Hammer- und Gesenkeinsätze ein- und ausbauen - Schmied

Hammer- und Gesenkeinsätze ein- und ausbauen - Schmied
Einleitung
Der Ein- und Ausbau von Hammer- und Gesenkeinsätzen gehört zum Rüsten und Instandhalten von Schmiedehämmern. Dabei werden austauschbare Ober- und Unterwerkzeuge aus ihren Aufnahmen gelöst, geprüft, gereinigt, eingesetzt, ausgerichtet und sicher befestigt. Die Tätigkeit verbindet Kenntnisse aus Schmieden, Gesenkschmieden, Maschinentechnik, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung.
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Schmiede- und Metallbereich, insbesondere an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Du lernst den allgemeinen Arbeitsablauf kennen. Die konkrete Durchführung darf jedoch nur nach Einweisung, betrieblicher Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung und Herstellervorgaben erfolgen. An Schmiedehämmern können unkontrollierte Bärbewegungen, gespeicherte Energien, schwere Werkzeuge, heiße Oberflächen, scharfer Zunder und weggeschleuderte Teile lebensgefährliche Situationen verursachen.[1]

Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du den Aufbau des Werkzeugraums eines Schmiedehammers beschreiben, Hammer- und Gesenkeinsätze unterscheiden, Gefährdungen beurteilen, einen sicheren Rüstablauf planen, Aufnahmen und Einsätze prüfen sowie eine fachgerechte Abschlusskontrolle erläutern. Du erkennst außerdem, an welchen Stellen zwingend die betriebs- und herstellerspezifischen Vorgaben gelten.
Fachliche Grundlagen
Schmieden mit austauschbaren Einsätzen
Schmieden ist ein Druckumformverfahren, bei dem Metall durch Schläge oder Druckkräfte zwischen Werkzeugen geformt wird. Beim Freiformschmieden geben einfache Werkzeugflächen die endgültige Form nicht vollständig vor. Beim Gesenkschmieden enthalten die Werkzeuge dagegen eine formgebende Gravur, in die der erwärmte Werkstoff fließt.[2]
In Schmiedehämmern werden häufig austauschbare Werkzeuge verwendet. Je nach Maschine, Hersteller und Betrieb heißen sie beispielsweise Obereinsatz, Untereinsatz, Bärgesenk, Schabottengesenk, Hammergesenk oder Gesenkeinsatz. In diesem Lernkurs wird der Ausdruck Hammer- und Gesenkeinsätze als Sammelbegriff für austauschbare Ober- und Unterwerkzeuge verwendet.

Oberwerkzeug, Unterwerkzeug und Aufnahme
Das Oberwerkzeug ist mit dem bewegten Maschinenteil verbunden. Bei einem Schmiedehammer wird dieser bewegte Teil meist als Hammerbär oder kurz Bär bezeichnet. Das Unterwerkzeug sitzt in oder auf der unteren Werkzeugaufnahme. Bei vielen Hammerbauarten wird die große, ruhende Masse unter dem Werkzeugraum als Schabotte bezeichnet.
Die Einsätze werden abhängig von der Konstruktion durch Keile, Spannkeile, Schraubverbindungen, Grundhalter, Schwalbenschwanzführungen oder besondere Schnellwechselsysteme gehalten. Bei Systemen mit Grundhaltern verbleibt der Grundhalter in der Maschine, während nur der eigentliche Einsatz gewechselt wird. Begriffe, Einbaurichtung, zulässige Keile, Anzugswerte und Einstellmöglichkeiten sind immer der Maschinen- und Werkzeugdokumentation zu entnehmen.


Gesenkgravur und Werkzeugpaar
Beim Gesenkschmieden bilden Ober- und Untergesenk ein aufeinander abgestimmtes Werkzeugpaar. Ihre Gravuren müssen zum Arbeitsauftrag, zum Werkstückvolumen und zur vorgesehenen Bearbeitungsstufe passen. Verwechslungen können zu Fehlformen, Werkzeugüberlastung, Kollisionen oder Werkstückauswurf führen.
Vor dem Einbau werden daher mindestens Werkzeugnummer, Zeichnungsstand, Ober- und Unterteil, Einbaulage, Gewicht, Befestigungsart und sichtbarer Zustand geprüft. Zusammengehörende Einsätze werden eindeutig gekennzeichnet und geordnet bereitgestellt.
