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Flüssigkeiten und ihre Eigenschaften - Chemie

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Flüssigkeiten und ihre Eigenschaften - Chemie




Einleitung

Flüssigkeiten begegnen Dir überall: als Wasser, Speiseöl, Saft, Benzin oder flüssiges Metall. Sie besitzen ein bestimmtes Volumen, aber keine feste Form. Deshalb passen sie sich ihrem Gefäß an. Viele typische Beobachtungen lassen sich mit dem Teilchenmodell und mit zwischenmolekularen Kräften erklären.

In diesem aiMOOC lernst Du wichtige Eigenschaften von Flüssigkeiten kennen: Dichte, Viskosität, Oberflächenspannung, Kapillarität, Löslichkeit, Dampfdruck und das Verhalten beim Erwärmen. Du übst außerdem, Flüssigkeitsvolumen richtig abzulesen und einfache Versuche sicher auszuwerten.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du Flüssigkeiten im Teilchenmodell beschreiben, wichtige Stoffeigenschaften unterscheiden und Beobachtungen aus Experimenten begründen. Du kannst die Dichte mit ρ=mV berechnen, den Meniskus richtig ablesen und erklären, warum Temperatur, Teilchenanziehung und Druck das Verhalten von Flüssigkeiten beeinflussen.


Flüssigkeiten im Teilchenmodell

Im flüssigen Zustand liegen die Teilchen dicht beieinander. Sie sind jedoch nicht regelmäßig an feste Plätze gebunden, sondern können aneinander vorbeigleiten. Deshalb ist eine Flüssigkeit beweglich und nimmt die Form ihres Gefäßes an. Weil zwischen den Teilchen nur wenig leerer Raum vorhanden ist, lassen sich Flüssigkeiten kaum zusammendrücken.

Die Teilchen bewegen sich ständig. Mit steigender Temperatur wird ihre mittlere Bewegung stärker. Dadurch ändern sich häufig die Dichte und die Viskosität. Bei genügend hoher Temperatur können Teilchen die Flüssigkeit verlassen und in den gasförmigen Zustand übergehen.


Wichtige Eigenschaften im Überblick

Eigenschaft Bedeutung Beobachtung
Dichte Masse pro Volumen Öl kann auf Wasser schwimmen, wenn seine Dichte geringer ist.
Viskosität Widerstand gegen das Fließen Honig fließt langsamer als Wasser.
Oberflächenspannung Zusammenhalt an der Oberfläche Wassertropfen werden annähernd kugelförmig.
Kapillarität Bewegung in engen Röhren oder Poren Wasser steigt in Papier oder Pflanzengefäßen auf.
Löslichkeit Fähigkeit, einen Stoff aufzunehmen Kochsalz löst sich in Wasser, Speiseöl nicht.
Dampfdruck Druck des Dampfes über einer Flüssigkeit Der Dampfdruck steigt beim Erwärmen.


Dichte

Die Dichte gibt an, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen enthalten ist:

ρ=mV

Dabei steht ρ für die Dichte, m für die Masse und V für das Volumen. Eine häufige Einheit ist g/cm3. Für Flüssigkeiten gilt außerdem: 1mL=1cm3.

Die Dichte ist eine Stoffeigenschaft. Sie hängt von der Temperatur ab. Bei den meisten Flüssigkeiten nimmt die Dichte beim Erwärmen ab, weil sich das Volumen vergrößert. Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Dichte können Schichten bilden, wenn sie sich nicht miteinander mischen.


Beispielrechnung zur Dichte

Eine Flüssigkeitsprobe besitzt die Masse m=40g und das Volumen V=50mL.

ρ=40g50mL=0,8g/mL

Die Dichte der Probe beträgt also 0,8g/mL.


Viskosität

Die Viskosität beschreibt, wie stark eine Flüssigkeit dem Fließen widersteht. Eine Flüssigkeit mit hoher Viskosität ist zähflüssig, eine Flüssigkeit mit niedriger Viskosität ist dünnflüssig. Honig besitzt bei Raumtemperatur eine höhere Viskosität als Wasser.

Bei den meisten Flüssigkeiten sinkt die Viskosität beim Erwärmen. Die Teilchen können dann leichter aneinander vorbeigleiten. Deshalb fließt warmer Honig meist schneller als kalter Honig.


Kohäsion, Adhäsion und Oberflächenspannung

Kohäsion ist die Anziehung zwischen Teilchen derselben Stoffart. Adhäsion ist die Anziehung zwischen Teilchen verschiedener Stoffe, zum Beispiel zwischen Wasser und Glas.

