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IM5 - Informationen in eigenen Worten festhalten

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IM5 - Informationen in eigenen Worten festhalten




IM5 - Informationen in eigenen Worten festhalten

Klasse 5 | Informationskompetenz | Methodenlernen | Deutsch | Medienbildung

In diesem aiMOOC lernst Du, Informationen so festzuhalten, dass Du sie wirklich verstanden hast. Du übst, aus Texten, Videos und Audios Stichpunkte zu gewinnen und daraus eigene Formulierungen zu entwickeln. Das hilft Dir bei Referaten, Lernzetteln, Projektplanungen und bei der Vorbereitung eines eigenen aiMOOC.


Einleitung

Wenn Du für die Schule Informationen sammelst, ist Kopieren oft verlockend: Ein Satz klingt gut, also wird er einfach abgeschrieben. Dabei entsteht aber leicht ein Problem: Du hast die Wörter übernommen, ohne den Gedanken wirklich selbst zu verarbeiten. Viel hilfreicher ist es, den Inhalt zuerst zu verstehen, ihn auf wenige Schlüsselwörter zu verkürzen und anschließend mit Deiner eigenen Sprache wiederzugeben.

Eine Notiz ist eine schriftlich festgehaltene Information. Eine Paraphrasierung bedeutet, eine Aussage sinngemäß mit eigenen Worten wiederzugeben. Dabei soll der Inhalt erhalten bleiben, aber die Formulierung verändert sich. Genau diese Fähigkeit trainierst Du hier.

Das Ziel lautet deshalb nicht: „Finde möglichst schnell einen Satz zum Kopieren.“ Das Ziel lautet: Verstehen – auswählen – ordnen – selbst formulieren – prüfen.


Das lernst Du

Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du wichtige Informationen von unwichtigen Einzelheiten unterscheiden. Du kannst aus einem Text, Video oder Audio kurze Stichpunkte bilden, einen Gedanken in eigenen Worten ausdrücken und Deine Formulierung mit der Quelle vergleichen. Außerdem kannst Du Notizen passend für verschiedene Zwecke gestalten: für ein Referat, einen Lernzettel, einen Projektplan und die Vorbereitung eines eigenen aiMOOCs.


Warum eigene Worte wichtig sind

Eigene Formulierungen zeigen, dass Du einen Gedanken verstanden und verarbeitet hast. Wenn Du einen Sachverhalt selbst erklären kannst, merkst Du außerdem schneller, ob noch eine Wissenslücke vorhanden ist. Beim Lernen sind kurze, selbst geschriebene Notizen deshalb häufig nützlicher als lange abgeschriebene Absätze.

Eigene Worte bedeuten aber nicht, dass Du jede einzelne Vokabel austauschen musst. Fachbegriffe, Namen, Orte, Daten oder Zahlen können wichtig sein und dürfen erhalten bleiben. Entscheidend ist, dass Du die Aussage selbst neu aufbaust und ihren Sinn nicht veränderst.

Beispiel:

Ausgangssatz: „Ein Gepard kann auf kurzen Strecken eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern pro Stunde erreichen.“

Ungeeignete Abschrift: „Ein Gepard kann auf kurzen Strecken eine Geschwindigkeit von über 100 Kilometern pro Stunde erreichen.“

Passende Stichpunkte: Gepard – kurzer Sprint – über 100 km/h

Eigene Formulierung: „Bei einem kurzen Sprint kann ein Gepard schneller als 100 km/h werden.“

Die zweite Version ist nicht einfach Wort für Wort kopiert. Der Gedanke bleibt jedoch erhalten.


Die STOPP-Methode: Vom Original zu Deiner Notiz

Für Klasse 5 eignet sich eine einfache Abfolge. Sie verhindert, dass Du beim Schreiben ständig auf den Originalsatz schaust.

  1. Sichten: Lies, sieh oder höre den Abschnitt aufmerksam.
  2. Thema finden: Frage Dich: Worum geht es hier hauptsächlich?
  3. Ohne Vorlage denken: Schau kurz weg oder pausiere das Medium.
  4. Punkte notieren: Schreibe nur wenige Schlüsselwörter auf.
  5. Persönlich formulieren: Baue aus den Stichpunkten einen eigenen Satz.
  6. Prüfen: Vergleiche Deinen Satz mit der Quelle. Ist der Sinn noch richtig?

Der wichtigste Trick steckt im Schritt Ohne Vorlage denken. Wenn Du den Originalsatz während des Formulierens nicht direkt vor Augen hast, fällt es leichter, eine eigene Satzstruktur zu bilden.


