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IM6 - Cybermobbing erkennen und handeln

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IM6 - Cybermobbing erkennen und handeln




Einleitung

IM6 - Cybermobbing erkennen und handeln ist ein aiMOOC für die Klasse 6. Du lernst, wie Du schwierige Situationen in Chats, sozialen Netzwerken, Online-Spielen und anderen digitalen Räumen einschätzen kannst. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wer „schuld“ ist, sondern wie Du erkennst, was passiert, wie Du sicher reagierst und wie eine Klasse gemeinsam Verantwortung übernehmen kann.

Wichtig: Betroffene tragen keine Schuld daran, dass sie angegriffen, ausgegrenzt oder bloßgestellt werden. Auch wenn jemand vorher einen Fehler gemacht, ein Foto geteilt, eine ungeschickte Nachricht geschrieben oder Streit gehabt hat, rechtfertigt das kein Mobbing. Verantwortung für verletzendes Verhalten liegt bei den Personen, die dieses Verhalten ausüben oder verstärken.

Alle Fallgeschichten in diesem aiMOOC sind frei erfunden. Namen, Chats und Situationen gehören zu keinen echten Personen. Manche Beispiele können trotzdem an eigene Erfahrungen erinnern. Du musst persönliche Erlebnisse nicht vor der Klasse erzählen. Wenn Dir etwas zu nah kommt, kannst Du eine Aufgabe auslassen und mit einer Lehrkraft, einer vertrauten erwachsenen Person oder einer Beratungsstelle sprechen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Cybermobbing von einem normalen Konflikt unterscheiden.
  2. typische Merkmale einer Mobbingdynamik erkennen.
  3. erklären, warum Cybermobbing durch Reichweite, Weiterleiten und ständige Erreichbarkeit besonders belastend sein kann.
  4. unerwünschte Kontakte blockieren und verletzende Inhalte melden.
  5. frühzeitig Hilfe holen, ohne Dich dafür rechtfertigen zu müssen.
  6. Betroffene unterstützen, ohne Inhalte weiterzuverbreiten oder die Situation anzuheizen.
  7. als Zuschauer*in eine aktive, schützende Rolle einnehmen.


Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing bedeutet Mobbing mit digitalen Mitteln. Verletzende Handlungen können zum Beispiel in Klassenchats, Messenger-Gruppen, Kommentaren, Online-Spielen oder auf Plattformen stattfinden. Dabei können Personen wiederholt beleidigt, ausgegrenzt, lächerlich gemacht, bedroht oder durch Gerüchte und manipulierte Inhalte bloßgestellt werden.

Nicht jeder Streit im Internet ist sofort Cybermobbing. Entscheidend ist die Dynamik: Beim Mobbing wird eine Person über längere Zeit immer wieder angegriffen oder abgewertet. Andere können mitmachen, lachen, liken, weiterleiten oder einfach zuschauen. Gleichzeitig entsteht häufig ein Kräfteungleichgewicht. Die betroffene Person wird zunehmend isoliert und kann die Situation nicht einfach allein beenden.

Cybermobbing kann besonders belastend sein, weil digitale Inhalte sehr schnell viele Menschen erreichen können. Nachrichten, Bilder oder Gerüchte können weitergeleitet, kopiert und erneut veröffentlicht werden. Dadurch kann eine Situation auch außerhalb der Schule weitergehen und sich schwerer kontrollieren lassen.


Konflikt oder Mobbingdynamik?

Ein Konflikt ist eine Auseinandersetzung, bei der unterschiedliche Wünsche, Interessen oder Sichtweisen aufeinandertreffen. Konflikte können unangenehm sein. Trotzdem sind die Beteiligten meist grundsätzlich in der Lage, ihre Sicht einzubringen, Grenzen zu setzen und an einer Lösung mitzuwirken.

Bei einer Mobbingdynamik ist die Lage anders. Eine Person wird wiederholt zum Ziel. Es entsteht ein Ungleichgewicht. Eine Gruppe oder mehrere Personen können den Angriff verstärken. Die betroffene Person verliert Handlungsspielraum und kann sich oft nicht mehr allein schützen.

