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Gedicht 3. Flucht - Aston, Louise - Gedichtanalyse

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Gedicht 3. Flucht - Aston, Louise - Gedichtanalyse

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Gedicht 3. Flucht - Aston, Louise - Gedichtanalyse


Einleitung

Zielgruppe: Deutsch, Klasse 9–10 und 11–13.

Thema: Freiheit, Flucht, innere Unruhe und Schmerz.

Louise Astons Gedicht „3. Flucht“ erschien 1846 in der Sammlung Wilde Rosen. Zwölf Gedichte. Es umfasst 40 Verse in fünf Strophen.

Eine Sprecherstimme will Grenzen überwinden. Sie reitet durch eine wilde Landschaft. Doch kann die Flucht auch ihren Schmerz beenden?

Louise Aston, gemalt von Johann Baptist Reiter. Quelle: Oberösterreichisches Landesmuseum / Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Lernziele: Du untersuchst das lyrische Sprechen, Form, Klang und Bilder. Du unterscheidest Beobachtung und Interpretation. Jede Deutung soll durch echte Verszitate gestützt sein.

Vorhandene Gedichtseite: Gedicht - 3. Flucht - Aston, Louise


Gedichttext und Fassungen


Quellfassung: Historische Schreibung

Die folgende Transkription folgt dem TextGrid-Text zu Wilde Rosen von 1846. Alte Schreibungen und Satzzeichen bleiben erhalten. Sie wird als Quellfassung für die Verszitate verwendet.

Quellen: TextGrid: 3. Flucht und Bayerische Staatsbibliothek: historischer Druck von 1846.

Soll ich nicht brechen die engen Schranken?
Kurz ist der Jugend blühende Lust!
Länger ertrag' ich den Sturm der Gedanken,
Trage den Kampf nicht der sehnenden Brust!
Wild wie Bäche von Felsen schäumen,
Jauchzend hernieder in's schöne Thal:
Sehnt sich mein Geist aus den engen Räumen
Hin zu der Freiheit belebendem Strahl!

Muthig, mein Renner mit flatternden Mähnen!
Muthig hinein in die weite Welt!
Rasch, wie des Geistes geflügeltes Sehnen;
Wie das Gewölk am Himmelszelt!
Fliehen der Landschaft Bilder vorüber,
Dörfer und Wälder, Hügel und Thal:
Tob' ich aus des Gedankens Fieber;
Flieht mich der eigenen Seele Qual!

Mögen die Funken durchs Dunkel stieben;
Einsamer Hufschlag verhallen in Nacht!
So zerstob mein Hoffen, mein Lieben;
Sinkende Sterne in wilder Pracht.
Gähnende Schlünde zur Rechten, zur Linken;
Tanzende Lichter, dem Abgrund entsandt!
Mögen die Geister der Tiefe winken:
Meiner Seele sind sie verwandt!

Wettergewölk mag die Felsen umthürmen,
Blitze zucken von Höh' zu Höh'!
Frei ausathmet nur in Stürmen
Meine Brust ihr lastendes Weh!
Wenn der Donner mächtig die Felsen rüttelt;
Wenn die Gipfel geißelt des Sturms Gebraus:
Flüchtet der Dämon, der mich schüttelt,
Zu den Brüdern in's All hinaus.

Muthig, mein Renner mit flatternden Mähnen!
Bote des Sturms in geflügeltem Lauf!
Trocknet der Himmel die Wolkenthränen;
Steigen die ewigen Sterne auf!
Weh'! wenn die finstern Schleier schwinden,
Richt' ich die Blicke himmelwärts;
Winkt nur aus endlos tiefen Gründen
Mir mein unendlicher, tiefer Schmerz.

Verszählung: Die fünf Strophen umfassen die Verse 1–8, 9–16, 17–24, 25–32 und 33–40. Die Zahlen in eckigen Klammern der TextGrid-Anzeige sind Seitenzahlen und gehören nicht zum Gedicht.


Lesefassung: Behutsam modernisierte Schreibung

Diese Lesefassung erleichtert Dir das Lesen. Nur ausgewählte alte Schreibungen wie „Muthig“, „Thal“, „umthürmen“, „ausathmet“ und „Wolkenthränen“ sind modernisiert. Wortwahl, Versfolge und ungewöhnlicher Satzbau bleiben weitgehend erhalten.

