Zum Inhalt springen

Gewerbliche Kälteanlagen und Kälteservice – Überhitzung und Unterkühlung einordnen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Gewerbliche Kälteanlagen und Kälteservice – Überhitzung und Unterkühlung einordnen

QR-Code



Gewerbliche Kälteanlagen und Kälteservice – Überhitzung und Unterkühlung einordnen


Einleitung

Ausbildungsberuf: Mechatroniker/in für Kältetechnik

Niveau: Berufsausbildung

Lernzeit: ca. 60–90 Minuten einschließlich Aufgaben

Kurzbeschreibung: Messstellen erkennen, Überhitzung und Unterkühlung berechnen und den Systemzustand einer gewerblichen Kälteanlage begründet einordnen.

Dein Lernziel: Du kannst Messdaten fachlich richtig interpretieren, mögliche Ursachen unterscheiden und die Grenzen Deiner Diagnose benennen.

Sicherheitsregel: In diesem Kurs arbeitest Du ausschließlich mit Bildern, Anlagenschemata, vorgegebenen Messwerten und Modellen. Du öffnest keinen Kältekreis, schließt keine Manometer an und veränderst keine Ventile oder Kältemittelfüllmengen.

Praxisbezug: Gewerblicher Kühlraum mit Luftkühlern. Bild: Mesadbal, CC BY 4.0, Wikimedia Commons.


Dein Lernpfad

Lerneinheit Schwerpunkt Lernaktivität
1 – Verstehen Kältekreislauf Bauteile im Bild erkennen
2 – Zuordnen Druckmessung und Temperaturmessung Messstellen bestimmen
3 – Berechnen Überhitzung und Unterkühlung Modellwerte auswerten
4 – Einordnen Kälteservice Ausbildungsfall bearbeiten
5 – Absichern Arbeitssicherheit Risiken und Fachkunde prüfen


Lerneinheit 1: Den Kältekreislauf verstehen

Ein gewerbliches Kompressionskältesystem transportiert Wärme von einem kälteren zu einem wärmeren Bereich. Das Kältemittel verändert dabei Druck, Temperatur und Aggregatzustand.

Schematischer Kompressionskältekreislauf. Bild: Jahobr, CC0, Wikimedia Commons.


Vier wichtige Bauteile

Bauteil Funktion
Verdampfer Das Kältemittel nimmt Wärme auf und verdampft.
Verdichter Er saugt Kältemitteldampf an und verdichtet ihn.
Verflüssiger Das Kältemittel gibt Wärme ab und verflüssigt sich.
Expansionsventil Es drosselt den Kältemittelstrom auf ein niedrigeres Druckniveau.

Detailbild eines Kältemittelverdampfers. Bild: Echoray, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Bildauftrag: Erkläre, von welchem Medium der Verdampfer Wärme aufnimmt und weshalb das Kältemittel dabei verdampfen kann.

Beispiel eines hermetischen Kältemittelverdichters aus einem Haushaltsgerät; das Funktionsprinzip ist auch für die Gewerbekälte relevant. Bild: Ente75, CC0, Wikimedia Commons.

Merksatz: Der Verdichter soll bei einer üblichen direktverdampfenden Anlage gasförmiges Kältemittel ansaugen. Flüssigkeitseintrag kann ihn beschädigen.


Das Expansionsventil verstehen

Schnittschema eines thermostatischen Expansionsventils. Bild: MasterTriangle12, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Ein thermostatisches Expansionsventil dosiert den Kältemittelstrom abhängig von Temperatur und Druck am Verdampferausgang. Es arbeitet auf eine bestimmte Überhitzung hin.

Medienauftrag: Untersuche die Membran, Feder, Drosselöffnung und den Temperaturfühler im Bild. Beschreibe das Regelungsprinzip, ohne eine praktische Einstellung vorzunehmen.

