Generative KI verstehen

Generative KI verstehen
Generative KI verstehen
Einleitung
Generative KI begegnet Dir heute an vielen Stellen: Sie kann Texte fortsetzen, Bilder erzeugen, Musik vorschlagen, Sprache nachbilden oder beim Programmieren helfen. Das Wort generativ bedeutet dabei so viel wie erzeugend. Eine generative KI gibt also nicht nur eine Klasse oder eine Zahl aus, sondern kann neue Inhalte erzeugen.
Dieser Lernkurs ist für die Klasse 5 gedacht und setzt keine technischen Vorkenntnisse voraus. Alle wichtigen Aufgaben funktionieren auch ohne eigenes KI-Konto. Falls ein echtes KI-System gezeigt wird, sollte dies altersgerecht, nach den Regeln der Schule und möglichst als Demonstration durch die Lehrkraft geschehen.
Zentrale KI-Kompetenz dieses Kurses: Du verstehst, dass generative KI aus gelernten Mustern passende Ausgaben erzeugt, aber nicht automatisch weiß, was wahr, fair oder sinnvoll ist. Deshalb behandelst Du KI-Ausgaben als Vorschläge, die ein Mensch prüfen, bewerten und verantworten muss.
Am Ende kannst Du die Grundidee generativer KI mit eigenen Worten erklären, sie an neuen Beispielen erkennen, typische Fehlvorstellungen korrigieren und begründen, wann und wie Du KI in Schule und Alltag sinnvoll einsetzen würdest.

Das Bild zeigt vereinfacht zwei verschiedene Aufgaben: Ein System kann zum Beispiel etwas erkennen und zuordnen oder es kann aus einer Eingabe etwas erzeugen. Für diesen Kurs ist vor allem der zweite Fall wichtig.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Generative KI: erklären, warum „generativ“ „erzeugend“ bedeutet und welche Arten von Inhalten erzeugt werden können.
- Mustererkennung: beschreiben, dass KI-Modelle aus vielen Beispielen statistische Muster lernen.
- Prompt: eine klare Eingabe formulieren, ohne unnötige persönliche Daten preiszugeben.
- Quellenkritik: eine glaubwürdig klingende KI-Antwort prüfen, statt sie einfach zu übernehmen.
- Medienkompetenz: erkennen, dass Bilder, Texte, Stimmen und Videos künstlich erzeugt oder verändert sein können.
- Kritisches Denken: zwischen einer hilfreichen Idee und einer verlässlichen Tatsache unterscheiden.
- Fairness: bemerken, dass KI-Ausgaben Vorurteile oder einseitige Sichtweisen enthalten können.
- Datenschutz: entscheiden, welche Informationen nicht in ein KI-System eingegeben werden sollten.
- Transparenz: offenlegen, wenn KI bei einer schulischen Arbeit geholfen hat, wenn dies nach den Schulregeln erforderlich oder sinnvoll ist.
- Menschliche Entscheidungshoheit: begründen, warum am Ende Menschen Ziele setzen, prüfen und entscheiden.
Zeitrahmen für 1–2 Unterrichtsstunden
Für etwa 45 Minuten eignen sich die Aktivierung, die Grundidee „Muster statt Wahrheitsmaschine“, ein kurzes Beispiel zum Prüfen einer KI-Aussage, ein interaktives Quiz und die Abschlussreflexion.
Für etwa 90 Minuten können zusätzlich das Satzfortsetzungs-Experiment, die Anwendungssituation „Planeten-Steckbrief“, die fächerübergreifenden Stationen, ein ausgewähltes Video und eine offene Transferaufgabe bearbeitet werden.
Die eingebetteten Videos sind als Auswahl gedacht. In einer Unterrichtsstunde müssen nicht alle vollständig angesehen werden.
Fächerübergreifende Bezüge
| Fach | Was Du mit generativer KI untersuchst |
|---|---|
| Informatik | Eingabe, Modell, Ausgabe, Trainingsdaten, Muster, Wahrscheinlichkeiten und die Rolle des Menschen. |
| Deutsch | Klare Arbeitsaufträge formulieren, Texte vergleichen, Behauptungen prüfen, Quellen nennen und eigene Formulierungen entwickeln. |
| Mathematik | Wahrscheinlichkeiten als Idee verstehen: Manche Fortsetzungen sind in einem Zusammenhang wahrscheinlicher als andere. |
| Naturwissenschaften | Sachinformationen überprüfen, Vermutungen von gesicherten Beobachtungen unterscheiden und Erklärungen mit verlässlichen Quellen abgleichen. |
| Kunst | KI-Bilder untersuchen, Bildideen variieren, Gestaltung beschreiben und über Autorschaft, Originalität und Kennzeichnung sprechen. |
| Ethik | Verantwortung, Fairness, Täuschung, Vorurteile, Rechte anderer und die Frage „Wer entscheidet?“ diskutieren. |
| Medienbildung | Synthetische Medien erkennen, Quellenkritik üben, persönliche Daten schützen und KI-Nutzung transparent machen. |
Aktivierung und kurze Diagnose
Drei schnelle Fragen zum Start
Beantworte jede Aussage zunächst mit stimmt, stimmt nicht oder unsicher. Begründe eine Deiner Entscheidungen mit einem Satz.
