Gewerkeübergreifende Gebäudeplanung und BIM – Ein Gebäudeprojekt wirtschaftlich vergleichen
Gewerkeübergreifende Gebäudeplanung und BIM – Ein Gebäudeprojekt wirtschaftlich vergleichen
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Gewerkeübergreifende Gebäudeplanung und BIM – Ein Gebäudeprojekt wirtschaftlich vergleichen
Einleitung
Ein Gebäude bauen ist teuer. Ein Gebäude betreiben kostet ebenfalls Geld. Wie findest Du heraus, welche technische Lösung über viele Jahre wirtschaftlicher ist?
In diesem aiMOOC vergleichst Du zwei Heizungsvarianten, prüfst digitale Gebäudemodelle und löst typische Probleme aus der Praxis.
Zielgruppe: Auszubildende in Bautechnik, Technischer Gebäudeausrüstung, Anlagenmechanik SHK, Elektrotechnik und Technischem Systemplanen.
Lernformat: 8 kurze Lerneinheiten, etwa 45–60 Minuten Grundlagenarbeit, anschließend Übungen und ein eigener Projektauftrag.
Du lernst:
- BIM: Gewerke digital koordinieren.
- Anlagenschema: Heizungs-, Lüftungs- und Trinkwassersysteme verstehen.
- Lebenszykluskosten: Zwei Varianten nachvollziehbar vergleichen.
- Trinkwasserhygiene: Hygienerisiken erkennen.
- Kollisionsprüfung: Planungsfehler systematisch bearbeiten.
- Wirtschaftlichkeit: Entscheidungen mit Zahlen und Annahmen begründen.
Wichtig: Alle Gebäudedaten und Preise dieses Ausbildungsfalls sind frei erfunden. Sie dienen ausschließlich dem Lernen. Die Abbildungen zeigen allgemeine Beispiele, nicht das fiktive Projekt. Es werden keine persönlichen Projektdaten benötigt oder an externe KI-Dienste gesendet.
Der Ausbildungsfall: Lernwerkstatt Sonnenhof
Der Projektauftrag – 5 Minuten
Eine Kommune plant die fiktive Lernwerkstatt Sonnenhof mit 500 m² Nutzfläche. Das Gebäude benötigt Heizung, Trinkwarmwasser, Lüftung und Elektroinstallation.
Zwei Varianten stehen zur Wahl:
| Variante A | Variante B |
|---|---|
| Gas-Brennwertheizung | Elektrische Wärmepumpe |
| Geringere Anfangsinvestition | Höhere Anfangsinvestition |
| Höherer angenommener Energieaufwand | Niedrigerer angenommener Energieaufwand |
Dein Auftrag: Vergleiche beide Lösungen über 20 Jahre. Begründe, welche Variante unter den gegebenen Annahmen wirtschaftlicher ist.
Die Gebäudehülle, die Nutzung sowie die Lüftungs- und Trinkwasserverteilung werden für beide Varianten gleich angesetzt. Untersucht werden nur die unterschiedlichen Kosten der Wärmeerzeugung und zugehöriger Technik.
Das Gebäude im Lebenszyklus
| Lebensphase | Wichtige Entscheidung |
|---|---|
| Planung | Technik und Kosten festlegen |
| Errichtung | Gewerke koordinieren |
| Betrieb | Energieverbrauch überwachen |
| Instandhaltung | Anlagen warten und erneuern |
| Umbau oder Rückbau | Weiterverwendung und Entsorgung planen |
Merksatz: Der niedrigste Anschaffungspreis bedeutet nicht automatisch die niedrigsten Lebenszykluskosten.
Fachquelle: Umweltbundesamt – Lebenszykluskosten.
Lerneinheit 1: BIM verbindet die Gewerke
Dauer: 6 Minuten

Beispiel eines digitalen Gebäudemodells in FreeCAD.
