Dreißigjähriger Krieg im Südwesten – Baden-Württemberg

Dreißigjähriger Krieg im Südwesten – Baden-Württemberg
Einleitung
Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Er begann als Konflikt um Religion, Herrschaft und politische Rechte im Heiligen Römischen Reich, entwickelte sich aber zu einem europäischen Machtkampf. Für die Menschen im deutschen Südwesten war der Krieg keine weit entfernte Angelegenheit: Truppen zogen durch Städte und Dörfer, verlangten Geld und Lebensmittel, wurden in Häusern einquartiert und verbreiteten mit den großen Wanderungsbewegungen auch Krankheiten.
Wichtig: Das heutige Bundesland Baden-Württemberg gab es im 17. Jahrhundert noch nicht. Der Südwesten bestand aus vielen Herrschaftsgebieten. Dazu gehörten unter anderem das Herzogtum Württemberg, die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden, Teile der Kurpfalz, Gebiete von Vorderösterreich, zahlreiche Reichsstädte, geistliche Territorien und Reichsklöster sowie Herrschaften in Oberschwaben. Deshalb verlief der Krieg regional sehr unterschiedlich.

Der Kupferstich von Matthäus Merian zeigt Heilbronn 1643. Solche Stadtansichten sind keine Fotografien, sondern historische Bildquellen. Du kannst an ihnen zum Beispiel Befestigungen, Verkehrswege und die Bedeutung geschützter Städte untersuchen.
Warum der Südwesten wichtig war
Der Südwesten lag zwischen wichtigen Verkehrs- und Heeresräumen: Rhein, Neckar, Donau, Schwarzwald, Schwäbische Alb und Bodensee verbanden Regionen miteinander. Wer Straßen, Pässe, Brücken, Städte und Festungen kontrollierte, konnte Truppen bewegen und Nachschub sichern. Orte wie Breisach, Philippsburg, Hohentwiel, Ulm, Heilbronn oder Tuttlingen wurden deshalb militärisch bedeutsam.
Der Krieg war außerdem mit konfessionellen Gegensätzen verbunden. Württemberg und Baden-Durlach waren überwiegend lutherisch geprägt, Baden-Baden war katholisch, in der Kurpfalz spielte der reformierte Protestantismus eine wichtige Rolle. Doch die Fronten lassen sich nicht einfach als „Katholiken gegen Protestanten“ beschreiben. Bündnisse änderten sich, und spätestens mit dem offenen Kriegseintritt des katholischen Frankreich auf der Seite Schwedens 1635 wurde deutlich, dass auch Machtpolitik und europäische Interessen entscheidend waren.
Vom europäischen Konflikt zum Krieg vor der Haustür
Der Krieg begann 1618 mit dem Aufstand böhmischer Stände gegen die Habsburger. Der Prager Fenstersturz wurde zum Symbol des Konfliktbeginns. In den folgenden Jahrzehnten griffen immer mehr Mächte ein. Die Geschichtswissenschaft unterscheidet meist vier größere Phasen: den böhmisch-pfälzischen, den dänisch-niedersächsischen, den schwedischen und den schwedisch-französischen Krieg.
Für den Südwesten waren besonders die Jahre ab 1622 und dann die Zeit nach 1634 einschneidend. Während manche Gebiete zeitweise von großen Kämpfen verschont blieben, wurden andere immer wieder besetzt, geplündert oder zur Versorgung von Heeren herangezogen.
1622: Die Schlacht bei Wimpfen
Am 6. Mai 1622 trafen bei Bad Wimpfen Truppen des protestantischen Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach auf das Heer der Katholischen Liga unter Tilly. Georg Friedrich wurde geschlagen. Auch Herzog Magnus von Württemberg fiel in der Schlacht. Für Baden-Durlach war die Niederlage politisch folgenreich, weil sie die Stellung des protestantischen Markgrafen schwächte und die Rückkehr der katholischen Linie Baden-Baden begünstigte.

