IM6 - Einen Lernkurs für andere erstellen

IM6 - Einen Lernkurs für andere erstellen
Einleitung
IM6 - Einen Lernkurs für andere erstellen richtet sich an die Klasse 6. In diesem aiMOOC wechselst Du die Perspektive: Du lernst nicht nur selbst, sondern entwickelst einen kleinen Lernkurs für andere Menschen. Das kann eine 5. Klasse, Deine eigene Klasse, eine Gruppe von Eltern, eine Schul-AG, Lernende mit wenig Vorwissen oder sogar ein fiktiver Ausbildungsbetrieb sein.
Ein guter Lernkurs ist nicht einfach eine Sammlung von Informationen. Er hilft einer bestimmten Zielgruppe, ein klares Lernziel zu erreichen. Dafür musst Du entscheiden, welche Sprache passt, welche Beispiele verständlich sind, welche Medien wirklich helfen, welche Aufgaben zum aktiven Lernen anregen und wie Du durch Feedback herausfindest, was noch verbessert werden muss.
Beim Erstellen eines Kurses arbeitest Du ähnlich wie bei einem kleinen Designprojekt. Du beobachtest Bedürfnisse, planst, erstellst einen ersten Entwurf, lässt andere testen und überarbeitest das Ergebnis. Dieses Vorgehen gehört zum Instruktionsdesign, also zur systematischen Planung von Lernangeboten. Es passt außerdem zur Idee des Lernens durch Lehren: Wer etwas für andere verständlich erklären will, muss selbst besonders genau über den Inhalt nachdenken.
Was Du am Ende kannst
| Kompetenz | Das kannst Du am Ende zeigen |
|---|---|
| Zielgruppe verstehen | Du kannst ein konkretes Zielgruppenprofil erstellen und Vorwissen, Lernziel, Motivation, Sprache, Lernort und mögliche Hürden beschreiben. |
| Lernziele formulieren | Du kannst verständliche Kann-Sätze schreiben, an denen man erkennt, was Lernende nach dem Kurs tatsächlich können sollen. |
| Inhalte auswählen | Du kannst Wichtiges von Zusatzwissen unterscheiden und Informationen auf Richtigkeit prüfen. |
| Sprache anpassen | Du kannst denselben Inhalt für jüngere Lernende, Mitschülerinnen und Mitschüler, Erwachsene oder einen fiktiven Betrieb unterschiedlich formulieren. |
| Medien auswählen | Du kannst Bilder, Videos, Audio, Diagramme oder Gegenstände so einsetzen, dass sie das Lernen unterstützen. |
| Aufgaben entwickeln | Du kannst Aufgaben gestalten, bei denen Lernende nicht nur lesen, sondern entscheiden, zuordnen, anwenden, erklären und selbst etwas erstellen. |
| Feedback nutzen | Du kannst einen Prototyp testen lassen, Rückmeldungen sammeln und daraus begründete Verbesserungen ableiten. |
| Qualität begründen | Du kannst erklären, warum Dein Kurs zur Zielgruppe passt und welche Entscheidungen Du nach dem Test verändert hast. |
Projektauftrag
Dein Lernprodukt ist ein Mini-Lernkurs für eine andere Zielgruppe. Er kann als kleiner aiMOOC, digitale Lernseite, Lernstation, Erklärvideo mit Aufgaben, Präsentation mit Quiz oder Kombination aus mehreren Medien entstehen. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Effekte einzubauen. Entscheidend ist, dass die ausgewählten Mittel zur Zielgruppe und zum Lernziel passen.
Der Kurs sollte einen verständlichen Einstieg, mindestens drei klare Lernziele, einen fachlich richtigen Input, mehrere passende Medien, mindestens drei unterschiedliche Lernaktivitäten, eine Rückmeldung zum Lernstand und eine dokumentierte Überarbeitung nach einem Test enthalten.
Von „für mich“ zu „für andere“
Wenn Du selbst etwas verstehst, heißt das noch nicht automatisch, dass Du es gut erklären kannst. Für einen Lernkurs musst Du Dich fragen: Was braucht die andere Person, damit sie selbstständig weiterkommt?

Bei einer Präsentation sieht man die Zielgruppe direkt vor sich. Bei einem digitalen Kurs ist sie oft nicht im selben Raum. Deshalb musst Du ihre Situation schon bei der Planung mitdenken. Ein Begriff, der für Dich selbstverständlich ist, kann für eine 5. Klasse neu sein. Ein lustiges Beispiel unter Freunden kann für Eltern unklar wirken. Ein langer Erklärungstext kann in einem fiktiven Ausbildungsbetrieb unpraktisch sein, wenn dort eine Handlung schnell nachgeschlagen werden soll.
Zielgruppenprofil statt Bauchgefühl
Ein Zielgruppenprofil ist eine begründete Beschreibung typischer Lernbedingungen. Es soll Dir helfen, passende Entscheidungen zu treffen. Es darf nicht zu einem Klischee werden. Zwei Menschen aus derselben Altersgruppe können sehr unterschiedlich lernen. Deshalb ist ein Profil zunächst eine Arbeitshypothese, die Du durch Gespräche und Tests überprüfen solltest.
| Leitfrage | Wozu die Antwort wichtig ist |
|---|---|
| Wer soll lernen? | Alter, Rolle und Lernkontext helfen Dir, Ton und Beispiele zu wählen. |
| Was weiß die Zielgruppe schon? | Du vermeidest unnötige Wiederholungen und erklärst fehlende Grundlagen. |
| Was soll sie nach dem Kurs können? | Daraus entstehen die Lernziele und Aufgaben. |
| Warum könnte sie das lernen wollen? | Ein sinnvoller Anlass macht den Kurs verständlicher und motivierender. |
| Welche Wörter kennt sie? | Du entscheidest, welche Fachbegriffe erklärt werden müssen. |
| Wo wird gelernt? | Klassenzimmer, Zuhause, Bibliothek oder Betrieb stellen unterschiedliche Anforderungen. |
| Welche Geräte und Materialien sind vorhanden? | Ein Kurs darf nicht von Technik abhängen, die die Zielgruppe nicht sicher nutzen kann. |
| Welche Hürden könnten auftreten? | Dazu gehören unklare Sprache, zu kleine Schrift, schlechter Ton, fehlende Untertitel oder zu viele Schritte auf einmal. |
| Wie kann die Zielgruppe Rückmeldung geben? | Du planst schon vor der Produktion einen realistischen Test. |
Mini-Auftrag: Wähle eine mögliche Zielgruppe und beantworte die neun Leitfragen in Stichworten. Markiere anschließend zwei Antworten, die Deine Kursgestaltung besonders stark verändern würden.
