Heimat Natur

Heimat Natur
Heimat Natur
Heimat Natur ist ein deutscher Dokumentarfilm von Jan Haft. Der Film nimmt Dich mit auf eine Reise durch sehr unterschiedliche Lebensräume Deutschlands: von den Alpen über Wälder, Wiesen, Äcker, Moore und Heiden bis an die Küsten von Nord- und Ostsee. Dabei geht es nicht nur darum, schöne Landschaften zu bestaunen. Du lernst auch, wie Tiere, Pflanzen, Wasser, Boden und Menschen zusammenhängen und wie Naturschutz und Landschaftspflege Lebensräume erhalten oder wiederherstellen können.

Einleitung
Stell Dir vor, Du reist quer durch Deutschland. Ganz im Süden ragen hohe Berge in den Himmel. In der Mitte findest Du Wälder, Felder, Wiesen, Moore und Flüsse. Im Norden endet das Land an der Küste. Jeder dieser Orte sieht anders aus. Und jeder bietet anderen Tieren und Pflanzen Nahrung, Schutz und Raum zum Leben.
Der Film Heimat Natur zeigt solche Lebensräume in beeindruckenden Bildern. Manche Vorgänge werden in Zeitlupe oder Zeitraffer sichtbar gemacht. So kannst Du entdecken, was im Alltag leicht übersehen wird: eine kleine Pflanze zwischen Gräsern, ein Tier im Unterholz oder Veränderungen in einer Landschaft.
Dieser aiMOOC ist für Kinder ab etwa 6 Jahren gestaltet. Jüngere Kinder können viele Aufgaben gemeinsam mit Erwachsenen, älteren Geschwistern oder Lehrkräften bearbeiten. Der Film selbst ist ohne Altersbeschränkung freigegeben. Die offiziellen filmpädagogischen Begleitmaterialien richten sich jedoch an ältere Schülerinnen und Schüler. Deshalb werden die wichtigsten Gedanken hier besonders kindgerecht erklärt.
Was Du in diesem aiMOOC lernst
Du lernst, verschiedene Naturräume Deutschlands zu erkennen und miteinander zu vergleichen. Du untersuchst, warum Artenvielfalt wichtig ist. Außerdem entdeckst Du, wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Landschaftspflege, Gewässer und Naturschutz miteinander verbunden sind. Du wirst auch selbst beobachten, vergleichen, ordnen, zeichnen, forschen und kleine Naturschutzideen entwickeln.
Der Film im Überblick
Heimat Natur entstand in Deutschland und kam 2021 ins Kino. Buch und Regie stammen von Jan Haft. Erzählt wird der Film von Benno Fürmann. Für die Aufnahmen arbeiteten mehrere Kamerateams über einen langen Zeitraum an vielen Orten. Der Film zeigt Landschaften aus unterschiedlichen Blickwinkeln: vom großen Panorama bis zur Nahaufnahme kleiner Tiere und Pflanzen.
Eine wichtige Botschaft lautet: Natur ist nicht nur etwas, das weit weg in einer Wildnis vorkommt. Auch eine Wiese am Dorf, ein Bach, ein alter Baum, eine Hecke oder ein Teich können wertvolle Lebensräume sein.
Wie Naturfilm uns Dinge sehen lässt
Ein Naturfilm zeigt die Wirklichkeit nicht einfach nur so, wie Du sie beim Spaziergang siehst. Kameraleute wählen Ausschnitte, Perspektiven und Aufnahmezeiten aus. Mit Nahaufnahmen werden winzige Einzelheiten groß sichtbar. Zeitlupe macht sehr schnelle Bewegungen langsamer. Zeitraffer beschleunigt Vorgänge, die sonst lange dauern. Unterwasserkameras zeigen Lebensräume, die wir von Land aus kaum beobachten können.
Beim Anschauen kannst Du deshalb zwei Fragen gleichzeitig stellen: Was lerne ich über die Natur? und Wie macht der Film diese Natur sichtbar?
