Eigene Ideen mit KI weiterentwickeln

Eigene Ideen mit KI weiterentwickeln
Einleitung
Eigene Ideen mit KI weiterentwickeln bedeutet nicht, dass eine KI für Dich denkt. In diesem Lernkurs entwickelst Du zuerst selbst eine Idee. Erst danach nutzt Du ein schulisch freigegebenes KI-Werkzeug, um Varianten zu finden, Deine Idee anschaulicher zu machen, einen Prototyp vorzubereiten oder gezieltes Feedback zu bekommen. Du entscheidest, was zu Deinem Ziel passt, prüfst wichtige Aussagen und dokumentierst, was von Dir und was von der KI stammt.
Der Kurs richtet sich besonders an die Klasse 5 und benötigt keine technischen Vorkenntnisse. Er ist für etwa eine bis zwei Unterrichtsstunden angelegt. Du kannst alle Kernaufgaben auch mit Papier, Stiften und einer gemeinsam von der Lehrkraft bedienten KI bearbeiten.

Der wichtigste Ablauf lautet:
Mensch setzt das Ziel → Mensch entwickelt eine erste Idee → KI liefert Varianten oder Hilfen → Mensch prüft und wählt → Mensch baut und testet → Mensch verbessert und verantwortet das Ergebnis.
So bleibt Deine eigene Leistung sichtbar. Die KI ist ein Werkzeug im Prozess, nicht die Autorin oder der Autor Deiner Entscheidung.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- eigene Ideen zuerst ohne KI sichtbar machen und beschreiben.
- KI gezielt um Varianten, Visualisierungen, Rückfragen oder Verbesserungsvorschläge bitten.
- Arbeitsaufträge an KI so formulieren, dass Ziel, Grenzen und gewünschte Ausgabe verständlich sind.
- Aussagen prüfen, statt eine KI-Antwort automatisch für richtig zu halten.
- einen einfachen Prototyp bauen, testen und aufgrund von Rückmeldungen verbessern.
- transparent dokumentieren, welche Entscheidungen von Dir stammen und welche Anregungen von einer KI kamen.
- Sicherheit und Fairness beachten und die Endverantwortung selbst übernehmen.
Material und Rahmen
Du brauchst Papier, Stifte, eventuell Karton oder Klebezettel und für den Test Deines Prototyps eine Mitschülerin oder einen Mitschüler. Optional nutzt die Klasse ein von der Schule freigegebenes KI-Werkzeug. Ein persönliches Konto ist für diesen Kurs nicht nötig.
Wichtig für Klasse 5: Nutze KI nur so, wie es Deine Schule und Deine Lehrkraft erlauben. Gib keine privaten Daten ein. Dazu gehören zum Beispiel vollständige Namen, private Adressen, Telefonnummern, Passwörter, persönliche Fotos und vertrauliche Informationen über andere Personen. Lade auch keine Arbeiten oder Bilder anderer Menschen hoch, wenn dafür keine Erlaubnis vorliegt.
Internationale Leitlinien zu KI und Bildung betonen eine altersgerechte, menschenzentrierte Nutzung, Datenschutz, Sicherheit, Fairness und menschliche Aufsicht. Weiterführend: UNESCO: Guidance for generative AI in education and research und UNICEF: Guidance on AI and children.
Zeitplan für 45 bis 90 Minuten
| Phase | Kernkurs etwa 45 Minuten | Vertiefung bis etwa 90 Minuten |
|---|---|---|
| Aktivierung | Eigene Idee und kurze Diagnose | Ideen vergleichen und Kriterien sammeln |
| Einführung | KI als Werkzeug, Grenzen und Sicherheitsregeln | Videoimpuls und Quellenkritik ergänzen |
| Ideenarbeit | Eigene Idee zuerst, danach KI-Varianten | Varianten mit Kriterienmatrix bewerten |
| Prototyping | Papierprototyp oder Skizze | Modell, Storyboard oder genauere Visualisierung |
| Test | Rückmeldung von einer Person | Zwei Testpersonen und Vergleich der Rückmeldungen |
| Verbesserung | Eine begründete Änderung | Mehrere Änderungen mit Entscheidungsprotokoll |
| Reflexion | Exit-Frage | Transfer auf ein anderes Fach oder Problem |
Aktivierung und Diagnose
Erst Du, dann die KI
Wähle ein kleines Problem aus Deinem Schulalltag. Beispiele sind eine unübersichtliche Materialkiste, eine langweilige Leseecke, eine Pausenidee, eine verständlichere Erklärung für ein schwieriges Thema oder ein Plakat, das zu viel Text enthält.
