Du erhörest Gebet - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse
Du erhörest Gebet - Gryphius, Andreas - Gedichtanalyse
Einleitung
Ein aiMOOC für die Klassen 9 und 10 – Fach Deutsch
In diesem aiMOOC lernst Du das Gedicht „4. Du erhörest Gebet“ von Andreas Gryphius kennen.
Das Gedicht gehört zu „Oden. Das dritte Buch. 1657“. Es umfasst 30 Verse und beginnt mit dem Ruf „Singt Halleluja!“.
Es geht um Menschen in Not. Die Stimme im Gedicht macht ihnen Hoffnung: Ihre Gebete werden gehört.
Du findest hier den historischen Text, eine einfache Lesefassung, Bilder, Hörbeispiele, Videos, Quizfragen und kreative Schreibaufgaben.
Deine Lernziele:
- Gedichtanalyse: Du erkennst Aufbau, Thema und sprachliche Mittel.
- Barockliteratur: Du ordnest das Gedicht in seine Zeit ein.
- Lyrisches Ich: Du unterscheidest die Stimme im Gedicht vom Autor.
- Textbeleg: Du erklärst Deine Deutung mit Versangaben.
- Quellenkritik: Du vergleichst eine historische Textfassung mit einer modernen Übertragung.

Bild: Andreas Gryphius, Kupferstich von Philipp Kilian, 17. Jahrhundert, gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.
Der Dichter und seine Zeit
Andreas Gryphius
Andreas Gryphius lebte von 1616 bis 1664. Er war ein bedeutender deutscher Dichter des Barock.
Viele seiner Texte handeln von Leid, Angst, Vergänglichkeit und Glauben.
Wichtig: Nicht jedes Gedicht von Gryphius handelt hauptsächlich vom Tod. „Du erhörest Gebet“ stellt besonders Trost, Hoffnung und Gotteslob in den Mittelpunkt.
Der historische Hintergrund
Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Viele Menschen erlebten Gewalt, Hunger und Unsicherheit.
Das Gedicht gehört zu einer Sammlung von 1657. Es entstand also im zeitlichen Umfeld der Kriegsfolgen.
Du darfst einen Zusammenhang zwischen dem Leid dieser Zeit und dem Gedicht untersuchen. Behaupte aber nicht, dass eine bestimmte persönliche Erfahrung des Dichters direkt im Gedicht beschrieben wird.

Bild: Hans Ulrich Franck, Darstellung von Kriegsleid aus dem 17. Jahrhundert. Gemeinfrei. Historisches Vergleichsbild, keine Illustration des Gedichts.
Bildfrage: Welche Gefühle vermittelt das Bild? Finde anschließend zwei Wörter aus den Versen 1 bis 8, die dazu passen.
Video: Was ist Barock?
Video: „Barock kurz und einfach erklärt“, musstewissen Deutsch/funk. Das Video erklärt die Literaturepoche, nicht dieses einzelne Gedicht.
Beobachtungsauftrag: Achte auf die Begriffe Leid, Vergänglichkeit, Religion und Hoffnung. Welche Begriffe sind für unser Gedicht besonders wichtig?
Textgrundlage und Quellen
Die historische Bezugsfassung ist:
Andreas Gryphius: „4. Du erhörest Gebet“, in „Oden. Das dritte Buch. 1657“.
Das Gedicht trägt zusätzlich die Zeile:
„Du erhörest Gebet/ darumb kömt alles Fleisch zu dir“
Diese Worte greifen Psalm 65 auf. In der Lutherbibel von 1545 findet sich die entsprechende Aussage in Psalm 65, Vers 2. Andere Bibelausgaben zählen sie als Vers 3.
Textquellen:
- Zeno.org: vom Nutzer vorgegebene Ausgabe und Gedichtseite
- TextGrid Repository: historische Texttranskription
- Lutherbibel 1545: Psalm 65
Hinweis zur Texttreue: Die folgende Quellfassung folgt der überprüften TextGrid-Transkription, die der Sammlung von 1657 zugeordnet ist. Sie ist kein Faksimile des Originaldrucks. Die Versnummern wurden für den Unterricht ergänzt. Ein digitaler Seitenmarker wurde nicht als Gedichtvers übernommen. Einzelne typografische Eigenschaften des ursprünglichen Drucks wurden nicht am Originalexemplar überprüft.
