Die Unschuldigen - Klopstock, Friedrich Gottlieb - Gedichtanalyse
Einleitung
Die Unschuldigen - Klopstock, Friedrich Gottlieb - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klasse 9–10 · Fach: Deutsch · Umfang: 28 Verse in sieben Strophen
In dem Gedicht „Die Unschuldigen“ von Friedrich Gottlieb Klopstock stehen zwei Gefühle nebeneinander: Freude mit Freunden und schmerzhafte Erinnerungen an Krieg.
Du lernst, den Text zu verstehen, sprachliche Mittel zu erkennen und eine eigene Gedichtanalyse mit passenden Zitaten zu schreiben.

Friedrich Gottlieb Klopstock. Historisches Porträt von Johann Caspar Füssli, 1750. Bildnachweis und Rechte siehe unten.
Hörbeispiel: So wird „Klopstock“ ausgesprochen. Die Aufnahme enthält nur den Nachnamen, keine Lesung des Gedichts.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- Lyrisches Ich und Autor unterscheiden.
- den Inhalt der sieben Strophen in eigenen Worten erklären.
- zwei sprachliche Mittel mit Versangaben belegen.
- eine Deutung des Titels „Die Unschuldigen“ begründen.
- einen kurzen eigenen Analysetext schreiben.
Quelle und historische Einordnung
Ausgangspunkt: Zeno.org: „Die Unschuldigen“ in „Ausgewählte Oden und Elegien“.
Die Zeno-Seite ließ sich bei der Quellenprüfung nicht direkt abrufen. Der folgende Wortlaut wurde deshalb mit dem TextGrid Repository geprüft. TextGrid beruht hier auf einer Ausgabe von 1962: Friedrich Gottlieb Klopstock, Ausgewählte Werke, herausgegeben von Karl August Schleiden, München: Carl Hanser.
Nach den TextGrid-Angaben wurde das Gedicht 1800 verfasst und 1804 erstmals gedruckt. Die unten wiedergegebene Fassung ist kein Scan des Erstdrucks von 1804. Kleine Unterschiede zwischen historischen Ausgaben und der Zeno-Fassung können ohne direkten Textvergleich nicht ausgeschlossen werden.
Wichtig: Das Gedicht wurde auf Deutsch geschrieben. Die vereinfachte Lesefassung weiter unten ist keine Übersetzung, sondern eine heutige Nacherzählung.
Das Gedicht
Quellfassung: „Die Unschuldigen“
Friedrich Gottlieb Klopstock
Die Zeilen sind nicht zusätzlich nummeriert. Die erste Gedichtzeile ist Vers 1, die letzte Vers 28. Leerzeilen zwischen Strophen zählen nicht mit.
Immer noch willst du, bittrer Schmerz, mich trüben;
Immer drohst du mir noch aus deiner Wolke,
Kriegserinnrung! Fliehe, versink' in Nacht, du
Böser Gedanke!
Freu' ich vielleicht mich nicht mit heitern Freunden,
Nehme herzlichen Teil an ihrem Lose?
Hörend, wie sie jetzt des Gelungnen froh sind,
Jetzo der Zukunft!
Ruh ich denn nicht am Mahl mit heitern Freunden,
Ruh und schmause das Blatt, wie sie das Rebhuhn?
Sehe, trinke stärkeren Wein, als Pflanzen
Sind, die das Beet nährt?
Stärkeren als der Quelle Trinkerinnen,
Die mit Weine sich kaum die halbe Lippe
Nässen, wenn nicht etwa für ihn die Traube
Reift' an der Marne.
Scheu vor des Rheines alten Kelter, streiten
Sie, nicht scherzend: ob mehr des schnellen Anklangs
Würdig sei der weiße Pokal? ob mehr das
Rötliche Kelchglas?
Aber kein Streit ist über tiefes Schweigen,
Kriegeselend, von dir! Ach, wenn Erinnrung
Deiner mich entheiterte: dann wär ich der
Schuldige, sie nicht,
Müßte, mich selber strafend, mir den Anklang
Mit der Siegerin dann verbieten, der es
In dem heißen Kampf für die schöne Röte
Wäre gelungen.
Textnachweis: TextGrid Repository: „Die Unschuldigen“. Der Originaltext von Klopstock ist gemeinfrei. Die digitalen TextGrid-Daten und ihre Annotationen haben eigene Lizenzbedingungen.
Lesefassung in einfacher Sprache
Diese sieben Abschnitte geben den Sinn vereinfacht wieder. Sie ersetzen nicht den Originaltext.
Strophe 1, Verse 1–4: Eine schmerzhafte Erinnerung an Krieg belastet die sprechende Stimme. Sie möchte den Gedanken loswerden.
Strophe 2, Verse 5–8: Die Stimme freut sich mit ihren Freunden. Sie freut sich über deren Erfolge und Zukunft.