Soll ich nicht brechen die engen Schranken?
Kurz ist der Jugend blühende Lust!
Länger ertrag' ich den Sturm der Gedanken,
Trage den Kampf nicht der sehnenden Brust!
Wild wie Bäche von Felsen schäumen,
Jauchzend hernieder ins schöne Tal:
Sehnt sich mein Geist aus den engen Räumen
Hin zu der Freiheit belebendem Strahl!

Mutig, mein Renner mit flatternden Mähnen!
Mutig hinein in die weite Welt!
Rasch, wie des Geistes geflügeltes Sehnen;
Wie das Gewölk am Himmelszelt!
Fliehen der Landschaft Bilder vorüber,
Dörfer und Wälder, Hügel und Tal:
Tob' ich aus des Gedankens Fieber;
Flieht mich der eigenen Seele Qual!

Mögen die Funken durchs Dunkel stieben;
Einsamer Hufschlag verhallen in Nacht!
So zerstob mein Hoffen, mein Lieben;
Sinkende Sterne in wilder Pracht.
Gähnende Schlünde zur Rechten, zur Linken;
Tanzende Lichter, dem Abgrund entsandt!
Mögen die Geister der Tiefe winken:
Meiner Seele sind sie verwandt!

Wettergewölk mag die Felsen umtürmen,
Blitze zucken von Höh' zu Höh'!
Frei ausatmet nur in Stürmen
Meine Brust ihr lastendes Weh!
Wenn der Donner mächtig die Felsen rüttelt;
Wenn die Gipfel geißelt des Sturms Gebraus:
Flüchtet der Dämon, der mich schüttelt,
Zu den Brüdern ins All hinaus.

Mutig, mein Renner mit flatternden Mähnen!
Bote des Sturms in geflügeltem Lauf!
Trocknet der Himmel die Wolkentränen;
Steigen die ewigen Sterne auf!
Weh'! wenn die finstern Schleier schwinden,
Richt' ich die Blicke himmelwärts;
Winkt nur aus endlos tiefen Gründen
Mir mein unendlicher, tiefer Schmerz.

Wichtig: Die Lesefassung ist eine Bearbeitung der Rechtschreibung, kein neuer historischer Text. Für genaue Zitate benutze die Quellfassung.


Übersetzung, Übertragung und Interpretation

Übersetzung: Das Gedicht ist bereits deutsch. Eine Übersetzung in eine andere Sprache wird hier nicht angeboten.

Inhaltliche Übertragung in heutiges Deutsch: Eine Person fühlt sich eingeengt. Sie möchte frei sein und versucht, auf einem schnellen Ritt ihrem Kummer zu entkommen. Die wilde Natur passt zu ihren Gefühlen. Am Ende bleibt der Schmerz jedoch bestehen.

Das ist keine wörtliche Übersetzung.

Interpretation: Eine Deutung erklärt, was die Wörter, Bilder und Klänge bedeuten könnten. Sie muss durch den Originaltext begründet werden.


Analyse des Gedichts


Inhalt und Entwicklung

Strophe 1, Verse 1–8: Das sprechende Ich will sich aus der Enge lösen. Das Bild der „engen Schranken“ (V. 1) steht im Gegensatz zum „Freiheit belebendem Strahl“ (V. 8).

Strophe 2, Verse 9–16: Das Ich fordert seinen „Renner“, also sein Reitpferd, zum schnellen Lauf auf. Die Landschaft zieht vorbei. Die Seele soll ihre Qual verlieren.

Strophe 3, Verse 17–24: Dunkelheit, Abgründe und sinkende Sterne zeigen Gefahr und verlorene Hoffnung. Die Stimmung wird bedrohlich.

Strophe 4, Verse 25–32: Der Sturm spiegelt die innere Unruhe. Das Ich erlebt das Gewitter als eine Art Befreiung vom eigenen Leid.

Strophe 5, Verse 33–40: Der mutige Aufbruch wird wiederholt. Dann hellt der Himmel auf. Trotzdem endet das Gedicht mit „Mir mein unendlicher, tiefer Schmerz“ (V. 40).

Leitgedanke: Die äußere Flucht gelingt als Bewegung. Ob das Ich innerlich frei wird, bleibt fraglich.