Eine Reise durch Deutschlands Naturräume
Deutschland besitzt viele unterschiedliche Landschaften. Ein Naturraum wird unter anderem durch Geländeform, Boden, Wasser, Klima, Pflanzenwelt und menschliche Nutzung geprägt. Im Film werden mehrere solcher Räume miteinander verbunden.
Alpen und Almen
Im Süden Deutschlands liegen die Alpen. Dort gibt es steile Hänge, Felsen, Bergwälder und offene Bergwiesen. Mit zunehmender Höhe ändern sich Temperatur, Wind und Pflanzenwelt. Nicht jede Pflanze kann überall wachsen.
Eine Alm ist eine Fläche in den Bergen, die traditionell von Weidetieren genutzt wird. Wenn Tiere dort grasen, beeinflussen sie die Pflanzen. Bei einer passenden Beweidung können offene, blütenreiche Flächen erhalten bleiben. Wird eine solche Fläche gar nicht mehr genutzt, können Büsche und später Wald aufwachsen. Wird sie dagegen zu stark genutzt, können empfindliche Pflanzen verschwinden. Landschaftspflege bedeutet deshalb oft: das richtige Maß finden.

Wälder: mehr als viele Bäume
Ein Wald ist ein Lebensraum aus Bäumen, Sträuchern, Kräutern, Pilzen, Tieren, Bodenorganismen und vielen kleinen Zwischenräumen. Ein alter Baum kann Höhlen haben. Dort finden Vögel, Fledermäuse oder Insekten Schutz. Auch abgestorbenes Holz ist wertvoll. Totholz wird von Pilzen und kleinen Tieren zersetzt und gehört zum natürlichen Stoffkreislauf.
Wälder werden in Deutschland auf unterschiedliche Weise genutzt. Manche Flächen dienen besonders der Holzgewinnung, andere dem Naturschutz oder der Erholung. In Nationalparks dürfen sich Teile des Waldes möglichst frei entwickeln. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, Nutzung und Schutz so miteinander zu verbinden, dass der Wald langfristig vielfältig und widerstandsfähig bleibt.

Wiesen: bunte Lebensräume am Boden
Eine Wiese kann aus vielen verschiedenen Gräsern und Blütenpflanzen bestehen. Je vielfältiger die Pflanzen, desto mehr unterschiedliche Tiere können dort Nahrung oder Verstecke finden. Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten besuchen Blüten. Vögel und kleine Säugetiere wiederum fressen manche dieser Tiere oder die Samen von Pflanzen.
Wiesen bleiben nicht automatisch Wiesen. Viele müssen gemäht oder beweidet werden. Der Zeitpunkt und die Häufigkeit der Mahd beeinflussen, welche Arten dort leben können. Werden alle Flächen gleichzeitig sehr früh und sehr häufig gemäht, verlieren manche Tiere Nahrung oder Rückzugsorte. Werden unterschiedliche Flächen zu verschiedenen Zeiten gepflegt, können mehr Strukturen erhalten bleiben.

Äcker, Höfe und Artenvielfalt
Auf Äckern bauen Menschen Nahrung und andere Pflanzen an. Landwirtschaft ist deshalb für unsere Ernährung sehr wichtig. Gleichzeitig ist ein Acker auch Teil einer Landschaft, in der Tiere und Wildpflanzen leben.
Für viele Arten sind kleine Strukturen besonders wichtig: Hecken, Feldgehölze, Säume, Brachen, kleine Gewässer oder einzelne Bäume können Nahrung, Nistplätze und Deckung bieten. Eine vielfältig gegliederte Agrarlandschaft kann deshalb mehr Lebensräume enthalten als eine Landschaft, in der sehr große Flächen kaum unterbrochen sind.

