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Hebezeuge im Metallbau sicher einsetzen - Schmied

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Hebezeuge im Metallbau sicher einsetzen - Schmied



Hebezeuge im Metallbau sicher einsetzen - Schmied


Einleitung

In der Schmiede, im Metallbau und bei Montagearbeiten müssen schwere Werkstücke, Gesenke, Vorrichtungen, Stahlprofile oder Baugruppen regelmäßig angehoben, gedreht, umgesetzt und sicher abgesetzt werden. Hebezeuge entlasten den Körper, vervielfachen aber zugleich die wirkenden Kräfte. Eine kleine Fehlentscheidung bei Gewicht, Schwerpunkt, Anschlagart oder Verkehrsweg kann deshalb zu Quetschungen, herabfallenden Lasten und schweren Sachschäden führen.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Bereich Metalltechnik, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer, Beschäftigte in Schmiedebetrieben sowie Lernende mit dem Schwerpunkt Schmieden. Du lernst die Fachbegriffe kennen, planst Hebevorgänge, prüfst Arbeitsmittel und beurteilst typische Gefahrensituationen. Der Kurs ersetzt keine betriebliche Unterweisung, keine praktische Qualifizierung und keine schriftliche oder mündliche Beauftragung. Maßgeblich bleiben die Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanleitung, die Betriebsanweisung und die Anweisungen der verantwortlichen Fachkraft.

Schmiedearbeit verbindet hohe Kräfte, heiße Werkstücke und schwere Betriebsmittel. Hebevorgänge müssen deshalb besonders sorgfältig geplant werden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du Hebezeuge, Tragmittel, Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel fachlich unterscheiden. Du kannst Gewicht und Schwerpunkt einer Last ermitteln, geeignete Anschlagpunkte auswählen, Kennzeichnungen lesen und die Auswirkungen von Neigungswinkel, Temperatur, scharfen Kanten und Oberflächenzustand erklären. Außerdem kannst Du einen sicheren Arbeitsablauf vom Vorbereiten bis zum Absetzen beschreiben, Mängel erkennen und eine Last aus dem Gefahrenbereich heraus kontrolliert bewegen.


Fachbegriffe und Geräte


Hebezeug, Kran und Lastaufnahmeeinrichtung

Ein Hebezeug hebt und senkt Lasten. Je nach Bauart kann es Lasten zusätzlich horizontal bewegen. Typische Beispiele sind Krane, hand- oder kraftbetriebene Kettenzüge, Seilzüge, Winden und Hubwerke. Ein Kran kann eine Last in mindestens eine weitere Richtung bewegen und wird im Metallbau häufig als Brückenkran, Portalkran, Säulenschwenkkran oder mobiler Werkstattkran eingesetzt.

Die Lastaufnahmeeinrichtung ist der Oberbegriff für Tragmittel, Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel:

Fachbegriff Bedeutung Beispiele aus Metallbau und Schmiede
Tragmittel Dauerhaft mit dem Hebezeug verbundene Einrichtung zum Aufnehmen von Lastaufnahmemitteln, Anschlagmitteln oder Lasten Hubseil, Lasthaken, fest eingebauter Greifer
Anschlagmittel Nicht zum Hebezeug gehörende Verbindung zwischen Tragmittel, Last oder Lastaufnahmemittel Anschlagkette, Drahtseilgehänge, Rundschlinge, Hebeband, Schäkel
Lastaufnahmemittel Nicht zum Hebezeug gehörende Einrichtung, die eine Last aufnimmt Traverse, C-Haken, Hebeklemme, Zange, Lasthebemagnet
Anschlagpunkt Feste oder lösbare, dafür vorgesehene Einrichtung an der Last Anschlagöse, Ringschraube, anschweißbarer Anschlagpunkt

Ein Brückenkran überfährt den Arbeitsbereich. Kranbahn, Katze, Hubwerk, Tragmittel und Steuerung bilden ein abgestimmtes System.