Lyrisches Sprechen

Ein lyrisches Ich ist die Sprecherstimme in einem Gedicht. Es ist nicht automatisch mit der Autorin identisch.

Hier spricht ein leidendes Ich. Es stellt eine Frage, ruft dem Pferd zu und beschreibt seine Gefühle. „Sehnt sich mein Geist aus den engen Räumen“ (V. 7) zeigt den Wunsch nach Freiheit.

Deutungsmöglichkeit: Die Stimme kann für einen persönlichen Konflikt stehen. Im historischen Zusammenhang lässt sie sich zusätzlich als Stimme gegen gesellschaftliche Begrenzungen lesen. Das ist eine Interpretation, keine ausdrücklich genannte politische Forderung im Gedicht.


Form und Klang

Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit je acht Versen. Die Reime bilden überwiegend Kreuzreime in Vierergruppen.

Beispiel aus V. 1–4: „Schranken“ reimt sich auf „Gedanken“, „Lust“ auf „Brust“.

Der Rhythmus wirkt oft schnell und drängend. Viele Verse lassen sich mit vier starken Betonungen lesen. Die Abstände zwischen den Betonungen sind aber nicht immer gleich. Deshalb solltest Du kein völlig starres Metrum behaupten.

Ausrufezeichen und die Wiederholung „Muthig, mein Renner mit flatternden Mähnen!“ (V. 9 und 33) steigern das Tempo und den Eindruck von Bewegung.

Eadweard Muybridge, Bewegungsstudie von Pferd und Reiter, 1887. Wellcome Collection, CC BY 4.0. Eine spätere Aufnahme zur Veranschaulichung von Bewegung, kein Bild aus Astons Lebenssituation von 1846.

Bewegtes Zootrop mit einer Pferde-Fotofolge von Muybridge. Aufnahme: FA2010, 2009, gemeinfrei.

Höre und beobachte: Welche Wirkung haben die schnellen Bewegungen? Wie könnte eine betonte Lesung das Tempo des Ritts verdeutlichen?


Bildsprache: Sturm, Freiheit und Schmerz

Das Gedicht benutzt mehrere starke Bilder.

Enge und Freiheit: „Schranken“ (V. 1) und „enge Räume“ (V. 7) stehen für Begrenzung. Der „Strahl“ der Freiheit (V. 8) wirkt dagegen hell und lebendig.

Das Pferd: Der „Renner“ (V. 9) kann als Bild für Tempo, Kraft und den Wunsch nach Unabhängigkeit verstanden werden.

Sturm: Schon in V. 3 gibt es einen „Sturm der Gedanken“. Das spätere Gewitter lässt den inneren Konflikt sichtbar werden.

Verlorene Hoffnung: „Sinkende Sterne“ (V. 20) können zerbrochene Hoffnungen darstellen.

Personifikation: „Wolkenthränen“ (V. 35) lässt den Himmel wie ein weinendes Wesen erscheinen.

Blitzanimation: Alaa Najjar, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Achtung: Die Animation enthält Lichtblitze.

Originale Gewitteraufnahme von Bidgee, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.

Hörauftrag: Höre den Donner. Suche die Verse 25–32. Erkläre, warum der Sturm zur Stimmung des lyrischen Ichs passt.


Deutungsmöglichkeiten

Persönliche Deutung: Das Gedicht zeigt den Versuch, Trauer durch Bewegung zu überwinden. Der Schluss spricht dagegen, dass dieser Versuch vollständig gelingt.

Gesellschaftliche Deutung: Das Bild der Schranken kann auch für feste gesellschaftliche Regeln stehen. Diese Lesart passt zu Louise Astons öffentlichem Einsatz für die Freiheit von Frauen.

Offenes Ende: Die Natur verändert sich, der Schmerz nicht. Die wiederholte Aufforderung zum mutigen Ritt macht deshalb nicht nur Stärke, sondern auch einen ungelösten Konflikt sichtbar.

Merksatz: Eine überzeugende Interpretation verbindet Behauptung, Versbeleg und Erklärung.


Epochenkontext: Vormärz und Biedermeier

Louise Aston (1814–1871) war Schriftstellerin und eine frühe Kämpferin für die Rechte von Frauen. Sie stellte gesellschaftliche Erwartungen offen infrage. 1846 wurde sie aus Berlin ausgewiesen.

