Fördertechnik Hebezeuge und Materialfluss – Anschlagmittel anhand von Angaben beurteilen
Fördertechnik Hebezeuge und Materialfluss – Anschlagmittel anhand von Angaben beurteilen
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Fördertechnik Hebezeuge und Materialfluss – Anschlagmittel anhand von Angaben beurteilen
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du, Anschlagmittel anhand ihrer Kennzeichnung, ihres Zustands und ihrer Einsatzgrenzen zu beurteilen. Zielgruppe ist die Berufsausbildung in Bereichen wie Metalltechnik, Logistik, Instandhaltung und Fördertechnik.

Du arbeitest mit kurzen Lerneinheiten, Bildern, Funktionsschemata, Animationen und sicheren Diagnose-Simulationen. Im Mittelpunkt steht nicht das Bedienen eines realen Krans, sondern die begründete Entscheidung: darf dieses Anschlagmittel für diesen geplanten Hebevorgang eingesetzt werden oder nicht?
Sicherheitsrahmen: Maschinenabläufe werden hier zuerst nur simuliert. Es gibt keine automatische Live-Ansteuerung. Schutzeinrichtungen dürfen nicht umgangen oder unwirksam gemacht werden. Reale Arbeiten an Hebezeugen und mit Anschlagmitteln dürfen nur unter geeigneter Fachaufsicht, nach betrieblicher Unterweisung und mit betrieblicher Freigabe durchgeführt werden.
Der Kurs orientiert sich insbesondere an der Betriebssicherheitsverordnung, der DGUV Regel 109-017 und der DGUV Information 209-021. Herstellerangaben und betriebliche Vorgaben haben für den konkreten Einsatz hohe Bedeutung.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine Freigabeentscheidung nachvollziehbar vorbereiten. Du kannst eine Kennzeichnung lesen, offensichtliche Schäden erkennen, Einsatzgrenzen mit den Lastdaten vergleichen und bei Unsicherheit konsequent STOPP entscheiden.
Das KZE-Merkschema
KZE ist hier ein didaktisches Merkschema und keine offizielle Normbezeichnung:
| Prüfschritt | Leitfrage | Konsequenz |
|---|---|---|
| Kennzeichnung | Sind Identifikation und Tragfähigkeitsangaben eindeutig lesbar? | Fehlen entscheidende Angaben: nicht einsetzen |
| Zustand | Sind Schnitte, Verformungen, Risse, Verschleiß, Korrosion oder Funktionsfehler erkennbar? | Sicherheitsrelevanter Mangel oder Zweifel: Nutzung entziehen |
| Einsatzgrenzen | Passen WLL, Anschlagart, Neigungswinkel, Zahl tragender Stränge, Temperatur, Kanten und Umgebung? | Nur innerhalb der Hersteller- und Betriebsgrenzen einsetzen |
Kurze Lerneinheiten
Lerneinheit 1: Wo liegt das Anschlagmittel im Materialfluss?
Ein Hebezeug bewegt die Last. Das Anschlagmittel gehört nicht zum Hebezeug; es stellt die Verbindung zwischen Tragmittel und Last oder zwischen Tragmittel und Lastaufnahmemittel her.
| Lastdaten → Anschlagmittel → Tragmittel → Hebezeug → Transportweg → Ablage |
Im betrieblichen Materialfluss ist deshalb bereits die Auswahl des Anschlagmittels eine Sicherheitsentscheidung.

Beobachtungsauftrag: Verfolge in der Animation nur die Bewegungsbahn. Markiere gedanklich den möglichen Gefahrenbereich einer bewegten oder pendelnden Last. Die Animation ist keine Bedienungsanleitung für einen realen Kran.

Lerneinheit 2: Kennzeichnung zuerst
Die zulässige Tragfähigkeit wird als Working Load Limit (WLL) angegeben. Sie gilt unter den Bedingungen, die der Hersteller festlegt. Bei Anschlagmitteln hängt die tatsächlich nutzbare Tragfähigkeit unter anderem von Anschlagart, Neigungswinkel und Zahl der tragenden Stränge ab.

