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Die Wahl - Klopstock, Friedrich Gottlieb - Gedichtanalyse

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Die Wahl - Klopstock, Friedrich Gottlieb - Gedichtanalyse

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Einleitung

Was macht Menschen wirklich glücklich? Reicht angenehmes Erleben aus, oder brauchen wir auch eigenes Denken, Freiheit, Religion und Kunst? In der Ode Die Wahl spricht Friedrich Gottlieb Klopstock über diese Frage. Du untersuchst ein Gedicht aus 36 Versen in neun vierzeiligen Strophen. Es entstand laut TextGrid um 1800 und wurde 1804 erstmals gedruckt. Es gehört in das Umfeld der Aufklärung und nimmt zugleich Motive der Empfindsamkeit auf.

Für wen? Klassen 9–10: Verstehen, Bilder erkennen, mit Versen belegen. Klassen 11–13: Form, historische Widersprüche und verschiedene Lesarten untersuchen.

Dein Ziel: Du unterscheidest Text und Deutung, belegst Aussagen mit verifizierten Verszitaten und entwickelst eine eigene begründete Interpretation. Lies zunächst die vorhandene Textseite: Die Wahl – vollständiger Gedichttext auf MOOCwiki.

Bild: Klopstock, Porträt von Johann Caspar Füssli (1750). Quelle und Gemeinfreiheitsvermerk: Wikimedia Commons.

Audio zur Aussprache des Namens: „Klopstock“ anhören. Dies ist keine Rezitation des Gedichts.


Quellfassung, Lesefassung und Wortschatz


Quellfassung: nachprüfbarer Gedichttext

Textgrundlage: „Die Wahl“ in der TextGrid Digitalen Bibliothek, Textfassung mit 36 Versen. Editionsdaten nennen als Entstehungsjahr 1800 und als Erstdruck 1804. TextGrid bietet eine wissenschaftlich erschlossene Edition, nicht das eigenhändige Manuskript. Die Quelle ist ein Textzeugnis in edierter Form; ihr Wortlaut darf nicht mit einer historischen Handschrift gleichgesetzt werden.

Drei geprüfte Leseanker aus dem Quelltext (Versnummern nach TextGrid):

Stelle Versgetreuer Auszug Erste Beobachtung
V. 1–4 „Europa herrschet. Immer geschmeichelter“ / „Gebietest du der Herrscherin, Sinnlichkeit!“ / „Die Blumenkette, die du anlegst,“ / „Klirret nicht, aber umringelt fester,“ Sinnlichkeit wird direkt angeredet. Eine weiche Kette ist dennoch eine Fessel.
V. 25–28 „Ihr saht es welken, hörtet die eiserne“ / „Notwendigkeit. Was wollet ihr tun? Wohlan,“ / „Zur Wahl: Verzweifelt! oder macht euch“ / „Glücklicher, als es der Zauber konnte.“ Die angesprochenen Menschen sollen selbst wählen.
V. 33–36 „Der Künste Blumen können zur Heiterkeit“ / „Auch wieder wecken; führt euch des Kenners Blick.“ / „Die Farbe trüget oft; der Blumen“ / „Seelen sind labende Wohlgerüche.“ Kunst wird als eine Quelle geistiger Freude beschrieben.

Quellenkritik: Einige Internetfassungen umbrechen den langen Vers 29 nach „sei,“ und zeigen dadurch 37 Zeilen. Für diesen Kurs gelten die neun Vierzeiler der TextGrid-Fassung. Prüfe Zeilenumbrüche immer an der benannten Edition.


Lesefassung und moderne Verständnishilfe

Lesefassung: vollständigen Text auf MOOCwiki öffnen beziehungsweise die vorhandene Gedichtseite. Lies das Original dort, ohne dass hier eine zweite vollständige Textseite angelegt wird.

Sinngemäße Lesehilfe, keine wörtliche Übersetzung: Das sprechende Ich meint: Europa werde von angenehmen Empfindungen beherrscht. Diese Macht wirkt freundlich, nimmt den Menschen aber Freiheit und Selbstbesinnung. Krieg und Armut zerstören die trügerische Sicherheit. Die Menschen stehen vor einer Entscheidung. Wer fragt, denkt, glaubt und Kunst bewusst wahrnimmt, kann eine tiefere Form von Glück entdecken. Diese Hilfe fasst eine mögliche Bedeutung zusammen; sie ersetzt keine Originalverse.