Die literarischen Strömungen Vormärz und Biedermeier bestanden im Zeitraum um 1815 bis 1848 nebeneinander.

Vormärz: Freiheit, politische Veränderung, Gesellschaftskritik und Protest spielen eine wichtige Rolle.

Biedermeier: Häufig stehen Familie, das private Leben, Natur und Rückzug im Mittelpunkt.

Die Gegensätze helfen Dir bei einer historischen Interpretation. Sie ersetzen aber nicht die Textanalyse.

János Nepomuk Boros: Biedermeier-Interieur, 1842. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Bild veranschaulicht den privaten Lebensraum dieser Zeit.

Barrikadenkampf in Berlin 1848, Darstellung nach der Leipziger Illustrirten Zeitung. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Vergleiche: Was vermitteln diese beiden Bilder über Privatleben und politischen Konflikt? Wo steht Astons Wunsch nach Freiheit?

Video: Deutschland im Vormärz – Geschichtlicher Hintergrund, Mirko Drotschmann, musstewissen Geschichte.

Video: Biedermeier, Vormärz und Junges Deutschland – Schulpräsentation der FT-Abi-Plattform.


Gestufte Hilfen zur Gedichtanalyse


Hilfe 1: Text verstehen

Lies zuerst V. 1–8, dann V. 37–40. Markiere Wörter für Freiheit und Wörter für Schmerz.

Frage: Was möchte das Ich verändern? Was bleibt am Ende?


Hilfe 2: Genau untersuchen

Suche einen Versbeleg. Benenne ein sprachliches Mittel. Erkläre die Wirkung.

Beispiel: „Sturm der Gedanken“ (V. 3) ist eine Metapher. Sie lässt die Gedanken heftig und unruhig wirken.


Hilfe 3: Einen Analyseabsatz schreiben

Nutze diesen Schreibplan:

  1. Behauptung: Das Gedicht zeigt …
  2. Beleg: Dies erkennt man an „…“ (V. …).
  3. Erklärung: Das Bild oder die Wortwahl wirkt …
  4. Deutung: Deshalb lässt sich vermuten, dass …

Zusatz für Klasse 11–13: Prüfe eine alternative Deutung. Begründe, warum sie zum historischen Kontext passt oder warum der Text sie nur teilweise stützt.

Video: Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse? – musstewissen Deutsch / funk.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lesequiz mit überprüfbaren Zitaten. Die Versangaben beziehen sich auf die oben stehende Quellfassung.

Was möchte das Ich laut „Soll ich nicht brechen die engen Schranken?“ (V. 1)? (Grenzen überwinden) (!Ein Haus bauen) (!Einen Freund begrüßen) (!Ein Lied vortragen)




Was zeigt „Sturm der Gedanken“ (V. 3)? (Innere Unruhe) (!Ruhiges Nachdenken) (!Einen Wetterbericht) (!Einen friedlichen Schlaf)




Wonach sehnt sich der Geist laut V. 7–8? (Nach Freiheit) (!Nach Reichtum) (!Nach Unterricht) (!Nach einem Haus)




Was ist der „Renner“ in V. 9? (Ein schnelles Reitpferd) (!Ein Vogel) (!Ein Segelschiff) (!Ein Wagen)




Welcher Eindruck entsteht durch „Fliehen der Landschaft Bilder vorüber“ (V. 13)? (Schnelle Bewegung) (!Völliger Stillstand) (!Ein ruhiger Garten) (!Eine Stadtversammlung)




Womit verbindet V. 19–20 das zerstobene Hoffen und Lieben? (Mit sinkenden Sternen) (!Mit blühenden Rosen) (!Mit ruhigen Seen) (!Mit goldenen Kronen)




Was zeigen die „Geister der Tiefe“ und ihre Verwandtschaft zur Seele (V. 23–24)? (Die Nähe des Ichs zu dunklen Kräften) (!Die Freude an einem Fest) (!Die Rückkehr in ein Dorf) (!Die Ankunft einer Familie)




Wann kann die Brust laut V. 27–28 ihr Leid frei ausatmen? (In Stürmen) (!In der Schule) (!Bei Sonnenschein) (!Beim Essen)




Welche Wirkung hat die Wiederkehr von „Muthig, mein Renner“ in V. 9 und 33? (Der Wunsch nach Bewegung wird erneut betont) (!Das Reitpferd wird verabschiedet) (!Das Gedicht wechselt die Autorin) (!Die Reise wird ausdrücklich beendet)




Was bleibt dem Ich am Ende in V. 39–40? (Tiefer Schmerz) (!Vollständige Zufriedenheit) (!Ein sicherer Sieg) (!Eine friedliche Heimkehr)





Memory

Verbinde die Wörter der Quellfassung mit ihren Bedeutungen oder heutigen Schreibweisen.