Arbeite zunächst drei Minuten ohne KI.
- Schreibe das Problem in einem Satz auf.
- Zeichne oder beschreibe Deine erste Lösungsidee.
- Markiere, was an Deiner Idee unbedingt erhalten bleiben soll.
- Notiere eine Frage, bei der Dir später eine KI helfen könnte.

Mini-Diagnose: Zeige mit den Fingern null, eins oder zwei. Null bedeutet „noch unsicher“, eins bedeutet „teilweise“, zwei bedeutet „kann ich erklären“.
- Ich kann eine eigene Idee beschreiben, bevor ich ein digitales Werkzeug benutze.
- Ich weiß, dass KI-Ausgaben Fehler enthalten können.
- Ich kann sagen, welche Daten ich nicht in eine KI eingeben sollte.
- Ich kann begründen, warum ich einen Vorschlag übernehme oder ablehne.
Diese Diagnose ist keine Note. Sie zeigt Dir, worauf Du im Kurs besonders achten kannst.
Verständliche Einführung: Was kann generative KI?
Generative KI kann neue Texte, Bilder, Tonfolgen, Tabellen, Programmcode oder andere Inhalte erzeugen. Sie arbeitet mit Mustern, die sie aus sehr vielen Beispielen gelernt hat. Dadurch kann sie passende Fortsetzungen und Varianten erzeugen. Sie hat aber keine eigenen Ziele für Dein Schulprojekt. Das Ziel setzt Du.
Eine KI-Antwort kann hilfreich klingen und trotzdem ungenau, einseitig oder falsch sein. Deshalb gilt besonders bei Sachinformationen: KI-Ausgabe ist ein Vorschlag, noch keine geprüfte Quelle.

Das Bild zeigt stark vereinfacht den Aufbau eines künstlichen neuronalen Netzes. Solche Netze sind eine wichtige technische Grundlage vieler heutiger KI-Systeme. Sie sind jedoch kein menschliches Gehirn und verstehen eine Aufgabe nicht auf dieselbe Weise wie ein Mensch.
Der Videoimpuls von SRF Kids erklärt Künstliche Intelligenz kindgerecht. Achte beim Anschauen auf zwei Fragen: Wobei kann KI helfen? und Warum müssen Menschen trotzdem prüfen und entscheiden?
Vier sinnvolle Rollen der KI in diesem Kurs
- Variieren: Die KI schlägt mehrere unterschiedliche Möglichkeiten zu Deiner bereits vorhandenen Idee vor.
- Visualisieren: Die KI hilft Dir, eine Idee genauer zu beschreiben oder – wenn das schulische Werkzeug dies erlaubt – als Bildidee darzustellen.
- Prototyping vorbereiten: Die KI kann Materiallisten, Testfragen, Ablaufvarianten oder eine einfache Struktur vorschlagen.
- Verbessern: Die KI kann Rückfragen stellen oder Hinweise geben, wenn Du klare Kriterien nennst.
Die KI soll dabei nicht einfach die ganze Aufgabe fertigstellen. Du verwendest sie gezielt an einer Stelle, an der sie Deinen Denkprozess erweitert.
Der Mensch-KI-Mensch-Zyklus
Schritt 1: Eigene Idee sichtbar machen
Bevor Du eine KI fragst, halte Deine Ausgangsidee fest. Eine Skizze, ein kurzer Text oder ein kleines Modell genügt. Schreibe außerdem zwei Kriterien auf, die Dir wichtig sind. Beispiele: verständlich, fair, stabil, günstig, umweltfreundlich, schön, platzsparend oder gut testbar.
Warum? Wenn Deine eigene Idee sichtbar ist, kannst Du später erkennen, was wirklich verbessert wurde. Außerdem bleibt nachvollziehbar, welche Ziele von Dir stammen.
Schritt 2: Einen guten Arbeitsauftrag an die KI geben
Ein hilfreicher Arbeitsauftrag besteht aus vier Teilen:
- Ausgangsidee: Was hast Du bereits entwickelt?
- Ziel: Was soll besser oder vielfältiger werden?
- Grenzen: Was muss erhalten bleiben oder darf nicht passieren?
- Ausgabe: Wie viele Varianten oder welche Form der Antwort möchtest Du?