Bildimpuls: Notizen müssen nicht lang sein

Eine Karteikarte bietet nur wenig Platz. Genau das kann hilfreich sein: Du musst auswählen, was wirklich wichtig ist. Für eine gute Notizkarte reichen oft ein Thema, drei bis sechs Stichpunkte und ein kurzer Quellenhinweis.


Was ist ein guter Stichpunkt?

Ein Stichpunkt ist kein vollständig ausgeschriebener Text, sondern eine knappe Gedächtnisstütze. Gute Stichpunkte enthalten Schlüsselbegriffe, wichtige Zusammenhänge und nur die Informationen, die Du später wirklich brauchst.

Zu lang: „Der Wasserkreislauf beschreibt, wie Wasser verdunstet, als Wasserdampf aufsteigt, Wolken bildet und später als Niederschlag wieder auf die Erde fällt.“

Knapper: Wasserkreislauf – Verdunstung – Wolken – Niederschlag – zurück zur Erde

Mit den Stichpunkten kannst Du später wieder einen eigenen Satz bilden: „Im Wasserkreislauf verdunstet Wasser, gelangt in die Luft, bildet Wolken und kommt als Niederschlag wieder zur Erde.“


Stichpunkte sind keine Geheimschrift

Zu kurze Notizen helfen ebenfalls nicht. Wenn auf einer Karte nur „Wasser – oben – Wolke – runter“ steht, weißt Du später vielleicht nicht mehr, was gemeint war. Schreibe deshalb so knapp wie möglich, aber so ausführlich wie nötig.

Ein guter Test lautet: Kannst Du Deine Notiz morgen noch erklären, ohne die Quelle erneut zu lesen? Wenn ja, ist sie wahrscheinlich brauchbar.


Informationen auswählen: wichtig oder nur interessant?

Nicht jede Information muss in Deine Notizen. Frage Dich zuerst nach Deinem Ziel.

Bei einem Referat über Pinguine ist „Pinguine sind Vögel“ wahrscheinlich wichtig. Die Farbe des Logos einer Internetseite, auf der Du darüber gelesen hast, ist dagegen für das Referat nicht wichtig. Für einen Lernzettel zur Grammatik brauchst Du Regeln und Beispiele. Für einen Projektplan brauchst Du Aufgaben, Zuständigkeiten und Termine.

Eine nützliche Prüffrage lautet: Brauche ich diese Information, um mein Ziel zu erreichen oder etwas zu erklären?


W-Fragen helfen beim Sortieren

Wenn Du einen Sachtext erschließt, kannst Du Informationen mit W-Fragen ordnen: Wer oder was ist gemeint? Was geschieht? Wo geschieht es? Wann geschieht es? Wie läuft etwas ab? Warum geschieht es? Welche Folgen hat es?

Nicht jede Quelle beantwortet alle W-Fragen. Du sollst also nichts erfinden. Nutze nur die Fragen, die zum Inhalt passen.


Notizkarten-Werkstatt

Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Wege vom Ausgangstext zur brauchbaren Notiz. Die Beispielsätze dienen nur zum Üben.

Notizkarte Ausgangsinformation Sinnvolle Stichpunkte Eigene Formulierung
Karte A – Tierwissen Bienen sammeln Nektar aus Blüten und tragen ihn in den Bienenstock. Bienen – Nektar – Blüten – Bienenstock Bienen holen Nektar aus Blüten und bringen ihn in ihren Stock.
Karte B – Geografie Ein Fluss fließt von seiner Quelle in Richtung seiner Mündung. Fluss – Quelle – fließt – Mündung Ein Fluss beginnt an einer Quelle und endet an seiner Mündung.
Karte C – Geschichte Burgen dienten unter anderem als Wohnorte und als geschützte Anlagen. Burg – Wohnen – Schutz Eine Burg konnte Menschen als Wohnort dienen und zugleich Schutz bieten.
Karte D – Natur Pflanzen benötigen Licht, Wasser und geeignete Bedingungen zum Wachsen. Pflanzen – Licht – Wasser – Wachstum Damit Pflanzen wachsen können, brauchen sie unter anderem Licht und Wasser.
Karte E – Medien Eine Quelle zeigt, woher eine Information stammt. Quelle – Herkunft – Information Mit einer Quellenangabe zeigst Du, wo Du eine Information gefunden hast.
Karte F – Lernen Ein Lernzettel fasst wichtige Inhalte übersichtlich zusammen. Lernzettel – Wichtiges – Übersicht Auf einem Lernzettel sammelst Du die wichtigsten Inhalte in einer übersichtlichen Form.


