Geschichte der europäischen Einigung - Gemeinschaftskunde 1


Geschichte der europäischen Einigung - Gemeinschaftskunde 1
Geschichte der europäischen Einigung - Gemeinschaftskunde
Einleitung
Die europäische Einigung ist ein politischer Prozess: Staaten arbeiten dauerhaft zusammen, übertragen bestimmte Aufgaben auf gemeinsame Institutionen und lösen Konflikte nach vereinbarten Regeln. Aus ersten Gemeinschaften für Kohle, Stahl und Wirtschaft entstand die heutige Europäische Union.
Der Ausgangspunkt lag nach dem Zweiten Weltkrieg. Millionen Menschen waren getötet worden, Städte waren zerstört und Europa war politisch geteilt. Viele Politikerinnen und Politiker wollten verhindern, dass Deutschland und Frankreich erneut Krieg gegeneinander führen. Zusammenarbeit sollte Frieden sichern, den Wiederaufbau erleichtern und Demokratie stärken.
Heute betrifft die europäische Einigung Deinen Alltag: Reisen, Handel, Verbraucherschutz, Umweltregeln, Ausbildung, Studium, Wahlen und gemeinsame politische Entscheidungen. Zugleich bleibt die EU umstritten. Es wird darüber diskutiert, wie viel gemeinsam entschieden werden soll, wie nationale Interessen berücksichtigt werden und wie demokratisch die Union arbeitet.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du zentrale Etappen der europäischen Einigung zeitlich einordnen. Du erklärst, warum Frieden, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Demokratie wichtige Motive waren. Du unterscheidest Erweiterung und Vertiefung und beurteilst Chancen sowie Konflikte der Integration. Außerdem kannst Du politische Entscheidungen der EU mit Deinem Alltag verbinden.
Grundbegriffe der europäischen Einigung
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Integration | Staaten verbinden einzelne Politikbereiche und schaffen gemeinsame Regeln. |
| Supranational | Eine gemeinsame europäische Institution kann innerhalb ihrer Zuständigkeit verbindliche Entscheidungen treffen. |
| Zwischenstaatlich | Regierungen handeln miteinander und behalten die Entscheidung vor allem selbst in der Hand. |
| Vertiefung | Die Mitgliedstaaten übertragen weitere Aufgaben auf die europäische Ebene. |
| Erweiterung | Weitere Staaten treten der Gemeinschaft oder der EU bei. |
| Souveränität | Ein Staat entscheidet grundsätzlich selbst. In der EU üben Staaten einen Teil ihrer Zuständigkeiten gemeinsam aus. |
Merksatz: Europäische Einigung bedeutet nicht, dass Nationalstaaten verschwinden. Sie bedeutet, dass sie festlegen, welche Probleme sie allein und welche sie gemeinsam bearbeiten.
Vorgeschichte nach 1945
Nach 1945 standen sich in Europa zwei Ziele gegenüber: Einerseits wollten Staaten ihre Selbstständigkeit bewahren. Andererseits waren Frieden, Wiederaufbau und Sicherheit nur durch Zusammenarbeit erreichbar. Der beginnende Kalte Krieg verstärkte den Druck zur Kooperation in Westeuropa.
1948 entstand die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit, um Hilfen des Marshallplans zu koordinieren. 1949 wurde der Europarat gegründet. Er setzt sich für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein, ist aber keine Institution der EU.
Bereits 1946 hatte Winston Churchill in Zürich für eine europäische Zusammenarbeit geworben. Entscheidender wurde später die Idee, nicht sofort einen europäischen Bundesstaat zu schaffen, sondern mit konkreten gemeinsamen Aufgaben zu beginnen.
Die Schuman-Erklärung von 1950
Am 9. Mai 1950 stellte der französische Außenminister Robert Schuman einen Plan vor, der stark von Jean Monnet geprägt war. Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland sollten ihre Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Behörde unterstellen. Kohle und Stahl waren für Industrie und Rüstung zentral. Gemeinsame Kontrolle sollte einen neuen Krieg nicht nur unerwünscht, sondern praktisch schwerer machen.

