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IM6 - AI Slop und massenhaft erzeugte KI-Inhalte

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IM6 - AI Slop und massenhaft erzeugte KI-Inhalte




IM6 - AI Slop und massenhaft erzeugte KI-Inhalte

AI Slop bezeichnet meist abwertend große Mengen an mit generativer Künstlicher Intelligenz erzeugten Inhalten, die wenig geprüft, wenig hilfreich, austauschbar, irreführend oder fehlerhaft sein können. Dazu gehören zum Beispiel Texte, Bilder, Videos, Audiobeiträge und automatisch erstellte Webseiten. Wichtig ist aber: Nicht jeder KI-generierte Inhalt ist AI Slop. Ein KI-unterstützter Inhalt kann nützlich und gut sein, wenn Menschen ihn sorgfältig planen, prüfen, verbessern, kennzeichnen und mit verlässlichen Quellen absichern.

In diesem aiMOOC lernst Du deshalb nicht einfach „KI gut“ oder „KI schlecht“. Du lernst eine wichtigere Frage zu stellen: Ist dieser konkrete Inhalt hilfreich, nachvollziehbar und überprüfbar?

Ein KI-System kann in sehr kurzer Zeit viele Texte, Bilder oder Videos erzeugen. Diese Geschwindigkeit ist praktisch. Sie bedeutet aber nicht, dass das Ergebnis automatisch stimmt. Generative KI arbeitet mit erlernten Mustern. Sie kann Formulierungen erzeugen, die überzeugend klingen, obwohl einzelne Aussagen, Zahlen, Namen oder Quellen falsch oder sogar erfunden sind. Solche erfundenen, aber glaubwürdig klingenden Angaben werden im Zusammenhang mit KI häufig als Halluzinationen bezeichnet.

Dieser aiMOOC richtet sich an Klasse 6. Alle erfundenen Trainingsbeispiele sind deutlich als solche gekennzeichnet. Du sollst lernen, Inhalte zu prüfen, bevor Du sie glaubst, weiterleitest oder für eine Schulaufgabe verwendest.

MEDIENBEISPIEL – eindeutig gekennzeichnet: Das Bild oben ist ein KI-generiertes Bild aus Wikimedia Commons. Es gehört zu einer bekannten Gruppe surrealer KI-Bilder, die als Beispiel für massenhaft verbreitete KI-Inhalte diskutiert wurden. Das Bild beweist nicht, dass jedes merkwürdige Bild „Slop“ ist. Es zeigt vielmehr, wie auffällige und ungewöhnliche Motive schnell Aufmerksamkeit bekommen können.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was mit AI Slop gemeint ist, warum massenhaft erzeugte Inhalte nicht automatisch hilfreich oder wahr sind und wie Du einen einfachen Quellencheck durchführst. Du kannst außerdem ein Lernvideo, einen Social-Media-Post, ein Bildsuchergebnis und eine KI-generierte Webseite mit passenden Qualitätskriterien untersuchen.

Du kannst … Woran man es merkt
AI Slop erklären Du unterscheidest zwischen „mit KI erzeugt“ und „ungeprüft, massenhaft oder minderwertig erzeugt“.
Qualität prüfen Du achtest auf Zweck, Richtigkeit, Quellen, Aktualität, Verständlichkeit und Kennzeichnung.
Quellen vergleichen Du suchst nach unabhängigen und nachvollziehbaren Belegen.
Bilder prüfen Du untersuchst Ursprung, Kontext und frühere Fundstellen statt nur auf „komische Details“ zu schauen.
Nicht vorschnell teilen Du stoppst, wenn etwas unklar ist, und prüfst zuerst.


Was bedeutet „AI Slop“?

Der Begriff Slop wird für KI-erzeugte Medieninhalte niedriger Qualität verwendet. Häufig geht es um Inhalte, die schnell und in großer Menge veröffentlicht werden. Gründe können zum Beispiel Aufmerksamkeit, Klicks, Reichweite, Werbung oder möglichst geringe Produktionskosten sein.

Das Wort ist wertend. Deshalb solltest Du es nicht als Etikett für alles verwenden, was mit KI erstellt wurde. Eine gute Frage lautet stattdessen: Wie viel menschliche Prüfung, Fachwissen, Sorgfalt und Verantwortung steckt in diesem Inhalt?

