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Großstadt - Weihnachten - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

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Großstadt - Weihnachten - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

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Großstadt - Weihnachten - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

Zielgruppe: Klasse 9–10; Vertiefung für Klasse 11–13

Thema: Gedichtanalyse, Satire, Weihnachten, Großstadtlyrik, Literarische Moderne und Expressionismus

Kurzbeschreibung: „Nun senkt sich wieder auf die heim’schen Fluren“ – mit diesen Worten beginnt Kurt Tucholskys Gedicht Großstadt-Weihnachten. In 24 Versen beschreibt es Weihnachten in der Stadt. Hinter Geschenken, gutem Essen und Weihnachtsstimmung entdeckt der Sprecher auch Selbsttäuschung und gespielten Frieden.

Du liest den Originaltext, untersuchst seine Sprache und überprüfst Deine Deutung mit genauen Verszitaten.


Einleitung

Kurt Tucholsky, Paris 1928. Foto: Sonja Thomassen, GFDL 1.2.

Kurt Tucholsky (1890–1935) war Schriftsteller, Journalist und Satiriker. Er veröffentlichte auch unter dem Namen Theobald Tiger.

Sein Gedicht Großstadt-Weihnachten erschien am 25. Dezember 1913 in der Zeitschrift Die Schaubühne, Jahrgang 9, Nummer 52, Seite 1293.

Tucholsky zeigt eine Weihnachtsfeier mit Einkäufen, Geschenken, Karpfen und Zeitungen. Dabei fragt er: Sind wirklich alle glücklich? Oder spielen die Menschen nur eine Rolle?

Dein Lernziel: Du kannst Inhalt, lyrisches Sprechen, Form, Reim, Klang und Bildsprache untersuchen. Du kannst eine eigene Deutung durch passende Verse belegen.


Gedichttext und Quellen


Quellfassung: Der historische Originaldruck

Die Schaubühne, 25. Dezember 1913, S. 1293. Originaldruck des Gedichts von Theobald Tiger, gemeinfrei.

Überprüfte Quellen:

  1. Großstadt-Weihnachten bei Wikisource: Zweifach anhand des Drucks korrekturgelesene Quelltranskription.
  2. Originaldruck auf Wikimedia Commons: Die historische Druckseite.
  3. Kurt Tucholsky-Gesellschaft: Weitere Textfassung mit Quellenangabe.

Wichtig: Die Schreibweisen der Quellen unterscheiden sich teilweise. Für die folgenden Verszitate ist die überprüfte Wikisource-Fassung maßgeblich.


Lesefassung: 24 Verse zum Mitlesen

Die folgende Lesefassung übernimmt den Wortlaut der Wikisource-Quelltranskription. Nur die Versnummern wurden ergänzt. Ungewöhnliche Schreibweisen und Satzzeichen bleiben stehen.

Bereits vorhandene Textseite: Gedicht - Großstadt - Weihnachten - Tucholsky, Kurt

1 Nun senkt sich wieder auf die heim’schen Fluren
2 die Weihenacht! die Weihenacht!
3 Was die Mamas bepackt nach Hause fuhren,
4 wir kriegens jetzo freundlich dargebracht.

5 Der Asphalt glitscht. Kann Emil das gebrauchen?
6 Die Braut kramt schämig in dem Portemonnaie.
7 Sie schenkt ihm, teils zum Schmuck und teils zum Rauchen,
8 den Aschenbecher aus Emalch glasé.

9 Das Christkind kommt! Wir jungen Leute lauschen
10 auf einen stillen heiligen Grammophon.
11 Das Christkind kommt und ist bereit zu tauschen
12 den Schlips, die Puppe und das Lexikohn.

13 Und sitzt der wackre Bürger bei den Seinen,
14 voll Karpfen, still im Stuhl, um halber Zehn,
15 dann ist er mit sich selbst zufrieden und im Reinen:
16 „Ach ja. so’n Christfest is doch ooch janz scheen!“

17 Und frohgelaunt spricht er vom ‚Weihnachtswetter‘,
18 mag es nun regnen oder mag es schnei’n.
19 Jovial und schmauchend liest er seine Morgenblätter,
20 die trächtig sind von süßen Plauderei’n.

