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Gebäudeautomation und Energiemanagement – Energieeinsparungen belastbar beurteilen

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Gebäudeautomation und Energiemanagement – Energieeinsparungen belastbar beurteilen

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Einleitung

Gebäudeautomation und Energiemanagement – Energieeinsparungen belastbar beurteilen

Zielgruppe: Ausbildung in Gebäudeautomation, Elektrotechnik, SHK und technischem Gebäudemanagement.

Dauer: ca. 90 Minuten, auch in einzelnen Lerneinheiten nutzbar.

Leitfrage: Ein Gebäude verbraucht 18,3 % weniger Heizenergie. Wie viel davon wurde tatsächlich durch eine bessere Regelung eingespart?

Du lernst, Energieverbrauch unter Berücksichtigung von Witterung, Nutzung und Vergleichsbasis zu beurteilen.

Dein Lernprodukt: ein kurzes, begründetes Energieeinspar-Prüfprotokoll.

Sicherer Übungsraum: Alle Fallwerte sind frei erfunden. Du arbeitest ausschließlich mit lokalen Simulationen oder ausdrücklich autorisierten Testumgebungen und fiktiven Daten. Kein Zugriff auf fremde Netzwerke, Produktivanlagen, Zugangsdaten oder Kundendaten. Keine ungefragten Datenübertragungen und keine Änderungen an realen Regelungen.

Symbolische Übersicht über Gebäudeautomation und Smart Buildings, kein realer Schaltplan.


Lerneinheit 1: Wie funktioniert Gebäudeautomation?

Zeit: 8 Minuten

Gebäudeautomation verbindet Messung, Regelung und Überwachung.

Ebene Beispiel Aufgabe
Feldebene Temperaturfühler, Wärmezähler, Stellventil Messen und stellen
Automationsebene DDC-Regler Soll- und Istwerte verarbeiten
Managementebene Gebäudeleittechnik Betriebsdaten visualisieren und auswerten

Vereinfachtes Anlagenschema:

Messung Verarbeitung Wirkung
Außenfühler und Raumfühler → DDC-Regler → Stellventil, Heizkreis, Raumtemperatur
CO2-Sensor → Lüftungsregelung → Ventilator und Luftvolumenstrom
Wärmemengenzähler → Energiemonitoring → Verbrauchsanzeige und Auswertung

Didaktisches Funktionsschema, keine Verdrahtungs- oder Inbetriebnahmeanleitung.

Beispiel eines realen Lüftungsgeräts mit Luftführung, Ventilator, Filter und Wärmetauscher.

Video: Grundlagen der Gebäudeautomation und Feldbussysteme.

Basisauftrag: Ordne Sensor, Regler und Stellventil den richtigen Aufgaben zu.

Feedback: Der Sensor erfasst den Zustand, der Regler entscheidet anhand der Regelstrategie und der Aktor verändert die Anlage. Ein Messwert allein spart keine Energie.


Lerneinheit 2: Die Witterung verändert den Energieverbrauch

Zeit: 8 Minuten

Bei niedriger Außentemperatur steigt normalerweise der Heizwärmebedarf. Eine Heizkurve passt die Vorlauftemperatur an.

Außentemperaturgeführte Heizkurve: Entdecke den Zusammenhang zwischen Außen- und Vorlauftemperatur.

Für den Vergleich von Heizperioden werden unter anderem Gradtagzahlen verwendet. Sie beschreiben die temperaturbedingte Heizbeanspruchung eines Zeitraums in Kelvin-Tagen (Kd).

Merksatz: Weniger Heizenergie bei milderem Wetter ist noch kein Beweis für eine effizientere Regelung.

Video: Heizgradtage verstehen. Das Video verwendet österreichische Normbezüge; für deutsche Auswertungen müssen Verfahren und Bezugsbedingungen konsistent gewählt werden.

Mini-Auftrag: Vergleiche zwei gleich lange Zeiträume mit 1.000 Kd und 800 Kd.

Feedback: Der zweite Zeitraum hat eine geringere witterungsbedingte Heizbeanspruchung. Der Energieverbrauch muss deshalb vor einer Effizienzaussage auf vergleichbare Bedingungen bezogen werden.


Lerneinheit 3: Nutzung und Vergleichsbasis

Zeit: 8 Minuten

Eine Baseline ist die dokumentierte energetische Vergleichsbasis vor einer Maßnahme.