Ein sorgfältig erstelltes Erklärbild kann mit KI-Unterstützung entstehen und trotzdem nützlich sein. Ein in Sekunden erzeugter Text kann zufällig ebenfalls richtige Aussagen enthalten. Umgekehrt kann ein professionell aussehendes Video falsche Aussagen enthalten. Das Aussehen allein entscheidet also nicht über die Qualität.


Warum kann so viel Inhalt so schnell entstehen?

Generative KI kann auf eine Eingabe hin neue Texte, Bilder, Audios oder Videos erzeugen. Das macht die Produktion sehr schnell. Wo früher mehrere Stunden Arbeit nötig waren, können heute in kurzer Zeit viele Varianten entstehen.

Das hat Vorteile: Ideen lassen sich ausprobieren, Texte können sprachlich vereinfacht werden und Bilder können Entwürfe veranschaulichen. Das gleiche Tempo kann aber auch dazu führen, dass Inhalte ohne ausreichende Prüfung veröffentlicht werden. Wenn hundert ähnliche Beiträge erzeugt werden, wird nicht automatisch jeder einzelne besser. Menge ist kein Qualitätsbeweis.


Warum „leicht erzeugt“ nicht „wahr“ bedeutet

Ein KI-System ist kein Augenzeuge und kein Wahrheitsautomat. Es kann Muster aus vielen Beispielen nutzen, um eine passende Antwort zu erzeugen. Dabei kann es jedoch eine erfundene Quelle nennen, eine Zahl vertauschen oder einen Zusammenhang falsch erklären.

Auch Menschen machen Fehler. Bei massenhaft erzeugten KI-Inhalten kommt ein zusätzliches Problem hinzu: Ein Fehler kann sehr schnell in vielen Varianten auftauchen. Wird ein solcher Inhalt anschließend kopiert, geteilt oder von anderen Seiten übernommen, sieht die falsche Aussage plötzlich verbreitet aus. Viele Treffer sind aber nicht automatisch viele unabhängige Belege.

VIDEO – altersgerechte Grundlage: „Was ist Künstliche Intelligenz?“ von Die Maus / WDR. Das Video hilft Dir zu verstehen, wie KI mit Mustern arbeitet. Nutze auch bei einem guten Lernvideo weiterhin Deinen Quellencheck.


AI Slop ist nicht dasselbe wie Desinformation

Die Begriffe solltest Du unterscheiden.

Begriff Einfache Erklärung Beispiel
Fehler Eine Aussage ist falsch, ohne dass jemand absichtlich täuschen wollte. In einem Lerntext steht versehentlich eine falsche Zahl.
Falschinformation Eine falsche oder irreführende Information wird verbreitet. Ein falscher Stundenplan wird weitergeleitet.
Desinformation Falsche oder irreführende Informationen werden absichtlich verbreitet, um Menschen zu täuschen oder zu beeinflussen. Jemand erfindet bewusst eine Meldung und gibt sie als echte Nachricht aus.
AI Slop Niedrigwertiger oder wenig sorgfältig geprüfter KI-Inhalt, oft schnell oder massenhaft erzeugt. Eine Seite veröffentlicht viele automatisch erzeugte Texte ohne Quellenprüfung.

AI Slop kann falsche Aussagen enthalten, muss aber nicht absichtlich täuschen. Mancher Slop ist einfach langweilig, wiederholend oder nutzlos. Desinformation beschreibt dagegen die Absicht zur Täuschung oder Beeinflussung.


Qualitätskriterien: Woran erkennst Du einen hilfreichen Inhalt?

Ein guter Inhalt muss nicht perfekt sein. Er sollte aber nachvollziehbar sein und Dir ermöglichen, wichtige Aussagen zu prüfen.