Bei textilen Anschlagmitteln befindet sich die Kennzeichnung typischerweise auf einem Etikett. Bei Anschlagketten ist häufig ein Metallanhänger vorhanden. Eine Kennzeichnung muss eindeutig genug sein, damit das Anschlagmittel und seine zulässige Verwendung beurteilt werden können.
STOPP-Regel: Kannst Du die für den Einsatz notwendige Tragfähigkeits- oder Identifikationsangabe nicht sicher bestimmen, wird nicht geraten.
Lerneinheit 3: Zustand vor Einsatz beurteilen
Vor dem Einsatz werden augenfällige Mängel und die Funktion sicherheitsrelevanter Teile beurteilt. Bestehen Zweifel am arbeitssicheren Zustand, wird das Anschlagmittel der Nutzung entzogen und fachkundig geklärt.

Bei textilen Hebebändern und Rundschlingen sind beispielsweise Schnitte, starke Scheuerstellen, Garnbrüche, Wärmeschäden, Schäden durch aggressive Stoffe oder beschädigte tragende Nähte sicherheitsrelevant.

Diagnosefrage: Würdest Du ein ausgefranstes oder eingeschnittenes textiles Anschlagmittel wegen einer noch gut lesbaren WLL-Angabe weiterverwenden? Nein. Kennzeichnung und Zustand müssen gemeinsam passen.
Bei Anschlagketten nennt die DGUV Regel 109-017 unter anderem Verformungen, Brüche, Anrisse, Kerben, tragfähigkeitsmindernde Korrosion und Temperatureinflüsse als relevante Schäden. Als konkrete Grenzwerte werden dort unter anderem eine Abnahme der gemittelten Glieddicke um mehr als 10 Prozent der Nenndicke und eine Längung des äußeren Nennmaßes um mehr als 3 Prozent genannt.
Lerneinheit 4: Anschlagarten erkennen
Die Hauptanschlagarten sind direkt, Schnürgang und Hängegang. Die Anschlagart beeinflusst die zulässige Tragfähigkeit. Maßgeblich bleiben die Kennzeichnung und die Herstellerangaben des konkret eingesetzten Anschlagmittels.
Direkt:

Schnürgang:

Hängegang / umgelegt:

Lerneinheit 5: Neigungswinkel richtig lesen
Der Neigungswinkel ist der Winkel zwischen einem Strang des Anschlagmittels und der gedachten Lotrechten. Mit größerem Neigungswinkel nimmt die Tragfähigkeit eines mehrsträngigen Gehänges in der Regel ab. Nach DGUV Regel 109-017 darf der Neigungswinkel 60 Grad nicht überschreiten.

Merksatz: Nicht den optisch bequemen Winkel wählen, sondern den tatsächlichen Winkel mit der passenden Tragfähigkeitsangabe vergleichen.
Lerneinheit 6: Scharfe Kanten und Umgebung
Scharfe Kanten können Anschlagmittel beschädigen und ihre Tragfähigkeit unzulässig beeinträchtigen. Nach DGUV Regel 109-017 gilt eine Kante bei Seilen, Ketten und Hebebändern als scharf, wenn ihr Radius kleiner ist als der Durchmesser des Seils, die Dicke des Hebebands oder die Nenndicke der Rundstahlkette. Geeigneter Kantenschutz kann erforderlich sein.
Auch Temperatur, aggressive Stoffe, Feuchtigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und die Geometrie der Last können die Auswahl begrenzen. Für Rundschlingen und andere textile Anschlagmittel sind zusätzlich die Herstellerangaben entscheidend.