Vergleichbar sind Zeiträume nur, wenn wesentliche Unterschiede berücksichtigt werden.

Einfluss Beispiel
Witterung Außentemperatur und Gradtagzahl
Nutzung Betriebsstunden und Belegung
Gebäudezustand Fläche und Dämmung
Technik Heizungsanlage und Reglereinstellungen
Messgrenze Welche Verbraucher werden erfasst?

Konzeptdarstellung einer Gebäudeenergiesimulation: Gebäude, Wetter, Nutzung und Anlagentechnik wirken zusammen.

Vereinfachtes Gebäudemodell:

Gebäudezone Beheizte Fläche Besonderheit
Büros 600 m² Zeitprogramm
Schulungsräume 250 m² Wechselnde Belegung
Flure 150 m² Grundtemperierung
Gesamt 1.000 m² Ein gemeinsamer Heizwärmezähler

Anwendungsauftrag: Was verändert sich, wenn Schulungsräume jeden Tag länger genutzt werden?

Feedback: Längere Nutzung kann Heizenergiebedarf und Lüftungsbedarf erhöhen. Eine belastbare Bewertung berücksichtigt solche Betriebsänderungen.


Lerneinheit 4: Ausbildungsfall – Sind 18,3 % wirklich eingespart?

Zeit: 15 Minuten

Ein Ausbildungsbetrieb testet an einem fiktiven Schulungsgebäude eine optimierte Heizungsregelung. Zwei gleich lange Heizperioden werden verglichen.

Alle Daten wurden ausschließlich für diesen Kurs konstruiert.

Messgröße Vorher Nachher
Heizwärme am Wärmezähler 24.000 kWh 19.600 kWh
Gradtagzahl im Zeitraum 1.000 Kd 800 Kd
Nutzungsstunden 1.000 h 1.100 h
Beheizte Fläche 1.000 m² 1.000 m²
Betrachtungszeitraum 120 Tage 120 Tage
CO2 während Schulungen typischerweise 900 ppm häufig 1.600 ppm

Zusätzliche Modellannahmen:

Von den 24.000 kWh vor der Maßnahme werden 16.000 kWh als witterungsabhängig und 8.000 kWh als hier näherungsweise konstant angenommen. Jede zusätzliche Nutzungsstunde wird im Übungsmodell mit 2 kWh Heizwärme angesetzt.

Diese Aufteilung und der Stundenfaktor sind fiktive Annahmen, keine allgemeinen Erfahrungswerte oder nachgewiesenen Gebäudekennzahlen.

Beispiel einer elektrischen Haushaltslastkurve zur Übung der Kurveninterpretation. Sie zeigt nicht den Heizwärmeverbrauch des Ausbildungsgebäudes.


Rechenauftrag

Berechne zuerst die rohe Verbrauchsdifferenz. Ermittle danach die rechnerische Vergleichsbasis für die Witterung und Nutzung des zweiten Zeitraums. Beurteile zuletzt, ob ein belastbarer Einsparnachweis vorliegt.

Gestufte Hilfen – erst bei Bedarf öffnen:

Hilfe 1 – Einstieg
Der geringere Verbrauch kann sowohl durch die Regelungsänderung als auch durch die mildere Witterung verursacht werden. Vergleiche zunächst die beiden Gradtagzahlen.
Hilfe 2 – Rechenweg
Passe nur den witterungsabhängigen Anteil an: 16.000 kWh mal 800 geteilt durch 1.000. Den konstant angesetzten Anteil addierst Du unverändert.
Hilfe 3 – Nutzungsänderung
Die Nutzungszeit steigt um 100 Stunden. Multipliziere die zusätzlichen Stunden mit dem angenommenen Mehrverbrauch von 2 kWh pro Stunde. Addiere diesen Betrag zum wetterangepassten Referenzverbrauch.
Musterlösung und begründetes Feedback
Rohe Differenz: 24.000 − 19.600 = 4.400 kWh, entsprechend 18,3 %.
Wetterangepasster Referenzverbrauch: 16.000 × 0,8 + 8.000 = 20.800 kWh.
Nutzungszuschlag: 100 × 2 = 200 kWh.
Angepasste Baseline: 20.800 + 200 = 21.000 kWh.
Rechnerische Einsparung: 21.000 − 19.600 = 1.400 kWh, entsprechend rund 6,7 % der angepassten Baseline.
Bewertung: 6,7 % sind eine modellabhängige Schätzung, noch kein belastbar nachgewiesener Einsparerfolg. Dafür fehlen unter anderem eine geprüfte Modellgüte, Messunsicherheit, ausreichende Vergleichsdaten und eine Klärung der verschlechterten Raumluftwerte.