Qualitätskriterium Gute Prüf-Frage Warnsignal
Zweck Hilft mir der Inhalt bei meiner konkreten Frage? Viel Text, aber keine klare Antwort
Richtigkeit Lassen sich wichtige Aussagen bestätigen? Behauptungen ohne Belege
Quelle Wer hat den Inhalt veröffentlicht? Kein nachvollziehbarer Absender
Belege Werden Quellen verlinkt oder genau genannt? Angebliche Studien ohne Link, Titel oder Autor
Aktualität Von wann ist die Information? Kein Datum bei einem zeitabhängigen Thema
Kontext Woher stammt Bild, Video oder Zitat ursprünglich? Ausschnitt ohne Ort, Zeit oder Zusammenhang
Verständlichkeit Erklärt der Inhalt Begriffe und Zusammenhänge? Viele Fachwörter ohne Erklärung
Kennzeichnung Ist erkennbar, ob KI wesentlich beteiligt war? Synthetischer Inhalt wird als echtes Ereignis ausgegeben
Menschliche Prüfung Ist erkennbar, dass jemand Verantwortung übernimmt? Massenhaft ähnliche Seiten ohne Redaktion


Der S-A-F-E-Check

Für diesen aiMOOC verwenden wir einen einfachen Merksatz. Er ist eine Lernhilfe und kein offizieller Standard.

Buchstabe Bedeutung Was Du tust
S Stoppen Nicht sofort glauben, liken oder weiterleiten.
A Absender prüfen Wer veröffentlicht? Gibt es Autor, Redaktion, Institution oder Impressum?
F Fakten vergleichen Suche mindestens eine weitere verlässliche und möglichst unabhängige Quelle.
E Entstehung und Kontext prüfen Prüfe Datum, Originalquelle, Bildursprung und Zusammenhang.

Merksatz: Erst S-A-F-E prüfen, dann verwenden oder teilen.

MEDIENBEISPIEL: Das frei lizenzierte Symbol steht für kritisches Denken. Kritisch zu prüfen bedeutet nicht, alles abzulehnen. Es bedeutet, nach Gründen und Belegen zu fragen.


Use-Case 1: Ein KI-erzeugtes Lernvideo

Stell Dir vor, Du suchst ein Video für ein Referat über Vulkane. Ein automatisch erzeugtes Video sieht professionell aus: ruhige Stimme, animierte Erde, große Überschriften und passende Musik.

ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL – absichtlich fehlerhaft:

„Vulkane entstehen, weil flüssiges Gestein direkt aus dem Erdkern durch lange Röhren bis an die Erdoberfläche steigt.“

Diese Aussage klingt einfach, ist aber so nicht richtig. Magma entsteht nicht einfach als direkte „Röhre aus dem Erdkern“. Schmelzprozesse finden vor allem im oberen Mantel und in der Erdkruste statt; Magma kann sich in Magmakammern oder Reservoirs sammeln und unter bestimmten Bedingungen aufsteigen.

So prüfst Du das Lernvideo:

Prüfschritt Frage
Fachquelle Passt die Erklärung zu einem Schulbuch, einer Universität, einem Museum oder einer anerkannten Bildungseinrichtung?
Autor Ist erkennbar, wer das Video erstellt oder fachlich geprüft hat?
Belege Werden verwendete Quellen genannt?
Vergleich Erklären mehrere verlässliche Quellen den Vorgang ähnlich?
Fehlerfolgen Würdest Du eine möglicherweise falsche Aussage in Dein Referat übernehmen?

Wichtig: Gute Bilder, eine natürliche Stimme und flüssige Animationen beweisen nicht, dass der Inhalt fachlich korrekt ist.


Use-Case 2: Ein Social-Media-Post

Social-Media-Posts sind oft kurz, emotional und schnell weitergeleitet. Genau deshalb lohnt sich ein kurzer Stopp.

ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL – NICHT ECHT:

„ACHTUNG!!! Ab morgen fällt an ALLEN Schulen der Unterricht aus! Eine KI hat das neue Gesetz schon gefunden. Teile das sofort mit Deiner Klasse!!!“

An diesem Beispiel fallen mehrere Warnzeichen auf: starke Dringlichkeit, viele Ausrufezeichen, eine sehr große Behauptung und keine überprüfbare Quelle.

Prüfung: Suche nicht einfach nach vielen Wiederholungen desselben Posts. Prüfe stattdessen die offizielle Website Deiner Schule oder der zuständigen Behörde. Vergleiche mit seriösen Nachrichtenquellen. Wenn Du keine Bestätigung findest, teile die Behauptung nicht als Tatsache.