Streuobstwiesen: Obst und Lebensraum zusammen
Auf einer Streuobstwiese stehen Obstbäume meist mit Abstand voneinander über einer Wiese. Dort können Menschen Äpfel, Birnen, Kirschen oder anderes Obst ernten. Gleichzeitig entstehen unterschiedliche Lebensräume: Blüten für Insekten, Baumhöhlen für Tiere, Gras und Kräuter am Boden und alte Äste für Pilze und Käfer.
Streuobstwiesen zeigen besonders gut, dass menschliche Nutzung und Artenvielfalt nicht immer Gegensätze sein müssen. Entscheidend ist, wie eine Fläche bewirtschaftet und gepflegt wird.
Moore: nasse Landschaften mit besonderem Boden
Ein Moor ist dauerhaft oder lange Zeit sehr nass. Abgestorbene Pflanzenreste werden dort nur langsam abgebaut. So kann über lange Zeit Torf entstehen. Moore bieten hoch spezialisierten Pflanzen und Tieren Lebensraum.
Werden Moore entwässert, verändert sich der Boden stark. Darum gehört die Wiedervernässung trockengelegter Moore zu wichtigen Maßnahmen des Natur- und Klimaschutzes. Dabei wird versucht, wieder mehr Wasser in der Moorlandschaft zu halten.

Heiden: offene Landschaften brauchen Pflege
Eine Heide ist eine offene Landschaft, in der zum Beispiel Heidekraut wachsen kann. Viele Heideflächen sind über lange Zeit durch menschliche Nutzung entstanden oder erhalten worden. Ohne Pflege würden auf manchen Flächen Sträucher und Bäume immer mehr Raum einnehmen.
Schafe und andere Weidetiere können bei der Landschaftspflege helfen. Sie fressen bestimmte Pflanzen, halten Flächen offen und transportieren manchmal Samen im Fell. So wird deutlich: Naturschutz kann auch bedeuten, eine Kulturlandschaft aktiv zu pflegen.

Große Weidetiere als Landschaftsgestalter
Im Film spielt auch die Döberitzer Heide in Brandenburg eine Rolle. Dort leben unter naturnahen Bedingungen große Pflanzenfresser wie Wisente. Große Weidetiere fressen Gräser, Kräuter, Blätter und junge Gehölze. Dadurch verändern sie die Vegetation. Es entstehen unterschiedlich hohe Pflanzenbestände, offene Stellen und Übergänge zwischen Gebüsch und Wiese.
Solche Unterschiede nennt man Strukturvielfalt. Viele Tier- und Pflanzenarten brauchen ganz bestimmte Strukturen. Deshalb können Weidetiere Teil einer Landschaftspflege sein, die Vielfalt erhalten soll.

Bäche, Flüsse und Auen
Ein Fluss ist nicht nur das Wasser zwischen zwei Ufern. Zu einem naturnahen Flusssystem gehören auch Ufer, Kies- oder Sandflächen, Nebenarme und Auen. Auen sind Flächen, die bei Hochwasser zeitweise überschwemmt werden können.
Wenn Flüsse mehr Raum bekommen, können vielfältige Lebensräume entstehen. Uferpflanzen bremsen Wasser, Wurzeln halten Boden fest und flache Wasserbereiche bieten Jungtieren Schutz. Renaturierung bedeutet, einen stark veränderten Lebensraum wieder naturnäher zu gestalten.

Biber: Tiere verändern Gewässer
Der Biber fällt Bäume, baut Dämme und staut Wasser. Dadurch kann er seine Umgebung stark verändern. Hinter einem Biberdamm entstehen oft nasse Bereiche, kleine Teiche und neue Uferzonen. Solche Veränderungen können für viele andere Arten neue Lebensräume schaffen.
Menschen und Biber können aber auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Deshalb gehört zum Naturschutz oft, Lösungen zu finden, die sowohl Tiere als auch menschliche Nutzungen berücksichtigen.

Wattenmeer und Nordseeküste
An der Nordsee verändern Ebbe und Flut regelmäßig den Wasserstand. Bei Ebbe liegen große Flächen des Wattenmeers trocken, bei Flut werden sie wieder überspült. Für Würmer, Muscheln, Krebse, Fische und viele Vögel ist das Watt ein wichtiger Lebensraum.
