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Gedicht - Am 17. Mai 1817 - Brentano, Clemens

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Originalwerk · Lesefassung

Am 17. Mai 1817

Brentano, Clemens

Pilger! all der Blumenschein · 80 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Porträt von Brentano, Clemens; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Brentano, Clemens · Urheber nicht angegeben; Reproduktion in Meyers Konversationslexikon (1906) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

Am 17. Mai 1817

1
Am 17. Mai 1817
2
Als sie bei M.K. war, bat ich den Herrn er möge zu mir in dem Paradiesgarten ihrer Anmut in den er mich gesetzt also zu mir sprechen.
3
Pilger! all der Blumenschein
4
All die Früchte hier sind mein,
5
Auch kein Blättchen will ich missen
6
Wer mir nur ein Keimchen knickt
7
Das ich liebvoll angeblickt
Vorlage S. 376
8
Trage Dornen im Gewissen.
Vorlage S. 376
9
Herr! ach ist dies alles dein,
Vorlage S. 376
10
O so lass mich dein auch sein!
Vorlage S. 376
11
Pilger! was hier blühend steht,
Vorlage S. 376
12
Ist die Saat, die ich gesäet,
Vorlage S. 376
13
Und wenn ich ein Unkraut fände,
Vorlage S. 376
14
Zwischen meiner Blumenzier,
Vorlage S. 376
15
Nähm' ich Rechenschaft von dir,
Vorlage S. 376
16
Darum falte deine Hände!
Vorlage S. 376
17
Herr ach säe mein Gebet
Vorlage S. 376
18
Hier ins dürrste Gartenbeet.
Vorlage S. 376
19
Pilger! du bist hergeführt,
Vorlage S. 376
20
Dass dein böser Sinn es spürt,
Vorlage S. 376
21
Wie ich könnt' in Blumen wallen,
Vorlage S. 376
22
Und nun Dornen trägt mein Haupt,
Vorlage S. 376
23
Weil du mir den Kranz geraubt,
Vorlage S. 376
24
Der an dir mir wohlgefallen.
Vorlage S. 376
25
Herr dein Dornenkranz mich rührt,
Vorlage S. 376
26
Gieb ihn mir, dem er gebührt.
Vorlage S. 376
27
Pilger, auf der Maienau
Vorlage S. 376
28
In den Blumen, in dem Tau
Vorlage S. 376
29
Sieh die Spur, die ich gegangen
Vorlage S. 376
30
Und du sollst des Weges nur
Vorlage S. 376
31
Nicht des trunknen Schmucks der Flur
Vorlage S. 376
32
Sollst allein nach mir verlangen.
Vorlage S. 376
33
Herr! auf meine Tritte schau,
Vorlage S. 376
34
Mir am Ziel die Hütte bau!
Vorlage S. 376
35
Pilger wenn die Sehnsucht singt
Vorlage S. 376
36
Und ein Kind die Ärmchen schwingt
Vorlage S. 376
37
Fliegen möcht', ein Nestchen bauen
Vorlage S. 376
38
Brüten in des Kalmus Rohr
Vorlage S. 376
39
Schau du so zum Kreuz empor
Vorlage S. 376
40
Dass ich dir ins Herz kann schauen.
Vorlage S. 376
41
Herr und wenn es mir gelingt
Vorlage S. 377
42
Schau es an, dass es zerspringt.
Vorlage S. 377
43
Pilger! wenn ein Blumenstern
Vorlage S. 377
44
Dir ins Aug' blickt, er ist fern,
Vorlage S. 377
45
Himmelfern, in meinem Garten
Vorlage S. 377
46
Hat die Liebe dann geweht,
Vorlage S. 377
47
Und den Stern nach dir gedreht,
Vorlage S. 377
48
Du sollst auf die Ernde warten,
Vorlage S. 377
49
Herr, trag' ich nur einen Kern,
Vorlage S. 377
50
Find' ich Gnade vor dem Herrn.
Vorlage S. 377
51
Pilger! wenn vom Blütenzelt
Vorlage S. 377
52
Dir aufs Herz ein Blättchen fällt
Vorlage S. 377
53
Sollst du nicht, was mein begehren,
Vorlage S. 377
54
Denn dein Herz ist mein Altar,
Vorlage S. 377
55
Wo, so rein die Blüte war,
Vorlage S. 377
56
Sie mein Feuer will verzehren.
Vorlage S. 377
57
Herr, verzehr' die ganze Welt
Vorlage S. 377
58
Da, so dir mein Herz gefällt.
Vorlage S. 377
59
Pilger, wenn ein blühend Reis,
Vorlage S. 377
60
Kindisch froh um sich nicht weiß,
Vorlage S. 377
61
Und sich schwingend um dich schlinget
Vorlage S. 377
62
Denk, wie ist mein Heiland gut
Vorlage S. 377
63
Ruten schlugen ihn aufs Blut
Vorlage S. 377
64
Und zu mir er Blumen schwinget.
Vorlage S. 377
65
Herr die kühlen Blüten weiß
Vorlage S. 377
66
Nimm auf deine Wunden heiß.
Vorlage S. 377
67
Pilger, alles was da blüht,
Vorlage S. 377
68
Sich in Unschuld sehnt und glüht
Vorlage S. 377
69
Dichtet, betet, weint und lachet
Vorlage S. 377
70
Frommes Leid, unschuld'ge Lust,
Vorlage S. 377
71
Unbewusst in Kindesbrust,
Vorlage S. 377
72
Sei getreu von dir bewachet.
Vorlage S. 377
73
Herr! wird je dein Gast zu müd,
Vorlage S. 377
74
Töt' ihn, eh' er was versieht.
Vorlage S. 377
75
Herr, ach sage für und für,
Vorlage S. 378
76
Wie ich nur im Garten hier
Vorlage S. 378
77
Unter deinen Blumen gehe
Vorlage S. 378
78
Dass des Lebens reinster Born
Vorlage S. 378
79
Mir im Fuße heil' den Dorn,
Vorlage S. 378
80
Dass ich heil zum Heiland gehe.
Vorlage S. 378
81
Herr! dies sage mir und Ihr,
Vorlage S. 378
82
Sag ihr, denk, ich gab ihn dir.
Vorlage S. 378

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil du mir den Kranz geraubt, Der an dir mir wohlgefallen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Pilger wenn die Sehnsucht singt Und ein Kind die Ärmchen schwingt Fliegen möcht', ein Nestchen bauen Brüten in des Kalmus Rohr Schau du so zum Kreuz empor Dass ich dir ins Herz kann schauen.« B: »Und wenn ich ein Unkraut fände, Zwischen meiner Blumenzier, Nähm' ich Rechenschaft von dir, Darum falte deine Hände!« C: »Herr die kühlen Blüten weiß Nimm auf deine Wunden heiß.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Pilger, wenn ein blühend Reis, Kindisch froh um sich nicht weiß, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

9. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Als sie bei M.K. war, bat ich den Herrn er möge zu mir in dem […] ihrer Anmut in den er mich gesetzt also zu mir sprechen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

Am 17. Mai 1817

Clemens Brentano: Werke. Herausgegeben von Friedhelm Kemp, Band 1–4, München: Hanser, [1963–1968]. Brentano, Clemens 376- München

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.