Merkmal Konflikt Mobbingdynamik
Verlauf Ein Streit oder eine Auseinandersetzung kann einmalig oder vorübergehend sein. Angriffe, Ausgrenzung oder Abwertung wiederholen sich oder werden durch Weiterverbreitung ständig neu wirksam.
Kräfteverhältnis Die Beteiligten können ihre Interessen meist gegenseitig vertreten. Es entsteht ein deutliches Ungleichgewicht. Die betroffene Person wird schwächer oder isolierter.
Gruppe Andere können vermitteln oder sich heraushalten. Mitlachen, Likes, Weiterleiten oder Schweigen können die Dynamik verstärken.
Lösung Gespräch, Kompromiss oder Mediation können passen. Zuerst muss die Mobbingdynamik gestoppt und die betroffene Person geschützt werden.
Verantwortung Beide Seiten können an einer Konfliktlösung beteiligt sein. Betroffene dürfen nicht für das Mobbing verantwortlich gemacht werden.

Merksatz: Ein Konflikt braucht eine Lösung zwischen Beteiligten. Eine Mobbingdynamik braucht zuerst Schutz, klare Grenzen und Hilfe.


Fiktiver Comic 1: Ein Konflikt im Klassenchat

Alle Figuren sind erfunden.

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Leni schreibt: „Ich dachte, wir treffen uns um vier.“ Sam antwortet genervt: „Du hast gestern doch fünf gesagt!“ Beide schreiben kurz gereizt. Niemand sonst steigt ein. Später vergleichen sie den alten Chat, bemerken das Missverständnis und einigen sich auf eine Uhrzeit.

Einordnung: Das ist ein Konflikt. Beide sind verärgert, aber beide können sprechen, widersprechen und an einer Lösung mitarbeiten. Es gibt keine dauerhafte Ausgrenzung und keine Gruppe, die eine Person systematisch schwächt.


Fiktiver Comic 2: Eine Mobbingdynamik entsteht

Alle Figuren sind erfunden.

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Im Klassenchat wird wiederholt ein bearbeitetes Bild von Mika geteilt. Einige reagieren mit Lach-Emojis. Zwei Personen schicken das Bild in weitere Gruppen. Mika bittet darum, das Teilen zu stoppen. Am nächsten Tag taucht das Bild erneut auf. Eine Mitschülerin schreibt Mika privat: „Ich sehe, was passiert. Ich leite nichts weiter und hole mit Dir Hilfe.“

Einordnung: Hier geht es nicht mehr um einen Streit auf Augenhöhe. Mika wird wiederholt zum Ziel, andere verstärken die Situation, und das Bild verbreitet sich weiter. Jetzt braucht es Schutz und Unterstützung. Mika muss die Situation nicht allein lösen und trägt keine Schuld daran.


Fiktiver Comic 3: Zuschauer*innen können die Richtung ändern

Alle Figuren sind erfunden.

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In einem Spielchat wird Noor seit mehreren Tagen absichtlich verspottet und aus dem Team ausgeschlossen. Ben liest mit. Er findet es unangenehm, sagt aber zunächst nichts. Ben entscheidet sich: Er macht nicht mit, meldet die Beiträge und schreibt Noor privat eine unterstützende Nachricht. Gemeinsam wenden sich Noor und Ben an eine erwachsene Vertrauensperson. Die Situation wird weiter bearbeitet.

Einordnung: Zuschauer*innen sind nicht machtlos. Schon das Nicht-Mitmachen, Melden, Hilfeholen und Unterstützen kann die Dynamik verändern. Du musst Dich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.


Rollen in einer Mobbingdynamik

Mobbing ist häufig ein Gruppenprozess. Deshalb reicht es nicht, nur auf zwei einzelne Personen zu schauen. Rollen können sich verändern; sie sind keine festen Eigenschaften eines Menschen.

  1. Betroffene Person: Die Person, gegen die sich Angriffe oder Ausgrenzung richten.
  2. Angreifende Rolle: Personen, die beleidigen, bloßstellen, Gerüchte verbreiten oder Ausschluss organisieren.
  3. Verstärkende Rolle: Personen, die durch Likes, Lachen, Weiterleiten oder Nachahmen die Angriffe größer machen.
  4. Zuschauende Rolle: Personen, die mitbekommen, was geschieht, aber zunächst nicht eingreifen.
  5. Unterstützende Rolle: Personen, die Betroffenen beistehen, nicht weiterverbreiten, melden und Hilfe holen.
  6. Helfende Erwachsene: Zum Beispiel Eltern, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Beratungsstellen oder andere Vertrauenspersonen.

