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FELIX IN EXILE

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FELIX IN EXILE




FELIX IN EXILE

FELIX IN EXILE ist ein 1994 entstandener animierter Kurzfilm des südafrikanischen Künstlers und Regisseurs William Kentridge. Der Film verbindet Zeichnung, Animationsfilm, politische Geschichte und persönliche Erinnerung. Im Zentrum stehen zwei sehr unterschiedliche Perspektiven auf Südafrika in einer Zeit tiefgreifender politischer Veränderung: Felix Teitlebaum lebt im Exil in Paris und begegnet seiner Heimat aus räumlicher Distanz, während Nandi, eine schwarze südafrikanische Landvermesserin, die Landschaft unmittelbar beobachtet, vermisst und Spuren politischer Gewalt registriert.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der Klassen 10–13. Du untersuchst, wie Kentridge Exil, Erinnerung, Landschaft, Apartheid, politische Gewalt und den Übergang zu einem demokratischen Südafrika mit den Mitteln des Zeichentricks miteinander verbindet. Dabei geht es nicht nur darum, was der Film zeigt, sondern vor allem darum, wie unterschiedliche Standorte und Blickrichtungen unterschiedliche Wirklichkeiten hervorbringen.


Einleitung

FELIX IN EXILE entstand in einer historischen Übergangsphase. Kentridge begann die Arbeit 1993; der Film wurde 1994 fertiggestellt, nur wenige Monate vor den ersten allgemeinen demokratischen Wahlen Südafrikas. Die gesetzlich verankerte Apartheid ging ihrem Ende entgegen, doch politische Gewalt, soziale Ungleichheit und die Folgen jahrzehntelanger rassistischer Herrschaft verschwanden nicht mit einem einzigen politischen Ereignis.

Gerade diese Spannung ist für den Film entscheidend. Das neue oder „befreite“ Südafrika erscheint bei Kentridge nicht als sauberer Neuanfang. Die Landschaft trägt Spuren der Vergangenheit. Menschen verschwinden, Zeichnungen werden ausradiert, Bilder tauchen wieder auf und Erinnerungen lassen sich nicht vollständig löschen. Dadurch wird politische Veränderung als ein Prozess sichtbar, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig wirksam bleiben.

Hinweis für den Unterricht: Der Film enthält gezeichnete Darstellungen von Gewalt, Verletzung und Tod. Diese Bilder sollten im Unterricht historisch und ästhetisch eingeordnet werden.


Lernziele

Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du die unterschiedlichen Perspektiven von Felix und Nandi erläutern, Kentridges Animationsverfahren analysieren und die Bildsprache des Films mit der Geschichte der Apartheid und dem demokratischen Umbruch von 1994 verbinden. Du kannst außerdem untersuchen, wie Landschaft als Träger von Erinnerung funktioniert und kritisch diskutieren, welche Bedeutung die Darstellung Nandis durch einen weißen südafrikanischen Künstler besitzt.


Filmdaten und Entstehung

FELIX IN EXILE gehört zu Kentridges Filmreihe Drawings for Projection, die 1989 begann. Der Film ist der fünfte Teil dieser Reihe.

  1. William Kentridge: Regie und künstlerische Gestaltung
  2. Animationsfilm: animierter Film auf der Grundlage fortlaufend veränderter Zeichnungen
  3. Filmjahr: 1994
  4. Filmlänge: 8 Minuten und 43 Sekunden
  5. Filmformat: 35-mm-Film, später auf Video übertragen
  6. Filmschnitt: Angus Gibson
  7. Filmmusik: unter anderem Philip Millers String Trio for Felix in Exile sowie Go Tlapsha Didiba von Motsumi Makhene, gesungen von Sibongile Khumalo

Kentridge arbeitete bei der Reihe bewusst ohne vollständig ausgearbeitetes Drehbuch und ohne klassischen Storyboard-Plan. Ausgangspunkt waren Bilder, Situationen und visuelle Einfälle. Während des Zeichnens entstanden neue Verbindungen. Der Herstellungsprozess wurde damit selbst zu einem Teil der Aussage.

Das Interview mit William Kentridge eignet sich besonders, um seine Haltung zu Unsicherheit, Offenheit und politischer Kunst zu diskutieren.