- Eine KI-Antwort ist wahrscheinlich richtig, wenn sie sehr sicher klingt.
- Eine generative KI kann einen Satz erzeugen, den vorher genau so vielleicht niemand geschrieben hat.
- Für eine gute schulische Lösung reicht es, die erste KI-Antwort zu kopieren.
Merke Dir Deine Antworten. Am Ende des Kurses prüfst Du, ob Du etwas ändern möchtest.
Mensch, Suchmaschine oder generative KI?
Überlege bei jeder Situation, welches Werkzeug am besten passt. Es kann auch mehrere sinnvolle Schritte geben.
| Situation | Erste Idee | Begründung |
|---|---|---|
| Du willst die aktuelle Öffnungszeit eines Museums wissen. | Suchmaschine oder offizielle Website | Hier brauchst Du eine aktuelle, überprüfbare Information aus einer Quelle. |
| Du suchst fünf Ideen für Überschriften zu Deinem selbst geschriebenen Tier-Steckbrief. | Generative KI kann helfen | Es geht zunächst um Vorschläge, die Du auswählen und verbessern kannst. |
| Du musst entscheiden, ob eine Behauptung über einen Planeten stimmt. | Verlässliche Quelle prüfen | Eine generierte Antwort allein ist kein Beweis. |
| Du sollst eine eigene Geschichte schreiben. | Zuerst selbst denken, KI höchstens gezielt als Werkzeug | Ziel ist Deine eigene Leistung, Deine Entscheidung und Deine Sprache. |
Was ist generative KI?
Generative KI ist ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Ein generatives Modell wird mit vielen Beispielen trainiert und lernt dabei Regelmäßigkeiten und Zusammenhänge in Daten. Danach kann es aus einer Eingabe eine neue Ausgabe erzeugen, die zu diesen gelernten Mustern passt.
Das kann zum Beispiel sein:
- ein Text zu einer Frage,
- ein Bild zu einer Beschreibung,
- eine Tonfolge oder Musikidee,
- gesprochene Sprache,
- ein Video,
- Programmcode.
Wichtig ist: Erzeugen ist nicht dasselbe wie Wissen. Eine Ausgabe kann sehr überzeugend wirken und trotzdem sachlich falsch, unvollständig, veraltet, unfair oder frei erfunden sein.

Dieses frei lizenzierte Beispiel auf Wikimedia Commons wurde mit einem Bildgenerator erstellt. Nutze es für die Frage: Woran erkennst Du allein am Bild sicher, ob es von einer KI erzeugt wurde? Die wichtige Antwort lautet: Oft gar nicht sicher. Deshalb sind Herkunft, Kennzeichnung und Quellen wichtiger als bloßes Raten nach dem Aussehen.
Videoimpuls für Klasse 5
Das folgende Video der „Sendung mit der Maus“ erklärt kindgerecht, was Künstliche Intelligenz mit gelernten Beispielen und erzeugten Inhalten zu tun hat.
Beobachtungsauftrag: Notiere während des Videos ein Beispiel dafür, woher ein KI-System Muster bekommt, und ein Beispiel dafür, was es daraus erzeugen kann.
Die Grundidee: Muster statt Wahrheitsmaschine
Stell Dir vor, jemand beginnt den Satz:
„Im Winter fällt manchmal …“
Viele Menschen würden „Schnee“ ergänzen. Warum? Weil sie Sprache und Weltwissen aus vielen Erfahrungen kennen. Bei einer Text-KI läuft das natürlich nicht wie in einem menschlichen Kopf. Sie berechnet aus gelernten sprachlichen Mustern, welche Fortsetzung im Zusammenhang gut passen könnte.
Bei modernen Textmodellen geschieht das in kleinen Textbausteinen, oft Tokens genannt. Das können Wörter, Wortteile oder Zeichen sein. Das Modell berechnet mögliche Fortsetzungen und erzeugt Schritt für Schritt Text.
Bei Bildgeneratoren funktioniert die Erzeugung technisch anders. Auch dort ist die gemeinsame Grundidee aber: Das Modell hat aus sehr vielen Trainingsbeispielen Muster gelernt und erzeugt daraus eine Ausgabe, die zur Eingabe passen soll.
Merksatz: Generative KI ist keine Wahrheitsmaschine. Sie ist ein System, das aus gelernten Mustern neue, passend wirkende Inhalte erzeugt.

Das Bild zeigt eine stark vereinfachte Darstellung eines künstlichen neuronalen Netzes. Die Kreise und Verbindungen sind kein Foto eines „KI-Gehirns“, sondern ein Modellbild. Für Klasse 5 reicht die Idee: Viele Rechenschritte sind miteinander verbunden und verändern Zahlen so, dass am Ende eine Ausgabe entsteht.
Mini-Experiment ohne Computer: Satzfortsetzungs-KI spielen
Arbeitet in Dreiergruppen.
- Person A liest einen Satzanfang vor: „Auf dem Pausenhof hörte ich plötzlich …“
- Person B nennt spontan eine wahrscheinliche Fortsetzung.
- Person C nennt eine andere, aber ebenfalls passende Fortsetzung.