Der Drei-Farben-Check

Du kannst Deine Formulierung gedanklich mit drei Farben prüfen.

Rot bedeutet: Fast alles wurde übernommen. Das ist noch keine eigene Formulierung.

Gelb bedeutet: Einige Wörter wurden ausgetauscht, aber Satzbau und Reihenfolge sind fast gleich geblieben.

Grün bedeutet: Du hast den Sinn verstanden, nur wichtige Fachbegriffe beibehalten und den Gedanken in Deiner eigenen Satzstruktur ausgedrückt.

Interaktive Zusammenfassung: Welcher Check passt? Klicke zum Vergleichen.

Wenn Dein Satz fast genauso aussieht wie das Original, ist er rot. Wenn nur einzelne Wörter ersetzt wurden, ist er eher gelb. Wenn Du den Inhalt aus Stichpunkten neu aufgebaut hast und der Sinn stimmt, ist er grün.


Video: Zusammenfassen statt Abschreiben

Achte beim Video besonders darauf, wie wichtige Gedanken ausgewählt und verkürzt werden. Schreibe während des Sehens höchstens fünf Stichpunkte. Formuliere danach ohne Blick auf das Video zwei eigene Sätze.


Video: Inhaltsangabe als verwandte Methode

Eine Inhaltsangabe ist nicht dasselbe wie eine Stichpunktnotiz, aber beide Methoden verlangen, Wichtiges auszuwählen und Inhalte nicht einfach abzuschreiben. Nutze das Video deshalb als Vertiefung.


Mindmap: Stichpunkte sichtbar ordnen

Eine Mindmap ordnet Informationen rund um ein zentrales Thema. Von der Mitte führen Äste zu Unterthemen. Auf den Ästen stehen möglichst kurze Begriffe statt langer Sätze. Dadurch eignet sich eine Mindmap gut, um Informationen zu ordnen, bevor Du daraus einen Lernzettel, ein Referat oder einen Projektplan erstellst.


Video: Eine Mindmap erstellen

Schau das Video an und beobachte, wie aus einem Thema einzelne Äste und Unterpunkte entstehen. Erstelle anschließend zu einem eigenen Schulthema eine kleine Mindmap.


Cornell-Notizen als Erweiterung

Bei der Cornell-Methode wird ein Blatt in Bereiche gegliedert. In einem großen Bereich stehen die eigentlichen Notizen. Daneben können Leitfragen oder Schlüsselbegriffe stehen. Unten befindet sich Platz für eine kurze Zusammenfassung.

Für Klasse 5 kannst Du die Methode vereinfachen: rechts Notizen, links Schlüsselwörter oder Fragen, unten zwei eigene Sätze als Zusammenfassung.


Video: Cornell-Notizen aus erster Hand

Das folgende englischsprachige Video stammt vom Learning Strategies Center der Cornell University. Auch wenn Du noch nicht jedes englische Wort verstehst, kannst Du auf die Aufteilung der Seite achten. Nutze das Video gemeinsam mit einer Lehrkraft oder pausiere häufig.


Video: Nicht jedes Wort mitschreiben

Dieses englischsprachige Video zeigt ebenfalls die Cornell-Methode und betont einen wichtigen Gedanken: Gute Notizen schreiben nicht jedes Wort mit, sondern halten die Hauptideen verkürzt fest.


Vier konkrete Anwendungsfälle


Use-Case 1: Referatsnotizen

Bei einem Referat sollen Deine Notizen Dir beim Sprechen helfen. Wenn auf Deiner Karte ganze Absätze stehen, entsteht schnell der Wunsch, sie vorzulesen. Kurze Stichpunkte helfen Dir dagegen, frei zu sprechen.

Eine Referatskarte kann so aufgebaut sein:

Bereich Beispiel zum Thema Vulkan
Thema Vulkanausbruch
Kernbegriffe Magma – Druck – Schlot – Lava
Erklärsatz in eigenen Worten Unter der Erdoberfläche kann Magma aufsteigen und bei einem Ausbruch als Lava austreten.
Bildhinweis Skizze eines Vulkans zeigen
Quelle Titel oder Internetseite notieren

Sprechregel: Schaue auf den Stichpunkt, dann wieder zu Deinem Publikum. Formuliere den Satz beim Sprechen neu.


Referats-Training: Quelle zu – sprechen – prüfen

Lies einen kurzen Absatz. Schließe die Quelle. Nenne drei Stichpunkte laut. Erkläre den Inhalt einem Partner oder einer Partnerin. Öffne danach die Quelle wieder und prüfe: Hast Du etwas Wichtiges vergessen oder versehentlich verändert?

