Fördertechnik Hebezeuge und Materialfluss – Lastschwerpunkte anschaulich bestimmen
Fördertechnik Hebezeuge und Materialfluss – Lastschwerpunkte anschaulich bestimmen
Einleitung
Kurzbeschreibung: Stabilität und Wirkung von Anschlagpunkten.
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Mechatronik, Logistik, Instandhaltung und verwandten technischen Berufen.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie Lastschwerpunkte, Anschlagmittel, Anschlagpunkte und Hebezeuge zusammenwirken. Du arbeitest mit kurzen Lerneinheiten, einem durchgehenden Ausbildungsfall, Bildern, einer Funktionsanimation, Videos, Schaltbildern und sicheren Fehlerdiagnose-Simulationen.
Sicherheitsgrenze dieses Kurses: Maschinenabläufe werden zuerst nur gedanklich oder in einer Simulation untersucht. Dieser aiMOOC steuert keine reale Maschine automatisch an. Schutzeinrichtungen, Verriegelungen oder Sicherheitseinrichtungen dürfen niemals umgangen werden. Reale Anschlag- und Hebearbeiten erfolgen nur nach betrieblicher Freigabe, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung beziehungsweise erforderlicher Qualifizierung und unter geeigneter Fachaufsicht. Bei unklarer Schwerpunktlage, beschädigten Anschlagmitteln oder unsicherem Zustand gilt: STOPP – Last nicht bewegen.

Lernziele
- Lastschwerpunkt: Du kannst die Lage eines Schwerpunktes aus Kennzeichnungen, Unterlagen, Symmetrie, Berechnung oder einem sicheren Modellversuch ableiten.
- Anschlagpunkt: Du kannst erklären, warum die Lage und Eignung von Anschlagpunkten die Stabilität einer Last beeinflussen.
- Kräftegleichgewicht: Du kannst bei einem vereinfachten Zwei-Punkt-Modell die Lastanteile an zwei Anschlagpunkten bestimmen.
- Gefährdungsbeurteilung: Du erkennst typische Warnzeichen wie Kippen, Pendeln, schlaffe Stränge, Beschädigungen und unklare Kennzeichnungen.
- Arbeitssicherheit: Du wählst als ersten Schritt immer eine sichere Unterbrechung, wenn Last oder Anschlagmittel nicht eindeutig beurteilt werden können.
Ausbildungsfall: Getriebemodul versetzen
In einer Montagehalle soll ein 800-kg-Getriebemodul von einem Montageplatz auf ein Transportgestell umgesetzt werden. Zwei vom Hersteller vorgesehene Anschlagpunkte A und B liegen 2,0 m auseinander. Der Motor sitzt näher an A; deshalb liegt der Schwerpunkt nicht in der geometrischen Mitte.
Auftrag: Bestimme zunächst im Lernmodell die Schwerpunktlage und die Wirkung auf A und B. Danach diagnostizierst Du virtuelle Fehler. Erst ganz am Ende überträgst Du Deine Erkenntnisse auf einen realen betrieblichen Arbeitsauftrag – unter Fachaufsicht und Freigabe.

Lerneinheit 1: Schwerpunkt sehen – 6 Minuten
Der Massenmittelpunkt beschreibt, wo die Masse eines Körpers im Mittel konzentriert ist. Im homogenen Schwerefeld kann der für das Heben relevante Schwerpunkt praktisch als Angriffspunkt der Gewichtskraft betrachtet werden. Bei symmetrischen, gleichmäßig aufgebauten Körpern liegt er oft in der geometrischen Mitte. Bei Baugruppen mit Motoren, Getrieben, Flüssigkeiten oder Anbauteilen kann er deutlich davon abweichen.
Merksatz: Beim freien Hängen richtet sich eine Last so aus, dass ihr Schwerpunkt unter dem Aufhängepunkt beziehungsweise unter der resultierenden Aufhängung liegt. Ist diese Lage beim Anschlagen nicht passend berücksichtigt, kann die Last kippen oder sich drehen.



Mini-Aufgabe: Ein asymmetrisches Modellteil wird nacheinander an zwei verschiedenen Punkten frei aufgehängt. Verlängere in Gedanken jeweils die Lotlinie nach unten. Der Schnittpunkt beider Lotlinien markiert den Schwerpunkt.