Beispiel:
„Meine Idee ist eine kleine Ruheinsel für den Schulhof mit Sitzplätzen und Pflanzen. Die Grundidee soll erhalten bleiben. Gib mir drei deutlich unterschiedliche Varianten, die auch für Kinder geeignet sind, die nicht lange stehen können. Nenne zu jeder Variante einen Vorteil und einen möglichen Nachteil. Erfinde keine Kosten.“
Hier bleibt die Ausgangsidee beim Menschen. Die KI soll nur Varianten liefern und Grenzen beachten.
Schritt 3: Prüfen, auswählen und begründen

Prüfe jeden KI-Vorschlag mit fünf Fragen:
- Ziel: Hilft der Vorschlag wirklich bei meinem Problem?
- Richtigkeit: Enthält er Tatsachen, die ich mit einer geeigneten Quelle prüfen muss?
- Fairness: Werden unterschiedliche Menschen mitgedacht oder entstehen Nachteile und Klischees?
- Sicherheit: Sind persönliche Daten, gefährliche Handlungen oder unangemessene Inhalte im Spiel?
- Transparenz: Kann ich erklären, was ich übernommen, verändert oder verworfen habe?
Wenn eine KI zum Beispiel behauptet, ein bestimmtes Material sei wetterfest, prüfst Du diese Aussage in einer geeigneten Sachquelle, bevor Du sie übernimmst. Für eine kreative Farbidee ist dagegen nicht immer eine externe Quelle nötig.
Fairness: Für wen funktioniert Deine Idee?

Eine Lösung ist nicht automatisch fair, nur weil sie „für alle“ gedacht ist. Frage konkret: Wer kann sie gut nutzen? Wer vielleicht nicht? Welche Körpergrößen, Sprachen, Interessen, Fähigkeiten oder Bedürfnisse wurden noch nicht berücksichtigt?
Bei einer Schulhofidee könntest Du prüfen, ob es sowohl aktive als auch ruhige Nutzungsmöglichkeiten gibt, ob Wege frei bleiben und ob Menschen mit unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten mitgedacht werden.
Fairness-Test: Bitte die KI nicht einfach „Mach es fairer“. Nenne eine konkrete Frage, zum Beispiel: „Welche Nutzergruppen habe ich bei meiner Sitzidee vielleicht noch nicht mitgedacht? Nenne nur Prüffragen und entscheide nicht für mich.“
Schritt 4: Einen Prototyp bauen
Ein Prototyp ist eine frühe, vereinfachte Version Deiner Lösung. Er muss nicht perfekt aussehen. Er soll etwas zeigen, das Du testen kannst.

Mögliche Prototypen für Klasse 5 sind eine Papierskizze, ein Kartonmodell, ein Storyboard, ein Plakatentwurf, ein Ablaufplan, ein Rollenspiel oder ein beschriftetes Modell aus vorhandenen Materialien.
Die KI kann Dir dabei helfen, eine Testfrage zu formulieren oder Varianten zu beschreiben. Bauen, auswählen und bewerten musst Du selbst.
Schritt 5: Testen, verbessern, erneut testen
Zeige Deinen Prototyp einer anderen Person. Erkläre nicht sofort alles. Beobachte zuerst, was die Person versteht und wo Fragen entstehen.
Nutze drei kurze Testfragen:
- Was glaubst Du, soll diese Lösung erreichen?
- Was funktioniert für Dich schon gut?
- Was würdest Du als Erstes verändern?
Danach entscheidest Du selbst, welche Rückmeldung sinnvoll ist. Eine Rückmeldung ist ein Hinweis, kein Befehl.

Verbesserungsschleife: Test → Rückmeldung → Entscheidung → Änderung → kurzer neuer Test.
Entscheidungsprotokoll: Deine Verantwortung bleibt sichtbar
Fülle während der Arbeit mindestens drei Zeilen aus.
| Phase | Mein eigener Beitrag | KI-Beitrag | Meine Entscheidung | Begründung und Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Ausgangsidee | Meine erste Skizze oder Beschreibung | Noch keiner | Was soll unbedingt bleiben? | Warum ist mir das wichtig? |
| Variation | Mein Ziel und meine Kriterien | Mehrere Vorschläge oder Rückfragen | Was übernehme, ändere oder verwerfe ich? | Welches Kriterium entscheidet? |
| Prototyp | Mein Modell oder Entwurf | Optional Testfragen oder Alternativen | Welche Version baue ich? | Warum ist sie testbar? |
| Test | Beobachtungen und Rückmeldungen | Optional Sortierhilfe | Welche Änderung setze ich um? | Welche Rückmeldung war überzeugend? |
| Abschluss | Meine verbesserte Lösung | Dokumentierte Unterstützung | Ich gebe die Endfassung frei | Welche Verantwortung übernehme ich? |
Ein gutes Ergebnis ist nicht das Ergebnis mit „am meisten KI“, sondern das Ergebnis, dessen Entscheidungen Du erklären und verantworten kannst.