Interaktive Zusammenfassung: Die Referatsregel

Nicht vorlesen – mit Stichpunkten erinnern – frei erklären – anschließend die Fakten prüfen.


Use-Case 2: Lernzettel

Ein Lernzettel soll Dir beim Wiederholen helfen. Er enthält deshalb nicht alles aus dem Heft, sondern die wichtigsten Regeln, Begriffe, Zusammenhänge und Beispiele.

Eine sinnvolle Lernzettel-Seite kann vier Felder enthalten:

Feld Inhalt
Das muss ich wissen zentrale Regel oder Hauptaussage
Schlüsselbegriffe wenige wichtige Fachwörter
Mein Beispiel selbst erfundenes Beispiel
Meine Frage etwas, das ich noch nicht sicher erklären kann

Das Feld Mein Beispiel ist besonders wertvoll. Wer ein eigenes Beispiel findet, muss den Lernstoff aktiv verarbeiten.


Lernzettel-Regel: erst verkleinern, dann erklären

Nimm eine Heftseite und versuche zuerst, sie auf höchstens sieben Stichpunkte zu verkürzen. Danach schreibe aus diesen Stichpunkten drei eigene Sätze. Markiere abschließend nur die Fachbegriffe, die Du wirklich behalten musst.


Use-Case 3: Projektplanung

Bei einer Projektarbeit sammelst Du nicht nur Fachinformationen. Du musst auch Aufgaben und Ideen ordnen. Dafür eignen sich kurze Notizzettel.

Jeder Zettel sollte möglichst nur eine Aufgabe oder einen Gedanken enthalten. Dann kannst Du die Zettel verschieben und neu ordnen.

Beispiel für ein Klassenprojekt „Unsere Schulbibliothek“:

Projektkarte Eigene kurze Notiz
Ziel Lieblingsbücher der Klasse vorstellen
Recherche je Gruppe drei Bücher auswählen
Material Fotos, kurze Buchinfos, Plakat
Aufgabe Texte in eigenen Worten schreiben
Prüfung Quellen und Rechtschreibung kontrollieren
Präsentation Ergebnisse der Klasse zeigen


Projektplanung mit Stichpunkten statt Textwänden

Lange Projektbeschreibungen sind schwer zu verschieben oder neu zu ordnen. Einzelne Notizkarten machen dagegen sichtbar, welcher Arbeitsschritt zuerst kommt, welche Aufgabe noch fehlt und wer etwas übernehmen kann.

Interaktive Zusammenfassung: Drei Projektfragen

Was wollen wir erreichen? Was müssen wir dafür tun? Wie prüfen wir am Ende das Ergebnis?


Use-Case 4: Vorbereitung eines eigenen aiMOOCs

Ein eigener aiMOOC braucht einen verständlichen Lerntext, passende Medien und Aufgaben. Bevor Du etwas erstellst, lohnt sich eine Notizphase.

Du sammelst zuerst Quellen und schreibst nur die Informationen heraus, die wirklich zu Deinem Thema passen. Danach ordnest Du Deine Stichpunkte. Erst dann formulierst Du Lerntexte in eigenen Worten. Anschließend planst Du Bilder, Videos, Audios und interaktive Aufgaben.

Eine einfache Planungsübersicht:

aiMOOC-Baustein Notizfrage
Thema Was sollen andere lernen?
Zielgruppe Für welche Klasse ist der Inhalt?
Grundwissen Welche drei bis fünf Kerngedanken müssen vorkommen?
Eigene Formulierungen Kann ich jeden Kerngedanken selbst erklären?
Medien Welches Bild, Video oder Audio hilft wirklich beim Verstehen?
Interaktion Welche Aufgabe zwingt zum Denken statt nur zum Anklicken?
Quellen Woher stammen meine Informationen und Medien?
Prüfung Sind Aussagen richtig, verständlich und passend zur Zielgruppe?


Von der Notizkarte zum aiMOOC-Abschnitt

Beispielthema: „Warum gibt es Tag und Nacht?“

Recherche-Stichpunkte: Erde dreht sich – ungefähr ein Tag – eine Seite zur Sonne – andere Seite abgewandt

Eigene Formulierung: „Tag und Nacht entstehen, weil sich die Erde dreht. Die Seite, die gerade zur Sonne zeigt, wird beleuchtet. Auf der abgewandten Seite ist es dunkel.“

Jetzt kann aus der Notiz ein Lerntext, eine Skizze, ein Quiz oder eine Audioaufgabe entstehen.