BIM ist eine Arbeitsmethode, nicht nur ein 3D-Modell. Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik nutzen abgestimmte Informationen.
| Gewerk | Beitrag zum gemeinsamen Modell |
|---|---|
| Architektur | Räume, Wände, Türen |
| Tragwerksplanung | Stützen, Decken, Unterzüge |
| Heizungstechnik | Wärmeerzeuger, Rohrleitungen |
| Lüftungstechnik | Luftkanäle, Lüftungsgeräte |
| Sanitärtechnik | Trinkwasserleitungen, Entnahmestellen |
| Elektrotechnik | Anschlüsse, Kabeltrassen, Steuerung |

Beispiel einer grafischen Darstellung von BIM-Daten.
Drei wichtige Werkzeuge:
- IFC: Offener Standard zum Austausch von Bauwerksdaten.
- BCF: Offener Standard für die Kommunikation von Planungsproblemen.
- CDE: Gemeinsame Datenumgebung für abgestimmte Informationen und Versionen.
Auch ohne eine gemeinsame Software können Fachleute koordiniert arbeiten. Dafür müssen Dateistände, Zuständigkeiten und Informationsanforderungen geklärt sein.
Mini-Aufgabe – Basis: Nenne drei Bauteile, die mindestens zwei Gewerke gemeinsam abstimmen müssen.
Feedback: Geeignete Beispiele sind Deckendurchbrüche, Technikschächte und Geräteanschlüsse. Sie beeinflussen gleichzeitig mehrere Fachmodelle.
Fachquellen: BIM Deutschland und buildingSMART – BCF.
Lerneinheit 2: Anlagenschemata verstehen
Dauer: 6 Minuten
Der Wärmepumpenkreislauf

Vereinfachtes Funktionsschema einer Wärmepumpe.
Eine Wärmepumpe nimmt Umweltwärme auf und hebt diese mithilfe elektrischer Energie auf ein nutzbares Temperaturniveau.
Entscheidend: Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis der über ein Jahr gelieferten Wärme zur eingesetzten elektrischen Energie. Sie ist kein fester Herstellerwert für jedes Gebäude.
Der Heizkreis

Schematische Darstellung eines wasserführenden Heizkreises.
| Anlagenteil | Aufgabe |
|---|---|
| Wärmeerzeuger | Wärme bereitstellen |
| Umwälzpumpe | Heizungswasser bewegen |
| Heizflächen | Wärme an Räume abgeben |
| Regelung | Betrieb an den Bedarf anpassen |
Lüftung und Wärmerückgewinnung

Beispiel eines Wärmeübertragers, wie er bei der Wärmerückgewinnung eingesetzt werden kann.
Eine Lüftungsanlage kann Wärme aus der Abluft auf die Außenluft übertragen. Eine konkrete Energieeinsparung muss für das jeweilige Gebäude ermittelt werden.
Die Lüftung ist in beiden Varianten des Ausbildungsfalls identisch und wird deshalb nicht als Unterschied in die Kostenrechnung aufgenommen.
Trinkwarmwasser: Energie trifft Hygiene

Schematische Darstellung einer Warmwasserzirkulation.
Bei der Warmwasserbereitung müssen Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene gemeinsam betrachtet werden.
Achtung: Heizungswasser und Trinkwasser sind unterschiedliche Systeme. Die Trinkwasseranlage benötigt eine hygienegerechte Planung und einen bestimmungsgemäßen Betrieb.
Fachquelle: Umweltbundesamt – Trinkwarmwasserkonzepte mit Wärmepumpen.
Lerneinheit 3: Annahmen dokumentieren
Dauer: 5 Minuten
Ein fairer Vergleich benötigt dieselbe funktionale Leistung und einen klaren Betrachtungszeitraum.
Die fiktiven Projektdaten
| Größe | Variante A: Gas | Variante B: Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Nutzwärmebedarf pro Jahr | 60.000 kWh | 60.000 kWh |
| Angenommener Jahresnutzungsgrad | 90 % | nicht verwendet |
| Angenommene Jahresarbeitszahl | nicht verwendet | 3,0 |
| Angenommener Energiepreis | 0,105 €/kWh | 0,20 €/kWh |
| Anfangsinvestition | 120.000 € | 160.000 € |
| Sonstige laufende Kosten pro Jahr | 2.500 € | 2.000 € |
| Betrachtungszeitraum | 20 Jahre | 20 Jahre |
Was steckt hinter diesen Werten?