Der 9. Mai wird heute als Europatag begangen. Die Schuman-Erklärung gilt als politischer Startpunkt der heutigen EU.
Die Montanunion: erster supranationaler Schritt
1951 unterzeichneten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande den Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl beziehungsweise EGKS. Sie wird auch Montanunion genannt. 1952 nahm sie ihre Arbeit auf.
Neu war das supranationale Prinzip. Die sechs Staaten schufen gemeinsame Organe und akzeptierten verbindliche Regeln über nationale Grenzen hinweg. Damit begann die praktische Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich.

Ein früher Versuch, auch die Verteidigung gemeinsam zu organisieren, scheiterte 1954. Das zeigt: Europäische Einigung verlief nie automatisch. Fortschritte, Krisen und Rückschläge gehörten von Anfang an dazu.
Von Rom zur Wirtschaftsgemeinschaft
Die Römischen Verträge von 1957
Am 25. März 1957 unterzeichneten die sechs EGKS-Staaten die Römischen Verträge. Sie gründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG und die Europäische Atomgemeinschaft Euratom. Die Verträge traten 1958 in Kraft.

Die EWG wollte einen gemeinsamen Markt schaffen. Zölle zwischen den Mitgliedstaaten wurden schrittweise abgebaut. Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen sollten sich freier bewegen können. 1968 war die Zollunion vollendet. Gleichzeitig entwickelte sich eine gemeinsame Agrarpolitik.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit hatte auch ein politisches Ziel: Wenn Staaten wirtschaftlich voneinander abhängig sind und ständig verhandeln, sinkt die Wahrscheinlichkeit gewaltsamer Konflikte.
Gemeinsame Institutionen entstehen
Die Gemeinschaften entwickelten Organe, aus denen die heutigen EU-Institutionen hervorgingen. Die Europäische Kommission vertritt das gemeinsame europäische Interesse und schlägt meist neue Rechtsakte vor. Der Rat der Europäischen Union vertritt die Regierungen der Mitgliedstaaten. Das Europäische Parlament vertritt die Bürgerinnen und Bürger. Der Europäische Gerichtshof achtet auf die einheitliche Anwendung des europäischen Rechts.
Seit 1979 wird das Europäische Parlament direkt gewählt. Seine Rechte wurden in späteren Verträgen deutlich erweitert. In vielen Bereichen entscheiden heute Parlament und Rat gemeinsam.

Erweiterung und Vertiefung
Die europäische Einigung entwickelte sich auf zwei Wegen. Bei der Erweiterung kamen neue Mitgliedstaaten hinzu. Bei der Vertiefung wurden gemeinsame Zuständigkeiten, Regeln und Institutionen ausgebaut.
| Jahr | Entwicklung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1973 | Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten bei. | Erste Erweiterung von sechs auf neun Staaten. |
| 1979 | Erste Direktwahl des Europäischen Parlaments. | Mehr demokratische Mitwirkung auf europäischer Ebene. |
| 1981 | Griechenland tritt bei. | Die Gemeinschaft unterstützt die Einbindung einer jungen Demokratie. |
| 1985 | Unterzeichnung des Schengener Abkommens. | Grundlage für den schrittweisen Abbau vieler Personenkontrollen an Binnengrenzen. |
| 1986 | Spanien und Portugal treten bei. | Auch diese jungen Demokratien werden Teil der Gemeinschaft. |
| 1987 | Die Einheitliche Europäische Akte tritt in Kraft. | Der Binnenmarkt und schnellere Entscheidungen werden vorbereitet. |
| 1995 | Österreich, Finnland und Schweden treten bei. | Die EU wächst auf 15 Mitglieder. |
| 2004 | Zehn Staaten treten bei. | Größte einzelne Erweiterung; viele mittel- und osteuropäische Staaten werden Mitglieder. |
| 2007 | Bulgarien und Rumänien treten bei. | Die Erweiterung nach Südosteuropa geht weiter. |
| 2013 | Kroatien tritt bei. | Jüngster Beitritt bis zum Stand August 2026. |
Schengen und der Binnenmarkt
1985 unterzeichneten zunächst fünf Staaten das Schengener Abkommen. Es führte später zum Abbau vieler Kontrollen an gemeinsamen Binnengrenzen. Schengen und EU sind nicht identisch: Nicht alle EU-Staaten gehören vollständig zum Schengen-Raum, und einige Schengen-Staaten sind keine EU-Mitglieder.