Wichtig: Eine Person ist nicht für immer „Mobber*in“, „Opfer“ oder „Zuschauer*in“. Wir beschreiben Rollen in einer Situation. Verhalten kann und muss sich verändern.


Warum Cybermobbing sich schnell verstärken kann

Eine einzelne verletzende Handlung kann online eine große Wirkung entfalten. Ein Bild kann kopiert werden. Ein Gerücht kann in mehreren Gruppen auftauchen. Ein beleidigender Kommentar kann von vielen gesehen werden. Deshalb zählt nicht nur, wer den ersten Beitrag erstellt hat. Auch das Weiterleiten, Kommentieren, Liken oder erneute Hochladen kann Schaden vergrößern.

Das bedeutet aber nicht, dass die betroffene Person „hätte besser aufpassen müssen“. Wer etwas Vertrauliches teilt oder einen Fehler macht, verliert nicht das Recht auf Respekt und Schutz.


Handlungskarten: Sicher reagieren

Die folgenden Karten helfen Dir, in einer schwierigen Situation nicht alles auf einmal lösen zu müssen.

Handlungskarte Was Du tun kannst Beispiel-Satz
BLOCKIEREN Blockiere einen Account oder Kontakt, wenn Nachrichten oder Angriffe weitergehen. Du musst verletzende Nachrichten nicht weiter lesen. „Ich beende den Kontakt und blockiere jetzt.“
MELDEN Melde verletzende Beiträge, Profile oder Nachrichten über die Meldefunktion der Plattform. Die genaue Bezeichnung kann je nach App verschieden sein. „Ich melde diesen Inhalt, weil er jemanden angreift.“
HILFE HOLEN Sprich möglichst früh mit einer vertrauten erwachsenen Person. Du musst erst dann Hilfe holen, wenn es „schlimm genug“ ist. Schon Unsicherheit reicht. „Ich brauche Unterstützung. Kannst Du Dir das mit mir ansehen?“
BETROFFENE UNTERSTÜTZEN Schreib der betroffenen Person privat, dass sie nicht allein ist. Leite verletzende Inhalte nicht weiter. Biete an, gemeinsam Hilfe zu holen. „Ich sehe, was passiert. Ich mache nicht mit. Wollen wir zusammen Hilfe holen?“
BEWEISE SICHERN Wenn es sicher möglich ist, können Screenshots, Links, Profilnamen, Datum und Uhrzeit helfen, das Geschehen zu dokumentieren. „Ich sichere das, damit wir später zeigen können, was passiert ist.“
NICHT VERSTÄRKEN Nicht liken, nicht weiterleiten, nicht mitlachen und nicht mit Beschimpfungen zurückschlagen. „Ich verbreite das nicht weiter.“

Sicherheitsregel: Bei Drohungen, Erpressung, Veröffentlichung sehr privater Inhalte oder Angst vor körperlicher Gewalt solltest Du sofort eine erwachsene Vertrauensperson einbeziehen. Bei akuter Gefahr wird professionelle Hilfe gebraucht.

Besonders wichtig bei sehr privaten oder sexualisierten Bildern: Verbreite oder kopiere sie nicht weiter. Hol sofort Hilfe bei einer erwachsenen Vertrauensperson oder einer geeigneten Beratungsstelle.


Training: Welche Karte passt?

Situation A: In einem Gruppenchat erscheinen seit Tagen abwertende Kommentare über Jo. Du liest mit, hast aber bisher nichts geschrieben.

Passende Karten sind besonders: NICHT VERSTÄRKEN, BETROFFENE UNTERSTÜTZEN, MELDEN und HILFE HOLEN.

Situation B: Ein unbekannter Account schreibt Dir immer wieder beleidigende Nachrichten.