Lerneinheit 2: Anschlagpunkte wirken – 7 Minuten
Ein Anschlagpunkt ist nur dann geeignet, wenn er für die vorgesehene Belastung und Lastrichtung vorgesehen, gekennzeichnet und unbeschädigt ist. Seine Position bestimmt zusammen mit der Schwerpunktlage, wie sich die Kräfte auf mehrere tragende Stränge verteilen.
Wichtig: Zwei vorhandene Anschlagpunkte bedeuten nicht automatisch zwei gleich belastete Anschlagpunkte. Liegt der Schwerpunkt näher an A, trägt A im idealisierten statischen Modell mehr Lastanteil als B.

| Vereinfachtes Funktionsschaltbild | ||
|---|---|---|
| Hebezeug → Tragmittel → Anschlagmittel → Anschlagpunkt → Last | ||
| Jede Stufe muss für den konkreten Arbeitsauftrag geeignet und sicher sein. | ||

Lerneinheit 3: Lastanteile berechnen – 9 Minuten
Für ein vereinfachtes Modell mit zwei senkrechten Auflagerkräften gilt bei ruhender Last:
FA + FB = G
und mit dem Momentengleichgewicht um A:
FB · L = G · xS
Damit:
FB = G · xS / L und FA = G · (L − xS) / L
Im Ausbildungsfall sei der Schwerpunkt 0,8 m von A entfernt. Bei 800 kg ist die Gewichtskraft näherungsweise 7,85 kN.
Ergebnis im Lernmodell: A trägt etwa 4,71 kN, B etwa 3,14 kN. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 60 : 40.
Grenze des Rechenmodells: Diese Rechnung ersetzt niemals die reale Auswahl von Anschlagmitteln. Reale Strangkräfte hängen zusätzlich unter anderem von Anschlagart, Neigungswinkel, Zahl der tragenden Stränge, Dynamik, Lastgeometrie, Kanten, Temperatur und Herstellerangaben ab. Bei größerem Neigungswinkel steigen die Strangkräfte; Tragfähigkeitsangaben und Belastungstabellen sind verbindlich zu beachten.
Lerneinheit 4: Pendeln, Kippen, Drehen – 6 Minuten
Eine Last kann wie ein Pendel reagieren. Besonders kritisch sind abrupte Bewegungen, Schrägzug, ein falsch eingeschätzter Schwerpunkt oder ein ungeeignetes Anschlagen. Die folgende Animation zeigt nur das physikalische Prinzip des Pendelns, nicht einen realen Kranablauf.

Sicherheitsidee: Je weniger unerwartete Bewegung entsteht, desto besser lässt sich der Gefahrenbereich kontrollieren. Personen dürfen sich nicht unter einer schwebenden Last aufhalten.
Lerneinheit 5: Lastaufnahmemittel und Materialfluss – 7 Minuten
Lastaufnahmemittel wie Traversen oder Spreader können die Krafteinleitung und Geometrie eines Hebevorgangs verändern. Im Materialfluss ist nicht nur das Heben wichtig, sondern auch das sichere Aufnehmen, Transportieren und Absetzen.


Lerneinheit 6: Sichere Reihenfolge – 5 Minuten
| Schritt | Lern- und Sicherheitslogik |
|---|---|
| Planen | Gewicht, Schwerpunkt, Lastgeometrie, Transportweg und Gefahrenbereich klären. |
| Prüfen | Kennzeichnung, Tragfähigkeit, Anschlagpunkte, Anschlag- und Lastaufnahmemittel sowie erkennbare Schäden prüfen. |
| Simulieren | Schwerpunktlage, Lastverteilung, mögliche Pendel- und Kippbewegung zuerst im Modell durchdenken. |
| Freigeben | Nur mit betrieblicher Freigabe, geeigneter Qualifikation und klarer Kommunikation weiterarbeiten. |
| Bewegen | Reale Bewegung nur bei sicherem Zustand; bei Abweichung sofort stoppen und sicher absetzen lassen. |
Sicherheitsschaltbild: Auftrag → Lastdaten → Gefährdungsbeurteilung → Simulation → betriebliche Freigabe → reale Ausführung unter Fachaufsicht → sicheres Absetzen → Abschlusskontrolle.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Aufgabe: Der Schwerpunkt liegt 0,8 m von A entfernt; A und B liegen 2,0 m auseinander. Welcher Anschlagpunkt trägt im idealisierten senkrechten Zwei-Punkt-Modell den größeren Lastanteil?