Die Einheitliche Europäische Akte von 1986 bereitete den europäischen Binnenmarkt vor. Mit dem Binnenmarkt von 1993 wurden die vier Grundfreiheiten verwirklicht: freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Diese Freiheiten erleichtern Handel, Reisen, Arbeit und Ausbildung, schaffen aber auch politischen Regelungsbedarf.
1989 bis 1993: Ein neues Europa
Der Fall der Berliner Mauer 1989, die demokratischen Umbrüche in Mittel- und Osteuropa und das Ende des Ost-West-Konflikts veränderten die europäische Ordnung. Die deutsche Einheit wurde 1990 in die europäische Zusammenarbeit eingebettet. Zugleich entstand die Perspektive, die politische Teilung Europas durch spätere Beitritte zu überwinden.

Diese Entwicklung verstärkte zwei Fragen: Sollte die Gemeinschaft mehr Staaten aufnehmen? Und musste sie zugleich ihre Institutionen und Zuständigkeiten vertiefen, um handlungsfähig zu bleiben?
Der Vertrag von Maastricht und die Europäische Union
Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet. Er trat am 1. November 1993 in Kraft. Aus den Europäischen Gemeinschaften entstand die Europäische Union.

Maastricht brachte mehrere wichtige Neuerungen. Die Unionsbürgerschaft ergänzte die nationale Staatsangehörigkeit. Die Zusammenarbeit wurde auf Außen- und Sicherheitspolitik sowie Justiz und Inneres ausgedehnt. Außerdem legte der Vertrag den Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion fest.
Der Vertrag war politisch umstritten. Befürworter sahen darin eine notwendige Vertiefung. Kritiker warnten vor dem Verlust nationaler Handlungsspielräume und bemängelten eine zu große Entfernung europäischer Entscheidungen von den Bürgerinnen und Bürgern. Diese Debatte begleitet die EU bis heute.
Der Euro
1999 wurde der Euro zunächst als Buchgeld eingeführt. 2002 kamen Euro-Banknoten und Euro-Münzen in Umlauf. Eine gemeinsame Währung erleichtert Preisvergleiche, Handel und Reisen. Sie verlangt aber auch eine enge Abstimmung der Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Nicht alle EU-Mitgliedstaaten verwenden den Euro. EU, Eurozone und Schengen-Raum sind daher unterschiedliche politische Räume.
Die große Erweiterung nach Osten
Nach dem Ende kommunistischer Herrschaft wollten viele mittel- und osteuropäische Staaten Teil der EU werden. Für einen Beitritt müssen Staaten politische, wirtschaftliche und rechtliche Bedingungen erfüllen. Dazu gehören Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, eine funktionsfähige Marktwirtschaft und die Übernahme des EU-Rechts.
Am 1. Mai 2004 traten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern bei. 2007 folgten Bulgarien und Rumänien, 2013 Kroatien. Die Erweiterungen sollten Frieden, Stabilität und Wohlstand fördern. Gleichzeitig wurden Entscheidungen in einer größeren Union schwieriger.

Gemeinschaftskundliche Leitfrage: Ist eine größere EU automatisch stärker, oder braucht Erweiterung immer auch institutionelle Vertiefung?
Vom Verfassungsvertrag zum Vertrag von Lissabon
2004 unterzeichneten die Mitgliedstaaten einen Vertrag über eine Verfassung für Europa. Nach ablehnenden Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden trat er nicht in Kraft. Viele seiner Reformideen wurden später in veränderter Form in den Vertrag von Lissabon übernommen.
Der Vertrag von Lissabon wurde 2007 unterzeichnet und trat 2009 in Kraft. Er stärkte das Europäische Parlament, änderte Abstimmungsverfahren, schuf das Amt eines ständigen Präsidenten des Europäischen Rates und führte die Europäische Bürgerinitiative ein. Außerdem erhielt die EU eine einheitliche Rechtspersönlichkeit.