Wie wurden Gedichte damals gedruckt?

Bild: Darstellung einer Druckerpresse aus einem Werk von 1627, Heinrich Zeising und Hieronymus Megiser. Foto: Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0.
Datei:Demonstration of printing press.webm
Commons-Video: Vorführung einer historischen Handdruckpresse in einem Museum, Krassotkin, 2019, CC0. Keine Aufnahme des konkreten Drucks von 1657.
Denkfrage: Warum sollte man beim Lesen eines alten Gedichts zwischen historischer Schreibweise und heutiger Sprache unterscheiden?
Quellfassung: Das Gedicht mit 30 Versen
Historischer Wortlaut nach TextGrid. Die ungewöhnliche Schreibweise gehört zur überlieferten Textfassung.
Satz – Verse 1 bis 8
V1 Singt Halleluja!
V2 Ihr/ die die grimme Noth schier zum verzweiffeln brachte/
V3 Ihr/ die die Erd anspie'/ ihr bißher höchst verachte
V4 Euer Trost ist nah'
V5 Der Herr/ der Herren Herr/ hat Himmel-abgeblickt
V6 Der Herr/ der Herren Herr kömmt endlich vnd erquickt
V7 Er hat eur' außgeprestes flehen/
V8 Eur heimlich seufftzen angesehen.
Gegensatz – Verse 9 bis 16
V9 Zwar es liß sich an/
V10 Als wann ihr gantz vmbsonst zu ihm die Händ' auffhübet
V11 Als wenn ihr euch selb-selbst in eignes Weh vergrübet/
V12 Gott der retten kan/
V13 Hat längst/ eur Winseln/ Ach/ vnd Jammer Lied gehört
V14 Die/ er/ (nun seine Zeit) mit reichem helffen ehrt/
V15 Worbey er alle Welt läßt spüren/
V16 Wie er könn' vnser Sach außführen.
Abgesang – Verse 17 bis 30
V17 Grosser König aller Götter; der du Printz vnd Kron erhebest/
V18 Vnd der Länder Nutz vnd blühen
V19 Vnd der Feinde Macht vnd fliehen
V20 Durch ein wincken bringst zu wege/ der du ewig sitztst vnd lebest/
V21 Alles/ alles Fleisch erscheinet:
V22 Alles alles/ was hier weinet:
V23 Alles alles/ was hier wachet/
V24 Alles alles/ was hier lachet;
V25 Alles kömm't zu dir allein
V26 Vnd ergetzt sich deiner Güte.
V27 Weil du aller herbe Pein
V28 Wendest/ freundlichstes Gemüte!
V29 Singt Halleluja! Halleluja! Ehr vnd Wonne!
V30 Kompt! Halleluja! nur von dir/ O Freuden Sonne.
Leseauftrag: Markiere drei Wörter, die Leid ausdrücken, und drei Wörter, die Hoffnung oder Freude ausdrücken.
Lesefassung in einfacher Sprache
Diese Fassung ist eine eigene sinngemäße Übertragung in heutiges Deutsch. Sie erleichtert das Verstehen, ersetzt aber nicht den historischen Text.
Die Versfolge bleibt erhalten. Reime, Klang und einzelne Bedeutungsnuancen des Originals können durch die Vereinfachung verloren gehen. Verwende deshalb für Deine Gedichtanalyse die Quellfassung als Beleg.
Satz – Die Hoffnung beginnt
V1 Singt Halleluja!
V2 Ihr, die ihr wegen großer Not fast verzweifelt seid,
V3 ihr, die bisher schlecht behandelt und verachtet wurden:
V4 Euer Trost ist nahe.
V5 Gott, der Herr über alle Herren, hat vom Himmel herabgesehen.
V6 Er kommt endlich und gibt euch neue Kraft.