Wichtig: Dieses einfache additive Modell ist nur eine Lernhilfe. In der Praxis müssen Wetterabhängigkeit, Nutzungsfaktoren, Messqualität, Modellgüte und Unsicherheit anhand geeigneter Daten überprüft werden.


Lerneinheit 5: Energie sparen – aber nicht auf Kosten der Hygiene

Zeit: 8 Minuten

Eine bedarfsgerechte Lüftung kann unnötigen Betrieb vermeiden. Die erforderliche Raumluftqualität muss trotzdem sichergestellt bleiben.

Schematische Übersicht unterschiedlicher Lüftungsarten.

Beispiel eines CO2-Messgeräts zur Beobachtung der Raumluftqualität.

Das Umweltbundesamt stuft CO2-Werte bis 1.000 ppm als hygienisch unbedenklich, Werte zwischen 1.000 und 2.000 ppm als hygienisch auffällig und Werte oberhalb 2.000 ppm als hygienisch inakzeptabel ein. Dies sind hygienische Orientierungswerte, keine allgemeingültigen technischen Schaltgrenzen.

Interaktiver Hygienefall:

Im Ausbildungsmodell treten während Schulungen häufig 1.600 ppm auf. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch.

Entscheide: Kannst Du die Betriebsoptimierung uneingeschränkt als Erfolg freigeben?

Begründetes Feedback: Nein. Die rechnerische Energieeinsparung ist allein kein ausreichendes Qualitätskriterium. Belegung, Außenluftvolumenstrom, Sensorplausibilität und Raumluftqualität müssen überprüft werden. Sicherheits- und Hygieneanforderungen haben Vorrang.


Lerneinheit 6: Diagnose und belastbarer Nachweis

Zeit: 8 Minuten

Ein Energiemonitoring muss die tatsächliche Wirkung einer Maßnahme nachvollziehbar machen.

Schematisches Auditprinzip zur systematischen Bewertung der Gebäudeautomation.

Prüfkette:

Schritt Kontrollfrage
Messgrenze Wird in beiden Zeiträumen dieselbe Energiemenge erfasst?
Datenqualität Sind Zählerstände vollständig und plausibel?
Vergleichsbasis Sind Wetter und Nutzung berücksichtigt?
Unsicherheit Wie genau sind Messung und Berechnungsmodell?
Nebenwirkungen Bleiben Luftqualität, Komfort und Betriebssicherheit erhalten?
Dokumentation Ist das Ergebnis reproduzierbar und fachlich begründet?

Video: Beispiel eines industriellen Energiemanagementsystems. Unterscheide Herstellerdarstellung und messtechnisch überprüften Einsparnachweis.

Diagnoseauftrag: Ein Wärmezähler liefert an drei Tagen keine Werte. Darf die Einsparung trotzdem ohne Einschränkung veröffentlicht werden?

Feedback: Nein. Fehlende Werte müssen gekennzeichnet, ihre Ursachen untersucht und zulässige Ersatzwertverfahren samt Unsicherheit dokumentiert werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Basisfragen

1. Welche Ebene umfasst Sensoren und Aktoren? (Feldebene) (!Managementebene) (!Buchhaltungsebene) (!Planungsebene)




Feedback: Sensoren und Aktoren erfassen und verändern physikalische Größen direkt an der Anlage.

2. Welches Gerät misst die abgegebene Heizwärmeenergie? (Wärmemengenzähler) (!Raumthermostat) (!Bewegungsmelder) (!Außenfühler)




Feedback: Der Wärmemengenzähler erfasst Wärmeenergie im zugehörigen Messbereich; der Raumthermostat erfasst beziehungsweise regelt Temperaturen.

3. Was bedeutet Baseline im Energiemanagement? (Dokumentierte energetische Vergleichsbasis) (!Maximale Heizleistung) (!Aktuelle Stromrechnung) (!Gewünschte Raumtemperatur)




Feedback: Ohne definierte Vergleichsbasis kann die Wirkung einer Optimierungsmaßnahme nicht zuverlässig beurteilt werden.