Der Nutzwärmebedarf von 60.000 kWh umfasst hier modellhaft Raumheizung und Trinkwarmwasser. Die Wartungs- und sonstigen laufenden Kosten sind pauschale Übungsannahmen.
Alle Werte sind fiktiv und ausdrücklich keine Marktpreisangaben. Die Jahresarbeitszahl für die gesamte Wärmeerzeugung muss in einem realen Projekt besonders mit Blick auf die Warmwasserbereitung überprüft werden.
Vergleichsgrenze: Identische Gebäudekosten bleiben außerhalb der Differenzrechnung. Ersatzinvestitionen, Rückbaukosten, Preissteigerungen, Zinsen und Förderungen sind in dieser ersten Übung noch nicht berücksichtigt. Die Rechnung ist deshalb ein vereinfachter Teilkostenvergleich und keine vollständige Lebenszykluskostenberechnung.
Lerneinheit 4: Energie und Betriebskosten berechnen
Dauer: 7 Minuten
Schritt 1: Endenergie ermitteln
Variante A – Gas:
60.000 kWh ÷ 0,90 = rund 66.667 kWh Gas pro Jahr
66.667 kWh × 0,105 €/kWh = rund 7.000 € pro Jahr
Variante B – Wärmepumpe:
60.000 kWh ÷ 3,0 = 20.000 kWh Strom pro Jahr
20.000 kWh × 0,20 €/kWh = 4.000 € pro Jahr
Schritt 2: Jährliche Kosten ergänzen
| Jährliche Kosten | Variante A | Variante B |
|---|---|---|
| Energie | 7.000 € | 4.000 € |
| Wartung und sonstiger Betrieb | 2.500 € | 2.000 € |
| Gesamt | 9.500 € | 6.000 € |
Zwischenergebnis: Variante B spart unter den gewählten Annahmen jährlich 3.500 €.
Interaktiver Energiefall: Die Jahresarbeitszahl sinkt
Die Wärmepumpe erreicht statt 3,0 nur noch eine Jahresarbeitszahl von 2,5.
Welche Strommenge benötigt sie jetzt für 60.000 kWh Wärme?
A: 24.000 kWh
B: 20.000 kWh
C: 30.000 kWh
Hilfe 1 – Orientierung
Überlege, welche zwei Größen in der Jahresarbeitszahl miteinander verglichen werden.
Hilfe 2 – Formel
Strombedarf = abgegebene Wärme ÷ Jahresarbeitszahl.
Hilfe 3 – Rechenweg
Setze 60.000 kWh und 2,5 in die Formel ein.
Rückmeldung mit Begründung
A ist richtig: 60.000 ÷ 2,5 = 24.000 kWh Strom.
B wäre nur bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0 richtig. C würde zu einer Jahresarbeitszahl von 2,0 passen.
Folgerung: Bei unverändertem Strompreis steigen die Energiekosten auf 4.800 € jährlich. Die Wirtschaftlichkeit hängt also von der tatsächlich erreichten Effizienz ab.
Lerneinheit 5: Lebenszykluskosten vergleichen
Dauer: 7 Minuten
Vereinfachte Kostenrechnung über 20 Jahre
Rechenregel:
Vergleichskosten = Anfangsinvestition + jährliche Kosten × 20
| Rechnung | Variante A | Variante B |
|---|---|---|
| Investition | 120.000 € | 160.000 € |
| Laufende Kosten für 20 Jahre | 190.000 € | 120.000 € |
| Vergleichskosten nach 20 Jahren | 310.000 € | 280.000 € |
Ergebnis: Variante B ist unter diesen Annahmen um 30.000 € günstiger.
Die Mehrinvestition beträgt 40.000 €. Bei einer jährlichen Ersparnis von 3.500 € ergibt sich eine einfache rechnerische Amortisationszeit von etwa 11,4 Jahren.
Wichtig: Diese einfache Amortisationsrechnung berücksichtigt keine Verzinsung, keine Preisänderungen und keine ungleichmäßigen späteren Zahlungen.