Acht Zielgruppenprofile
Die folgenden Profile sind Beispiele. Du kannst sie übernehmen, verändern oder durch ein eigenes Profil ersetzen.
| Profil | Typische Lernsituation | Sprachliche Anpassung | Geeignete Medien | Passende Aktivität | Sinnvolle Feedbacksituation |
|---|---|---|---|---|---|
| Profil A: Klasse 5 mit wenig Vorwissen | Ein neues Thema wird zum ersten Mal kennengelernt. | Kurze Sätze, wenige Fachbegriffe, neue Wörter sofort erklären. | Große Bilder, einfache Skizzen, kurze Videos, konkrete Gegenstände. | Bild und Begriff zuordnen, Beispiel auswählen, kleine Erklärung aufnehmen. | Eine Testperson aus Klasse 5 zeigt, an welcher Stelle sie nachfragen würde. |
| Profil B: Mitschülerinnen und Mitschüler aus Klasse 6 | Grundlagen sind ähnlich, Interessen und Unterrichtserfahrungen teilweise bekannt. | Direkt, altersnah und präzise; bekannte Fachwörter können genutzt werden. | Kurze Demonstration, Quiz, Comic, Bildschirmaufnahme, Tafelbild. | Challenge, Fehler finden, Lösung erklären, Mini-Quiz erstellen. | Zwei Lernende testen den Kurs und nennen je zwei Stärken und einen Änderungswunsch. |
| Profil C: Lernende mit gutem Vorwissen | Grundlagen sind vorhanden, gesucht wird Vertiefung. | Weniger Grundbegriffe erklären, Zusammenhänge genauer darstellen. | Diagramme, Vergleichstabellen, anspruchsvollere Beispiele. | Transferfall, Begründungsaufgabe, eigenes Beispiel entwickeln. | Testperson bewertet, ob der Kurs wirklich Neues bietet. |
| Profil D: Lernende, die Fachsprache noch aufbauen | Inhalt ist interessant, aber einzelne Wörter oder lange Sätze erschweren das Verstehen. | Kurze Satzstrukturen, Bildwörterbuch, Fachwort plus einfache Erklärung. | Symbole, beschriftete Bilder, Audio und Text gemeinsam. | Wort-Bild-Zuordnung, Satzbausteine, mündliche Erklärung. | Testperson markiert Wörter oder Sätze, die noch unklar sind. |
| Profil E: Eltern oder Erziehungsberechtigte | Erwachsene möchten einen schulischen Ablauf oder ein digitales Werkzeug verstehen. | Freundlich, sachlich, ohne jugendliche Insider-Ausdrücke. | Schrittbilder, kurze Bildschirmaufnahme, Übersicht und Checkliste. | Einen realistischen Fall selbst durchführen. | Testperson prüft, ob die Anleitung ohne zusätzliche Hilfe ausreicht. |
| Profil F: Lernpatinnen oder Lernpaten | Eine Person soll später andere beim Lernen unterstützen. | Fachbegriffe dürfen vorkommen, müssen aber mit Erklärhinweisen verbunden sein. | Ablaufplan, Beispielgespräch, typische Fehlerfälle. | Erklärung üben und auf Rückfragen reagieren. | Rollenspiel mit Lernendem, Lernpate und Beobachter. |
| Profil G: Schul-AG oder Projektgruppe | Die Gruppe möchte schnell handlungsfähig werden und gemeinsam etwas produzieren. | Aktivierende Sprache mit klaren Rollen und Arbeitsaufträgen. | Beispielprodukt, Ablaufgrafik, kurze Tutorials. | In Teams ein Teilprodukt erstellen und gegenseitig prüfen. | Galeriegang mit Kriterienkarte. |
| Profil H: fiktiver Ausbildungsbetrieb RadFix | Neue Auszubildende sollen einen betrieblichen Ablauf kennenlernen. | Sachlich, knapp, handlungsorientiert; Fachbegriffe erklären und konsequent benutzen. | Prozessgrafik, beschriftetes Foto, Checkliste, kurze Demonstration. | Einen Fall bearbeiten und den Ablauf in richtiger Reihenfolge erklären. | Fiktive Ausbilderin prüft Verständlichkeit, Vollständigkeit und Praxistauglichkeit. |
Ein Thema, vier Varianten
Das folgende Beispiel zeigt, wie derselbe Grundgedanke unterschiedlich gestaltet werden kann. Thema des Beispielkurses ist: Eine verständliche digitale Präsentationsfolie gestalten.