Fachmedium: Danfoss Climate Solutions – geprüfte Produktanimationen zu Expansionsventilen und weiteren Kälteanlagenkomponenten.


Lerneinheit 2: Messstellen unterscheiden

Für die Beurteilung werden passende Druck- und Temperaturwerte benötigt.

Entscheidend: Druck und Temperatur müssen zur gleichen oder zu einer fachlich korrekt berücksichtigten Druckposition gehören.


Messstelle A: Sauggasseite

Position: Verdampferausgang beziehungsweise definierter Messpunkt in der Saugleitung.

Messgrößen:

  1. Druck: Verdampfungsdruck am zugehörigen Messpunkt.
  2. Temperatur: Sauggas- beziehungsweise Rohrtemperatur am Messpunkt.

Die zugehörige Sättigungstemperatur wird anhand des Kältemittels und der passenden Druck-Temperatur-Daten bestimmt.

Bei Kältemittelgemischen mit Temperaturgleit ist für die Überhitzung die Taupunkttemperatur maßgeblich.

Beachte: Die Überhitzung am Verdampferausgang kann sich von der Überhitzung am Verdichtereintritt unterscheiden. Die Saugleitung kann zusätzlich Wärme aufnehmen; auch Druckverluste sind zu berücksichtigen.


Messstelle B: Flüssigkeitsseite

Position: Definierter Messpunkt in der Flüssigkeitsleitung nach dem Verflüssiger.

Messgrößen:

  1. Druck: Druck am zugehörigen Flüssigkeitsmesspunkt.
  2. Temperatur: Flüssigkeitsrohrtemperatur am Messpunkt.

Bei Kältemittelgemischen mit Temperaturgleit ist für die Unterkühlung die Blasenpunkttemperatur maßgeblich.

Druckverluste zwischen Verflüssiger und Messpunkt dürfen nicht einfach ignoriert werden.

Beispiel einer Temperaturmesssonde, nicht einer konkreten Kälteservice-Messanordnung. Bild: Harke, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Denke nach: Weshalb können schlechter Temperaturkontakt, ungeeignete Sensorpositionen und fehlende Wärmedämmung einen Temperaturwert verfälschen?

Wichtig: Im Lernkurs nutzt Du ausschließlich bereits dokumentierte Sensorwerte. Das Anschließen von Messgeräten an den druckbeaufschlagten Kältekreis gehört nicht zu diesen Übungen.


Prozessvideo: Druck und Sättigungstemperatur

Fachvideo: HVAC School – Glide, Dew Point, Bubble Point, PT Charts and the Refrigerant Slider App.

Beobachtungsfragen:

  1. Worin unterscheiden sich Taupunkt und Blasenpunkt?
  2. Weshalb ist die Kenntnis des Kältemittels unverzichtbar?
  3. Warum reicht ein Druckwert allein nicht für eine sichere Fehlerdiagnose?


Lerneinheit 3: Überhitzung und Unterkühlung berechnen


Überhitzung

Überhitzung bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen der tatsächlichen Temperatur des Kältemitteldampfes und seiner zum Druck gehörenden Taupunkttemperatur.

Formel:

Überhitzung = Sauggastemperatur − Taupunkttemperatur

Modellbeispiel:

Sauggastemperatur: −2 °C

Taupunkttemperatur: −10 °C

Ergebnis: −2 − (−10) = 8 K

Die Überhitzung beträgt 8 Kelvin.


Unterkühlung

Unterkühlung bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen der zum Druck gehörenden Blasenpunkttemperatur und der tatsächlichen Flüssigkeitstemperatur.

Formel:

Unterkühlung = Blasenpunkttemperatur − Flüssigkeitstemperatur

Modellbeispiel:

Blasenpunkttemperatur: +35 °C

Flüssigkeitstemperatur: +30 °C

Ergebnis: 35 − 30 = 5 K

Die Unterkühlung beträgt 5 Kelvin.

