Dorne und Durchschläge - Schmied


Dorne und Durchschläge - Schmied
Dorne und Durchschläge - Schmied

Einleitung
Beim Schmieden brauchst Du Dorne und Durchschläge für Löcher im heißen Werkstück.
Durchschlag: Er stellt das Loch her.
Lochdorn: Er weitet und formt das vorgelochte Loch.
Die Arbeit erfolgt nur nach Unterweisung und unter Beachtung der Arbeitssicherheit.

Lernziele
Nach diesem Lernkurs kannst Du:
- Durchschläge und Lochdorne unterscheiden.
- Das passende Werkzeug nach Lochform und Lochmaß auswählen.
- Den Arbeitsablauf beim Lochen erklären.
- Werkzeugschäden erkennen.
- Ein geschmiedetes Loch prüfen.
Fachbegriffe
Durchschlag
Der Lochdurchschlag besitzt ein leicht verjüngtes Arbeitsende mit stumpfer Stirnfläche. Er verdrängt den warmen Werkstoff und löst beim Durchstoßen einen kleinen Butzen.
Der Querschnitt des Durchschlags bestimmt die erste Lochform: rund, oval, quadratisch oder rechteckig.
Lochdorn
Der Lochdorn ist länger und gleichmäßig verjüngt. Er wird durch das vorgelochte Werkstück getrieben. Dadurch wird das Loch geweitet, geformt und kalibriert.
Der größte wirksame Querschnitt des Dorns bestimmt das Endmaß.
Durchtreiber und Körner
Ein Durchtreiber treibt Bolzen, Stifte oder Splinte aus einer Bohrung. Er ist kein Lochdurchschlag für glühenden Stahl.
Ein Körner markiert nur einen Punkt. Er wird nicht zum Durchlochen benutzt.


Aufbau der Werkzeuge
- Schlagkopf: Nimmt den Hammerschlag auf.
- Schaft: Verbindet Schlagkopf und Arbeitsende.
- Arbeitsende: Bestimmt Form und Größe des Loches.
- Handgriff: Hält bei langstieligen Werkzeugen die Hand vom heißen Werkstück fern.
Der Schlagkopf darf nicht gerissen oder stark aufgepilzt sein. Ein beschädigtes Werkzeug wird ausgesondert und fachgerecht instand gesetzt.
Werkzeug auswählen
Wähle den Durchschlag und den Dorn nach:
- Lochform: rund, oval, quadratisch oder rechteckig.
- Lochmaß: Der Dorn muss zum Endmaß passen.
- Werkstückdicke: Das Werkzeug muss ausreichend lang und stabil sein.
- Werkstoff: Werkzeug und Schmiedetemperatur müssen zusammenpassen.
- Arbeitsplan: Zeichnung, Toleranz und Betriebsanweisung sind verbindlich.
Amboss und Lochplatte
Zum Durchstoßen braucht der Butzen freien Raum. Dafür dienen das Pritchelloch des Ambosses oder eine passende Lochplatte.
Das Werkstück muss sicher aufliegen. Der Durchschlag darf nicht auf der Ambossbahn aufschlagen.

Arbeitsablauf beim Lochen
- Anreißen: Lochmitte nach Zeichnung markieren.
- Erwärmen: Werkstück auf geeignete Schmiedetemperatur bringen.
- Ansetzen: Durchschlag rechtwinklig und mittig ansetzen.
- Vorlochen: Von der ersten Seite fast durchschlagen.
- Wenden: Werkstück drehen und die sichtbare Wölbung mittig treffen.
- Durchstoßen: Über Pritchelloch oder Lochplatte den Butzen austreiben.
- Aufdornen: Loch mit dem passenden Dorn auf Form und Maß bringen.
- Prüfen: Lage, Winkel, Maß, Form und Risse kontrollieren.
Ist das Werkstück zu kalt, wird es erneut erwärmt. Ein festsitzendes Werkzeug wird nicht mit Gewalt verkantet.
Arbeiten mit Zuschläger
Bei schweren Arbeiten führt eine Person das Werkzeug und eine zweite Person den Zuschlaghammer.
- Der Werkzeugführer gibt klare Kommandos.
- Der Zuschläger schlägt nur nach Freigabe.
- Beide Personen stehen sicher und außerhalb der Schlagbahn.
- Das Werkzeug wird ruhig und senkrecht gehalten.
- Nach dem Stopp-Kommando endet jeder Schlag sofort.
Arbeitssicherheit
- Trage die vorgeschriebene Persönliche Schutzausrüstung.
- Nutze Schutzbrille oder Gesichtsschutz und Gehörschutz.
- Trage Sicherheitsschuhe und eng anliegende Arbeitskleidung.
- Halte brennbare Stoffe vom Arbeitsplatz fern.
- Prüfe Hammer, Zange, Dorn und Durchschlag vor der Arbeit.
- Halte das heiße Werkstück mit einer passenden Zange.
- Lege heißes Material nur auf gekennzeichnete Plätze.
- Kühle Werkzeuge nur nach Betriebsanweisung.
- Arbeite an Feuer und Amboss nur nach Unterweisung.