Passende Karten sind besonders: BLOCKIEREN, MELDEN, HILFE HOLEN und – wenn es sicher möglich ist – BEWEISE SICHERN.

Situation C: Eine Freundin zeigt Dir ein verletzendes Meme über sich und sagt: „Bitte erzähl es niemandem.“

Du kannst Vertraulichkeit ernst nehmen und trotzdem erklären: „Ich verbreite es nicht. Aber ich möchte, dass Du sicher bist. Lass uns gemeinsam eine erwachsene Vertrauensperson auswählen.“


Blockieren: Eine Grenze setzen

Blockieren bedeutet: Du entscheidest, dass ein bestimmter Account oder Kontakt Dich nicht mehr direkt erreichen soll. Blockieren ist keine Feigheit und keine Niederlage. Es ist eine Schutzmaßnahme.

Du musst eine Diskussion nicht „gewinnen“, bevor Du blockierst. Wenn Du angegriffen wirst, darfst Du den Kontakt beenden. Falls Du Belege sichern möchtest und das ohne zusätzliche Belastung möglich ist, kannst Du wichtige Informationen vorher dokumentieren. Danach kann Blockieren helfen, weitere direkte Nachrichten zu stoppen.


Melden: Verantwortung an die Plattform geben

Viele Plattformen haben Funktionen, um beleidigende, bedrohende oder andere problematische Inhalte zu melden. Die genaue Menüführung verändert sich mit Apps und Updates. Wichtig ist das Prinzip: Du musst einen verletzenden Inhalt nicht allein aushalten.

Melden ist besonders sinnvoll, wenn Inhalte gegen Regeln der Plattform verstoßen oder andere Personen gefährden. Auch Zuschauer*innen können melden.


Hilfe holen: Gemeinsam statt allein

Hilfe holen ist ein wichtiger Teil der Lösung. Du musst nicht zuerst beweisen, dass eine Situation „wirklich Mobbing“ ist. Wenn Du Dich unwohl, bedroht, dauerhaft ausgegrenzt oder überfordert fühlst, darfst Du Unterstützung suchen.

Geeignete Ansprechpersonen können Eltern, Lehrkräfte, Klassenleitung, Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte oder andere Erwachsene sein, denen Du vertraust. Für junge Menschen gibt es außerdem Beratungsangebote.

Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon: 116 111. Die Beratung ist anonym und kostenlos. Nach aktuellem Stand ist das Telefon montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr erreichbar.

JUUUPORT bietet vertrauliche und kostenlose Online-Beratung für junge Menschen bei Problemen im Netz.


Betroffene unterstützen

Wenn Du mitbekommst, dass jemand online angegriffen wird, kannst Du helfen, ohne selbst alles lösen zu müssen.

  1. Glauben und zuhören: Nimm ernst, was die Person erzählt.
  2. Keine Schuldzuweisung: Sätze wie „Warum hast Du das Foto überhaupt geschickt?“ oder „Warum bist Du nicht einfach aus der Gruppe gegangen?“ helfen nicht.
  3. Nicht weiterleiten: Auch „nur zum Zeigen“ kann die Verbreitung vergrößern.
  4. Privat Kontakt aufnehmen: Eine kurze unterstützende Nachricht kann Isolation verringern.
  5. Gemeinsam Hilfe holen: Frag, welche erwachsene Person geeignet ist, und biete Begleitung an.
  6. Melden: Wenn Du die Inhalte siehst, kannst auch Du problematische Beiträge melden.

Hilfreiche Sätze sind zum Beispiel: „Ich glaube Dir.“, „Du bist nicht allein.“, „Das muss aufhören.“ oder „Ich gehe mit Dir zu einer Vertrauensperson.“


Was nicht hilft

Manche Reaktionen wirken spontan verständlich, können die Situation aber verschärfen.

  1. Gegenbeleidigungen können eine Eskalation verstärken.
  2. Verletzende Inhalte weiterzuschicken „damit alle sehen, wie schlimm es ist“ vergrößert oft die Reichweite.
  3. Betroffene zu drängen, sofort vor der ganzen Klasse zu erzählen, kann zusätzlichen Druck erzeugen.
  4. Die Situation als „normalen Streit“ zu behandeln, obwohl eine klare Mobbingdynamik besteht, kann das Kräfteungleichgewicht übersehen.
  5. Betroffene dafür verantwortlich zu machen, dass sie online waren, ein Bild geteilt oder nicht früher Hilfe geholt haben, ist falsch.