- Vergleicht: Können zwei verschiedene Antworten beide sinnvoll sein?
- Wiederholt das Experiment mit „Die Katze sprang auf …“ und „Für unser Experiment brauchen wir …“.
- Besprecht anschließend: Warum bedeutet „wahrscheinlich passend“ nicht automatisch „wahr“?
Dieses Spiel ist nur eine Analogie. Menschen verstehen Sprache, Situationen und Bedeutungen auf andere Weise als ein Sprachmodell. Das Spiel soll Dir nur die Idee der passenden Fortsetzung zeigen.
Mathematik-Verbindung: Wahrscheinlich heißt nicht sicher

Beim Würfeln hat jede Zahl bei einem fairen Würfel dieselbe Wahrscheinlichkeit. Bei einer Text-KI sind mögliche Fortsetzungen nicht einfach sechs gleich wahrscheinliche Würfelseiten. Der Zusammenhang verändert die Wahrscheinlichkeiten.
Beispiel: Nach „Der Hund bellt, die Katze …“ ist „miaut“ meist eine passendere Fortsetzung als „quadratwurzel“. Trotzdem kann ein Modell je nach Zusammenhang, Einstellungen und vorherigem Text unterschiedliche Ausgaben erzeugen.
Mathe-Idee: Wahrscheinlichkeit beschreibt, was mehr oder weniger zu erwarten ist. Wahrscheinlichkeit ist keine Garantie für Wahrheit.
Eingabe, Modell, Ausgabe, Prüfung, Entscheidung
Eine sichere und lernwirksame Nutzung kannst Du Dir als Kette vorstellen:
| Schritt | Leitfrage | Deine Aufgabe |
|---|---|---|
| 1. Ziel | Was will ich wirklich lernen oder herausfinden? | Formuliere zuerst selbst Dein Lernziel. |
| 2. Eingabe | Welche Aufgabe gebe ich der KI? | Schreibe einen klaren, sparsamen Prompt ohne unnötige persönliche Daten. |
| 3. Ausgabe | Was schlägt das System vor? | Lies aufmerksam und markiere unklare oder überraschende Stellen. |
| 4. Prüfung | Was davon ist belegt, passend und fair? | Vergleiche mit Schulbuch, Unterrichtsmaterial oder verlässlicher Quelle. |
| 5. Entscheidung | Was übernehme, ändere oder verwerfe ich? | Entscheide selbst und begründe Deine Wahl. |
| 6. Transparenz | Muss oder soll ich die KI-Hilfe kenntlich machen? | Halte Dich an die Regeln Deiner Schule und verschweige die Hilfe nicht. |
Zentral: Die KI liefert eine Ausgabe. Du setzt das Ziel, prüfst und entscheidest.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an ein generatives KI-System. Ein guter Prompt kann helfen, dass die Ausgabe besser zu Deiner Aufgabe passt. Ein guter Prompt macht die Antwort aber nicht automatisch wahr.
Eine einfache Struktur für Klasse 5 ist:
- Aufgabe: Was soll entstehen?
- Kontext: Was muss die KI wissen, um die Aufgabe zu verstehen?
- Form: Wie soll die Antwort aussehen?
- Grenzen: Was soll nicht passieren, zum Beispiel keine persönlichen Daten erfinden?
Beispiel:
„Erkläre einer fünften Klasse in höchstens 80 Wörtern, warum Tag und Nacht entstehen. Verwende einen Vergleich. Nenne anschließend zwei Aussagen, die ich in einer verlässlichen Quelle überprüfen sollte.“
Vergleiche diesen Prompt mit: „Erklär Tag und Nacht.“ Welche Eingabe hilft Dir stärker beim Lernen? Begründe.

Prompt-Werkstatt: Verbessern statt nur länger schreiben
Ausgangsprompt:
„Schreib etwas über Wale.“
Verbessere ihn für drei unterschiedliche Ziele:
- Du brauchst eine kindgerechte Erklärung zur Frage, warum Wale Säugetiere sind.
- Du willst drei Quizideen erstellen, deren Fakten Du danach selbst prüfst.
- Du möchtest zwei verschiedene Einleitungen für Deinen eigenen Sachtext vergleichen.
Achte darauf, dass ein Prompt nur Informationen enthält, die wirklich nötig sind. Ein längerer Prompt ist nicht automatisch ein besserer Prompt.
Warum kann generative KI Fehler machen?
Eine generative KI ist darauf trainiert, passende Ausgaben zu erzeugen. Das Ziel „klingt passend“ ist aber nicht identisch mit dem Ziel „ist nachweislich wahr“.
Deshalb können unter anderem diese Probleme auftreten:
- Erfundene Angaben: Das System nennt beispielsweise ein nicht vorhandenes Buch, eine erfundene Quelle oder eine falsche Zahl.
- Fehlinformation: Eine Aussage klingt überzeugend, ist aber sachlich falsch.
- Veraltete Information: Ein Modell oder seine Daten können einen älteren Stand widerspiegeln.
- Verzerrung: Häufige Muster in Daten können einseitige Darstellungen oder Vorurteile begünstigen.