| Zielgruppe | Einstieg | Beispiel | Sprache | Medien | Aufgabe |
|---|---|---|---|---|---|
| Klasse 5 | „Welche Folie kannst Du in fünf Sekunden besser lesen?“ | Vergleich einer überfüllten und einer klaren Folie zum Lieblingstier. | Kurze Sätze und Begriffe wie Titel, Bild und Stichwort. | Zwei große Beispielbilder und ein sehr kurzes Video. | Eine Folie vereinfachen und einem Partner erklären. |
| Mitschüler Klasse 6 | „Warum hört eine Klasse bei manchen Präsentationen schneller zu?“ | Vergleich zweier Folien aus einem fiktiven Referat. | Bekannte Fachwörter und direkter Peer-Ton. | Vorher-Nachher-Beispiel, Quiz und eigene Folie. | Drei konkrete Verbesserungen begründen. |
| Eltern | „Wie wird eine Information auf einer Folie schnell erfassbar?“ | Terminübersicht für einen Elternabend. | Sachlich und ohne schulische Insiderbegriffe. | Schrittfolge und klare Übersicht. | Eine unübersichtliche Terminfolie neu ordnen. |
| Fiktiver Ausbildungsbetrieb | „Wie erkennt ein Team die wichtigste Arbeitsinformation sofort?“ | Fiktive Einweisungsfolie für einen Arbeitsablauf. | Knapp, professionell und handlungsbezogen. | Prozessgrafik und beschriftetes Beispiel. | Eine Informationsfolie so überarbeiten, dass der nächste Schritt eindeutig ist. |
Die beiden Videos können Dir als Medienbeispiele dienen. Prüfe sie nicht nur danach, ob sie „gut aussehen“. Frage Dich zusätzlich, welche Zielgruppe angesprochen wird, welches Vorwissen vorausgesetzt wird, welche Beispiele benutzt werden und welche Handlung die Lernenden anschließend ausführen können.
Lernziele zuerst
Ein Lernziel beschreibt nicht, was im Kurs vorkommt, sondern was Lernende nach dem Kurs können sollen. Ein Ziel wie „Du lernst etwas über Präsentationen“ ist zu ungenau. Besser ist: „Du kannst aus zwei Präsentationsfolien die verständlichere auswählen und Deine Entscheidung mit zwei Merkmalen begründen.“
Von Themen zu Kann-Sätzen
| Zu ungenau | Besser als überprüfbarer Kann-Satz |
|---|---|
| Feedback kennenlernen | Du kannst eine Rückmeldung so formulieren, dass sie konkret, respektvoll und für die Überarbeitung nutzbar ist. |
| Zielgruppen verstehen | Du kannst für eine vorgegebene Zielgruppe mindestens drei passende Gestaltungsentscheidungen begründen. |
| Medien nutzen | Du kannst für ein Lernziel ein geeignetes Medium auswählen und erklären, warum es besser passt als eine Alternative. |
| Kurs planen | Du kannst aus Lernziel, Inhalt, Aufgabe und Feedback eine zusammenhängende Lernsequenz entwickeln. |
| Qualität prüfen | Du kannst einen Test auswerten und mindestens zwei sinnvolle Verbesserungen am Prototyp vornehmen. |
Ein gutes Lernziel enthält möglichst eine beobachtbare Handlung. Wörter wie auswählen, ordnen, erklären, vergleichen, anwenden, begründen, gestalten oder überarbeiten machen sichtbar, was am Ende überprüft werden kann.
Mini-Auftrag: Formuliere drei Kann-Sätze für Deinen eigenen Kurs. Prüfe anschließend: Könnte eine andere Person beobachten, ob das Ziel erreicht wurde?
Inhalte auswählen und verständlich machen
Ein häufiger Fehler beim Kurserstellen ist, zu viel Wissen unterzubringen. Für einen kurzen Lernkurs ist weniger oft mehr. Wähle nur Inhalte, die die Zielgruppe für das Lernziel wirklich braucht.
Die Drei-Felder-Auswahl
| Feld | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Muss hinein | Ohne welche Information kann das Lernziel nicht erreicht werden? | Drei Merkmale einer verständlichen Folie. |
| Kann hinein | Was hilft beim Verstehen, ist aber nicht unbedingt nötig? | Ein zusätzliches Vorher-Nachher-Beispiel. |
| Später | Was ist interessant, würde den Kurs aber unnötig verlängern? | Eine ausführliche Geschichte der Präsentationssoftware. |
Bei jeder Information gilt: prüfen, bevor Du sie lehrst. Nutze zuverlässige Quellen. Vergleiche bei Unsicherheit mehrere Quellen. Übernimm keine Behauptung nur deshalb, weil sie in einem kurzen Video oder auf einer beliebigen Webseite vorkommt.
Verständlich erklären ohne zu verfälschen
Vereinfachen bedeutet nicht, etwas falsch zu machen. Du darfst lange Erklärungen kürzen, Fachwörter erläutern und Beispiele aus der Lebenswelt der Zielgruppe wählen. Ein wichtiger Zusammenhang darf dabei aber nicht verschwinden.
Ein hilfreiches Muster lautet: Begriff – einfache Erklärung – Beispiel – Gegenbeispiel – kurze Anwendung. So sehen Lernende nicht nur eine Definition, sondern auch, wann sie gilt und wann nicht.
Kursdramaturgie und Storyboard
Bevor Du alles technisch umsetzt, planst Du den Lernweg. Ein Storyboard zeigt in kleinen Feldern, was nacheinander passiert. Dadurch erkennst Du früh, ob Erklärungen fehlen, ob ein Video zu lang wäre oder ob Lernende lange nur zuschauen.

Eine einfache Lernkurs-Dramaturgie
| Abschnitt | Leitfrage | Mögliche Umsetzung |
|---|---|---|
| Einstieg | Warum sollte die Zielgruppe jetzt weiterlesen oder mitmachen? | Überraschende Frage, Problem, Bildvergleich oder kurze Alltagssituation. |
| Ziel | Was soll danach möglich sein? | Zwei oder drei Kann-Sätze. |
| Input | Welche Information ist wirklich nötig? | Kurzer Text, Bild, Video, Demonstration oder Beispiel. |
| Aktivierung | Was tun die Lernenden selbst? | Zuordnen, auswählen, erklären, sortieren, ausprobieren oder gestalten. |
| Rückmeldung | Woran merken Lernende, ob sie auf dem richtigen Weg sind? | Lösung, Beispielantwort, Partnerfeedback oder Test. |
| Transfer | Können sie das Gelernte in einer neuen Situation anwenden? | Neuer Fall, eigenes Produkt oder Entscheidung mit Begründung. |
| Reflexion | Was hat geholfen und was ist noch unsicher? | Kurzfeedback, Lernjournal oder Abschlussfrage. |
Mini-Auftrag: Zeichne ein Storyboard mit sechs bis acht Feldern. Schreibe in jedes Feld nur so viel, dass jemand aus Deinem Team erkennen kann, was Lernende dort sehen und tun.