21 So trifft denn nur auf eitel Glück hinieden
22 in dieser Residenz Christkindleins Flug?
23 Mein Gott, sie mimen eben Weihnachtsfrieden …
24 „Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug.“

Quelle: Kurt Tucholsky / Theobald Tiger, Großstadt-Weihnachten, Die Schaubühne, 25.12.1913, S. 1293; Transkription nach Wikisource.


Übersetzung und Worterklärungen

Das Gedicht wurde auf Deutsch geschrieben. Du benötigst deshalb keine Übersetzung aus einer Fremdsprache.

Eine Übersetzung würde den Text in eine andere Sprache übertragen. Eine Worterklärung erklärt nur einzelne Wörter. Eine Interpretation untersucht ihre Bedeutung und Wirkung im Gedicht.

Wort aus dem Gedicht Einfache Erklärung
jetzo (V. 4) ältere Form von „jetzt“
schämig (V. 6) verlegen oder verschämt
Portemonnaie (V. 6) Geldbörse
Emalch glasé (V. 8) auffällige, scherzhaft fremdsprachlich klingende Bezeichnung; keine sichere wörtliche Übersetzung
Lexikohn (V. 12) spielerische Schreibweise von „Lexikon“, passend zum Reim
jovial (V. 19) betont freundlich und gut gelaunt
schmauchend (V. 19) rauchend
mimen (V. 23) etwas spielen oder nur vorspielen

Merke: Eine Worterklärung ist noch keine Gedichtinterpretation.


Hören und Sehen


Das Gedicht hören

Rezitation: Fritz Stavenhagen, veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal Lyrik für Puristen.

Hörauftrag: Achte darauf, wann der Sprecher feierlich, scherzhaft oder kritisch klingt. Besonders wichtig sind die Verse 1–2, 13–16 und 21–24.

Das YouTube-Video ist eine fremde Rezitation. Es wird nur eingebettet, nicht als frei lizenziertes Werk ausgegeben.


Weihnachten in der Stadt um 1900

Georg Schöbel: Weihnachtsmarkt in Berlin-Rixdorf, um 1900. Historische Malerei, gemeinfrei.

Das Bild zeigt eine künstlerische Darstellung eines Weihnachtsmarktes in Berlin. Vergleiche die dargestellte Weihnachtswelt mit dem Gedicht.

Denkfrage: Welche Dinge erscheinen festlich? Was könnte Tucholsky daran kritisieren?


Das Grammophon als Zeichen moderner Technik

Grammophon aus der Zeit um 1910. Foto: Daderot, CC0 1.0.

Im Gedicht hören die jungen Leute auf einen „stillen heiligen Grammophon“ (V. 10). Das ist ungewöhnlich: Ein technisches Gerät wird mit religiösen Worten verbunden.

Hörquelle von 1908:

Historische Tonaufnahme von Enrico Caruso und Geraldine Farrar aus Puccinis „Madama Butterfly“, aufgenommen 1908. Gemeinfrei. Sie dient als Klangbeispiel für die Zeit, nicht als Gedichtrezitation.

Historische Technik in Bewegung:

Datei:Edison Phonograph 1AA.webm

Ein Edison-Phonograph spielt eine Aufnahme aus dem Jahr 1906 ab. Video: Holger Ellgaard, CC BY-SA 3.0. Der gezeigte Walzenphonograph ist nicht dasselbe Gerät wie das Grammophon im Gedicht.

Animation zum Vergleichen:

Bewegter Tonarm eines späteren Plattenspielers. Animation: Marauder42, CC BY-SA 3.0. Kein Gerät von 1913.

Untersuchungsfrage: Wie verändern moderne technische Dinge die Vorstellung von einem stillen, traditionellen Weihnachtsfest?