Klassenregel: Wir werden vom Publikum zum Schutzteam

Eine Mobbingdynamik verliert Kraft, wenn die Gruppe sie nicht unterstützt. Eine Klasse kann deshalb gemeinsame Regeln vereinbaren:

  1. Wir liken oder teilen keine verletzenden Inhalte.
  2. Wir melden problematische Inhalte.
  3. Wir holen Hilfe, wenn jemand wiederholt angegriffen oder ausgegrenzt wird.
  4. Wir unterstützen Betroffene, ohne sie zu drängen.
  5. Wir sprechen über Verhalten, ohne Menschen dauerhaft mit Rollen zu beschriften.
  6. Wir übernehmen Verantwortung für eigene Beiträge und löschen verletzende Inhalte, soweit das möglich ist.
  7. Wir akzeptieren ein „Stopp“.


Quellen und Vertiefung

Für die fachliche Einordnung wurden insbesondere aktuelle Materialien von klicksafe, Informationen der Polizeilichen Kriminalprävention, JUUUPORT, Nummer gegen Kummer und der Wikipedia-Artikel Cyber-Mobbing berücksichtigt.

klicksafe: Cybermobbing – Warnsignale erkennen und richtig reagieren

klicksafe: Cyber-Mobbing erkennen – reagieren – stoppen

Polizeiliche Kriminalprävention: Checkliste Cybermobbing unter Kindern

JUUUPORT: Online-Beratung für junge Menschen

Nummer gegen Kummer


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Merkmal spricht besonders für eine Mobbingdynamik? (Eine Person wird wiederholt angegriffen und zunehmend isoliert) (!Zwei Personen sind einmal unterschiedlicher Meinung) (!Eine Person vergisst eine Verabredung) (!Eine Gruppe diskutiert sachlich über eine Aufgabe)




Was ist beim Unterstützen einer betroffenen Person besonders wichtig? (Keine Schuldzuweisung und gemeinsam Hilfe organisieren) (!Die Person vor der Klasse ausfragen) (!Verletzende Inhalte zur Warnung weiterleiten) (!Die Person auffordern alles allein zu klären)




Was bewirkt Blockieren vor allem? (Ein unerwünschter Kontakt kann den direkten Kontakt nicht einfach fortsetzen) (!Alle Inhalte verschwinden automatisch aus dem Internet) (!Die betroffene Person muss keine Hilfe mehr holen) (!Die Plattform meldet den Fall automatisch der Schule)




Warum kann Weiterleiten eine Mobbingdynamik verstärken? (Weil dadurch Reichweite und Publikum größer werden können) (!Weil dadurch jede Nachricht automatisch gelöscht wird) (!Weil nur die ursprüngliche Person Verantwortung trägt) (!Weil Weiterleiten immer eine private Handlung bleibt)




Was ist bei einem normalen Konflikt eher möglich als bei einer Mobbingdynamik? (Beide Seiten können ihre Interessen vergleichbar einbringen) (!Eine Person wird dauerhaft isoliert) (!Eine Gruppe verstärkt Angriffe über längere Zeit) (!Eine Person kann sich kaum noch allein schützen)




Was solltest Du tun wenn Du verletzende Beiträge nur beobachtest? (Nicht verstärken und bei Bedarf melden oder Hilfe holen) (!Mitlachen damit Du nicht auffällst) (!Den Beitrag in weitere Gruppen schicken) (!Die betroffene Person verantwortlich machen)




Welche Aussage zu Hilfeholen stimmt? (Du darfst schon bei Unsicherheit Unterstützung suchen) (!Du darfst erst nach mehreren Wochen Hilfe holen) (!Du musst zuerst beweisen dass es eine Straftat ist) (!Du musst die Situation vorher allein lösen)




Welche Reaktion passt zu einer unterstützenden Nachricht? (Ich sehe was passiert und gehe mit Dir Hilfe holen) (!Du hättest das verhindern müssen) (!Ignoriere einfach alles dann ist es sofort vorbei) (!Schick mir den Beitrag damit ich ihn weiterleiten kann)