Kettenzug und Kranhaken

Ein handbetriebener Kettenzug nutzt eine Handkette zum Heben und eine Lastkette zum Tragen. Ein elektrischer Kettenzug besitzt einen motorischen Antrieb und eine Steuerung. In beiden Fällen gelten die angegebene Tragfähigkeit, die zulässige Einbaulage und die Betriebsanleitung. Ein Kettenzug darf nicht an ungeeigneten Bauteilen, improvisierten Aufhängungen oder nicht nachgewiesenen Anschlagpunkten befestigt werden.

Prinzip eines Kettenzugs: Die Kraftübersetzung erleichtert das Heben, beseitigt aber nicht die Gefahren einer bewegten Last.

Elektrischer Kettenzug: Vor dem Einsatz sind Aufhängung, Kette, Haken, Steuerung und Kennzeichnung zu kontrollieren.

Der Lasthaken muss zur Lastaufnahme geeignet und gegen unbeabsichtigtes Aushängen gesichert sein. Die Hakenmaulsicherung ist eine Sicherung, aber kein tragendes Bauteil. Der Haken darf nicht auf der Spitze, seitlich oder durch Verkanten belastet werden. Anschlagmittel gehören in den Hakengrund und dürfen nicht im Hakenmaul gequetscht werden.

Kranhaken mit Sicherungsklappe. Verformungen, Risse, Verschleiß und eine defekte Sicherung sind Warnzeichen.


Gefährdungen in Metallbau und Schmiede

Schwere Metallteile besitzen oft kleine Auflageflächen, scharfe Kanten und einen schwer erkennbaren Schwerpunkt. Geschmiedete Rohlinge können unregelmäßig geformt sein. Gesenke, Ambosse, Maschinenbauteile und Vorrichtungen sind kompakt, aber sehr schwer. Lange Profile können durchbiegen, ausschwingen oder aus einer Einzelschlinge rutschen. Hinzu kommen Zunder, Öl, Nässe, Staub, Funkenflug und hohe Temperaturen.

Typische Gefährdungen sind das Herabfallen, Kippen, Pendeln, Drehen, Abgleiten oder Auseinanderfallen der Last. Weitere Risiken entstehen durch Quetsch- und Scherstellen, unkontrolliert zurückschnellende Anschlagmittel, beschädigte Kanten, schlechte Sicht, Missverständnisse und Personen im Transportweg. Besonders gefährlich ist der Aufenthalt zwischen einer schwebenden Last und einem festen Bauteil.

Wichtig für die Schmiede: Heiße Werkstücke und Wärmestrahlung können die Tragfähigkeit von Anschlagmitteln beeinflussen. Textile Anschlagmittel dürfen nur innerhalb der vom Hersteller freigegebenen Temperatur- und Einsatzgrenzen verwendet werden. Funken, Zunder und scharfe Kanten können Fasern beschädigen. Bei heißen Lasten sind nur ausdrücklich geeignete Arbeitsmittel mit den vorgeschriebenen Reduktionsfaktoren und Schutzmaßnahmen einzusetzen. Flüssigmetalltransporte unterliegen besonderen Regeln und sind nicht Gegenstand dieses Grundkurses.


Hebevorgänge fachgerecht planen


Gewicht und Schwerpunkt ermitteln

Vor jedem Hebevorgang musst Du das tatsächliche Gewicht und die Lage des Schwerpunkts kennen. Angaben können auf Zeichnungen, Stücklisten, Typenschildern oder der Last stehen. Fehlen sie, wird gewogen oder fachgerecht berechnet. Schätzen allein genügt nicht.

Für einen quaderförmigen Stahlrohling gilt näherungsweise:

Masse = Volumen × Dichte

Für Stahl kann bei einer überschlägigen Rechnung mit etwa 7.850 kg/m³ gerechnet werden. Ein Rohling mit 1,20 m Länge, 0,20 m Breite und 0,05 m Höhe besitzt ein Volumen von 0,012 m³ und damit eine Masse von ungefähr 94 kg. Hinzu kommen gegebenenfalls Greifer, Traverse, Anschlagmittel oder andere mitgehobene Teile. Verbindlich ist die tatsächlich ermittelte Gesamtlast.