Gedichtanalyse


Inhalt der sechs Strophen

Strophe Inhalt Mögliche Wirkung
1: V. 1–4 Weihnachten kommt. Die Mütter haben Geschenke mitgebracht. Feierlicher Beginn trifft auf Alltag.
2: V. 5–8 Glatter Asphalt und ein Aschenbecher als Geschenk. Kleine Alltagsszene wirkt komisch.
3: V. 9–12 Christkind, Grammophon und Geschenketausch. Tradition und Konsum treffen zusammen.
4: V. 13–16 Ein Bürger sitzt nach dem Karpfenessen zufrieden im Stuhl. Gemütlichkeit wird scherzhaft dargestellt.
5: V. 17–20 Der Bürger redet über das Wetter und liest Zeitung. Seine Zufriedenheit wirkt selbstgenügsam.
6: V. 21–24 Der Sprecher stellt das allgemeine Glück infrage. Die Kritik wird deutlich.


Lyrisches Sprechen

Das Gedicht hat kein durchgehend sprechendes Ich. Stattdessen spricht eine Stimme über verschiedene Menschen in der Stadt.

In Vers 9 heißt es: „Wir jungen Leute lauschen“. Das „Wir“ bezieht eine Gruppe ein.

Am Schluss steht: „Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug.“ (V. 24)

Der letzte Satz steht in Anführungszeichen. Eine konkrete sprechende Person wird nicht genannt.

Deutung: Das „Wir“ kann auch die sprechende Stimme selbst einschließen. Die Kritik richtet sich damit möglicherweise nicht nur gegen andere Menschen.

Merke: Die Stimme im Gedicht ist nicht automatisch mit Kurt Tucholsky als Privatperson gleichzusetzen.


Form und Aufbau

Das Gedicht besteht aus sechs Strophen mit jeweils vier Versen. Insgesamt sind das 24 Verse.

Die Strophen haben überwiegend einen Kreuzreim mit dem Schema ABAB.

Beispiel aus der ersten Strophe:

Versende Reim
Fluren A
Weihenacht B
fuhren A
dargebracht B

Der Reim verbindet die Verse. Die Zeilen sind jedoch unterschiedlich lang. Ein überall gleichmäßiges Metrum lässt sich nicht ohne Weiteres annehmen.

Wirkung: Die regelmäßigen Reime erinnern an traditionelle Festgedichte. Die Alltagssprache durchbricht den feierlichen Eindruck.


Klang und Wortwahl

Die Wiederholung „die Weihenacht! die Weihenacht!“ (V. 2) klingt wie eine feierliche Ankündigung. Die vielen Ausrufezeichen verstärken diesen Eindruck.

In Vers 10 verbindet „stillen heiligen Grammophon“ religiöse Sprache mit moderner Technik.

„Grammophon“ und „Lexikohn“ (V. 10 und 12) bilden einen auffälligen, spielerischen Reim.

Die gesprochene Äußerung „so’n Christfest is doch ooch janz scheen“ (V. 16) nutzt umgangssprachliche, berlinisch gefärbte Formen.

Mögliche Wirkung: Die Sprache macht die Weihnachtsfeier zugleich vertraut und lächerlich.


Bildsprache, Kontraste und Ironie

Großstadtbild: „Der Asphalt glitscht“ (V. 5). Der glatte Straßenbelag steht neben der feierlichen Vorstellung von Weihnachten.

Komisches Geschenk: „den Aschenbecher aus Emalch glasé“ (V. 8). Ein gewöhnlicher Gegenstand erhält eine auffällige Bezeichnung.

Religiöse Sprache: „stillen heiligen Grammophon“ (V. 10). Das Heilige wird mit Unterhaltungstechnik verbunden.

Kritische Zuspitzung: „Mein Gott, sie mimen eben Weihnachtsfrieden …“ (V. 23). Das Verb „mimen“ lässt den Frieden wie ein Schauspiel erscheinen.

Ironie bedeutet: Eine Äußerung kann anders gemeint sein, als ihr oberflächlicher Wortlaut vermuten lässt.

Satire stellt menschliche Schwächen oder gesellschaftliche Missstände mit Spott und Übertreibung dar.


Deutungsmöglichkeiten

Deutung 1 – Kritik am Konsum: Geschenke, Umtausch und Gegenstände nehmen viel Raum ein. Weihnachten erscheint auch als Fest des Kaufens und Schenkens.

Deutung 2 – Gespielter Frieden: Das Wort „mimen“ (V. 23) deutet an, dass die Harmonie nur vorgeführt wird.