Schranken Grenzen
Renner Reitpferd
Muthig Mutig
Wolkenthränen Wolkentränen
Weh Leid
Gewölk Wolkenmasse





Drag and Drop

Ordne jedem Wort aus dem Gedicht eine passende Bedeutung oder Funktion zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Schranken Begrenzung
Renner Bewegung
Donner Naturgewalt
Sterne Himmelslicht
Schmerz Inneres Leiden





Kreuzworträtsel

Aston Wie lautet der Nachname der Dichterin?
Renner Welches Wort bezeichnet im Gedicht das Reitpferd?
Sturm Welche Wetterlage passt zur inneren Unruhe?
Freiheit Wonach sehnt sich der Geist?
Schranken Was möchte das Ich am Anfang brechen?
Schmerz Welches Gefühl bleibt am Ende bestehen?





LearningApps

Suche nach weiteren vorhandenen Übungen zum Gedicht.


Lückentext

Vervollständige den Text mit den passenden Begriffen.
Louise Aston veröffentlichte das Gedicht im Jahr

.
Der Text umfasst insgesamt

Verse.
Das Gedicht besteht aus fünf

.
Das sprechende Ich möchte die engen

brechen.
Sein Geist sehnt sich nach

.
Das schnelle Reitpferd wird

genannt.
Der Sturm der Gedanken zeigt innere

.
Die sinkenden Sterne können verlorene

darstellen.
Die Wolkentränen sind ein Beispiel für bildhafte

.
Am Ende bleibt ein tiefer

.



Offene Aufgaben

Drei zentrale Schreibaufgaben: Wähle je nach Niveau die erste Aufgabe unter Leicht, Standard oder Schwer. Die weiteren Impulse sind freiwillige Vertiefungen.


Leicht

  1. Schreibaufgabe: Schreibe einen Tagebucheintrag mit sechs bis acht Sätzen aus der Sicht des lyrischen Ichs nach dem Ritt.
  2. Wortfeld: Suche vier Wörter für Bewegung und vier für Leid. Erkläre zwei Gegensätze.
  3. Vorlesen: Lies eine Strophe mit passender Betonung und markiere die Stellen, die besonders laut klingen sollen.
  4. Bildbeschreibung: Wähle ein vorhandenes Bild aus dem Kurs und erkläre in drei Sätzen seine Verbindung zum Gedicht.


Standard

  1. Schreibaufgabe: Schreibe einen Analyseabsatz von etwa 150 Wörtern über die Bedeutung des Sturms. Nutze zwei echte Versbelege.
  2. Bildsprache: Untersuche „Sinkende Sterne“ und „Wolkenthränen“ und erkläre ihre möglichen Wirkungen.
  3. Sprechgestaltung: Vergleiche zwei selbst erprobte Vortragsweisen und begründe, welche besser zum Schluss passt.
  4. Epochenvergleich: Erstelle eine kurze Gegenüberstellung zwischen dem Freiheitswunsch im Gedicht und dem privaten Rückzug im Biedermeier.


Schwer

  1. Schreibaufgabe: Verfasse eine Interpretation von etwa 300 Wörtern: Ist die Flucht ein Weg zur Freiheit oder ein gescheiterter Versuch? Belege beide Seiten am Text.
  2. Historischer Kontext: Erkläre, wie gesellschaftliche Regeln zur Zeit Louise Astons eine zusätzliche Deutung der Schranken ermöglichen.
  3. Literaturvergleich: Vergleiche das Freiheitsmotiv mit einem weiteren belegbaren Gedicht aus dem Vormärz. Unterscheide Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Literaturkritik: Prüfe kritisch die Behauptung, das Gedicht sei ausschließlich politisch. Entwickle eine begründete Gegenposition.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf Transferaufgaben.