Teilchen im Inneren einer Flüssigkeit werden von vielen Seiten angezogen. An der Oberfläche fehlen Nachbarteilchen nach oben. Dadurch entsteht eine resultierende Kraft nach innen. Die Oberfläche versucht, möglichst klein zu werden. Dieses Verhalten heißt Oberflächenspannung.

Wasser besitzt wegen der starken Anziehung zwischen seinen Molekülen eine vergleichsweise hohe Oberflächenspannung. Deshalb können sich Tropfen bilden und eine vorsichtig aufgelegte Büroklammer kann auf der Wasseroberfläche liegen. Spülmittel verringert die Oberflächenspannung deutlich.


Kapillarität und Benetzung

In sehr engen Röhren und Poren können Flüssigkeiten entgegen der Schwerkraft steigen oder absinken. Dieses Phänomen heißt Kapillarität. Es entsteht durch das Zusammenspiel von Adhäsion, Kohäsion und Oberflächenspannung.

Haftet Wasser stärker am Glas als es sich selbst zusammenhält, steigt es an der Glaswand etwas hoch. Ein nach innen gewölbter Meniskus entsteht. Kapillarität ist auch beim Aufsaugen von Wasser durch Papier und beim Wassertransport in Pflanzen wichtig.


Mischbarkeit und Löslichkeit

Ob sich zwei Flüssigkeiten mischen, hängt vor allem von ihrer Teilchenstruktur und den zwischenmolekularen Kräften ab. Wasser ist polar, viele Öle sind unpolar. Deshalb bilden Wasser und Speiseöl getrennte Phasen.

Die Faustregel Ähnliches löst sich in Ähnlichem hilft bei vielen Beispielen: Polare Stoffe lösen sich häufig gut in polaren Flüssigkeiten, unpolare Stoffe häufig gut in unpolaren Flüssigkeiten. Diese Regel ist nützlich, aber nicht in jedem Fall ausreichend.

Lösungen sind homogene Gemische. Bei nicht mischbaren Flüssigkeiten entsteht ein heterogenes Gemisch mit erkennbaren Phasen. Durch Schütteln kann vorübergehend eine Emulsion entstehen. Ein Emulgator kann eine Emulsion stabilisieren.


Verdunstung, Dampfdruck und Sieden

Bei der Verdunstung verlassen einzelne energiereiche Teilchen die Oberfläche einer Flüssigkeit. Verdunstung findet auch unterhalb der Siedetemperatur statt und kühlt die verbleibende Flüssigkeit ab.

In einem geschlossenen Gefäß stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Verdunstung und Kondensation ein. Der dabei entstehende Dampfdruck steigt mit der Temperatur. Eine Flüssigkeit siedet, wenn ihr Dampfdruck den äußeren Druck erreicht. Deshalb hängt die Siedetemperatur vom Luftdruck ab.


Druck in Flüssigkeiten

In einer ruhenden Flüssigkeit nimmt der Druck mit der Tiefe zu. Vereinfacht gilt:

p=ρgh

Dabei ist p der hydrostatische Druck, ρ die Dichte, g die Fallbeschleunigung und h die Tiefe. Druck wird in Flüssigkeiten in alle Richtungen übertragen. Diese Eigenschaft wird zum Beispiel in hydraulischen Anlagen genutzt.


Volumen richtig messen

Das Volumen einer Flüssigkeit wird häufig mit einem Messzylinder, einer Pipette oder einer Bürette bestimmt. Stelle das Gefäß senkrecht auf eine ebene Fläche und lies in Augenhöhe ab. Bei Wasser in Glas wird am tiefsten Punkt des nach innen gewölbten Meniskus abgelesen. Ein Blick von oben oder unten verursacht einen Ablesefehler.


Sicher experimentieren

Trage bei chemischen Versuchen eine Schutzbrille, binde lange Haare zurück und beachte die Anweisungen der Lehrkraft. Probiere Chemikalien niemals und rieche nicht direkt an unbekannten Stoffen. Verwende für eigene Haushaltsversuche nur ausdrücklich geeignete Stoffe und beschrifte alle Gefäße eindeutig. Quecksilber und andere gefährliche Flüssigkeiten gehören nicht in Schülerexperimente.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt eine Flüssigkeit am besten? (Sie besitzt ein bestimmtes Volumen und nimmt die Form des Gefäßes an.) (!Sie besitzt immer eine feste Form.) (!Sie lässt sich beliebig stark zusammendrücken.) (!Ihre Teilchen haben feste Gitterplätze.)