- Unvollständigkeit: Wichtige Gegenargumente, Ausnahmen oder Perspektiven fehlen.
- Missverständnis: Der Prompt ist unklar und die KI bearbeitet eine andere Aufgabe als die, die Du gemeint hast.
Realistische Anwendungssituation: Der Planeten-Steckbrief
Deine Klasse erstellt im Naturwissenschaftsunterricht einen Steckbrief über Venus und Merkur. Ein Team lässt sich von einer generativen KI fünf Fakten vorschlagen. In der Antwort steht:
„Merkur ist der heißeste Planet unseres Sonnensystems, weil er der Sonne am nächsten ist.“
Die Aussage klingt logisch. Sie ist aber falsch. Die Venus ist heißer, unter anderem wegen ihrer dichten Atmosphäre und des starken Treibhauseffekts.
Deine Aufgabe ist nicht, der KI einfach zu glauben oder sie sofort als „schlecht“ abzulehnen. Arbeite wie eine Forscherin oder ein Forscher:
- Markiere die überprüfbare Behauptung.
- Formuliere eine Prüffrage: „Welcher Planet hat die höchste mittlere Oberflächentemperatur?“
- Nutze eine verlässliche Quelle, zum Beispiel ein Schulbuch, eine geeignete Lexikonseite oder eine seriöse Wissenschaftsseite.
- Notiere Beleg und Ergebnis in eigenen Worten.
- Verbessere den Steckbrief.
- Dokumentiere, dass die KI nur für einen ersten Vorschlag verwendet wurde.
Lernpunkt: Gerade eine plausible Erklärung muss geprüft werden, weil „klingt logisch“ nicht dasselbe ist wie „ist belegt“.
Die Prüf-Lupe

Nutze bei wichtigen KI-Aussagen diese fünf Fragen:
- Was genau wird behauptet?
- Kann ich die Aussage in einer unabhängigen, verlässlichen Quelle prüfen?
- Ist die Quelle aktuell genug und für das Thema geeignet?
- Fehlen wichtige Ausnahmen oder andere Sichtweisen?
- Kann ich anschließend mit eigenen Worten erklären, warum ich die Aussage übernehme oder verwerfe?
Wenn Du eine Aussage nicht prüfen kannst, kennzeichne sie als unsicher oder lass sie weg.
Sichere Nutzung: Persönliche Daten bleiben persönlich
Eine KI braucht für viele Schulaufgaben weder Deinen vollständigen Namen noch Deine Adresse, Deine Passwörter, private Fotos, Gesundheitsdaten, Notenlisten oder Geheimnisse anderer Menschen.
Sicherheitsregel: Gib nur die Informationen ein, die für die Aufgabe wirklich nötig sind.
Beispiel:
Statt „Meine Mitschülerin Anna Müller aus der Klasse 5b hat in Mathe eine 4. Schreib ihr eine Lernanalyse.“ ist besser:
„Erstelle für eine erfundene Schülerin der Klasse 5 drei allgemeine Übungsideen zum Bruchrechnen. Verwende keine echten persönlichen Daten.“
Nutze ein generatives KI-System nur, wenn Alter, Nutzungsbedingungen, Schulregeln und Betreuung das erlauben. Für diesen Kurs ist kein eigenes Konto notwendig.
Fairness und Perspektiven
Generative KI lernt aus Daten, die von Menschen erstellt, gesammelt und ausgewählt wurden. Solche Daten können ungleich verteilt sein oder Vorurteile enthalten. Deshalb kann eine Ausgabe bestimmte Gruppen häufiger, seltener oder einseitig darstellen.
Beispiel für eine Kunst- oder Medienaufgabe: Eine Bild-KI soll „Menschen in technischen Berufen“ darstellen. Prüfe:
- Sind verschiedene Geschlechter sichtbar?
- Sind verschiedene Hautfarben und Altersgruppen vertreten?
- Werden Menschen mit Behinderungen grundsätzlich ausgeblendet?
- Werden bestimmte Berufe stereotyp dargestellt?
- Welche Änderung am Prompt könnte mehr Vielfalt sichtbar machen?
Fairness bedeutet nicht, dass jede einzelne Ausgabe alle Menschen zeigen muss. Wichtig ist, Muster zu erkennen, Benachteiligungen nicht einfach zu übernehmen und bewusst mehrere Perspektiven einzubeziehen.
Kunst und Urheberschaft
Generative Bild-KI kann aus einer Beschreibung neue Bildausgaben erzeugen. Für den Kunstunterricht ist deshalb nicht nur das Ergebnis spannend, sondern auch der Prozess: Wer hatte die Idee? Wer hat ausgewählt? Wer hat den Prompt verändert? Wer hat nachbearbeitet? Welche Vorbilder und Stile werden erkennbar?

Arbeitsauftrag:
- Beschreibe das Bild zuerst, ohne zu bewerten.
- Nenne drei gestalterische Entscheidungen, die ein Mensch bei einer eigenen Version treffen könnte.
- Formuliere eine Bildidee, die nicht einfach „im Stil einer lebenden Künstlerin oder eines lebenden Künstlers“ verlangt, sondern eigene Merkmale beschreibt.