Realistische Anwendungssituation: Eine faire Pauseninsel
Die Schule möchte eine kleine Ecke des Schulhofs verbessern. Dort sollen Schülerinnen und Schüler kurz sitzen, lesen, reden oder sich erholen können. Die Lösung soll möglichst fair, praktisch, wettergeeignet und verständlich geplant sein. Ihr dürft zunächst nur einen Papierprototyp oder ein kleines Modell entwickeln.
Auftrag:
- Entwickle zuerst allein oder im Team eine eigene Grundidee.
- Formuliere drei Kriterien, zum Beispiel Nutzbarkeit, Fairness und Materialeignung.
- Nutze KI erst danach, um drei Varianten oder kritische Rückfragen zu erhalten.
- Wähle nicht automatisch den ersten Vorschlag, sondern vergleiche die Varianten mit Deinen Kriterien.
- Baue eine Skizze oder ein Modell und kennzeichne wichtige Maße.
- Lasse eine andere Gruppe den Prototyp testen.
- Verbessere mindestens einen Punkt und dokumentiere, warum Du ihn geändert hast.
- Erkläre am Ende, welche Teile von Euch stammen, wobei KI geholfen hat und welche Entscheidung bewusst bei Euch blieb.
Sicherheitsregel: Nenne in der KI keine echten Namen, privaten Daten oder genaue personenbezogene Informationen. Für die Aufgabe genügt eine allgemeine Beschreibung wie „Schulhof einer fünften Klasse“.
Kriterienmatrix für die Auswahl
Bewerte jede Variante mit 0, 1 oder 2 Punkten. Null bedeutet „passt kaum“, eins „teilweise“, zwei „passt gut“. Die Punktzahl hilft beim Vergleichen, entscheidet aber nicht automatisch.
| Variante | Passt zum Ziel | Fair nutzbar | Praktisch umsetzbar | Verständlich | Meine Begründung |
|---|---|---|---|---|---|
| Eigene Ausgangsidee | |||||
| KI-Variante A | |||||
| KI-Variante B | |||||
| KI-Variante C |
Mathematik trifft Ethik: Eine Summe kann Dir den Vergleich erleichtern. Trotzdem darfst Du begründet eine Variante wählen, die nicht die höchste Punktzahl hat, wenn ein besonders wichtiges Kriterium sonst verletzt würde.
Fächerübergreifende Bezüge
| Lernbereich | Was Du in diesem Kurs übst | Mögliche Vertiefung |
|---|---|---|
| Informatik | Eingabe und Ausgabe unterscheiden, KI als System mit Grenzen verstehen, Arbeitsaufträge schrittweise verbessern | Zwei unterschiedlich formulierte Arbeitsaufträge vergleichen |
| Deutsch | Ideen präzise beschreiben, Fragen formulieren, Ergebnisse begründen, Rückmeldungen verständlich geben | Eine Begründung mit Behauptung, Grund und Beispiel schreiben |
| Mathematik | Kriterien bewerten, einfache Punktevergleiche nutzen, Maße für Skizzen oder Modelle angeben | Einen einfachen Maßstab für den Prototyp verwenden |
| Naturwissenschaften | Behauptungen zu Material, Wetter, Licht, Pflanzen oder Stabilität prüfen | Eine Materialeigenschaft durch Beobachtung oder geeignete Quelle überprüfen |
| Kunst | Skizzieren, Varianten gestalten, Form und Funktion verbinden, Wirkung von Farben und Anordnung untersuchen | Zwei visuelle Entwürfe mit demselben Ziel entwickeln |
| Ethik | Verantwortung, Fairness, Teilhabe und Folgen von Entscheidungen reflektieren | Prüfen, wer durch eine Lösung ausgeschlossen werden könnte |
| Medienbildung | Datenschutz, Quellenkritik, Kennzeichnung von KI-Unterstützung und transparente Dokumentation üben | Eine KI-Aussage mit zwei unabhängigen Quellen vergleichen |
Drei Schwierigkeitsstufen im Unterricht
Leicht: Variieren
Du hast bereits eine Idee. Bitte die KI um drei Varianten, die jeweils nur einen bestimmten Teil verändern. Entscheide danach selbst, welche einzelne Veränderung nützlich ist.