Zugvögel können dort rasten und Nahrung finden. Das zeigt besonders gut, dass ein Lebensraum nicht nur für Tiere wichtig ist, die das ganze Jahr dort bleiben. Manche Arten verbinden auf ihren Wanderungen viele weit entfernte Gebiete miteinander.
Ostsee und Leben unter Wasser
Auch die Ostsee ist ein Lebensraum mit eigenen Bedingungen. Unter der Wasseroberfläche leben Fische, Krebse, Muscheln, Algen und viele kleinere Organismen. Der Film nutzt Unterwasseraufnahmen, um solche Lebensräume sichtbar zu machen.
Damit Gewässer artenreich bleiben, brauchen sie sauberes Wasser, passende Lebensräume und Rückzugsorte. Was an Land passiert, kann Gewässer beeinflussen: Boden, Nährstoffe oder Schadstoffe können mit Regen und Bächen weitertransportiert werden. Darum gehören Land- und Gewässerschutz zusammen.
Artenvielfalt verstehen
Artenvielfalt bedeutet, dass in einem Gebiet viele unterschiedliche Arten vorkommen. Zur Biodiversität gehört aber noch mehr: auch die Vielfalt innerhalb von Arten und die Vielfalt der Lebensräume.
Für Kinder lässt sich Artenvielfalt mit einer bunten Bausteinkiste vergleichen. Je mehr verschiedene Bausteine vorhanden sind, desto mehr unterschiedliche Verbindungen sind möglich. In der Natur bilden Arten Nahrungsnetze, bestäuben Pflanzen, zersetzen abgestorbene Stoffe, verbreiten Samen oder gestalten Lebensräume.
Ein Netz statt einer Kette
In einem Lebensraum hängt vieles zusammen. Eine Blüte kann Nahrung für ein Insekt liefern. Das Insekt kann Nahrung für einen Vogel sein. Der Vogel verbreitet vielleicht Samen. Pilze und Bodenorganismen zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und geben Nährstoffe an den Boden zurück. Deshalb ist Natur eher ein Netz als eine einfache Kette.
Beispiel: Von der Hecke bis zum Bach
Eine Hecke neben einem Acker bietet Vögeln und Insekten Schutz. Ihre Wurzeln halten Boden fest. Wenn bei Regen weniger Boden abgeschwemmt wird, gelangt auch weniger Erde in einen nahen Bach. So kann eine kleine Struktur an Land einen Einfluss auf ein Gewässer haben.
Dieses Beispiel zeigt: Landwirtschaft, Bodenschutz, Gewässerschutz und Artenschutz können direkt miteinander verbunden sein.
Landschaftspflege und Landwirtschaft
Landschaftspflege bedeutet, Lebensräume so zu erhalten oder zu entwickeln, dass ihre typischen Arten und Strukturen bestehen bleiben. Je nach Landschaft kann das ganz unterschiedlich aussehen. Eine Wiese kann gemäht werden. Eine Heide kann beweidet werden. Eine Hecke kann gepflegt werden. Ein Moor kann wieder vernässt werden. Ein Fluss kann mehr Raum erhalten.
Warum Pflege manchmal nötig ist
Viele Landschaften in Deutschland sind Kulturlandschaften. Sie wurden über lange Zeit von Menschen mitgeprägt. Wenn eine blütenreiche Wiese überhaupt nicht mehr gemäht oder beweidet wird, verändert sie sich. Auf manchen Standorten wachsen zuerst hohe Stauden, später Sträucher und schließlich Bäume. Das ist ein natürlicher Prozess. Wenn aber gerade die Wiese als Lebensraum erhalten werden soll, braucht sie Pflege.
Naturschutz bedeutet deshalb nicht immer: Nichts tun. Manchmal heißt es: Natur sich selbst entwickeln lassen. Manchmal heißt es: gezielt pflegen. Welche Strategie sinnvoll ist, hängt vom Lebensraum und vom Ziel ab.