V7 Er hat eure verzweifelten Bitten
V8 und eure heimlichen Seufzer wahrgenommen.
Gegensatz – Vom Zweifel zum Vertrauen
V9 Zuerst sah es so aus,
V10 als würdet ihr eure Hände vergeblich zu Gott erheben.
V11 Es schien, als würdet ihr euch nur noch tiefer in euer Leid bringen.
V12 Doch Gott kann retten.
V13 Er hat eure Klagen und traurigen Lieder längst gehört.
V14 Nun ist aus Sicht der Gedichtstimme seine Zeit gekommen, zu helfen.
V15 So soll die ganze Welt erkennen,
V16 dass er den Menschen in ihrer Not helfen kann.
Abgesang – Alle loben Gott
V17 Großer König: Du verleihst Herrschern ihre Macht.
V18 Du bestimmst über das Gedeihen der Länder
V19 und über Macht und Rückzug der Feinde.
V20 Ein Wink von dir genügt. Du lebst ewig.
V21 Alle Menschen kommen zu dir:
V22 alle, die hier weinen,
V23 alle, die hier wach sind,
V24 alle, die hier lachen.
V25 Alle wenden sich an dich
V26 und freuen sich über deine Güte.
V27 Denn du beendest großes Leid,
V28 du freundlicher Gott!
V29 Singt Halleluja! Halleluja! Ehre und Freude!
V30 Kommt! Halleluja! Du bist die Quelle der Freude, wie eine Sonne.
Kleine Wort-Hilfe
| Altes Wort | Erklärung |
|---|---|
| grimme Noth | großes, schlimmes Leid |
| schier | beinahe |
| erquickt | stärkt und erfrischt |
| flehen | dringend bitten |
| seufftzen | seufzen |
| vmbsonst | vergeblich |
| alles Fleisch | hier: alle Menschen |
| herbe Pein | starkes Leid |
Gedichtanalyse
Lernpunkt 1: Thema und Aussage
Das Gedicht zeigt einen Weg von Not über Zweifel zu Hoffnung und Lob.
Zunächst werden leidende Menschen angesprochen. Dann geht es um die Frage, ob ihre Gebete vergeblich waren. Am Ende wird die Zuversicht gefeiert, dass Gott die Menschen hört.
Textbelege:
„Euer Trost ist nah'“ (V4) zeigt Hoffnung.
„gantz vmbsonst“ (V10) drückt die Sorge aus, dass das Beten nichts bewirkt.
„Alles alles/ was hier weinet“ (V22) und „Alles alles/ was hier lachet“ (V24) schließen unterschiedliche Menschen ein.
Deutung: Der Text gestaltet religiöse Hoffnung. Er behauptet innerhalb seiner Glaubensperspektive, dass Gott hilft. Das ist eine Aussage des Gedichts und kein wissenschaftlicher Nachweis einer göttlichen Handlung.
Lernpunkt 2: Der Aufbau
Die historische Fassung nennt drei Teile:
- 1. Satz: Verse 1 bis 8 – Not und angekündigter Trost.
- 2. Gegensatz: Verse 9 bis 16 – scheinbar vergebliches Beten und erneutes Vertrauen.
- Abgesang: Verse 17 bis 30 – Lob Gottes und gemeinsamer Aufruf.
Das Gedicht ist eine Ode und kein Sonett. Seine 30 Verse sind anders aufgebaut als die 14 Verse eines Sonetts.
Die Überschriften „Satz“, „Gegensatz“ und „Abgesang“ stehen bereits in der historischen Textüberlieferung. Sie sind keine neu erfundenen Unterrichtsüberschriften.
Merke: Die Gegensätze im Gedicht sind wichtiger als das Auswendiglernen eines bestimmten Reimschemas.
Lernpunkt 3: Sprachliche Mittel
Wiederholung: Der Text wiederholt „Alles alles“ in den Versen 21 bis 24. So wird betont, dass sehr viele Menschen gemeint sind.
Anrede: Zuerst spricht die Stimme Menschen in Not an. Im Abgesang richtet sie sich unmittelbar an Gott.