Südafrika zwischen Apartheid und Demokratie


Was war die Apartheid?

Apartheid bezeichnet das von einer weißen Minderheitsregierung institutionalisierte System rassistischer Trennung und Unterdrückung in Südafrika. Ab 1948 wurden bereits vorhandene Formen kolonialer und rassistischer Diskriminierung durch zahlreiche Gesetze systematisch ausgebaut. Menschen wurden staatlich nach rassistischen Kategorien eingeordnet. Wohnort, politische Rechte, Bildung, Bewegungsfreiheit und Zugang zu öffentlichen Einrichtungen wurden davon abhängig gemacht.

Das historische Schild macht sichtbar, dass Apartheid nicht nur eine politische Idee war. Sie strukturierte den Alltag und schrieb rassistische Hierarchien in konkrete Räume ein. Straßen, Strände, Wohngebiete und Verkehrswege wurden politisch kontrolliert. Genau diese Verbindung von Macht und Raum ist für die Landschaftsbilder in FELIX IN EXILE wichtig.


Vermessene und aufgeteilte Räume

Ein besonders drastisches Beispiel räumlicher Herrschaft waren die sogenannten Bantustans oder „Homelands“. Der Apartheidstaat wies große Teile der schwarzen Bevölkerung politisch und territorial fragmentierten Gebieten zu. Dadurch sollte der Anspruch schwarzer Südafrikanerinnen und Südafrikaner auf gleiche staatsbürgerliche Rechte im Gesamtstaat unterlaufen werden.

Die Karte ist für die Filmanalyse hilfreich: Wenn Nandi das Land vermisst, ist „Vermessung“ nicht neutral. Karten und Grenzziehungen können einerseits Herrschaftsinstrumente sein, andererseits aber auch dazu dienen, Wirklichkeit zu dokumentieren und Spuren festzuhalten.


Der politische Umbruch von 1994

Anfang der 1990er Jahre wurde das Apartheidsystem schrittweise aufgehoben. Politische Organisationen wie der African National Congress wurden wieder zugelassen, Nelson Mandela wurde 1990 aus der Haft entlassen, und Verhandlungen über eine neue demokratische Ordnung begannen. Gleichzeitig kam es in verschiedenen Regionen weiterhin zu massiver politischer Gewalt.

Im April 1994 fanden die ersten allgemeinen demokratischen Wahlen statt, an denen südafrikanische Erwachsene unabhängig von der rassistischen Einordnung teilnehmen konnten. Nelson Mandela wurde anschließend Präsident.

Dieses Foto zeigt Mandela bei seiner Stimmabgabe 1994. Für die Interpretation von FELIX IN EXILE ist entscheidend, dass Kentridges Film unmittelbar vor diesem historischen Einschnitt entstand. Er blickt deshalb nicht aus sicherer Entfernung auf eine abgeschlossene Vergangenheit, sondern aus einer Gegenwart voller Hoffnung, Gewalt, Unsicherheit und Erinnerung.


William Kentridge und der Zeichentrick

William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg geboren und ist als Zeichner, Filmemacher, Regisseur und Bühnenkünstler bekannt. Besonders charakteristisch sind seine mit Kohle und Pastell angelegten Animationen.

Anders als bei einem klassischen Zeichentrickfilm zeichnet Kentridge nicht für jedes Einzelbild eine vollständig neue Zeichnung. Er arbeitet szenenweise auf demselben Blatt. Er zeichnet, fotografiert den Zustand, radiert Teile aus, verändert die Zeichnung und fotografiert erneut. Aus der Abfolge dieser Aufnahmen entsteht Bewegung.

Im Video erläutert Kentridge selbst, wie das wiederholte Zeichnen, Ausradieren und Fotografieren seine Animationen hervorbringt.


Sichtbare Spuren des Radierens

Das Entscheidende ist, dass das Radieren unvollständig bleibt. Graue Schleier, Schatten und Reste früherer Zeichenzustände bleiben sichtbar. Diese Spuren haben im Film mehrere Funktionen:

Sie zeigen zunächst den realen Herstellungsprozess. Gleichzeitig machen sie Zeit sichtbar. Ein Körper war an einer Stelle, verschwindet und hinterlässt dennoch einen Rest. Dadurch entsteht eine starke Verbindung zur Erinnerung: Vergangenes ist nicht mehr vollständig vorhanden, aber auch nicht vollständig gelöscht.

