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Gedicht - Das letzte Almosen - Petöfi, Sándor

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Das letzte Almosen

Petöfi, Sándor

Der Dichter und des Schicksals Zorn, · 76 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Historische Darstellung von Petöfi, Sándor; Kontextbild zur Autorschaft.
Porträt · Petöfi, Sándor · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Ignaz Schnitzer

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

Das letzte Almosen

1
Das letzte Almosen.
Vorlage S. 99
2
Der Dichter und des Schicksals Zorn,
Vorlage S. 99
3
Von einer Mutter stammen beide, –
Vorlage S. 99
4
Die Zwillingsbrüder blieben treu
Vorlage S. 99
5
Beisammen stets, im Kampf und Leide.
Vorlage S. 99
6
Auch damals grünt' wie jetzt der Baum,
Vorlage S. 99
7
Gab seinen Schatten mild zum Besten,
Vorlage S. 99
8
Dem Dichter nützt' er auch, der brach
Vorlage S. 99
9
Den Bettelstab sich von den Ästen.
Vorlage S. 99
10
Der Bettelstab, des Schicksals Zorn,
Vorlage S. 99
11
Das waren seine einz'gen Lieben;
Vorlage S. 99
12
Wenn alles treulos ihn verließ,
Vorlage S. 99
13
Die beiden sind ihm treu geblieben!
Vorlage S. 99
14
Und seine Leier? Und sein Lied?
Vorlage S. 99
15
Der Dichter hat ja eine Leier?
Vorlage S. 99
16
Lang ist es her, dass sie erklang,
Vorlage S. 99
17
Im hohen Schwung, im heil'gen Feuer.
Vorlage S. 99
18
Einst griff in ihre Saiten er,
Vorlage S. 99
19
Und sieh, es schweigt des Donners Dröhnen,
Vorlage S. 99
20
Und es verstummt des Sturmes Wut
Vorlage S. 99
21
Und lauscht den tiefbewegten Tönen.
Vorlage S. 99
22
Der Himmel, wetterwolkenschwarz,
Vorlage S. 99
23
Er hört des Dichters süße Lieder,
Vorlage S. 99
24
Vergisst den Grimm, und lächelt mild
Vorlage S. 99
25
Auf ihn mit seinen Sternen nieder ...
Vorlage S. 99
26
Und als der Dichter hungrig ward,
Vorlage S. 99
27
Da ging er zu den Menschensöhnen;
Vorlage S. 99
28
Mit seinem Lied ihr steinern Herz
Vorlage S. 99
29
Zu rühren, war sein eitles Wähnen.
Vorlage S. 99
30
Und dieses Lied, das stark genug,
Vorlage S. 100
31
Des Donners Stimme zu bezwingen,
Vorlage S. 100
32
Und das des Himmels Zorn verscheucht,
Vorlage S. 100
33
Er ließ es noch einmal erklingen:
Vorlage S. 100
34
Doch was ein Sturm, ein Gott verstand,
Vorlage S. 100
35
Den Menschen war's zu schlecht gesungen,
Vorlage S. 100
36
Und damals war aus Gram und Scham
Vorlage S. 100
37
Die Leier ihm entzwei gesprungen.
Vorlage S. 100
38
Mit seiner Leier war's vorbei,
Vorlage S. 100
39
Doch war ihr Tod ein Tod mit Würde.
Vorlage S. 100
40
Wie es dem Dichter dann erging?
Vorlage S. 100
41
Er trug des Lebens schwere Bürde.
Vorlage S. 100
42
Bis er nach langen Jahren einst
Vorlage S. 100
43
Vor einem neu'n Geschlecht erschienen,
Vorlage S. 100
44
Gefurchter Stirne, bleichen Haars,
Vorlage S. 100
45
Und schweren Kummer in den Mienen.
Vorlage S. 100
46
»O ein, zwei Groschen, nehmt dafür
Vorlage S. 100
47
Den besten Segen, den ich habe!«
Vorlage S. 100
48
Wie dürre Äste streckt er hin
Vorlage S. 100
49
Die Hände, flehend nach der Gabe.
Vorlage S. 100
50
»Wer bist du, Mensch des Jammers, sprich?«
Vorlage S. 100
51
So hört er rings die Menge fragen,
Vorlage S. 100
52
»Den Gottes Zorn so fürchterlich
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53
Mit seiner schweren Hand geschlagen?«
Vorlage S. 100
54
Er nennt den Namen, fleht aufs neu':
Vorlage S. 100
55
»Nur ein, zwei Groschen!« Und die Leute:
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56
»Gepriesen sei der Augenblick,
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57
Da dein Erscheinen uns erfreute!
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58
Dein Name strahlt wie Sternenpracht,
Vorlage S. 100
59
Dich preist entzückt dein stolz Jahrhundert,
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60
Und deine Lieder, einst verkannt,
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61
Sind unser Stolz jetzt, und bewundert!
Vorlage S. 100
62
O komm', weg mit der Bettlertracht,
Vorlage S. 101
63
In Seid' und Samt sollst du dich kleiden,
Vorlage S. 101
64
Mit Lorbeer sei dein Haupt umkränzt,
Vorlage S. 101
65
Und nie mehr sollst du Hunger leiden!«
Vorlage S. 101
66
»O schöne Red'! O vielen Dank!
Vorlage S. 101
67
Doch ist der Hunger mir vergangen,
Vorlage S. 101
68
Und gegen Samt die Bettlertracht
Vorlage S. 101
69
Zu tauschen, trag' ich kein Verlangen!
Vorlage S. 101
70
Wie stolz in diesem Lorbeerkranz
Vorlage S. 101
71
Würd' eines Jünglings Stirn erglühen!
Vorlage S. 101
72
Auf meinem alten Haupt jedoch
Vorlage S. 101
73
Wird nie mehr dieser Kranz erblühen!
Vorlage S. 101
74
O schenkt nur ein, zwei Groschen mir,
Vorlage S. 101
75
Dass Gott euch's tausendfach vergelte!
Vorlage S. 101
76
Der Tischler wartet auf das Geld,
Vorlage S. 101
77
Bei dem ich mir den Sarg bestellte!« ...
Vorlage S. 101

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »»Nur ein, zwei Groschen!« Und die Leute: »Gepriesen sei der Augenblick, Da dein Erscheinen uns erfreute!« B: »Der Dichter und des Schicksals Zorn, Von einer Mutter stammen beide, – Die Zwillingsbrüder blieben treu Beisammen stets, im Kampf und Leide.« C: »Der Himmel, wetterwolkenschwarz, Er hört des Dichters süße Lieder, Vergisst den Grimm, und lächelt mild Auf ihn mit seinen Sternen nieder ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»Nur ein, zwei Groschen!« Und die Leute: »Gepriesen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft und Übersetzung nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

Das letzte Almosen

Petöfi, Alexander: Poetische Werke in sechs Bänden. Übers. v. Ignaz Schnitzr, Bd. 3, Wien, Leipzig: Halm & Goldmann, 1910 Petöfi, Sándor 99- Leipzig

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.