- Diskutiere, warum Quellen, Rechte und Kennzeichnung bei KI-Bildern wichtig bleiben.
Kunst-Idee: KI kann Varianten anbieten. Kreative Verantwortung besteht aber auch im Auswählen, Verwerfen, Begründen, Kombinieren und selbstständigen Weiterentwickeln.
Medienbildung: Echt, bearbeitet oder erzeugt?
Mit generativer KI lassen sich nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Stimmen und Videos erzeugen oder verändern. Ein künstlich erzeugtes Medium kann harmlos, kreativ oder nützlich sein. Es kann aber auch täuschen.
Deshalb gilt: Nicht nur anschauen – Herkunft prüfen.
Frage bei überraschenden Medien:
- Wer veröffentlicht das?
- Gibt es eine Originalquelle?
- Wird erklärt, wie das Material entstanden ist?
- Berichten mehrere verlässliche Quellen dasselbe?
- Könnte der Inhalt satirisch, bearbeitet oder künstlich erzeugt sein?
- Wem würde eine Täuschung nützen oder schaden?
Das neuneinhalb-Video zeigt ein KI-Experiment rund um Fernsehen, Texte, Musik und Deepfakes. Es eignet sich als Vertiefung. Beobachtungsauftrag: Notiere eine Chance und ein Risiko, die Du nach dem Video anders einschätzt als vorher.
KI hilft beim Lernen – aber sie soll Dir das Denken nicht abnehmen
Eine sinnvolle Frage an KI unterstützt einen Denkprozess. Eine ungünstige Nutzung ersetzt den Denkprozess.
| Weniger lernwirksam | Lernwirksamer |
|---|---|
| „Löse meine Hausaufgabe.“ | „Gib mir einen Hinweis, ohne die Lösung zu verraten.“ |
| „Schreib meinen Aufsatz.“ | „Nenne zwei Stellen in meinem eigenen Absatz, die unklar sind, und stelle Rückfragen.“ |
| „Gib mir die richtige Antwort.“ | „Zeige zwei Lösungswege und lass mich entscheiden, welcher passt.“ |
| „Mach mir ein fertiges Referat.“ | „Hilf mir, Prüffragen für meine eigene Recherche zu formulieren.“ |
| „Sag mir, was ich denken soll.“ | „Nenne zwei unterschiedliche Sichtweisen und Fragen, die ich selbst beantworten sollte.“ |
Die Grundregel lautet: KI darf Dir beim Denken helfen, aber sie sollte nicht an Deiner Stelle denken, prüfen und entscheiden.
Video: KI als Werkzeug für kreative Aufgaben
Beobachtungsauftrag: Welche Teile des kreativen Prozesses übernimmt die Technik, und an welchen Stellen treffen Menschen Entscheidungen?
Die KI-Hand: Fünf Regeln für verantwortliches Arbeiten
Du kannst Dir eine Hand als Merkhilfe vorstellen.
- Daumen – Ziel: Ich weiß, was ich lernen oder herstellen will.
- Zeigefinger – Prüfen: Ich prüfe wichtige Behauptungen in verlässlichen Quellen.
- Mittelfinger – Stopp bei sensiblen Daten: Ich gebe keine unnötigen privaten Informationen ein.
- Ringfinger – Fair und respektvoll: Ich prüfe Vorurteile, Rechte anderer und mögliche Schäden.
- Kleiner Finger – Transparent: Ich mache KI-Hilfe sichtbar, wenn sie für die Arbeit wichtig ist oder Regeln es verlangen.
Die Handfläche steht für Dich: Der Mensch hält den Prozess zusammen und trägt die Entscheidung.
Typische Fehlvorstellungen korrigieren
| Fehlvorstellung | Bessere Erklärung |
|---|---|
| „KI weiß alles.“ | Generative KI erzeugt Antworten aus gelernten Mustern. Sie kann Fehler machen und Wissenslücken haben. |
| „Wenn eine Antwort flüssig klingt, ist sie wahr.“ | Sprachliche Sicherheit ist kein Beweis. Aussagen müssen geprüft werden. |
| „Generative KI ist einfach eine Suchmaschine.“ | Eine Suchmaschine verweist typischerweise auf Fundstellen. Eine generative KI erzeugt eine Ausgabe; manche Systeme können zusätzlich suchen, aber das ist ein weiterer Schritt. |
| „Ein genauer Prompt garantiert eine richtige Antwort.“ | Ein klarer Prompt verbessert oft die Passung zur Aufgabe, garantiert aber keine Wahrheit. |
| „KI ist neutral.“ | Daten, Entwicklung, Auswahlregeln und Nutzung können Verzerrungen enthalten oder verstärken. |
| „Wenn KI geholfen hat, gehört die Leistung komplett der KI.“ | Menschen setzen Ziele, wählen aus, prüfen, verändern und tragen Verantwortung. Der konkrete menschliche Beitrag sollte sichtbar bleiben. |
| „Wenn ein Bild echt aussieht, muss es echt sein.“ | Generative Systeme können realistisch wirkende Bilder erzeugen. Herkunft und Quelle sind wichtiger als der erste Eindruck. |
Stationen für 90 Minuten
Station Informatik: Vom Input zum Output
Ordne fünf Karten: Ziel – Prompt – Modell – Ausgabe – Prüfung. Erkläre anschließend mit eigenen Worten, warum „Prüfung“ nach der Ausgabe stehen muss und warum das Ziel schon vor dem Prompt festgelegt werden sollte.