Arbeitssicherheit beim Werkzeugwechsel
Gefährdungen im Werkzeugeinbauraum
Der Bereich zwischen Ober- und Unterwerkzeug heißt Werkzeugeinbauraum. Zu den wesentlichen Gefährdungen gehören Quetschen, Scheren, Stoßen, Einziehen, Erfassen und das unerwartete Bewegen von Bär, Stößel, Auswerfern oder Zuführeinrichtungen. Weitere Gefährdungen entstehen durch schwere Einsätze, schadhafte Anschlagmittel, heiße Werkzeuge, scharfkantigen Zunder, Lärm, Stolperstellen und herausgeschlagene Befestigungsteile.
Bei mehreren beteiligten Personen müssen Verantwortung, Verständigung und Berechtigung zur Bewegungsauslösung eindeutig festgelegt sein. Niemand darf sich auf Zurufe oder Vermutungen verlassen. Für jede Person, die beim Einrichten Zugang zum Gefahrenbereich hat, sind geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich.[3]
Maschine sicher stillsetzen
Vor Beginn wird der vorgesehene sichere Rüstzustand nach Betriebsanweisung hergestellt. Dazu gehören je nach Anlage das Abschalten aller relevanten Energiequellen, das Sichern gegen Wiedereinschalten, das Abbauen oder Sichern gespeicherter pneumatischer, hydraulischer, elektrischer und mechanischer Energien sowie das mechanische Sichern des Bären mit der dafür vorgesehenen Einrichtung.
Ein Not-Halt allein ersetzt keine sichere Freischaltung. Der Arbeitsbereich wird abgesperrt, Unbefugte werden ferngehalten und verkettete Anlagen werden in die Sicherungsmaßnahmen einbezogen. Instandhaltungs- und Rüstarbeiten dürfen nur von fachkundigen, beauftragten und unterwiesenen Personen ausgeführt werden.[4][5]
Persönliche Schutzausrüstung und Hilfsmittel
Die notwendige Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Typisch sind Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und geeignete Arbeitskleidung. Beim Handhaben rauer oder noch warmer Werkzeuge können geeignete Schutzhandschuhe erforderlich sein. In der Nähe bewegter Maschinenteile dürfen Handschuhe und Kleidung jedoch keine Einzugsgefahr erzeugen.
Schwere Einsätze werden nicht improvisiert von Hand bewegt. Verwendet werden dafür vorgesehene Hebezeuge, Lastaufnahmemittel, Transportwagen, Werkzeugablagen, Greifer oder Einbauhilfen. Anschlagpunkte, Tragfähigkeit und Zustand der Hilfsmittel müssen zur Last passen.
Arbeitsablauf: Einsätze ausbauen
Arbeitsauftrag vorbereiten
Vor dem Ausbau liest Du Arbeitsauftrag, Rüstplan, Betriebsanweisung und Herstellerunterlagen. Du stellst fest, welche Einsätze ausgebaut werden, wie schwer sie sind, wodurch sie befestigt werden und welche Hebe- sowie Lösehilfen zugelassen sind. Außerdem wird ein sauberer, tragfähiger und gekennzeichneter Ablageplatz vorbereitet.
Werkzeug sichern und entlasten
Die Maschine wird in den vorgeschriebenen Rüstzustand gebracht. Ober- und Untereinsatz müssen vor dem Lösen gegen Kippen, Abrutschen und Herabfallen gesichert sein. Ein Hebezeug darf erst belastet werden, wenn Anschlagmittel korrekt sitzen und niemand im Fall- oder Schwenkbereich steht.
Befestigungskeile oder Spannmittel werden ausschließlich mit den vorgesehenen Werkzeugen und in der vorgeschriebenen Richtung gelöst. Personen halten sich nicht in der möglichen Ausschlag- oder Flugrichtung auf. Provisorische Meißel, beschädigte Schlagwerkzeuge und ungesicherte Verlängerungen sind ungeeignet.
Einsätze entnehmen und kennzeichnen
Die vom Hersteller vorgegebene Ausbaureihenfolge ist einzuhalten. Ein allgemeingültiges „immer zuerst oben“ oder „immer zuerst unten“ gibt es nicht, weil Maschinenaufbau, Befestigung und Einbauhilfen unterschiedlich sind. Jeder Einsatz wird kontrolliert aus der Aufnahme geführt und auf einer geeigneten Unterlage abgelegt.