Arbeiten mit Audio

Informationen kommen nicht nur aus geschriebenen Texten. Auch beim Zuhören kannst Du Stichpunkte bilden. Dabei ist es besonders wichtig, nicht jedes Wort mitschreiben zu wollen. Höre erst auf den Sinn.


Audio-Training 1: Alltagsthema

Höre zunächst nur etwa 30 bis 60 Sekunden. Stoppe danach. Schreibe höchstens fünf Stichpunkte auf und erzähle mit diesen Stichpunkten, was Du verstanden hast.

Arbeitsauftrag: Vergleiche Deine Stichpunkte mit einer zweiten Hörphase. Ergänze nur Informationen, die wirklich wichtig sind.


Audio-Training 2: Freie Medien verstehen

Dieses Audio behandelt Wikimedia Commons. Für Deinen eigenen aiMOOC ist das interessant, weil dort viele frei lizenzierte Medien zu finden sind.

Arbeitsauftrag: Höre einen kurzen Abschnitt. Notiere drei Schlüsselbegriffe. Formuliere anschließend einen Satz, in dem keiner dieser Schlüsselbegriffe einfach nur aneinandergereiht wird.


Audio-Training 3: Anspruchsvoller Hörtext

Höre mit Pausen. Nach jeder Pause formulierst Du eine Mini-Zusammenfassung in genau einem eigenen Satz. Diese Aufgabe ist schwieriger, weil Du beim Hören gleichzeitig auswählen und ordnen musst.


Hörnotizen: die Drei-Runden-Methode

Runde 1: Nur zuhören und das Thema erkennen.

Runde 2: Drei bis sechs Stichpunkte notieren.

Runde 3: Mit den Stichpunkten eine eigene Zusammenfassung sprechen oder schreiben.

Wenn Du direkt beim ersten Hören jedes Wort festhalten willst, verpasst Du leicht den nächsten Gedanken.


Kopieren erkennen und vermeiden


Nur Wörter austauschen reicht nicht

Ausgangssatz: „Viele Zugvögel verlassen im Herbst ihre Brutgebiete und ziehen in wärmere Regionen.“

Zu ähnlich: „Viele Zugvögel verlassen im Herbst ihre Brutorte und fliegen in wärmere Gebiete.“

Besser: „Wenn es Herbst wird, ziehen zahlreiche Zugvögel aus ihren Brutgebieten in Gegenden mit wärmerem Klima.“

Noch besser als Lernnotiz: Herbst – Zugvögel – Brutgebiet verlassen – wärmere Regionen

Bei einer Lernnotiz darfst Du sogar stärker verkürzen, solange Du später noch weißt, was gemeint ist.


Fachbegriffe dürfen bleiben

Wörter wie Fotosynthese, Vulkan, Bundesland oder Nomen musst Du nicht künstlich ersetzen. Fachbegriffe tragen eine bestimmte Bedeutung. Eigene Formulierungen entstehen vor allem durch Deine Erklärung, Deine Satzstruktur und Deine Auswahl der Informationen.


Fakten dürfen nicht verändert werden

Wenn in einer Quelle steht, dass ein Ereignis im Jahr 1969 stattfand, darf Deine eigene Formulierung nicht plötzlich 1968 nennen. Wenn eine Tierart in Afrika vorkommt, darfst Du nicht „Asien“ schreiben. Eigene Worte geben Dir sprachliche Freiheit, aber keine Freiheit zum Erfinden.


Quelle festhalten

Auch wenn Du Informationen in eigenen Worten wiedergibst, solltest Du Dir notieren, woher sie stammen. So kannst Du später nachprüfen, ob Du den Inhalt richtig verstanden hast. Für ein Schulprojekt reichen je nach Aufgabe zum Beispiel Titel, Autor oder Autorin, Internetseite und Abrufdatum. Wie genau eine Quelle angegeben werden soll, kann Deine Lehrkraft festlegen.


Zitat oder eigene Worte?

Manchmal soll ein Satz genau so wiedergegeben werden, wie er in der Quelle steht. Dann handelt es sich um ein Zitat. Ein Zitat wird gekennzeichnet und mit einer Quelle verbunden. In diesem aiMOOC trainierst Du jedoch vor allem die andere Möglichkeit: Du gibst den Inhalt sinngemäß in eigenen Worten wieder.