Station Deutsch: Zwei Antworten vergleichen
Vergleiche zwei kurze Antworten auf dieselbe Sachfrage. Markiere:
- klare Formulierungen,
- überprüfbare Behauptungen,
- unbelegte Wertungen,
- Wörter, die besonders sicher klingen,
- Stellen, zu denen Du eine Quelle brauchst.
Schreibe danach eine bessere Antwort in eigenen Worten.
Station Mathematik: Wahrscheinliche Fortsetzungen
Erfinde zu einem Satzanfang vier mögliche nächste Wörter. Ordne sie von „passt wahrscheinlich gut“ bis „passt wahrscheinlich schlecht“. Vergleicht Eure Reihenfolgen und diskutiert: Warum können verschiedene Gruppen zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen?
Station Naturwissenschaften: Behauptung prüfen
Nimm eine Aussage aus einem Sachtext oder eine vorbereitete KI-Antwort. Formuliere eine genaue Prüffrage, finde eine geeignete Quelle und schreibe ein Urteil: bestätigt, widerlegt oder noch unklar. Begründe.
Station Kunst: Menschliche Entscheidungen sichtbar machen
Entwirf auf Papier einen Bild-Prompt für „Schule im Jahr 2050“. Markiere darin drei bewusste gestalterische Entscheidungen. Zeichne anschließend selbst eine kleine Skizze und vergleiche, welche Entscheidungen von Dir stammen.
Station Ethik und Medienbildung: Darf man das?
Bewerte drei Fälle:
- Jemand erzeugt ein lustiges Fantasiebild einer erfundenen Figur.
- Jemand lässt eine KI die Stimme einer Mitschülerin ohne Erlaubnis nachahmen.
- Jemand nutzt KI, um drei Argumente zu sammeln, prüft sie und schreibt danach selbst weiter.
Ordne jeweils vertretbar, problematisch oder kommt auf die Bedingungen an zu und begründe Deine Entscheidung.
Selbstkontrolle und Reflexion
30-Sekunden-Erklärung
Erkläre einer Person neben Dir in höchstens 30 Sekunden:
„Was macht generative KI – und warum muss ein Mensch ihre Ausgabe prüfen?“
Die andere Person hört auf drei Bausteine:
- Es geht um das Erzeugen von Inhalten.
- Grundlage sind gelernte Muster aus Trainingsdaten.
- Die Ausgabe ist ein Vorschlag, keine Wahrheitsgarantie.
Fehlt ein Baustein, verbessert Ihr gemeinsam die Erklärung.
Zurück zur Diagnose
Lies Deine drei Antworten vom Beginn erneut.
- Welche Antwort würdest Du jetzt ändern?
- Welche Aussage kannst Du jetzt genauer begründen?
- Welche Frage ist für Dich noch offen?
- Welches Verhalten möchtest Du beim nächsten Kontakt mit generativer KI ausprobieren?
Optionales Vertiefungsvideo
Nutze das Video von Checker Tobi als Vertiefung zu verschiedenen KI-Anwendungen. Auftrag: Finde im Video ein Beispiel, bei dem eine KI erkennt, und ein Beispiel, bei dem die Diskussion darüber hinausgeht, was KI künftig tun könnte. Unterscheide Beobachtung, Erklärung und Zukunftsvermutung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet „generativ“ bei generativer KI am besten? (Sie kann neue Ausgaben wie Texte oder Bilder erzeugen) (!Sie zeigt immer die einzig richtige Antwort) (!Sie arbeitet nur mit Zahlen) (!Sie funktioniert nur ohne Eingabe)
Warum muss eine KI-Antwort zu einer Sachfrage geprüft werden? (Weil sie passend klingen und trotzdem falsch sein kann) (!Weil jede KI-Antwort absichtlich lügt) (!Weil Computer grundsätzlich keine Wörter verarbeiten können) (!Weil nur gedruckte Texte wahr sein können)
Welche Aussage beschreibt die Rolle von Trainingsdaten am besten? (Das Modell lernt daraus Muster und Zusammenhänge) (!Das Modell kopiert jede Trainingsseite vollständig in jede Antwort) (!Trainingsdaten garantieren neutrale Ergebnisse) (!Trainingsdaten machen Quellenprüfung überflüssig)
Was ist ein sinnvoller erster Schritt vor dem Schreiben eines Prompts? (Das eigene Ziel klären) (!Möglichst viele persönliche Daten sammeln) (!Die spätere Antwort schon als wahr festlegen) (!Eine fremde Lösung kopieren)
Welche Eingabe schützt persönliche Daten am besten? (Eine erfundene Beispielsituation ohne echte Namen verwenden) (!Den vollständigen Namen einer Mitschülerin eingeben) (!Die private Adresse zur besseren Erklärung hinzufügen) (!Ein Passwort als Kontext mitschicken)
Was ist bei einer überraschenden KI-Behauptung besonders sinnvoll? (Eine unabhängige verlässliche Quelle prüfen) (!Die Behauptung wegen der guten Formulierung übernehmen) (!Nur dieselbe KI noch einmal fragen und das als Beweis nehmen) (!Die Aussage sofort weiterleiten)