Hilfe 1 – Beobachten
Der Schwerpunkt liegt näher bei A als bei B. Der näher liegende Anschlagpunkt muss deshalb im statischen Modell den größeren Lastanteil aufnehmen.
Hilfe 2 – Momentengleichgewicht
Nutze FB · 2,0 m = G · 0,8 m. Berechne danach FA = G − FB.
Hilfe 3 – Lösung mit Begründung
B trägt 40 % und A 60 % der Gewichtskraft. A trägt mehr, weil der Schwerpunkt näher an A liegt. Diese Aussage gilt nur für das vereinfachte senkrechte Lernmodell.
Sichere Fehlerdiagnose-Simulationen
Regel für alle Simulationen: Du diagnostizierst nur auf dem Bildschirm oder am Lernmodell. Du gibst keine Live-Steuerbefehle an Maschinen und überbrückst keine Schutzeinrichtung.
Simulation A: Last kippt beim virtuellen Anheben
Beobachtung: Eine Seite hebt zuerst ab, die Baugruppe dreht sich.
Sichere Diagnose anzeigen
STOPP. Ursache nicht durch „Gegensteuern“ kaschieren. Schwerpunktlage, Anschlagpunkte, Längen der Anschlagmittel und Anschlagplan erneut prüfen. Begründung: Das Kippen zeigt, dass die resultierende Aufhängung und der Schwerpunkt nicht so zusammenwirken wie geplant.
Simulation B: Ein Strang bleibt schlaff
Beobachtung: Im Lernmodell tragen zwei Stränge sichtbar, ein weiterer bleibt ohne Last.
Sichere Diagnose anzeigen
Nicht mit einer gleichmäßigen Lastverteilung auf alle Stränge rechnen. Anschlaggeometrie und Herstellerangaben neu bewerten. Begründung: Ein schlaffer Strang trägt keinen Lastanteil; die übrigen tragenden Stränge können stärker belastet sein.
Simulation C: Kennzeichnung unlesbar
Beobachtung: Tragfähigkeit und Identifikation eines Anschlagmittels sind nicht eindeutig lesbar.
Sichere Diagnose anzeigen
Anschlagmittel nicht verwenden und der vorgesehenen betrieblichen Prüfung zuführen. Begründung: Ohne eindeutige Kennzeichnung lässt sich die zulässige Verwendung nicht sicher beurteilen.
Simulation D: Anschlagpunkt wirkt verformt
Beobachtung: Am Anschlagpunkt ist eine sichtbare Verformung oder Beschädigung erkennbar.
Sichere Diagnose anzeigen
Arbeitsablauf stoppen, Last nicht anschlagen und fachliche Prüfung veranlassen. Begründung: Ein beschädigter Anschlagpunkt kann seine vorgesehene Tragfähigkeit oder Lastrichtung nicht mehr sicher gewährleisten.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basis
- Schwerpunkt erkennen: Markiere an drei Skizzen, wo Du den Schwerpunkt vermutest. Feedback: Plausibel ist Deine Lösung, wenn schwere Anbauteile die Schwerpunktlage sichtbar zu sich ziehen und Du Symmetrie nur bei gleichmäßiger Massenverteilung nutzt.
- Lotlinien: Erkläre in zwei Sätzen, warum sich Lotlinien aus mehreren Aufhängungen schneiden. Feedback: Richtig ist die Begründung, wenn der Schwerpunkt bei jeder freien Aufhängung senkrecht unter dem Aufhängepunkt liegt.
- Anschlagpunkt prüfen: Nenne drei Informationen, die Du vor der Verwendung eines Anschlagpunkts klärst. Feedback: Stark ist Deine Antwort, wenn sie Eignung, Kennzeichnung und sichtbaren Zustand berücksichtigt.
Anwendung
- Lastverteilung: Berechne für L = 2,0 m und xS = 0,6 m die prozentuale Lastverteilung auf A und B. Feedback: A muss mehr tragen, weil der Schwerpunkt näher bei A liegt; rechnerisch ergeben sich 70 % zu 30 %.
- Fehlerbild: Eine Last dreht sich im virtuellen Probehub. Entscheide zwischen „weiterheben“, „langsamer weiterheben“ und „stoppen und neu beurteilen“. Feedback: „Stoppen und neu beurteilen“ ist richtig, weil eine unerwartete Bewegung ein Abweichungssignal ist.
