Diskursiver Synkretismus 10


Diskursiver Synkretismus 10
Diskursiver Synkretismus
Einleitung
Diskursiver Synkretismus ist ein didaktischer und philosophischer Orientierungsbegriff für den Umgang mit einer pluralen, medial vernetzten und kulturell vielfältigen Welt. Er verbindet drei Grundideen: Erstens meint Diskurs einen geordneten Austausch von Argumenten, Deutungen und Perspektiven. Zweitens bezeichnet Synkretismus die Verbindung unterschiedlicher Ideen, Traditionen oder Weltbilder zu neuen Deutungsformen. Drittens verweist die diskursive Perspektive darauf, dass solche Verbindungen nicht beliebig, heimlich oder unkritisch entstehen sollen, sondern in einem nachvollziehbaren, begründeten und verantwortlichen Gespräch geprüft werden.
Der Begriff ist kein fest kanonisierter Schulbuchbegriff wie Demokratie, Aufklärung oder Menschenrechte. Er eignet sich aber als Lernmodell, um zu verstehen, wie Menschen heute Orientierung gewinnen: Sie begegnen religiösen, politischen, wissenschaftlichen, kulturellen und digitalen Deutungen gleichzeitig. Ein diskursiver Synkretismus fragt deshalb nicht nur: „Welche Ideen werden vermischt?“, sondern vor allem: „Wie werden sie geprüft, begründet, kritisiert, verändert und verantwortet?“
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Das Video führt in die Frage ein, was diskursiver Synkretismus bedeuten kann: Orientierung entsteht in einer pluralen Welt nicht dadurch, dass man alle Unterschiede auflöst, aber auch nicht dadurch, dass man sich starr gegen jede andere Perspektive abschottet. Entscheidend ist eine Haltung, die Unterschiede ernst nimmt, Gemeinsamkeiten sucht, Widersprüche aushält und begründete Entscheidungen trifft.

Grundbegriffe
Diskurs
Ein Diskurs ist mehr als ein lockeres Gespräch. Im Alltag kann ein Diskurs eine öffentliche Debatte sein, etwa über Klimawandel, Migration, Künstliche Intelligenz, Religion oder Gerechtigkeit. In der Philosophie und den Sozialwissenschaften bezeichnet Diskurs auch die Regeln, Machtverhältnisse und sprachlichen Muster, die bestimmen, was in einer Gesellschaft als wahr, vernünftig, normal oder problematisch gilt.
Für diskursiven Synkretismus ist wichtig: Ein Diskurs soll nicht nur Meinungen sammeln. Er soll Gründe prüfen. Dabei wird gefragt, welche Quellen glaubwürdig sind, welche Interessen im Hintergrund stehen, welche Begriffe uns leiten und welche Folgen eine Deutung für Menschen, Gesellschaft und Umwelt hat.
Synkretismus
Synkretismus meint allgemein die Verbindung verschiedener Ideen, religiöser Praktiken, kultureller Formen oder philosophischer Konzepte zu einem neuen Zusammenhang. In der Religionswissenschaft wird Synkretismus häufig verwendet, wenn religiöse Traditionen, Bräuche oder Vorstellungen miteinander verschmelzen. Synkretische Formen finden sich in vielen Kulturen, zum Beispiel dort, wo lokale Traditionen mit Weltreligionen, philosophischen Lehren oder politischen Ideen verbunden wurden.
Der Begriff kann neutral, positiv oder kritisch verwendet werden. Positiv betrachtet kann Synkretismus kreative Verständigung ermöglichen. Kritisch betrachtet kann er Unterschiede verwischen, Machtverhältnisse verdecken oder fremde Traditionen oberflächlich vereinnahmen. Genau hier setzt die diskursive Perspektive an: Nicht jede Mischung ist sinnvoll, gerecht oder wahrheitsfähig.
Pluralismus
Pluralismus beschreibt die Koexistenz verschiedener Überzeugungen, Lebensstile, Interessen und Deutungssysteme. Eine plurale Gesellschaft besteht nicht aus Menschen, die alle dasselbe denken. Sie braucht Verfahren, mit denen Unterschiede friedlich, fair und vernünftig ausgehandelt werden können. Dazu gehören Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, Bildung, Medienkompetenz und demokratische Beteiligung.
