild kann auch mit klassischer Bildbearbeitung manipuliert oder einfach falsch beschriftet worden sein.

Wichtig: „Sieht komisch aus“ ist kein vollständiger Faktencheck. Moderne KI-Bilder können sehr überzeugend sein. Umgekehrt haben auch echte Fotos manchmal ungewöhnliche Perspektiven oder Bildfehler.


Deepfake und KI-Bild

Ein Deepfake ist meist ein mithilfe von KI manipulierter oder synthetisch erzeugter Medieninhalt, der echt wirken soll. Deepfakes können Bilder, Videos oder Audios betreffen.

Für Klasse 6 reicht diese Regel: Vertraue nicht nur Deinen Augen oder Ohren. Prüfe, woher der Inhalt stammt und ob andere zuverlässige Quellen ihn bestätigen.


Use-Case 4: Eine fragwürdige Webseite

Eine Webseite kann professionell aussehen und trotzdem schwache oder falsche Inhalte enthalten. Umgekehrt kann eine einfache Webseite gute Informationen bieten. Das Design allein entscheidet nicht.

Fiktive Webseite: „Beispielportal A“

Die Seite behauptet: „Wissenschaftler beweisen: Wer jeden Tag drei Kugeln Erdbeereis isst, lernt Vokabeln dreimal schneller.“


Webseiten-Check

Kriterium Beobachtung im fiktiven Beispiel Bewertung
Überschrift Sensationell: „Wissenschaftler beweisen“ Genau prüfen.
Autor Kein Name Quelle schwer nachvollziehbar.
Studie Kein Titel, keine Forschenden, kein Institut, kein Link Behauptung nicht überprüfbar.
Datum Fehlt Aktualität unklar.
Werbung Viele Anzeigen für ein erfundenes Eisprodukt Mögliches wirtschaftliches Interesse.
Impressum oder Verantwortliche Nicht auffindbar Transparenz fehlt; allein noch kein Beweis für Falschheit.
Andere Quellen Keine unabhängigen Belege genannt Sehr schwache Beleglage.
Ergebnis Die Behauptung ist im Lernbeispiel erfunden. Nicht als Tatsache übernehmen.


Was ein Impressum leisten kann

Bei vielen deutschen Webseiten zeigt ein Impressum, wer für das Angebot verantwortlich ist. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum kann ein Warnsignal sein, ist aber kein automatischer Beweis, dass jede Information auf der Seite falsch ist. Außerdem gelten je nach Art und Herkunft einer Webseite unterschiedliche rechtliche Regeln.

Für Deinen Faktencheck ist wichtiger: Kannst Du nachvollziehen, wer die Aussage veröffentlicht hat und welche Belege dafür vorliegen?


Meldungs-Labor: Fiktive Fälle richtig einordnen

Alle folgenden Fälle sind erfunden.


Fall A: Zahlendreher

Meldung: „Die Bibliothek schließt heute um 16:00 Uhr.“ Tatsächlich schließt sie um 16:30 Uhr. Die Person hat versehentlich eine alte Zeit abgeschrieben.

Einordnung: Fehler beziehungsweise Fehlinformation.

Faktencheck: Aktuelle Öffnungszeit in einer zuständigen Quelle prüfen.


Fall B: Satirischer Wetterbericht

Meldung: „Morgen regnet es in der Pause ausschließlich Gummibärchen.“

Quelle: Als Satire gekennzeichnete Schulzeitungsrubrik.

Einordnung: Satire.

Faktencheck: Die Aussage ist erkennbar fantasievoll und im Beispiel als Satire markiert. Problematisch würde es, wenn ein Screenshot ohne den Satire-Hinweis geteilt und als echte Wetterwarnung ausgegeben wird.


Fall C: Produktversprechen

Meldung: „Mit unserem erfundenen Stift schreibst Du garantiert doppelt so gute Noten.“

Quelle: Werbung des erfundenen Herstellers.

Einordnung: Werbung.

Faktencheck: „Doppelt so gute Noten“ ist unklar und unbelegt. Werbung ist eine interessengeleitete Quelle.