Original – Lesefassung – Übertragung – Interpretation sind nicht dasselbe. Die Quellfassung belegt einen Wortlaut in einer bestimmten Edition. Eine Lesefassung hilft beim Lesen und kann Schreibung erklären. Eine Übertragung formuliert alte Wendungen im heutigen Deutsch neu und verändert damit die Ausdrucksweise. Eine Interpretation erklärt mit Belegen, was die Verse bedeuten könnten. Da das Original bereits deutsch ist, ist die Verständnishilfe keine Übersetzung aus einer Fremdsprache.


Wörter kurz erklärt

Wort oder Ausdruck Einfach erklärt Beleg
„herrschet“ ältere Form von „herrscht“ V. 1
„Sinnlichkeit“ im Gedicht eine Macht angenehmer körperlicher Empfindungen; nicht einfach jedes Gefühl V. 2 und 6
„Scherf“ kleine Münze, sehr wenig Geld V. 15
„Gallier“ hier Bezeichnung für Franzosen V. 14
„frommts“ „was nützt es?“ V. 23
„Genuß des Geistes“ Freude am Denken und Erkennen V. 31
„trüget“ ältere Form von „täuscht“ V. 35

Mini-Auftrag: Markiere in der verlinkten Lesefassung zwei Wörter, die dich irritieren. Schreibe eine heutige Erklärung dazu. Prüfe sie im Satz, nicht nur im Wörterbuch.


Wer spricht, und wie entwickelt sich der Gedanke?


Ein mahnendes lyrisches Sprechen

Hier erzählt keine Figur eine Handlung. Ein sprechendes Ich bewertet und warnt. In V. 10 steht „Von ihrer Größe red ich nicht, sage nur:“. Das „ich“ macht seine Stimme sichtbar. Zugleich spricht es andere direkt an: zuerst die als „Sinnlichkeit“ personifizierte Macht in V. 2, später ein „ihr“, das für Menschen beziehungsweise die angesprochene Gesellschaft steht. Damit entsteht eine eindringliche Ansprache.

Beleg + Aussage: „Du schläferst ein“ (V. 11) stellt Sinnlichkeit wie eine Macht dar, die Menschen passiv macht. Die Behauptung ist die Sicht des lyrischen Sprechers; sie muss nicht automatisch deine Meinung sein.


Die Bewegung durch neun Strophen

Strophen Gedankenschritt
1–3, V. 1–12 Die Sinnlichkeit erscheint verführerisch und wie eine unsichtbare Fessel. Der Mensch vergesse seine geistige Seite.
4–6, V. 13–24 Krieg, Geldnot und Unfreiheit erschüttern dieses schöne Bild. Die Kritik wird schärfer.
7, V. 25–28 Die zentrale Wahl wird ausdrücklich genannt: Verzweiflung oder ein anderes, tieferes Glück.
8–9, V. 29–36 Denken, religiöses Fragen und Kunst werden als Wege zu diesem Glück vorgeschlagen.

Denkfrage: Wen meint das „ihr“ in V. 25–28? Die Antwort muss zur vorherigen Rede über Europa passen. Auch die Lesart einer bewusst offenen Ansprache ist möglich.


Form, Klang und Bildsprache


Eine Ode zum lauten Lesen

Oden sind oft feierlich und gedanklich anspruchsvoll. Die Wahl hat neun Strophen mit je vier Versen. Ein regelmäßiger Endreim steht nicht im Vordergrund. Die Sätze gehen häufig über das Versende hinaus. In V. 7–9 setzt sich zum Beispiel ein Gedanke über die Strophengrenze fort. Das nennt man Zeilensprung. Er kann Spannung erzeugen und das Lesen beschleunigen.

Klopstocks lyrische Sprache arbeitet mit betonten Wörtern, Ausrufen, Fragen und rhythmischen Gegensätzen. Ein durchgehend gleiches deutsches Betonungsmuster solltest du nicht ohne genaue Prüfung behaupten. Höre selbst, wie Satzzeichen und Zäsuren das Tempo beeinflussen.