Der Weg zum Vertrag zeigt, dass europäische Verträge Zustimmung in allen Mitgliedstaaten benötigen. Europäische Einigung ist daher immer auch ein Prozess nationaler und europäischer Demokratie.
Krisen, Konflikte und neue Schritte
Seit 2008 wurde die EU durch mehrere Krisen geprägt. Die Finanz- und Staatsschuldenkrise führte zu neuen Regeln und Hilfsmechanismen, aber auch zu Konflikten über Sparpolitik und Solidarität. Die Flucht- und Migrationsbewegungen ab 2015 machten unterschiedliche Interessen bei Grenzschutz, Aufnahme und Verteilung sichtbar.
Beim Referendum vom 23. Juni 2016 stimmte eine Mehrheit im Vereinigten Königreich für den Austritt. Am 31. Januar 2020 verließ das Land die EU. Der Brexit zeigte erstmals, dass europäische Integration auch rückgängig gemacht werden kann.
Während der COVID-19-Pandemie ab 2020 arbeiteten die Mitgliedstaaten bei Impfstoffbeschaffung und Wiederaufbauprogrammen zusammen, stritten aber ebenfalls über Zuständigkeiten und Lastenteilung. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 stehen Sicherheit, Energieversorgung, Sanktionen und eine mögliche weitere Erweiterung stärker im Mittelpunkt.
Krisen können Integration bremsen, aber auch neue gemeinsame Maßnahmen auslösen. Deshalb wird die Geschichte der EU häufig als Wechsel von Konflikt, Kompromiss und weiterer Zusammenarbeit beschrieben.
Die EU als politische Ordnung
Die EU ist weder ein klassischer Bundesstaat noch nur eine internationale Organisation. Sie ist ein politisches Mehrebenensystem. Gemeinden, Länder, Nationalstaaten und europäische Institutionen wirken zusammen.
Der Europäische Rat legt die großen politischen Ziele fest. Im Rat der Europäischen Union entscheiden die Fachministerinnen und Fachminister der Mitgliedstaaten. Das Europäische Parlament wird direkt gewählt. Die Kommission macht Vorschläge und überwacht gemeinsam beschlossene Regeln. Der Europäische Gerichtshof sichert die Anwendung des EU-Rechts.
Für demokratische Kontrolle sind mehrere Ebenen wichtig: Europawahlen, nationale Parlamente, öffentliche Debatten, Gerichte, Medien, Verbände, Bürgerinitiativen und Beteiligungsverfahren. Die zentrale Frage lautet nicht nur, ob die EU demokratisch ist, sondern auch, wie demokratische Verantwortung in einem System mit vielen Ebenen sichtbar bleibt.
Bedeutung für Deutschland und den Alltag
Für die Bundesrepublik Deutschland war die europäische Einigung eng mit Aussöhnung, Westbindung, Wiedervereinigung und wirtschaftlicher Verflechtung verbunden. Deutsche Regierungen wirken im Europäischen Rat und im Rat der EU mit. Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat befassen sich mit EU-Vorhaben. Bürgerinnen und Bürger wählen das Europäische Parlament und können sich politisch beteiligen.
Im Alltag zeigt sich die Integration unter anderem durch Reisefreiheit, Verbraucherrechte, gemeinsame Produktstandards, Umweltschutz, Erasmus-Programme, Anerkennung von Qualifikationen und den Binnenmarkt. Diese Vorteile beruhen auf Regeln und Kompromissen, die politisch ausgehandelt werden.
Bilanz: Einigung als offener Prozess
Die europäische Einigung begann als Friedensprojekt und wirtschaftliche Gemeinschaft. Sie entwickelte sich zu einer politischen Union mit gemeinsamen Institutionen, Rechten und Politikbereichen. Dabei wechselten Fortschritte, Stillstand und Krisen.
Bis August 2026 gehören 27 Staaten zur EU. Die Union steht vor der Aufgabe, gleichzeitig handlungsfähig, demokratisch, rechtsstaatlich und offen für mögliche neue Mitglieder zu bleiben.