Strophe 3, Verse 9–12: Menschen essen und trinken gemeinsam. Die sprechende Stimme vergleicht sich mit den anderen.
Strophe 4, Verse 13–16: Es geht weiter um unterschiedliche Trinkgewohnheiten und um Wein aus der Gegend an der Marne.
Strophe 5, Verse 17–20: In der fröhlichen Runde wird über einen weißen Pokal und ein rötliches Glas gestritten.
Strophe 6, Verse 21–24: Bei der Erinnerung an das Leid des Krieges verstummt der heitere Streit. Die Stimme fürchtet, die gute Stimmung zu stören. Dann würde sie sich selbst für schuldig halten.
Strophe 7, Verse 25–28: Als Strafe würde die Stimme sich selbst das gemeinsame Anstoßen mit der Siegerin des Streits verbieten.
Merke: Eine Lesefassung erklärt schwierige Wörter. Für die Analyse musst Du immer wieder die Quellfassung lesen.
Schwierige Wörter kurz erklärt
- „bittrer“ (V. 1): ältere Schreibweise von „bitterer“.
- „Kriegserinnrung“ (V. 3): Erinnerung an Krieg; die Schreibweise ist verkürzt.
- „Los“ (V. 6): das, was jemand im Leben erlebt oder was ihm widerfährt.
- „Rebhuhn“ (V. 10): eine Vogelart, die früher auch gegessen wurde.
- „Kelter“ (V. 17): Gerät oder Ort zum Pressen von Trauben; hier ist der Zusammenhang mit Wein wichtig.
- „Pokal“ (V. 19): Trinkgefäß.
- „Anklang“ (V. 18, 25): hier sinngemäß ein gemeinsames Anstoßen.
- „entheiterte“ (V. 23): die Heiterkeit nehmen, traurig stimmen.
Gedichtanalyse in fünf Schritten
Schritt 1: Wer spricht?
Im Gedicht spricht ein Lyrisches Ich. Das erkennst Du an „mich“ (V. 1) und „ich“ (V. 5).
Wichtig: Friedrich Gottlieb Klopstock hat das Gedicht geschrieben. Das lyrische Ich ist die Stimme im Gedicht. Wir wissen nicht allein aus dem Text, ob Klopstock persönlich genau diese Situation erlebt hat.
Lernvideo: Lyrisches Ich – Studyflix
Mini-Aufgabe ohne automatische Bewertung: Schreibe einen Satz, der mit „Das lyrische Ich ...“ beginnt. Nenne dazu ein Wort aus Vers 1 oder Vers 5.
Schritt 2: Was passiert?
Das Gedicht beginnt mit Schmerz. Danach sehen wir eine fröhliche Gesellschaft. Gegen Ende kehrt die Erinnerung an das Kriegsleid zurück.
Textbelege:
- Schmerz: „bittrer Schmerz“ (V. 1).
- Freude: „heitern Freunden“ (V. 5 und V. 9).
- Kriegsleid: „Kriegeselend“ (V. 22).
- Selbstvorwurf: „Schuldige, sie nicht“ (V. 24).

Gesellschaftsszene von Antoine Watteau, um 1712/13. Das Bild zeigt nicht die Handlung des Gedichts. Es hilft Dir, die Idee einer geselligen Runde zu betrachten.
Denkfrage: Warum könnte die Erinnerung an Krieg gerade in einer fröhlichen Runde besonders schmerzhaft sein?
Schritt 3: Sprache untersuchen
Wiederholung: In Vers 1 und 2 beginnt die Zeile mit „Immer“. So wirkt der Schmerz hartnäckig.
Personifikation: Die Stimme spricht den Schmerz und die Kriegserinnerung direkt an: „Fliehe“ (V. 3). Etwas Abstraktes wird wie ein Gegenüber behandelt.
Bildhafte Sprache: Die „Wolke“ (V. 2) kann als Bild für eine bedrückende Stimmung verstanden werden.
Gegensatz: „heitern Freunden“ (V. 5) steht das „Kriegeselend“ (V. 22) gegenüber. So treffen Freude und Leid aufeinander.
Fragen: „Freu' ich vielleicht mich nicht ...?“ (V. 5) klingt wie eine Frage, auf die das lyrische Ich selbst eine Antwort erwartet.
Satzhilfe: „Die Wiederholung des Wortes ... in Vers ... zeigt, dass ...“
Schritt 4: Bilder und historische Alltagswelt verstehen
Die Namen Marne (V. 16) und Rhein (V. 17) verweisen auf Landschaften, die mit Wein verbunden sind. Im Unterricht geht es hier nicht um Wein als Konsumprodukt, sondern um Bilder von Geselligkeit und um den Gegensatz zum Kriegsleid.