VIDEO – altersgerecht: „Wie kann man Fake News erkennen?“ von neuneinhalb / ARD Kinder und Familie. Achte beim Anschauen besonders darauf, wie Quellen, Absender und weitere Fundstellen geprüft werden.


Use-Case 3: Bildersuche

Bei einer Bildersuche erscheinen Fotos, Illustrationen, Montagen und KI-generierte Bilder oft direkt nebeneinander. Ein realistischer Stil sagt wenig darüber aus, wie das Bild entstanden ist.

ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL – Behauptung zum Prüfen:

Ein Suchtreffer zeigt einen Eisbären neben mehreren Pinguinen und trägt die Bildunterschrift: „Seltenes Naturfoto: Eisbären und Pinguine leben gemeinsam in freier Wildbahn.“

Die Bildunterschrift ist verdächtig. Eisbären leben in der Arktis, während wildlebende Pinguine auf der Südhalbkugel vorkommen. Schon der Sachvergleich zeigt: Die Behauptung passt nicht.

Trotzdem solltest Du nicht nur auf Dein Vorwissen vertrauen. Prüfe zusätzlich die Quelle des Bildes. Mit einer Bilderrückwärtssuche kannst Du nach früheren Fundstellen suchen. Prüfe auch, ob das Bild als Illustration, Montage oder KI-generiert gekennzeichnet ist.

Achtung: „Komische Hände“, seltsame Schatten oder unscharfe Schrift können Hinweise sein, sind aber kein sicherer Beweis. Auch echte Fotos können merkwürdig aussehen, und moderne KI-Bilder können sehr überzeugend wirken. Ursprung und Kontext sind wichtiger als ein einzelnes Bilddetail.

MEDIENBEISPIEL: Die Illustration aus Wikimedia Commons thematisiert Informationskompetenz bei Websuchen. Suchmaschinen liefern Treffer – die Bewertung der Treffer bleibt Deine Aufgabe.


Use-Case 4: Eine KI-generierte Webseite

KI kann heute nicht nur einzelne Texte, sondern auch ganze Webseiten entwerfen. Farben, Überschriften, Bilder und Kästen können sehr professionell aussehen. Das Layout sagt aber nichts darüber aus, ob die Aussagen überprüft wurden.

ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL – Webseite existiert nicht:

„Wissensplanet-6.de – Die beste Tier-Enzyklopädie. Kraken haben zwölf Herzen. Quelle: International Octopus University, Studie 2025.“

Die Behauptung ist falsch. Kraken besitzen drei Herzen. Auch die angebliche „International Octopus University“ ist in diesem Beispiel erfunden.

Was musst Du prüfen? Öffne Quellen wirklich, statt nur ihren Namen zu lesen. Suche nach dem Autor oder der Redaktion. Prüfe, ob es eine nachvollziehbare „Über uns“-Seite oder ein Impressum gibt. Vergleiche wichtige Fakten mit seriösen Quellen, etwa Museen, Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen oder etablierten Nachschlagewerken.

Ein besonders wichtiges Warnsignal ist eine Quelle, die nur seriös klingt, aber nicht auffindbar ist.


Vier Use-Cases im Vergleich

Use-Case Typisches Risiko Bester erster Check
Lernvideo Fachlich falsche Erklärung klingt überzeugend Quelle und Fachbelege vergleichen
Social-Media-Post Dringlichkeit und Emotion ersetzen Belege Absender und offizielle Bestätigung prüfen
Bildersuche Falscher Kontext oder synthetisches Bild Originalfundstelle und Rückwärtssuche prüfen
KI-Webseite Professionelles Layout verdeckt erfundene Fakten Autor, Impressum, Links und Belege öffnen


Warum viele Wiederholungen keine Bestätigung sind

Angenommen, ein KI-Text enthält einen Fehler. Eine zweite Webseite kopiert ihn. Danach übernimmt ein dritter automatischer Dienst denselben Satz. Bei einer Suche findest Du nun drei Seiten mit derselben Behauptung.

Das sind aber möglicherweise nicht drei unabhängige Quellen. Es kann sich um eine Behauptung in drei Kopien handeln.