Der Schwerpunkt muss unter dem Lasthaken liegen. Liegt der Haken seitlich versetzt, dreht oder kippt die Last beim Anheben. Bei unregelmäßigen Schmiedestücken ist die Schwerpunktlage gegebenenfalls durch technische Unterlagen oder einen kontrollierten Probehub zu überprüfen.


Tragfähigkeit und Anschlagwinkel

Die Tragfähigkeit wird häufig mit WLL bezeichnet. Sie ist keine Bruchkraft, sondern die maximal zulässige Belastung unter den angegebenen Bedingungen. Entscheidend sind die Kennzeichnung am Hebezeug, die Tragfähigkeit des schwächsten Bauteils und die konkrete Anschlagart.

Bei mehrsträngigen Gehängen steigt die Strangkraft, wenn die Stränge flacher verlaufen. Deshalb darf die Tragfähigkeit nicht einfach durch die Zahl der Stränge geteilt werden. Du musst die Tragfähigkeitstabelle des Herstellers sowie Zahl der tragenden Stränge, Anschlagart und Neigungswinkel beachten. Ein nicht eindeutig tragender Strang darf nicht rechnerisch mitgezählt werden. Unzulässige Neigungswinkel und seitliche Belastungen sind zu vermeiden.


Passende Anschlag- und Lastaufnahmemittel auswählen

Last oder Einsatz Geeignete Lösung kann sein Besonders beachten
Lange Profile oder Rahmen Mehrstranggehänge oder Traverse Durchbiegung, Abrutschen, Drehung, tragende Anschlagpunkte
Kompaktes Gesenk oder Werkzeug Vorgesehene Anschlagösen, passende Schäkel, Kettengehänge Hohes Gewicht, kleiner Aufstandsbereich, sichere Ablage
Blech oder Platte Freigegebene Hebeklemme, Magnet oder Vakuumheber Werkstoff, Dicke, Oberfläche, Lage, Haltekraft und Betriebsanleitung
Heißes Schmiedestück Temperaturbeständiges, freigegebenes Lastaufnahme- oder Anschlagmittel Temperatur, Wärmestrahlung, Zunder, Abstand und Reduktionsfaktoren
Empfindliche oder scharfkantige Oberfläche Geeignetes Anschlagmittel mit wirksamem Kantenschutz Kantenradius, Druckstellen, Verrutschen und Schutzmaterial

Formschlüssige Lastaufnahmemittel halten durch geometrisches Umfassen oder Unterfassen. Kraftschlüssige Lastaufnahmemittel halten durch Magnet-, Saug- oder Reibungskräfte. Bei kraftschlüssigen Systemen hängt die Sicherheit besonders von Oberfläche, Werkstoff, Temperatur und vollständiger Wirksamkeit der Haltekraft ab. Lasten dürfen mit kraftschlüssig wirkenden Lastaufnahmemitteln nicht über ungeschützte Beschäftigte geführt werden.

Ein Lasthebemagnet eignet sich nur für freigegebene ferromagnetische Werkstoffe und Einsatzbedingungen. Luftspalt, Zunder, Rost, Beschichtungen, geringe Materialdicke, unebene Flächen, hohe Temperatur und Durchbiegung können die Haltekraft verringern. Hebeklemmen dürfen nur in der vorgesehenen Zugrichtung und für den freigegebenen Dicken- und Härtebereich verwendet werden. Ringschrauben und Anschlagpunkte müssen für Belastungsrichtung und Last geeignet, vollständig montiert und unbeschädigt sein. Umreifungsbänder, Drähte, gewöhnliche Zangen und improvisierte Eigenbauten sind keine zulässige Ersatzlösung.

Mobiler Portalkran mit Kettenzug: Auch mobile Systeme brauchen einen tragfähigen, ebenen Standort und eine bestimmungsgemäße Montage.


Prüfen, Anschlagen, Heben und Absetzen


Sichtkontrolle und Ablegereife

Vor jeder Verwendung führst Du eine Sicht- und Funktionskontrolle durch. Du prüfst Kennzeichnung, Haken, Sicherungen, Ketten, Seile, Bänder, Rundschlingen, Schäkel, Verbindungsteile, Aufhängung und Steuerung. Bei einem elektrischen Hebezeug gehören auch Not-Halt, Endabschaltung und Bedienelemente zur Kontrolle nach Betriebsanleitung.