Gegensatz: Weinen und Lachen stehen nebeneinander. Beide Erfahrungen gehören zum menschlichen Leben.
Bildsprache: „Freuden Sonne“ (V30) bezeichnet Gott bildlich als Quelle von Freude, Licht und Hoffnung.
Ausruf: Das wiederholte „Halleluja!“ verstärkt den lobenden, feierlichen Ton.

Bild: Emanuel de Witte, „Interior of a Baroque Church“, um 1660, gemeinfrei. Kunstwerk aus der Barockzeit; keine Darstellung einer Aufführung dieses Gedichts.
Bildfrage: Was könnte an diesem Kirchenraum zu der feierlichen Sprache der letzten Verse passen?
Lernpunkt 4: Autor, lyrische Stimme und Interpretation
Autor: Andreas Gryphius ist der historische Verfasser des Gedichts.
Lyrische Stimme: Das ist die Stimme, die im Gedicht spricht. Sie ruft zum Lob auf, spricht leidende Menschen an und wendet sich an Gott.
Interpretation: Das ist Deine begründete Erklärung des Textes.
Du darfst nicht einfach schreiben: „Andreas Gryphius selbst betet hier wegen eines bestimmten Ereignisses.“ Das steht nicht im Gedicht.
Besser ist: „Die lyrische Stimme zeigt Vertrauen in Gottes Hilfe. Das wird in Vers 13 deutlich.“
Lernpunkt 5: Ein religiöser Lobruf
„Halleluja“ ist ein religiöser Ruf zum Lob Gottes.
Höre Dir die folgende Commons-Aufnahme an.
Audio: Gemeindegesang „Hallelujah“, Aufnahme von stephan, Leverkusen 2007, gemeinfrei. Dies ist keine Vertonung des Gryphius-Gedichts.
Hörauftrag: Wie wirkt der gemeinsame Gesang? Schreibe zwei passende Wörter auf.
Audio: „Hallelujah“ aus Georg Friedrich Händels „Messiah“. Aufführung durch den MIT Concert Choir, Aufnahme aus dem 21. Jahrhundert, CC BY-SA 2.0. Händels Musik stammt aus einer späteren Epoche und ist keine Vertonung dieses Gedichts.
Vergleich: Was ist an beiden Aufnahmen feierlich? Was ist musikalisch unterschiedlich?
Lernpunkt 6: Klang und Vortrag
Wiederholungen und Ausrufe wirken besonders stark, wenn Du sie laut liest.

Animation: KyleThayer, 2025, CC0. Sie zeigt die Wiedergabe von Schall durch einen Lautsprecher und ist keine Aufnahme des Gedichts.
Sprechversuch: Lies zuerst Vers 9 bis 13 langsam und nachdenklich. Lies danach Vers 29 bis 30 laut und freudig. Wie verändert sich die Wirkung?
Video: Ein anderes Gedicht von Gryphius
Video: Digitale Schule, „Tränen des Vaterlandes – Analyse und Interpretation“, 2020. Es behandelt ausdrücklich ein anderes Gedicht von Gryphius.
Vergleichsfrage: Während „Tränen des Vaterlandes“ das Kriegsleid besonders stark betont, endet „Du erhörest Gebet“ mit Lob. Wie verändert dieser Unterschied die Stimmung?
Schritt für Schritt: Deine erste Deutung
Nutze diese drei Hilfestufen. Du kannst mit jeder Stufe beginnen.
Hilfe 1 – Leicht:
Markiere im Quelltext die Wörter „Noth“, „Trost“, „vmbsonst“, „weinet“ und „Halleluja“. Ordne sie Leid, Zweifel oder Hoffnung zu.
Hilfe 2 – Standard:
Suche zu einer Aussage eine passende Textstelle. Beispiel: Die lyrische Stimme macht Hoffnung – „Euer Trost ist nah'“ (V4).
Hilfe 3 – Schwer:
Erkläre, warum der Wechsel vom Zweifel zum Lob wichtig ist. Verwende dazu mindestens zwei Verse aus verschiedenen Gedichtteilen.