Hör- und Rhythmusmaterial von Commons: Metronom-Klang (20 Sekunden) und animiertes Metronom. Beides ist Anschauungsmaterial zum Rhythmus, keine Aufnahme und keine metrische Analyse dieser Ode.

Animation: „Animated metronome“ von Grufo (GPL v3). Hinweis: Vorschaubilder auf Commons sind teils unbewegt; über den Dateilink lässt sich die Originalanimation öffnen.


Bilder, die gegeneinander arbeiten

„Blumenkette“ (V. 3): Eine Blume klingt zart und angenehm. Aber die Kette „umringelt fester“ (V. 4). Diese Metapher zeigt Freiheit als Täuschung.

„Zauberin Sinnlichkeit“ (V. 6): Die abstrakte Sinnlichkeit handelt wie eine Person. Das ist eine Personifikation.

„Donnerstimme“ und „eiserne Notwendigkeit“ (V. 17–18): Hartes, lautes und schweres Material wirkt bedrohlich. Diese Bilder passen zu Krieg und Verarmung.

„Funken Seele“ (V. 21): Ein kleiner Funke kann neu aufleuchten. Hoffnung wird bildlich sichtbar.

„Der Künste Blumen“ (V. 33): Am Schluss kehrt das Blumenbild wieder. Nun kann Kunst Freude schenken statt unbemerkt zu fesseln. Vergleiche die beiden Blumenbilder: Der Kontext verändert ihre Bedeutung.

Klangprobe: Lies V. 17–20 laut, dann V. 33–36. Wo wirken Wörter hart, wo weich? Beschreibe den Eindruck. Klang allein beweist keine eindeutige Deutung.


Aufklärung, Empfindsamkeit und Geschichte


Denken, Empfinden und religiöses Fragen

Die Aufklärung betont selbstständiges Denken und die Prüfung von Behauptungen. Die Empfindsamkeit nimmt zugleich Gefühle, Innerlichkeit und sittliche Verantwortung ernst. Klopstock lässt diese Zugänge nicht einfach gegeneinander antreten. In V. 29 wird das Forschen genannt. V. 30 spricht vom anbetenden Fragen nach Gott. V. 31 nennt den „Genuß des Geistes“. So verbinden sich Erkenntnis, Religion und Erleben.

Wichtig: „Sinnlichkeit“ bedeutet hier nicht jede menschliche Empfindung. Der Sprecher kritisiert vielmehr eine verführerische Macht, die nach seiner Auffassung Denken und Freiheit verdrängt. Das ist eine wertende Sichtweise. Du darfst widersprechen, wenn du deinen Widerspruch mit Textbelegen begründest.


Der politische Hintergrund

Das Gedicht entstand nach den Umbrüchen der Französischen Revolution, in einer Zeit europäischer Kriege. In V. 13–15 nennt das sprechende Ich den „edle[n] Krieg“ der „Gallier“ und den Verlust des letzten „Scherf“. Der Wortlaut lässt das Lob „edel“ neben Armut und Zwang stehen. Ob darin Bewunderung, bitterer Widerspruch oder beides liegt, ist eine Deutungsfrage. Behaupte keine eindeutige politische Parteinahme ohne weitere Quellen.

Bild: Jacques Bertaux, Tuileriensturm am 10. August 1792, Gemälde von 1793. Es zeigt ein Ereignis der Französischen Revolution, nicht die im Gedicht beschriebene konkrete Situation. Quelle und Gemeinfreiheitsangabe.

Video – Epoche:

„Die Empfindsamkeit | Eine Epoche erklärt X“ von Litera Theo. Das Video erklärt einen Epochenbegriff; eine Interpretation dieser einzelnen Ode musst du selbst prüfen.


Deuten, vergleichen, begründet urteilen


Drei mögliche Schwerpunkte

Lesart A – Selbstbestimmung: Die Wahl in V. 27–28 fordert dazu auf, sich von einer inneren Fessel zu lösen. Entscheidend sind „umringelt fester“ (V. 4) und „macht euch / Glücklicher“ (V. 27–28).

Lesart B – Gesellschaftskritik: Europa erleidet Geldnot und Abhängigkeit. Die Bilder von „Scherf“ (V. 15) und „eiserne[r] / Notwendigkeit“ (V. 17–18) geben der Ode eine politische Dimension.