Die Annahmen verändern die Entscheidung
Steigt der angenommene Strompreis für Variante B auf 0,30 €/kWh und bleiben alle anderen Werte gleich, ergibt sich:
20.000 kWh × 0,30 €/kWh = 6.000 € Energiekosten jährlich.
Neue Vergleichskosten B:
160.000 € + 20 × (6.000 € + 2.000 €) = 320.000 €.
Jetzt ist Variante A um 10.000 € günstiger.
Der Gleichstand beider Varianten liegt bei einem angenommenen Strompreis von 0,275 €/kWh, sofern alle übrigen Annahmen unverändert bleiben.
Lernregel: Ein Ergebnis ohne Angabe seiner Annahmen ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.
Lerneinheit 6: Interaktiver Hygienefall
Dauer: 5 Minuten
Diagnose: Eine selten benutzte Entnahmestelle
In der Lernwerkstatt führt eine lange Trinkwasserleitung zu einem Ausgussbecken, das kaum genutzt wird.
Welche Maßnahme solltest Du bei der Planung zuerst prüfen?
A: Die Warmwassertemperatur pauschal absenken.
B: Den Bedarf prüfen, die Leitungsführung optimieren und regelmäßigen Wasserwechsel sicherstellen.
C: Die selten genutzte Leitung im Gebäudemodell ausblenden.
Hilfe 1 – Risiko erkennen
Welche Folgen kann eine lange Verweildauer von Trinkwasser haben?
Hilfe 2 – System betrachten
Betrachte Nutzung, Leitungsführung, Temperaturen und bestimmungsgemäßen Betrieb gemeinsam.
Hilfe 3 – Entscheidung vorbereiten
Eine bauliche Ursache sollte möglichst bereits in der Planung beseitigt werden.
Rückmeldung mit Begründung
B ist richtig.
Lange Stagnationszeiten können die Trinkwasserqualität beeinträchtigen. Unnötige Leitungsabschnitte sollten vermieden und ein bestimmungsgemäßer Betrieb ermöglicht werden.
A kann hygienische Risiken erhöhen. C beseitigt nur die Sichtbarkeit des Problems, nicht die Ursache.
Transfer: Bei einem Heizungswechsel muss die Trinkwarmwasserbereitung hygienisch geeignet bleiben. Energiesparen rechtfertigt keine Missachtung der Trinkwasseranforderungen.
Praxisgrenze: Bei einem realen hygienischen Verdachtsfall handeln qualifizierte Fachleute und der zuständige Betreiber nach den geltenden Anforderungen. Diese Übung ersetzt keine Gefährdungsanalyse.
Fachquellen: Umweltbundesamt – Trinkwasser verteilen und VDI 6023.
Lerneinheit 7: Interaktiver BIM-Diagnosefall
Dauer: 6 Minuten
Kollision zwischen Lüftung und Tragwerk

Beispiel einer digitalen Kollisionsprüfung. Rot markierte Stellen zeigen geometrische Konflikte.
Ein geplanter Lüftungskanal schneidet im gemeinsamen Modell einen tragenden Unterzug.
Wie gehst Du fachgerecht vor?
A: Den Unterzug ohne Rücksprache bearbeiten.
B: Die Kollision im Modell unsichtbar machen.
C: Den Konflikt dokumentieren und gemeinsam mit Lüftungs- und Tragwerksplanung lösen.
Hilfe 1 – Beteiligte
Welche Gewerke sind betroffen?
Hilfe 2 – Dokumentation
Welche Angaben braucht eine Koordinationsmeldung, damit der Konflikt nachvollziehbar bearbeitet werden kann?
Hilfe 3 – Vorgehensweise
Erstelle eine Meldung mit Ort, betroffenen Objekten, verantwortlicher Person, Bearbeitungsstand und Frist.
Rückmeldung mit Begründung
C ist richtig.
Die beteiligten Fachplanenden müssen eine abgestimmte Lösung entwickeln. Der Konflikt kann beispielsweise mit einer BCF-Meldung nachvollziehbar dokumentiert werden.
A gefährdet die Tragwerksplanung und wäre ohne statische Prüfung unzulässig. B verschleiert den Fehler.