- Anschlaggeometrie: Vergleiche senkrechte und stark geneigte Stränge. Feedback: Deine Erklärung ist tragfähig, wenn Du erkennst, dass geneigte Stränge höhere Zugkräfte erzeugen können und die Herstellerangaben entscheidend sind.
Transfer
- Materialfluss planen: Entwickle für das Getriebemodul einen sicheren Informationsfluss vom Auftrag bis zum Absetzen. Feedback: Eine gute Lösung verknüpft Lastdaten, Gefährdungsbeurteilung, Kommunikation, Freigabe und Abbruchkriterien.
- Änderungsmanagement: Am Modul wird vor dem Transport ein 120-kg-Antrieb demontiert. Beurteile die Folgen. Feedback: Richtig ist, dass die Schwerpunktlage neu bestimmt werden muss, weil sich die Massenverteilung geändert hat.
- Sicherheitsentscheidung: Zwei Berechnungen liefern unterschiedliche Schwerpunktlagen. Formuliere die nächste sichere Handlung. Feedback: Nicht mitteln oder ausprobieren, sondern Datenquelle klären, Berechnung prüfen und erst nach eindeutiger Freigabe fortfahren.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was muss vor dem sicheren Anschlagen einer unbekannten Last geklärt werden? (Gewicht und Schwerpunktlage) (!Nur die Farbe der Last) (!Nur die Hallenhöhe) (!Nur die Länge des Kranhakens)
Wo befindet sich der Schwerpunkt einer frei hängenden ruhenden Last relativ zur resultierenden Aufhängung? (Unter der resultierenden Aufhängung) (!Immer links neben der Aufhängung) (!Immer im geometrischen Mittelpunkt) (!Immer oberhalb des Hakens)
Was ist bei unlesbarer Tragfähigkeitskennzeichnung eines Anschlagmittels die sichere Entscheidung? (Nicht verwenden und prüfen lassen) (!Trotzdem vorsichtig weiterarbeiten) (!Die Tragfähigkeit schätzen) (!Ein zweites Anschlagmittel dazunehmen)
Was bedeutet ein schlaffer Strang in einem Mehrstranggehänge für die Lastverteilung? (Er trägt aktuell keinen Lastanteil) (!Er trägt automatisch die Hälfte) (!Er erhöht immer die Tragfähigkeit) (!Er macht die Schwerpunktlage unwichtig)
Warum ist ein Schwerpunkt nahe Anschlagpunkt A im Zwei-Punkt-Modell wichtig? (A trägt einen größeren Lastanteil) (!B trägt immer die gesamte Last) (!Beide Punkte tragen immer exakt gleich) (!Die Gewichtskraft verschwindet teilweise)
Welche Reaktion ist bei unerwartetem Kippen im simulierten Hebevorgang richtig? (Stoppen und Anschlagplanung neu beurteilen) (!Schneller weiterheben) (!Schutzeinrichtung überbrücken) (!Last mit der Hand festhalten)
Welche Aussage zu geneigten Anschlagsträngen ist fachlich richtig? (Die Strangkräfte können gegenüber senkrechten Strängen steigen) (!Die Strangkräfte werden immer null) (!Der Schwerpunkt spielt dann keine Rolle) (!Die Tragfähigkeit ist unabhängig vom Winkel)
Was beschreibt ein Anschlagmittel? (Die Verbindung zwischen Tragmittel und Last oder Lastaufnahmemittel) (!Nur den Elektromotor des Krans) (!Nur das Fundament des Krans) (!Nur den Fahrweg eines Staplers)
Was ist vor einer realen Ausbildungsarbeit mit Hebezeugen zusätzlich erforderlich? (Betriebliche Freigabe und geeignete Fachaufsicht) (!Nur eine Internetverbindung) (!Nur eine Schätzung der Lastmasse) (!Das Abschalten aller Sicherheitsfunktionen)
Was ist nach einer Änderung der Massenverteilung einer Baugruppe zu tun? (Die Schwerpunktlage neu beurteilen) (!Die alte Schwerpunktlage unverändert übernehmen) (!Nur die Hubgeschwindigkeit erhöhen) (!Den Anschlagpunkt ohne Prüfung versetzen)
Memory
| Schwerpunkt | Angriffspunkt der Gewichtskraft im Lernmodell |
| Anschlagpunkt | Vorgesehene Verbindung an der Last |
| Traverse | Lastaufnahmemittel zur geeigneten Krafteinleitung |
| Pendeln | Schwingende Bewegung einer hängenden Last |
| Tragfähigkeit | Zulässige Belastungsgrenze unter festgelegten Bedingungen |
| Sichtprüfung | Kontrolle auf erkennbare Mängel vor der Verwendung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schwerpunktlage | Beeinflusst Stabilität und Lastverteilung |
| Anschlagpunkt | Leitet Kräfte in die Last ein |
| Neigungswinkel | Beeinflusst die Strangkraft |
| Sichtprüfung | Erkennt offensichtliche Schäden |
| Pendeln | Unerwünschte schwingende Lastbewegung |
| Freigabe | Voraussetzung für die reale betriebliche Durchführung |
...