Ablegereife bedeutet, dass ein Anschlag- oder Lastaufnahmemittel nicht weiterverwendet werden darf. Hinweise sind beispielsweise Risse, bleibende Verformungen, übermäßiger Verschleiß, Korrosion, beschädigte Nähte, Schnitte, Drahtbrüche, Knicke, Quetschungen, Hitze- oder Chemikalienschäden, ein unlesbares Etikett oder eine defekte Sicherung. Beschädigte Arbeitsmittel werden sofort der Benutzung entzogen, gekennzeichnet und gemeldet. Du darfst sie nicht selbst durch Schweißen, Erwärmen, Richten oder Knoten reparieren.


Sicherer Arbeitsablauf

  1. Auftrag klären: Zuständigkeiten, Qualifikation, Kommunikation und besondere Gefährdungen festlegen.
  2. Lastdaten bestimmen: Gesamtgewicht, Schwerpunkt, Anschlagpunkte und Oberflächenzustand ermitteln.
  3. Arbeitsmittel auswählen: Tragfähigkeit, Anschlagart, Neigungswinkel, Temperatur und Umgebungsbedingungen prüfen.
  4. Kontrollieren: Hebezeug, Tragmittel, Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel und Kennzeichnungen sichtbar und funktional prüfen.
  5. Bereich vorbereiten: Transportweg räumen, Gefahrenbereich absperren und einen standsicheren Ablageplatz mit geeigneten Unterlagen schaffen.
  6. Fachgerecht anschlagen: Nur vorgesehene Anschlagpunkte verwenden, Kanten schützen, Haken und Schäkel richtig ausrichten und Sicherungen schließen.
  7. Probehub ausführen: Last nur wenige Zentimeter anheben, Gleichgewicht, Halt, Bremse und Anschlag kontrollieren; bei Abweichungen wieder absetzen.
  8. Last bewegen: Ruckfrei, langsam und möglichst bodennah verfahren; Pendeln vermeiden und stets freie Sicht oder eine eindeutige Einweisung sicherstellen.
  9. Sicher absetzen: Last auf tragfähige Unterlagen setzen, gegen Rollen, Kippen oder Umfallen sichern und erst dann Anschlagmittel entlasten.
  10. Nachbereiten: Arbeitsmittel ordnungsgemäß lagern, Mängel melden, Haken ohne Last in sichere Parkstellung bringen und Steuerung sichern.

Der Kranhaken wird möglichst senkrecht über dem Schwerpunkt positioniert. Schrägzug ist nur zulässig, wenn Hebezeug und Verfahren ausdrücklich dafür vorgesehen sind. Hände und Füße bleiben aus Quetschstellen. Eine Last wird nicht mit dem Körper abgefangen. Zum Führen können nach Gefährdungsbeurteilung geeignete Leinen oder Hilfsmittel verwendet werden; die Person bleibt außerhalb des Fahrwegs und der Fallzone. Eine Führungsleine wird niemals um Hand, Arm oder Körper gewickelt.


Kommunikation und Gefahrenbereich

Vor dem Start wird festgelegt, wer Zeichen gibt. Bei mehreren Beteiligten kommuniziert grundsätzlich nur die benannte einweisende oder anschlagende Person mit der kranführenden Person. Verwendet werden vereinbarte Handzeichen, Sprechfunk oder klare Sprache. Bei unklarer Verständigung, Sichtverlust oder einer unerwarteten Bewegung wird sofort gestoppt.

Unter schwebenden Lasten darf sich niemand aufhalten. Nicht beteiligte Personen verlassen den Gefahrenbereich. Auch Anschlägerinnen und Anschläger treten vor dem Anheben zurück. Eine Last darf erst abgeschlagen werden, wenn sie standsicher aufliegt und nicht rollen, kippen oder verrutschen kann.