Qualitätsprüfung
Ein gutes Loch besitzt:
- die richtige Lage,
- den geforderten Querschnitt,
- das richtige Maß,
- die richtige Achse,
- saubere Lochränder,
- keine sichtbaren Risse.
Prüfmittel sind zum Beispiel Messschieber, Winkel, Lehrdorn und Sichtprüfung.
Häufige Fehler
| Fehler | Mögliche Ursache | Verbesserung |
|---|---|---|
| Loch sitzt schief | Werkzeug schräg angesetzt | Werkzeugachse prüfen |
| Loch ist versetzt | Markierung verfehlt | Mitte sauber anreißen |
| Dorn klemmt | Zu wenig Verjüngung oder Werkstück zu kalt | Erneut erwärmen und Werkzeug gerade führen |
| Lochrand reißt | Falsche Temperatur oder zu große Umformung | In mehreren Wärmefolgen arbeiten |
| Schlagkopf splittert | Werkzeug beschädigt | Arbeit stoppen und Werkzeug aussondern |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aufgabe hat ein Lochdurchschlag beim Schmieden? (Er stellt ein Loch im warmen Werkstück her) (!Er misst den Lochdurchmesser) (!Er hält das Werkstück fest) (!Er kühlt das Werkstück)
Welche Aufgabe hat ein Lochdorn? (Er weitet und formt ein vorgelochtes Loch) (!Er schneidet ein Gewinde) (!Er trennt das Werkstück) (!Er schleift die Ambossbahn)
Was bestimmt hauptsächlich die Form des Loches? (Der Querschnitt des Arbeitsendes) (!Die Farbe des Hammerstiels) (!Das Gewicht der Zange) (!Die Höhe der Esse)
Wozu dient das Pritchelloch beim Durchstoßen? (Es gibt dem Butzen freien Raum) (!Es kühlt den Durchschlag) (!Es misst die Lochgröße) (!Es befestigt den Amboss)
Warum wird das Werkstück beim Lochen gewendet? (Das Loch wird von der Gegenseite sauber durchgestoßen) (!Das Werkstück wird dadurch automatisch kalt) (!Der Dorn wird dadurch gehärtet) (!Die Lochform wird immer rund)
Was ist ein Zeichen für ein beschädigtes Schlagwerkzeug? (Ein stark aufgepilzter Schlagkopf) (!Ein sauberer Schaft) (!Eine passende Verjüngung) (!Eine glatte Arbeitsfläche)
Wer gibt beim Arbeiten mit einem Zuschläger die Kommandos? (Der Werkzeugführer) (!Eine unbeteiligte Person) (!Der lauteste Zuschauer) (!Niemand)
Wofür wird ein Durchtreiber verwendet? (Zum Austreiben von Stiften oder Bolzen) (!Zum Aufdornen heißer Löcher) (!Zum Erwärmen des Werkstücks) (!Zum Prüfen der Schmiedetemperatur)
Was ist bei einem zu kalten Werkstück zu tun? (Das Werkstück wird erneut erwärmt) (!Es wird mit stärkeren Schlägen bearbeitet) (!Der Dorn wird schräg angesetzt) (!Der Gehörschutz wird abgenommen)
Welches Merkmal gehört zur Qualitätsprüfung eines Loches? (Die Lage des Loches) (!Die Farbe der Werkbank) (!Die Länge des Besenstiels) (!Die Anzahl der Zuschauer)
Memory
| Lochdurchschlag | Loch herstellen |
| Lochdorn | Loch weiten |
| Pritchelloch | Freiraum für den Butzen |
| Schlagkopf | Hammerschlag aufnehmen |
| Arbeitsende | Lochform bestimmen |
| Aufpilzung | Werkzeugschaden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Aufgabe |