Lerneinheit 7: Prüfschaltbild für die Freigabe
| Schritt | Ja | Nein / unklar |
|---|---|---|
| Kennzeichnung lesbar und passend? | weiter zu Zustand | STOPP |
| Zustand arbeitssicher? | weiter zu Einsatzgrenzen | STOPP |
| WLL für reale Anschlagart und Winkel ausreichend? | weiter zu Umgebung | STOPP |
| Kanten, Temperatur und Umgebung zulässig? | weiter zur betrieblichen Freigabe | STOPP |
| Gefahrenbereich, Kommunikation und Arbeitsablauf geklärt? | Freigabe nur durch zuständige betriebliche Personen | STOPP |
Das Prüfschaltbild ist eine Lernhilfe. Es ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch Herstellerunterlagen, Prüfungen oder betriebliche Anweisungen.
Lerneinheit 8: Wiederkehrende Prüfung
Nach DGUV Regel 109-017 werden Lastaufnahme- und Anschlagmittel in Abständen von längstens einem Jahr durch eine zur Prüfung befähigte Person geprüft. Je nach Einsatzbedingungen können kürzere Abstände erforderlich sein. Eine solche wiederkehrende Prüfung ist etwas anderes als Deine Sichtkontrolle vor dem Einsatz.
Ausbildungsfall: Das Getriebegehäuse
Du bist in der Ausbildung in einer Metallwerkstatt. Ein 1,6-Tonnen-Getriebegehäuse soll mit einem Brückenkran zu einem Montageplatz umgesetzt werden. Der Schwerpunkt ist in der Zeichnung mittig angegeben, zwei freigegebene Anschlagpunkte sind vorhanden, die Umgebungstemperatur beträgt 20 Grad Celsius.
Zur Auswahl liegen drei Anschlagmittel bereit. Die Angaben sind fiktive Übungsdaten und keine Herstellerfreigaben:
| Mittel | Angabe | Zustand |
|---|---|---|
| A | Zweistrang-Kettengehänge: WLL 2,0 t bei 0 bis 45 Grad; WLL 1,4 t bei 45 bis 60 Grad | Kennzeichnung lesbar, keine augenfälligen Schäden |
| B | Rundschlinge: WLL 2,0 t im direkten Einsatz | Mantel mit deutlich sichtbarem Schnitt |
| C | Kettengehänge | Tragfähigkeitsanhänger nicht lesbar |
Die Geometrie würde bei Mittel A zu einem tatsächlichen Neigungswinkel von 50 Grad führen.
Deine Entscheidung: Keines der drei Mittel darf in dieser simulierten Situation freigegeben werden. A ist im tatsächlichen Winkelbereich mit 1,4 t nicht ausreichend für 1,6 t. B hat einen sicherheitsrelevanten sichtbaren Schaden. C kann wegen der fehlenden sicheren Tragfähigkeitsangabe nicht beurteilt werden.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Wo anfangen?
Arbeite immer in der Reihenfolge Kennzeichnung → Zustand → Einsatzgrenzen.
Hilfe 2 – Welcher Winkelbereich gilt?
50 Grad liegt im angegebenen Bereich von 45 bis 60 Grad. Für Mittel A musst Du deshalb mit der dort angegebenen WLL von 1,4 t vergleichen.
Hilfe 3 – Was ist die sichere Konsequenz?
1,6 t Last sind mehr als 1,4 t zulässige Tragfähigkeit. Die richtige Reaktion ist nicht „vorsichtig probieren“, sondern STOPP und ein geeignetes Anschlagmittel mit ausreichender Freigabe auswählen lassen.