Zusätzliche Prüfung: Auch Wartungs- und Montagefreiräume müssen berücksichtigt werden. Ein geometrisch kollisionsfreier Kanal ist noch nicht automatisch gut wartbar.
Vertiefung: Erklärung des BIM Collaboration Format, verlinkt im buildingSMART-Anwendungsfall.
Beispiel einer BIM-Koordinationsmeldung
| Merkmal | Fiktiver Eintrag |
|---|---|
| Konflikt-ID | K-014 |
| Ort | Technikflur im Erdgeschoss |
| Bauteile | Lüftungskanal und Unterzug |
| Betroffene | Lüftungsplanung und Tragwerksplanung |
| Vorgeschlagene Maßnahme | Leitungsführung gemeinsam prüfen |
| Status | Offen |
| Nachweis der Lösung | Aktualisiertes Fachmodell und erneute Prüfung |
Fachquelle: buildingSMART – Kollisionsprüfung.
Lerneinheit 8: Entscheidung und Übergabe
Dauer: 5 Minuten
Eine gute Projektentscheidung beantwortet vier Fragen:
- Wirtschaftlichkeit: Welche Variante ist unter welchen Annahmen günstiger?
- Betriebssicherheit: Kann die Anlage zuverlässig und hygienisch betrieben werden?
- Gebäudetechnik: Sind alle Gewerke fachlich koordiniert?
- Informationsmanagement: Welche Daten werden für Betrieb und Wartung benötigt?
Für den Ausbildungsfall lautet die Entscheidung:
Variante B ist im vereinfachten Grundszenario mit 280.000 € gegenüber 310.000 € wirtschaftlicher. Bei veränderten Annahmen kann sich die Rangfolge umkehren.
Für eine reale Entscheidung fehlen unter anderem standortbezogene Berechnungen, nachgewiesene Anlagenwirkungsgrade, konkrete Angebote, Ersatzinvestitionen, Rückbaukosten, Preisentwicklungen, eine Kapitalwertbetrachtung und die Prüfung geltender Anforderungen.
BIM-Übergabe: Für die spätere Betriebsführung sollten unter anderem Anlagenkennungen, Standorte, technische Merkmale, Wartungsinformationen und aktuelle Dokumentationen festgelegt werden.
Die DIN EN ISO 19650 behandelt das Informationsmanagement. Die aktuelle DIN EN ISO 7817-1:2024-11 beschreibt die zweckbezogene Informationsbedarfstiefe und ersetzt die ältere DIN EN 17412-1.
Fachquelle: DIN Media – DIN EN ISO 7817-1:2024-11.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt BIM am zutreffendsten? (Eine kooperative modellbasierte Arbeitsmethode) (!Eine bestimmte Zeichenanwendung) (!Ein Verfahren zur Stromerzeugung) (!Eine automatische Baugenehmigung)
Was wird in einem Koordinationsmodell zusammengeführt? (Fachmodelle verschiedener Planungsdisziplinen) (!Nur die Anschaffungspreise) (!Ausschließlich Bilder des Baufortschritts) (!Nur die Rechnungen der ausführenden Firmen)
Welcher Standard dient dem offenen Austausch von Bauwerksmodellen? (IFC) (!JPEG) (!MP3) (!PDF als alleiniger Modellstandard)
Wofür wird BCF im BIM-Prozess verwendet? (Zur Dokumentation und Abstimmung von Planungsproblemen) (!Zur Erzeugung von Heizenergie) (!Zum Ersatz der Tragwerksberechnung) (!Zur chemischen Trinkwasseraufbereitung)
Welche Kostenart gehört zu einer Lebenszykluskostenbetrachtung? (Wartungs- und Instandhaltungskosten) (!Ausschließlich die Planungskosten) (!Nur der Grundstückskaufpreis) (!Nur die erste Abschlagszahlung)
Wie hoch ist der gerundete Gasbedarf bei 60000 kWh Nutzwärme und 90 Prozent Jahresnutzungsgrad? (Etwa 66667 kWh) (!Etwa 54000 kWh) (!Etwa 20000 kWh) (!Etwa 90000 kWh)
Wie viel Strom benötigt die Wärmepumpe bei 60000 kWh abgegebener Wärme und einer Jahresarbeitszahl von 3? (20000 kWh) (!60000 kWh) (!180000 kWh) (!3000 kWh)
Wie hoch sind die vereinfachten Vergleichskosten von Variante B über 20 Jahre? (280000 Euro) (!160000 Euro) (!310000 Euro) (!400000 Euro)
Was ist eine mögliche Gefahr selten genutzter Trinkwasserleitungen? (Stagnation) (!Automatische Desinfektion) (!Höhere Wasserfrische) (!Garantierte Energieeinsparung)
Welche Folge hat ein angenommener Wärmepumpenstrompreis von 30 Cent pro kWh im Fallbeispiel bei sonst unveränderten Daten? (Variante A ist im Vergleich um 10000 Euro günstiger) (!Variante B spart weiterhin 30000 Euro) (!Beide Varianten kosten genau gleich viel) (!Die Energiepreise beeinflussen keine Betriebskosten)
Memory
Finde die passenden Begriffspaare.