|---|---|
| Durchschlag | Loch vorformen |
| Lochdorn | Loch kalibrieren |
| Lochplatte | Freiraum beim Durchstoßen schaffen |
| Zange | Heißes Werkstück halten |
| Messschieber | Lochmaß prüfen |
Kreuzworträtsel
| Lochdorn | Welches Werkzeug weitet ein vorgelochtes Loch? |
| Durchschlag | Welches Werkzeug stellt das erste Loch im warmen Werkstück her? |
| Pritchelloch | Welche Öffnung im Amboss gibt dem Butzen freien Raum? |
| Schlagkopf | Welcher Werkzeugteil nimmt den Hammerschlag auf? |
| Zange | Welches Werkzeug hält das heiße Werkstück? |
| Aufpilzung | Wie heißt die schädliche Verformung am Schlagkopf? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugvergleich: Zeichne einen Durchschlag und einen Lochdorn. Beschrifte Schlagkopf, Schaft und Arbeitsende.
- Lochformen: Sammle Beispiele für runde, ovale, quadratische und rechteckige Schmiedelöcher.
- Sicherheitskarte: Gestalte eine Karte mit fünf Regeln für das Lochen am Amboss.
- Fehlersuche: Untersuche bereitgelegte Werkzeuge und notiere sichtbare Schäden.
Standard
- Arbeitsplan: Erstelle einen kurzen Arbeitsplan für ein rundes Loch in einem Probestück.
- Werkzeugauswahl: Wähle für drei Lochformen passende Durchschläge und Dorne aus und begründe Deine Wahl.
- Fotodokumentation: Dokumentiere unter Anleitung die Schritte vom Anreißen bis zur Prüfung.
- Qualitätsprotokoll: Prüfe ein Übungsstück und protokolliere Lage, Maß, Form und Oberfläche.
Schwer
- Lochwerkzeug: Plane unter Anleitung einen Lochdorn für ein vorgegebenes Endmaß.
- Fehleranalyse: Vergleiche zwei fehlerhafte Löcher und leite passende Verbesserungen ab.
- Zuschlägerarbeit: Entwickle mit einem Partner eindeutige Arbeitskommandos und teste sie trocken.
- Ausbildungsfilm: Produziere ein kurzes Lernvideo über sicheres Lochen und Aufdornen.


Lernkontrolle
- Werkzeugentscheidung: Ein rechteckiges Loch soll hergestellt werden. Begründe die Auswahl von Durchschlag, Dorn und Unterlage.
- Ablaufplanung: Ordne die Arbeitsschritte für ein sauberes Loch und erkläre, warum das Werkstück gewendet wird.
- Gefährdungsbeurteilung: Erkenne Gefahren an einem vorbereiteten Arbeitsplatz und schlage Schutzmaßnahmen vor.
- Fehlerbehebung: Ein Dorn klemmt im Werkstück. Beschreibe mögliche Ursachen und sichere Maßnahmen.
- Qualitätsbewertung: Bewerte ein Probestück anhand von Zeichnung, Maß, Lage, Achse und Rissfreiheit.
- Teamarbeit: Erkläre, wie Werkzeugführer und Zuschläger sicher zusammenarbeiten.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis zeigst Du:
- Du erkennst Durchschlag, Lochdorn, Durchtreiber und Körner.
- Du wählst Werkzeug und Unterlage passend aus.
- Du planst den Arbeitsablauf.
- Du beachtest die Sicherheitsregeln.
- Du stellst unter Anleitung ein Übungsloch her.
- Du prüfst und dokumentierst das Ergebnis.
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