Landwirtschaft als Teil der Lösung
Landwirtinnen und Landwirte erzeugen Lebensmittel und bewirtschaften große Teile unserer Landschaft. Deshalb sind sie wichtige Partner für den Schutz von Arten. Maßnahmen wie blütenreiche Säume, Hecken, später gemähte Teilflächen, vielfältige Fruchtfolgen oder der Erhalt kleiner Gewässer können zusätzliche Lebensräume schaffen.
Dabei gibt es oft Zielkonflikte: Ein Betrieb muss wirtschaftlich arbeiten, Menschen brauchen Lebensmittel, und gleichzeitig sollen Böden, Wasser und Arten geschützt werden. Gute Lösungen müssen mehrere Bedürfnisse zusammenbringen.

Wälder schützen und nutzen
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Gleichzeitig ist ein Wald Lebensraum, Wasserspeicher, Erholungsort und Teil des Klimasystems. Deshalb gibt es unterschiedliche Ziele im Wald.
Ein strukturreicher Wald kann junge und alte Bäume, verschiedene Baumarten, Lichtungen, dichtes Unterholz, Baumhöhlen und Totholz enthalten. Solche Unterschiede schaffen viele kleine Lebensräume.
Gewässer schützen und wiederherstellen
Bäche, Flüsse, Seen, Moore und Feuchtgebiete sind durch Wasser miteinander verbunden. Wenn ein Bach begradigt oder ein Moor entwässert wird, ändert sich nicht nur das Aussehen. Auch Strömung, Wasserstand, Boden und Lebensräume verändern sich.
Bei einer Renaturierung versucht man, natürliche Prozesse wieder stärker zuzulassen. Ein Fluss kann wieder Kurven bilden, eine Aue kann wieder überflutet werden oder ein Moor kann wieder nasser werden. Solche Maßnahmen können gleichzeitig dem Arten-, Klima- und Hochwasserschutz helfen.
Naturschutz: bewahren, pflegen, verbinden
Naturschutz hat viele Werkzeuge. Schutzgebiete können besonders wertvolle Flächen sichern. Landschaftspflege kann offene Lebensräume erhalten. Renaturierung kann beschädigte Lebensräume wieder verbessern. Biotopverbünde helfen dabei, getrennte Lebensräume miteinander zu verbinden.
Tiere brauchen oft mehr als einen kleinen geschützten Ort. Ein Frosch kann zum Beispiel ein Gewässer zur Fortpflanzung und andere Flächen zum Nahrungssuchen oder Überwintern brauchen. Darum ist es wichtig, ganze Landschaften und Verbindungen zwischen Lebensräumen zu betrachten.
Naturräume vergleichen
| Naturraum | Typische Merkmale | Mögliche Bewohner | Nutzung und Pflege | Schutzidee |
|---|---|---|---|---|
| Alpen und Almen | Berge, Felsen, Bergwiesen, starke Höhenunterschiede | Bergpflanzen, Insekten, Vögel, Weidetiere | Beweidung, Tourismus, Forstwirtschaft | empfindliche Berglebensräume schützen und passend beweiden |
| Wald | Bäume, Sträucher, Boden, Totholz, unterschiedliche Stockwerke | Spechte, Käfer, Pilze, Fledermäuse, Säugetiere | Holzgewinnung, Erholung, Schutz | alte Bäume, Totholz und Strukturvielfalt erhalten |
| Wiese | Gräser und Blütenpflanzen | Bienen, Schmetterlinge, Heuschrecken, Vögel | Mahd oder Beweidung | Mahd und Pflege an Arten anpassen |
| Moor | sehr nasser Boden, Torfbildung | spezialisierte Pflanzen, Libellen, Amphibien | früher häufig Entwässerung und Torfnutzung | Wasser im Moor halten oder wieder anheben |
| Heide | offene, oft nährstoffarme Fläche mit Heidekraut | Insekten, Vögel, Weidetiere | Beweidung und Landschaftspflege | Verbuschung je nach Schutzziel begrenzen |
| Aue | Überschwemmungsbereich an Flüssen | Fische, Amphibien, Vögel, Insekten | Hochwasserschutz, Landwirtschaft, Erholung | Flüssen wieder mehr Raum geben |
| Wattenmeer | Wechsel von Ebbe und Flut | Wattwürmer, Muscheln, Krebse, Fische, Zugvögel | Fischerei, Tourismus, Küstenschutz | Störungen verringern und Schutzgebiete beachten |
Forscherblick: Was kannst Du draußen beobachten?