Satzhilfe für eine Analyse:
„In Vers ... steht ... . Das sprachliche Mittel ist ... . Es bewirkt ... . Daraus lässt sich deuten, dass ... .“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zitiergestütztes Lesequiz: Lies vor jeder Antwort die genannte Stelle in der Quellfassung. Alle zehn Aufgaben haben genau eine richtige Antwort.
1. Was fordert die lyrische Stimme mit „Singt Halleluja!“ in Vers 1? (Zum Lob Gottes) (!Zum Schweigen) (!Zum Kampf) (!Zur Flucht)
2. Wen spricht der Text mit „grimme Noth“ in Vers 2 besonders an? (Menschen in großer Not) (!Nur mächtige Könige) (!Nur Dichter) (!Nur fröhliche Menschen)
3. Was kündigt „Euer Trost ist nah'“ in Vers 4 an? (Hoffnung auf baldigen Trost) (!Das Ende der Welt) (!Eine neue Reise) (!Den Beginn eines Festmahls)
4. Was wird in Vers 7 und 8 über Flehen und heimliche Seufzer gesagt? (Gott hat sie wahrgenommen) (!Sie werden ausdrücklich verboten) (!Niemand hat sie geäußert) (!Sie stammen von Königen)
5. Welche Sorge wird in Vers 9 bis 11 beschrieben? (Das Beten könnte vergeblich gewesen sein) (!Die Menschen hätten zu wenig gearbeitet) (!Der Dichter könnte seine Bücher verlieren) (!Alle Menschen würden die Sprache vergessen)
6. Was betont die lyrische Stimme mit „Hat längst ... gehört“ in Vers 13? (Gott hat die Klagen bereits gehört) (!Gott hat alle Klagen vergessen) (!Die Menschen haben aufgehört zu sprechen) (!Das Gedicht beschreibt eine Schulstunde)
7. Welche Macht wird Gott in Vers 17 bis 20 zugeschrieben? (Macht über Herrscher und Länder) (!Nur Macht über einen Garten) (!Nur Macht über ein einzelnes Buch) (!Nur Macht über einen Dichterwettbewerb)
8. Was bewirkt die Wiederholung „Alles alles“ in Vers 21 bis 24? (Sie betont die Einbeziehung aller Menschen) (!Sie nennt nur einen Menschen) (!Sie beendet den Text sofort) (!Sie beschreibt ein Schiff)
9. Welcher Gegensatz steht in Vers 22 und 24? (Weinen und Lachen) (!Sommer und Winter) (!Arm und Reich) (!Tag und Nacht)
10. Welche Wirkung haben die Halleluja-Rufe in Vers 29 und 30? (Sie bilden einen freudigen Lobschluss) (!Sie beginnen einen Streit) (!Sie erklären eine Drucktechnik) (!Sie stellen eine Rechenaufgabe)
Memory
Finde zusammengehörige Begriffe und Erklärungen.
| Satz | Beginn mit Trost und Hoffnung |
| Gegensatz | Spannung zwischen Zweifel und Zuversicht |
| Abgesang | Abschließender Lobteil |
| Halleluja | Religiöser Lobruf |
| Flehen | Dringendes Bitten |
| Wiederholung | Mehrfaches Alles im Text |
| Freuden Sonne | Bild für Gott als Quelle der Freude |
| Lyrische Stimme | Sprechende Instanz im Gedicht |
Drag and Drop
Ordne jedem Begriff die passende Beschreibung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Klage | Leid und Verzweiflung ausdrücken |
| Zuversicht | Auf Hilfe vertrauen |
| Anrede | Jemanden unmittelbar ansprechen |
| Wiederholung | Gleiche Wörter mehrfach verwenden |
| Lob | Freude und Verehrung ausdrücken |
| Textbeleg | Eine Aussage mit einer Versstelle stützen |
Kreuzworträtsel
| Gryphius | Wie heißt der Familienname des Dichters? |
| Halleluja | Welcher Lobruf steht am Anfang des Gedichts? |
| Abgesang | Wie heißt der letzte Teil der Ode? |
| Trost | Welches Wort steht in Vers 4 vor der Aussage ist nah? |
| Gebet | Welches Wort steht am Ende des kurzen Gedichttitels? |
| Pein | Welches alte Wort für starkes Leid steht in Vers 27? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Übungen zum Gedicht und seinem Autor suchen. Die Treffer sind nicht automatisch geprüft.