| Fachmodell | Gewerkespezifischer Teil des Bauwerksmodells |
| Koordinationsmodell | Zusammenführung mehrerer Fachmodelle |
| IFC | Offener Standard zum Austausch von Bauwerksdaten |
| BCF | Austausch von modellbezogenen Koordinationsmeldungen |
| Jahresarbeitszahl | Verhältnis von Jahreswärme zu Jahresstromverbrauch |
| Lebenszykluskosten | Kosten über festgelegte Lebensphasen |
| Stagnation | Längere Verweildauer von Wasser |
Drag and Drop
Ordne die Gewerke ihren typischen Planungsinhalten zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Tragwerksplanung | Stützen und Unterzüge |
| Heizungstechnik | Wärmeerzeuger und Heizkreise |
| Lüftungstechnik | Luftkanäle und Lüftungsgeräte |
| Sanitärtechnik | Trinkwasserleitungen und Entnahmestellen |
| Elektrotechnik | Stromanschlüsse und Kabeltrassen |
Kreuzworträtsel
| Fachmodell | Wie heißt ein gewerkespezifischer Teil des digitalen Bauwerksmodells? |
| Wartung | Wie heißt die regelmäßige Maßnahme zum Erhalt der Betriebsfähigkeit einer Anlage? |
| Stagnation | Wie heißt die längere Verweildauer von Wasser in einer Leitung? |
| Kollision | Wie heißt die unerwünschte räumliche Überschneidung zweier geplanter Bauteile? |
| Wärmepumpe | Welcher elektrische Wärmeerzeuger nutzt Umweltwärme? |
| Baukosten | Wie bezeichnet man die Aufwendungen für die Errichtung eines Gebäudes? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren passenden Lernaufgaben suchen. Die Verfügbarkeit einzelner Übungen wurde nicht vorausgesetzt.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben möglichst mit Papier, einer lokal verfügbaren Tabellenkalkulation oder einer geeigneten Fachsoftware. Ein externer KI-Dienst oder Upload ist nicht erforderlich.
Leicht
Basisaufgaben – Grundlagen sichern
- Lebenszyklus-Plakat: Zeichne den Lebenszyklus der Lernwerkstatt mit fünf Stationen und jeweils einem typischen Kostenbeispiel.
- BIM-Skizze: Zeichne einen Technikraum mit Heizgerät, Rohrleitung, Lüftungskanal und Elektroanschluss. Kennzeichne die zuständigen Gewerke.
- Schema-Werkstatt: Zeichne einen einfachen Heizkreis und beschrifte Wärmeerzeuger, Pumpe, Heizfläche sowie Vor- und Rücklauf.
- Kostenkarten: Sortiere fiktive Ausgaben in Anfangsinvestition, Energie, Wartung und spätere Instandsetzung.
Begründetes Feedback: Eine gute Basislösung unterscheidet Gebäudephasen und technische Systeme. Achte besonders darauf, dass ein Heizkreis nicht mit dem Trinkwassersystem verwechselt wird.