Das Notizkarten-Labor


Karte 1: Der Schlüsselwort-Test

Lies einen kurzen Absatz. Schreibe anschließend genau fünf Wörter oder kurze Wortgruppen auf, mit denen Du den Inhalt wiederherstellen kannst. Wenn Du ein sechstes Wort brauchst, musst Du entscheiden, welches der bisherigen fünf weniger wichtig ist.


Karte 2: Der Wegschau-Test

Lies zwei Sätze. Decke sie ab. Erkläre den Inhalt laut. Schreibe erst danach Deine Erklärung auf. Vergleiche anschließend Original und eigenen Satz.


Karte 3: Der Partner-Test

Gib nur Deine Stichpunkte an eine andere Person. Kann sie erkennen, worum es geht? Wenn nicht, fehlen wahrscheinlich wichtige Schlüsselbegriffe oder die Notizen sind zu geheim.


Karte 4: Der Kürzungs-Test

Schreibe zuerst sieben Stichpunkte. Versuche dann, dieselbe Information mit fünf Stichpunkten festzuhalten. Prüfe, ob dabei etwas Wesentliches verloren gegangen ist.


Karte 5: Der Reihenfolge-Test

Mische Deine Notizkarten. Ordne sie neu. Frage Dich: Welche Information ist Grundlage? Welche folgt daraus? Welche ist nur ein Beispiel?


Karte 6: Der Erklär-Test

Wähle einen Stichpunkt und erkläre ihn so, als würdest Du ihn einer jüngeren Person erklären. Wenn Du das nicht kannst, musst Du den Inhalt wahrscheinlich noch einmal nachlesen.


Karte 7: Der Quellen-Test

Lege zu jeder Recherchekarte einen kurzen Quellenhinweis an. So kannst Du später unterscheiden, was aus welcher Quelle stammt.


Karte 8: Der aiMOOC-Test

Prüfe jeden geplanten Lernabschnitt mit drei Fragen: Versteht die Zielgruppe den Text? Ist er in eigenen Worten formuliert? Gibt es eine passende Aktivität dazu?


Interaktive Zusammenfassungen


Zusammenfassung 1: Die Sechs-Schritte-Kette

Ordne im Kopf, dann klicke zur Kontrolle.

Sichten → Thema finden → ohne Vorlage denken → Punkte notieren → persönlich formulieren → prüfen


Zusammenfassung 2: Die Formel für eigene Worte

Was gehört zwischen Quelle und eigenen Satz?

Quelle verstehen → Quelle kurz weglegen → Schlüsselwörter notieren → Gedanken neu formulieren → mit Original vergleichen


Zusammenfassung 3: Vier Zwecke – vier Arten von Notizen

Klicke, wenn Du die vier Anwendungsfälle nennen kannst.

Referatsnotizen helfen beim freien Sprechen. Lernzettel helfen beim Wiederholen. Projektkarten helfen beim Planen und Ordnen. aiMOOC-Notizen helfen beim Aufbau von Lerntexten, Medien und Aufgaben.


Zusammenfassung 4: Der wichtigste Merksatz

Klicke für den Merksatz.

Nicht abschreiben, bevor Du verstanden hast. Erst verstehen und verdichten, dann selbst formulieren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was solltest Du tun, bevor Du einen Inhalt in eigenen Worten aufschreibst? (Den Inhalt verstehen) (!Den Text sofort abschreiben) (!Nur schwierige Wörter markieren) (!Möglichst viele Sätze kopieren)




Wozu dienen Stichpunkte vor allem? (Sie halten wichtige Informationen knapp fest) (!Sie ersetzen jede Quellenangabe) (!Sie müssen immer ganze Sätze sein) (!Sie sollen möglichst viele Nebensachen enthalten)




Welche Notiz eignet sich am besten für einen Vortrag? (Wenige Schlüsselwörter als Sprechhilfe) (!Ein vollständig abgeschriebener Absatz) (!Nur die Überschrift ohne Inhalt) (!Eine Liste zufälliger Wörter)




Was bedeutet eine Information sinngemäß wiederzugeben? (Den gleichen Inhalt mit eigener Formulierung ausdrücken) (!Die Aussage inhaltlich verändern) (!Nur ein einziges Wort austauschen) (!Die Quelle ganz weglassen)




Was solltest Du nach einer eigenen Formulierung prüfen? (Ob der Sinn der Quelle richtig erhalten geblieben ist) (!Ob der Satz genauso lang wie das Original ist) (!Ob alle Wörter aus dem Original vorkommen) (!Ob der Satz möglichst kompliziert klingt)




Warum ist es hilfreich, die Quelle vor dem Formulieren kurz nicht anzusehen? (Man löst sich leichter von der ursprünglichen Satzform) (!Man kann dann Fakten frei erfinden) (!Man braucht keine Stichpunkte mehr) (!Man muss die Quelle später nie mehr prüfen)