Kentridges Technik kann deshalb als eine Art filmisches Palimpsest verstanden werden. Neue Bilder überschreiben ältere, ohne sie restlos zu vernichten.


Zwei Perspektiven auf Südafrika


Felix: Exil, Distanz und vermittelte Erfahrung

Felix Teitlebaum befindet sich in Paris. Er lebt in einem kargen Innenraum und ist von Südafrika räumlich getrennt. Seine Beziehung zur Heimat entsteht nicht durch unmittelbare Teilnahme, sondern durch Bilder, Zeichnungen, Erinnerungen und Vorstellungen.

Felix ist dadurch eine Figur der Entfernung. Seine Distanz schützt ihn teilweise vor der unmittelbaren Gewalt, trennt ihn aber zugleich von dem Ort, zu dem er sich zugehörig fühlt. Was in Südafrika geschieht, erreicht ihn nur vermittelt.

Seine Perspektive ist stark nach innen gerichtet. Die Außenwelt erscheint an den Wänden seines Zimmers. Erinnerung wird zu etwas, das in einen privaten Raum eindringt. Damit stellt der Film die Frage: Wie kann ein Mensch politische Wirklichkeit verstehen, wenn er nicht mehr vor Ort ist?


Nandi: Vermessung, Beobachtung und Zeugenschaft

Nandi befindet sich dagegen in der südafrikanischen Landschaft. Sie beobachtet, zeichnet und vermisst das Gelände. Kentridge zeigt sie mit Instrumenten wie Theodolit und Sextant. Diese Geräte dienen dazu, Positionen zu bestimmen und Räume zu vermessen.

Im Film erhält die Vermessung eine politische Bedeutung. Nandi registriert nicht nur Hügel, Linien und Entfernungen. Sie wird zur Zeugin von Gewalt. Körper erscheinen in der Landschaft, Blut und Verletzungen hinterlassen Spuren, und die Landschaft scheint diese Spuren anschließend wieder aufzunehmen.

Nandi steht damit für eine Erfahrung, die Felix fehlt: Sie ist vor Ort. Ihr Blick verbindet Beobachtung, Dokumentation und persönliche Gefährdung. Schließlich wird auch sie selbst Opfer der Gewalt.


Vergleich der Perspektiven

Aspekt Felix Nandi
Ort Paris, Innenraum, Exil Südafrika, offene Landschaft
Beziehung zu Südafrika räumlich getrennt und durch Bilder vermittelt körperlich anwesend und unmittelbar beobachtend
Blickrichtung nach innen, erinnernd, betrachtend nach außen, vermessend, dokumentierend
Wissen entsteht aus Distanz und über übermittelte Bilder entsteht durch Beobachtung des Geländes und der Ereignisse
Gefährdung von der unmittelbaren Gewalt entfernt der Gewalt direkt ausgesetzt
Symbolische Funktion Exil, Verlust, Erinnerung Zeugenschaft, Kartierung, Spurensicherung

Die beiden Perspektiven sind nicht einfach „richtig“ und „falsch“. Kentridge zeigt vielmehr, dass politische Wirklichkeit je nach Standort anders erfahren wird. Felix und Nandi sind miteinander verbunden, aber ihre Möglichkeiten zu sehen und zu handeln unterscheiden sich grundlegend.


Landschaft als politisches Archiv

Die Landschaft in FELIX IN EXILE ist kein neutraler Hintergrund. Sie wird zu einem zentralen Akteur des Films.

Kentridge zeigt eine trockene, offene südafrikanische Landschaft, die an das Highveld und den Raum um Johannesburg erinnert. Bergbau, Urbanisierung und politische Gewalt haben diese Region geprägt.

Auf dem historischen Blick über Johannesburg sind unter anderem Minenhalden zu erkennen. Solche künstlich veränderten Landschaften machen deutlich, dass Landschaft immer auch Geschichte speichert.

Im Film geschieht jedoch etwas Beunruhigendes: Tote und Verletzte scheinen von der Erde aufgenommen zu werden. Spuren verschwinden. Das Gelände wird geglättet. Damit entsteht ein Widerspruch:

Die Landschaft bewahrt Geschichte und löscht sie zugleich.