Fall D: Persönliche Bewertung

Meldung: „Die neue Farbe des Klassenraums sieht schrecklich aus.“

Einordnung: Meinung.

Faktencheck: Geschmack ist subjektiv. Hier gibt es keine allgemeingültige wahre oder falsche Antwort.


Fall E: Gefälschte Schulmeldung

Meldung: Jemand erstellt wissentlich ein falsches Schreiben mit erfundenem Schullogo und behauptet, die Ferien würden eine Woche früher beginnen.

Einordnung: Desinformation.

Faktencheck: Mit offiziellen Schulmitteilungen vergleichen. Im Beispiel ist die Täuschungsabsicht ausdrücklich Teil des Falls.


Fall F: Echtes Foto, falscher Ort

Meldung: Ein echtes Foto eines Schneesturms aus einem anderen Land wird als „Schneechaos heute vor unserer Schule“ gepostet.

Einordnung: irreführende Kontextinformation; bei absichtlicher Täuschung Desinformation.

Faktencheck: Bildrückwärtssuche, Veröffentlichungsdatum, Wetterdaten und lokale Quellen vergleichen.


Fall G: Alte Nachricht wird neu geteilt

Meldung: Ein zwei Jahre alter Artikel über eine vorübergehende Straßensperrung wird ohne Datum im Klassenchat geteilt: „Der Bus fährt morgen nicht!“

Einordnung: möglicherweise Fehler oder irreführende Weitergabe.

Faktencheck: Datum und aktuelle Verkehrsinformationen prüfen.


Fall H: Meinung mit eingebauter Behauptung

Meldung: „Ich finde den neuen Schulkiosk schlecht, weil er seit heute alle Getränke doppelt so teuer verkauft.“

Einordnung: Mischung aus Meinung und Tatsachenbehauptung.

Faktencheck: „schlecht“ ist Meinung. Die behauptete Preisverdopplung ist überprüfbar.


Bilder prüfen

Bilder wirken besonders überzeugend. Doch sie können auf verschiedene Arten täuschen:

  1. Ein echtes Bild kann aus einem anderen Jahr stammen.
  2. Ein echtes Bild kann an einem anderen Ort aufgenommen worden sein.
  3. Ein Bild kann zugeschnitten sein, sodass wichtiger Kontext fehlt.
  4. Ein Bild kann digital bearbeitet worden sein.
  5. Ein Bild kann vollständig oder teilweise mit KI erzeugt worden sein.
  6. Die Bildunterschrift kann falsch sein, obwohl das Bild selbst echt ist.

Deshalb lautet die wichtigste Frage nicht nur: „Ist das Bild echt?“ Sondern auch: „Zeigt es wirklich das, was der Post behauptet?“


Rückwärtssuche

Bei einer Bildrückwärtssuche startest Du mit einem Bild statt mit Suchwörtern. So kannst Du ältere Fundstellen oder andere Bildbeschreibungen entdecken.

Eine Rückwärtssuche liefert nicht immer ein eindeutiges Ergebnis. Ein neu erzeugtes KI-Bild kann zum Beispiel noch keine älteren Treffer haben. Trotzdem ist die Methode hilfreich, wenn ein altes Bild in einem neuen Zusammenhang auftaucht.


Quellen bewerten

Nicht jede Quelle ist für jede Frage gleich geeignet.

Behauptung Besonders sinnvolle Quelle Weniger überzeugend als alleiniger Beleg
„Morgen beginnt der Unterricht später.“ offizielle Schulmitteilung oder Lehrkraft anonymer Klassenchat
„Der Bus fährt morgen anders.“ offizieller Verkehrsbetrieb weitergeleiteter Screenshot ohne Link
„Eine neue Regel gilt bundesweit.“ zuständige staatliche Stelle und seriöse Nachrichtenmedien Meme ohne Quelle
„Dieses Produkt verbessert nachweislich die Konzentration.“ unabhängige belastbare Forschung Herstellerwerbung allein
„Dieses Foto stammt von gestern.“ Originalquelle, Aufnahmezusammenhang, mehrere bestätigende Quellen repostetes Bild ohne Datum


Primärquelle und Sekundärquelle

Eine Primärquelle ist eine ursprüngliche oder direkte Quelle, zum Beispiel eine offizielle Schulmitteilung über die eigene Schulregel.