  1. Deutungshypothese: Erkläre, weshalb der mutige Aufbruch und das schmerzhafte Ende zusammengehören.
  2. Metapher: Übertrage das Bild der „engen Schranken“ auf eine heutige Situation. Zeige zugleich die Grenzen Deines Vergleichs.
  3. Form und Inhalt: Begründe, wie Wiederholung und Rhythmus die Aussage des Gedichts unterstützen.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Gegenentwurf aus Sicht einer Person, die im privaten Rückzug Freiheit findet. Vergleiche beide Sichtweisen.
  5. Textbeleg: Untersuche eine alternative Interpretation mit zwei Originalzitaten. Prüfe, ob die Aussagen wirklich durch die Verse gedeckt sind.


Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du:

  1. den Gedichtinhalt und die Entwicklung über fünf Strophen erklären können.
  2. lyrisches Ich und historische Autorin unterscheiden können.
  3. Reime, Rhythmus, Wiederholungen und Sprachbilder untersuchen können.
  4. mindestens drei genaue Verszitate mit passenden Verszahlen einbauen können.
  5. Quellfassung, modernisierte Lesefassung, Übertragung und Interpretation unterscheiden können.
  6. eine begründete Deutung entwickeln und eine andere Deutung prüfen können.
  7. den Vormärz und das Biedermeier als unterschiedliche Strömungen derselben historischen Zeit einordnen können.

Bewertung: Wichtig sind Texttreue, genaue Belege, klare Erklärungen und ein nachvollziehbarer Aufbau. Eigene Deutungen sind erwünscht, wenn sie gut begründet sind.




OERs zum Thema

Vorhandene Textseite: Gedicht - 3. Flucht - Aston, Louise. Sie wird verlinkt, nicht als zweiter Lernkurs angelegt.

Primärtext: TextGrid Repository: Louise Aston, 3. Flucht. Der historische Gedichttext ist gemeinfrei. TextGrid kennzeichnet die eigenen Daten und Annotationen mit CC BY 3.0 Deutschland; Namensnennung: TextGrid / editura.de.

Historischer Druck: Bayerische Staatsbibliothek, Wilde Rosen, Berlin 1846. Die Bibliothek weist für das Digitalisat eigene Nutzungsbedingungen aus, darunter eine Beschränkung auf nichtkommerzielle Nutzung. Hier wird es deshalb nur verlinkt.

Biografischer Kontext: Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung: Frauen von 1848.

Bereits vorhandene Lernkurse: Lyrik verstehen - Systematische Gedichtanalyse im Dialog und D10 M - Eine Gedichtinterpretation schreiben.

Wikipedia: Louise Aston.


Mediennachweise und Lizenzen

Die folgenden Medien sind vorhandene Dateien auf Wikimedia Commons. Die Lizenz- und Urheberangaben wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten geprüft. Gemeinfreie Werke benötigen rechtlich nicht immer eine Namensnennung; sie wird hier trotzdem angegeben.

  1. Louise Aston: Johann Baptist Reiter, Oberösterreichisches Landesmuseum. Gemeinfrei / Public Domain Mark.
  2. Pferd und Reiter: Eadweard Muybridge, 1887; Wellcome Collection, CC BY 4.0.
  3. Zootrop-Video: FA2010, 2009, gemeinfrei.
  4. Blitzanimation: Alaa Najjar, CC BY-SA 3.0.
  5. Donneraufnahme: Bidgee, CC BY 3.0.
  6. Biedermeier-Interieur: János Nepomuk Boros, 1842, gemeinfrei.
  7. Berliner Barrikadenkampf: Darstellung nach der Leipziger Illustrirten Zeitung von 1848, gemeinfrei.

YouTube: Die Videos stammen von musstewissen Geschichte, der FT-Abi-Plattform und musstewissen Deutsch / funk. Sie werden lediglich als externe Videos eingebettet. Eine freie Lizenz für ihre Bearbeitung oder Weiterveröffentlichung wird nicht behauptet. Es gelten die Rechte der jeweiligen Anbieter.

Hinweis: Bilder, Geräusche und Animationen dienen der Veranschaulichung. Sie sind keine historischen Bild- oder Tonaufnahmen des Gedichts selbst. Der Gedichttext wurde nicht künstlich eingesprochen.


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