Prototyp statt Perfektion
Ein Prototyp ist eine frühe Testversion. Er muss noch nicht schön sein. Sein Zweck ist, schnell herauszufinden, ob der Lernweg funktioniert. Ein Papierentwurf mit handgezeichneten Bildern kann für den ersten Test besser sein als eine aufwendig gestaltete digitale Version, weil Änderungen noch leicht möglich sind.
Ein sinnvoller erster Prototyp enthält mindestens einen Einstieg, ein Lernziel, eine kurze Erklärung, eine Aufgabe und eine Rückmeldung. Wenn diese fünf Teile nicht zusammenpassen, lohnt es sich nicht, zuerst Animationen oder Spezialeffekte zu bauen.
Medien gezielt auswählen
Medien sind Lernwerkzeuge. Ein Bild eignet sich gut, wenn etwas räumlich oder visuell gezeigt werden soll. Ein Video ist stark, wenn ein Ablauf oder eine Bewegung sichtbar werden muss. Audio kann sinnvoll sein, wenn Stimme, Aussprache, Klang oder ein Interview im Mittelpunkt stehen. Text ist oft am schnellsten zu überfliegen und leicht zu überarbeiten.

Das Bild steht für aktive Beteiligung. Genau das ist ein wichtiges Ziel: Lernende sollen nicht dauerhaft nur konsumieren, sondern möglichst früh selbst etwas tun.
Medien-Matrix für Zielgruppen
| Situation | Eher geeignet | Wichtige Anpassung |
|---|---|---|
| Klasse 5 lernt einen neuen Begriff | Bild plus kurzer Text | Große Darstellung, eine Erklärung pro Schritt, vertrautes Beispiel. |
| Klasse 6 soll einen Ablauf erklären | Kurzes Video oder Bildfolge | Nach jedem Abschnitt eine kleine Aktivität. |
| Eltern sollen ein digitales Verfahren nachvollziehen | Bildschirmaufnahme plus Schrittübersicht | Ruhiges Tempo, eindeutige Bezeichnungen, keine unnötigen Fachwörter. |
| Lernende bauen Fachsprache auf | Bild, gesprochenes Wort und geschriebener Begriff | Wiederkehrende Begriffe gleich benennen und nicht ständig Synonyme wechseln. |
| Fiktiver Ausbildungsbetrieb braucht eine Handlungshilfe | Prozessgrafik, Foto und Checkliste | Nur nötige Schritte zeigen; betriebliche Vorgaben müssen im echten Betrieb geprüft werden. |
| Projektgruppe soll selbst gestalten | Beispielprodukt plus offene Vorlage | Beispiel nicht als einzig mögliche Lösung darstellen. |
Freie Medien, Quellen und Rechte
Wenn Du Bilder, Musik oder Videos anderer Menschen nutzt, beachte Urheberrecht und Lizenzbedingungen. Für Schulprojekte sind eigene Medien und offen lizenzierte Materialien besonders praktisch. Auf Wikimedia Commons findest Du viele Dateien mit freien Lizenzen. Prüfe immer die Dateiseite, denn dort stehen Urheber, Lizenz und mögliche Bedingungen zur Namensnennung.
Bei Fotos, Tonaufnahmen oder Videos mit erkennbaren Personen musst Du außerdem Datenschutz und schulische Regeln beachten. Veröffentliche keine persönlichen Daten und kläre Aufnahmen sowie Veröffentlichungen mit den zuständigen Erwachsenen. Ein Lernprodukt kann auch im geschützten Unterrichtsraum funktionieren und muss nicht öffentlich ins Internet gestellt werden.
Barrierearm planen
Ein Lernkurs wird besser, wenn möglichst viele Menschen ihn nutzen können. Achte auf gut lesbare Schrift, ausreichende Kontraste, verständliche Überschriften und klare Navigation. Videos sollten nach Möglichkeit Untertitel oder eine Textzusammenfassung erhalten. Bilder brauchen eine sinnvolle Beschreibung des Lerninhalts. Verlasse Dich nicht nur auf Farbe, wenn etwas unterschieden werden soll.
Barrierefreiheit ist ein großes Fachgebiet. Für Klasse 6 reicht als Grundregel: Informationen sollten auf mehr als nur einem Weg verständlich sein und niemand sollte wegen vermeidbarer Gestaltungshürden ausgeschlossen werden.
Aufgaben, die wirklich lernen lassen
Eine Aufgabe ist mehr als eine Pause nach einem Text. Sie zeigt, ob Lernende mit dem Inhalt etwas anfangen können. Gute Lernkurse mischen verschiedene Aktivitätsformen.
| Aktivität | Was Lernende tun | Beispiel |
|---|---|---|
| Erkennen | Eine passende Lösung auswählen. | Welche Folie ist leichter lesbar? |
| Ordnen | Begriffe oder Schritte in eine sinnvolle Beziehung bringen. | Ordne Medium und Lernzweck zu. |
| Erklären | Einen Zusammenhang in eigenen Worten ausdrücken. | Erkläre, warum das Beispiel zur Zielgruppe passt. |
| Anwenden | Wissen in einem neuen Fall benutzen. | Überarbeite eine unpassende Aufgabe für Klasse 5. |
| Gestalten | Ein eigenes Produkt entwickeln. | Erstelle einen Einstieg für Deinen Lernkurs. |
| Prüfen | Ein Produkt nach Kriterien beurteilen. | Finde zwei Stellen, an denen die Sprache zu schwierig ist. |
| Überarbeiten | Feedback in eine neue Version einbauen. | Ändere Deinen Prototyp und begründe die wichtigste Änderung. |
Aufgaben an Zielgruppen anpassen
Dieselbe Aufgabe kann je nach Zielgruppe anders aussehen. Eine Klasse 5 könnte Bilder zu Begriffen ziehen. Mitschülerinnen und Mitschüler könnten einen Fehler in einem Beispiel finden. Eltern könnten einen realistischen Ablauf selbst durchführen. Im fiktiven Ausbildungsbetrieb könnte ein Fall bearbeitet werden, bei dem die richtige Reihenfolge erklärt und begründet wird.