Eine Sekundärquelle berichtet über andere Informationen, zum Beispiel eine Nachrichtenseite, die eine Mitteilung zusammenfasst.

Primärquellen sind nicht automatisch immer neutral oder fehlerfrei. Aber sie helfen oft dabei, herauszufinden, was eine zuständige Stelle tatsächlich gesagt hat.


Faktencheck schreiben

Ein guter Faktencheck kann kurz sein und trotzdem nachvollziehbar.

Vorlage:

1. Behauptung Was wird genau behauptet?
2. Quelle Woher kommt die Behauptung?
3. Belege Welche Belege werden genannt?
4. Gegenprüfung Welche unabhängigen oder zuständigen Quellen hast Du geprüft?
5. Kontext Stimmen Datum, Ort und Zusammenhang?
6. Urteil Wahr, falsch, unbelegt, irreführend oder noch unklar?
7. Begründung Warum kommst Du zu diesem Urteil?

Wichtig: „Unklar“ oder „unbelegt“ kann ein sehr gutes Ergebnis sein. Du musst nicht so tun, als wüsstest Du mehr, als die Belege hergeben.


Beispiel-Faktenchecks


Faktencheck 1: Viraler Post

Fiktive Behauptung: „Ab Montag werden alle Smartphones von Kindern automatisch um 20 Uhr abgeschaltet.“

Prüfung: Keine zuständige Quelle wird genannt. Es fehlt ein Gesetzestitel. Der Post erzeugt Zeitdruck und verlangt sofortiges Teilen. Eine so weitreichende Regel müsste sich in offiziellen Informationen und breiter Berichterstattung nachvollziehen lassen.

Urteil im Lernbeispiel: falsch und erfunden.

Lernpunkt: Suche bei großen Behauptungen nach entsprechend starken Belegen.


Faktencheck 2: Klassenchat

Fiktive Behauptung: „Morgen fällt die erste Doppelstunde aus.“

Prüfung: Ursprung ist nur Hörensagen. Offizielle Bestätigung fehlt.

Urteil: unbelegt, bis eine zuständige Quelle bestätigt.

Lernpunkt: Nicht jede ungeprüfte Meldung ist absichtliche Desinformation.


Faktencheck 3: KI-Bild

Fiktive Behauptung: „Ein Elefant steht auf dem Schuldach.“

Prüfung: Nur ein einzelnes Bild, kein Original, keine zweite Aufnahme, keine glaubwürdige Quelle. Sichtbare Bildfehler könnten Hinweise sein, beweisen allein aber nichts.

Urteil: unbelegt, bis Herkunft und Kontext geklärt sind.

Lernpunkt: Ein spektakuläres Bild ist noch kein Beweis.


Faktencheck 4: Fragwürdige Webseite

Fiktive Behauptung: „Drei Kugeln Erdbeereis pro Tag machen das Vokabellernen dreimal schneller.“

Prüfung: Keine Studie auffindbar, keine Forschenden genannt, Werbung für ein Produkt direkt daneben.

Urteil im Lernbeispiel: unbelegt und als Faktendarstellung nicht vertrauenswürdig.

Lernpunkt: Je erstaunlicher eine messbare Behauptung ist, desto wichtiger sind nachvollziehbare Belege.


Faktencheck 5: Satire-Screenshot

Fiktive Behauptung: „Hausaufgaben dürfen nur noch rückwärts geschrieben werden.“

Prüfung: Der ursprüngliche Beitrag stammt im Beispiel aus einer klar gekennzeichneten Satire-Rubrik. Im weitergeleiteten Screenshot fehlt diese Kennzeichnung.

Urteil: Satire aus dem Zusammenhang gerissen.

Lernpunkt: Ein Screenshot kann wichtigen Kontext abschneiden.


Faktencheck 6: Meinung

Fiktive Aussage: „Die neue Pausenregel ist die schlechteste Idee des Jahres.“

Prüfung: Das ist eine Wertung.