Merke: Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Eine Differenz von 5 K entspricht einer Temperaturdifferenz von 5 °C.


Vom Messwert zum Systemzustand

Beobachtung Mögliche Einordnung Wichtige Einschränkung
Hohe Überhitzung Mögliche geringe Verdampferbeaufschlagung oder veränderte Betriebsbedingungen Allein kein Nachweis für Kältemittelmangel
Sehr geringe Überhitzung Kältemitteldampf nahe der Sättigung; möglicher Hinweis auf Flüssigkeitsrisiko Kein eindeutiger Nachweis eines Flüssigkeitseintrags
Geringe Unterkühlung Geringe Temperaturreserve der Flüssigkeitsleitung gegenüber dem Sättigungszustand Keine sichere Diagnose der Füllmenge
Hohe Unterkühlung Größere Temperaturdifferenz zur Sättigungsgrenze Kein alleiniger Nachweis einer Überfüllung

Keine universelle Sollzahl: Zulässige oder gewünschte Werte hängen unter anderem von Anlagenkonzept, Kältemittel, Regelung, Wärmelast, Messstelle und Herstellerangaben ab.


Prozessvideo: Überhitzung und Unterkühlung

Danfoss Climate Solutions – Superheat and Subcooling. Hersteller-Fachwebinar in englischer Sprache.

Beobachtungsauftrag: Notiere drei Auswirkungen von Überhitzung oder Unterkühlung auf das Betriebsverhalten. Trenne dabei Messung, Interpretation und mögliche Serviceentscheidung.

Sicherheit: Gezeigte reale Servicehandlungen werden nicht nachgemacht.


Lerneinheit 4: Ausbildungsfall Kühlraum


Der Serviceauftrag

Ein Lebensmittelgeschäft meldet, dass sein gewerblicher Kühlraum zeitweise langsamer abkühlt.

Du erhältst im Ausbildungsbetrieb einen bereits dokumentierten Messdatensatz und eine vereinfachte Anlagenskizze.

Dein Auftrag: Berechne Überhitzung und Unterkühlung, beurteile die Veränderungen und formuliere einen fachlich begründeten Bericht für Deine Ausbilderin oder Deinen Ausbilder.

Es erfolgen keine eigenständigen Eingriffe in die Anlage.


Anlagenskizze und Messstellen

Messpunkt Bauteilposition Messwerte
A Verdampferausgang, Sauggas Druck und Sauggastemperatur
B Flüssigkeitsleitung nach Verflüssiger Druck und Flüssigkeitstemperatur

Vereinfachtes Prozessschema als Orientierung. Bild: Shoji Yamauchi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Die Messpunkte A und B sind für die Aufgabe gedanklich an den beschriebenen Positionen einzutragen.


Die Modellmesswerte

Achtung: Das Übungsmedium M ist ein frei definiertes, fiktives Kältemittel. Seine zugeordneten Druck-Temperatur-Werte sind didaktische Vorgaben, keine realen Stoffdaten und nicht für eine echte Anlage geeignet. Die Drücke sind relative Druckangaben.

Messgröße Zustand 1 Zustand 2
Druck A 2,4 bar(g) 2,4 bar(g)
Taupunkttemperatur laut Modelltabelle −10 °C −10 °C
Sauggastemperatur A −2 °C +4 °C
Druck B 11,8 bar(g) 11,8 bar(g)
Blasenpunkttemperatur laut Modelltabelle +35 °C +35 °C
Flüssigkeitstemperatur B +30 °C +34 °C

Basisaufgabe: Berechne die Überhitzung und Unterkühlung beider Zustände.

Anwendungsaufgabe: Beschreibe, welche Temperaturdifferenzen größer beziehungsweise kleiner geworden sind.

Transferaufgabe: Beurteile, ob die Daten bereits eine eindeutige Fehlerdiagnose ermöglichen, und begründe Deine Entscheidung.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Orientierung:

Überhitzung gehört zur Sauggasseite. Unterkühlung gehört zur Flüssigkeitsseite.