4. Warum ist ein einfacher Vorher-Nachher-Vergleich oft unzureichend? (Wetter und Nutzung können sich verändern) (!Wärmezähler sind grundsätzlich unbrauchbar) (!Jede Regelung spart gleich viel Energie) (!Temperaturen haben keinen Einfluss)




Feedback: Veränderungen der Randbedingungen können die gemessene Energiedifferenz mitverursachen.

Anwendungsfragen zum Ausbildungsfall

5. Wie hoch ist der wetterangepasste Referenzverbrauch vor der Nutzungsanpassung? (20800 kWh) (!24000 kWh) (!19600 kWh) (!16000 kWh)




Feedback: 16.000 kWh × 0,8 plus 8.000 kWh ergeben 20.800 kWh.

6. Welchen Nutzungszuschlag ergibt das vereinfachte Modell? (200 kWh) (!100 kWh) (!2000 kWh) (!8000 kWh)




Feedback: 100 zusätzliche Betriebsstunden mit jeweils 2 kWh ergeben 200 kWh.

7. Wie hoch ist die rechnerisch angepasste Energieeinsparung? (1400 kWh) (!4400 kWh) (!3200 kWh) (!24000 kWh)




Feedback: Von der angepassten Baseline mit 21.000 kWh werden 19.600 kWh gemessener Verbrauch abgezogen.

8. Wie hoch ist die bereinigte Einsparquote ungefähr? (Etwa sieben Prozent) (!Etwa achtzehn Prozent) (!Etwa dreißig Prozent) (!Etwa fünfzig Prozent)




Feedback: 1.400 geteilt durch 21.000 ergibt etwa 6,7 Prozent. Das bleibt eine Schätzung unter Modellannahmen.

Transfer- und Diagnosefragen

9. Während der Nutzung werden häufig 1600 ppm CO2 gemessen. Was ist fachlich sinnvoll? (Luftqualität und Lüftungsbetrieb überprüfen) (!Lüftung dauerhaft abschalten) (!Messwert ohne Prüfung ignorieren) (!Außenluftzufuhr weiter reduzieren)




Feedback: Der Wert liegt im hygienisch auffälligen Bereich nach UBA. Energieeinsparungen dürfen eine angemessene Raumluftqualität nicht gefährden.

10. Welche Reaktion ist bei einer ungeklärten Messlücke richtig? (Daten prüfen und Unsicherheit dokumentieren) (!Fehlende Werte heimlich ersetzen) (!Den geringsten Verbrauch übernehmen) (!Einen sicheren Einsparerfolg behaupten)




Feedback: Transparente Datenaufbereitung ist Voraussetzung für nachvollziehbare Einsparnachweise.


Memory

Finde die sechs zusammengehörigen Paare.

Außentemperaturfühler Witterungsinformation
Wärmemengenzähler Heizenergieerfassung
DDC-Regler Automatische Regelung
Baseline Energetische Vergleichsbasis
CO2-Sensor Raumluftüberwachung
Belegungszeit Nutzungsabhängiger Einfluss





Drag and Drop

Ordne die technischen Begriffe ihrer Funktion zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Außenfühler Erfassung der Witterungsbedingungen
Wärmezähler Erfassung der Wärmeenergie
Stellventil Beeinflussung des Heizwasserdurchflusses
Zeitprogramm Festlegung geplanter Betriebszeiten
Referenzmodell Berechnung des erwarteten Verbrauchs ohne Maßnahme
CO2-Messung Überprüfung eines Raumluftqualitätsindikators




Feedback: Messgeräte liefern Eingangsdaten. Regelfunktionen und Stellglieder beeinflussen den Betrieb. Das Referenzmodell macht den Energievergleich nachvollziehbar.


Kreuzworträtsel

Sensor Welches Bauteil erfasst eine physikalische Messgröße?
Baseline Wie heißt die energetische Vergleichsbasis?
Gradtagzahl Welche Kenngröße unterstützt die Witterungsbereinigung?
Stellventil Welches Bauteil verändert den Durchfluss im Heizkreis?
Raumluft Was muss beim energiesparenden Lüftungsbetrieb hygienisch beurteilt werden?
Diagnose Wie nennt man die systematische Untersuchung einer technischen Auffälligkeit?