Weinberge und Marne-Landschaft in Frankreich. Modernes Foto zur geografischen Orientierung, nicht zur genauen historischen Szene.

Blick auf Weinberge im Rheingau. Der Rhein ist für die Ortsbezüge im Gedicht wichtig.

Trinkglas aus dem 18. Jahrhundert. Museumsobjekt als Anschauung; es ist nicht das Glas aus dem Gedicht.
Textfrage: Weshalb spricht die Runde in Vers 17–20 über Trinkgefäße, während Vers 21–22 vom Kriegsleid handelt?
Schritt 5: Form und Wirkung beschreiben
Das Gedicht hat sieben Strophen mit jeweils vier Versen. Insgesamt sind es 28 Verse.
Auffällig: Der vierte Vers einer Strophe ist kürzer. Vergleiche „Böser Gedanke!“ (V. 4) und „Jetzo der Zukunft!“ (V. 8).
Ein einfaches durchgehendes Endreimschema ist nicht zu erkennen. Lies die Verse laut. Achte auf Pausen und Betonungen.

Animation eines Metronoms als Übungshilfe für regelmäßige Bewegungen. Sie gibt nicht das genaue Versmaß des Gedichts vor.
Sprechversuch: Lies Vers 1–4 zuerst ruhig, dann mit deutlicher Betonung bei „Immer“ und „Fliehe“. Schreibe auf, wie sich die Wirkung verändert.
Schritt 6: Den Titel deuten
„Die Unschuldigen“ ist kein leicht zu erklärender Titel.
In Vers 23–24 nennt sich die sprechende Stimme unter einer bestimmten Bedingung selbst den „Schuldige[n]“ und fügt an: „sie nicht“.
Mögliche Deutung: Die anderen Menschen in der Runde sollen nicht für die dunklen Erinnerungen der sprechenden Stimme verantwortlich sein.
Eine offene Frage bleibt: Ist dieser Selbstvorwurf gerecht? Oder geht die Stimme zu streng mit sich selbst um?
Das sind Interpretationen. Du musst sie mit Textstellen begründen. Das Gedicht nennt weder einen konkreten Krieg noch erklärt es eindeutig, wer alles mit dem Titel gemeint ist.
So schreibst Du eine kurze Analyse
Einleitung: Nenne Titel, Autor, Textart und Thema.
Hauptteil: Erkläre die Situation, untersuche zwei sprachliche Mittel und belege Deine Aussagen mit Verszahlen.
Schluss: Erkläre Deine Deutung des Titels.
Beispiel mit Textbeleg: „Das lyrische Ich fühlt sich durch Kriegserinnerungen belastet. Das zeigen die Wörter ‚bittrer Schmerz‘ (V. 1) und ‚Kriegserinnrung‘ (V. 3).“
Satzstarter: „In den Versen ... wird deutlich, dass ...“ / „Das Wort ... wirkt ..., weil ...“ / „Eine mögliche Deutung lautet ...“
Lernvideo: Gedichte vergleichen – Studyflix
Dieses zweite Video hilft vor allem bei der schweren Vergleichsaufgabe. Es behandelt nicht speziell Klopstocks Gedicht.
Zusätzliche Videoanleitung: Gedichtanalyse Schritt für Schritt – Studyflix.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lies für jede Frage die genannte Versstelle. Wähle jeweils eine Antwort.
Was spricht das lyrische Ich mit „bittrer Schmerz“ in Vers 1 an? (Den eigenen Schmerz) (!Einen fröhlichen Freund) (!Einen Fluss) (!Ein Trinkglas)
Worum geht es bei „Kriegserinnrung“ in Vers 3? (Um die Erinnerung an Krieg) (!Um eine bevorstehende Reise) (!Um ein gelungenes Fest) (!Um einen Wettkampf im Sport)
Welche Stimmung zeigen die „heitern Freunde“ in Vers 5? (Freude und Geselligkeit) (!Wut und Streitlust) (!Angst vor einem Gewitter) (!Einsamkeit und Schweigen)
Was nennt Vers 10 als unterschiedliche Speisen? (Blatt und Rebhuhn) (!Brot und Kuchen) (!Fisch und Reis) (!Suppe und Käse)
Auf welche Gegend verweist „Marne“ in Vers 16? (Auf eine Landschaft in Frankreich) (!Auf eine Insel im Mittelmeer) (!Auf eine Stadt in Norwegen) (!Auf ein Gebirge in Asien)
Worüber wird in Vers 17 bis 20 gestritten? (Darüber welches Trinkgefäß den Vorzug verdient) (!Darüber wer einen Krieg begonnen hat) (!Darüber welches Gedicht vorgelesen wird) (!Darüber wann die Freunde nach Hause gehen)
Welcher Gegensatz entsteht zwischen „heitern Freunden“ in Vers 9 und „Kriegeselend“ in Vers 22? (Freude steht neben schwerem Leid) (!Sommer steht neben Winter) (!Jugend steht neben Alter) (!Stadt steht neben Dorf)
Wer wäre nach „Schuldige, sie nicht“ in Vers 24 im eigenen Urteil schuld? (Die sprechende Stimme selbst) (!Alle Freunde gemeinsam) (!Der Maler des Porträts) (!Der Besitzer des Hauses)
Welche Selbstbestrafung wird in Vers 25 bis 28 erwogen? (Auf das Anstoßen mit der Siegerin zu verzichten) (!Nie wieder Gedichte zu lesen) (!Die Freunde sofort wegzuschicken) (!Den Rhein nicht mehr zu besuchen)
Was fällt an „Böser Gedanke“ in Vers 4 und „Jetzo der Zukunft“ in Vers 8 auf? (Beide Verse sind kürzer als die vorangehenden Zeilen) (!Beide Verse sind Überschriften) (!Beide Verse nennen ein Datum) (!Beide Verse enthalten den Namen Klopstock)
Memory
Finde die passenden Paare.