Eine gute Gegenfrage lautet daher: Woher stammt die Information ursprünglich? Suche nach einer Primärquelle oder nach seriösen Stellen, die unabhängig voneinander prüfen.


Qualitätsstufen: Grün, Gelb oder Rot?

Die Farben sind nur eine Lernhilfe. Sie ersetzen keinen vollständigen Quellencheck.

Stufe Typische Merkmale Handlung
Grün Autor erkennbar, Quellen funktionieren, Aussagen vergleichbar, Datum vorhanden Nutzen, aber bei wichtigen Aussagen trotzdem prüfen
Gelb Teilweise gute Informationen, aber unklare Quellen oder fehlender Kontext Weiter recherchieren und nicht ungeprüft übernehmen
Rot Keine Quellen, erfundene Belege, extreme Dringlichkeit, widersprüchliche Fakten Nicht als verlässliche Quelle verwenden oder weiterverbreiten


Gute KI-Nutzung statt Slop

KI kann beim Lernen sinnvoll helfen, wenn Du selbst Verantwortung übernimmst. Du kannst Dir zum Beispiel schwierige Begriffe erklären lassen, eine Gliederungsidee sammeln oder Fragen für eine Wiederholung erzeugen. Danach prüfst Du die Fakten und formulierst die endgültige Lösung so, dass Du sie selbst verstehst.

Ein hilfreicher Arbeitsablauf ist: Fragen → Entwurf → Prüfen → Verbessern → Quellen angeben → Kennzeichnen.

Ein schlechter Arbeitsablauf ist: Generieren → nicht lesen → kopieren → veröffentlichen.


Kennzeichnung macht Prüfung leichter

Eine klare Kennzeichnung hilft anderen Menschen einzuschätzen, wie ein Inhalt entstanden ist. In diesem aiMOOC stehen deshalb Hinweise wie „ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL“ oder „KI-generiertes Bild“ direkt beim Material.

Wenn Du selbst mit KI arbeitest, kannst Du in einer Schulaufgabe zum Beispiel angeben: „KI wurde zum Sammeln von Ideen verwendet; Fakten und Quellen wurden anschließend von mir geprüft.“ Welche Regeln genau gelten, entscheidet Deine Schule oder Lehrkraft.

MEDIENBEISPIEL – Kennzeichnung: Dieses Wikimedia-Commons-Bild zeigt beispielhaft, wie Hinweise an KI-generierten Bildern sichtbar gemacht werden können. Eine Kennzeichnung ersetzt den Quellencheck nicht, erleichtert aber die Einordnung.


Quellencheck Schritt für Schritt

Schritt Was Du konkret machst
Behauptung markieren Schreibe den wichtigsten überprüfbaren Satz auf.
Absender finden Suche Autor, Kanal, Redaktion, Institution oder Betreiber.
Datum prüfen Frage, ob die Information noch aktuell sein muss.
Beleg öffnen Klicke auf die angegebene Quelle und prüfe, ob sie die Behauptung wirklich stützt.
Zweite Quelle suchen Vergleiche mit einer unabhängigen, verlässlichen Stelle.
Bildkontext prüfen Suche bei Bildern nach Ursprung, früheren Veröffentlichungen und möglicher Bearbeitung.
Ergebnis festhalten Notiere: bestätigt, unklar oder widerlegt.
Bei Unsicherheit stoppen Verwende die Behauptung nicht als sichere Tatsache.

MEDIENBEISPIEL: Fact-Checking ist eine Tätigkeit: Menschen vergleichen Aussagen, Quellen und Hinweise. Es ist keine einzelne magische App, die immer sofort „wahr“ oder „falsch“ sagt.


Was eine Quelle stark macht

Eine starke Quelle ist nicht einfach eine Seite, die „wissenschaftlich“ klingt. Wichtig ist, ob Du nachvollziehen kannst, wer verantwortlich ist, auf welche Belege sich die Aussage stützt und ob andere verlässliche Stellen zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.

Bei einer Schulaufgabe über ein Tier kann eine Seite eines Naturkundemuseums oder einer Universität sinnvoll sein. Bei einer aktuellen Schulregel ist die offizielle Schul- oder Behördenseite stärker als ein unbekannter Social-Media-Account. Bei einem historischen Thema können Archive, Museen und Fachliteratur wichtig sein.