Die Schwierigkeit sollte nicht zufällig entstehen. Eine schwere Aufgabe ist nicht einfach länger. Sie verlangt mehr Selbstständigkeit, mehr Übertragung auf neue Situationen oder eine begründete Entscheidung.
Feedback als Teil des Kurses
Feedback hilft besonders dann, wenn es sich auf etwas Beobachtbares bezieht und eine nächste Verbesserung ermöglicht. „Gut gemacht“ kann freundlich sein, sagt aber noch nicht, was genau funktioniert hat. Nützlicher wäre zum Beispiel: „Das Bild zeigt den Unterschied deutlich. Beim zweiten Fachwort brauchte ich aber eine Erklärung.“

Fünf-Finger-Feedback

Die Fünf-Finger-Methode kann eine Abschlussrunde strukturieren. Du musst sie nicht immer vollständig verwenden. Für einen kurzen Prototypentest reichen oft zwei oder drei präzise Fragen, die zu Deinem Lernziel passen.
Feedbacksituationen entlang des Projekts
| Zeitpunkt | Situation | Leitfrage | Mögliche Verbesserung |
|---|---|---|---|
| Vor der Planung | Kurzes Zielgruppeninterview | Was fällt Dir an diesem Thema leicht oder schwer? | Vorwissen und Beispiele anpassen. |
| Nach dem Storyboard | Partner prüft den Lernweg | Ist klar, was zuerst, danach und am Ende passiert? | Reihenfolge oder Übergänge ändern. |
| Beim ersten Prototyp | Eine Testperson arbeitet laut denkend | Wo stockt sie, fragt nach oder überspringt etwas? | Erklärungen, Navigation oder Aufgaben vereinfachen. |
| Nach einer Aufgabe | Testperson erklärt ihre Lösung | Zeigt die Aufgabe wirklich das gewünschte Lernziel? | Aufgabe präziser formulieren. |
| Nach dem ganzen Kurs | Zwei Sterne und ein Wunsch | Was hat besonders geholfen und was sollte verändert werden? | Stärken erhalten und eine konkrete Schwäche bearbeiten. |
| Im Rollenspiel | Lernender, Kursautor und Beobachter | Wie reagiert der Kurs auf typische Rückfragen? | Hilfen oder Beispiele ergänzen. |
| Nach der Überarbeitung | Zweiter Test mit neuer Person | Ist das frühere Problem tatsächlich gelöst? | Änderung prüfen statt nur vermuten. |

Feedback wird besonders wertvoll, wenn es zu einer Schleife wird: entwerfen – testen – verstehen – verändern – erneut testen.
Feedback geben und annehmen
Eine gute Rückmeldung beschreibt zuerst, was beobachtet wurde. Danach erklärt sie, warum das für das Lernen wichtig ist. Zum Schluss kann ein konkreter nächster Schritt folgen.
Beispiel: „Beim Wort Lizenz habe ich gestoppt, weil es vorher nicht erklärt wurde. Ein kurzer Beispielsatz direkt daneben würde mir helfen.“
Wer Feedback erhält, muss nicht jede Idee übernehmen. Prüfe zuerst, ob die Rückmeldung zum Lernziel und zur Zielgruppe passt. Wenn drei Testpersonen an derselben Stelle hängen bleiben, ist das ein starkes Signal. Wenn zwei Personen Unterschiedliches wünschen, kannst Du eine weitere Testperson beobachten oder mehrere Lösungen vergleichen.
Rollen für einen Prototypentest
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Testlernender | Bearbeitet den Kurs möglichst selbstständig und sagt, was verständlich oder unklar ist. |
| Beobachter | Notiert, wo gesucht, gezögert, zurückgesprungen oder nachgefragt wird. |
| Kursautor | Erklärt während des Tests möglichst wenig und fragt erst danach nach Gründen. |
| Feedbackgeber | Bezieht Rückmeldungen auf vereinbarte Kriterien statt auf persönlichen Geschmack. |
| Überarbeiter | Wählt die wichtigsten Änderungen aus und dokumentiert, was warum verändert wurde. |
Qualitätscheck vor der Veröffentlichung
Ein Lernkurs ist dann stark, wenn Inhalt, Zielgruppe, Lernziel, Medien, Aufgaben und Feedback zusammenpassen. Eine schöne Gestaltung kann fehlende Lernziele nicht ersetzen. Viele Aufgaben helfen nicht, wenn sie nur oberflächlich dasselbe abfragen.