Hilfe 2 – Rechenweg:

Bei der Überhitzung ziehst Du die Taupunkttemperatur von der Sauggastemperatur ab. Bei der Unterkühlung ziehst Du die Flüssigkeitstemperatur von der Blasenpunkttemperatur ab.

Hilfe 3 – Vergleich:

Vergleiche zuerst die beiden Ergebnisse in Kelvin. Prüfe anschließend, ob Wärmelast, Regelungsverhalten, Sensorqualität, Anlagenhistorie und Herstellervorgaben bekannt sind.


Musterlösung und begründetes Feedback

Kennwert Zustand 1 Zustand 2
Überhitzung 8 K 14 K
Unterkühlung 5 K 1 K

Feedback Basis: Richtig sind 8 K und 5 K für Zustand 1 sowie 14 K und 1 K für Zustand 2. Bei negativen Celsiuswerten ist die korrekte Vorzeichenrechnung entscheidend.

Feedback Anwendung: Die Überhitzung steigt um 6 K, die Unterkühlung sinkt um 4 K. Damit hat sich die thermische Situation an beiden Messstellen verändert.

Feedback Transfer: Die Werte können Anlass zu weiterer fachkundiger Prüfung geben. Eine bestimmte Störung, beispielsweise Kältemittelmangel oder eine Ventilfehlfunktion, ist daraus allein nicht bewiesen. Vor einer Diagnose müssen Betriebsbedingungen, Herstellervorgaben und weitere vorhandene Anlagendaten geprüft werden.

Geeignete Berichtsaussage:

„Im Modell steigt die Überhitzung von 8 K auf 14 K. Gleichzeitig sinkt die Unterkühlung von 5 K auf 1 K. Die Veränderungen sind auffällig; für eine eindeutige Ursachenbestimmung reichen die Angaben nicht aus. Eine weitere Bewertung ist durch die zuständige Fachkraft anhand zusätzlicher Daten erforderlich.“


Vertiefung: Prozessdiagramm

Beispiel eines Druck-Enthalpie-Diagramms mit Kälteprozess, hier für R134a; kein Stoffdatenblatt für das fiktive Übungsmedium M. Bild: Shoji Yamauchi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Vertiefungsfrage: Warum müssen beim Vergleich verschiedener Anlagen neben den Messwerten auch Kältemittel und Betriebszustand bekannt sein?


Lerneinheit 5: Sicherheit, Risiken und Fachkunde


Kältemittelrisiken gesondert prüfen

Kältemittel sind nicht automatisch ungefährlich. Gefährdungen hängen vom eingesetzten Stoff und der konkreten Anlage ab.

Gefährdung Beispiel Sicheres Lernverhalten
Brand R290 ist ein hochentzündliches Kältemittel. Keine Arbeiten an Leitungen oder Zündquellen in potenziell gefährdeten Bereichen.
Druck R744 kann mit sehr hohen Betriebsdrücken verbunden sein. Druckbeaufschlagte Bauteile nicht öffnen oder verändern.
Toxizität R717 ist gesundheitlich gefährlich und erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen. Warnzeichen kennen, Abstand halten und Fachpersonal informieren.
Kälteverletzungen Ausströmende oder expandierende Kältemittel können starke Abkühlung verursachen. Keine Kontakte mit austretendem Kältemittel.
Sauerstoffverdrängung Freigesetzte Kältemittel können die Atemluft gefährlich verändern. Nicht in gefährdete Räume eintreten; betriebliche Alarm- und Notfallregeln beachten.

Die konkrete Einstufung ist anhand des Kältemittels, seines Sicherheitsdatenblatts, der Gefährdungsbeurteilung und der Anlagendokumentation zu prüfen.

Fachinformation: DGUV – Sicher arbeiten mit Kältemitteln.


