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Gedicht - An den Aether - Hölderlin, Friedrich

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Originalwerk · Lesefassung

An den Aether

Hölderlin, Friedrich

Treu und freundlich, wie du, erzog der Götter und Menschen · 52 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Historische Darstellung von Hölderlin, Friedrich; Kontextbild zur Autorschaft.
Porträt · Hölderlin, Friedrich · Franz Carl Hiemer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

An den Aether

1
An den Aether
Vorlage S. 209
2
Treu und freundlich, wie du, erzog der Götter und Menschen
Vorlage S. 209
3
Keiner, o Vater Aether! mich auf; noch ehe die Mutter
Vorlage S. 209
4
In die Arme mich nahm und ihre Brüste mich tränkten,
Vorlage S. 209
5
Fasstest du zärtlich mich an und gossest himmlischen Trank mir,
Vorlage S. 209
6
Mir den heiligen Othem zuerst in den keimenden Busen.
Vorlage S. 209
7
Nicht von irdischer Kost gedeihen einzig die Wesen,
Vorlage S. 209
8
Aber du nährst sie all mit deinem Nektar, o Vater!
Vorlage S. 209
9
Und es drängt sich und rinnt aus deiner ewigen Fülle
Vorlage S. 209
10
Die beseelende Luft durch alle Röhren des Lebens.
Vorlage S. 209
11
Darum lieben die Wesen dich auch und ringen und streben
Vorlage S. 209
12
Unaufhörlich hinauf nach dir in freudigem Wachstum.
Vorlage S. 209
13
Himmlischer! sucht nicht dich mit ihren Augen die Pflanze,
Vorlage S. 209
14
Streckt nach dir die schüchternen Arme der niedrige Strauch nicht?
Vorlage S. 209
15
Dass er dich finde, zerbricht der gefangene Same die Hülse,
Vorlage S. 209
16
Dass er belebt von dir in deiner Welle sich bade,
Vorlage S. 209
17
Schüttelt der Wald den Schnee wie ein überlästig Gewand ab.
Vorlage S. 209
18
Auch die Fische kommen herauf und hüpfen verlangend
Vorlage S. 209
19
Über die glänzende Fläche des Stroms, als begehrten auch diese
Vorlage S. 209
20
Aus der Wiege zu dir; auch den edeln Tieren der Erde
Vorlage S. 209
21
Wird zum Fluge der Schritt, wenn oft das gewaltige Sehnen,
Vorlage S. 209
22
Die geheime Liebe zu dir, sie ergreift, sie hinaufzieht.
Vorlage S. 209
23
Stolz verachtet den Boden das Roß, wie gebogener Stahl strebt
Vorlage S. 209
24
In die Höhe sein Hals, mit der Hufe berührt es den Sand kaum.
Vorlage S. 209
25
Wie zum Scherze, berührt der Fuß der Hirsche den Grashalm,
Vorlage S. 209
26
Hüpft, wie ein Zephyr, über den Bach, der reißend hinabschäumt,
Vorlage S. 210
27
Hin und wieder und schweift kaum sichtbar durch die Gebüsche.
Vorlage S. 210
28
Aber des Aethers Lieblinge, sie, die glücklichen Vögel,
Vorlage S. 210
29
Wohnen und spielen vergnügt in der ewigen Halle des Vaters!
Vorlage S. 210
30
Raums genug ist für alle. Der Pfad ist keinem bezeichnet,
Vorlage S. 210
31
Und es regen sich frei im Hause die Großen und Kleinen.
Vorlage S. 210
32
Über dem Haupte frohlocken sie mir und es sehnt sich auch mein Herz
Vorlage S. 210
33
Wunderbar zu ihnen hinauf; wie die freundliche Heimat
Vorlage S. 210
34
Winkt es von oben herab und auf die Gipfel der Alpen
Vorlage S. 210
35
Möcht ich wandern und rufen von da dem eilenden Adler,
Vorlage S. 210
36
Dass er, wie einst in die Arme des Zeus den seligen Knaben,
Vorlage S. 210
37
Aus der Gefangenschaft in des Aethers Halle mich trage.
Vorlage S. 210
38
Töricht treiben wir uns umher; wie die irrende Rebe,
Vorlage S. 210
39
Wenn ihr der Stab gebricht, woran zum Himmel sie aufwächst,
Vorlage S. 210
40
Breiten wir über dem Boden uns aus und suchen und wandern
Vorlage S. 210
41
Durch die Zonen der Erd, o Vater Aether! vergebens,
Vorlage S. 210
42
Denn es treibt uns die Lust, in deinen Gärten zu wohnen.
Vorlage S. 210
43
In die Meersflut werfen wir uns, in den freieren Ebnen
Vorlage S. 210
44
Uns zu sättigen, und es umspielt die unendliche Woge
Vorlage S. 210
45
Unsern Kiel, es freut sich das Herz an den Kräften des Meergotts.
Vorlage S. 210
46
Dennoch genügt ihm nicht; denn der tiefere Ozean reizt uns,
Vorlage S. 210
47
Wo die leichtere Welle sich regt – o wer dort an jene
Vorlage S. 210
48
Goldnen Küsten das wandernde Schiff zu treiben vermöchte!
Vorlage S. 210
49
Aber indes ich hinauf in die dämmernde Ferne mich sehne,
Vorlage S. 210
50
Wo du fremde Gestad umfängst mit der bläulichen Woge,
Vorlage S. 210
51
Kömmst du säuselnd herab von des Fruchtbaums blühenden Wipfeln,
Vorlage S. 210
52
Vater Aether! und sänftigest selbst das strebende Herz mir,
Vorlage S. 210
53
Und ich lebe nun gern, wie zuvor, mit den Blumen der Erde.
Vorlage S. 210

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mir den heiligen Othem …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

3. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

4. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Über die […] Fläche des Stroms, als begehrten auch diese Aus der Wiege zu dir; auch den edeln Tieren der Erde Wird zum Fluge der Schritt, wenn oft das gewaltige Sehnen, Die geheime Liebe zu dir, sie ergreift, sie hinaufzieht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Aber des Aethers Lieblinge, sie, die […] Vögel,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Breiten wir über dem Boden uns aus und suchen und wandern« B: »Nicht von irdischer Kost gedeihen einzig die Wesen,« C: »Die geheime Liebe zu dir, sie ergreift, sie hinaufzieht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Töricht treiben wir uns …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Durch die Zonen der …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Treu und freundlich, wie du, erzog der […] und Menschen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Fasstest du zärtlich mich an und gossest […] Trank mir,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

An den Aether

Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. Kleine Stuttgarter Ausgabe, 6 Bände, Band 1, Herausgegeben von Friedrich Beissner, Stuttgart: Cotta, 1946. Hölderlin, Friedrich 209- Stuttgart

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.