Der KURS-Check
| Prüfbereich | Frage | Warnsignal |
|---|---|---|
| Klarheit | Versteht die Zielgruppe sofort, worum es geht und was sie tun soll? | Lange Einleitung ohne Lernauftrag. |
| Zielgruppenpassung | Passen Sprache, Beispiele, Tempo und Medien zum Profil? | Gestaltung orientiert sich nur an den Vorlieben des Autorenteams. |
| Fachliche Richtigkeit | Sind Aussagen geprüft und Quellen nachvollziehbar? | Ungeprüfte Behauptungen oder veraltete Beispiele. |
| Lernzielbezug | Führt jeder wichtige Abschnitt zu einem Kann-Satz? | Interessante Inhalte ohne Bezug zum Lernziel. |
| Aktivierung | Tun Lernende regelmäßig selbst etwas? | Langes Konsumieren ohne Entscheidung oder Anwendung. |
| Feedback | Erhalten Lernende Rückmeldung und wurde der Kurs selbst getestet? | Nur Abschlusslob ohne konkrete Hinweise. |
| Medienqualität | Unterstützt jedes Medium das Verstehen? | Dekorative Medien lenken vom Inhalt ab. |
| Zugänglichkeit | Sind Text, Ton, Bild und Navigation möglichst barrierearm? | Kleine Schrift, fehlende Struktur oder wichtige Information nur durch Farbe. |
| Rechte und Datenschutz | Dürfen verwendete Medien genutzt und Personen gezeigt werden? | Unklare Herkunft oder unnötige persönliche Daten. |
Musterprojekt: Ein Mini-aiMOOC für Klasse 5
Das folgende Muster zeigt, wie ein Team aus Klasse 6 einen kleinen Kurs für eine 5. Klasse planen könnte.
Muster-Thema: „Drei Regeln für verständliche Präsentationsfolien“
| Planungspunkt | Musterentscheidung |
|---|---|
| Zielgruppe | Klasse 5, erste Erfahrungen mit kurzen Referaten, Fachwortschatz noch klein. |
| Lernziel | Die Lernenden können drei Merkmale einer verständlichen Folie nennen und eine überfüllte Beispiel-Folie verbessern. |
| Einstieg | Zwei Folien werden nebeneinander gezeigt. Die Lernenden entscheiden spontan, welche leichter lesbar ist. |
| Sprache | Kurze Sätze; die Begriffe Titel, Stichwort und Bild werden direkt erklärt. |
| Input | Eine Regel pro Abschnitt: wenig Text, gut lesbare Schrift, Bild mit klarer Funktion. |
| Medien | Vorher-Nachher-Bild, sehr kurzes Erklärvideo und ein eigenes Beispiel. |
| Aktivität | Die Lernenden markieren auf einer Beispiel-Folie drei Probleme und bauen danach eine bessere Version. |
| Feedback | Eine Testperson aus Klasse 5 sagt nach jedem Abschnitt, was sie ohne Hilfe verstanden hat. |
| Überarbeitung | Wörter, bei denen die Testperson stockt, werden erklärt; unnötige Texte werden gekürzt. |
Variante für Mitschülerinnen und Mitschüler
Für die eigene Klasse darf der Kurs schneller starten. Die Grundbegriffe sind eher bekannt. Statt drei Regeln nur zu nennen, könnten die Lernenden zwei unterschiedliche Folien vergleichen, eine begründete Entscheidung treffen und anschließend eine eigene Folie erstellen. Als Feedback eignet sich ein Kriterienbogen mit den Fragen: Ist die Hauptaussage sofort erkennbar? Unterstützt das Bild die Aussage? Ist die Folie aus einiger Entfernung lesbar?
Variante für Eltern
Für Eltern könnte der gleiche Grundgedanke mit einer Termin- oder Informationsfolie aus einem fiktiven Elternabend beginnen. Die Sprache wird sachlicher. Ein kurzes Schrittbild kann hilfreicher sein als ein spielerisches Quiz. Die Abschlussaufgabe lautet: Ordne eine überladene Informationsfolie so neu, dass Termin, Ort und wichtigste Handlung auf einen Blick erkennbar werden.
Variante für einen fiktiven Ausbildungsbetrieb
Im fiktiven Betrieb „RadFix“ könnte das Lernziel lauten: Neue Auszubildende können eine Arbeitsinformation auf einer digitalen Folie so strukturieren, dass der nächste Schritt eindeutig erkennbar ist. Das Beispiel stammt aus einem erfundenen Werkstattablauf. Die Sprache ist knapp und professionell. Eine Prozessgrafik ersetzt verspielte Dekoration. Im echten Betrieb würden fachliche und sicherheitsbezogene Vorgaben immer mit der verantwortlichen Fachperson geprüft.
Variante für Lernende mit noch wachsendem Fachwortschatz
Die gleichen Regeln werden mit Bildsymbolen, kurzen Sätzen und einem Mini-Glossar erklärt. Das Wort „Kontrast“ wird nicht nur genannt, sondern an zwei Beispielen sichtbar gemacht. Eine Audiofassung kann den Text ergänzen. Die Aufgabe verlangt zuerst eine visuelle Zuordnung und erst danach eine eigene Begründung.