Standard
Anwendungsaufgaben – Den Ausbildungsfall bearbeiten
- Energie-Rechnung: Berechne für beide Varianten den jährlichen Endenergiebedarf. Dokumentiere Formel, Einheit und Annahmen.
- Kostenvergleich: Erstelle eine Tabelle für 20 Jahre und vergleiche Anfangsinvestition, jährliche Kosten sowie das Gesamtergebnis.
- Hygiene-Check: Analysiere die selten genutzte Entnahmestelle und erstelle einen begründeten Verbesserungsvorschlag.
- Koordinationsmeldung: Erstelle eine fiktive BCF-ähnliche Meldung zum Konflikt zwischen Lüftungskanal und Unterzug.
Begründetes Feedback: Richtiges Rechnen allein genügt nicht. Eine tragfähige Lösung zeigt die Herkunft der Werte, nennt Verantwortliche und erklärt, weshalb der gewählte Lösungsvorschlag fachlich sinnvoll ist.
Schwer
Transferaufgaben – Entscheidungen kritisch prüfen
- Grenzpreis-Analyse: Ermittle den Strompreis, bei dem beide Varianten gleich teuer sind. Stelle Deine Rechnung grafisch dar.
- Effizienz-Szenario: Prüfe die Gesamtkosten bei Jahresarbeitszahlen von 2,0, 2,5 und 3,5. Erläutere, warum unterschiedliche Betriebstemperaturen für das Ergebnis wichtig sein können.
- Koordinationskonferenz: Spiele mit einer Gruppe die Rollen Architektur, Tragwerk, SHK, Elektro und Betreiber durch. Verhandelt eine Lösung für Technikraum, Wartungszugang und Trinkwasserführung.
- Entscheidungsvorlage: Schreibe eine einseitige Empfehlung für die Kommune. Berücksichtige Kosten, Unsicherheiten, Hygiene, Energie und fehlende Umweltdaten.
Begründetes Feedback: Bei Transferaufgaben zählt nicht nur eine bevorzugte Variante. Überzeugend ist eine Entscheidung, die auch Gegenargumente, Grenzen und alternative Annahmen prüft.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden fünf Aufgaben ohne vorgegebene Lösung. Begründe Deine Schlussfolgerungen.
- Wirtschaftlichkeit: Erkläre, warum Variante B im Grundszenario günstiger ist, bei einem höheren Strompreis aber teurer werden kann. Welche Annahme ist dafür verantwortlich?
- Trinkwasserhygiene: Eine besonders energiesparende Betriebsweise verschlechtert möglicherweise die hygienischen Bedingungen der Warmwasserinstallation. Entwickle einen fachlich begründeten Prüf- und Entscheidungsablauf.
- Kollisionsprüfung: Ein Lüftungskanal ist nach einer Modelländerung geometrisch kollisionsfrei, lässt aber keinen ausreichenden Wartungsraum. Welche weiteren Prüfungen und Beteiligten sind erforderlich?
- Informationsmanagement: Der Betreiber möchte zukünftig Anlagenwechsel, Energieverbrauch und Wartung dokumentieren. Leite daraus mindestens fünf sinnvolle Informationsanforderungen an die BIM-Übergabe ab.
- Investitionsrechnung: Eine zusätzliche Wärmepumpenreparatur im elften Betriebsjahr kostet fiktiv 15.000 €. Zeige die Wirkung auf das Vergleichsergebnis und beurteile, welche anderen bislang nicht berücksichtigten Kosten eine Entscheidung noch verändern könnten.
Bewertungskriterien: Nachvollziehbarer Rechenweg, technisch geeignete Maßnahmen, gemeinsames Denken der Gewerke, transparente Annahmen und begründeter Umgang mit Unsicherheit.
Kontrollwert zu Aufgabe 5: Ohne Verzinsung oder weitere Änderungen erhöhen sich die Vergleichskosten der Wärmepumpenvariante von 280.000 € auf 295.000 €. Variante B bleibt dann im betrachteten Szenario um 15.000 € günstiger. Die Zahl allein ist aber noch keine vollständige Bewertung des Reparaturrisikos.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze Projektmappe: Wirtschaftlichkeitsvergleich Lernwerkstatt Sonnenhof.