Brand, Druck und erforderliche Fachkunde

Brandgefahr: Bei brennbaren Kältemitteln sind mögliche Freisetzung, Zündquellen, Lüftung und Explosionsschutz entsprechend der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Druckgefahr: Kälteanlagen können druckbeaufschlagte Systeme sein. Arbeiten und Prüfungen erfordern geeignete Verfahren, Schutzmaßnahmen und qualifiziertes Personal.

Fachkunde: Eine Berufsausbildung allein ist nicht automatisch die Erlaubnis für jede zertifizierungspflichtige Tätigkeit. Erforderliche Sachkundebescheinigungen, betriebliche Beauftragungen und gegebenenfalls Unternehmenszertifizierungen müssen tätigkeitsbezogen geprüft werden.

Rechtsstand Deutschland: 11. Oktober 2026.

Die Verordnung (EU) 2024/573 regelt fluorierte Treibhausgase. Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 enthält Mindestanforderungen an einschlägige Zertifizierungen. Die deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung wurde am 14. April 2026 neu gefasst und trat am 17. April 2026 in Kraft. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung.

Verbindlich für die Praxis: Vor tatsächlichen Tätigkeiten sind die jeweils aktuelle Rechtslage, die erforderliche Qualifikation, die Herstellerdokumentation sowie die betrieblichen Freigaben zu prüfen.

Umweltbundesamt – F-Gas-Verordnung, FAQ

Chemikalien-Klimaschutzverordnung 2026

EU-Durchführungsverordnung 2024/2215

Betriebssicherheitsverordnung § 3


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Temperatur benötigst Du für die Berechnung der Überhitzung auf der Sauggasseite? (Tatsächliche Sauggastemperatur) (!Raumtemperatur des Kühlraums) (!Außentemperatur am Verflüssiger) (!Temperatur der Flüssigkeitsleitung)




Welcher Sättigungspunkt ist bei gleitenden Kältemittelgemischen für die Überhitzung maßgeblich? (Taupunkt) (!Blasenpunkt) (!Gefrierpunkt) (!Flammpunkt)




Welche Bezugsgröße gehört bei gleitenden Kältemittelgemischen zur Unterkühlung? (Blasenpunkttemperatur) (!Taupunkttemperatur) (!Sauggastemperatur) (!Raumlufttemperatur)




Wie wird die Überhitzung berechnet? (Sauggastemperatur minus Taupunkttemperatur) (!Taupunkttemperatur minus Sauggastemperatur) (!Flüssigkeitstemperatur minus Raumtemperatur) (!Außentemperatur minus Verflüssigungstemperatur)




Wie wird die Unterkühlung berechnet? (Blasenpunkttemperatur minus Flüssigkeitstemperatur) (!Flüssigkeitstemperatur minus Blasenpunkttemperatur) (!Sauggastemperatur minus Taupunkttemperatur) (!Raumtemperatur minus Flüssigkeitstemperatur)




Welche Einheit wird für die Temperaturdifferenz der Überhitzung verwendet? (Kelvin) (!Bar) (!Watt) (!Liter)




Was bedeutet eine auffällig hohe Überhitzung? (Sie kann auf unterschiedliche Betriebszustände hinweisen und erfordert weitere Prüfung) (!Sie beweist immer einen Kältemittelmangel) (!Sie beweist immer eine Überfüllung) (!Sie bedeutet immer einen Verdichterschaden)




Warum kann die Sauggasüberhitzung am Verdichter höher sein als am Verdampferausgang? (Die Saugleitung kann zusätzliche Wärme aufnehmen) (!Der Verflüssiger misst die Raumtemperatur) (!Das Kältemittel wird dort immer flüssig) (!Der Druck ist überall immer identisch)




Was ist im Modellunterricht ohne Eingriff in die Kälteanlage zulässig? (Bereitgestellte Druck- und Temperaturdaten auswerten) (!Serviceventile zum Üben öffnen) (!Kältemittel zum Vergleich nachfüllen) (!Manometer eigenständig an den Kältekreis anschließen)




Was ist vor einer sicherheitsrelevanten Servicearbeit erforderlich? (Gefährdungen und notwendige Fachkunde sowie Freigaben prüfen) (!Nur die Überhitzung berechnen) (!Nur die Betriebsstunden ablesen) (!Nur die Raumtemperatur dokumentieren)





Memory

Finde die passenden Begriffspaare.

