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Gedicht - 3. Berlin - Chamisso, Adelbert von

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Originalwerk · Lesefassung

3. Berlin

Chamisso, Adelbert von

Du, meine liebe deutsche Heimat, hast, · 40 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Porträt von Chamisso, Adelbert von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Chamisso, Adelbert von · Robert Reinick (1831) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

3. Berlin

1
3
2
Berlin
3
Im Jahr 1831
4
Du, meine liebe deutsche Heimat, hast,
5
Warum ich bat, und mehr noch mir gegeben;
6
Du ließest freundlich dem gebeugten Gast
7
Die eigne traute Hütte sich erheben,
8
Und der bescheidne kleine Raum umfasst
9
Ein neuerwachtes heitres reiches Leben;
10
Ich habe nicht zu bitten, noch zu klagen,
11
Dir nur aus frommem Herzen Dank zu sagen. –
12
Du siehst mich zweifelnd halb und halb erschrocken
13
Mit feuchten Augen an, mein gutes Kind,
14
Lass nicht den Schein in Irrtum dich verlocken,
15
Es ist ja nur des Abends kühler Wind,
16
Des Mondes bleicher Schein auf meinen Locken,
17
Die fast wie Silber anzusehen sind;
18
Ein halbes Hundert mir entrauschter Jahre
19
Hat nicht mein Herz berührt, nur meine Haare.
20
Mit duft'gen üpp'gen Blumenkränzen musst,
21
Mit Rosen, du beschatten ihren Glanz;
22
Ich bin noch jung, noch stark, noch voller Lust,
23
Und windet um die Stirne sich der Kranz,
24
Und wieget sich mein Haupt an deiner Brust,
25
Und wird der Traum zur Wirklichkeit so ganz,
26
Erblühet zum Gesang mein heimlich Meinen,
27
Und alle meine Lieder sind die deinen.
28
Ja! Lieder, neue Lieder will ich singen;
29
Du, meine Muse, lauschest unverwandt,
30
Und wenn die Weisen dir zum Herzen dringen,
31
Drückst leise du belohnend mir die Hand;
32
Lass ungestraft um uns die Kinder springen,
33
Vielleicht dass sie der Geist der Lieder bannt,
34
Kein Zwang: es würden mich die armen dauern,
35
Sie dürfen nicht um unsre Freude trauern.
36
Und, liebes Kind, lass Tür und Fenster offen;
Vorlage S. 147
37
Erworben hab ich mir der Freunde viele,
Vorlage S. 147
38
Und habe derer manche schon getroffen,
Vorlage S. 147
39
Die Freude hatten an dem heitern Spiele;
Vorlage S. 147
40
Willkommen sei, wer lauschen will: mein Hoffen
Vorlage S. 147
41
Wär eben, dass es vielen wohlgefiele;
Vorlage S. 147
42
Wem aber unsre Lieder nicht gefallen,
Vorlage S. 147
43
Der stört uns nicht, der wird vorüber wallen.
Vorlage S. 147

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich habe nicht zu bitten, noch zu klagen, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Hat nicht mein Herz berührt, nur meine Haare.« B: »Du ließest freundlich dem gebeugten Gast Die eigne traute Hütte sich erheben, Und der bescheidne kleine Raum umfasst Ein neuerwachtes heitres reiches Leben;« C: »Vielleicht dass sie der Geist der Lieder bannt,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und, liebes Kind, lass …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Erworben hab ich mir der Freunde viele, Und habe derer …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

3. Berlin

Adalbert von Chamisso: Sämtliche Werke. Nach dem Text der Ausgaben letzter Hand und den Handschriften. Textredaktion: Jost Perfahl, Band 1–2, München: Winkler, [1975]. Chamisso, Adelbert von 147- München

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.