Du musst nicht in die Alpen oder ans Meer reisen, um Natur zu erforschen. Schon auf dem Schulweg findest Du kleine Lebensräume. Eine Mauerritze kann Pflanzen tragen. Unter einem alten Baum leben Bodenorganismen. Eine Hecke bietet Vögeln Schutz. Eine Pfütze wird von Insekten besucht.
Für Naturbeobachtungen gilt: Tiere nicht fangen oder stören, Pflanzen nicht unnötig pflücken und Schutzgebiete nur auf erlaubten Wegen betreten. Beobachten, zeichnen und fotografieren reicht meistens völlig aus.
Mini-Forschungsauftrag
Suche draußen zwei unterschiedliche Orte, zum Beispiel eine kurz gemähte Rasenfläche und eine wilde Ecke. Beobachte jeweils fünf Minuten lang. Welche Pflanzenformen, Tiere, Geräusche und Verstecke findest Du? Vergleiche anschließend: Wo gab es mehr unterschiedliche Strukturen? Du musst keine Arten bestimmen können. Es reicht, genau hinzusehen.
Film und Wirklichkeit vergleichen
Der Film zeigt besonders eindrucksvolle Aufnahmen. Im Alltag sieht Natur oft unspektakulärer aus. Trotzdem können kleine, unscheinbare Orte ökologisch wichtig sein. Ein Haufen Totholz, ein schmaler Blühstreifen oder ein schlammiger Tümpel kann für bestimmte Arten wertvoller sein als eine ordentlich aussehende, aber sehr einförmige Fläche.
Eine wichtige Filmfrage lautet daher: Welche Bilder machen mich staunen? Eine wichtige Forschungsfrage lautet: Welche Funktionen hat dieser Lebensraum wirklich? Beides zusammen hilft Dir, Natur nicht nur schön, sondern auch als Netz von Beziehungen zu verstehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer führte bei Heimat Natur Regie? (Jan Haft) (!Benno Fürmann) (!Wisent) (!Checker Tobi)
Welche Landschaft liegt im Süden Deutschlands? (Alpen) (!Wattenmeer) (!Nordsee) (!Ostsee)
Was gehört zu einem artenreichen Wald? (Totholz) (!Plastikrasen) (!Asphalt) (!Straßenlaternen)
Warum werden manche Wiesen gemäht oder beweidet? (Damit sie als offene Wiesen erhalten bleiben) (!Damit aus jeder Wiese ein Parkplatz wird) (!Damit kein Regen mehr fällt) (!Damit alle Bäume sofort wachsen)
Was ist für ein Moor besonders typisch? (Viel Wasser im Boden) (!Trockener Wüstensand) (!Salzwasser in jedem Bodenloch) (!Dauerhaft gefrorener Boden)
Was kann eine Hecke in der Feldlandschaft bieten? (Schutz und Nahrung für Tiere) (!Eine Autobahn für Autos) (!Eine Fabrikhalle) (!Eine Skipiste)
Was passiert im Wattenmeer regelmäßig? (Ebbe und Flut wechseln sich ab) (!Der Boden wird zu Lava) (!Es gibt jeden Tag Schnee) (!Die Berge wachsen sichtbar)
Was bedeutet Renaturierung? (Einen veränderten Lebensraum wieder naturnäher gestalten) (!Eine Wiese vollständig betonieren) (!Alle Bäume fällen) (!Jedes Gewässer trockenlegen)
Warum ist Artenvielfalt wichtig? (Viele Arten erfüllen unterschiedliche Aufgaben im Naturhaushalt) (!Nur eine einzige Art darf Nahrung finden) (!Alle Landschaften sollen gleich aussehen) (!Tiere brauchen keine Lebensräume)