Diskursiver Synkretismus entsteht besonders dort, wo Menschen nicht mehr nur in einem einzigen Deutungsrahmen leben. Sie begegnen in Schule, Internet, Familie, Politik, Kunst, Wissenschaft und Religion vielen Sinnangeboten. Daraus entsteht die Aufgabe, nicht passiv alles zu übernehmen, sondern aktiv zu prüfen.
Definition: Was ist diskursiver Synkretismus?
Diskursiver Synkretismus bezeichnet eine reflektierte Form der Orientierung, bei der Elemente unterschiedlicher Traditionen, Weltanschauungen, Religionen, Wissenschaften, Kulturen oder Medien nicht blind vermischt, sondern in einem begründeten Diskurs geprüft, verglichen, kritisiert und gegebenenfalls zu einer verantwortbaren neuen Sichtweise verbunden werden.
Kurz gesagt: Diskursiver Synkretismus ist kein beliebiges „Alles passt irgendwie zusammen“, sondern ein prüfendes „Was kann begründet, verantwortet und sinnvoll verbunden werden?“
Dabei gelten vier zentrale Prinzipien:
- Prüfung: Ideen werden auf Quellen, Gründe, Folgen und innere Widersprüche hin untersucht.
- Dialog: Unterschiedliche Perspektiven werden nicht sofort abgewertet, sondern verstanden und befragt.
- Unterscheidung: Differenzen bleiben sichtbar; nicht alles wird künstlich harmonisiert.
- Verantwortung: Neue Verbindungen müssen ethisch, sachlich und sozial verantwortbar sein.
Warum ist der Begriff heute wichtig?
Menschen leben heute in einer Welt, in der viele Deutungen gleichzeitig verfügbar sind. Über Soziale Medien, Suchmaschinen, Podcasts, Videoportale, Nachrichten, Influencer, Schule, Familie und Peer Group treffen wissenschaftliche Erkenntnisse, religiöse Überzeugungen, politische Deutungen, Verschwörungserzählungen, Werbung, Popkultur und persönliche Erfahrungen aufeinander.
Ohne Prüfung kann daraus Orientierungslosigkeit entstehen. Wer alles glaubt, verliert den Maßstab. Wer nur eine einzige Sicht zulässt, verliert Lernfähigkeit. Diskursiver Synkretismus sucht einen dritten Weg: Offenheit ohne Beliebigkeit, Kritik ohne Abschottung, Verbindung ohne Gleichmacherei.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Nicht dasselbe wie Relativismus
Relativismus wird oft als Haltung verstanden, nach der alle Wahrheitsansprüche nur relativ zu einer Perspektive gelten. Diskursiver Synkretismus ist nicht gleichbedeutend damit. Er sagt nicht: „Alles ist gleich wahr.“ Er fragt vielmehr: „Welche Aussage ist in welchem Kontext gut begründet, welche Grenzen hat sie und wie lässt sie sich verantwortungsvoll mit anderen Einsichten ins Gespräch bringen?“
Nicht dasselbe wie Eklektizismus
Eklektizismus bedeutet, aus verschiedenen Systemen einzelne Elemente auszuwählen. Das kann kreativ sein, aber auch oberflächlich bleiben. Diskursiver Synkretismus verlangt mehr als Auswahl nach Geschmack. Er fordert Begründung, Kontextwissen und kritische Prüfung.
Nicht dasselbe wie interreligiöser Dialog
Der interreligiöse Dialog ist ein respektvoller Austausch zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionen. Diskursiver Synkretismus kann interreligiöse Fragen einschließen, ist aber breiter. Er kann auch politische, wissenschaftliche, ethische, kulturelle und digitale Deutungen miteinander ins Gespräch bringen.