Ein vollständiger Arbeitsplan für Dein Projekt
| Phase | Dein Ergebnis | Kontrollfrage |
|---|---|---|
| Auftrag klären | Ein Satz beschreibt Thema, Zielgruppe und gewünschtes Können. | Weiß jedes Teammitglied, für wen der Kurs entsteht? |
| Zielgruppe erkunden | Ein Profil und mindestens ein kurzes Interview oder Testgespräch. | Welche Annahme haben wir wirklich überprüft? |
| Lernziele formulieren | Drei beobachtbare Kann-Sätze. | Können wir später erkennen, ob das Ziel erreicht wurde? |
| Inhalt reduzieren | Muss-Kann-Später-Tabelle. | Welche Information können wir streichen, ohne das Lernziel zu gefährden? |
| Storyboard zeichnen | Lernweg mit Einstieg, Input, Aktivität, Rückmeldung und Transfer. | Tut die Zielgruppe früh genug selbst etwas? |
| Medien wählen | Begründete Auswahl mit Quellen- und Lizenzprüfung. | Hilft jedes Medium beim Lernen? |
| Prototyp bauen | Testbare Kurzversion. | Kann eine Person den Kernkurs schon durchlaufen? |
| Test durchführen | Beobachtungen und konkrete Rückmeldungen. | Wo stockt die Zielgruppe tatsächlich? |
| Überarbeiten | Neue Version mit Änderungsprotokoll. | Welche Änderung hat den größten Lernnutzen? |
| Zweiten Test machen | Vergleich von erster und überarbeiteter Version. | Ist das wichtigste Problem gelöst? |
| Präsentieren | Kurze Vorstellung des Produkts und der Designentscheidungen. | Können wir erklären, warum unser Kurs zur Zielgruppe passt? |
| Reflektieren | Rückblick auf Entscheidungen, Feedback und nächste Verbesserung. | Was würden wir bei einem neuen Lernkurs anders beginnen? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt eine Zielgruppe am besten? (Die Menschen, für die ein Lernangebot geplant wird) (!Alle Menschen, die dasselbe Alter haben) (!Nur die Personen, die den Kurs programmieren) (!Die Liste aller verwendeten Medien)
Welche Formulierung ist ein überprüfbares Lernziel? (Du kannst zwei Medien vergleichen und Deine Wahl begründen) (!Du weißt etwas über Medien) (!Du findest das Thema interessant) (!Du liest einen langen Informationstext)
Warum wird ein Prototyp erstellt? (Um früh zu testen, ob der Lernweg funktioniert) (!Um sofort eine endgültige Veröffentlichung zu erhalten) (!Um Rückmeldungen möglichst zu vermeiden) (!Um möglichst viele Animationen einzubauen)
Welche Anpassung passt besonders gut zu einer 5. Klasse mit wenig Vorwissen? (Kurze Erklärschritte und konkrete Beispiele) (!Viele unerklärte Fachbegriffe) (!Ein langer Text ohne Zwischenaufgaben) (!Nur eine Abschlussprüfung ohne Übung)
Was macht Feedback für die Überarbeitung besonders nützlich? (Eine konkrete Beobachtung mit einem Verbesserungshinweis) (!Eine allgemeine Aussage ohne Beispiel) (!Nur die Aussage dass alles gut war) (!Eine Bewertung ohne Bezug zum Lernziel)
Wann ist ein Medium besonders passend? (Wenn es das Erreichen des Lernziels unterstützt) (!Wenn es möglichst auffällig ist) (!Wenn es unabhängig vom Inhalt modern wirkt) (!Wenn es die längste Produktionszeit braucht)
Warum sollte ein Lernkurs einen Transfer enthalten? (Damit Wissen in einer neuen Situation angewendet wird) (!Damit die Überschrift größer aussieht) (!Damit der Kurs ohne Zielgruppe funktioniert) (!Damit keine Rückmeldung mehr nötig ist)
Was gehört zu einem guten Zielgruppenprofil? (Vorwissen Lernziel Lernsituation und mögliche Hürden) (!Nur der Vorname einer erfundenen Person) (!Nur die Lieblingsfarbe der Kursautoren) (!Nur die Anzahl der Seiten im Kurs)
Was ist beim Verwenden eines fremden Bildes wichtig? (Quelle Lizenz und Nutzungsbedingungen prüfen) (!Das Bild ohne Herkunft speichern) (!Nur auf die Dateigröße achten) (!Den Namen des Urhebers absichtlich entfernen)
Was sollte nach einem Prototypentest passieren? (Die wichtigsten Beobachtungen auswerten und gezielt überarbeiten) (!Alle Rückmeldungen ungeprüft übernehmen) (!Die erste Version unverändert lassen) (!Nur das Titelbild austauschen)
Memory
| Zielgruppe | Menschen für die der Kurs geplant wird |
| Lernziel | Beschreibt ein überprüfbares Können |
| Persona | Konkretes fiktives Zielgruppenprofil |
| Storyboard | Geplanter Ablauf in aufeinanderfolgenden Feldern |
| Prototyp | Frühe testbare Kursversion |
| Transfer | Anwendung in einer neuen Situation |
| Lizenzprüfung | Kontrolle von Urheber und Nutzungsbedingungen |
| Revision | Begründete Überarbeitung nach Rückmeldungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Passende Gestaltung |
|---|---|
| Klasse mit wenig Vorwissen | Kurze Erklärschritte und konkrete Beispiele |
| Mitschülergruppe | Direkte Sprache und anspruchsvoller Vergleich |
| Elterngruppe | Sachliche Schrittfolge und realistischer Anwendungsfall |
| Fiktiver Ausbildungsbetrieb | Handlungsorientierte Fachsprache und Prozessgrafik |
| Lernende mit wachsendem Fachwortschatz | Bildhilfe und erklärtes Schlüsselwort |
| Projektgruppe | Beispielprodukt und offene Gestaltungsaufgabe |
| Lernpaten | Ablaufplan und Übung mit Rückfragen |
Kreuzworträtsel
| Zielgruppe | Für wen wird ein Lernkurs geplant? |
| Lernziel | Wie heißt die Beschreibung dessen was Lernende danach können sollen? |
| Storyboard | Wie heißt ein gezeichneter Ablaufplan für Szenen oder Kursabschnitte? |
| Prototyp | Wie nennt man eine frühe testbare Version? |
| Feedback | Wie heißt eine Rückmeldung die zur Verbesserung genutzt werden kann? |
| Urheberrecht | Welcher Rechtsbereich ist bei fremden Bildern Texten und Medien wichtig? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zielgruppeninterview: Führe mit einer möglichen Testperson ein dreiminütiges Gespräch. Frage nach Vorwissen, einem typischen Problem und einer hilfreichen Darstellungsform. Notiere drei Konsequenzen für Deinen Kurs.
- Adressatengerechte Sprache: Formuliere dieselbe Erklärung einmal für Klasse 5 und einmal für Eltern. Markiere anschließend, welche Wörter, Beispiele und Satzlängen Du verändert hast.
- Medienvergleich: Wähle für dasselbe Lernziel ein Bild, ein kurzes Video und einen Text als mögliche Medien. Entscheide Dich für eine Variante und begründe die Wahl mit der Zielgruppe.