Sichere Fehlerdiagnose-Simulation
Diese Simulation steuert kein reales Gerät. Du beurteilst nur Datenkarten.
| Simulation | Beobachtung | Sichere Diagnose |
|---|---|---|
| S1 | Etikett vollständig, WLL passend, aber ein tiefer Schnitt im Hebeband | nicht verwenden; der Zustand ist sicherheitsrelevant |
| S2 | Kettengehänge äußerlich unauffällig, aber Tragfähigkeitsanhänger unlesbar | nicht verwenden; notwendige Einsatzangaben fehlen |
| S3 | WLL reicht bei kleinem Winkel, tatsächlicher Neigungswinkel liegt aber in einem niedrigeren WLL-Bereich | nicht verwenden; reale Geometrie ist maßgeblich |
| S4 | Kennzeichnung, Zustand und WLL passen, aber die Last hat eine ungeschützte scharfe Kante | STOPP; geeigneten Kantenschutz und Herstellerangaben klären |
Fehlerdiagnose-Regel: Ein einzelnes positives Merkmal kompensiert kein negatives Sicherheitsmerkmal.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basisaufgaben
- Kennzeichnung: Nenne drei Informationen, die Du für eine Freigabeentscheidung aus Kennzeichnung oder Herstellerunterlagen sicher bestimmen können musst.
Begründetes Feedback
Eine gute Antwort nennt mindestens Tragfähigkeit beziehungsweise WLL, eindeutige Identifikation des Anschlagmittels und die für die Verwendung nötigen Angaben zu Anschlagart beziehungsweise Winkelbereich. Entscheidend ist nicht die Farbe allein, sondern eine belastbare Zuordnung der zulässigen Verwendung.
- Sichtprüfung: Begründe, warum ein lesbares Etikett allein nicht für eine Freigabe genügt.
Begründetes Feedback
Die Kennzeichnung beschreibt die zulässige Verwendung, nicht den aktuellen Zustand. Schnitte, Risse, Verschleiß, Korrosion, Verformungen oder Funktionsmängel können das Anschlagmittel trotz korrekter Kennzeichnung unbrauchbar machen.
Anwendungsaufgaben
- Neigungswinkel: Eine Last liegt innerhalb der WLL bei 0 bis 45 Grad, der reale Winkel beträgt aber 55 Grad. Erkläre Deinen nächsten Prüfschritt.
Begründetes Feedback
Du verwendest nicht den günstigeren Tabellenwert. Du brauchst die Tragfähigkeitsangabe für den tatsächlichen Bereich von 45 bis 60 Grad und vergleichst diese mit der Last. Ist sie zu klein oder nicht sicher bestimmbar, lautet die Entscheidung STOPP.
- Kantenschutz: Ein Hebeband soll über eine scharfkantige Stahlkante geführt werden. Entwickle eine sichere Entscheidung.
Begründetes Feedback
Ohne geeignete Schutzmaßnahme darfst Du die Gefährdung nicht ignorieren. Herstellerangaben, Kantenradius, zulässiger Kantenschutz und betriebliche Vorgaben müssen geklärt sein. Improvisierte Schutzstücke ohne Freigabe sind keine verlässliche Lösung.
Transferaufgaben
- Materialfluss: Entwirf für Deinen Ausbildungsbetrieb einen digitalen KZE-Prüfablauf, der vor jeder simulierten Lastbewegung die drei Entscheidungstore Kennzeichnung, Zustand und Einsatzgrenzen verlangt.
Begründetes Feedback
Ein guter Entwurf verhindert das Überspringen eines Prüfschritts, dokumentiert Unsicherheiten als STOPP und erlaubt keine automatische Maschinenfreigabe. Die endgültige betriebliche Freigabe bleibt bei den zuständigen Personen.
- Gefährdungsbeurteilung: Übertrage den Ausbildungsfall auf eine heiße, chemisch belastete oder scharfkantige Last und erkläre, welche zusätzlichen Angaben Du brauchst.
Begründetes Feedback
Du musst zusätzlich Werkstoffverträglichkeit, Temperaturgrenzen, Kantenbedingungen, Herstellerfreigaben und betriebliche Schutzmaßnahmen betrachten. Eine reine WLL-Prüfung reicht dann ausdrücklich nicht.
Mediengestütztes Lernen
Video: Anschlagen von Lasten
Das folgende Video von ASTAG bietet einen zusätzlichen Überblick. Vergleiche die dort gezeigten Schritte mit dem KZE-Merkschema.