Nicht dasselbe wie kulturelle Aneignung
Kulturelle Aneignung beschreibt problematische Formen der Übernahme kultureller Elemente, besonders wenn Machtungleichheiten, Kommerzialisierung oder Respektlosigkeit eine Rolle spielen. Diskursiver Synkretismus muss deshalb fragen: Wer übernimmt was von wem? Wird der Ursprung anerkannt? Werden Betroffene einbezogen? Wird eine Tradition verstanden oder nur als Stilmittel benutzt?

Chancen des diskursiven Synkretismus
Diskursiver Synkretismus kann Lernende befähigen, komplexe Gegenwartsfragen differenziert zu bearbeiten. Er fördert Ambiguitätstoleranz, also die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit auszuhalten, ohne vorschnell in Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen. Er stärkt Urteilskompetenz, weil er nicht nur Informationen sammelt, sondern deren Qualität prüft. Außerdem unterstützt er Demokratiebildung, weil demokratische Gesellschaften darauf angewiesen sind, dass Menschen unterschiedliche Positionen verstehen, kritisieren und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können.
Ein Beispiel ist die Debatte um Künstliche Intelligenz. Hier treffen technische, wirtschaftliche, ethische, juristische, religiöse und pädagogische Fragen aufeinander. Ein rein technischer Blick reicht nicht aus. Ein rein moralischer Blick ohne Sachkenntnis reicht ebenfalls nicht aus. Diskursiver Synkretismus versucht, diese Perspektiven so zu verbinden, dass ein begründetes Urteil möglich wird.
Risiken und Grenzen
Diskursiver Synkretismus ist anspruchsvoll. Er kann misslingen, wenn Unterschiede zu schnell harmonisiert werden. Dann entsteht Scheinverständigung. Er kann auch misslingen, wenn starke Stimmen schwächere Stimmen dominieren. Dann wird der Diskurs ungerecht. Außerdem besteht die Gefahr, dass komplexe Traditionen verkürzt werden, etwa wenn religiöse Symbole, indigene Praktiken oder philosophische Begriffe aus ihrem Zusammenhang gerissen werden.
Deshalb braucht diskursiver Synkretismus Regeln: Quellen müssen geprüft werden. Betroffene Perspektiven müssen gehört werden. Widersprüche dürfen nicht vertuscht werden. Machtverhältnisse müssen sichtbar bleiben. Und am Ende muss klar sein, welche Verbindung man verantwortet und welche man ablehnt.
Methode: Wie arbeitet man diskursiv-synkretisch?
Eine mögliche Arbeitsmethode besteht aus sieben Schritten:
- Wahrnehmen: Welche Deutungen, Traditionen oder Stimmen kommen in einer Frage vor?
- Kontextualisieren: Aus welchen geschichtlichen, kulturellen, religiösen oder wissenschaftlichen Zusammenhängen stammen sie?
- Verstehen: Was sagen die Positionen jeweils über Mensch, Welt, Wahrheit, Sinn oder gutes Leben?
- Prüfen: Welche Quellen, Argumente, Erfahrungen und Folgen sprechen dafür oder dagegen?
- Vergleichen: Wo gibt es Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Widersprüche oder blinde Flecken?
- Verbinden: Welche Elemente lassen sich begründet zusammenführen, ohne ihre Herkunft zu verfälschen?
- Verantworten: Welche Entscheidung, Haltung oder Handlung ergibt sich daraus?
Beispiel 1: Religion und Ethik in einer pluralen Klasse
In einer Schulklasse sprechen Lernende über die Frage: „Was bedeutet ein gutes Leben?“ Eine Person argumentiert aus christlicher Sicht mit Nächstenliebe. Eine andere verweist auf muslimische Vorstellungen von Barmherzigkeit. Eine dritte betont buddhistische Achtsamkeit. Eine vierte argumentiert humanistisch mit Menschenwürde und Selbstbestimmung.
Ein undiskursiver Synkretismus würde einfach sagen: „Das ist doch alles dasselbe.“ Das wäre zu oberflächlich. Ein starres Abgrenzungsdenken würde sagen: „Nur eine Sicht kann gelten.“ Das wäre zu eng. Diskursiver Synkretismus fragt genauer: Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Wo unterscheiden sich Begründungen? Welche Begriffe sind nicht austauschbar? Welche gemeinsamen Handlungen könnten trotz unterschiedlicher Begründungen möglich sein?