Darin sollen enthalten sein:
- Projektbeschreibung: Gebäude, Nutzungsziel und beide technischen Varianten.
- Gewerkeübersicht: Beteiligte Disziplinen und wichtige Schnittstellen.
- Anlagenschema: Ein beschriftetes Heizungs- oder Trinkwarmwasserschema.
- Annahmentabelle: Alle verwendeten Zahlen, Einheiten und Betrachtungsgrenzen.
- Berechnung: Energiebedarf, Betriebskosten und Vergleichskosten über 20 Jahre.
- Risikobetrachtung: Mindestens ein Hygiene- oder Koordinationsproblem mit Lösung.
- Sensitivität: Mindestens eine veränderte Annahme und ihre Wirkung auf das Ergebnis.
- Entscheidung: Empfehlung mit fachlicher Begründung und Benennung der Grenzen.
Bewertungsvorschlag:
| Bereich | Punkte |
|---|---|
| Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit | 20 |
| Technische und gewerkeübergreifende Begründung | 20 |
| Rechenwege und Wirtschaftlichkeit | 25 |
| Sicherheit und Hygiene | 15 |
| Kritische Bewertung und Transfer | 20 |
| Gesamt | 100 |
Wichtig: Im Lernnachweis verwendest Du die fiktiven Daten. Für ein reales Gebäudeprojekt wären nachgewiesene Daten, Fachplanung und die jeweils geltenden rechtlichen sowie technischen Anforderungen erforderlich.
OERs zum Thema
Wikipedia
Überprüfbare Fachquellen
- BIM Deutschland – Grundlagen und Lebenszyklus
- BIM-Portal des Bundes – Informationsanforderungen
- Umweltbundesamt – Lebenszykluskosten
- Umweltbundesamt – Funktionsweise von Wärmepumpen
- Umweltbundesamt – Warmwasserkonzepte und Wärmepumpen
- Umweltbundesamt – Trinkwasserinstallation
- VDI – Hygiene in Trinkwasserinstallationen
- buildingSMART – Kollisionsprüfung
- buildingSMART – BCF
- DIN Media – Informationsbedarfstiefe nach DIN EN ISO 7817-1
Medien- und Lizenznachweise
Alle nachstehenden Bilder wurden als vorhandene Wikimedia-Commons-Dateien recherchiert. Die ausgewiesenen Lizenzangaben beziehen sich auf die jeweiligen Dateibeschreibungsseiten.
| Eingebundene Abbildung | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|
| FreeCAD 1.0 Light BIM Example | Maxwxyz | CC BY 4.0 |
| Bim datamodel-2 | Jørgen Emborg | Gemeinfrei laut Commons |
| Heatpump | Ilmari Karonen | Gemeinfrei laut Commons |
| Heizkreis Schema | -donald- und MatthiasDD | CC BY-SA 3.0 |
| Heat exchanger | Jlfd, Wikimedia-Commons-Bearbeitung | CC0 1.0 |
| Warmwasserzirkulation | GreenManXY | CC0 1.0 |
| Instant Clash | BenjaminDavies88 | CC BY-SA 4.0 |
Lizenzhinweis: Bei CC-BY- und CC-BY-SA-Medien sind Namensnennung, Lizenzverweis und gegebenenfalls Hinweise auf Bearbeitungen zu beachten. Die Originaldateiseiten enthalten die verbindlichen Einzelheiten.
Videohinweis: Die YouTube-Videos von DEUBIM, Ingenieurskunst und das verlinkte BCF-Erklärvideo wurden als vorhandene Videoressourcen recherchiert. Es wird keine freie Creative-Commons-Lizenz für diese Videos behauptet. Die Einbettung ist keine Freigabe zum Kopieren oder Bearbeiten. Beim Abspielen externer Medien können Daten an den jeweiligen Anbieter übertragen werden.
Die Bilder und Videos sind Lehrbeispiele. Ihre technischen Details sind nicht automatisch auf die Lernwerkstatt Sonnenhof übertragbar.
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