Nach der Entnahme werden Ober- und Unterteil, Einbaulage und Werkzeugnummer gekennzeichnet. Kleinteile wie Keile, Passstücke, Schrauben oder zugelassene Beilagen werden zugeordnet abgelegt. Heiße Einsätze dürfen nicht an ungekennzeichneten Orten liegen und nicht durch unzulässiges Abschrecken beschädigt werden.
Ausbaukontrolle
Ausgebaute Einsätze werden auf Risse, Ausbrüche, plastische Verformung, Gratbildung, Brandrisse, ungewöhnlichen Verschleiß und beschädigte Anlageflächen geprüft. Auffällige Werkzeuge werden gekennzeichnet, gesperrt und einer fachkundigen Beurteilung zugeführt. Eigenmächtiges Nachschleifen tragender oder formbestimmender Flächen kann Passung und Werkzeuggeometrie verändern.
Arbeitsablauf: Einsätze einbauen
Aufnahmen reinigen und prüfen
Zunder, Schmutz, lose Partikel und alte Schmierstoffreste werden mit den dafür zugelassenen Hilfsmitteln entfernt. Dabei bleibt die Maschine gegen Bewegung gesichert. Aufnahmeflächen, Führungen, Schwalbenschwänze, Keilflächen und Gewinde werden auf Grat, Risse, Druckstellen, Korrosion und Verformung geprüft.
Grat an Befestigungskeilen ist zu beseitigen oder der Keil wird ersetzt. Ein beschädigtes Befestigungsteil darf nicht durch stärkeres Einschlagen „passend gemacht“ werden. Die Ursachen ungewöhnlicher Spuren müssen geklärt werden.
Werkzeugpaar bereitstellen
Vor dem Einbau vergleichst Du die Kennzeichnungen mit Rüstplan und Werkzeugunterlagen. Ober- und Untereinsatz müssen zusammengehören. Einbaurichtung, Gravurlage, Werkzeugstufe und mögliche Versatzeinstellungen werden kontrolliert. Zulässig sind nur die vorgesehenen Grundhalter, Keile, Schrauben, Beilagen und Abstandhalter.

Einsätze einsetzen und ausrichten
Der Einsatz wird mit einer geeigneten Hebe- oder Einbauhilfe in die Aufnahme geführt. Anlageflächen werden nicht mit Fingern ertastet, solange Quetschgefahr besteht. Die genaue Positionierung erfolgt mit vorgesehenen Griffen, Führungswerkzeugen oder Einstellhilfen.
Das Werkzeugpaar wird nach Herstellerangabe zentriert und ausgerichtet. Zu prüfen sind beispielsweise Parallelität, Höhenlage, Versatz, Führung, Freiraum und die Lage der Gravuren zueinander. Nicht freigegebene Beilagen, lose Blechstücke oder improvisierte Distanzstücke sind unzulässig.
Befestigen
Keile und Spannmittel werden in vorgeschriebener Richtung und Reihenfolge eingesetzt. Schrauben werden mit dem festgelegten Drehmoment angezogen. Befestigungskeile dürfen nur so weit über die Vorderkante des Schmiedewerkzeugs herausragen, dass beim Schmieden keine gefährliche Stoßstelle entsteht.[6]
Das Werkzeug muss vollflächig und ohne sichtbare Schiefstellung anliegen. Ein Keil, der trotz richtiger Teile und sauberer Flächen nicht ordnungsgemäß sitzt, ist ein Warnzeichen. Dann wird nicht mit größerer Gewalt weitergearbeitet, sondern die Ursache ermittelt.
Prüfen und Wiederinbetriebnehmen
Sicht- und Sitzkontrolle
Nach dem Befestigen werden Werkzeuglage, vollständiger Sitz, Keilüberstand, Schraubensicherung, Freigängigkeit und Ordnung im Werkzeugraum geprüft. Lose Werkzeuge, Keiltreiber, Anschlagmittel, Zunderreste und Transporthilfen werden entfernt. Schutz- und Verriegelungseinrichtungen müssen wieder wirksam sein.
Kontrollbewegung und Probelauf
Notwendige Einrichtbewegungen erfolgen ausschließlich in der dafür vorgesehenen Betriebsart und mit den festgelegten Schutzeinrichtungen. Dabei befindet sich niemand im Gefahrenbereich. Die erste Kontrollbewegung wird mit der niedrigsten vorgesehenen Energie beziehungsweise Geschwindigkeit durchgeführt. Ungewöhnliche Geräusche, ein wandernder Einsatz, schiefer Kontakt oder Kollisionen führen zum sofortigen Abbruch.
