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Gedicht - Waldemar Atterdag - Fontane, Theodor

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Originalwerk · Lesefassung

Waldemar Atterdag

Fontane, Theodor

Und Waldemar (König Christophers Sohn), · 63 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Porträt von Fontane, Theodor; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Fontane, Theodor · Carl Breitbach · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

Waldemar Atterdag

1
Waldemar Atterdag
2
Und Waldemar (König Christophers Sohn),
3
Im Dome zu Ringstedt nahm er die Kron',
4
Nun führt er die Herrschaft mit kluger Hand
5
Über Dänemark-Meer und Dänemark-Land,
6
Nie fasst ihn Jähzorn, nie treibt ihn Eil',
7
»Erst wägen, dann wagen« ... »Eile mit Weil'.«
8
Und ob es zur Tat ihn auch drängen mag,
9
Auf den andern Tag schiebt er's: »Atterdag.«
10
Und er fährt gen Jütland. Auf Schloß Aarhuus
11
Harrt er auf Huldigung und Gruß,
12
Auf Gruß des Adels. Der hält sich zurück;
13
Einer nur sprengt über die Brück':
14
»Um Gott, König Waldemar, auf und flieh,
15
In hellen Haufen kommen sie,
16
Sie zürnen dir schwer, weil du zubestimmst
17
Dem Bauer all das, was dem Adel du nimmst,
18
Sehstedt führt sie; von Viborg her
19
Kommen dreihundert oder mehr.
20
In den Sattel, König, und flieh und jag'
21
Hin über die Heide.« ... »Atterdag.«
22
Und ein Jahr und ein Tag, und auf Schloß Helsingör
23
Im Landsthing sitzt er und gibt Gehör;
24
Um ihn her seine Räte; da stürmt in den Saal
25
Erik Swensen, sein erster Admiral.
26
»Eile dich, König. Zu dieser Stund'
27
Fahren die Lübischen in den Sund,
28
Zwischen Insel Amak und Insel Hveen
Vorlage S. 87
29
Sind siebenundzwanzig Segel zu sehn,
Vorlage S. 87
30
An der Spitze die ›Seekuh‹, ihr bestes Schiff,
Vorlage S. 87
31
Greif zu, wie dein Vater einst sie griff.
Vorlage S. 87
32
Sie kommen wie Räuber. Nach Gut und Blut
Vorlage S. 87
33
Dürsten sie. Zertritt ihre Brut,
Vorlage S. 87
34
Vernichte sie mit einem Schlag.«
Vorlage S. 87
35
»Erst wägen, dann wagen ... Atterdag.«
Vorlage S. 87
36
Und wieder ein Jahr, und auf Schloß Wordingborg
Vorlage S. 87
37
In Stille sitzt er und doch in Sorg',
Vorlage S. 87
38
In Sorg' um Heilwig. Auf seinem Sinn
Vorlage S. 87
39
Lastet die schöne Königin.
Vorlage S. 87
40
Es heißt, sie sei krank, ohne Schlaf ihre Ruh,
Vorlage S. 87
41
Aber ein Kämmerling flüstert ihm zu:
Vorlage S. 87
42
»Der Königin Krankheit ist Lug, ist Schein,
Vorlage S. 87
43
Sten Sture geht lachend aus und ein,
Vorlage S. 87
44
Er ist noch ein Knabe, noch halb ein Kind,
Vorlage S. 87
45
Das lieben die Frauen, wie Frauen sind.
Vorlage S. 87
46
Auf, Waldemar, stör ihre Lust, ihre List,
Vorlage S. 87
47
Zeige, dass du der König bist,
Vorlage S. 87
48
Überrasche Schön-Heilwig, erforsche sie, frag.«
Vorlage S. 87
49
»Es würde sie töten ... Atterdag.«
Vorlage S. 87
50
Und die Jahre gehn, und in Roskild-Abtei
Vorlage S. 87
51
Todkrank liegt Waldemar, Gott steh' ihm bei,
Vorlage S. 87
52
Sein Blick ist erloschen, fahl sein Gesicht,
Vorlage S. 87
53
Erzbischof Ansgar aber spricht:
Vorlage S. 87
54
»Alle Sünde, die dich quält und brennt,
Vorlage S. 87
55
Es löscht sie Beicht' und Sakrament,
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56
Und willst du dein Gewissen still'n,
Vorlage S. 87
57
Hier bin ich, sprich deinen letzten Will'n,
Vorlage S. 87
58
Unsre Kirch' ist arm, wer sie speist und tränkt,
Vorlage S. 87
59
Des auch die Kirch' in Liebe gedenkt.
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60
Dein Spruch war immer: ›Eile mit Weil‹,
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61
Aber jetzt eilt es mit deinem Heil,
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62
Säen ist ernten und Opfer Ertrag;
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63
Säe, König.«
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64
»Atterdag.«
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Sie zürnen dir schwer, weil du zubestimmst«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

5. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Aber ein Kämmerling flüstert ihm zu: »Der Königin Krankheit ist Lug, ist Schein, Sten Sture geht lachend aus und ein, Er ist noch ein Knabe, noch halb ein Kind, Das lieben die Frauen, wie Frauen sind.« B: »Auf den andern Tag schiebt er's: »Atterdag.« Und er fährt gen Jütland.« C: »Zu dieser Stund' Fahren die Lübischen in den Sund, Zwischen Insel Amak und Insel Hveen Sind siebenundzwanzig Segel zu sehn, An der Spitze die ›Seekuh‹, ihr bestes Schiff, Greif zu, wie dein Vater einst sie griff.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Dein Spruch war immer: ›Eile mit Weil‹,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hier bin ich, sprich deinen letzten Will'n, Unsre Kirch' ist arm, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

Waldemar Atterdag

Theodor Fontane: Sämtliche Werke. Herausgegeben von Edgar Groß, Kurt Schreinert, Rainer Bachmann, Charlotte Jolles, Jutta Neuendorff-Fürstenau, Bd. 1–25, Band 20, München: Nymphenburger Verlagshandlung, 1959–1975. Fontane, Theodor 87- München

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.