Das Gemälde zeigt eine Schlacht in idealisierter Form. Frage Dich beim Betrachten: Was möchte das Bild über Ordnung, Chaos, Gewalt und militärische Stärke vermitteln? Welche Dinge kann ein Gemälde zeigen, die ein schriftlicher Bericht anders darstellen würde?
1633–1635: Heilbronner Bund und Katastrophe von Nördlingen
1633 schlossen sich mehrere protestantische Reichsstände unter schwedischer Führung im Heilbronner Bund zusammen. Württemberg beteiligte sich daran. Ein Jahr später kam es bei Nördlingen zu einer entscheidenden Niederlage der schwedisch-protestantischen Truppen gegen kaiserliche, ligistische und spanische Kräfte.
Nördlingen liegt heute in Bayern, doch die Folgen trafen Württemberg und andere südwestdeutsche Gebiete unmittelbar. Herzog Eberhard III. floh nach Straßburg. Württemberg wurde militärisch besetzt und zeitweise unter kaiserliche Verwaltung gestellt. Truppendurchzüge, Einquartierungen und Plünderungen nahmen stark zu. In Calw wurde 1634 ein großer Teil der Stadt zerstört. 1635 erreichte außerdem eine schwere Pestwelle viele Orte.

Merke: Eine Schlacht kann weit über das eigentliche Schlachtfeld hinaus Folgen haben. Nach Nördlingen veränderten sich Herrschaft, Besatzung, Fluchtbewegungen, Versorgungslage und Seuchengeschehen im Südwesten.
1635–1648: Der Südwesten als Durchzugs- und Kampfgebiet
1635 trat Frankreich offen in den Krieg gegen die Habsburger ein und arbeitete militärisch mit Schweden und anderen Gegnern des Kaisers zusammen. Damit wurde der Oberrhein noch stärker zum Kriegsschauplatz. Festungen, Flussübergänge und Versorgungslinien gewannen an Bedeutung.
1638 kämpfte Bernhard von Sachsen-Weimar am Oberrhein. Zu den wichtigen Ereignissen gehörten die Kämpfe bei Rheinfelden, die Schlacht bei Wittenweiher und die Belagerung von Breisach. Breisach galt wegen seiner Lage am Rhein als strategisch besonders wertvoll und fiel nach monatelanger Belagerung.


Die Darstellungen zeigen, wie wichtig Gelände, Flüsse, Schanzen und Befestigungen waren. Bei Belagerungen litt häufig nicht nur die Garnison. Wenn Nachschub blockiert wurde, traf Hunger auch die Zivilbevölkerung.
Hohentwiel: Festung, Schutzraum und Machtzentrum
Die Festung Hohentwiel bei Singen wurde während des Krieges unter dem württembergischen Kommandanten Konrad Widerholt mehrfach belagert, aber nicht erobert. Die Bergfestung war ein militärischer Stützpunkt und zugleich ein besonderer Schutzraum. Für die umliegende Bevölkerung bedeutete ihre Nähe jedoch nicht automatisch Sicherheit: Versorgung, Abgaben und die Konkurrenz verschiedener Militärmächte belasteten die Region.

Die Darstellung der Belagerung von 1641 eignet sich für eine Quellenanalyse: Wo liegen Angreifer und Verteidiger? Welche natürlichen Vorteile hat die Festung? Welche Wege mussten für Nahrung, Wasser und Munition gesichert werden?
1643: Schlacht bei Tuttlingen
Am 24. November 1643 wurden französisch-weimarische Truppen bei Tuttlingen von kaiserlich-bayerischen Kräften überraschend geschlagen. Die Schlacht zeigt, dass der Krieg auch wenige Jahre vor dem Friedensschluss im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg weiterging. Für die Bevölkerung bedeutete ein militärischer Sieg einer Seite meist nicht automatisch Entlastung, denn auch verbündete Truppen mussten untergebracht und versorgt werden.