Persönliche Schutzausrüstung

Die notwendige Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. In Metallbau und Schmiede gehören je nach Tätigkeit Sicherheitsschuhe, Schutzhelm, Schutzbrille oder Gesichtsschutz, geeigneter Gehörschutz, körperbedeckende Arbeitskleidung und passende Handschuhe dazu. Hitzeschutzkleidung kann bei warmen oder heißen Werkstücken erforderlich sein. PSA ersetzt jedoch weder Absperrungen noch sichere Anschlagverfahren. Auch mit Handschuhen bleiben Hände aus Quetschstellen.


Schmiedespezifische Anwendung

Beim Wechsel eines Gesenks an einem Schmiedehammer treffen hohe Masse, enge Platzverhältnisse, öl- oder zunderbehaftete Flächen und mögliche Restwärme zusammen. Vor dem Heben werden Gewicht und vorgesehene Anschlagpunkte aus der Dokumentation ermittelt. Das Gesenk wird gegen unerwartete Maschinenbewegung freigeschaltet, das passende Gehänge kontrolliert und der Ablageplatz vorbereitet. Nach dem Probehub wird das Werkzeug langsam und ohne Personen zwischen Last und Maschine bewegt.

Lange Schmiedestäbe oder Rahmen dürfen nicht ungesichert in einer einzelnen losen Schlinge transportiert werden. Je nach Last sind zwei Anschlagstellen, ein Schnürgang, eine Traverse oder ein formschlüssiges Lastaufnahmemittel erforderlich. Die verbindliche Lösung ergibt sich aus der Betriebsanleitung, der Gefährdungsbeurteilung und der betrieblichen Arbeitsplanung.


Organisation, Qualifikation und Prüfung

Selbstständiges Anschlagen von Lasten darf nur geeigneten, qualifizierten und beauftragten Personen übertragen werden. Die DGUV Regel 109-017 nennt dafür grundsätzlich ein Mindestalter von 18 Jahren. Ausbildungs- und Übungssituationen werden durch die verantwortliche Person auf Grundlage der geltenden Jugendarbeitsschutz-, Ausbildungs- und Betriebsregeln organisiert und beaufsichtigt.

Prüffristen werden nicht pauschal geraten. Sie sind aus der Gefährdungsbeurteilung, den Einsatzbedingungen, den Herstellerangaben und den rechtlichen Vorgaben abzuleiten. Wiederkehrende Prüfungen führt eine zur Prüfung befähigte Person durch. Nach prüfpflichtigen Änderungen oder außergewöhnlichen Ereignissen mit möglicher Schädigung ist vor der weiteren Verwendung eine außerordentliche Prüfung erforderlich. Die Ergebnisse sind nach den betrieblichen und rechtlichen Vorgaben zu dokumentieren.


Rechtsgrundlagen und Fachquellen

  1. DGUV Regel 109-017: Betreiben von Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb
  2. BGHM: Arbeitsschritte für das sichere Anschlagen, Aufnehmen und Absetzen von Lasten
  3. Betriebssicherheitsverordnung
  4. TRBS 1201: Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
  5. DGUV Information 209-013: Anschläger
  6. DGUV Vorschrift 52: Krane
  7. DGUV: Lasten nur mit geeigneten Lastaufnahmemitteln transportieren


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was muss vor der Auswahl des Anschlagmittels sicher bekannt sein? (Gewicht und Schwerpunkt der Last) (!Die Farbe des Hebezeugs) (!Die Pausenzeit der Beteiligten) (!Die Länge des Transportwegs allein)




Welche Begriffe gehören zur Lastaufnahmeeinrichtung? (Tragmittel, Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel) (!Hammer, Amboss und Zange) (!Schweißgerät, Brenner und Absaugung) (!Helm, Schuh und Handschuh)




Was ist bei einem Riss in einem Kettenglied zu tun? (Anschlagmittel sofort der Benutzung entziehen) (!Last nur halb so hoch heben) (!Riss mit Farbe markieren und weiterarbeiten) (!Kettenglied mit dem Hammer richten)




Wie verändert ein flacher werdender Anschlagwinkel die Strangkraft? (Die Strangkraft steigt) (!Die Strangkraft wird immer null) (!Die Strangkraft bleibt grundsätzlich gleich) (!Die Strangkraft hängt nur von der Farbe ab)