Beispiel 2: Digitale Öffentlichkeit
In der digitalen Öffentlichkeit entstehen ständig neue Mischungen aus Information, Meinung, Unterhaltung, Werbung, Aktivismus und persönlicher Selbstdarstellung. Ein Video kann wissenschaftliche Fakten enthalten, zugleich emotional zuspitzen, politische Botschaften transportieren und kommerzielle Interessen bedienen. Diskursiver Synkretismus hilft, solche Mischformen zu analysieren.
Du kannst fragen: Welche Aussage wird gemacht? Welche Quelle wird genannt? Welche Bilder und Gefühle werden eingesetzt? Welche Perspektiven fehlen? Welche Begriffe werden vermischt? Wird ein wissenschaftlicher Begriff korrekt verwendet oder nur als Autoritätssignal benutzt?
Beispiel 3: Nachhaltigkeit als synkretisches Lernfeld
Nachhaltigkeit ist ein gutes Beispiel für diskursive Verbindung. Sie umfasst ökologische, ökonomische, soziale, politische, technische und ethische Perspektiven. Wer über nachhaltige Ernährung spricht, begegnet Daten zum Klimawandel, Fragen globaler Gerechtigkeit, religiösen Vorstellungen von Verantwortung für die Schöpfung, ökonomischen Interessen, kulturellen Essgewohnheiten und individuellen Bedürfnissen.
Diskursiver Synkretismus bedeutet hier: Nicht eine Perspektive allein entscheidet alles. Die Aufgabe besteht darin, verschiedene Wissensformen in einen verantwortlichen Zusammenhang zu bringen.
Leitfragen für die eigene Orientierung
- Quellenkritik: Woher stammt eine Aussage und wie verlässlich ist sie?
- Begriffsklärung: Werden zentrale Begriffe eindeutig verwendet?
- Kontext: Aus welchem kulturellen, historischen oder fachlichen Zusammenhang stammt eine Idee?
- Macht: Wer spricht, wer wird gehört und wer bleibt unsichtbar?
- Differenz: Welche Unterschiede dürfen nicht verwischt werden?
- Verbindung: Welche Gemeinsamkeiten sind tragfähig?
- Ethik: Welche Folgen hat die Übernahme oder Verbindung von Ideen?
- Urteil: Welche begründete Position kannst Du am Ende vertreten?
Bedeutung für Bildung
Für Schule, Ausbildung und Studium ist diskursiver Synkretismus besonders wertvoll, weil er viele Kompetenzen verbindet. Lernende trainieren Lesekompetenz, Medienkompetenz, Argumentation, Perspektivwechsel, Kritisches Denken, Ethik, Demokratiebildung und Interkulturelle Kompetenz. Sie lernen, dass Bildung nicht nur aus Antworten besteht, sondern aus der Fähigkeit, gute Fragen zu stellen, Positionen zu prüfen und begründet zu handeln.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was meint diskursiver Synkretismus im Kern? (Eine reflektierte Verbindung unterschiedlicher Perspektiven durch begründeten Diskurs) (!Eine beliebige Vermischung aller Meinungen ohne Prüfung) (!Die vollständige Ablehnung fremder Überzeugungen) (!Die Abschaffung aller kulturellen Unterschiede)
Welcher Begriff bezeichnet die Verbindung verschiedener Ideen oder Traditionen zu einem neuen Zusammenhang? (Synkretismus) (!Dogmatismus) (!Monismus) (!Zensur)
Was ist für einen Diskurs besonders wichtig? (Begründete Prüfung von Aussagen) (!Blinde Zustimmung zur lautesten Meinung) (!Vermeidung aller Gegenargumente) (!Geheime Entscheidung ohne Austausch)
Worin unterscheidet sich diskursiver Synkretismus vom Relativismus? (Er prüft Wahrheitsansprüche und setzt nicht alles gleich) (!Er behauptet dass alle Aussagen automatisch wahr sind) (!Er verbietet jede Diskussion über Werte) (!Er lehnt jede Form von Begründung ab)