Erosion, Wachstum und Veränderung können Zeichen früherer Ereignisse überdecken. Genau deshalb besitzt Nandis Tätigkeit als Vermesserin und Zeichnerin eine besondere Bedeutung. Sie versucht, festzuhalten, was sonst verschwinden könnte.


Exil und Erinnerung

Exil bedeutet mehr als räumliche Entfernung. Es verändert auch die Beziehung zu Erinnerung. Felix lebt außerhalb Südafrikas, doch Bilder der Heimat erreichen ihn ständig. Das Vergangene wird dadurch gleichzeitig nah und fern.

Kentridges Animation übersetzt diesen Zustand in ein visuelles Verfahren. Bilder erscheinen, verändern sich und verschwinden wieder. Die zurückbleibenden Kohlespuren ähneln Erinnerungen: Sie sind unvollständig, aber hartnäckig.

Der Film stellt dadurch mehrere Fragen:

Wie verändert sich Erinnerung, wenn man einen Ort verlassen hat? Kann man aus der Ferne Zeuge politischer Gewalt sein? Was bleibt von Menschen und Ereignissen, wenn physische Spuren verschwinden? Und welche Rolle kann Kunst dabei spielen, gegen das Vergessen zu arbeiten?

In diesem Art21-Beitrag spricht Kentridge über Schmerz, Mitgefühl und die Frage, wie Kunst sich zu Tragödien verhalten kann. Das Video bietet einen guten Ausgangspunkt für die Diskussion, ob Zeichnen eine Form von Zeugenschaft sein kann.


Wasser, Spiegel und Verbindung

Neben Kohle und Erde spielt Wasser eine auffällige Rolle. Es steht im Film im Kontrast zur trockenen Landschaft. Wasser kann mit Trauer, Erinnerung, Reinigung, Überflutung und Neubeginn verbunden werden.

Zwischen Felix und Nandi entstehen visuelle Verbindungen über Bilder, Wasserflächen und spiegelartige Übergänge. Dadurch lösen sich die Grenzen zwischen Paris und Südafrika, Innenraum und Landschaft sowie persönlicher Erinnerung und politischer Geschichte zeitweise auf.

Eine eindeutige Symbolgleichung wäre jedoch zu einfach. Kentridges Bilder bleiben mehrdeutig. Wasser kann zugleich Verlust und Möglichkeit, Trauer und Veränderung bedeuten.


Ton und Musik

Die Musik verstärkt die melancholische und klagende Atmosphäre des Films. Philip Millers Streichtrio und der Gesang schaffen keine bloße Hintergrundbegleitung. Sie beeinflussen, wie Du Bewegung, Verlust und Erinnerung wahrnimmst.

Bei der Analyse solltest Du deshalb Bild und Ton nicht getrennt betrachten. Frage Dich beispielsweise, ob die Musik eine Szene emotional deutet, ob sie einen Gegensatz zum Bild erzeugt oder ob sie Übergänge zwischen Felix und Nandi unterstützt.


Politische Befreiung ohne Vergessen

Der Ausdruck „befreites Südafrika“ kann den Eindruck erwecken, mit der Wahl von 1994 sei die Vergangenheit beendet gewesen. FELIX IN EXILE macht gerade das Gegenteil sichtbar: Politische Befreiung schafft neue Möglichkeiten, aber sie löscht die Folgen früherer Gewalt nicht automatisch.

Die Demokratie von 1994 war ein historischer Wendepunkt. Gleichzeitig blieben Erinnerungen an Apartheid, staatliche Repression, politische Gewalt und soziale Ungleichheit wirksam. Der Film lässt sich deshalb als Warnung vor der Vorstellung eines vollständigen historischen Nullpunkts lesen.

Kentridges sichtbare Radierstellen sind dafür ein starkes Bild: Eine alte Zeichnung kann verändert werden, doch ihre Spuren bleiben im neuen Bild enthalten.


Nandi und die Frage der Repräsentation

Für eine vertiefte Analyse in den Klassen 10–13 ist außerdem wichtig, wer wen darstellt. William Kentridge ist ein weißer südafrikanischer Künstler. Nandi ist eine schwarze weibliche Figur, die als Zeugin politischer Gewalt auftritt.