Lückentext
Ergänze die passenden Wörter. Nutze bei Bedarf die Lesefassung.
Offene Aufgaben
Alle zwölf Aufgaben sind offen. Deine eigenen Texte, Zeichnungen, Tonaufnahmen und Deutungen werden nicht automatisch bewertet. Wenn Du Hilfe brauchst, nutze die Hilfestufen aus dem vorherigen Abschnitt.
Leicht
- Wortschatz: Erstelle ein kleines Wörterbuch mit sechs alten Wörtern aus dem Gedicht und ihren heutigen Bedeutungen. Hilfe: Beginne mit „Noth“ und „erquickt“.
- Gefühle: Zeichne drei kleine Symbole für Not, Hoffnung und Freude. Ordne jedem Symbol einen passenden Vers zu. Hilfe: Schau in die Verse 2, 4 und 29.
- Gedichtvortrag: Lies die Verse 1 bis 8 laut vor. Erkläre schriftlich, welche Stelle Du besonders betonen würdest. Hilfe: Achte auf den ersten Vers.
- Schreiben: Verfasse vier Sätze über die Aussage des Gedichts. Verwende dabei die Wörter Trost, Gebet und Hoffnung. Hilfe: Nutze die Lesefassung.
Standard
- Comic: Zeichne einen Comic mit drei Bildern zum Weg von Not über Zweifel zum Lob. Ergänze passende kurze Textbelege.
- Sprachliche Mittel: Schreibe eine Mini-Analyse mit etwa 100 Wörtern zur Wiederholung „Alles alles“. Erkläre ihre Wirkung auf die Leser.
- Bildanalyse: Vergleiche das historische Kriegsbild mit den Versen 2 bis 8. Was passt zusammen und wo zeigt das Gedicht eine andere Perspektive?
- Brief: Schreibe einen kurzen Brief aus der Sicht eines erfundenen Menschen, der im Gedicht angesprochen wird. Kennzeichne Deinen Brief als freie Gestaltung und nicht als historische Quelle.
Schwer
- Textvergleich: Vergleiche fünf Verse der Quellfassung mit der modernen Lesefassung. Untersuche, welche Wörter ersetzt wurden und was dadurch verloren gehen könnte.
- Interpretation: Schreibe eine Gedichtanalyse mit etwa 180 Wörtern. Erkläre den Wechsel von Zweifel zu Lob und verwende mindestens drei genaue Versangaben.
- Perspektivwechsel: Verfasse eine heutige Antwort auf den Lobruf des Gedichts. Die Antwort darf zustimmend, fragend oder kritisch sein. Begründe Deine Haltung mit zwei Textstellen.
- Quellenkritik: Untersuche den Bezug zu Psalm 65. Vergleiche die Aussage des Psalms mit dem Gedichtanfang und unterscheide Übernahme, Veränderung und eigene Deutung.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben prüfen, ob Du Zusammenhänge erklären und eigene Deutungen begründen kannst.
- Textdeutung: Warum ist es wichtig, dass zuerst von scheinbar vergeblichem Beten und später von göttlicher Hilfe gesprochen wird? Erkläre die Entwicklung mit zwei Versen.
- Transfer: Menschen suchen auch heute Trost in schwierigen Zeiten. Vergleiche die Hoffnung im Gedicht mit einem heutigen Beispiel, ohne eine religiöse Überzeugung als Tatsache vorauszusetzen.
- Sprachanalyse: Untersuche, wie sich die Wirkung ändern würde, wenn die Wiederholungen von „Alles alles“ fehlen würden.