Urteil: Meinung.

Lernpunkt: Nicht jede starke Aussage ist eine Tatsachenbehauptung.


Was tun, wenn Du eine Falschmeldung entdeckst?

  1. Teile sie nicht weiter, nur um andere „zu warnen“, wenn dadurch die falsche Behauptung noch mehr Reichweite bekommt.
  2. Sichere bei Bedarf den Kontext, zum Beispiel durch einen Screenshot für eine Lehrkraft oder eine Meldung an die Plattform.
  3. Korrigiere sachlich und nenne überprüfbare Quellen.
  4. Vermeide Beleidigungen gegen Personen, die etwas Falsches weitergegeben haben.
  5. Nutze Meldefunktionen, wenn Inhalte gegen Plattformregeln verstoßen oder schädlich sind.
  6. Hole bei Unsicherheit eine erwachsene Vertrauensperson, Lehrkraft oder andere zuständige Stelle dazu.


Videos

Das folgende klicksafe-Video erklärt, wie sich Falschmeldungen über soziale Netzwerke und Messenger verbreiten können:

Das nächste klicksafe-Video beschäftigt sich mit Motiven und Hintergründen von Falschmeldungen:

Auch die tagesschau erklärt in diesem Video grundlegende Möglichkeiten, Fake News zu erkennen:


Quellen und Faktencheck-Werkzeuge

Die folgenden Angebote eignen sich zum Weiterlernen und Prüfen. Kein einzelnes Werkzeug ersetzt eigenes Nachdenken und den Vergleich mehrerer Quellen.

  1. klicksafe: Wie können Jugendliche sich vor Falschmeldungen schützen? – Tipps zu Quelle, Fakten, Aktualität und Bildern.
  2. klicksafe: Safe News statt Fake News – Material für Jugendliche.
  3. klicksafe: Achtung Deepfakes – Hinweise zu KI-manipulierten Bildern und Videos.
  4. bpb: Desinformation in einfacher Sprache – Erklärung des Unterschieds zwischen Versehen und absichtlicher Täuschung.
  5. bpb: Themenseite Desinformation – weitere Materialien und Infografiken.
  6. ARD-faktenfinder – journalistische Faktenchecks.
  7. CORRECTIV.Faktencheck – Faktencheck-Redaktion.
  8. Wikimedia Commons: Kategorie Fact-checking – freie Medien rund um Faktenprüfung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein unbeabsichtigter falscher Inhalt am ehesten? (Ein Fehler) (!Eine Satire) (!Eine Werbung) (!Eine Desinformation)




Was gehört zur Definition von Desinformation? (Eine Täuschungsabsicht) (!Eine lustige Formulierung) (!Eine persönliche Meinung) (!Eine hohe Reichweite)




Welche Frage hilft beim Prüfen einer Quelle besonders? (Wer hat die Information veröffentlicht und welche Belege gibt es?) (!Wie viele Emojis enthält der Beitrag?) (!Hat der Beitrag einen bunten Hintergrund?) (!Ist die Überschrift besonders kurz?)




Was beweist eine hohe Zahl von Likes? (Nicht, dass die Behauptung wahr ist) (!Dass die Quelle offiziell ist) (!Dass das Bild echt ist) (!Dass keine Prüfung nötig ist)




Wie solltest Du mit einer ungeprüften Meldung im Klassenchat umgehen? (Erst prüfen und dann gegebenenfalls weiterleiten) (!Sofort an alle weiterleiten) (!Nur wegen vieler Ausrufezeichen glauben) (!Die Person beschimpfen)




Welche Aussage beschreibt eine Meinung? (Ich finde die neue Pausenregel unfair) (!Die Pausenregel gilt seit Montag) (!Der Unterricht beginnt um acht Uhr) (!Die Bibliothek schließt um sechzehn Uhr)




Was ist bei einem verdächtigen Bild besonders wichtig? (Herkunft und Kontext prüfen) (!Nur auf die Farben achten) (!Nur die Zahl der Likes zählen) (!Automatisch von einem KI-Bild ausgehen)