Kentridge selbst hat beschrieben, dass er lange nach einer geeigneten Rolle für Nandi suchte und sie erst durch das Vermessen und Zeichnen der Landschaft zu einer eigenständigen Figur wurde. Trotzdem bleibt eine kritische Frage bestehen: Kann ein Künstler Erfahrungen darstellen, die nicht seine eigenen sind, ohne für andere zu sprechen?

Diese Frage hat keine einfache Ja-Nein-Antwort. Sie führt zu Themen wie Perspektive, Repräsentation, Macht, Autorenschaft und Postkolonialismus. Gerade deshalb eignet sich der Film für eine anspruchsvolle Diskussion darüber, wie Kunst politische Wirklichkeit sichtbar machen kann.


Beobachtungsaufträge zur Filmsichtung

Vor oder während einer Sichtung kannst Du Dir eine Tabelle mit vier Spalten anlegen: Bildmotiv, Perspektive, Veränderung durch Animation und mögliche Bedeutung.

Achte besonders auf Felix' Zimmer, Nandis Vermessungsinstrumente, Körper in der Landschaft, Karten und Zeichnungen, Wasser, Spiegelungen, Radierstellen sowie Übergänge zwischen Innenraum und Außenraum.

Notiere außerdem mindestens drei Stellen, an denen Du nicht eindeutig entscheiden kannst, ob Du eine reale Handlung, eine Erinnerung, eine Vorstellung oder ein Symbol siehst. Gerade solche Unklarheiten sind für Kentridges Erzählweise wichtig.


Medien und Quellen zur Vertiefung

  1. Museum of Modern Art: William Kentridge, Felix in Exile
  2. Museum of Modern Art: Audiokommentar von William Kentridge
  3. William Kentridge Studio: Drawings for Projection
  4. Tate: Felix in Exile
  5. Guggenheim Museum: Felix in Exile


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr entstand FELIX IN EXILE? (1994) (!1984) (!2004) (!2014)




Welche Technik prägt Kentridges Animation in FELIX IN EXILE besonders? (Wiederholtes Zeichnen Radieren und Fotografieren) (!Ausschließlich digitale 3D Animation) (!Schauspiel vor einer Greenscreen Wand) (!Animation mit Knetfiguren)




Welche Rolle hat Nandi im Film? (Landvermesserin und Zeugin) (!Unternehmerin und Fabrikbesitzerin) (!Journalistin in Paris) (!Richterin am Verfassungsgericht)




Wo befindet sich Felix während eines großen Teils des Films? (Im Exil in Paris) (!In einer Mine bei Johannesburg) (!In Kapstadt im Parlament) (!In einem Gefängnis auf Robben Island)




Welche Wirkung haben die unvollständig ausradierten Kohlespuren? (Sie machen Zeit und Erinnerung sichtbar) (!Sie verdecken den Herstellungsprozess vollständig) (!Sie erzeugen eine fotorealistische Oberfläche) (!Sie markieren ausschließlich Ortswechsel)




Welcher historische Umbruch bildet den unmittelbaren Hintergrund des Films? (Der Übergang von der Apartheid zur Demokratie) (!Die Gründung der Südafrikanischen Union) (!Der Beginn des Ersten Weltkriegs) (!Die Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1960)




Wozu dient ein Theodolit grundsätzlich? (Zur Vermessung von Winkeln und Gelände) (!Zur Aufnahme von Ton) (!Zum Schneiden von Film) (!Zur Herstellung von Holzkohle)




Wie unterscheidet sich Nandis Perspektive besonders von derjenigen Felix? (Sie beobachtet die Landschaft unmittelbar vor Ort) (!Sie kennt Südafrika nur aus Büchern) (!Sie lebt ebenfalls dauerhaft in Paris) (!Sie nimmt keine politischen Ereignisse wahr)




Welche Funktion erhält die Landschaft im Film? (Sie wird zum Träger und zugleich zum Tilger von Spuren) (!Sie dient nur als dekorativer Hintergrund) (!Sie bleibt während des Films unverändert) (!Sie hat ausschließlich eine geografische Funktion)