LearningApps

Weitere Zuordnungsaufgaben und Übungen zum Kursthema:


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die dokumentierte energetische Vergleichsbasis heißt

.
Der Einfluss des Wetters kann mit

berücksichtigt werden.
Ein Wärmemengenzähler erfasst die abgegebene

.
Der Außenfühler liefert Informationen über die

.
Ein DDC-Regler verarbeitet die Werte der angeschlossenen

.
Ein Heizkreisventil gehört zu den

.
Die Betriebsstunden beschreiben einen Teil der

.
Vorher und nachher muss dieselbe

gelten.
Die angepasste Baseline im Ausbildungsfall beträgt

kWh.
Die rechnerisch geschätzte Einsparung beträgt

kWh.
Ein CO2-Wert von 1600 ppm ist nach der verwendeten UBA-Einordnung hygienisch

.
Unvollständige Messdaten erfordern eine dokumentierte

.
Die Übungsdaten sind vollständig

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben ausschließlich mit den bereitgestellten fiktiven Daten oder in freigegebenen lokalen Testumgebungen.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Anlagenskizze: Zeichne die Mess- und Regelkette eines Heizkreises mit Sensor, Regler und Ventil. Feedback: Alle drei Funktionen müssen erkennbar sein, weil Messung, Entscheidung und Wirkung getrennte Aufgaben sind.
  2. Grafik erklären: Beschrifte die Achsen der Heizkurve und erkläre ihren Verlauf. Feedback: Sinkende Außentemperaturen führen in der dargestellten Regelstrategie zu höheren Vorlauftemperaturen.
  3. Kennzahlen: Berechne die rohe Verbrauchsdifferenz des Ausbildungsfalls. Feedback: Richtig sind 4.400 kWh beziehungsweise rund 18,3 Prozent; das ist noch kein bereinigter Nachweis.
  4. Messstellenplan: Markiere im fiktiven Gebäudemodell die Wärmemessung und zwei weitere geeignete Messstellen. Feedback: Die Messstellen müssen zu den untersuchten Einflussgrößen passen.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Wetterkorrektur: Ermittle den wetterangepassten Referenzverbrauch ohne Nutzungszuschlag. Feedback: 20.800 kWh sind richtig, weil nur der witterungsabhängige Anteil skaliert wird.
  2. Nutzungsmodell: Berechne den zusätzlichen Energiebedarf durch längere Nutzung. Feedback: 200 kWh folgen aus dem ausdrücklich angenommenen Stundenfaktor.
  3. Prüfdiagramm: Erstelle ein Balkendiagramm aus Rohverbrauch und angepasster Baseline. Feedback: Die 21.000 kWh müssen als modellierte Referenz klar von den gemessenen 19.600 kWh unterschieden werden.
  4. Hygienebericht: Bewerte die erhöhten CO2-Werte und formuliere zwei sichere Diagnoseschritte. Feedback: Plausibilitätsprüfung und Kontrolle der Lüftungsbedingungen sind begründet; unkontrolliertes Absenken der Außenluft ist es nicht.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Szenarienvergleich: Prüfe, wie sich das Ergebnis verändert, wenn der angenommene Nutzungszuschlag nur halb so groß ist. Feedback: Bei 100 kWh Zuschlag ergibt sich eine angepasste Baseline von 20.900 kWh und eine Einsparschätzung von 1.300 kWh; das zeigt die Modellabhängigkeit.
  2. Zonenmodell: Entwickle ein einfaches Modell mit getrennten Betriebszeiten für Büro und Schulungsräume. Feedback: Eine Aufteilung ist nur dann besser, wenn passende Messdaten die zusätzlichen Annahmen stützen.
  3. Diagnosefall: Erstelle ein Ablaufdiagramm für einen Zählerausfall und die anschließende Datenauswertung. Feedback: Fehlende Messwerte, Ursachen, Ersatzwertentscheidung und Unsicherheit müssen dokumentiert sein.
  4. Entscheidungsvorlage: Verfasse eine begründete Empfehlung, ob die Heizungsoptimierung als Erfolg gemeldet werden darf. Feedback: Eine gute Bewertung nennt die 6,7-Prozent-Schätzung, die ungesicherte Modellgüte sowie den offenen Hygiene- und Datenqualitätsnachweis.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die fünf Prüfaufträge mit eigenen Begründungen.