Was kann beim Dokumentieren hilfreich sein? (Screenshots Links Profilname Datum und Uhrzeit) (!Nur Gerüchte anderer Personen) (!Eine öffentliche Abstimmung in der Klasse) (!Möglichst viele Weiterleitungen)




Warum ist Cybermobbing oft ein Gruppenproblem? (Weil Mitmachen Verstärken Zuschauen und Unterstützen die Dynamik beeinflussen) (!Weil nur Erwachsene digitale Medien benutzen) (!Weil jede Nachricht automatisch von einer Gruppe geschrieben wird) (!Weil Betroffene immer selbst eine Gruppe gegründet haben)





Memory

Blockieren Kontaktgrenze setzen
Melden Plattform informieren
Hilfeholen Vertrauensperson einbeziehen
Unterstützen Betroffenen beistehen
Dokumentieren Belege sichern
Konflikt Auseinandersetzung auf vergleichbarer Ebene
Mobbingdynamik Wiederholte Angriffe mit Kräfteungleichgewicht





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Handlung
Blockieren Unerwünschten direkten Kontakt stoppen
Melden Problematischen Inhalt an die Plattform weitergeben
Hilfe holen Eine vertraute erwachsene Person einbeziehen
Unterstützen Einer betroffenen Person beistehen
Nicht verstärken Nicht liken nicht teilen nicht mitlachen
Dokumentieren Wichtige Belege sicher festhalten






Kreuzworträtsel

Blockieren Wie heißt die Schutzmaßnahme bei der ein unerwünschter Kontakt gesperrt wird?
Melden Wie heißt die Handlung bei der problematische Inhalte an eine Plattform weitergegeben werden?
Konflikt Wie nennt man eine Auseinandersetzung bei der Beteiligte ihre Interessen grundsätzlich einbringen können?
Mobbing Welcher Begriff bezeichnet wiederholte Schikane mit einem Kräfteungleichgewicht?
Beistand Welches Wort beschreibt unterstützende Nähe zu einer betroffenen Person?
Screenshot Wie heißt eine Bildschirmaufnahme die beim Dokumentieren helfen kann?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Nicht jeder Streit im Netz ist automatisch

.
Bei einer Mobbingdynamik entsteht häufig ein

.
Verletzende Inhalte können durch

ein größeres Publikum erreichen.
Eine Schutzmaßnahme gegen unerwünschte direkte Kontakte heißt

.
Problematische Beiträge können über die Plattform

werden.
Betroffene müssen eine belastende Situation nicht

lösen.
Zuschauer*innen sollten verletzende Inhalte nicht

.
Eine vertraute erwachsene Person kann beim

unterstützen.
Beim Unterstützen ist jede

an Betroffene zu vermeiden.
Screenshots können beim sicheren

von Vorfällen helfen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Konflikt erkennen: Erfinde zwei kurze Chat-Situationen. Eine soll ein normaler Konflikt sein, die andere soll erste Warnzeichen einer Mobbingdynamik zeigen. Markiere die Unterschiede, ohne beleidigende Originalsprache zu verwenden.
  2. Handlungskarten: Gestalte vier kleine Karten zu Blockieren, Melden, Hilfe holen und Betroffene unterstützen. Schreibe auf jede Karte einen kurzen Merksatz.
  3. Unterstützende Sprache: Sammle fünf Sätze, die einer betroffenen Person Halt geben können, ohne Schuld zuzuweisen oder Druck zu machen.
  4. Klassenchat-Regeln: Formuliere sechs Regeln für einen respektvollen Klassenchat und begründe jede Regel in einem Satz.