Die passende Quelle hängt also von der Frage ab.


Wenn KI eine Quelle erfindet

Generative KI kann Titel, Autorennamen oder Internetadressen erzeugen, die glaubwürdig aussehen, aber nicht existieren. Deshalb reicht es nicht, wenn ein KI-Text einfach „Quelle:“ schreibt.

ERFUNDENES TRAININGSBEISPIEL – Quelle existiert nicht:

„Laut der Europäischen Zeitschrift für Schulpausen, Ausgabe 14/2026, steigern 17 Minuten Pause die Matheleistung um genau 42 Prozent.“

Die vielen Details machen den Satz nicht automatisch glaubwürdig. Prüfe, ob die Zeitschrift existiert, ob der Artikel auffindbar ist, wer ihn geschrieben hat und ob die Zahl wirklich dort steht.


Mini-Fall: Welcher Inhalt hilft Dir wirklich?

Du sollst erklären, warum der Himmel blau erscheint.

Inhalt A: Ein 20-sekündiges KI-Video sagt nur: „Der Himmel ist blau, weil Blau die Farbe der Atmosphäre ist.“ Es nennt keine Quelle.

Inhalt B: Eine Seite eines Wissenschaftsmuseums erklärt vereinfacht die Streuung des Sonnenlichts, nennt den Fachbegriff Rayleigh-Streuung und verlinkt weiterführende Informationen.

Für eine Schulaufgabe ist Inhalt B deutlich hilfreicher, weil er den Zusammenhang erklärt und überprüfbar ist. Inhalt A ist kurz und leicht konsumierbar, liefert aber kaum Verständnis.

Leicht verständlich ist also gut. Zu stark vereinfacht und unbelegt ist etwas anderes.


Quellen und weiterführende Prüfstellen

Die folgenden Seiten wurden als fachliche Grundlage und zur Vertiefung herangezogen:

  1. Wikipedia: Slop – Überblick zum Begriff „Slop“ und seiner Verwendung für minderwertige KI-Inhalte.
  2. UNESCO: AI can make mistakes – zur Bedeutung von Medien- und Informationskompetenz bei KI-Inhalten.
  3. Bundesregierung: Woran erkennen Sie Desinformation? – unter anderem zu Absenderprüfung, Quellenvergleich und Bilderrückwärtssuche.
  4. klicksafe und ZDF logo!: Quiz zu Deepfakes – Material für Jugendliche von etwa 10 bis 14 Jahren.
  5. klicksafe: KI and me – Material zu Chancen und Risiken von KI im Alltag.

VIDEO – Vertiefung: Die ZDF-Produktion „Achtung KI-Fake: Was können wir noch glauben?“ von Terra X Lesch & Co behandelt auch AI Slop. Für Klasse 6 eignet sich das Video besonders in begleiteten Ausschnitten mit Lehrkraft oder Eltern.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt AI Slop am besten? (KI-erzeugte Inhalte von niedriger Qualität, oft schnell oder massenhaft produziert) (!Jeden Inhalt, bei dem irgendwo ein Computer benutzt wurde) (!Nur absichtlich gefälschte Nachrichten) (!Nur Bilder mit sichtbaren Fehlern)




Welche Aussage über KI-generierte Inhalte stimmt? (Nicht jeder KI-generierte Inhalt ist automatisch Slop) (!Jeder KI-generierte Inhalt ist falsch) (!Jeder KI-generierte Inhalt ist wissenschaftlich geprüft) (!KI-generierte Inhalte brauchen nie Quellen)




Was solltest Du bei einem überraschenden Social-Media-Post zuerst tun? (Stoppen und Absender sowie Belege prüfen) (!Sofort an alle Klassenchats weiterleiten) (!Nur die Zahl der Likes anschauen) (!Den Beitrag glauben, wenn er viele Ausrufezeichen hat)




Warum beweist ein professionelles Webseiten-Design nicht die Richtigkeit? (Auch eine schön gestaltete Seite kann falsche oder erfundene Inhalte enthalten) (!Weil professionelle Seiten immer absichtlich lügen) (!Weil Webseiten keine Texte enthalten können) (!Weil nur gedruckte Bücher überprüfbar sind)