Kreuzworträtsel
| Schwerpunkt | Wie heißt der Punkt, in dem die Gewichtswirkung einer Last zusammengefasst gedacht werden kann? |
| Anschlagpunkt | Wie heißt die vorgesehene Stelle zur Krafteinleitung in eine Last? |
| Traverse | Welches Lastaufnahmemittel kann Abstände zwischen Anschlagstellen überbrücken? |
| Pendeln | Wie heißt die schwingende Bewegung einer frei hängenden Last? |
| Tragfähigkeit | Wie heißt die zulässige Belastungsgrenze eines Anschlagmittels? |
| Sichtprüfung | Wie heißt die Kontrolle auf erkennbare Schäden vor der Benutzung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Schwerpunkt-Skizze: Zeichne drei verschieden geformte Lasten und markiere jeweils eine begründete Schwerpunktvermutung. Feedback: Gute Begründungen beziehen Masseverteilung und Symmetrie ein.
- Medienanalyse: Beschreibe an einem Wikimedia-Bild dieses Kurses, welche Bauteile zum Hebesystem gehören. Feedback: Trenne Hebezeug, Tragmittel, Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel und Last sauber.
- Sicherheitskarte: Gestalte eine Karte mit fünf STOPP-Signalen für Anschlagarbeiten. Feedback: Besonders wichtig sind unklare Lastdaten, Schäden, unerwartete Bewegung und Personen im Gefahrenbereich.
- Begriffe erklären: Erkläre Schwerpunkt, Anschlagpunkt und Pendeln in eigenen Worten. Feedback: Gute Erklärungen verbinden den Begriff mit einer sichtbaren Wirkung am Hebevorgang.
Standard
- Ausbildungsfall variieren: Verschiebe den Schwerpunkt des Getriebemoduls in einer Skizze und erkläre, wie sich die Lastanteile verändern. Feedback: Der näher am Schwerpunkt liegende Punkt übernimmt im vereinfachten Modell mehr Last.
- Fehlerdiagnose-Storyboard: Erstelle sechs Bilder zu „Beobachten – Stoppen – Sichern – Prüfen – Planen – Freigeben“. Feedback: Die Reihenfolge ist sicher, wenn keine Diagnose durch riskantes Weiterheben erfolgt.
- Interview Arbeitssicherheit: Befrage eine geeignete Fachperson zu typischen Fehlern beim Anschlagen. Feedback: Vergleiche Aussagen anschließend mit DGUV- oder BGHM-Quellen.
- Modellversuch: Bestimme an einem leichten Kartonmodell den Schwerpunkt mit zwei Lotlinien. Feedback: Der Schnittpunkt sollte die Balancierlage erklären; der Versuch ersetzt keine reale Lastprüfung.
Schwer
- Lastverteilungsmodell: Entwickle eine Tabellenkalkulation für das idealisierte Zwei-Punkt-Modell und teste mehrere Schwerpunktlagen. Feedback: Prüfe Grenzfälle und kennzeichne deutlich, dass reale Strangkräfte weitere Einflussgrößen haben.
- Gefährdungsbeurteilung: Entwirf für den Ausbildungsfall eine Gefährdungsbeurteilung mit Abbruchkriterien. Feedback: Gute Lösungen verbinden Ursache, mögliche Folge, Schutzmaßnahme und Verantwortlichkeit.
- Transfer auf Materialfluss: Plane den vollständigen Informationsfluss vom Wareneingang bis zur Montage einer schweren Baugruppe. Feedback: Schwerpunktdaten müssen an jedem Übergabepunkt verfügbar und eindeutig sein.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo zur Frage „Warum kippt eine Last?“. Feedback: Ein gutes Video erklärt Schwerpunkt, Aufhängung, Lastverteilung und die STOPP-Regel ohne riskante reale Demonstration.