Krieg, Bevölkerung und Alltagsleben
Wie Armeen versorgt wurden
Die Heere des Dreißigjährigen Krieges bestanden zu großen Teilen aus angeworbenen Soldaten. Ihre Versorgung war schwierig und teuer. Deshalb wurden die Kosten des Krieges zu einem großen Teil auf die Bevölkerung verlagert. Städte, Dörfer, Klöster und Herrschaften mussten Geld, Getreide, Vieh, Futter, Kleidung oder Unterkunft bereitstellen.
Eine wichtige Form waren Kontributionen. Das waren erzwungene Geld- oder Sachleistungen für den Unterhalt von Truppen. Hinzu kam die Einquartierung: Soldaten lebten in Häusern von Bürgern oder Bauern und mussten dort versorgt werden. Für einen Haushalt konnte das bedeuten, dass fremde Menschen Platz, Brot, Fleisch, Bier, Heu und Brennholz verlangten.
Wenn Forderungen nicht erfüllt wurden, drohten Plünderung oder Brandschatzung. Brandschatzung bedeutete, dass Geld unter der Drohung verlangt wurde, einen Ort sonst anzuzünden. Auch wenn militärische Obrigkeiten Regeln gegen eigenmächtige Gewalt erließen, kam es immer wieder zu Übergriffen.
Landwirtschaft und Ernährung
Die meisten Menschen im Südwesten lebten direkt oder indirekt von der Landwirtschaft. Krieg traf daher die gesamte Versorgungskette. Wenn Pferde und Ochsen beschlagnahmt wurden, fehlten Zugtiere. Wenn Saatgut oder Vorräte geraubt wurden, konnte im nächsten Jahr weniger angebaut werden. Wenn Menschen flohen oder starben, blieben Felder unbestellt.
Die Folgen verstärkten sich gegenseitig: Krieg führte zu Armut und Nahrungsmangel; Hunger schwächte die Menschen; geschwächte Menschen waren anfälliger für Krankheiten. Gleichzeitig mussten Städte große Gruppen von Flüchtlingen versorgen.
In Bempflingen im heutigen Landkreis Esslingen lebten 1605 nach den überlieferten Angaben 326 Menschen, 1654 waren es noch 188. Solche Ortszahlen zeigen, wie tief der Einschnitt sein konnte. Sie dürfen aber nicht einfach als Zahl der Kriegstoten gelesen werden, denn Bevölkerungsverluste entstanden auch durch Flucht, Abwanderung und ausbleibende Geburten.
Pest und andere Krankheiten
Viele Menschen starben nicht unmittelbar in Schlachten. Besonders gefährlich waren Seuchen und Mangelkrankheiten. Truppenbewegungen und Flucht brachten viele Menschen auf engem Raum zusammen. In Städten konnten schlechte Ernährung, mangelhafte Hygiene und Überfüllung die Ausbreitung von Krankheiten fördern.
Nach der Schlacht bei Nördlingen verbreitete sich 1634/35 im Südwesten eine schwere Pestwelle. In Ulm lebten viele Geflüchtete aus dem Umland innerhalb der Stadtmauern. 1635 erreichte die Pest auch im besetzten Württemberg einen Höhepunkt. Neben Pest traten unter anderem Ruhr und Typhus auf.
Zusammenhang statt Einzelursache: Der Bevölkerungsrückgang war das Ergebnis einer Kette aus Krieg, Flucht, Einquartierungen, Nahrungsmangel, Krankheiten und wirtschaftlichem Zusammenbruch.
Flucht und Schutz
Menschen versuchten auf unterschiedliche Weise zu überleben. Manche flohen hinter Stadtmauern, auf befestigte Höhen oder in Wälder. Andere verließen ihre Heimatregion für längere Zeit. Aus badischen Gebieten flohen viele Menschen in die Schweiz. In Oberschwaben suchten auch Angehörige von Klöstern Schutz in benachbarten Regionen.
Flucht konnte Leben retten, brachte aber neue Probleme: Unterkunft, Nahrung und Arbeit mussten am Zufluchtsort gefunden werden. Gleichzeitig fehlten die Geflüchteten zu Hause beim Anbau, bei Handwerk und Wiederaufbau.
Kinder, Familien und soziale Ordnung
Für Kinder bedeutete Krieg Unsicherheit. Eltern oder Geschwister konnten sterben, Familien getrennt werden, Schulunterricht ausfallen und Arbeit im Haushalt wichtiger werden. Jugendliche mussten früh Verantwortung übernehmen. Manche Menschen schlossen sich aus Not militärischen Gruppen an oder suchten Arbeit im Tross eines Heeres.
Auch Dorfgemeinschaften und städtische Nachbarschaften veränderten sich. Wer Nahrung besaß, musste sie schützen. Wer arm wurde, war stärker von Hilfe abhängig. Gleichzeitig zeigen Quellen, dass Menschen trotz der Gewalt versuchten, Alltag aufrechtzuerhalten: Sie heirateten, tauften Kinder, bestellten Felder, handelten, beteten, schrieben Chroniken und organisierten lokale Hilfe.
Was historische Quellen über den Alltag erzählen
Für die Geschichte des Alltags sind Ego-Dokumente, Kirchenbücher, Steuerlisten, Chroniken, Briefe, Ratsprotokolle und Bildquellen besonders wichtig. Sie zeigen nicht nur Entscheidungen von Fürsten und Feldherren, sondern auch Erfahrungen einfacher Menschen.
Hans Heberle aus dem Ulmer Land führte ein „Zeytregister“, in dem er Ereignisse des Krieges aus seiner Perspektive festhielt. Solche Texte sind wertvoll, aber sie sind nie neutral. Historikerinnen und Historiker fragen deshalb: Wer schrieb? Wann? Für wen? Welche Erfahrungen hatte die Person? Was konnte sie wissen?
Auch Literatur kann die Erinnerung an Krieg prägen. Der Roman Der abenteuerliche Simplicissimus von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen erschien nach dem Krieg und verarbeitet Erfahrungen einer von Gewalt, Unsicherheit und sozialem Wandel geprägten Zeit.