Was hilft bei der Prüfung eines verdächtigen Bildes besonders? (Originalquelle, Kontext und frühere Fundstellen prüfen) (!Nur auf die Bildfarben achten) (!Das Bild sofort löschen) (!Nur zählen, wie oft es geteilt wurde)




Warum sollte ein Lernvideo Quellen nennen? (Damit wichtige Aussagen überprüft werden können) (!Damit das Video länger wirkt) (!Damit mehr Musik eingebaut werden kann) (!Damit keine Fachbegriffe erklärt werden müssen)




Was bedeutet Desinformation? (Absichtlich verbreitete falsche oder irreführende Information zur Täuschung oder Beeinflussung) (!Jeder Tippfehler in einem Text) (!Jedes lustige KI-Bild) (!Jede veraltete Webseite)




Was bedeutet beim SAFE-Check das F? (Fakten vergleichen) (!Fotos verschönern) (!Follower zählen) (!Farben prüfen)




Welche Quelle ist für eine aktuelle Schulregel besonders geeignet? (Die offizielle Information der Schule oder zuständigen Stelle) (!Ein anonymer Kommentar ohne Link) (!Ein Meme ohne Datum) (!Ein weitergeleiteter Screenshot ohne Absender)




Was ist eine gute Regel, wenn eine Behauptung nach dem Prüfen unklar bleibt? (Nicht als sichere Tatsache weitergeben) (!Trotzdem veröffentlichen, wenn sie spannend klingt) (!Eine erfundene Quelle ergänzen) (!Nur die Überschrift verändern)





Memory

Absender Wer veröffentlicht einen Inhalt?
Kontext Ort, Zeitpunkt und Zusammenhang eines Inhalts
Quellencheck Behauptungen mit Belegen vergleichen
Rückwärtssuche Frühere Fundstellen eines Bildes suchen
Halluzination Glaubwürdig klingende, aber erfundene KI-Angabe
Kennzeichnung Hinweis auf die Entstehung mit KI
Desinformation Absichtliche Irreführung
AI Slop Niedrigwertiger massenhaft erzeugter KI-Inhalt





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Absenderprüfung Wer steckt hinter dem Inhalt?
Quellenvergleich Bestätigt eine unabhängige verlässliche Stelle die Aussage?
Kontextprüfung Wann, wo und in welchem Zusammenhang entstand der Inhalt?
Bilderrückwärtssuche Wo erschien das Bild schon früher?
Kennzeichnung Ist die KI-Beteiligung sichtbar gemacht?






Kreuzworträtsel

Quellencheck Wie nennt man das Überprüfen einer Behauptung mithilfe von Belegen?
Absender Wer sollte bei einem Beitrag eindeutig erkennbar sein?
Kontext Welches Wort bezeichnet Ort, Zeit und Zusammenhang einer Information?
Deepfake Wie heißt ein täuschend echter synthetischer Medieninhalt, der eine Person nachahmen kann?
Slop Welches kurze englische Wort wird für minderwertige massenhaft erzeugte KI-Inhalte verwendet?
Impressum Wo findest Du bei vielen Webseiten Angaben zum verantwortlichen Anbieter?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
AI Slop bezeichnet häufig niedrigwertige, mit generativer KI erzeugte

. Eine große Menge von Treffern ist noch kein Beweis für

. Beim SAFE-Check bedeutet das S zuerst

. Danach wird der

geprüft. Wichtige Behauptungen sollten mit einer unabhängigen

verglichen werden. Bei Bildern kann eine

helfen, frühere Fundstellen zu entdecken. Eine professionell gestaltete Webseite kann trotzdem falsche

enthalten. Wenn eine Behauptung nach der Prüfung unklar bleibt, solltest Du sie nicht als sichere

weitergeben.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. AI-Slop-Suchspiel: Suche mit einer Lehrkraft drei Online-Inhalte zum gleichen ungefährlichen Sachthema. Notiere, welcher Inhalt Quellen nennt und welcher nicht.
  2. SAFE-Plakat: Gestalte ein Plakat mit den vier Schritten Stoppen, Absender prüfen, Fakten vergleichen und Entstehung prüfen.
  3. Warnsignal-Sammlung: Erfinde drei deutlich gekennzeichnete Beispielüberschriften, die zu dringend oder reißerisch wirken, und formuliere sie anschließend sachlicher.
  4. Quellenampel: Ordne fünf von der Lehrkraft ausgewählte Webseiten in Grün, Gelb oder Rot ein und begründe jede Entscheidung.