Lesart C – Kunst und Erkenntnis: V. 29–36 nennt Forschen, Glauben und die Kunst. Das Schlussbild „Seelen sind labende Wohlgerüche“ (V. 36) würdigt ein Wahrnehmen, das über schöne Oberflächen hinausgeht.

Diese Lesarten können nebeneinander bestehen. Eine Deutung ist dann überzeugend, wenn du genaue Verse nennst und einen Zusammenhang erklärst.


Schreibgerüst und gestufte Hilfen

Schritt 1 – Behauptung: „Die Blumenkette kann ... bedeuten.“

Schritt 2 – Beleg: „Das zeigt der Ausdruck ‚umringelt fester‘ (V. 4).“

Schritt 3 – Erklärung: „Obwohl Blumen freundlich wirken, hält eine Kette fest. Dadurch ...“

Hilfe A: Suche erst ein markantes Wort und seine Versnummer. Hilfe B: Notiere den Gegensatz in zwei Spalten: freundlich – fesselnd, Sinnlichkeit – Geist, Zwang – Wahl. Hilfe C: Schreibe drei Sätze: Aussage, genaues Zitat, Wirkung. In der Oberstufe ergänze eine Gegenlesart.

Häufige Fehler vermeiden: Nicht alles, was das lyrische Ich sagt, ist automatisch Klopstocks persönliche Meinung. Nenne bei einem Zitat Versnummern. Verwechsele einen historischen Quellentext nicht mit einer modernen Übertragung. Erfinde kein Reimschema und kein Metrum.

Video – Methode der Gedichtanalyse:

„Wie schreibt man eine Gedichtanalyse?“ von deutschstundeonline. Nutze das Video als Methode, prüfe aber alle Aussagen über „Die Wahl“ direkt am Gedicht.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Textbelege verstehen

Was wird in V. 2 direkt mit „du“ angeredet? (Die Sinnlichkeit) (!Die Kunst) (!Ein einzelner Soldat) (!Die Blumenseele)



Welche Wirkung hat die „Blumenkette“ in V. 3–4 laut Gedicht? (Sie fesselt unauffällig und fest) (!Sie befreit Gefangene) (!Sie wird als Krone getragen) (!Sie zeigt militärischen Erfolg)



Welche Aussage über den Menschen wird in V. 8–9 angedeutet? (Der Mensch hat nicht nur einen Leib, sondern auch eine Seele) (!Nur der Leib entscheidet über alles) (!Die Seele wird im Gedicht ausdrücklich verneint) (!Der Mensch ist nur Teil eines Heeres)



Wie wird die Wirkung der Sinnlichkeit in V. 11 geschildert? (Sie schläfert das innere Bewusstsein ein) (!Sie lehrt Menschen die Grammatik) (!Sie beendet jeden Krieg) (!Sie eröffnet eine Kunstschule)



Wofür steht der „letzte Scherf“ in V. 15? (Für selbst das kleinste verbliebene Geld) (!Für ein neues Musikinstrument) (!Für einen feierlichen Eid) (!Für eine wertvolle Blume)



Welche Wendung steht in V. 17–18 tatsächlich? (Die eiserne Notwendigkeit) (!Die goldene Unsterblichkeit) (!Die silberne Fröhlichkeit) (!Die hölzerne Ewigkeit)



Was beschreibt der „Funken Seele“ in V. 21 besonders anschaulich? (Eine kleine Möglichkeit inneren Erwachens) (!Ein tatsächlich brennendes Haus) (!Eine sichere militärische Überlegenheit) (!Eine wissenschaftliche Erfindung)



Was verlangt die Stimme in V. 27–28? (Eine Entscheidung zwischen Verzweiflung und tieferem Glück) (!Die Wahl eines neuen Gedichttitels) (!Den Verzicht auf jede Entscheidung) (!Eine Abstimmung über Musikstile)



Was wird in V. 29–31 als Quelle von Stärkung genannt? (Forschen und Genuss des Geistes) (!Der Besitz vieler Münzen) (!Das Tragen einer Blumenkette) (!Das Gewinnen eines Krieges)



Welche Schlussaussage stützen V. 33–36? (Kunst kann neue Heiterkeit wecken) (!Farbe täuscht im Gedicht niemals) (!Kunst wird vollständig abgelehnt) (!Nur Waffen können Freiheit schaffen)