Erst nach erfolgreicher Kontrolle darf ein Probestück bearbeitet werden. Das Ergebnis wird auf Formfüllung, Versatz, Gratlage, Oberflächenfehler und Maßabweichungen geprüft. Erforderliche Korrekturen erfolgen erneut im sicheren Rüstzustand.
Dokumentation und Freigabe
Der Werkzeugwechsel wird nach betrieblicher Vorgabe dokumentiert. Festgehalten werden können Werkzeugnummern, Maschinenbezeichnung, Datum, beteiligte Personen, festgestellte Mängel, ausgeführte Maßnahmen und Prüfergebnis. Die Maschine wird erst freigegeben, wenn Werkzeugbefestigung, Schutzfunktionen und Probelauf ohne Beanstandung sind.
Typische Fehler und ihre Folgen
Unzureichende Sicherung
Ein nicht gesicherter Bär oder eine nicht abgeschaltete Energiequelle kann eine unerwartete Bewegung auslösen. Die Folge können schwere Quetsch- oder Scherverletzungen sein. Deshalb wird der sichere Zustand nicht nur angenommen, sondern nach Betriebsanweisung hergestellt und geprüft.
Verschmutzte oder beschädigte Aufnahmeflächen
Zunder, Grat und Druckstellen verhindern einen vollständigen Sitz. Dadurch können sich Einsätze lockern, schief stellen oder unter Belastung wandern. Wiederholtes Nachschlagen eines lockeren Keils beseitigt die Ursache nicht.
Falsches Werkzeugpaar
Nicht zusammengehörende Ober- und Unterteile können kollidieren oder das Werkstück falsch führen. Werkzeugnummern, Gravur, Einbaulage und Zeichnungsstand müssen deshalb vor dem Einbau übereinstimmen.
Ungeeignete Hilfsmittel
Improvisierte Keiltreiber, beschädigte Hämmer, ungeprüfte Hebezeuge oder lose Beilagen können brechen, abrutschen oder weggeschleudert werden. Verwendet werden nur geeignete und freigegebene Werkzeuge und Hilfsmittel.
Merkschema für die Ausbildung
Planen – Sichern – Ausbauen – Prüfen – Reinigen – Einbauen – Befestigen – Kontrollieren – Dokumentieren.
Das Merkschema hilft Dir bei der Arbeitsplanung. Es ersetzt jedoch weder Betriebsanweisung noch Herstellerunterlagen. Bei Unklarheiten wird die Arbeit gestoppt und die zuständige Fachkraft angesprochen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was muss vor dem Betreten des Werkzeugeinbauraums hergestellt werden? (Der vorgeschriebene sichere Rüstzustand) (!Ein besonders schneller Maschinenlauf) (!Eine erhöhte Schlagenergie) (!Eine provisorische Handsteuerung)
Wie wird der bewegte Maschinenteil eines Schmiedehammers häufig bezeichnet? (Hammerbär) (!Schmiedezange) (!Schabotte) (!Gratbahn)
Welche Aussage zu Ober- und Untereinsatz ist richtig? (Sie müssen als Werkzeugpaar zum Arbeitsauftrag passen) (!Sie dürfen beliebig miteinander kombiniert werden) (!Nur ihre Farbe muss übereinstimmen) (!Ihre Kennzeichnung ist für den Einbau unwichtig)
Warum werden schwere Gesenkeinsätze mit geeigneten Hebehilfen bewegt? (Um Kippen, Herabfallen und körperliche Überlastung zu vermeiden) (!Um die Werkzeugnummer zu verändern) (!Um die Gravur härter zu machen) (!Um das Gesenk schneller abzukühlen)
Was ist bei einem beschädigten Befestigungskeil zu tun? (Er wird fachgerecht beurteilt und bei Bedarf ersetzt) (!Er wird mit einem größeren Hammer passend geschlagen) (!Er wird durch ein loses Blechstück ergänzt) (!Er wird ohne Prüfung erneut eingebaut)
Welche Fläche muss vor dem Einbau sauber und frei von losem Zunder sein? (Die Werkzeugaufnahme) (!Nur der Hallenboden) (!Nur die Außenseite des Transportwagens) (!Nur das Typenschild der Maschine)