Drei Grundkonflikte bleiben besonders wichtig:
- Vertiefung: Soll die EU in mehr Bereichen gemeinsam entscheiden?
- Erweiterung: Welche Staaten können beitreten und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen?
- Demokratie und Nähe: Wie werden Entscheidungen verständlich, kontrollierbar und bürgernah?
Zeitleiste im Überblick
| Jahr | Meilenstein | Kerngedanke |
|---|---|---|
| 1949 | Gründung des Europarats | Menschenrechte und demokratische Zusammenarbeit |
| 1950 | Schuman-Erklärung | Frieden durch gemeinsame Kontrolle von Kohle und Stahl |
| 1951 bis 1952 | Gründung und Arbeitsbeginn der EGKS | Erster supranationaler Zusammenschluss |
| 1957 bis 1958 | Römische Verträge und Start der EWG | Gemeinsamer Markt |
| 1973 | Erste Erweiterung | Von sechs auf neun Staaten |
| 1979 | Erste Direktwahl des Europäischen Parlaments | Stärkere demokratische Legitimation |
| 1985 bis 1995 | Schengen-Abkommen und praktische Umsetzung | Abbau vieler Binnengrenzkontrollen |
| 1987 bis 1993 | Einheitliche Europäische Akte und Binnenmarkt | Vier Grundfreiheiten |
| 1989 bis 1990 | Fall der Mauer und deutsche Einheit | Überwindung der europäischen Teilung |
| 1992 bis 1993 | Vertrag von Maastricht | Gründung der Europäischen Union |
| 1999 bis 2002 | Einführung des Euro | Gemeinsame Währung |
| 2004 | Große Erweiterung | Zehn neue Mitgliedstaaten |
| 2007 bis 2009 | Vertrag von Lissabon | Reform der Institutionen |
| 2016 bis 2020 | Brexit | Erster Austritt eines Mitgliedstaats |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Hauptziel prägte den Beginn der europäischen Einigung nach 1945? (Frieden durch dauerhafte Zusammenarbeit) (!Auflösung aller europäischen Staaten) (!Abschaffung demokratischer Wahlen) (!Rückkehr zu nationalen Zollgrenzen)
Wann wurde die Schuman-Erklärung vorgestellt? (9. Mai 1950) (!1. Januar 1945) (!3. Oktober 1990) (!1. Januar 2002)
Welche Bereiche wurden in der Montanunion gemeinsam geregelt? (Kohle und Stahl) (!Landwirtschaft und Fischerei) (!Schulen und Universitäten) (!Polizei und Feuerwehr)
Welche Staatengruppe bildete den Kreis der sechs Gründungsmitglieder? (Belgien Deutschland Frankreich Italien Luxemburg Niederlande) (!Dänemark Irland Portugal Spanien Schweden Vereinigtes Königreich) (!Bulgarien Kroatien Polen Rumänien Slowakei Ungarn) (!Finnland Griechenland Malta Norwegen Schweiz Zypern)
Was wurde mit den Römischen Verträgen gegründet? (EWG und Euratom) (!NATO und Europarat) (!Schengen-Raum und Eurozone) (!Vereinte Nationen und OECD)
Was geschah 1979 erstmals? (Direktwahl des Europäischen Parlaments) (!Einführung des Euro-Bargelds) (!Austritt des Vereinigten Königreichs) (!Unterzeichnung des Vertrags von Lissabon)
Welcher Vertrag begründete die Europäische Union? (Vertrag von Maastricht) (!Vertrag von Versailles) (!Warschauer Vertrag) (!Münchner Abkommen)
Wann kamen Euro-Banknoten und Euro-Münzen in Umlauf? (2002) (!1957) (!1973) (!1992)
Wie viele Staaten traten der EU am 1. Mai 2004 bei? (Zehn) (!Zwei) (!Sechs) (!Fünfzehn)
Wann verließ das Vereinigte Königreich die EU? (31. Januar 2020) (!9. Mai 1950) (!1. November 1993) (!13. Dezember 2007)
Memory
| Schuman-Erklärung | 9. Mai 1950 |
| Montanunion | Kohle und Stahl |
| Römische Verträge | EWG und Euratom |
| Direktwahl | Europäisches Parlament |
| Schengen | Abbau vieler Grenzkontrollen |
| Maastricht | Gründung der Europäischen Union |
| Euro-Bargeld | Umlauf ab 2002 |
| Osterweiterung | Zehn Beitritte im Jahr 2004 |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Friedenssicherung | Nachkriegszeit |
| Gemeinsame Kohle- und Stahlkontrolle | Montanunion |
| Vier Grundfreiheiten | Binnenmarkt |
| Unionsgründung und Währungsunion | Maastricht |
| Institutionelle Reform | Lissabon |
Kreuzworträtsel
| Schuman | Wer stellte 1950 den Plan für die gemeinsame Kohle- und Stahlproduktion vor? |
| Montanunion | Wie lautet der gebräuchliche Name der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl? |
| Romverträge | Wie nennt man die 1957 unterzeichneten Verträge zur Gründung von EWG und Euratom? |
| Maastricht | In welcher Stadt wurde 1992 der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet? |
| Schengen | Welcher Ort gab dem Abkommen zum Abbau vieler Binnengrenzkontrollen seinen Namen? |
| Lissabon | Welcher Vertrag reformierte die EU und trat 2009 in Kraft? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit acht Meilensteinen und jeweils einem kurzen Erklärungssatz.
- Schuman-Erklärung: Erkläre in eigenen Worten, warum Kohle und Stahl für die Friedenssicherung wichtig waren.
- EU im Alltag: Fotografiere oder zeichne drei Beispiele, an denen Du europäische Regeln oder Zusammenarbeit erkennst.
- Begriffsnetz: Verbinde die Begriffe Frieden, Binnenmarkt, Erweiterung, Vertiefung und Demokratie in einer Mindmap.
Standard
- Römische Verträge: Verfasse einen fiktiven Zeitungsbericht aus dem Jahr 1957 über Chancen und Zweifel an der EWG.
- Europäisches Parlament: Untersuche, wie sich seine Rechte seit 1979 verändert haben, und stelle das Ergebnis als Schaubild dar.
- Osterweiterung: Wähle einen Beitrittsstaat von 2004 und erstelle ein Länderporträt zur Zeit vor und nach dem Beitritt.
- Schengen-Raum: Führe ein Interview darüber, wie offene Binnengrenzen Reisen, Arbeit oder Ausbildung beeinflussen.
Schwer
- Europäische Integration: Entwickle ein Streitgespräch zwischen einer Person, die mehr Vertiefung fordert, und einer Person, die mehr nationale Zuständigkeit erhalten will.
- Brexit: Analysiere, welche politischen Gründe für und gegen einen EU-Austritt genannt werden können, ohne eine Seite abzuwerten.
- Erweiterung der Europäischen Union: Entwirf Kriterien, nach denen über einen künftigen Beitritt entschieden werden sollte, und begründe ihre Reihenfolge.
- Zukunft der Europäischen Union: Produziere ein kurzes Erklärvideo mit drei realistischen Zukunftsszenarien für die EU.