Was kann eine Bildrückwärtssuche helfen herauszufinden? (Ob ein Bild schon früher in anderem Zusammenhang verwendet wurde) (!Ob eine Meinung richtig ist) (!Ob jede Webseite ein Impressum braucht) (!Ob ein Post beliebt wird)




Warum ist Werbung nicht automatisch Desinformation? (Weil Werbung auch wahre Informationen enthalten kann und Täuschungsabsicht gesondert geprüft werden muss) (!Weil Werbung nie Tatsachen behauptet) (!Weil Werbung immer neutral ist) (!Weil Werbung keine Ziele verfolgt)




Welches Urteil ist bei einem Faktencheck erlaubt, wenn Belege fehlen? (Unbelegt) (!Automatisch wahr) (!Automatisch Satire) (!Automatisch Werbung)





Memory

Fehler unbeabsichtigt falsche Information
Satire humorvolle oder kritische Übertreibung
Werbung interessengeleitete Verkaufsbotschaft
Meinung persönliche Bewertung
Desinformation absichtliche Irreführung
Rückwärtssuche Suche nach älteren Bildfundstellen
Quelle Ursprung einer Information
Kontext Zusammenhang von Ort Zeit und Situation





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Quelle prüfen Wer steckt hinter der Meldung?
Datum prüfen Ist die Information noch aktuell?
Kontext prüfen Passt das Bild wirklich zu Ort und Ereignis?
Belege vergleichen Bestätigen unabhängige Quellen die Behauptung?
Nicht sofort teilen Erst denken und dann weiterleiten






Kreuzworträtsel

Quelle Woher stammt eine Information?
Satire Welche Textform kann absichtlich übertreiben und humorvoll sein?
Werbung Welche Kommunikationsform möchte häufig ein Produkt oder Angebot fördern?
Meinung Wie heißt eine persönliche Bewertung?
Deepfake Wie nennt man einen täuschend echt wirkenden KI-manipulierten Medieninhalt?
Kontext Wie heißt der Zusammenhang aus Ort Zeit und Situation?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine falsche Information ohne Täuschungsabsicht kann ein

sein.
Absichtlich falsche oder irreführende Informationen zur Täuschung nennt man

.
Eine persönliche Bewertung wird als

bezeichnet.
Ein humorvoll übertriebener Inhalt kann

sein.
Bei einem Post solltest Du zuerst die

prüfen.
Ein echtes Bild kann durch einen falschen

irreführend werden.
Mit einer

kannst Du nach älteren Fundstellen eines Bildes suchen.
Fehlen ausreichende Belege, ist das Urteil

möglich.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Meldungsarten unterscheiden: Erfinde je ein harmloses Beispiel für Fehler, Satire, Werbung, Meinung und Desinformation. Markiere klar, welches Beispiel zu welcher Kategorie gehört.
  2. STOPP-Regel: Gestalte ein kleines Lernplakat mit den fünf Schritten Stoppen, These, Ursprung, Prüfen und Perspektive.
  3. Klassenchat prüfen: Schreibe eine freundliche Nachricht, mit der Du in einem Klassenchat nach der Quelle einer ungeprüften Behauptung fragst.
  4. Überschrift untersuchen: Sammle fünf typische Wörter, die in reißerischen Überschriften vorkommen könnten, und erkläre, warum sie Aufmerksamkeit erzeugen.


Standard

  1. Faktencheck-Protokoll: Prüfe eine harmlose öffentliche Alltagsbehauptung mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Quellen und dokumentiere jeden Schritt.
  2. Bildkontext untersuchen: Suche ein frei nutzbares Bild auf Wikimedia Commons und beschreibe zwei falsche Bildunterschriften, durch die dasselbe echte Bild irreführend wirken könnte. Kennzeichne die erfundenen Bildtexte deutlich.
  3. Fragwürdige Webseite analysieren: Wähle eine öffentliche Informationsseite und untersuche Autor, Datum, Quellen, Zweck, Werbung und Verantwortliche. Beurteile nicht nur das Design.
  4. Werbung oder Information: Vergleiche eine Produktwerbung mit einer unabhängigen Informationsquelle zum gleichen Produkttyp. Arbeite Unterschiede in Sprache, Ziel und Belegen heraus.