Memory-Spiel: Begriff und Bedeutung

Lyrisches Ich Sprechinstanz innerhalb eines Gedichts
Metapher Bildhafter Ausdruck ohne wörtliche Gleichsetzung
Personifikation Vermenschlichung einer abstrakten Macht
Strophe Gruppe zusammengehöriger Verse
Textbeleg Genaues Zitat mit nachprüfbarer Versangabe
Übertragung Sinngemäße Neuformulierung älterer Wörter




Drag-and-Drop: Bild und Deutung verbinden

Ordne das Textbild richtig zu. Gemeinte Bedeutung
Blumenkette Sanfte Erscheinung einer festen Bindung
Zauberin Verführerische Macht der Sinnlichkeit
Donnerstimme Drohendes Erklingen eines Zwangs
Funken Seele Kleine Hoffnung auf inneres Erwachen
Künste Blumen Kunst als mögliche Quelle von Freude




Kreuzworträtsel: Schlüsselbegriffe

Sinnlichkeit Welche angesprochene Macht beherrscht am Anfang Europas Herrscherin?
Zauberin Mit welchem Bildwort wird diese Macht in Vers sechs bezeichnet?
Blumenkette Welches scheinbar zarte Bild deutet zugleich Fesselung an?
Gallier Wie nennt das Gedicht in Vers vierzehn die Franzosen?
Heiterkeit Welche Stimmung können laut Schlussstrophe die Künste wecken?
Strophe Wie heißt ein Abschnitt aus jeweils vier Versen?




LearningApps: Übungen suchen


Lückentext

Ergänze jeweils ein Wort aus dem Unterricht.
Das Gedicht wird dem Autor

zugeschrieben.
Die Ode umfasst neun

mit jeweils vier Versen.
Am Anfang wird die

persönlich angeredet.
Die freundliche Fessel heißt

.
Die abstrakte Macht erscheint als

.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist der

Seele.
Die bewusste Entscheidung ist die zentrale

.
Am Schluss kann Kunst neue

wecken.
Eine Textaussage sollte man mit einem genauen

belegen.
Eine moderne Sinnwiedergabe ist keine originale

.



Offene Aufgaben

Bearbeite mindestens eine Schreibaufgabe und prüfe alle Versangaben am verlinkten Original. Die drei ausdrücklich bezeichneten Schreibaufgaben bilden einen Lernweg vom einfachen Deuten zur anspruchsvollen Erörterung.


Leicht

  1. Schreibaufgabe 1 – Einstieg: Schreibe 80 bis 120 Wörter zur „Blumenkette“. Nutze V. 3–4 als Beleg und erkläre, warum das Bild zugleich schön und bedrohlich ist.
  2. Autor kennenlernen: Erstelle einen Steckbrief mit Lebensdaten und einem belegten Merkmal seiner Dichtung. Markiere deine Quelle.
  3. Lautlesen: Lies die ersten acht Verse und markiere Pausen, Fragen und Anreden. Vergleiche in einer Gruppe eure Lesarten ohne Tondateien einzureichen.
  4. Bildkarten: Ordne den fünf Textbildern Blumenkette, Zauberin, Donnerstimme, Funken und Blumen je eine kurze Deutung zu.


Standard

  1. Schreibaufgabe 2 – Aufbau: Schreibe 180 bis 250 Wörter zum Wandel vom Zwang zur Wahl. Nutze Belege aus V. 3–4, 17–18 und 27–28.
  2. Editionen vergleichen: Vergleiche die 36 Verse bei TextGrid mit einer anderen Fassung. Erkläre, wie ein zusätzlicher Zeilenumbruch zu einer anderen Zählung führt.
  3. Historische Zeitleiste: Ordne die Französische Revolution, die Entstehung um 1800 und den Erstdruck 1804 zeitlich. Unterscheide Beleg und Vermutung.
  4. Pro-und-Contra-Gespräch: Diskutiert, ob der Sprecher Sinnesfreude völlig ablehnt. Belegt jede Seite mit mindestens einem der Verse 1–12 oder 29–36.