Warum ist Kontextwissen wichtig? (Weil Ideen aus geschichtlichen und kulturellen Zusammenhängen stammen) (!Weil Quellen dadurch überflüssig werden) (!Weil dann keine Kritik mehr erlaubt ist) (!Weil Begriffe immer überall dasselbe bedeuten)
Welche Fähigkeit hilft, Mehrdeutigkeit auszuhalten? (Ambiguitätstoleranz) (!Absolutismus) (!Gedankenverbot) (!Gleichgültigkeit)
Was ist ein Risiko oberflächlichen Synkretismus? (Unterschiede und Machtverhältnisse werden verwischt) (!Alle Quellen werden zu genau geprüft) (!Niemand darf mehr zuhören) (!Komplexität wird automatisch größer)
Welche Frage passt besonders gut zur Quellenkritik? (Wer sagt das und worauf stützt sich die Aussage) (!Welche Aussage klingt am bequemsten) (!Welche Meinung ist am lautesten) (!Welche Quelle bestätigt nur meine Vorurteile)
Was unterscheidet diskursiven Synkretismus von bloßem Eklektizismus? (Er verlangt Begründung und kritische Prüfung) (!Er wählt nur nach persönlichem Geschmack aus) (!Er verzichtet auf jede Verantwortung) (!Er kopiert Ideen ohne Kontext)
Welche Haltung passt am besten zum diskursiven Synkretismus? (Offenheit ohne Beliebigkeit) (!Abschottung ohne Lernbereitschaft) (!Zustimmung ohne Nachdenken) (!Vermischung ohne Verantwortung)
Memory
| Diskurs | Begründeter Austausch |
| Synkretismus | Verbindung von Ideen |
| Pluralismus | Vielfalt von Lebensformen |
| Quellenkritik | Prüfung von Herkunft |
| Ambiguitätstoleranz | Aushalten von Mehrdeutigkeit |
| Verantwortung | Folgen bedenken |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Wahrnehmen | Perspektiven erkennen |
| Kontextualisieren | Herkunft klären |
| Prüfen | Gründe bewerten |
| Vergleichen | Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen |
| Verantworten | Folgen reflektieren |
Kreuzworträtsel
| Diskurs | Wie nennt man einen begründeten Austausch über strittige Fragen? |
| Synkretismus | Wie heißt die Verbindung verschiedener Ideen zu einem neuen Zusammenhang? |
| Pluralismus | Wie heißt die Koexistenz verschiedener Überzeugungen und Lebensstile? |
| Kontext | Was muss man kennen, um eine Idee aus ihrer Herkunft heraus zu verstehen? |
| Dialog | Welche Gesprächsform setzt auf Zuhören, Respekt und Antwort? |
| Ethik | Welcher Bereich fragt nach verantwortlichem Handeln? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu Diskurs, Synkretismus, Pluralismus, Dialog und Quellenkritik. Schreibe zu jedem Begriff eine eigene Erklärung in Deinen Worten.
- Videonotizen: Sieh Dir das eingebundene Video an und notiere fünf Aussagen, die Dir helfen, diskursiven Synkretismus zu verstehen.
- Alltagsbeispiel: Finde ein Beispiel aus Deinem Alltag, in dem verschiedene kulturelle, religiöse, wissenschaftliche oder mediale Perspektiven aufeinandertreffen.
- Symbolanalyse: Betrachte eines der Bilder im aiMOOC und erkläre, welche Formen von Vielfalt, Verbindung oder Dialog sichtbar werden.
Standard
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei Texte oder Videos zu einem kontroversen Thema. Prüfe, welche Quellen genannt werden, welche Begriffe verwendet werden und welche Interessen erkennbar sind.
- Dialogprotokoll: Führe ein Gespräch mit einer Person, die bei einem Thema anders denkt als Du. Protokolliere Gemeinsamkeiten, Unterschiede und offene Fragen.