Wie weit darf ein Befestigungskeil über die Werkzeugvorderkante hinausragen? (Nur so weit, dass keine gefährliche Stoßstelle entsteht) (!So weit wie technisch möglich) (!Mindestens eine Handbreit) (!Bis in den Bediengang)
Wann darf die Maschine nach dem Werkzeugwechsel freigegeben werden? (Nach erfolgreicher Befestigungs-, Schutz- und Funktionskontrolle) (!Sobald der Einsatz ungefähr in der Aufnahme liegt) (!Unmittelbar nach dem ersten Einschlagen des Keils) (!Noch während Anschlagmittel am Einsatz befestigt sind)
Was ist bei einer ungewöhnlichen Schiefstellung des Einsatzes richtig? (Arbeit stoppen und Ursache ermitteln) (!Mit maximaler Schlagenergie testen) (!Zusätzliche lose Bleche unterlegen) (!Die Schiefstellung ignorieren)
Welche Unterlage bestimmt die konkrete Ein- und Ausbaureihenfolge? (Die Herstellerunterlage und betriebliche Betriebsanweisung) (!Eine allgemeine Vermutung) (!Die Farbe des Einsatzes) (!Die Reihenfolge im Werkzeuglager)
Memory
| Hammerbär | Bewegter Maschinenteil mit Oberwerkzeug |
| Schabotte | Massive ruhende Aufnahme unter dem Werkzeugraum |
| Befestigungskeil | Sichert einen Einsatz in seiner Aufnahme |
| Gesenkgravur | Formgebende Vertiefung im Schmiedewerkzeug |
| Werkzeugeinbauraum | Gefahrenbereich zwischen Ober- und Unterwerkzeug |
| Wiederanlaufsperre | Verhindert unbeabsichtigtes Einschalten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Sicherungszustand | Energiequellen abschalten, Restenergien sichern und Bär abstützen |
| Werkzeugidentifikation | Ober- und Untereinsatz anhand der Kennzeichnung zuordnen |
| Aufnahmeprüfung | Anlageflächen reinigen und auf Grat oder Schäden kontrollieren |
| Werkzeugbefestigung | Zugelassene Keile oder Spannmittel vorschriftsmäßig einsetzen |
| Freigabeprüfung | Schutzfunktionen, Sitz und Probelauf kontrollieren |
Kreuzworträtsel
| Schabotte | Wie heißt die massive ruhende Hammermasse unter dem Werkzeugraum? |
| Hammerbaer | Wie heißt der bewegte Maschinenteil, der das Oberwerkzeug trägt? |
| Keilnut | Wie heißt die Führung oder Aussparung für einen Befestigungskeil? |
| Gesenk | Wie heißt ein formgebendes Werkzeug beim Gesenkschmieden? |
| Abstuetzung | Wie heißt eine Einrichtung, die den Bär gegen Absinken sichert? |
| Betriebsanweisung | Welches betriebliche Dokument legt das sichere Vorgehen fest? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachbegriffe Schmiedehammer: Zeichne einen vereinfachten Werkzeugraum und beschrifte Hammerbär, Oberwerkzeug, Unterwerkzeug, Schabotte und Werkzeugeinbauraum.
- Gefährdungserkennung: Sammle auf einem Lernplakat mindestens sechs Gefährdungen, die beim Wechsel schwerer Schmiedewerkzeuge auftreten können.
- Werkzeugkennzeichnung: Entwirf ein übersichtliches Kennzeichnungssystem für zusammengehörende Ober- und Untereinsätze.
- Persönliche Schutzausrüstung: Erstelle eine Tabelle, in der Du jeder Gefährdung eine geeignete Schutzmaßnahme zuordnest.
Standard
- Arbeitsablauf planen: Formuliere für eine vorgegebene Hammeranlage einen Ablaufplan nach dem Schema Planen – Sichern – Ausbauen – Prüfen – Einbauen – Kontrollieren.
- Betriebsanweisung auswerten: Untersuche eine betriebliche Betriebsanweisung und markiere Zuständigkeiten, Sicherungsschritte, erlaubte Hilfsmittel und Abbruchkriterien.
- Werkzeugprüfung: Entwickle eine Checkliste für Sichtprüfung, Reinigung, Kennzeichnung und Lagerung eines ausgebauten Gesenkeinsatzes.