Wie sind die Teilchen in einer Flüssigkeit angeordnet? (Sie liegen dicht beieinander und können aneinander vorbeigleiten.) (!Sie liegen weit voneinander entfernt und bewegen sich nicht.) (!Sie sind regelmäßig an feste Plätze gebunden.) (!Sie besitzen keine Bewegung.)




Wie wird die Dichte berechnet? (Masse geteilt durch Volumen) (!Volumen geteilt durch Masse) (!Masse mal Temperatur) (!Druck geteilt durch Höhe)




Was beschreibt die Viskosität? (Den Widerstand einer Flüssigkeit gegen das Fließen) (!Die Farbe einer Flüssigkeit) (!Die elektrische Ladung eines Gefäßes) (!Die Menge des gelösten Salzes)




Wie verändert sich die Viskosität der meisten Flüssigkeiten beim Erwärmen? (Sie nimmt ab.) (!Sie nimmt immer stark zu.) (!Sie bleibt bei allen Stoffen unverändert.) (!Sie wird gleich der Dichte.)




Was ist Kohäsion? (Die Anziehung zwischen Teilchen derselben Stoffart) (!Die Anziehung zwischen einer Flüssigkeit und jedem Magneten) (!Das Sieden einer Flüssigkeit) (!Das Messen eines Volumens)




Wodurch entstehen annähernd kugelförmige Wassertropfen? (Durch die Oberflächenspannung) (!Durch die elektrische Leitfähigkeit) (!Durch einen festen Kristallaufbau) (!Durch vollständige Kompressibilität)




Welche Erscheinung lässt Wasser in engen Papierporen aufsteigen? (Kapillarität) (!Kristallisation) (!Verbrennung) (!Elektrolyse)




Wie liest Du Wasser in einem Messzylinder richtig ab? (In Augenhöhe am tiefsten Punkt des Meniskus) (!Von oben am höchsten Punkt des Gefäßes) (!Von unten an der Gefäßkante) (!An einer beliebigen Stelle der Flüssigkeit)




Wann beginnt eine Flüssigkeit zu sieden? (Wenn ihr Dampfdruck den äußeren Druck erreicht) (!Wenn ihre Dichte null wird) (!Wenn alle Teilchen stillstehen) (!Wenn ihre Oberfläche vollständig verschwindet)





Memory

Dichte Masse pro Volumen
Viskosität Widerstand gegen das Fließen
Kohäsion Anziehung gleicher Teilchen
Adhäsion Anziehung verschiedener Stoffe
Oberflächenspannung Zusammenhalt der Flüssigkeitsoberfläche
Kapillarität Bewegung in engen Röhren und Poren
Meniskus Gekrümmte Flüssigkeitsoberfläche
Verdunstung Teilchenübergang an der Oberfläche





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Honig fließt langsam Hohe Viskosität
Öl schwimmt auf Wasser Geringere Dichte
Eine Büroklammer liegt auf Wasser Oberflächenspannung
Papier saugt Wasser auf Kapillarität
Wasser haftet an einer Glaswand Adhäsion
Wassertropfen ziehen sich zusammen Kohäsion
Wasser verschwindet aus einer offenen Schale Verdunstung






Kreuzworträtsel

Dichte Welche Stoffeigenschaft ist Masse pro Volumen?
Meniskus Wie heißt die gekrümmte Oberfläche einer Flüssigkeit im Messgefäß?
Kohäsion Wie heißt die Anziehung zwischen Teilchen derselben Stoffart?
Adhäsion Wie heißt die Anziehung zwischen einer Flüssigkeit und einer festen Oberfläche?
Viskosität Welche Eigenschaft beschreibt die Zähflüssigkeit?
Kapillare Wie heißt eine sehr enge Röhre, in der Flüssigkeit aufsteigen kann?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Flüssigkeit besitzt ein bestimmtes

und nimmt die Form ihres Gefäßes an.
Im Teilchenmodell liegen die Teilchen dicht beieinander und können aneinander