Welche Idee passt besonders gut zu Heimat Natur? (Mensch und Natur hängen miteinander zusammen) (!Natur gibt es nur in fernen Ländern) (!Landwirtschaft hat nichts mit Landschaft zu tun) (!Gewässer sind unabhängig von ihrer Umgebung)
Memory
| Alpen | hohe Berge |
| Wald | Totholz |
| Moor | nasser Torfboden |
| Heide | offene Pflegelandschaft |
| Wattenmeer | Ebbe und Flut |
| Streuobstwiese | Obstbäume über Grünland |
| Aue | Überschwemmungsraum |
| Hecke | Lebensraum am Feldrand |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Wattenmeer | Ebbe und Flut |
| Alm | Bergwiese mit Weidetieren |
| Moor | nasser Lebensraum mit Torfbildung |
| Aue | Überschwemmungsraum am Fluss |
| Streuobstwiese | Obstbäume und Wiese |
| Hecke | Rückzugsort am Feldrand |
Kreuzworträtsel
| Wattenmeer | Welcher Lebensraum wird bei Ebbe teilweise trocken? |
| Artenvielfalt | Wie heißt die Vielfalt verschiedener Arten? |
| Moor | Welcher nasse Lebensraum kann Torf bilden? |
| Hecke | Welcher Lebensraum am Feldrand besteht aus Sträuchern und kleinen Bäumen? |
| Wisent | Welches große Weidetier lebt auch in der Döberitzer Heide? |
| Zeitlupe | Welche Filmtechnik zeigt schnelle Bewegungen langsamer? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Naturbeobachtung: Suche draußen einen kleinen Lebensraum und zeichne alles, was Du dort in fünf Minuten entdeckst.
- Landschaft: Male zwei Bilder: einen Wald und eine Wiese. Zeige durch Farben und Formen, worin sie sich unterscheiden.
- Artenvielfalt: Fotografiere oder zeichne fünf unterschiedliche Pflanzenformen, ohne Pflanzen abzureißen, und ordne sie nach Blatt-, Blüten- oder Wuchsform.
- Naturgeräusch: Schließe draußen für eine Minute die Augen und erstelle danach eine Geräuschkarte mit Vogelstimmen, Wind, Wasser und menschlichen Geräuschen.
Standard
- Lebensraumvergleich: Vergleiche zwei Orte in Deiner Umgebung und notiere Unterschiede bei Pflanzen, Wasser, Boden, Verstecken und menschlicher Nutzung.
- Streuobstwiese: Gestalte ein Plakat, das zeigt, wie Obsternte und Lebensräume für Tiere auf derselben Fläche zusammenpassen können.
- Gewässerschutz: Baue mit Sand, Erde und Wasser ein kleines Modell eines geraden und eines geschwungenen Bachlaufs und beobachte, wie sich das Wasser bewegt.
- Landschaftspflege: Führe ein kurzes Interview mit einer Person aus Landwirtschaft, Gartenbau, Forst, Naturschutz oder Gemeinde über die Frage: Wie pflegen Menschen Landschaft?
Schwer
- Biotopverbund: Entwirf einen Plan für ein erfundenes Dorf, in dem Wald, Bach, Wiesen, Hecken, Gärten und Teiche so verbunden sind, dass Tiere zwischen Lebensräumen wandern können.
- Filmgestaltung: Produziere ein ein- bis zweiminütiges Naturvideo mit mindestens drei verschiedenen Einstellungen und erkläre danach, wie Kameraausschnitt und Tempo die Wirkung verändern.