- Perspektive: Erkläre den Unterschied zwischen den Aussagen der lyrischen Stimme, dem historischen Autor und Deiner eigenen Interpretation.
- Quellenvergleich: Zeige anhand von zwei Versen, warum eine moderne Übertragung das Verstehen erleichtert, aber das historische Original für eine genaue Analyse wichtig bleibt.
- Medienkritik: Wähle ein Commons-Bild oder eine Tonaufnahme aus diesem Kurs. Erkläre, was das Medium beim Verstehen hilft und was es nicht über das Gedicht beweist.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze schriftliche Gedichtanalyse oder ein Portfolio.
Wichtig sind:
- Einleitung: Nenne Autor, Titel, Werkzusammenhang und Jahr der Bezugsfassung.
- Inhalt: Fasse die drei Gedichtteile in eigenen Worten zusammen.
- Sprache: Erkläre mindestens zwei sprachliche Mittel und ihre Wirkung.
- Textbelege: Verwende mindestens drei passende Zitate mit Versangaben aus der Quellfassung.
- Deutung: Begründe, warum Hoffnung und Lob am Ende wichtig sind.
- Quellenbewusstsein: Unterscheide die historische Textfassung, die moderne Übertragung und Deine eigene Interpretation.
- Eigene Reflexion: Erkläre kurz, was das Gedicht heutigen Lesern sagen könnte.
Vorschlag: 200 bis 300 Wörter, ergänzt durch ein selbst gewähltes Bild, eine Zeichnung oder einen kurzen mündlichen Vortrag.
OERs zum Thema
Primärtext und freie Materialien
Die frei zugängliche TextGrid-Fassung bildet die Grundlage dieses Kurses. Der Gedichttext von Gryphius ist gemeinfrei.
Originalnahe Textfassung bei TextGrid
Historische Bezugsfassung bei Zeno.org
Es gibt keinen hier belegten eigenen Wikipedia-Artikel zu genau diesem Einzelgedicht. Das folgende Wikipedia-Fenster behandelt deshalb den Autor.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Medien wurden auf Wikimedia Commons gefunden. Die jeweilige Dateibeschreibungsseite nennt Urheber, Herkunft und Lizenz.
- Porträt von Gryphius: Philipp Kilian, 17. Jahrhundert, gemeinfrei. Commons-Dateiseite.
- Kriegsdarstellung: Hans Ulrich Franck, 17. Jahrhundert, gemeinfrei. Commons-Dateiseite.
- Druckerpresse: Historischer Kupferstich von Heinrich Zeising und Hieronymus Megiser, 1627; Foto Wolfgang Sauber, CC BY-SA 3.0. Commons-Dateiseite.
- Druckvorführung: Krassotkin, 2019, CC0. Commons-Dateiseite.
- Barocker Kirchenraum: Emanuel de Witte, um 1660, gemeinfrei. Commons-Dateiseite.
- Halleluja-Gemeindegesang: stephan, 2007, als gemeinfrei freigegeben. Commons-Dateiseite.
- Händel-Hallelujah: MIT Concert Choir, Aufnahme aus dem 21. Jahrhundert, CC BY-SA 2.0. Commons-Dateiseite.
- Schallwellen-Animation: KyleThayer, 2025, CC0. Commons-Dateiseite.
YouTube-Nachweise: Die eingebundenen Videos stammen von musstewissen Deutsch/funk und Digitale Schule. Sie werden nur über ihre jeweiligen YouTube-Adressen eingebettet. Eine freie CC-Lizenz wird für diese Videos nicht behauptet. Eine Einbettung erlaubt nicht automatisch die Weiterverbreitung der Videodatei unter einer freien Lizenz.
Wichtig für die Quellenkritik: Keines der verwendeten Hörbeispiele ist als historische Vertonung von „Du erhörest Gebet“ ausgewiesen. Die historischen Illustrationen zeigen Zusammenhänge der Epoche, aber nicht nachweislich das konkrete Gedicht oder seinen Vortrag. Die moderne Lesefassung ist eine didaktische Übertragung, kein Originaltext.
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