- Unterweisung gestalten: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine Fotostrecke über die sichere Vorbereitung eines Werkzeugwechsels, ohne die Maschine tatsächlich zu bewegen.
Schwer
- Gefährdungsbeurteilung Werkzeugwechsel: Erstelle eine Gefährdungsbeurteilung mit Gefährdung, möglicher Folge, Schutzmaßnahme, Verantwortlichkeit und Wirksamkeitskontrolle.
- Rüstzeit und Sicherheit: Entwickle Vorschläge zur Verkürzung der Rüstzeit, ohne Sicherungsschritte zu streichen oder Schutzmaßnahmen zu schwächen.
- Fehleranalyse Schmiedewerkzeug: Analysiere den Fall eines wiederholt lockeren Einsatzes und entwickle einen strukturierten Prüfplan für mögliche Ursachen.
- Qualitätssicherung Gesenkschmieden: Plane eine Abnahmeprüfung mit Probestück, durch die Versatz, Formfüllung, Gratlage und Werkzeugbefestigung bewertet werden.


Lernkontrolle
- Sicherheitskonzept bewerten: Ein Betrieb möchte den Werkzeugwechsel beschleunigen und auf das Sichern des Hammerbären verzichten. Begründe fachlich, warum dieses Vorgehen unzulässig ist, und entwickle eine sichere Alternative.
- Fehlerursache ableiten: Nach dem Einbau wandert der Untereinsatz während des Probelaufs. Leite mindestens vier mögliche Ursachen ab und ordne passende Prüfmaßnahmen zu.
- Werkzeugpaar beurteilen: Zwei Einsätze besitzen ähnliche Gravuren, aber unterschiedliche Werkzeugnummern. Beschreibe, wie Du vorgehst, ohne eine gefährliche Probe durchzuführen.
- Kommunikation beim Rüsten: Entwickle ein eindeutiges Kommunikationsverfahren für zwei Einrichterinnen oder Einrichter und eine Person an der Steuerstelle.
- Transfer auf andere Maschinen: Vergleiche den Werkzeugwechsel am Schmiedehammer mit dem Werkzeugwechsel an einer Schmiedepresse. Arbeite Gemeinsamkeiten und maschinenspezifische Unterschiede heraus.
- Qualität und Sicherheit verbinden: Erkläre, wie verschmutzte Aufnahmeflächen zugleich die Arbeitssicherheit, Werkzeugstandzeit und Maßhaltigkeit des Schmiedestücks beeinflussen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- die wichtigsten Bauteile des Werkzeugraums fachsprachlich benennst,
- Ober- und Untereinsatz einem Werkzeugpaar sicher zuordnest,
- Gefährdungen und Schutzmaßnahmen nachvollziehbar begründest,
- einen vollständigen Rüstablauf nach Betriebs- und Herstellerangaben planst,
- geeignete Hebe-, Sicherungs- und Lösehilfen auswählst,
- Aufnahmen, Keile und Einsätze auf typische Schäden prüfst,
- Kriterien für einen ordnungsgemäßen Werkzeugsitz erklärst,
- eine sichere Kontrollbewegung und einen Probelauf planst,
- Mängel erkennt, die Arbeit stoppt und fachgerecht meldet,
- den Werkzeugwechsel und die Freigabe nachvollziehbar dokumentierst.
OERs zum Thema
Quellen und weiterführende Materialien
- DGUV FBHM-089: Schmiedepressen/Schmiedehämmer – Schutz vor Bewegungen im Werkzeugeinbauraum
- BGHM: Pressen und Schmieden
- Betriebssicherheitsverordnung § 10
- Wikimedia Commons: Forging hammers
- Wikimedia Commons: Forging dies
- ↑ DGUV Fachbereich AKTUELL FBHM-089: Schmiedepressen/Schmiedehämmer – Schutz vor Bewegungen im Werkzeugeinbauraum
- ↑ Wikipedia: Schmieden
- ↑ DGUV FBHM-089, Abschnitte zum Einrichten und Werkzeugeinbauraum
- ↑ Betriebssicherheitsverordnung, § 10 Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln
- ↑ DGUV Information: Sichere Störungsbeseitigung an Maschinen und Anlagen
- ↑ DGUV FBHM-089, Hinweise zum Einbau der Schmiedewerkzeuge und zu Befestigungskeilen
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