- Creative Commons: Suche auf Wikimedia Commons zwei mögliche Bilder für einen Lernkurs. Prüfe Dateiseite, Urheber und Lizenz und erkläre, welches Bild didaktisch besser passt.
Standard
- Persona: Entwickle ein ausführliches Zielgruppenprofil mit Vorwissen, Motivation, Lernort, Sprache, Technik, möglichen Hürden und Feedbackmöglichkeit. Lass eine andere Person prüfen, ob daraus konkrete Gestaltungsentscheidungen folgen.
- Storyboard: Plane einen Mini-Lernkurs mit sechs bis acht Stationen. Jede Station muss zeigen, was Lernende sehen und was sie selbst tun.
- Prototyping: Baue eine erste testbare Version mit Einstieg, Lernziel, Input, Aufgabe und Rückmeldung. Teste sie mit einer Person aus der Zielgruppe oder einer möglichst ähnlichen Testperson.
- Peer-Feedback: Organisiere einen Test zu dritt mit Kursautor, Testlernendem und Beobachter. Sammle nur beobachtbare Hinweise und überarbeite anschließend mindestens zwei Stellen.
Schwer
- A/B-Test: Erstelle zwei unterschiedliche Einstiege für dasselbe Lernziel. Lass zwei Gruppen testen, welcher Einstieg schneller zum richtigen Verständnis führt, und dokumentiere Deine Entscheidung.
- Differenzierung: Entwickle denselben Kernkurs für zwei Zielgruppen, zum Beispiel Klasse 5 und Eltern. Begründe mindestens fünf Unterschiede bei Sprache, Beispiel, Medien, Aufgabe und Feedback.
- Barrierefreiheit: Untersuche Deinen Kurs auf unnötige Hürden. Prüfe Schrift, Kontrast, Struktur, Untertitel oder Textalternative, Navigation und Abhängigkeit von Farbe. Erstelle danach eine verbesserte Version.
- Lernkurs: Produziere einen vollständigen Mini-aiMOOC für eine selbst gewählte Zielgruppe. Dokumentiere Zielgruppenprofil, Lernziele, Quellen, Medienentscheidungen, Testbeobachtungen, Feedback, Änderungen und Deine abschließende Reflexion.


Lernkontrolle
- Zielgruppenanalyse: Ein Kurs für Klasse 5 beginnt mit sechs unerklärten Fachbegriffen und einem achtminütigen Vortrag. Analysiere mindestens drei Probleme und entwickle eine passendere Alternative.
- Medienentscheidung: Du darfst für ein Lernziel nur eines verwenden: Bildfolge, Video oder Text. Wähle für zwei unterschiedliche Zielgruppen jeweils ein Medium und begründe, warum Deine Wahl in der einen Situation besser passt als die anderen Möglichkeiten.
- Feedbackauswertung: Drei Testpersonen geben widersprüchliche Rückmeldungen. Eine möchte mehr Text, eine weniger Text und eine mehr Beispiele. Beschreibe, wie Du entscheidest, welche Änderung wirklich zum Lernziel und zur Zielgruppe passt.
- Transferaufgabe: Übertrage einen für Mitschüler erstellten Kurs auf einen fiktiven Ausbildungsbetrieb. Verändere Einstieg, Sprache, Beispiel, Medium und Abschlussaufgabe und begründe jede Änderung.
- Qualitätssicherung: Ein Kurs sieht sehr professionell aus, aber die Lernenden können die Abschlussaufgabe nicht lösen. Erkläre, warum Gestaltung allein nicht ausreicht und wie Du die Ursache systematisch untersuchen würdest.
- Prototypentest: Plane einen Test, bei dem Du unterscheiden kannst, ob ein Problem durch fehlendes Vorwissen, unklare Sprache oder eine schlechte Navigation entsteht.
- Kursrevision: Vergleiche zwei Versionen eines Lernkurses und entwickle Kriterien, mit denen Du zeigen kannst, ob die zweite Version tatsächlich lernwirksamer und zielgruppengerechter ist.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass nicht nur das fertige Produkt gezeigt wird, sondern auch der Weg dorthin nachvollziehbar ist.
- Zielgruppenprofil: Eine konkrete Beschreibung von Vorwissen, Lernkontext, Sprache, Motivation, Technik und möglichen Hürden.
- Lernziele: Mindestens drei überprüfbare Kann-Sätze.
- Inhaltsauswahl: Begründung, welche Inhalte unverzichtbar sind und welche bewusst weggelassen wurden.
- Storyboard: Sichtbarer Lernweg vom Einstieg bis zum Transfer.
- Quellenprüfung: Nachvollziehbare fachliche Quellen sowie geprüfte Medienlizenzen.
- Prototyp: Eine frühe testbare Version des Lernkurses.
- Testdokumentation: Beobachtungen aus mindestens einer realen Feedbacksituation.
- Überarbeitung: Mindestens zwei konkrete Änderungen mit Begründung.
- Zielgruppenpassung: Erklärung, wie Sprache, Beispiele, Medien und Aufgaben an die gewählte Zielgruppe angepasst wurden.
- Reflexion: Einschätzung, was gut funktioniert hat, was noch verbessert werden könnte und was Du beim nächsten Lernkurs anders planen würdest.
OERs zum Thema
Ein fachlich eng verwandter Wikipedia-Artikel ist Instruktionsdesign. Er beschreibt die systematische Planung, Durchführung und Auswertung von Lernumgebungen und Lernmaterialien.
Weitere passende offene oder frei zugängliche Lernquellen sind Lernen durch Lehren, Lernziel, Storyboard, Feedback, Creative Commons und Wikimedia Commons.
Als weiterführendes Material zur schulischen Produktion und Bewertung von Erklärvideos eignet sich auch der frei zugängliche Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Bewertung und Produktion von Erklärvideos
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