Deutung 3 – Auch echte Gemütlichkeit? Der zufriedene Bürger kann komisch wirken. Seine Freude muss deshalb nicht vollständig unecht sein. Diese Deutung bleibt offen.

Mögliche Deutungshypothese: Tucholsky zeigt in satirischer Form, wie Menschen an Weihnachten Gemütlichkeit herstellen und dabei möglicherweise ihre Widersprüche verbergen.

Wichtig: Eine Deutung muss mit einer genauen Textstelle begründet werden. Sie darf nicht als sichere Absicht des Autors ausgegeben werden, wenn der Text mehrere Lesarten erlaubt.


Epochenkontext: Moderne und Expressionismus

Das Gedicht erschien 1913 im Deutschen Kaiserreich, also vor dem Ersten Weltkrieg und vor der Weimarer Republik.

Es gehört zeitlich zur literarischen Moderne. Gleichzeitig entwickelte sich der Expressionismus.

Expressionistische Lyrik behandelt oft Großstadt, Unruhe, Entfremdung und gesellschaftliche Krisen. Sie arbeitet häufig mit starken Bildern und überraschenden sprachlichen Formen.

Tucholskys Gedicht zeigt ebenfalls die moderne Stadt. Es bleibt aber deutlich von Satire, Reim und Alltagssprache geprägt.

Ergebnis: Das Gedicht lässt sich in den Kontext der frühen Moderne einordnen. Es sollte nicht allein wegen des Großstadtthemas als typisches expressionistisches Gedicht bezeichnet werden.


Video: Literatur und Epochen

Literaturepochen im Überblick, musstewissen Deutsch / funk.

Arbeitsauftrag: Suche im Video die Moderne und den Expressionismus. Notiere einen Punkt, der zu Tucholskys Gedicht passt, und einen wichtigen Unterschied.


Gestufte Hilfen zur Gedichtinterpretation


Hilfe 1 – Einen Vers verstehen

Lies zunächst nur den gewählten Vers. Unterstreiche die Wörter, die Du nicht kennst.

Beispiel: „mimen“ in V. 23 bedeutet „vorspielen“.


Hilfe 2 – Ein sprachliches Mittel erkennen

Frage Dich: Klingt der Satz ernst, feierlich, komisch oder kritisch?

Beispiel: „heiligen Grammophon“ (V. 10) verbindet zwei unterschiedliche Bereiche.


Hilfe 3 – Die Wirkung erklären

Verwende den Satzanfang:

„Die Formulierung … in Vers … wirkt …, weil …“


Hilfe 4 – Eine Deutung begründen

Verwende für Deinen Schreibtext diese einfache Reihenfolge:

  1. Beobachtung: Was fällt Dir auf?
  2. Zitat: Welcher genaue Vers zeigt das?
  3. Wirkung: Was bewirkt die Formulierung?
  4. Deutung: Was könnte der Text damit ausdrücken?

Für Klasse 11–13: Prüfe zusätzlich eine zweite mögliche Deutung und begründe, welche Dir überzeugender erscheint.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Beantworte die zehn Fragen anhand der Originalverse.

Welcher Vers beschreibt die Straße mit „Der Asphalt glitscht“?

(Vers 5) (!Vers 2) (!Vers 14) (!Vers 23)




Was wird in Vers 8 als Geschenk genannt?

(Ein Aschenbecher) (!Ein Fahrrad) (!Eine Uhr) (!Ein Radio)




Was folgt in Vers 10 auf „stillen heiligen“?

(Grammophon) (!Kirchturm) (!Weihnachtsbaum) (!Christkind)




Welcher Gegenstand gehört laut Vers 12 zum Geschenketausch?

(Ein Schlips) (!Ein Schlitten) (!Ein Fahrrad) (!Eine Kerze)




Wer sitzt laut Vers 13 „bei den Seinen“?

(Der wackre Bürger) (!Der Weihnachtsmann) (!Der Zeitungsverkäufer) (!Der Dichter Goethe)




Welches Essen wird in Vers 14 genannt?