  1. Ursache und Wirkung: Erläutere, warum die gemessenen 18,3 Prozent Verbrauchsrückgang nicht automatisch als Regelungseinsparung gelten.
  2. Modellkritik: Nenne mindestens drei Annahmen des Ausbildungsfalls, deren Unsicherheit das berechnete Ergebnis verändern kann.
  3. Übertragung: Entwickle einen fairen Vergleich für ein Gebäude, dessen Öffnungszeiten gegenüber dem Vorjahr deutlich verlängert wurden.
  4. Zielkonflikt: Beschreibe, wie eine Lüftungsoptimierung Energie sparen und zugleich hygienisch problematisch werden könnte. Begründe geeignete Kontrollmaßnahmen.
  5. Nachweisplanung: Entwirf einen überprüfbaren Messplan mit Messgrenze, Messzeitraum, Referenzmodell, Datenprüfung, Unsicherheit und Abnahmekriterien.

Bewertungshinweis: Entscheidend sind nachvollziehbare Ursache-Wirkungs-Beziehungen, plausible Annahmen, korrekte Einheiten und eine begründete Entscheidung. Eine bloße Prozentzahl genügt nicht.




Lernnachweis

Erstelle ein einseitiges Energieeinspar-Prüfprotokoll.

Bestandteil Nachweiskriterium
Messaufgabe Technische Maßnahme und Messgrenze eindeutig beschrieben
Datenbasis Vorher- und Nachherwerte mit Einheiten und Zeiträumen dokumentiert
Bereinigung Wetter und Nutzungsänderung nachvollziehbar berücksichtigt
Berechnung 21.000 kWh Referenz und 1.400 kWh modellierte Differenz richtig ermittelt
Ergebnisbewertung 6,7 Prozent ausdrücklich als vorläufige Schätzung gekennzeichnet
Qualitätssicherung Messlücken, Modellgüte und Unsicherheiten angesprochen
Hygiene Auffällige CO2-Werte erkannt und weitere Prüfung vorgeschlagen
Sicherheit Nur fiktive Daten; keine Verbindung zu fremden oder produktiven Anlagen

Mögliche Bewertung: Basis 40 %, Anwendung 35 %, Transfer und begründete Bewertung 25 %.

Erfolgreicher Lernnachweis: Du kannst nicht nur rechnen, sondern erläutern, unter welchen Bedingungen eine Einsparung tatsächlich belastbar nachgewiesen wäre.




OERs zum Thema

Wikipedia – Gebäudeautomation:

Weitere Themen: Energiemanagement, Witterungsbereinigung, Heizgradzahl, Gebäudeleittechnik, Raumlufttechnik.


Fachliche Quellen

  1. ISO 50006:2023: Energiekennzahlen und energetische Vergleichsbasen.
  2. ISO 50015:2014: Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung, 2025 bestätigt.
  3. DIN EN ISO 52120-1:2025-02: Beitrag der Gebäudeautomation zur Energieeffizienz.
  4. Institut Wohnen und Umwelt: Gradtagzahlen und Instrumente zur energetischen Gebäudebewertung.
  5. Umweltbundesamt: Raumluftqualität und CO2-Orientierungswerte.
  6. Wikipedia – Witterungsbereinigung: Grundbegriffe und Rechenansätze.

Die Normen sind Fachreferenzen und werden hier nicht vollständig wiedergegeben. Die Rechenannahmen und Verbrauchsdaten des Ausbildungsfalls sind eigens erstelltes, fiktives Übungsmaterial.


Medienrechte und Quellenprüfung

Wikimedia Commons – überprüfte Dateiseiten:

Datei und Quellenlink Urheber Lizenz
Gebäudeautomation im Kontext von Smart Buildings.jpg ChatGPT, KI-generierte Darstellung CC0
Air handling unit.JPG P199 Gemeinfrei
Heizkurve.png iggy-x CC BY-SA 3.0
BuildingEnergySimulationConcept.png Anaijazi CC BY-SA 4.0
Lastkurve.svg Trackler CC BY-SA 3.0
Lüftungsarten wpl.svg BentaxGermany CC BY-SA 3.0
CO2Mini monitor TFA Dostmann.jpg Morn CC BY-SA 4.0
eu.bac System Audit Principle MLRGA CC BY-SA 3.0

Lizenzbedingungen: Bei einer Weiterverwendung der CC-BY-SA-Medien sind Namensnennung, Lizenzlink, Änderungsvermerk und gegebenenfalls Weitergabe unter kompatibler Lizenz zu beachten. Die verlinkten Commons-Dateiseiten enthalten die jeweiligen Rechteinformationen. Die Abbildungen sind hier unverändert eingebunden.

YouTube-Medien:

  1. Gebäudeautomation und Feldbussysteme
  2. Heizgradtage erklärt
  3. Energiemanagement mit SIMATIC

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