Taupunkt Bezugswert der Überhitzung
Blasenpunkt Bezugswert der Unterkühlung
Verdampfer Wärmeaufnahme des Kältemittels
Verdichter Druckerhöhung des Dampfes
Verflüssiger Wärmeabgabe des Kältemittels
Temperaturfühler Erfassung einer Temperatur
Drucksensor Erfassung eines Druckwerts
Expansionsventil Dosierung des Kältemittelstroms





Drag and Drop

Ordne die Begriffe ihren fachlichen Zusammenhängen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Taupunkttemperatur Überhitzung
Blasenpunkttemperatur Unterkühlung
Sauggasleitung Verdampferausgang
Flüssigkeitsleitung Verflüssigerausgang
Herstellerangabe Sollwertvergleich





Kreuzworträtsel

Verdampfer In welchem Bauteil nimmt das Kältemittel Wärme auf?
Verdichter Welcher Bauteil erhöht den Druck des Kältemitteldampfes?
Taupunkt Welcher Sättigungspunkt wird zur Berechnung der Überhitzung genutzt?
Blasenpunkt Welcher Sättigungspunkt wird zur Berechnung der Unterkühlung genutzt?
Saugleitung Welche Leitung führt das Sauggas zum Verdichter?
Sachkunde Welche nachzuweisende Qualifikation ist für bestimmte Kältemitteltätigkeiten erforderlich?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der geschlossene Kältekreislauf transportiert

von einem niedrigen auf ein höheres Temperaturniveau.
Im

nimmt das Kältemittel Wärme auf.
Der

erhöht den Druck des Kältemitteldampfes.
Im

wird Wärme an die Umgebung abgegeben.
Das

dosiert den Kältemittelstrom zum Verdampfer.
Die Temperaturdifferenz zwischen Sauggastemperatur und Taupunkttemperatur heißt

.
Für die Überhitzungsberechnung bei einem Kältemittelgemisch mit Temperaturgleit verwendet man den

.
Die Temperaturdifferenz zwischen Blasenpunkttemperatur und Flüssigkeitstemperatur bezeichnet man als

.
Die Unterkühlungsberechnung bei einem Kältemittelgemisch mit Temperaturgleit verwendet den

.
Temperaturdifferenzen werden in der Einheit

angegeben.
Ein Temperaturfühler benötigt einen geeigneten thermischen

.
Die Bewertung eines Messwertes erfordert die Berücksichtigung des

.
Eine einzelne auffällige Überhitzung beweist noch keinen bestimmten

.
Für bestimmte Tätigkeiten am Kältekreis muss die erforderliche

nachgewiesen werden.
}




Begründetes Feedback für die Aufgaben

Basis: Die Begriffe müssen der richtigen Seite des Kältekreislaufs zugeordnet werden. Taupunkt und Blasenpunkt sind bei Kältemittelgemischen nicht beliebig austauschbar.

Anwendung: Eine korrekte Rechnung benötigt passende Druck- und Temperaturwerte, eine geeignete Druck-Temperatur-Zuordnung sowie die richtige Differenzbildung.

Transfer: Auch mathematisch korrekte Werte erlauben nicht zwangsläufig eine eindeutige Fehlerdiagnose. Der Zusammenhang mit Betriebsbedingungen und weiteren Messwerten muss berücksichtigt werden.