.
Die Dichte ist der Quotient aus Masse und

.
Der Widerstand gegen das Fließen heißt

.
Beim Erwärmen nimmt die Viskosität der meisten Flüssigkeiten

.
Die Anziehung zwischen gleichen Teilchen heißt

.
Die Anziehung zwischen einer Flüssigkeit und einer anderen Oberfläche heißt

.
Der Zusammenhalt an der Flüssigkeitsoberfläche wird als

bezeichnet.
Das Aufsteigen einer Flüssigkeit in engen Poren heißt

.
Bei der Verdunstung verlassen Teilchen die

der Flüssigkeit.
Eine Flüssigkeit siedet, wenn ihr Dampfdruck den äußeren

erreicht.
Wasser wird im Messzylinder am tiefsten Punkt des

abgelesen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Flüssigkeiten beobachten: Vergleiche Wasser, Speiseöl und Sirup. Beschreibe Farbe, Fließverhalten und Schichtenbildung in einem kurzen Protokoll.
  2. Tropfenversuch: Untersuche, wie viele Wassertropfen auf eine saubere Münze passen. Formuliere eine Erklärung mit dem Begriff Oberflächenspannung.
  3. Kapillarität im Papier: Stelle einen Streifen Küchenpapier mit einem Ende in gefärbtes Wasser und dokumentiere den Wasseranstieg mit drei Skizzen.
  4. Meniskus zeichnen: Zeichne einen Messzylinder mit Wasser und markiere Augenhöhe, Meniskus und korrekte Ablesestelle.


Standard

  1. Dichteturm: Plane mit sicheren Haushaltsflüssigkeiten einen Dichteturm. Begründe vorher die erwartete Reihenfolge und vergleiche sie mit der Beobachtung.
  2. Viskositätsrennen: Lass gleich große Kugeln durch verschiedene ungefährliche Flüssigkeiten fallen. Vergleiche die Fallzeiten und ordne die Viskositäten.
  3. Temperatur und Fließen: Vergleiche die Fließgeschwindigkeit von Sirup in einem kalten und einem handwarmen Wasserbad. Verwende kein heißes Wasser und erkläre das Ergebnis.
  4. Mischbarkeit prüfen: Erstelle eine Untersuchungstabelle für Wasser, Speiseöl und Ethanol nur unter Aufsicht der Lehrkraft. Ordne homogene und heterogene Gemische zu.


Schwer

  1. Viskosität messen: Entwickle ein möglichst faires Verfahren, mit dem Du die Viskosität mehrerer Flüssigkeiten vergleichst. Bestimme Kontrollvariablen und mögliche Fehlerquellen.
  2. Tenside untersuchen: Prüfe, wie unterschiedliche Mengen Spülmittel die Zahl der Tropfen auf einer Münze verändern. Stelle die Messwerte in einem Diagramm dar.
  3. Siedepunkt und Luftdruck: Recherchiere, warum Wasser im Gebirge bei niedrigerer Temperatur siedet, und übertrage die Erklärung auf einen Schnellkochtopf.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, das Dichte, Viskosität und Oberflächenspannung mit Teilchenbildern und sicheren Alltagsbeispielen erklärt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Stoffvergleich: Wasser und Sirup werden gleichzeitig über zwei gleich geneigte Rinnen gegossen. Erkläre die unterschiedlichen Fließzeiten mit dem Teilchenmodell und der Viskosität.
  2. Spülmittelwirkung: Eine schwimmende Büroklammer sinkt nach Zugabe von Spülmittel. Erkläre die Beobachtung und nenne eine Bedingung für einen fairen Vergleich.
  3. Messfehler: Eine Person liest einen Messzylinder deutlich von oben ab. Erkläre den entstehenden Fehler und beschreibe eine bessere Messweise.
  4. Unbekannte Flüssigkeit: Plane, wie Du eine unbekannte ungefährliche Flüssigkeit mithilfe von Masse, Volumen und einer Dichtetabelle eingrenzen kannst.
  5. Kapillarer Transport: Übertrage das Wissen über Kapillarität auf Küchenpapier und Pflanzen. Zeige dabei auch die Grenzen einer rein kapillaren Erklärung des Wassertransports in hohen Bäumen.
  6. Druck und Sieden: Vergleiche das Sieden von Wasser auf Meereshöhe, im Gebirge und im Schnellkochtopf. Begründe die Unterschiede mit äußerem Druck und Dampfdruck.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. die Flüssigkeit im Teilchenmodell fachlich richtig beschreibst,
  2. Dichte, Viskosität, Oberflächenspannung und Kapillarität unterscheidest,
  3. die Dichte aus Masse und Volumen berechnest und Einheiten korrekt verwendest,
  4. Kohäsion und Adhäsion auf Beobachtungen überträgst,
  5. Verdunstung und Sieden voneinander abgrenzt,
  6. einen Meniskus richtig abliest,
  7. Versuche sicher planst, protokollierst und auswertest,
  8. Messfehler erkennst und Verbesserungsvorschläge begründest.




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