Video: Unterweisung für Anschlägerinnen und Anschläger
Nutze das Video als Beobachtungsauftrag: Notiere jeweils ein Beispiel für Kennzeichnung, Zustandskontrolle und sichere Arbeitsorganisation.
Fachquellen und Medienrechte
Quellencheck, Stand 07.10.2026: Die fachlichen Kernaussagen wurden mit aktuellen Veröffentlichungsseiten beziehungsweise amtlichen Rechtsquellen abgeglichen.
- DGUV Regel 109-017 – Betreiben von Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb, Ausgabe 12/2020.
- DGUV Information 209-021 – Belastungstabellen für Anschlagmittel, Ausgabe 08/2021.
- DGUV Information 209-013 – Anschläger.
- BGHM – Arbeitsschritte für das sichere Anschlagen, Aufnehmen und Absetzen von Lasten.
- Betriebssicherheitsverordnung, insbesondere Gefährdungsbeurteilung, sichere Verwendung, Prüfungen und Anforderungen an das Heben von Lasten.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien: „Lifting hook with a safety latch hanging from a bridge crane - 2.jpg“ und „Hebeband.JPG“ stehen unter CC0. „Hebegurt Belastung.jpg“ ist unter CC BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL verfügbar. „Steelflex round sling on ground.jpg“ sowie die verwendeten Rundschlingen-SVGs stehen unter CC BY-SA 4.0. „Trench safety - frayed web sling (9250662782).jpg“ ist als Werk von NIOSH Public Domain in den USA. Die beiden Kran-Animationen von Silberwolf stehen unter CC BY-SA 2.5. Maßgeblich bleiben die jeweiligen Dateibeschreibungsseiten auf Wikimedia Commons.
YouTube: Die Videos werden nur eingebettet und nicht kopiert oder neu veröffentlicht. Rechte und Verfügbarkeit verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern beziehungsweise Plattformanbietern. Die eingebetteten Links wurden am 07.10.2026 geprüft.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet WLL bei einem Anschlagmittel? (Maximale Arbeitslast unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen) (!Beliebige Bruchlast des Anschlagmittels) (!Gewicht des leeren Hebezeugs) (!Mindestgewicht einer zulässigen Last)
Was ist bei einer für den Einsatz notwendigen unlesbaren Kennzeichnung zu tun? (Anschlagmittel nicht einsetzen und fachkundig klären) (!Tragfähigkeit nach Farbe schätzen) (!Mit halber Last ausprobieren) (!Kennzeichnung selbst ergänzen)
Zwischen welchen Richtungen wird der Neigungswinkel beim Anschlagen bestimmt? (Zwischen Anschlagstrang und gedachter Lotrechten) (!Zwischen Hallenboden und Kranbahn) (!Zwischen zwei beliebigen Kettengliedern) (!Zwischen Lasthaken und Fahrtrichtung)
Welcher Neigungswinkel darf nach DGUV Regel 109-017 nicht überschritten werden? (60 Grad) (!30 Grad) (!75 Grad) (!90 Grad)
Welche Aussage zu scharfen Kanten ist richtig? (Sie können Anschlagmittel beschädigen und ihre Tragfähigkeit beeinträchtigen) (!Sie erhöhen grundsätzlich die Tragfähigkeit) (!Sie sind bei textilen Anschlagmitteln immer unproblematisch) (!Sie spielen nur bei unbelasteten Anschlagmitteln eine Rolle)
Was ist bei einem deutlich eingeschnittenen Hebeband die sichere Entscheidung? (Nicht verwenden und der Nutzung entziehen) (!Nur die WLL verdoppeln) (!Mit geringerer Hubgeschwindigkeit weiterverwenden) (!Den Schnitt mit Klebeband abdecken)