Sicherheit: Wer trotz fehlender Freigabe eigenständig Arbeiten am Kältekreis durchführen möchte, hat die sicherheitsbezogene Lernaufgabe nicht erfüllt.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildbeschriftung: Zeichne den einfachen Kompressionskältekreislauf und beschrifte seine vier Hauptbauteile.
  2. Bildanalyse: Beschreibe anhand des Verdampferfotos den Weg der Wärme und erläutere die Aufgabe der Luftströmung.
  3. Messstellenkarte: Markiere im Schema einen geeigneten Sauggas- und einen Flüssigkeitsmesspunkt. Begründe Deine Zuordnung.
  4. Rechenkarte: Erstelle eine kleine Lernkarte mit den Formeln für Überhitzung und Unterkühlung einschließlich der Einheit Kelvin.


Standard

  1. Servicedokumentation: Erstelle aus den Modelldaten einen kurzen Messbericht mit vier berechneten Kennwerten.
  2. Messwertvergleich: Vergleiche Zustand 1 und Zustand 2 und zeichne die Veränderung der beiden Temperaturdifferenzen als Diagramm.
  3. Messfehleranalyse: Erstelle eine Tabelle zu drei möglichen Messfehlern und beschreibe ihre Auswirkungen auf die Auswertung.
  4. Funktionsplakat: Entwirf ein Plakat zum Wirkprinzip eines thermostatischen Expansionsventils. Verwende geprüfte Bilder und dokumentiere deren Lizenzen.


Schwer

  1. Diagnosebaum: Entwickle einen Entscheidungsbaum, der auffällige Kennwerte mit möglichen Ursachen und noch fehlenden Informationen verbindet. Er darf keine unzulässigen Serviceeingriffe anleiten.
  2. Kältemittelvergleich: Vergleiche die Sicherheitsaspekte von R290, R744 und R717 anhand von Fachquellen. Erkläre, weshalb unterschiedliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein können.
  3. Sicherheitskonzept: Erstelle für den fiktiven Ausbildungsfall eine Übersicht der Gefährdungen, erforderlichen Prüfungen und Zuständigkeiten. Unterscheide ausdrücklich zwischen Lernen am Modell und echter Servicearbeit.
  4. Ausbildungsvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo mit selbst gezeichneten Messstellen, Modellrechnungen, gestuften Hilfen und einer begründeten Diagnosegrenze.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die Aufgaben schriftlich. Zeige nicht nur Ergebnisse, sondern begründe Deine Entscheidungen.

  1. Veränderung interpretieren: In einem Modell steigt die Überhitzung von 6 K auf 15 K. Erkläre zwei mögliche Ursachenbereiche und drei zusätzliche Informationen, die Du für eine sichere Einordnung benötigst.
  2. Messdaten beurteilen: Die berechnete Unterkühlung sinkt deutlich. Erkläre, weshalb dieser Befund allein keine sichere Aussage über eine Kältemittelfüllmenge erlaubt.
  3. Plausibilitätsprüfung: Ein Druckwert stammt vom Verdichtereintritt, der Temperaturwert vom Verdampferausgang. Erkläre, weshalb ein unkritischer direkter Vergleich beider Werte fachlich problematisch sein kann.
  4. Stoffdaten anwenden: Eine Auswertung verwendet für Überhitzung und Unterkühlung denselben Sättigungsbezug eines gleitenden Kältemittelgemisches. Erkenne den Fehler und beschreibe dessen mögliche Folgen.
  5. Sicherheitsentscheidung: Eine Auszubildende soll ohne Nachweis der erforderlichen Qualifikation ein Serviceventil öffnen. Erkläre, wie sie sich fachlich und organisatorisch richtig verhält.
  6. Transferfall: Zwei Anlagen zeigen die gleiche Überhitzung, aber unterschiedliche Wärmelasten, Regelungen und Messstellen. Begründe, weshalb ihre Betriebszustände trotzdem nicht als gleichwertig betrachtet werden dürfen.