Schwer

  1. Faktencheck-Redaktion: Bildet Teams. Ein Team erstellt eine klar als fiktiv markierte harmlose Meldung, das andere Team führt einen vollständigen Faktencheck durch. Danach besprecht Ihr, welche Hinweise besonders nützlich waren.
  2. KI-Bild-Prüfplan: Entwickle einen Prüfplan für ein verdächtiges Bild, der nicht nur auf sichtbare KI-Fehler setzt, sondern Herkunft, Original, Kontext, Gegenquellen und Rückwärtssuche berücksichtigt.
  3. Satire und Kontext: Untersuche, wie ein Satirebeitrag missverstanden werden könnte, wenn Überschrift, Logo oder Satire-Hinweis abgeschnitten werden. Entwickle Regeln für verantwortungsvolles Weiterteilen.
  4. Medienprojekt: Produziere ein kurzes Erklärvideo für jüngere Schülerinnen und Schüler mit dem Titel „Bevor Du teilst: fünf Fragen gegen Falschmeldungen“. Nutze ausschließlich eigene oder frei lizenzierte Medien und gib Quellen an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Klassenchat: Im Klassenchat erscheint die Nachricht „Morgen haben alle frei“. Entwickle einen Prüfplan mit mindestens vier Schritten und begründe, warum jeder Schritt sinnvoll ist.
  2. Transfer Bildprüfung: Ein spektakuläres Foto sieht vollkommen echt aus. Erkläre, warum Du es trotzdem nicht sofort als Beweis akzeptieren solltest und welche zusätzlichen Informationen Du suchst.
  3. Einordnung gemischter Aussagen: Untersuche den Satz „Ich finde den neuen Kiosk schlecht, weil alle Preise verdoppelt wurden.“ Trenne Meinung und überprüfbare Tatsachenbehauptung und beschreibe einen möglichen Faktencheck.
  4. Absicht und Unsicherheit: Eine falsche Meldung wurde von mehreren Personen weitergeleitet. Erkläre, warum Du daraus noch nicht sicher auf Desinformation schließen kannst.
  5. Webseitenvergleich: Zwei Webseiten widersprechen sich. Entwickle Kriterien, mit denen Du entscheidest, welche Quelle für die konkrete Frage geeigneter ist. Begründe, warum Bekanntheit allein nicht genügt.
  6. Korrekturstrategie: Du bemerkst, dass Du selbst eine falsche Meldung weitergeleitet hast. Formuliere einen verantwortungsvollen Plan, wie Du den Fehler korrigierst und die Weiterverbreitung verringerst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu IM6 - Fake News erkennen ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern sie anwenden kannst.

  1. Du kannst Fehler, Satire, Werbung, Meinung und Desinformation voneinander unterscheiden.
  2. Du kannst erklären, warum Täuschungsabsicht für Desinformation entscheidend ist.
  3. Du kannst aus einem Post eine konkrete überprüfbare Behauptung herausarbeiten.
  4. Du kannst Quelle, Datum, Belege, Kontext und mögliche Interessen untersuchen.
  5. Du kannst erklären, warum Likes, professionelles Design oder ein Screenshot keine Beweise sind.
  6. Du kannst bei Bildern zwischen Echtheit des Bildes und Richtigkeit der Bildbeschreibung unterscheiden.
  7. Du kannst einen einfachen Faktencheck nachvollziehbar dokumentieren.
  8. Du kannst bei fehlenden Belegen auch zu dem Urteil „unbelegt“ oder „unklar“ kommen.
  9. Du kannst im Klassenchat verantwortungsvoll reagieren, ohne andere vorschnell zu beschuldigen.
  10. Du kannst eigene verwendete Quellen transparent angeben.




OERs zum Thema

Wikipedia-Artikel zu Fake News:

Weitere offene oder frei zugängliche Lernangebote findest Du unter anderem bei Medienkompetenz, Desinformation, Propaganda, Satire, Werbung, Journalismus, Quellenkritik und Künstliche Intelligenz.



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