(Karpfen) (!Gans) (!Kartoffelsalat) (!Lebkuchen)




Welche Sprachform fällt in „ooch janz scheen“ in Vers 16 auf?

(Berlinisch gefärbte Umgangssprache) (!Lateinische Fachsprache) (!Englische Reimsprache) (!Mittelhochdeutsche Schriftsprache)




Was liest der Bürger laut Vers 19?

(Seine Morgenblätter) (!Einen Roman) (!Einen Liebesbrief) (!Ein Kochbuch)




Welches Verb steht in Vers 23 vor „Weihnachtsfrieden“?

(mimen) (!suchen) (!singen) (!kaufen)




Welche Reimform zeigen „Fluren“ und „fuhren“ sowie „Weihenacht“ und „dargebracht“?

(Kreuzreim) (!Paarreim) (!Umarmender Reim) (!Reimlose Verse)





Memory

Ordne die Begriffe ihren passenden Erklärungen zu.

Theobald Tiger Pseudonym
Asphalt Straßenbelag
Grammophon Tonwiedergabegerät
Kreuzreim Reimfolge ABAB
Ironie Verdeckte Kritik
Karpfen Festessen
Portemonnaie Geldbörse





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Kreuzreim Reimordnung
Grammophon Tontechnik
Christkind Weihnachtsfigur
Asphalt Großstadt
Satire Gesellschaftskritik





Kreuzworträtsel

Asphalt Was ist in Vers 5 glitschig?
Grammophon Welches Gerät wird in Vers 10 als heilig beschrieben?
Karpfen Welchen Fisch hat der Bürger gegessen?
Tiger Wie lautet das zweite Wort von Tucholskys Pseudonym?
Satire Wie nennt man eine spöttisch-kritische Darstellungsweise?
Kreuzreim Wie nennt man das Reimschema ABAB?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Kurt Tucholsky veröffentlichte das Gedicht unter dem Pseudonym Theobald

.
Die Erstveröffentlichung erfolgte im Jahr

.
Das Gedicht enthält insgesamt

Verse.
Jede der sechs Strophen umfasst vier

.
Das Reimschema heißt

.
Der glatte Straßenbelag in Vers 5 heißt

.
In Vers 10 wird ein

erwähnt.
Der Bürger hat laut Vers 14

gegessen.
Das Wort „mimen“ deutet auf einen nur vorgespielten

hin.
Das Gedicht kann als gesellschaftskritische

gelesen werden.




Offene Aufgaben

Drei Schreibprojekte in unterschiedlichen Niveaustufen. Jedes Projekt besteht aus vier kurzen Arbeitsschritten.


Leicht: Schreibprojekt 1 – Mein Leseprotokoll

  1. Textverständnis: Schreibe in drei Sätzen, was im Gedicht an Weihnachten passiert.
  2. Wortschatz: Wähle drei unbekannte Wörter und erkläre sie in einfacher Sprache.
  3. Verszitat: Schreibe zwei Verse ab, die Du besonders komisch findest. Gib die Versnummern an.
  4. Leseeindruck: Formuliere in fünf Sätzen, ob das Gedicht für Dich eher lustig, kritisch oder traurig ist.

Schreibhilfe: „Ich finde den Vers … auffällig, weil …“


Standard: Schreibprojekt 2 – Eine eigene Gedichtanalyse

  1. Deutungshypothese: Formuliere in einem Satz, welche Kritik das Gedicht möglicherweise ausdrückt.
  2. Sprachliche Mittel: Untersuche zwei sprachliche Auffälligkeiten mit genauen Zitaten.
  3. Reim und Rhythmus: Erkläre, wie die Form des Gedichts seine satirische Wirkung unterstützen kann.
  4. Interpretation: Schreibe eine zusammenhängende Analyse von etwa 200–300 Wörtern mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Schreibhilfe: „Durch die Formulierung … in Vers … entsteht der Eindruck, dass …“


Schwer: Schreibprojekt 3 – Weihnachtsfrieden auf dem Prüfstand

  1. Interpretationsvergleich: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen des letzten Verses.
  2. Lyrisches Sprechen: Untersuche das „Wir“ in den Versen 4, 9 und 24. Begründe, welche Funktion es jeweils hat.
  3. Epochenvergleich: Vergleiche Tucholskys Großstadtbild mit einem selbst ausgewählten Gedicht des Expressionismus. Belege Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Argumentation: Verfasse einen begründeten Essay von etwa 400–600 Wörtern zur Frage: „Ist Weihnachtsfrieden bei Tucholsky nur ein Schauspiel?“

Schreibhilfe: Unterscheide immer zwischen Textbeobachtung, möglicher Wirkung und eigener Bewertung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf Aufgaben. Begründe Deine Antworten mit dem Gedicht.