Was gilt für textile Anschlagmittel an heißen Schmiedestücken? (Nur innerhalb der freigegebenen Temperatur- und Einsatzgrenzen verwenden) (!Ohne Prüfung verwenden, weil Textilien weich sind) (!Durch Knoten temperaturbeständig machen) (!Direkt in Funken und Zunder ablegen)




Wozu dient der Probehub? (Zur Kontrolle von Gleichgewicht, Halt und Funktion) (!Zum schnellen Pendeln der Last) (!Zum Prüfen der Hallenbeleuchtung) (!Zum Erwärmen des Kranhakens)




Wie ist der Bereich unter einer schwebenden Last zu behandeln? (Er ist freizuhalten) (!Er ist als kurzer Durchgang geeignet) (!Er darf zum Werkzeugholen genutzt werden) (!Er ist nur für Auszubildende freigegeben)




Wer gibt bei mehreren Beteiligten regulär die Fahrzeichen? (Die vorher benannte verantwortliche Person) (!Alle Personen gleichzeitig) (!Die nächststehende Person ohne Absprache) (!Nur die Person mit dem lautesten Ruf)




Was kann nach einem außergewöhnlichen Ereignis mit möglicher Schädigung erforderlich sein? (Eine außerordentliche Prüfung vor weiterer Verwendung) (!Ein neuer Farbanstrich ohne Prüfung) (!Eine höhere zulässige Tragfähigkeit) (!Eine Verkürzung der Lastkette durch Knoten)




Wann darf ein Anschlagmittel von der Last gelöst werden? (Wenn die Last standsicher abgesetzt und das Anschlagmittel entlastet ist) (!Während die Last noch frei schwebt) (!Sobald der Kranführer die Steuerung ablegt) (!Wenn eine Person die Last mit der Hand festhält)





Memory

Hebezeug Gerät zum Heben und Senken von Lasten
Tragmittel Dauerhaft mit dem Hebezeug verbundene Einrichtung
Anschlagmittel Verbindung zwischen Tragmittel und Last
Lastaufnahmemittel Einrichtung zum Aufnehmen einer Last
Schwerpunkt Punkt der resultierenden Gewichtskraft
Probehub Niedriges erstes Anheben zur Kontrolle
Ablegereife Zustand mit sofortigem Nutzungsverbot
Tragfähigkeit Höchste zulässige Belastung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gewicht und Schwerpunkt bestimmen Überlastung und Kippen vermeiden
Anschlagmittel kontrollieren Sichtbare Mängel vor dem Einsatz erkennen
Gefahrenbereich räumen Personen vor Lastbewegungen schützen
Probehub durchführen Halt und Gleichgewicht prüfen
Standsicher absetzen Gefahrloses Abschlagen ermöglichen






Kreuzworträtsel

Hebezeug Wie heißt ein Gerät zum Heben und Senken von Lasten?
Anschlagmittel Was verbindet die Last mit Tragmittel oder Lastaufnahmemittel?
Schwerpunkt Welcher Punkt muss beim Positionieren des Hakens berücksichtigt werden?
Probehub Wie heißt das niedrige erste Anheben zur Kontrolle?
Ablegereife Wie heißt der Zustand, bei dem ein Arbeitsmittel ausgesondert werden muss?
Kranhaken Welches Tragmittel nimmt häufig ein Gehänge auf?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor dem Hebevorgang müssen Gewicht und

der Last bekannt sein. Das Anschlagmittel darf seine gekennzeichnete

nicht überschreiten. Bei scharfen Kanten ist ein geeigneter

erforderlich. Sichtbare Risse oder Verformungen können zur

führen. Ein niedriges erstes Anheben heißt

. Der Lasthaken wird möglichst senkrecht über dem

positioniert. Unter einer schwebenden Last darf sich

aufhalten. Bei unklarer Kommunikation wird der Hebevorgang sofort

. Heiße Werkstücke erfordern ausdrücklich geeignete und temperaturbeständige

. Erst nach standsicherem Absetzen wird die Last

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Gestalte eine beschriftete Übersicht, in der Du Hebezeug, Tragmittel, Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel und Anschlagpunkt voneinander abgrenzt.
  2. Gefahrenfoto: Fotografiere oder skizziere mit Erlaubnis einen Hebebereich in der Werkstatt und markiere mögliche Quetsch-, Fall- und Pendelzonen.
  3. Prüfkarte: Erstelle eine kompakte Sichtkontrollkarte für ein im Ausbildungsbetrieb verwendetes Anschlagmittel.
  4. Kommunikationsübung: Übe mit einer Partnerperson vereinbarte Fahrzeichen und dokumentiere, bei welchen Situationen ein sofortiger Stopp nötig ist.