Bevölkerungsverluste: groß, aber regional verschieden
Für das Herzogtum Württemberg zeigen landesgeschichtliche Untersuchungen, dass der Bevölkerungsstand 1655 nur noch ungefähr 43 Prozent des Niveaus vor der schweren Besatzungs- und Krisenphase von 1634/35 erreichte. Die Unterschiede zwischen einzelnen Ämtern waren groß. In den beiden badischen Markgrafschaften werden die Verluste gegenüber dem Vorkriegsstand auf mehr als die Hälfte geschätzt. Für die besonders schwer getroffene Kurpfalz liegen Schätzungen regional noch höher.
Diese Zahlen sind keine exakten „Todeszahlen“. Frühneuzeitliche Statistiken sind lückenhaft. Zudem umfasst ein Bevölkerungsrückgang Tote, Geflüchtete, dauerhaft Abgewanderte und die Folgen sinkender Geburtenzahlen. Deshalb ist es sinnvoller, von demographischen Verlusten zu sprechen und regionale Beispiele zu vergleichen.

Wiederaufbau nach 1648
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 endeten die großen Kriegshandlungen, aber der Alltag wurde nicht sofort normal. Truppen mussten abziehen, Schulden blieben bestehen, Häuser und Felder mussten wiederhergestellt werden. In Teilen Oberschwabens und der Bodenseeregion verließen die letzten Soldaten erst 1650 das Gebiet.
Der Wiederaufbau wurde durch Rückkehr und Zuwanderung unterstützt. In badischen Gebieten kehrten Menschen aus der Schweiz zurück; zugleich kamen neue Siedler. In Württemberg dauerte es sehr lange, bis sich Wirtschaft und Bevölkerung wieder erholt hatten. Erst im 18. Jahrhundert wurden viele langfristige Kriegsfolgen ausgeglichen.