Standard: Mit Kriterien auswählen
Lege vor der KI-Nutzung drei Kriterien fest. Vergleiche Deine Ausgangsidee und mindestens zwei KI-Varianten mit der Kriterienmatrix. Begründe, warum Du eine Variante auswählst oder Teile kombinierst.
Schwer: Prüfen und gegensteuern
Suche in einer KI-Antwort nach einer ungeprüften Behauptung, einer möglichen Einseitigkeit oder einer übersehenen Nutzergruppe. Formuliere einen besseren Folgeauftrag, prüfe das Ergebnis erneut und dokumentiere, warum Deine Endentscheidung anders ausfällt.
Selbstkontrolle: Kannst Du Deinen Prozess erklären?
Kreuze für Dich gedanklich „ja“, „teilweise“ oder „noch nicht“ an.
- Meine erste Idee ist dokumentiert, bevor KI eingesetzt wurde.
- Mein Arbeitsauftrag nennt Ziel und Grenzen.
- Ich habe mehrere Möglichkeiten verglichen.
- Sachbehauptungen habe ich nicht nur wegen der KI übernommen.
- Ich habe Datenschutz und Fairness geprüft.
- Mein Prototyp wurde von mindestens einer anderen Person getestet.
- Ich habe aufgrund des Tests etwas verändert oder begründet beibehalten.
- Ich kann sagen, was von mir und was von der KI stammt.
- Die Endentscheidung stammt von mir beziehungsweise meinem Team.
Wenn Du bei einem Punkt „noch nicht“ denkst, weißt Du genau, welchen Schritt Du als Nächstes nachholen kannst.
Reflexion und Transfer
Beantworte am Ende zwei Fragen schriftlich:
- An welcher Stelle hat die KI Deine eigene Idee wirklich erweitert, statt sie nur zu ersetzen?
- Welche Entscheidung würdest Du niemals einfach an die KI abgeben und warum?
Übertrage den Ablauf anschließend auf ein anderes Fach. In Deutsch könntest Du eine eigene Figurenidee variieren lassen, in Mathematik unterschiedliche Lösungswege vergleichen, in Naturwissenschaften Fragen für ein Experiment sammeln, in Kunst Varianten eines Entwurfs prüfen oder in Ethik Folgen verschiedener Entscheidungen gegenüberstellen. In allen Fällen gilt: Eigene Zielsetzung zuerst, KI gezielt einsetzen, Ergebnis prüfen, Entscheidung begründen.
Der Beitrag „Der Künstliche Intelligenz-Check“ aus der Checker-Welt kann zur Vertiefung genutzt werden. Für einen kurzen Unterricht wählt die Lehrkraft einen passenden Ausschnitt. Notiere beim Sehen eine Möglichkeit und eine Grenze von KI.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum soll Deine eigene Idee vor der KI-Nutzung sichtbar sein? (Damit Ziel und eigener Beitrag nachvollziehbar bleiben) (!Damit die KI gar nichts mehr verändern darf) (!Damit nur die längste Idee gewinnt) (!Damit keine Rückmeldung mehr nötig ist)
Was ist ein sinnvoller Auftrag an eine KI in diesem Kurs? (Gib drei Varianten zu meiner Idee und beachte meine Kriterien) (!Erledige die ganze Aufgabe ohne Rückfragen) (!Entscheide allein, was für meine Klasse richtig ist) (!Gib mir immer nur eine einzige Lösung)
Wer trägt die Endverantwortung für die Lösung? (Der Mensch oder das verantwortliche Team) (!Die KI) (!Der erste Vorschlag) (!Die längste Antwort)
Was solltest Du mit einer wichtigen Sachbehauptung aus einer KI-Antwort tun? (Sie mit einer geeigneten Quelle prüfen) (!Sie automatisch übernehmen) (!Sie nur schöner formulieren) (!Sie ohne Lesen weitergeben)
Welche Angabe gehört nicht in einen normalen KI-Arbeitsauftrag für dieses Schulprojekt? (Private personenbezogene Daten) (!Das Ziel der Aufgabe) (!Ein gewünschtes Ausgabeformat) (!Ein wichtiges Kriterium)
Was ist ein Prototyp? (Eine frühe testbare Version einer Lösung) (!Eine perfekte Endfassung ohne Fehler) (!Eine geheime KI-Antwort) (!Eine Liste ohne Bezug zur Idee)