Lernkontrolle
- Frieden und Integration: Erkläre anhand der EGKS, wie wirtschaftliche Verflechtung politische Sicherheit fördern kann. Nenne auch eine Grenze dieses Ansatzes.
- Erweiterung und Vertiefung: Beurteile die Aussage: Eine größere EU muss ihre Entscheidungsverfahren verändern.
- Maastricht und Demokratie: Untersuche, warum der Vertrag zugleich als Fortschritt und als Auslöser neuer Kritik bewertet wurde.
- Krisen als Motor: Vergleiche zwei Krisen und zeige, ob sie eher zu mehr Zusammenarbeit oder zu stärkerem nationalem Handeln führten.
- Mehrebenensystem: Erkläre an einem selbst gewählten Politikfeld, wie europäische und nationale Institutionen zusammenwirken.
- Zukunftsentscheidung: Formuliere eine begründete Empfehlung, ob die EU zuerst erweitert oder zuerst vertieft werden sollte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du eine übersichtliche Zeitleiste erstellen, zentrale Begriffe sicher verwenden und mindestens drei Wendepunkte erklären. Wichtig ist außerdem, dass Du historische Ursachen mit politischen Folgen verbindest. Du solltest zwischen Erweiterung und Vertiefung unterscheiden, die Rolle wichtiger Verträge darstellen und eine eigene begründete Position zu einer aktuellen Zukunftsfrage der EU entwickeln.
Ein geeigneter Lernnachweis kann aus einem Portfolio, einer Präsentation, einem Erklärvideo, einer schriftlichen Analyse oder einer moderierten Debatte bestehen. Bewertet werden Sachrichtigkeit, Zusammenhang, Quellenarbeit, Urteilsfähigkeit und verständliche Darstellung.
Quellen und weiterführende Informationen
- Europäische Union: Geschichte der EU
- Europäische Union: Gründungsverträge
- Bundeszentrale für politische Bildung: Geschichte der Europäischen Union
- Europäisches Parlament: Parlament und Verträge
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