  1. Gesellschaftskritik: Erkläre, weshalb ausgerechnet alltägliche Geschenke für die Aussage des Gedichts wichtig sein könnten.
  2. Ironie: Vergleiche die feierliche erste Strophe mit der kritischen letzten Strophe. Welche Veränderung erkennst Du?
  3. Lyrisches Sprechen: Prüfe, ob sich die sprechende Stimme selbst von ihrer Kritik ausnimmt.
  4. Tradition und Moderne: Erkläre, warum die Verbindung von Christkind und Grammophon ungewöhnlich wirkt.
  5. Transfer: Vergleiche eine Beobachtung Tucholskys mit einer heutigen Form von Weihnachtswerbung. Wo gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
  6. Literarische Moderne: Begründe mit zwei Textbelegen, warum das Gedicht in den Kontext der Moderne passt, aber nicht einfach als typisch expressionistisch gelten muss.


Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis kannst Du:

  1. Autor, Erscheinungsjahr und historische Quelle richtig nennen.
  2. Die sechs Strophen und die Reimstruktur beschreiben.
  3. Das lyrische Sprechen untersuchen, ohne es mit dem Autor gleichzusetzen.
  4. Ironie und Satire anhand genauer Verszitate erklären.
  5. Mindestens zwei Deutungsmöglichkeiten vergleichen.
  6. Eine begründete Gedichtinterpretation schreiben.
  7. Den Zusammenhang mit literarischer Moderne und Expressionismus darstellen.
  8. Zwischen Originalwortlaut, Lesefassung, Worterklärung und Interpretation unterscheiden.

Bewertungskriterien: sachliche Richtigkeit, genaue Versbelege, verständliche Erklärungen, schlüssige Argumentation und eigenständige Deutung.


OERs zum Thema

Originaltext und Quellen:

  1. Wikisource: Großstadt-Weihnachten
  2. Wikimedia Commons: Originaldruck von 1913
  3. Kurt Tucholsky-Gesellschaft: Originaltext mit Nachweis
  4. Vorhandene MOOCwiki-Gedichtseite
  5. Vorhandener Kurs zur Gedichtinterpretation
  6. Vorhandener Kurs zur Lyrik und zu literarischen Epochen

Wikipedia: Kurt Tucholsky

Wikipedia: Expressionismus in der Literatur


Mediennachweise und Lizenzen

Alle hier eingebundenen Bilder, Audiodateien und Bewegtbilder stammen aus Wikimedia Commons. Die Dateiseiten enthalten die jeweiligen Lizenzangaben. Die Medien werden nicht bearbeitet.

Medium Urheber und Quelle Nutzungsrecht
Tucholsky in Paris, 1928 Sonja Thomassen GNU FDL 1.2
Originalseite von 1913 Kurt Tucholsky; Scan nach Universität Michigan Gemeinfrei
Weihnachtsmarkt in Berlin-Rixdorf Georg Schöbel Gemeinfrei
Grammophon um 1910 Daderot CC0 1.0
Historische Tonaufnahme von 1908 Enrico Caruso, Geraldine Farrar; Public Domain Project Gemeinfrei
Edison-Phonograph in Betrieb Holger Ellgaard CC BY-SA 3.0
Animation eines Tonarms Marauder42 CC BY-SA 3.0

YouTube-Quellen: Lyrik für Puristen mit der Rezitation von Fritz Stavenhagen und musstewissen Deutsch / funk mit dem Epochenüberblick. Die Videos bleiben auf der jeweiligen Plattform; die Einbettung stellt keine freie Lizenz für die Videos dar.


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