Standard

  1. Comic gegen Cybermobbing: Zeichne einen vierteiligen Comic, in dem eine zuschauende Person eine Mobbingdynamik erkennt und sicher handelt. Verwende keine echten Namen oder realen Fälle aus Deiner Klasse.
  2. Rollenwechsel: Nimm einen der fiktiven Fälle aus dem aiMOOC und beschreibe, wie sich die Situation verändert, wenn zwei Zuschauende zu unterstützenden Personen werden.
  3. Meldeweg erforschen: Untersuche gemeinsam mit einer Lehrkraft an einer geeigneten Lernplattform oder Demo-Oberfläche, wo Melde- und Blockierfunktionen zu finden sind. Dokumentiere die Schritte allgemein, ohne private Konten zu zeigen.
  4. Hilfe-Netzwerk: Erstelle ein Schaubild mit mindestens fünf Anlaufstellen, die ein Kind bei Cybermobbing nutzen kann. Unterscheide Hilfe in der Schule, in der Familie und durch Beratungsangebote.


Schwer

  1. Fallanalyse Cybermobbing: Analysiere einen vollständig fiktiven Fall anhand der Kriterien Wiederholung, Kräfteungleichgewicht, Gruppendynamik, Reichweite und Unterstützungsbedarf. Entwickle danach einen sicheren Handlungsplan.
  2. Klassenprojekt Zivilcourage: Entwickle mit einer Kleingruppe eine Mini-Kampagne unter dem Motto „Nicht liken. Nicht teilen. Nicht allein lassen.“ Plant Poster, kurze Texte und eine Präsentation.
  3. Interview Medienkompetenz: Führt ein vorbereitetes Interview mit einer Lehrkraft, Schulsozialarbeit oder Medienpädagogik-Fachkraft. Fragt, wie Schulen zwischen Konflikten und Mobbingdynamiken unterscheiden und wie Hilfe organisiert wird.
  4. Erklärvideo Handlungskarten: Produziert ein kurzes Erklärvideo mit fiktiven Beispielen zu Blockieren, Melden, Hilfe holen und Unterstützen. Verwendet keine echten Chatverläufe und keine persönlichen Mobbingerfahrungen ohne ausdrückliche Zustimmung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Konflikt oder Mobbing: Du erhältst einen neuen fiktiven Chatverlauf. Begründe anhand mehrerer Merkmale, ob eher ein Konflikt oder eine Mobbingdynamik vorliegt. Erkläre auch, welche Information Dir noch fehlt.
  2. Handlungsplan entwickeln: Entwirf für eine betroffene Person einen Plan aus mindestens vier sicheren Schritten. Begründe die Reihenfolge von Blockieren, Melden, Hilfe holen und Dokumentieren.
  3. Zuschauerrolle verändern: Erkläre, wie zwei bislang passive Zuschauende eine Mobbingdynamik abschwächen können, ohne sich selbst unnötig zu gefährden.
  4. Fehlerhafte Reaktion prüfen: Eine Person sagt zu einem betroffenen Kind: „Warum bist Du überhaupt in dieser Gruppe geblieben?“ Erkläre, warum dieser Satz problematisch ist, und formuliere eine unterstützende Alternative.
  5. Gruppendynamik erklären: Zeige an einem selbst erfundenen Beispiel, wie Likes, Weiterleiten und Schweigen eine Situation verändern können. Entwickle anschließend zwei Gegenmaßnahmen.
  6. Schutz und Verantwortung: Begründe, warum ein Konfliktgespräch allein bei einer deutlichen Mobbingdynamik nicht ausreicht und warum zuerst Schutz hergestellt werden muss.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu IM6 - Cybermobbing erkennen und handeln ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern in neuen Situationen sicher entscheiden kannst.

  1. Du kannst einen Konflikt von einer Mobbingdynamik anhand von Wiederholung, Kräfteungleichgewicht und Gruppendynamik unterscheiden.
  2. Du kannst erklären, warum digitale Reichweite und Weiterverbreitung die Belastung erhöhen können.
  3. Du kannst Blockieren, Melden und Hilfe holen als Schutzhandlungen begründen.
  4. Du kannst eine betroffene Person unterstützen, ohne Schuld zuzuweisen.
  5. Du kannst die Rolle von Zuschauenden und Verstärkenden in einer Gruppe erklären.
  6. Du kannst einen sicheren Handlungsplan für einen fiktiven Fall entwickeln.
  7. Du kannst benennen, wann Erwachsene oder professionelle Beratungsangebote einbezogen werden sollten.
  8. Du kannst respektvolle Klassenregeln für digitale Kommunikation formulieren.




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