Standard

  1. Lernvideo-Check: Untersuche ein Lernvideo zu einem Unterrichtsthema. Prüfe Autor, Datum, Quellen und zwei zentrale Aussagen.
  2. Social-Media-Faktencheck: Analysiere einen von der Lehrkraft bereitgestellten Beispielpost. Schreibe auf, welche Behauptung geprüft werden muss und welche Quelle dafür geeignet wäre.
  3. Bildersuche-Detektiv: Wähle ein frei lizenziertes Bild und dokumentiere mit Screenshots oder Notizen, wie Du seine ursprüngliche Quelle findest.
  4. Webseiten-Prüfbogen: Erstelle einen Prüfbogen für eine KI-generierte Webseite mit mindestens sechs Kriterien und teste ihn an einer ungefährlichen Beispielseite.


Schwer

  1. Slop-Redaktion: Überarbeite einen absichtlich schlechten, von der Lehrkraft bereitgestellten KI-Text so, dass er klar, korrekt, belegt und nützlich wird.
  2. Quellenkette: Verfolge eine konkrete Behauptung über mindestens drei Webseiten zurück und untersuche, ob sie voneinander unabhängig sind oder voneinander abschreiben.
  3. Medienvergleich: Vergleiche zu demselben Thema einen Text, ein Video und ein Bild. Erkläre, bei welchem Medium welche Prüfstrategie besonders wichtig ist.
  4. Klassenkodex für KI-Inhalte: Entwickelt in einer Gruppe Regeln dafür, wie KI-Unterstützung in Schulprojekten gekennzeichnet, geprüft und verantwortet werden soll.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Qualitätsvergleich: Zwei Webseiten erklären dasselbe Thema. Eine ist kurz und ohne Quellen, die andere länger und belegt. Begründe, welche Du für ein Referat bevorzugst und welche zusätzlichen Prüfungen Du trotzdem durchführen würdest.
  2. Transfer Social Media: Ein Post wurde tausendfach geteilt, nennt aber keine Quelle. Erkläre, warum Reichweite kein Wahrheitsbeweis ist und wie Du die wichtigste Behauptung überprüfst.
  3. Transfer Bildersuche: Ein realistisches Bild zeigt ein ungewöhnliches Ereignis. Entwickle einen Prüfplan, der nicht davon abhängt, ob Du „KI-Fehler“ im Bild erkennst.
  4. Transfer Lernvideo: Ein Video enthält neun korrekte Aussagen und eine falsche. Erkläre, warum eine hohe Gesamtqualität die einzelne falsche Aussage nicht ungefährlich macht.
  5. Transfer Webseite: Eine schön gestaltete KI-Webseite nennt drei Studien. Zwei Links funktionieren nicht. Beschreibe, wie sich das auf Deine Bewertung der Seite auswirkt.
  6. Verantwortung: Erkläre, warum ein Mensch, der KI-Inhalte veröffentlicht, weiterhin Verantwortung für Prüfung, Kennzeichnung und Weitergabe übernehmen sollte.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern echte Prüfschritte anwenden kannst.

  1. Begriffssicherheit: Du kannst AI Slop, Fehler, Falschinformation und Desinformation unterscheiden.
  2. SAFE-Check: Du kannst einen unbekannten Inhalt mit den vier Prüfschritten untersuchen.
  3. Quellenvergleich: Du kannst begründen, warum eine Quelle für eine bestimmte Frage geeignet oder ungeeignet ist.
  4. Medienprüfung: Du kannst bei Video, Social-Media-Post, Bild und Webseite passende Prüfmethoden auswählen.
  5. Kennzeichnung: Du kennzeichnest erfundene oder KI-unterstützte Beispiele eindeutig.
  6. Reflexion: Du kannst erklären, warum schnelle Produktion weder Wahrheit noch Nützlichkeit garantiert.
  7. Eigenverantwortung: Du übernimmst nicht ungeprüft Formulierungen oder Quellen einer KI.




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