Schwer

  1. Schreibaufgabe 3 – Erörterung: Verfasse 350 bis 500 Wörter zu der These, die Ode verbinde Aufklärung und religiöse Empfindsamkeit. Beziehe V. 21–36 ein und prüfe eine Gegenposition.
  2. Formanalyse: Prüfe Zeilensprünge und Satzgrenzen an allen neun Strophen. Erkläre mindestens zwei Unterschiede zwischen Versrhythmus und grammatischer Gliederung.
  3. Historische Mehrdeutigkeit: Erörtere das Wort „edle“ neben den Bildern von Verarmung in V. 13–20, ohne eine politische Absicht als Tatsache auszugeben.
  4. Kunstbegriff: Untersuche die Rückkehr des Blumenmotivs in V. 3–4 und V. 33–36. Entwickle eine eigene, mit beiden Stellen belegte Deutung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Aussage und Nachweis: Erkläre, wie V. 1–4 Sinnlichkeit als Herrschaft darstellen, und belege die Antwort mit zwei genauen Versangaben.
  2. Sprechhaltung: Zeige an V. 10–12 und 25–28, wie sich die Ansprache in eine Aufforderung wandelt.
  3. Bildsprache: Vergleiche die Ketten-, Eisen- und Blumenbilder; erkläre ihren Einfluss auf die Grundidee der Wahl.
  4. Epocheneinordnung: Beurteile mithilfe von V. 29–36, inwiefern geistiges Forschen und religiöses Erleben zusammengehören.
  5. Texte prüfen: Begründe, warum eine 37-zeilige Onlineabschrift gegenüber der neunmal vier Verse zählenden TextGrid-Fassung einen überprüfbaren Unterschied aufweist.
  6. Gegenwartsbezug: Übertrage die Frage nach Verführung und selbstbestimmtem Glück auf ein heutiges Beispiel, ohne deine Deutung als historischen Fakt auszugeben.


Lernnachweis

Du kannst den vollständigen Gedichttext in der genannten Textfassung auffinden, Quellen- und Lesefassung unterscheiden, die neun Strophen inhaltlich ordnen und mindestens fünf Stilmittel oder Bildfelder erklären. Ein guter Lernnachweis besteht aus einer eigenen Deutung mit korrekten Verszitaten, einer Tabelle zu Bild und Bedeutung, einem kurzen Editionsvergleich und einer Reflexion: Wo endet der Quellentext, wo beginnt deine Interpretation?

Bewertungshinweis: Inhalt verstehen, Belege richtig angeben, Deutung logisch erklären, historische Aussagen überprüfen und Gegenlesarten fair behandeln. Für höhere Klassen zählt zusätzlich die begründete Einordnung in die Literaturgeschichte.


OER und Wikipedia

Text, Quelle, Edition:

Bild-, Audio- und Animationsnachweise (Dateien nur eingebettet oder verlinkt, keine neue Medienproduktion):

Commons-Datei Werk und Zweck Urheber Nachgewiesene Rechte
Friedrich Gottlieb Klopstock.jpg Porträt des Autors von 1750 Johann Caspar Füssli Public Domain Mark auf Commons
French Revolution-1792-8-10 w.jpg Historisches Bild zum Revolutionskontext, nicht Illustration eines einzelnen Verses Jacques Bertaux Public Domain Mark auf Commons
Animated-metronome.svg Animation als Rhythmushilfe Grufo GPL v3, Angaben auf Commons
De-Klopstock.ogg Original-Audio zur Aussprache des Namens, nicht zum Gedicht Jeuwre CC BY-SA 4.0
Sound Classic Metronome 96.ogg Original-Audio eines Metronoms als Rhythmushilfe Olga Ernst CC BY-SA 4.0

YouTube-Nachweise: Litera Theo: Die Empfindsamkeit | Eine Epoche erklärt X und deutschstundeonline: Wie schreibt man eine Gedichtanalyse?. Einbettung über YouTube, keine Aussage über eine freie Weiterverwendung oder Downloadlizenz. Prüfe die jeweiligen Kanalangaben und Nutzungsbedingungen.

Lizenzpraxis: Erhalten bleiben Dateiname, Urheber, Quellenlink und Lizenzlink; bei eigenen Bearbeitungen müssen etwaige zusätzliche Bedingungen eingehalten werden. Die Materialien werden hier unverändert verwendet. Die Videoeinbettung ist nicht mit einer Creative-Commons-Freigabe des Videos gleichzusetzen.


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