- Zielkonflikt: Untersuche ein Beispiel, bei dem Landwirtschaft, Freizeit, Hochwasserschutz oder Naturschutz unterschiedliche Wünsche an dieselbe Fläche haben, und entwickle einen Kompromiss.
- Renaturierung: Wähle einen stark veränderten Lebensraum in Deiner Umgebung und entwirf mit Zeichnung und Begründung drei Maßnahmen, die ihn naturnäher machen könnten.


Lernkontrolle
- Naturraum vergleichen: Vergleiche Wald und Wiese. Erkläre nicht nur Unterschiede, sondern auch, warum beide Lebensräume für unterschiedliche Arten wichtig sein können.
- Mensch und Natur: Eine Wiese wird plötzlich nicht mehr genutzt. Beschreibe, wie sie sich über längere Zeit verändern könnte und welche Arten davon profitieren oder Nachteile haben könnten.
- Landwirtschaft und Gewässer: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie eine Maßnahme auf einem Feld auch einen Bach beeinflussen kann.
- Landschaftspflege beurteilen: Eine Heidefläche wächst langsam mit Büschen zu. Entscheide, ob und wie eingegriffen werden sollte, und begründe Deine Idee mit dem Schutzziel.
- Renaturierung planen: Ein Bach ist begradigt und hat steile Ufer. Entwickle zwei Veränderungen, die mehr Lebensräume schaffen könnten.
- Naturfilm untersuchen: Wähle eine Szene aus Heimat Natur oder aus einem anderen Naturfilm. Erkläre, welche Filmtechnik Dir etwas zeigt, das Du draußen möglicherweise nicht so leicht erkennen würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu Heimat Natur ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären kannst und nicht nur einzelne Begriffe auswendig kennst.
- Du kannst mindestens vier unterschiedliche Naturräume Deutschlands beschreiben und vergleichen.
- Du kannst erklären, was Artenvielfalt bedeutet und warum verschiedene Lebensräume verschiedene Arten fördern.
- Du kannst an Beispielen zeigen, wie Landwirtschaft und Landschaftspflege Natur beeinflussen.
- Du kannst erklären, warum Wälder alte Bäume, unterschiedliche Strukturen und Totholz als Lebensräume brauchen.
- Du kannst den Zusammenhang zwischen Gewässern, Auen und Renaturierung beschreiben.
- Du kannst erklären, warum Moore Wasser brauchen und warum Wiedervernässung eine Schutzmaßnahme sein kann.
- Du kannst mindestens einen Zielkonflikt zwischen menschlicher Nutzung und Naturschutz erkennen und einen begründeten Lösungsvorschlag machen.
- Du kannst mindestens eine Filmtechnik nennen und erklären, wie sie Naturvorgänge sichtbar macht.
- Du kannst eine eigene Beobachtung aus der Natur dokumentieren und daraus eine Frage oder Schlussfolgerung ableiten.
OERs zum Thema
Zum Film Heimat Natur gibt es keinen eigenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel. Passende freie Hintergrundinformationen findest Du unter anderem zu Regisseur Jan Haft, Biodiversität und Naturschutz.
Weitere freie und seriöse Lernmedien
Quellen und Hintergrundinformationen
- Offizielle Filmseite zu Heimat Natur: Informationen zu Inhalt, Mitwirkenden, Produktion und Lebensräumen.
- Schulmaterial zu Heimat Natur: Filmdaten und filmpädagogische Anregungen.
- VISION KINO: Filmpädagogische Einordnung des Dokumentarfilms.
- Bundesamt für Naturschutz: Fachinformationen zu Biodiversität, Landwirtschaft, Gewässern, Auen und Naturschutz.
- Umweltbundesamt: Informationen zu Mooren, Wiedervernässung, Gewässer- und Klimaschutz.
- Bundeswaldinventur: Informationen zu Waldstruktur, Baumartenvielfalt und Totholz.
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