Wann nennt die DGUV Regel 109-017 bei einer Anschlagkette die Abnahme der gemittelten Glieddicke als Ablegekriterium? (Bei mehr als 10 Prozent Abnahme gegenüber der Nenndicke) (!Bei mehr als 1 Prozent Abnahme) (!Bei mehr als 25 Prozent Abnahme) (!Erst bei vollständigem Bruch)
Welche Längung des äußeren Nennmaßes eines Kettenglieds nennt die DGUV Regel 109-017 als Ablegekriterium? (Mehr als 3 Prozent) (!Mehr als 1 Prozent) (!Mehr als 15 Prozent) (!Mehr als 30 Prozent)
In welchem längsten regelmäßigen Abstand sollen Lastaufnahme- und Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 durch eine zur Prüfung befähigte Person geprüft werden? (In Abständen von längstens einem Jahr) (!In Abständen von längstens fünf Jahren) (!Nur nach einem Unfall) (!Nur vor dem ersten Einsatz)
Was ist bei Zweifel am arbeitssicheren Zustand eines Anschlagmittels richtig? (Der Nutzung entziehen und fachkundig klären) (!Trotzdem einen kurzen Probehub durchführen) (!Nur die Last halbieren) (!Die Schutzeinrichtung des Hebezeugs überbrücken)
Memory
| WLL | Maximale Arbeitslast unter festgelegten Herstellerbedingungen |
| Neigungswinkel | Winkel zwischen Anschlagstrang und Lotrechter |
| Ablegereife | Zustand für das Aussondern aus der Verwendung |
| Metallanhänger | Typischer Kennzeichnungsträger einer Anschlagkette |
| Etikett | Typischer Kennzeichnungsträger eines textilen Anschlagmittels |
| Kantenschutz | Schutz gegen schädigende Kantenbeanspruchung |
| Sichtprüfung | Kontrolle auf augenfällige Mängel |
| Schnürgang | Anschlagart mit Umschlingung und Zuziehen um die Last |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Sichere Entscheidung |
|---|---|
| Kennzeichnung unlesbar | STOPP und fachkundig klären |
| Schnitt im Hebeband | Nutzung entziehen |
| WLL kleiner als Last | anderes geeignetes Anschlagmittel auswählen |
| Neigungswinkel größer als 60 Grad | Anschlaggeometrie nicht freigeben |
| Scharfe Kante ohne geklärten Schutz | Kantenschutz und Herstellerfreigabe klären |
Kreuzworträtsel
| Tragfähigkeit | Welche Größe darf bei einem Anschlagmittel nicht überschritten werden? |
| Kennzeichnung | Was muss eine sichere Zuordnung von Anschlagmittel und zulässiger Verwendung ermöglichen? |
| Neigungswinkel | Wie heißt der Winkel zwischen einem Anschlagstrang und der gedachten Lotrechten? |
| Kantenschutz | Was schützt ein Anschlagmittel vor schädigender Beanspruchung an einer Kante? |
| Rundschlinge | Wie heißt ein textiles endloses Anschlagmittel mit tragendem Kern und Schutzmantel? |
| Sichtprüfung | Wie heißt die Kontrolle auf augenfällige Mängel? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kennzeichnung: Fotografiere im Ausbildungsraum nur nach Freigabe ein außer Betrieb befindliches, zugängliches Anschlagmittel und beschrifte auf einer Kopie die sichtbaren Kennzeichnungsfelder. Keine Last bewegen.
- Anschlagarten: Zeichne direkt, Schnürgang und Hängegang als drei einfache Funktionsskizzen und notiere jeweils, dass die konkrete Tragfähigkeit aus Herstellerangaben zu entnehmen ist.
- Schadensbild: Erstelle aus den frei lizenzierten Kursbildern eine Karte „einsatzfähig beurteilen“ versus „STOPP und klären“ und begründe jede Zuordnung.
- KZE-Merkschema: Gestalte ein Taschenformat-Merkblatt mit Kennzeichnung, Zustand und Einsatzgrenzen.