Was gehört auf einen guten Lernzettel? (Wichtige Regeln, Begriffe und eigene Beispiele) (!Jeder Satz des Schulbuchs) (!Nur Bilder ohne Erklärung) (!Möglichst viele unwichtige Einzelheiten)




Welche Aussage zu Fachbegriffen stimmt? (Wichtige Fachbegriffe dürfen in eigenen Formulierungen erhalten bleiben) (!Fachbegriffe müssen immer durch Fantasiewörter ersetzt werden) (!Fachbegriffe dürfen nur in Zitaten vorkommen) (!Fachbegriffe machen Notizen grundsätzlich schlecht)




Was ist bei einer Projektplanung mit Notizzetteln sinnvoll? (Pro Zettel einen klaren Arbeitsschritt oder Gedanken festhalten) (!Alle Aufgaben auf einen einzigen langen Zettel schreiben) (!Nur fertige Ergebnisse notieren) (!Quellen und Aufgaben miteinander verwechseln)




Was ist bei der Vorbereitung eines eigenen aiMOOCs besonders wichtig? (Informationen prüfen, ordnen und in eigenen Worten erklären) (!Texte aus mehreren Seiten einfach zusammenkopieren) (!Nur Medien sammeln und auf Lernziele verzichten) (!Auf Aufgaben und Quellen vollständig verzichten)





Memory

Stichwort kurzer Kernbegriff
Paraphrase sinngemäße Formulierung in eigenen Worten
Referatskarte Sprechhilfe mit wenigen Schlüsselbegriffen
Lernzettel verdichtete Übersicht zum Wiederholen
Projektplan geordnete Folge von Aufgaben
Quellenhinweis Angabe zur Herkunft einer Information
Mindmap verzweigte Darstellung eines Themas
Sprechprobe mündliches Erklären mit Notizen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Verstehen Inhalt aufmerksam erfassen
Verdichten wichtige Schlüsselwörter auswählen
Wegschauen Abstand von der Originalformulierung gewinnen
Formulieren Gedanken mit eigener Satzstruktur ausdrücken
Prüfen eigene Aussage mit der Quelle vergleichen






Kreuzworträtsel

Stichwort Wie heißt ein kurzer Kernbegriff in einer Notiz?
Paraphrase Wie heißt eine sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten?
Quelle Wie nennt man die Herkunft einer Information?
Lernzettel Wie heißt eine verdichtete Übersicht zum Wiederholen?
Mindmap Wie heißt eine verzweigte Gedankenkarte?
Projektplan Wie heißt eine geordnete Übersicht für Arbeitsschritte eines Vorhabens?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bevor Du Informationen neu formulierst, solltest Du ihren Sinn zuerst

.
Eine knappe Gedächtnisstütze mit Schlüsselbegriffen nennt man

.
Wenn Du eine Aussage sinngemäß mit eigener Satzstruktur wiedergibst, erstellst Du eine

.
Vor dem Formulieren hilft es, die Vorlage kurz

.
Nach dem Schreiben solltest Du Deine Aussage mit der

vergleichen.
Für einen Vortrag eignen sich kurze Notizen als

.
Ein übersichtlicher Lernzettel enthält vor allem die

.
Bei einer Projektplanung kann jede Karte einen klaren

enthalten.
Eine verzweigte Darstellung von Begriffen heißt

.
Beim Hören ist es sinnvoll, zuerst das

zu erkennen.
Wichtige Fachbegriffe dürfen in einer eigenen Formulierung

bleiben.
Vor einem eigenen aiMOOC solltest Du Informationen sammeln, ordnen und anschließend selbst

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fünf-Wörter-Notiz: Lies einen kurzen Sachtext aus Deinem Schulbuch und notiere genau fünf Schlüsselwörter. Erkläre anschließend mit diesen Wörtern den Inhalt.
  2. Satz neu bauen: Nimm drei kurze Sachinformationen und formuliere jede davon neu, ohne den Sinn zu verändern.
  3. Referatskarte gestalten: Erstelle zu einem Tier Deiner Wahl eine Karte mit Thema, fünf Stichpunkten, einem Erklärsatz und einer Quellenangabe.
  4. Mini-Lernzettel: Fasse eine Unterrichtsseite auf einer halben Seite zusammen und ergänze ein eigenes Beispiel.