Was zeigt die Idee der Wahrscheinlichkeiten bei Text-KI? (Manche Fortsetzungen passen im Zusammenhang wahrscheinlicher als andere) (!Jede Fortsetzung ist gleich wahrscheinlich) (!Eine hohe Wahrscheinlichkeit beweist eine Tatsache) (!Text-KI würfelt mit einem echten Würfel)
Welche Nutzung fördert selbstständiges Lernen am stärksten? (Die KI um einen Hinweis bitten und anschließend selbst weiterdenken) (!Die komplette Hausaufgabe erzeugen lassen und abgeben) (!Die erste Antwort ungeprüft kopieren) (!Nur nach der Endlösung fragen)
Warum ist Fairness bei KI-Ausgaben ein Thema? (Weil Daten und Darstellungen einseitige Muster oder Vorurteile enthalten können) (!Weil eine KI immer alle Menschen gleich darstellt) (!Weil Fairness nur bei Sportwettbewerben wichtig ist) (!Weil Computer grundsätzlich keine Unterschiede darstellen können)
Wer sollte bei einer schulischen KI-Nutzung am Ende entscheiden, was übernommen wird? (Der Mensch, der die Ausgabe prüft und verantwortet) (!Immer die KI allein) (!Immer die längste Antwort) (!Immer die Antwort mit den meisten Fachwörtern)
Memory
| Generative KI | erzeugt neue Inhalte aus gelernten Mustern |
| Prompt | Eingabe oder Arbeitsauftrag an ein KI-System |
| Trainingsdaten | Beispiele zum Lernen statistischer Regelmäßigkeiten |
| Quellenkritik | Aussagen anhand verlässlicher Belege prüfen |
| Datenschutz | persönliche Informationen schützen |
| Fairness | Benachteiligungen und einseitige Darstellungen beachten |
| Transparenz | verwendete KI-Hilfe nachvollziehbar machen |
| Human Agency | Menschen setzen Ziele und treffen Entscheidungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Lernziel klären | Vor dem Prompt |
| Passende Eingabe formulieren | Prompt |
| Vorschlag erzeugen lassen | Ausgabe |
| Behauptungen mit Quellen vergleichen | Prüfung |
| Übernehmen ändern oder verwerfen | Entscheidung |
Kreuzworträtsel
| Muster | Was lernt ein generatives Modell aus vielen Beispielen? |
| Prompt | Wie heißt die Eingabe oder Arbeitsanweisung an ein KI-System? |
| Quelle | Was brauchst Du zum unabhängigen Prüfen einer Behauptung? |
| Datenschutz | Welcher Begriff bezeichnet den Schutz persönlicher Informationen? |
| Fairness | Welcher Begriff steht für das Vermeiden ungerechter Benachteiligung? |
| Transparenz | Wie heißt das Prinzip, KI-Hilfe nachvollziehbar zu machen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Erklärkarte: Gestalte eine Karte mit Vorder- und Rückseite. Vorne steht „Was ist generative KI?“, hinten erklärst Du die Idee mit den Wörtern „Muster“, „erzeugen“ und „prüfen“ in höchstens vier Sätzen.
- Prompt-Vergleich: Schreibe zwei Prompts zur gleichen Sachfrage, einen sehr unklaren und einen klaren. Markiere, welche Änderungen die zweite Version hilfreicher machen.
- Prüf-Lupe: Suche in einem vorgegebenen KI-Text drei überprüfbare Behauptungen und formuliere zu jeder eine passende Prüffrage.
- KI-Hand: Zeichne eine Hand und beschrifte die fünf Finger mit Ziel, Prüfen, Datenschutz, Fairness und Transparenz. Ergänze zu jedem Finger ein eigenes Schulbeispiel.
Standard
- Faktencheck: Prüfe drei Aussagen aus einer vorbereiteten KI-Antwort mit mindestens zwei geeigneten Quellen. Dokumentiere, welche Aussage bestätigt, widerlegt oder nicht eindeutig geklärt wurde.
- Deutsch mit KI: Schreibe zuerst selbst eine Einleitung für einen Sachtext. Lass Dir anschließend zwei alternative Einstiege vorschlagen. Übernimm nichts direkt, sondern erkläre, welche sprachlichen Ideen Du nützlich findest und warum.
- Kunst und KI: Entwirf eine Bildidee zum Thema „Unsere faire Zukunftsschule“. Formuliere einen Prompt, zeichne zusätzlich eine eigene Skizze und vergleiche, welche Entscheidungen von Dir stammen.
- Fairness-Detektiv: Untersuche fünf vorbereitete Berufsbilder oder Berufsbeschreibungen auf Stereotype. Entwickle Kriterien für eine vielfältigere Darstellung und begründe Deine Änderungen.
Schwer
- KI-Schulregel: Entwickle mit einer Gruppe fünf verständliche Regeln für verantwortliche KI-Nutzung in Klasse 5. Begründet jede Regel mit einem Risiko und einem möglichen Nutzen.