Das berühmte Gemälde von Gerard ter Borch zeigt die Ratifizierung des spanisch-niederländischen Friedens in Münster, der 1648 im Umfeld des Westfälischen Friedenskongresses geschlossen wurde. Es erinnert daran, dass „der Westfälische Friede“ aus mehreren Verträgen und Verhandlungen bestand.
Was Du aus der Regionalgeschichte lernen kannst
Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges im Südwesten zeigt, dass Kriege nicht nur aus Schlachten bestehen. Für die Mehrheit der Menschen waren Versorgung, Schutz, Krankheit, Flucht, Arbeit und die Frage nach dem nächsten Tag entscheidend. Regionale Geschichte macht außerdem sichtbar, wie stark ein Krieg in verschiedenen Orten unterschiedlich wirken konnte.
Sie hilft Dir auch, historische Karten kritisch zu lesen: Wenn heute von „Baden-Württemberg im Dreißigjährigen Krieg“ gesprochen wird, ist das eine moderne geografische Abkürzung. Historisch musst Du die vielen damaligen Territorien mitdenken.
Quellen und Vertiefung
- LEO-BW: Themenmodul Der Dreißigjährige Krieg im deutschen Südwesten
- Bundeszentrale für politische Bildung: Zeittafel zum Dreißigjährigen Krieg
- Wikipedia: Dreißigjähriger Krieg
- Wikimedia Commons: freie Medien zum Dreißigjährigen Krieg
- Universität Stuttgart: Der Dreißigjährige Krieg im deutschen Südwesten
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum ist die Bezeichnung Baden-Württemberg für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges historisch nur eine moderne Abkürzung? (Das heutige Bundesland existierte damals noch nicht) (!Das Gebiet war damals vollständig französisch) (!Der Krieg fand dort erst nach 1648 statt) (!Der Südwesten hatte damals keine Herrschaftsgebiete)
Welche Schlacht von 1634 hatte besonders schwere Folgen für Württemberg? (Die Schlacht bei Nördlingen) (!Die Schlacht bei Waterloo) (!Die Schlacht bei Leipzig) (!Die Schlacht bei Sedan)
Was war eine Kontribution im Dreißigjährigen Krieg? (Eine erzwungene Geld- oder Sachleistung für Truppen) (!Eine freiwillige Spende für Schulen) (!Ein Friedensvertrag zwischen zwei Städten) (!Eine kirchliche Prozession)
Was bedeutete Einquartierung für viele Haushalte? (Sie mussten Soldaten aufnehmen und versorgen) (!Sie mussten ihre Häuser dauerhaft verkaufen) (!Sie wurden automatisch zu Soldaten) (!Sie erhielten kostenloses Getreide)
Warum breitete sich die Pest 1634 und 1635 im Südwesten besonders stark aus? (Truppenbewegungen Flucht und schlechte Versorgung förderten die Ausbreitung) (!Alle Städte hatten ihre Tore dauerhaft geschlossen) (!Der Rhein war vollständig ausgetrocknet) (!Die Landwirtschaft erzeugte zu viele Lebensmittel)
Warum war Breisach militärisch besonders wichtig? (Die Festung kontrollierte einen bedeutenden Raum am Rhein) (!Dort lag die Hauptstadt Schwedens) (!Dort wurde der Prager Fenstersturz ausgelöst) (!Dort befand sich der Kaiserhof)
Welche Aussage beschreibt Bevölkerungsverluste am besten? (Sie entstanden durch Tod Flucht Abwanderung und sinkende Geburtenzahlen) (!Sie bestanden ausschließlich aus Gefallenen) (!Sie betrafen nur Soldaten) (!Sie waren überall im Südwesten gleich hoch)
Was zeigt die Festung Hohentwiel im Zusammenhang mit dem Krieg? (Befestigte Orte konnten militärische Stützpunkte und Schutzräume sein) (!Bergfestungen waren militärisch bedeutungslos) (!Alle Festungen wurden 1634 zerstört) (!Festungen dienten nur dem Handel)
Welche Quellenart hilft besonders dabei Alltagswahrnehmungen einzelner Menschen zu untersuchen? (Ego Dokumente) (!Moderne Wetter Apps) (!Satellitenbilder) (!Fernsehwerbung)
Was änderte sich 1635 am Charakter des Krieges besonders deutlich? (Frankreich griff offen in den Krieg gegen die Habsburger ein) (!Der Krieg endete vollständig) (!Württemberg wurde ein Königreich) (!Die Schweiz trat dem Heiligen Römischen Reich bei)
Memory
| Kontribution | Zwangsabgabe für den Heeresunterhalt |
| Einquartierung | Unterbringung von Soldaten in privaten Häusern |
| Brandschatzung | Geldforderung unter Androhung von Feuer |
| Hohentwiel | mehrfach belagerte württembergische Festung |
| Breisach | strategisch wichtige Festung am Rhein |
| Nördlingen | Niederlage mit schweren Folgen für Württemberg |
| Pest | Seuche mit besonders schweren Folgen 1634 und 1635 |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kontribution | erzwungene Abgabe |
| Einquartierung | Unterbringung von Soldaten |
| Brandschatzung | Drohung mit Niederbrennen |
| Flucht | Suche nach einem Schutzort |
| Wiederaufbau | Reparatur und Neubesiedlung |
Kreuzworträtsel
| Wimpfen | Welche Stadt gab einer wichtigen Schlacht des Jahres 1622 ihren Namen? |
| Nördlingen | Welche Schlacht führte 1634 zu schweren Folgen für Württemberg? |
| Breisach | Welche Festung am Rhein wurde 1638 nach einer langen Belagerung eingenommen? |
| Hohentwiel | Welche Festung bei Singen widerstand mehreren Belagerungen? |
| Kontribution | Wie hieß eine erzwungene Abgabe zur Versorgung von Truppen? |
| Pest | Welche Seuche traf den Südwesten besonders schwer? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Historische Karte: Markiere auf einer heutigen Karte Baden-Württembergs Bad Wimpfen, Heilbronn, Breisach, Tuttlingen, Singen und Rottweil. Schreibe zu jedem Ort einen Satz über seine Bedeutung im Krieg.
- Bildquelle: Wähle eines der historischen Bilder aus dem aiMOOC und notiere fünf sichtbare Details. Trenne Beobachtung und Deutung.
- Begriffskarte: Gestalte eine kleine Concept-Map zu Kontribution, Einquartierung, Hunger, Flucht und Pest.
- Tagebuch: Schreibe einen kurzen fiktiven Tagebucheintrag aus der Sicht eines Jugendlichen, dessen Familie Soldaten einquartieren muss. Kennzeichne historische Fakten und erfundene Details.
Standard
- Ortsgeschichte: Recherchiere, wie Dein Wohnort oder ein nahe gelegener Ort vom Dreißigjährigen Krieg betroffen war. Nutze möglichst ein Stadtarchiv, Kreisarchiv oder LEO-BW.
- Quellenkritik: Vergleiche einen Kupferstich von Matthäus Merian mit einem schriftlichen Bericht. Welche Informationen liefert jede Quelle und wo liegen ihre Grenzen?
- Bevölkerungsentwicklung: Stelle die Zahlen eines im Text genannten Ortes grafisch dar und erkläre, warum Bevölkerungsrückgang nicht mit Kriegstoten gleichgesetzt werden darf.
- Podcast: Produziere eine drei- bis fünfminütige Audiofolge mit dem Titel „Krieg vor der Haustür – Alltag im Südwesten um 1635“.
Schwer
- Mikrogeschichte: Rekonstruiere anhand mehrerer Quellen die Kriegsjahre eines südwestdeutschen Ortes. Unterscheide Ereignis, Quelle und Interpretation.
- Vergleich: Vergleiche Württemberg, Baden und die Kurpfalz hinsichtlich Herrschaft, Konfession und Kriegsfolgen. Erkläre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Erinnerungskultur: Untersuche, wie heute an einem regionalen Kriegsschauplatz erinnert wird. Analysiere Denkmal, Museum, Website oder Gedenktafel kritisch.
- Erklärvideo: Erstelle ein fünfminütiges Video zur Frage „Warum starben im Dreißigjährigen Krieg so viele Zivilisten?“ Verwende eine Ursache-Wirkungs-Kette und mindestens zwei regionale Beispiele.