Standard

  1. Mindmap aus einem Text: Lies einen Abschnitt mit mehreren Unterthemen und verwandle ihn in eine Mindmap. Schreibe auf die Äste nur kurze Begriffe.
  2. Audio-Notizen: Höre einen kurzen informativen Audiobeitrag in drei Runden und erstelle daraus sechs Stichpunkte und drei eigene Sätze.
  3. Karten-Projektplan: Plane ein kleines Klassenprojekt mit einzelnen Notizzetteln für Ziel, Recherche, Material, Aufgaben, Prüfung und Präsentation.
  4. Quellen-Spur: Recherchiere ein Thema in zwei verschiedenen Quellen. Notiere zu jeder Information, aus welcher Quelle sie stammt, und formuliere die Aussagen selbst.


Schwer

  1. Kopierdetektiv: Vergleiche einen Originalabschnitt mit drei möglichen Zusammenfassungen. Begründe, welche Version zu nah am Original liegt und welche wirklich eigenständig formuliert ist.
  2. Text-Bild-Audio-Vergleich: Sammle zu einem Thema je eine Information aus einem Text, einem Bild mit Beschriftung und einem Audio. Führe alles in einer eigenen kurzen Zusammenfassung zusammen.
  3. Mikro-Referat: Halte ein zweiminütiges Referat nur mit sechs Stichpunkten. Lass anschließend Mitschülerinnen und Mitschüler beurteilen, ob Du frei erklärt oder vorgelesen hast.
  4. aiMOOC-Vorbereitung: Plane einen eigenen Mini-aiMOOC für Klasse 5. Erstelle eine Gliederung, zehn Recherche-Stichpunkte, fünf selbst formulierte Erklärsätze, zwei Medienideen und drei interaktive Aufgaben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Unbekannte Quelle bearbeiten: Du erhältst einen neuen Sachtext. Markiere zuerst die Kernaussagen, formuliere daraus höchstens sieben Stichpunkte und schreibe anschließend eine eigene Zusammenfassung. Begründe zwei Deiner Auswahlentscheidungen.
  2. Zwei Notizformen vergleichen: Bearbeite denselben Inhalt einmal als Referatskarte und einmal als Lernzettel. Erkläre, warum sich die beiden Ergebnisse unterscheiden.
  3. Zu nahe am Original: Untersuche eine vorgegebene Schülerzusammenfassung, die fast abgeschrieben wurde. Überarbeite sie so, dass sie inhaltlich korrekt, aber sprachlich eigenständig ist.
  4. Vom Audio zum Text: Höre einen kurzen Sachbeitrag, erstelle Stichpunkte und verfasse daraus einen erklärenden Absatz. Zeige anschließend, welche Stichpunkte in welchem Satz verwendet wurden.
  5. Projektkarten ordnen: Du erhältst ungeordnete Karten für ein Schulprojekt. Bringe sie in eine sinnvolle Struktur und begründe Deine Reihenfolge.
  6. Lernmodul entwerfen: Entwickle aus fünf vorgegebenen Fakten einen kleinen aiMOOC-Abschnitt mit Lerntext, Medienidee und einer Aufgabe. Zeige, wie Du aus Fakten über Stichpunkte zu eigenen Formulierungen gelangt bist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen kannst, sondern die Methode praktisch anwendest.

  1. Du kannst wichtige und weniger wichtige Informationen unterscheiden.
  2. Du kannst einen kurzen Text auf sinnvolle Stichpunkte verkürzen.
  3. Du kannst aus Stichpunkten eine korrekte Erklärung in eigenen Worten bilden.
  4. Du kannst zeigen, dass Deine Formulierung nicht nur aus ausgetauschten Einzelwörtern besteht.
  5. Du kannst die Aussage Deiner Quelle nach dem Schreiben noch einmal prüfen.
  6. Du kannst Notizen an einen bestimmten Zweck anpassen, zum Beispiel Referat, Lernzettel oder Projekt.
  7. Du kannst Informationen aus Text, Video oder Audio verarbeiten.
  8. Du kannst die Herkunft wichtiger Informationen dokumentieren.
  9. Du kannst erklären, wann ein direktes Zitat und wann eine eigene Formulierung vorliegt.
  10. Du kannst die Vorbereitung eines eigenen aiMOOCs mit Stichpunkten, Medienideen und Aufgaben strukturieren.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zur Paraphrasierung erklärt die sachliche Wiedergabe einer Botschaft mit eigenen Worten.

Der Artikel zur Notiz ergänzt den Themenbereich des schriftlichen Festhaltens von Informationen.

Die Mindmap ist eine weitere Methode, Informationen knapp und geordnet festzuhalten.


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