- Begriffsanalyse: Untersuche den Unterschied zwischen Synkretismus, Eklektizismus, Relativismus und interreligiösem Dialog.
- Medienanalyse: Analysiere einen Social-Media-Beitrag daraufhin, welche Wissensformen, Gefühle, Werte und Interessen miteinander vermischt werden.
Schwer
- Essay: Schreibe einen argumentativen Essay zur Frage: „Wie kann man in einer pluralen Welt offen bleiben, ohne beliebig zu werden?“
- Fallstudie: Entwickle eine Fallstudie zu Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit oder Religion und zeige, wie diskursiver Synkretismus bei der Urteilsbildung hilft.
- Projekt: Gestalte ein eigenes Erklärvideo oder eine Präsentation, in der Du die sieben Schritte diskursiv-synkretischer Orientierung an einem aktuellen Beispiel erklärst.
- Debatte: Organisiere eine strukturierte Debatte in der Klasse. Eine Gruppe argumentiert für die Verbindung verschiedener Perspektiven, eine andere warnt vor Beliebigkeit und Vereinnahmung.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe: Erkläre an einem selbst gewählten aktuellen Thema, warum weder starre Eindeutigkeit noch bloßer Relativismus ausreichen, um zu einem begründeten Urteil zu kommen.
- Perspektivvergleich: Vergleiche eine wissenschaftliche, eine religiöse und eine politische Perspektive auf ein gemeinsames Problem. Zeige, was jede Perspektive leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
- Argumentationsanalyse: Analysiere eine öffentliche Debatte und untersuche, welche Begriffe, Bilder und Machtverhältnisse den Diskurs prägen.
- Urteilsbildung: Entwickle Kriterien, mit denen man entscheiden kann, ob eine Verbindung verschiedener Ideen verantwortbar ist.
- Praxisentwurf: Entwirf Regeln für einen Klassen- oder Seminardialog, der diskursiven Synkretismus ermöglicht, ohne Unterschiede zu verwischen.
- Kritische Reflexion: Erläutere, wann Synkretismus kreativ und lernförderlich sein kann und wann er problematisch wird.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Diskursiver Synkretismus solltest Du zeigen, dass Du die Grundbegriffe sicher erklären, Beispiele differenziert analysieren und eine eigene begründete Position entwickeln kannst. Wichtig sind:
- Begriffsverständnis: Du erklärst Diskurs, Synkretismus, Pluralismus, Relativismus, Eklektizismus und Quellenkritik präzise.
- Analysefähigkeit: Du untersuchst, wie verschiedene Perspektiven in einem konkreten Thema aufeinandertreffen.
- Urteilskompetenz: Du begründest, welche Verbindungen sinnvoll, problematisch oder abzulehnen sind.
- Dialogfähigkeit: Du zeigst, dass Du fremde Positionen fair darstellen und kritisch befragen kannst.
- Medienkompetenz: Du prüfst Quellen, Interessen, Darstellungsformen und mögliche Verzerrungen.
- Transferleistung: Du wendest das Konzept auf ein neues Thema an und entwickelst daraus eine verantwortliche Handlungsperspektive.
OERs zum Thema
Zum exakten Begriff Diskursiver Synkretismus gibt es keinen etablierten deutschsprachigen Wikipedia-Artikel. Für das Verständnis sind jedoch mehrere OER-Bezugsartikel hilfreich:
Links
Zusammenfassung
Diskursiver Synkretismus beschreibt eine reflektierte Orientierung in einer pluralen Welt. Er nimmt wahr, dass Menschen heute vielen religiösen, kulturellen, wissenschaftlichen, politischen und medialen Deutungen begegnen. Diese Vielfalt soll nicht beliebig vermischt und nicht starr abgewehrt werden. Entscheidend ist ein begründeter Diskurs, der Quellen prüft, Unterschiede sichtbar hält, Machtverhältnisse reflektiert und verantwortliche Verbindungen ermöglicht. Der Begriff hilft besonders in Bildung, Medienanalyse, Demokratiebildung, Ethik, interkulturellem Lernen und religiöser Orientierung.
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