- Mediencheck: Vergleiche einen echten Nachrichtenbeitrag mit einem künstlich formulierten oder veränderten Beispiel. Entwickle eine Checkliste, mit der jüngere Schülerinnen und Schüler Herkunft und Glaubwürdigkeit prüfen können.
- Mini-Experiment: Gib derselben generativen KI unter Aufsicht der Lehrkraft drei unterschiedlich genaue Prompts zur gleichen Aufgabe. Vergleiche die Ausgaben nach Passung, Klarheit und überprüfbaren Behauptungen. Erkläre, was sich durch den Prompt verbessert und was trotzdem geprüft werden muss.
- KI-Debatte: Bereite die Streitfrage „Soll generative KI bei Hausaufgaben erlaubt sein?“ vor. Entwickle Bedingungen statt nur Ja oder Nein, berücksichtige Lernen, Fairness, Datenschutz, Transparenz und selbstständiges Denken und formuliere ein begründetes Gruppenurteil.


Lernkontrolle
- Neue Situation erklären: Eine KI erzeugt einen sehr glaubwürdigen Text über ein erfundenes Tier und nennt sogar eine erfundene Quelle. Erkläre, warum das passieren kann, und beschreibe mindestens drei Schritte, mit denen Du den Fehler erkennen könntest.
- Werkzeug auswählen: Du willst erst Ideen für eine Geschichte sammeln und danach prüfen, wann ein Museum geöffnet hat. Entscheide für beide Teilaufgaben, ob generative KI, Suchmaschine, offizielle Website oder eigenes Nachdenken zuerst sinnvoll ist. Begründe die Reihenfolge.
- Prompt und Prüfung trennen: Verbessere einen unklaren Prompt zu einem naturwissenschaftlichen Thema. Erkläre danach, warum selbst Dein verbesserter Prompt keine Garantie für eine richtige Antwort gibt.
- Fairness übertragen: Eine Bild-KI zeigt bei „Menschen, die Computer reparieren“ immer ähnliche Personen. Entwickle zwei mögliche Ursachen, zwei Möglichkeiten zum Gegensteuern und eine Grenze dessen, was ein besserer Prompt allein lösen kann.
- Datenschutz entscheiden: Beurteile vier Angaben für eine KI-Lernhilfe: Vorname, vollständige Adresse, erfundene Beispielnote und medizinische Diagnose. Entscheide, was für eine allgemeine Lernaufgabe nötig, unnötig oder sensibel ist, und begründe.
- Eigene Entscheidung verteidigen: Eine Mitschülerin sagt: „Wenn ich alles mit KI machen kann, brauche ich das Thema nicht mehr zu lernen.“ Antworte mit einem Beispiel, das zeigt, warum eigenes Wissen beim Prüfen, Fragenstellen und Entscheiden wichtig bleibt.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern die Idee auf neue Situationen übertragen kannst.
- Du erklärst mit eigenen Worten, dass generative KI aus gelernten Mustern neue Ausgaben erzeugt.
- Du unterscheidest eine generierte Antwort von einer überprüften Tatsache.
- Du formulierst einen klaren und datensparsamen Prompt für eine konkrete Lernaufgabe.
- Du findest in einer KI-Ausgabe überprüfbare Behauptungen und vergleichst sie mit geeigneten Quellen.
- Du erkennst mögliche Fehler, einseitige Darstellungen und Datenschutzprobleme.
- Du kannst begründen, wann KI-Hilfe das Lernen unterstützt und wann sie selbstständiges Denken ersetzt.
- Du machst bei einer eigenen Arbeit nachvollziehbar, welchen Anteil Du selbst geleistet hast und wie KI gegebenenfalls geholfen hat.
- Du korrigierst mindestens zwei typische Fehlvorstellungen über generative KI an einem neuen Beispiel.
OERs zum Thema
Der folgende Wikipedia-Artikel bietet eine weiterführende Übersicht zu generativen KI-Modellen:
Weitere frei zugängliche Vertiefungen für Lehrkräfte und ältere Lernende:
- UNESCO: Guidance for generative AI in education and research
- Europäische Kommission: AI Literacy Framework für Schule
- Bundeszentrale für politische Bildung: Künstliche Intelligenz und Bildung
- Künstliche Intelligenz
- Maschinelles Lernen
- Generatives KI-Modell
- Medienkompetenz
- Quellenkritik
- Datenschutz
Verknüpfte Lernbereiche
Fachliche Vernetzung
| Lernbereich | Verbindung zum Kurs |
|---|---|
| Informatik | Modelle, Trainingsdaten, Muster, Eingabe und Ausgabe |
| Deutsch | Arbeitsaufträge, Sachtexte, Argumentation und Quellenkritik |
| Mathematik | Wahrscheinlichkeit und Vergleichen von Möglichkeiten |
| Naturwissenschaften | Prüfen von Behauptungen und Arbeiten mit Belegen |
| Kunst | Bildgestaltung, Kreativität, Auswahl und Urheberschaft |
| Ethik | Verantwortung, Fairness, Täuschung und menschliche Entscheidung |
| Medienbildung | synthetische Medien, Datenschutz, Transparenz und Quellenprüfung |
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