Standard
- Ausbildungsfall: Verändere im Getriebegehäuse-Fall Lastmasse oder Neigungswinkel und formuliere eine neue begründete Freigabeentscheidung.
- Gefahrenbereich: Zeichne zu einer simulierten Kranbewegung den Bereich ein, in dem sich während des Hebevorgangs keine ungeschützten Personen aufhalten sollen.
- Interview: Befrage eine fachkundige Person im Betrieb zu typischen Ablegekriterien. Dokumentiere, welche Aussage aus Herstellerunterlagen oder Regelwerk stammt und welche betriebliche Erfahrung ist.
- Prüfkarte: Entwickle eine Papier- oder Tabellenkarte, die eine Entscheidung erst zulässt, wenn Kennzeichnung, Zustand und Einsatzgrenzen geprüft wurden.
Schwer
- Fehleranalyse: Entwickle drei realistische, aber rein simulierte Fehlerszenarien, in denen eine scheinbar passende WLL trotzdem nicht zur Freigabe führt.
- Transfer: Vergleiche die Anforderungen an Kette, Drahtseil und textiles Anschlagmittel anhand von DGUV- und Herstellerinformationen und formuliere Unterschiede in der Zustandsbeurteilung.
- Prozessgestaltung: Entwirf einen sicheren Materialfluss für einen Hebevorgang vom Bereitstellplatz bis zum Montageplatz einschließlich STOPP-Punkten. Keine Live-Ansteuerung vorsehen.
- Unterweisung: Produziere ein kurzes Lernvideo oder Storyboard, in dem eine Auszubildende oder ein Auszubildender eine unsichere Freigabe erkennt, stoppt und fachkundig klären lässt.


Lernkontrolle
- Begründete Freigabe: Du erhältst Lastdaten, Winkelbereich, Kennzeichnung und Zustandsbeschreibung von drei Anschlagmitteln. Begründe für jedes Mittel eine Freigabe- oder STOPP-Entscheidung.
- Fehlerkette: Erkläre, warum ein einziges übersehenes Merkmal wie Schnitt, fehlende Kennzeichnung oder falscher Winkel eine ansonsten richtige Auswahl unbrauchbar machen kann.
- Winkeländerung: Analysiere, wie eine Änderung der Anschlaggeometrie die Entscheidung über die Tragfähigkeit beeinflusst, ohne einen Herstellerwert zu erfinden.
- Umgebungswechsel: Übertrage eine freigegebene Hallensituation auf Hitze, Chemikalieneinwirkung oder scharfe Kanten und leite zusätzliche Prüfanforderungen ab.
- Prüfrollen: Unterscheide die Sichtkontrolle vor dem Einsatz von der wiederkehrenden Prüfung durch eine zur Prüfung befähigte Person und erkläre den Sicherheitsgewinn.
- Sicherheitsorganisation: Begründe, warum ein digitales Prüfsystem zwar unterstützen, aber keine automatische Live-Freigabe eines realen Hebevorgangs ohne betriebliche Verantwortung auslösen soll.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Einzelwerte kennst, sondern eine vollständige, begründete Entscheidung treffen kannst.
- Kennzeichnung lesen: WLL und relevante Einsatzangaben korrekt zuordnen.
- Zustand beurteilen: offensichtliche Schäden erkennen und bei Zweifel STOPP entscheiden.
- Einsatzgrenzen prüfen: Anschlagart, Neigungswinkel, tragende Stränge, Kanten und Umgebung berücksichtigen.
- Quellen nutzen: Herstellerunterlagen, betriebliche Vorgaben und einschlägige DGUV-Informationen unterscheiden und anwenden.
- Sicher arbeiten: Simulation von realer Arbeit trennen, Gefahrenbereich beachten und keine Schutzeinrichtungen umgehen.
- Entscheidung begründen: Freigabe oder Ablehnung nachvollziehbar dokumentieren.
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