Welche Frage gehört zu einem Fairness-Check? (Wer könnte durch die Lösung noch nicht gut mitgedacht sein) (!Welche Variante klingt am längsten) (!Welche Antwort kam zuerst) (!Welche Idee hat die meisten Fremdwörter)
Was macht Rückmeldung besonders nützlich? (Sie bezieht sich auf ein Ziel oder Kriterium) (!Sie wird immer vollständig übernommen) (!Sie ersetzt den eigenen Test) (!Sie bleibt ohne Begründung)
Was gehört in ein Entscheidungsprotokoll? (Was übernommen geändert oder verworfen wurde und warum) (!Nur die letzte KI-Antwort) (!Nur die Punktzahl ohne Erklärung) (!Nur der Name des verwendeten Geräts)
Was tust Du, wenn ein KI-Vorschlag gut aussieht, aber Dein wichtigstes Ziel verletzt? (Ihn ablehnen oder passend verändern) (!Ihn trotzdem übernehmen) (!Deine Kriterien nachträglich löschen) (!Den Test auslassen)
Memory
| Ausgangsidee | Eigener Startpunkt |
| Variation | Gezielte Alternative |
| Arbeitsauftrag | Klare KI-Anweisung |
| Prototyp | Testbare Vorversion |
| Quellencheck | Prüfung einer Sachbehauptung |
| Fairnessprüfung | Blick auf unterschiedliche Nutzergruppen |
| Endverantwortung | Menschliche Abschlussentscheidung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Eigene Skizze | Vor der KI-Nutzung |
| KI-Varianten | Nach der eigenen Ausgangsidee |
| Quellenprüfung | Vor der Übernahme wichtiger Fakten |
| Prototyp-Test | Vor der endgültigen Fassung |
| Entscheidungsprotokoll | Während des gesamten Arbeitsprozesses |
Kreuzworträtsel
| Idee | Wie heißt der eigene Ausgangspunkt, der vor der KI-Nutzung sichtbar werden soll? |
| Prompt | Wie nennt man häufig einen Arbeitsauftrag an eine generative KI? |
| Prototyp | Wie heißt eine frühe testbare Version einer Lösung? |
| Fairness | Welcher Begriff beschreibt die Prüfung, ob unterschiedliche Menschen angemessen mitgedacht werden? |
| Quelle | Womit prüfst Du eine wichtige Sachbehauptung zusätzlich zur KI-Antwort? |
| Reflexion | Wie heißt das Nachdenken über den eigenen Arbeitsprozess und die getroffenen Entscheidungen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ideenblitz: Zeichne in fünf Minuten eine eigene Lösung für ein kleines Problem im Klassenraum. Markiere danach zwei Teile, die eine KI bei späteren Varianten nicht verändern soll.
- Variantenvergleich: Lass zu Deiner vorhandenen Idee drei Varianten erzeugen. Wähle genau eine Veränderung aus und begründe, warum sie Deine Idee verbessert oder warum Du alle Varianten ablehnst.
- Arbeitsauftrag verbessern: Formuliere zuerst einen sehr kurzen KI-Auftrag und danach eine bessere Version mit Ziel, Grenze und gewünschter Ausgabe. Vergleiche, welche Fassung wahrscheinlich hilfreicher ist.
- Mediencheck: Sammle fünf Angaben, die Du in einem Schul-KI-Auftrag verwenden darfst, und fünf private Angaben, die Du nicht eingeben solltest. Begründe zwei Deiner Entscheidungen.
Standard
- Pauseninsel-Projekt: Entwickle eine eigene Pauseninsel, hole danach KI-Varianten ein, baue einen Papierprototyp und verbessere ihn nach einem Test.
- Sachcheck: Wähle eine überprüfbare Behauptung aus einer KI-Antwort aus. Finde eine geeignete unabhängige Quelle und dokumentiere, ob die Behauptung bestätigt, eingeschränkt oder widerlegt wird.
- Fairness-Test: Prüfe eine eigene Lösung aus Sicht von drei unterschiedlichen Nutzergruppen. Nutze KI nur, um zusätzliche Prüffragen zu sammeln, und entscheide anschließend selbst über Änderungen.