Lernkontrolle
- Ursache und Wirkung: Erkläre an einem regionalen Beispiel, wie eine militärische Entscheidung Folgen für Ernährung, Gesundheit und Bevölkerung haben konnte.
- Raum und Herrschaft: Begründe, warum es historisch problematisch wäre, den Südwesten des 17. Jahrhunderts wie das heutige Bundesland Baden-Württemberg zu behandeln.
- Quellenvergleich: Ein Kupferstich zeigt geordnete Truppenformationen, eine Chronik berichtet von Plünderung und Angst. Erkläre, warum beide Quellen gleichzeitig wertvoll sein können.
- Demographie: Ein Dorf hat nach dem Krieg deutlich weniger Einwohner. Entwickle mindestens vier mögliche Erklärungen und ordne sie nach direkter und indirekter Kriegsfolge.
- Perspektivwechsel: Vergleiche die Bedeutung einer Festung aus Sicht eines Feldherrn, eines Bauern, einer Händlerin und eines geflüchteten Kindes.
- Transfer: Formuliere drei Kriterien, mit denen Du bei anderen historischen Kriegen untersuchen könntest, wie stark die Zivilbevölkerung betroffen war.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur nennen, sondern in Zusammenhänge einordnen kannst.
- Du kannst erklären, warum „Baden-Württemberg“ für das 17. Jahrhundert nur eine moderne geografische Bezeichnung ist.
- Du kannst wichtige regionale Ereignisse wie Wimpfen, Nördlingen, Breisach, Hohentwiel und Tuttlingen räumlich und zeitlich einordnen.
- Du kannst erklären, wie Kontribution, Einquartierung, Plünderung, Hunger, Flucht und Seuchen zusammenhingen.
- Du kannst Bevölkerungszahlen kritisch interpretieren und zwischen Todesfällen und demographischem Verlust unterscheiden.
- Du kannst historische Bild- und Textquellen untersuchen und ihre Grenzen benennen.
- Du kannst regionale Beispiele nutzen, um allgemeine Folgen frühneuzeitlicher Kriegsführung zu erklären.
- Du kannst den Westfälischen Frieden als Ende der großen Kriegshandlungen einordnen und zugleich erklären, warum der Wiederaufbau lange dauerte.
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