Warum ist das Motiv des Radierens für den politischen Gehalt des Films wichtig? (Weil Veränderung möglich ist ohne alle Spuren der Vergangenheit zu beseitigen) (!Weil dadurch politische Geschichte vollständig ausgelöscht wird) (!Weil Kentridge nur technische Fehler verstecken wollte) (!Weil der Film dadurch ohne Erinnerung auskommt)





Memory

Felix Exil und vermittelte Erinnerung
Nandi Vermessung und Zeugenschaft
Theodolit Geländevermessung
Kohle Material der Zeichnungen
Radierrest sichtbare Spur früherer Zustände
Landschaft politisches Erinnerungsarchiv
Wasser Trauer und Transformation





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Felix Distanz und Exil
Nandi Zeugenschaft im Gelände
Kohlespur Erinnerung bleibt sichtbar
Theodolit Vermessung und Positionsbestimmung
Wasser Trauer und Veränderung






Kreuzworträtsel

Theodolit Welches Vermessungsinstrument verwendet Nandi zur Beobachtung des Geländes?
Apartheid Wie heißt das System institutionalisierter rassistischer Trennung in Südafrika?
Erinnerung Welches zentrale Thema wird durch die verbleibenden Radierstellen sichtbar?
Landschaft Was wird im Film zu einem politischen Archiv von Gewalt und Veränderung?
Kentridge Wie lautet der Nachname des Regisseurs und Künstlers?
Zeugenschaft Welcher Begriff beschreibt Nandis Rolle als beobachtende und dokumentierende Figur?





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Lückentext

Vervollständige den Text.

William Kentridges Film FELIX IN EXILE entstand im Jahr

.
Felix lebt während eines großen Teils der Handlung im

in Paris.
Die Figur Nandi arbeitet als

.
Zur Vermessung des Geländes benutzt sie unter anderem einen

.
Kentridges Animation beruht auf wiederholt veränderten

.
Die unvollständig entfernten Spuren machen den Prozess der

sichtbar.
Der Film entstand während des Übergangs von der Apartheid zur

.
Die südafrikanische Landschaft kann als politisches

gelesen werden.
Felix erlebt die Ereignisse seiner Heimat aus räumlicher

.
Nandis Beobachtungen machen sie zu einer Figur der

.
Das wiederholte Radieren zeigt, dass Veränderung nicht automatisch vollständiges

bedeutet.
Der politische Umbruch erscheint deshalb nicht als vollkommen spurenloser

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildprotokoll: Wähle fünf markante Momente des Films aus und fertige zu jedem eine eigene Skizze an. Notiere, aus wessen Perspektive Du die Szene wahrnimmst und welches Motiv besonders wichtig ist.
  2. Symbolkarte: Gestalte eine Mindmap zu den Motiven Wasser, Landschaft, Körper, Karte, Zimmer und Radierrest. Verbinde jedes Motiv mit mindestens einer möglichen Bedeutung.
  3. Perspektivtagebuch: Schreibe zwei kurze Tagebucheinträge zum selben politischen Ereignis, einmal aus Felix' und einmal aus Nandis Perspektive. Achte darauf, wie sich Distanz und unmittelbare Anwesenheit unterscheiden.
  4. Animationsversuch: Zeichne ein einfaches Motiv mit Kohle oder weichem Bleistift, fotografiere es, radiere einen Teil aus, zeichne weiter und fotografiere erneut. Erstelle daraus eine kurze Stop-Motion-Sequenz.


Standard

  1. Szenenanalyse: Analysiere eine Sequenz des Films hinsichtlich Bildaufbau, Bewegung, Radierverfahren, Ton und Perspektive. Formuliere anschließend eine Deutung, die Form und Inhalt miteinander verbindet.
  2. Historische Kontextcollage: Erstelle mit frei lizenzierten Bildern eine digitale oder analoge Collage zu Südafrika zwischen Apartheid und den Wahlen von 1994. Ergänze kurze Erklärungen dazu, wie die historischen Bilder Deine Filminterpretation verändern.
  3. Klanganalyse: Untersuche eine Filmszene zunächst ohne Ton und anschließend mit Ton. Beschreibe, welche Bedeutungen oder Emotionen erst durch Musik und Geräusch entstehen.
  4. Erinnerungslandschaft: Wähle einen Ort in Deiner Umgebung, an dem Geschichte sichtbar oder unsichtbar gespeichert ist. Dokumentiere ihn fotografisch oder zeichnerisch und vergleiche ihn mit Kentridges Vorstellung von Landschaft als Erinnerungsträger.