- Storyboard: Plane eine kurze Bilderfolge, die zeigt, wie Deine Lösung benutzt wird. Erstelle zuerst die Handlung selbst und nutze KI anschließend für alternative Szenen oder Bildbeschreibungen.
Schwer
- A-B-Test: Erstelle zwei Prototypvarianten mit genau einem wichtigen Unterschied. Lasse zwei Personen testen und entscheide anhand vorher festgelegter Kriterien, welche Variante Du weiterentwickelst.
- Gegenprüfung: Bitte eine KI um Kritik an Deiner Idee. Suche danach bewusst nach einem Punkt, bei dem die KI übertreibt, etwas voraussetzt oder eine Gruppe übersieht, und formuliere Deine eigene Gegenposition.
- Kriterienmatrix: Entwickle eine gewichtete Kriterienmatrix für drei Varianten. Erkläre anschließend, warum eine mathematische Punktzahl die menschliche Entscheidung unterstützen, aber nicht vollständig ersetzen sollte.
- Transferprojekt: Übertrage den Mensch-KI-Mensch-Zyklus auf ein neues Thema aus Deutsch, Naturwissenschaften, Kunst oder Ethik. Dokumentiere, welche Entscheidung aus Verantwortung bewusst beim Menschen bleiben muss.


Lernkontrolle
- Neues Problem: Eine KI schlägt für einen Schulhof nur Sportangebote vor. Analysiere, welche Zielgruppen dadurch wenig berücksichtigt werden könnten, und entwickle eine fairere Lösung, ohne die gesamte Planung an die KI abzugeben.
- Prüfplan: Eine KI behauptet, ein bestimmtes Material sei besonders umweltfreundlich und wetterfest. Erstelle einen Prüfplan mit geeigneten Quellen oder einfachen Untersuchungen, bevor die Behauptung in den Prototyp einfließt.
- Wirkung von Arbeitsaufträgen: Vergleiche zwei unterschiedlich genaue Arbeitsaufträge für dieselbe Ausgangsidee. Erkläre, welche Unterschiede in den erwartbaren Antworten entstehen und welche Formulierung mehr menschliche Kontrolle erhält.
- Testentscheidung: Zwei Testpersonen geben widersprüchliche Rückmeldungen. Entwickle Kriterien, nach denen Du entscheidest, welche Änderung sinnvoll ist, und begründe, warum nicht jede Rückmeldung automatisch übernommen wird.
- Verantwortung: Eine KI-Variante sieht besonders attraktiv aus, benachteiligt aber eine Nutzergruppe. Begründe, wie Du mit diesem Konflikt umgehst und welche Änderung Du vornimmst.
- Transparenz: Erstelle für ein eigenes Mini-Projekt ein Entscheidungsprotokoll, aus dem eine außenstehende Person erkennen kann, was von Dir stammt, wobei KI geholfen hat und wie Du geprüft hast.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind besonders wichtig:
- Eine eigene Ausgangsidee oder Skizze, die vor der KI-Nutzung entstanden ist.
- Ein klar formulierter Arbeitsauftrag an die KI mit Ziel und Grenzen.
- Mehrere verglichene Varianten statt der ungeprüften Übernahme einer einzigen Antwort.
- Eine nachvollziehbare Auswahl anhand selbst gesetzter Kriterien.
- Ein Prototyp, der tatsächlich getestet werden kann.
- Dokumentierte Rückmeldungen aus mindestens einem Test.
- Mindestens eine begründete Verbesserung oder ein begründetes Beibehalten.
- Eine Prüfung von Datenschutz, Sicherheit und Fairness.
- Eine Quellenprüfung, falls wichtige Sachbehauptungen verwendet werden.
- Ein Entscheidungsprotokoll, das menschliche Zielsetzung, KI-Unterstützung, Auswahl und Endverantwortung transparent macht.
- Eine kurze Reflexion darüber, wo KI geholfen hat und wo eigenes Denken entscheidend blieb.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel bietet Hintergrundwissen zu Künstlicher Intelligenz:
Weitere frei zugängliche Hintergrundquellen für Lehrkräfte und ältere Lernende:
- UNESCO: Generative KI in Bildung und Forschung
- UNICEF: KI und Kinderrechte
- Wikimedia Commons für frei lizenzierte Medien mit jeweils ausgewiesener Lizenz.
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