Bewertungskriterien:

Eine gute Bearbeitung verwendet korrekte Fachbegriffe, nachvollziehbare Rechnungen, plausible Zusammenhänge, benannte Unsicherheiten und angemessene Sicherheitsentscheidungen.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen können:

  1. Systemverständnis: Du kannst Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil funktional erklären.
  2. Messstellenkenntnis: Du unterscheidest Sauggas- und Flüssigkeitsmessstellen und berücksichtigst ihre Position.
  3. Stoffdatenverständnis: Du kannst die Verwendung von Taupunkt und Blasenpunkt begründen.
  4. Rechenkompetenz: Du berechnest Überhitzung und Unterkühlung mit korrektem Vorzeichen und Einheit.
  5. Systemanalyse: Du vergleichst Messwerte unter Berücksichtigung von Wärmelast, Druckverlust, Messfehlern und Regelungszustand.
  6. Diagnosekompetenz: Du unterscheidest Beobachtung, mögliche Ursache und gesicherten Nachweis.
  7. Sicherheitskompetenz: Du erkennst Gefährdungen durch Kältemittel, Brand, Druck und Kälteverletzungen.
  8. Fachkundebewusstsein: Du kennst die Grenzen Deiner eigenen Tätigkeitsberechtigung.
  9. Dokumentationskompetenz: Du formulierst einen nachvollziehbaren Modell-Messbericht mit begründeter Empfehlung zur weiteren fachkundigen Prüfung.

Geeignete Nachweisform: Ein zweiseitiger Ausbildungsbericht mit beschriftetem Kreislaufschema, Berechnung der vier Modellkennwerte, begründeter Einordnung und kurzer Sicherheitsreflexion.




OERs zum Thema


Wikipedia: Kompressionskältemaschine


Fachlich geprüfte Quellen

Die folgenden Quellen wurden für die fachliche Einordnung herangezogen. Herstellerinformationen sind anlagenspezifisch zu prüfen und ersetzen keine Betriebsanleitung.

  1. Kältekreislauf: Danfoss – Grundlagen des Kompressionskälteprozesses.
  2. Thermostatisches Expansionsventil: Danfoss – Wirkungsweise thermostatischer Expansionsventile.
  3. Temperaturgleit: BITZER – Taupunkt und Blasenpunkt bei Kältemittelgemischen.
  4. Fachtraining: Danfoss Learning – Fachkurse und Produktanimationen.
  5. Arbeitsschutz: DGUV – Kälteanlagen und Kühleinrichtungen.
  6. F-Gas-Verordnung: Umweltbundesamt – aktuelle Informationen.
  7. Betriebssicherheitsverordnung: Betriebssicherheitsverordnung.


Medienrechte und didaktische Nutzung

Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Bilder wurden anhand ihrer konkreten Dateiseiten auf ihre ausgewiesenen Nutzungsrechte geprüft. Die jeweiligen Bildnachweise nennen Urheber, Lizenz und Originalseite. Bei Weitergabe oder Bearbeitung sind die konkreten Lizenzbedingungen einzuhalten.

Die YouTube-Videos wurden als tatsächlich auffindbare Fachmedien verifiziert. Sie dienen der Anschauung. Eine freie OER-Lizenz der YouTube-Videos wurde nicht festgestellt; ein eingebettetes Video ist deshalb nicht automatisch zur freien Weiterbearbeitung freigegeben.

Alle Zahlenwerte des Ausbildungsfalls sind ausdrücklich didaktisch fiktiv und dürfen nicht als Kältemitteldaten, Herstellersollwerte oder Serviceanweisung verwendet werden.

Bei jeder späteren praktischen Anwendung sind die aktuellen Fachquellen, Stoffdaten, Vorschriften und betrieblichen Sicherheitsanforderungen erneut zu prüfen.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...