Schwer

  1. Repräsentationsdebatte: Diskutiert in einer moderierten Debatte die Frage, welche Chancen und Probleme entstehen, wenn ein weißer südafrikanischer Künstler eine schwarze weibliche Figur zur Zeugin politischer Gewalt macht. Bezieht konkrete Filmszenen ein.
  2. Filmessay: Schreibe einen analytischen Essay zur These: „In FELIX IN EXILE wird politische Befreiung nicht als Ende der Vergangenheit, sondern als neue Beziehung zur Vergangenheit dargestellt.“
  3. Kunstvergleich: Vergleiche FELIX IN EXILE mit einem Werk von Francisco de Goya, Käthe Kollwitz oder einer anderen künstlerischen Auseinandersetzung mit Gewalt und Erinnerung. Untersuche Unterschiede zwischen Dokumentation, Zeugenschaft und künstlerischer Verdichtung.
  4. Videoessay: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Videoessay über das Verhältnis von Exil, Erinnerung und Landschaft im Film. Verwende nur eigenes oder frei lizenziertes Material und dokumentiere Deine Quellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektivtransfer: Stell Dir vor, dieselbe politische Gewaltszene würde ausschließlich aus Felix' oder ausschließlich aus Nandis Perspektive erzählt. Erkläre, welche Informationen und Wirkungen jeweils verloren gingen.
  2. Form und Bedeutung: Begründe anhand von mindestens zwei Beispielen, warum Kentridges Radiertechnik inhaltlich besonders geeignet ist, Erinnerung und politischen Wandel darzustellen.
  3. Landschaftsanalyse: Übertrage das Konzept „Landschaft als Archiv“ auf einen anderen historischen Ort. Zeige, welche sichtbaren und unsichtbaren Spuren dort gelesen werden könnten.
  4. Historischer Zusammenhang: Erkläre, warum die Entstehung des Films unmittelbar vor den Wahlen von 1994 seine Wirkung verändert. Unterscheide dabei zwischen politischem Wendepunkt und gesellschaftlicher Kontinuität.
  5. Repräsentationskritik: Entwickle Kriterien dafür, wie Kunst verantwortungsvoll Erfahrungen anderer gesellschaftlicher Gruppen darstellen kann, und wende diese Kriterien auf Nandis Figur an.
  6. Medienvergleich: Überlege, wie FELIX IN EXILE wirken würde, wenn die Kohlezeichnungen durch glatte digitale Animation ersetzt würden. Begründe, welche Bedeutungen dadurch gestärkt oder geschwächt würden.
  7. Erinnerung und Gegenwart: Übertrage das Motiv des unvollständigen Radierens auf einen aktuellen oder historischen gesellschaftlichen Transformationsprozess und erläutere die Grenzen des Vergleichs.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu FELIX IN EXILE solltest Du zeigen können, dass Du nicht nur Fakten wiedergibst, sondern Form, Geschichte und Perspektive miteinander verbindest.

  1. Filmanalyse: zentrale Szenen mit Fachbegriffen zu Bild, Animation, Ton und Perspektive analysieren
  2. Historische Einordnung: Apartheid und den demokratischen Umbruch von 1994 als Kontext des Films erklären
  3. Perspektivvergleich: Felix' Exilerfahrung und Nandis unmittelbare Zeugenschaft differenziert gegenüberstellen
  4. Erinnerungsanalyse: Radierstellen, Landschaft und Wasser als mehrdeutige Träger von Erinnerung deuten
  5. Technikanalyse: erklären, wie Kentridges Zeichnen, Radieren und Fotografieren Bewegung erzeugt und zugleich Bedeutung trägt
  6. Transferleistung: das Konzept der Landschaft als Archiv auf andere historische oder gegenwärtige Beispiele übertragen
  7. Repräsentationskritik: die Darstellung Nandis unter Gesichtspunkten von Autorenschaft, Macht und Perspektive reflektieren
  8. Quellenkompetenz: zwischen Filmbeobachtung, historischer Information und eigener Interpretation unterscheiden




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