Standard

  1. Stahlmasse berechnen: Berechne die Masse eines quaderförmigen Stahlrohlings aus seinen Abmessungen und vergleiche das Ergebnis mit einer realen Gewichtsangabe.
  2. Auswahlmatrix: Vergleiche Kette, Drahtseil, Hebeband und Traverse für drei typische Lasten aus dem Metallbau.
  3. Hebebereich planen: Zeichne einen sicheren Transportweg mit Ablageplatz, Absperrung, Position der Beteiligten und möglicher Fluchtbewegung.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video über den Ablauf vom Kontrollieren des Anschlagmittels bis zum sicheren Absetzen einer Last.


Schwer

  1. Gesenwechsel beurteilen: Entwickle eine Gefährdungsbeurteilung für den Wechsel eines schweren, noch warmen Schmiedegesenks und begründe technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen.
  2. Langguttransport planen: Plane das Heben eines langen geschmiedeten Rahmenteils und begründe Anschlagpunkte, Gehänge, Traverse, Probehub und Kommunikationsweg.
  3. Prüfprozess auditieren: Untersuche, wie Kennzeichnung, Lagerung, Mängelmeldung und wiederkehrende Prüfung der Anschlagmittel im Betrieb organisiert sind, und formuliere Verbesserungen.
  4. Praxisunterweisung entwickeln: Erstelle eine 15-minütige Unterweisung mit Demonstration, Fehlerszenario, Lernerfolgskontrolle und klaren Stoppregeln.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Pendeln: Eine Last beginnt nach einer schnellen Kranfahrt stark zu pendeln. Erkläre die Ursachen, ordne die Gefährdungen und entwickle einen sicheren neuen Ablauf.
  2. Gesenkeinsatz: Wähle für ein unregelmäßig geformtes Gesenk ein geeignetes Hebekonzept und begründe, welche Informationen Du vor der Freigabe noch benötigst.
  3. Gehängevergleich: Vergleiche zwei Gehänge mit unterschiedlich flach verlaufenden Strängen und erkläre, warum die gleiche Last zu unterschiedlichen Strangkräften führt.
  4. Entscheidung Ablegereife: Beurteile mehrere beschriebene Schäden an Kette, Rundschlinge und Haken und leite jeweils Sperrung, Meldung oder weitere Prüfung ab.
  5. Sichtbehinderung: Entwickle für einen Transport ohne direkte Sichtverbindung eine eindeutige Kommunikations- und Stoppregel.
  6. Prüffristen begründen: Erkläre, warum eine Prüffrist aus Gefährdungsbeurteilung und Einsatzbedingungen abgeleitet werden muss und nicht allein aus Gewohnheit festgelegt werden darf.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Du verwendest die Fachbegriffe Hebezeug, Tragmittel, Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel, Anschlagpunkt und Ablegereife korrekt.
  2. Du ermittelst Gewicht, Gesamtlast und Schwerpunkt nachvollziehbar.
  3. Du wählst Arbeitsmittel anhand von Tragfähigkeit, Anschlagart, Neigungswinkel, Oberfläche und Temperatur aus.
  4. Du führst eine Sicht- und Funktionskontrolle strukturiert durch und meldest Mängel richtig.
  5. Du planst Gefahrenbereich, Transportweg, Kommunikation, Probehub und standsicheren Ablageplatz.
  6. Du begründest Schutzmaßnahmen für typische Schmiedesituationen und reagierst bei Unsicherheit mit einem sicheren Stopp.
  7. Du weist Deine Handlungskompetenz in einer beaufsichtigten praktischen Übung und einer reflektierten Dokumentation nach.




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