Lernkontrolle
- Fallanalyse: Eine Baugruppe hängt nach dem Anheben um 12° schief. Begründe, welche Informationen Du vor jedem weiteren Schritt prüfen musst und warum.
- Modellkritik: Erkläre, warum die 60:40-Verteilung des Ausbildungsfalls nicht direkt als reale Strangkraft eines schrägen Zweistranggehänges übernommen werden darf.
- Änderungsszenario: Ein Tank wird teilweise entleert. Beschreibe, wie sich eine bewegliche Flüssigkeit auf Schwerpunkt und Stabilität auswirken kann und welche Konsequenz daraus für die Planung folgt.
- Fehlerkette: Entwickle aus „Kennzeichnung unlesbar“ eine mögliche Unfallkette und unterbrich sie an mindestens zwei sicheren Stellen.
- Entscheidungsbegründung: Zwei Anschlagpunkte sind vorhanden, aber nur einer ist für die aktuelle Lastrichtung freigegeben. Begründe, warum „vorhanden“ nicht gleich „geeignet“ bedeutet.
- Kommunikation: Formuliere eine eindeutige STOPP-Meldung zwischen Anschläger und Kranführung und erkläre, warum eindeutige Kommunikation Teil der technischen Sicherheit ist.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis ist wichtig, dass Du:
- die Schwerpunktlage aus geeigneten Informationen nachvollziehbar bestimmst,
- ein vereinfachtes Zwei-Punkt-Lastmodell korrekt anwendest und seine Grenzen benennst,
- Anschlagpunkte und Anschlagmittel nicht nur nach Lage, sondern auch nach Eignung und Zustand beurteilst,
- bei Abweichungen eine sichere STOPP-Entscheidung triffst und begründest,
- Risiken durch Kippen, Pendeln, Verrutschen und ungleichmäßige Lastverteilung erklärst,
- zwischen Simulation und realer betrieblicher Arbeit klar unterscheidest,
- reale Arbeiten ausschließlich unter geeigneter Fachaufsicht und betrieblicher Freigabe einordnest.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Fachliche Prüfung, Stand 7. Oktober 2026:
- BGHM: Arbeitsschritte für das sichere Anschlagen, Aufnehmen und Absetzen von Lasten – Gewicht und Schwerpunkt, Auswahl, Sichtprüfung, Gefahrenbereich und Kommunikation.
- DGUV Regel 109-017 – Tragfähigkeit, Anschlagarten, Neigungswinkel, Qualifizierung und sichere Verwendung.
- DGUV Information 209-021 – Belastungstabellen für unterschiedliche Anschlagmittel, Strangzahlen und Neigungswinkel.
- BGHM: Arbeiten am Kran – Gefährdungen durch Lastabsturz, Kippen, Pendeln und falsches Anschlagen.
- SUVA: 10 lebenswichtige Regeln für das Anschlagen von Lasten – Schwerpunkt, Anschlagmittel, Anschlagpunkte, Kommunikation und PSA.
- Universität Freiburg: experimentelle Schwerpunktbestimmung – Schwerpunktbestimmung durch Aufhängen und Lotlinien.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien:
- CentreOfGravity.svg – Public Domain.
- Center gravity 0.svg, Center gravity 1.svg, Center gravity 2.svg – Public Domain.
- Animated pendulum.svg – CC0 1.0.
- Overhead crane.jpg – CC BY-SA 2.5.
- Automatic lifting hook.jpg – CC BY-SA 3.0.
- Elme spreader.jpg – CC BY-SA 4.0.
- Crane (ISO 10628-2).svg – Public Domain.
- Crane double-lever-jib-type 3D animated.gif – CC BY-SA 2.5.
YouTube-Einbettungen: Die Videos werden nur über die YouTube-Einbettung wiedergegeben; es wird keine Kopie im Kurs bereitgestellt. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Verwendet werden ein Schwerpunkt-Experiment der Hochschule Koblenz und eine Unterweisung zum Anschlagen von Lasten. Die Links wurden vor Veröffentlichung geprüft.
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Zusätzlich sinnvoll: Hebezeug, Lastaufnahmeeinrichtung, Schwerpunkt, Drehmoment, Statik, Arbeitssicherheit.
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