| Lyrisches Ich | Sprechende Stimme im Gedicht |
| Wiederholung | Das Wort Immer zu Beginn zweier Verse |
| Personifikation | Der Schmerz wird angesprochen |
| Gegensatz | Heitere Freunde und Kriegsleid |
| Strophe | Gruppe zusammengehöriger Verse |
| Marne | Fluss in Frankreich |
| Textbeleg | Kurzes Zitat mit Versangabe |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe den passenden Beschreibungen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kriegserinnerung | Bedrückender Gedanke am Anfang |
| Freundeskreis | Menschen in der heiteren Runde |
| Trinkgefäße | Gegenstand des Streits in der fünften Strophe |
| Selbstvorwurf | Urteil der Stimme über sich selbst |
| Titeldeutung | Frage nach der Bedeutung der Unschuld |
Kreuzworträtsel
| Klopstock | Wie lautet der Nachname des Dichters? |
| Schmerz | Was will das lyrische Ich in Vers 1 nicht mehr fühlen? |
| Freunde | Mit wem erlebt die Stimme heitere Stunden? |
| Marne | Welcher französische Fluss wird im Gedicht genannt? |
| Pokal | Welches Trinkgefäß wird in Vers 19 erwähnt? |
| Kriegselend | Welches Leid wird in Vers 22 ausdrücklich genannt? |
LearningApps
Weitere Suchergebnisse für interaktive Übungen zum Thema:
Dies ist eine Suche auf LearningApps. Die Ergebnisse sind externe Angebote und keine eigens geprüfte Übung zu diesem Gedicht.
Lückentext
Offene Aufgaben
Diese Aufgaben haben keine automatische Bewertung. Du entscheidest, welche Textstellen Deine Antwort am besten stützen.
Hilfen in drei Stufen: Hilfe 1: Lies nur die genannten Verse. Hilfe 2: Markiere ein wichtiges Wort. Hilfe 3: Formuliere „Das Wort ... zeigt ..., weil ...“.
Leicht
- Gefühle erkennen: Schreibe je einen Satz zu Schmerz und Freude. Nutze Vers 1 und Vers 5. Hilfe: „Am Anfang fühlt die Stimme ...“
- Strophen zusammenfassen: Schreibe für Strophe 1 und Strophe 2 je eine Überschrift und zwei einfache Sätze. Hilfe: Beginne mit „Zuerst ...“ und „Dann ...“.
- Wörter sammeln: Schreibe zwei Wortfelder mit je drei Begriffen aus dem Gedicht oder Deiner Lesefassung: „Freude“ und „Leid“. Hilfe: Suche zuerst in V. 1–8 und V. 21–24.
- Kurzer Tagebucheintrag: Schreibe sechs Sätze aus der Sicht einer erfundenen Person, die eine heitere Runde beobachtet. Hilfe: Nutze „Ich sehe ...“, „Ich höre ...“, „Ich vermute ...“. Behaupte nicht, dies sei Klopstocks Leben.
Standard
- Sprecher untersuchen: Erkläre in acht Sätzen, warum lyrisches Ich und Autor nicht gleichgesetzt werden dürfen. Verwende zwei kurze Zitate. Hilfe: Suche die Ich-Formen in V. 1, 5 und 23.
- Sprachliche Mittel: Schreibe einen Absatz zu „Immer“ (V. 1–2) und „Fliehe“ (V. 3). Beschreibe auch die Wirkung. Hilfe: „Die Wiederholung betont ...“
- Gegensätze: Vergleiche die heitere Gesprächssituation (V. 17–20) mit dem Kriegsleid (V. 21–24). Schreibe zehn Sätze. Hilfe: Verwende „während“ und „dagegen“.
- Brief an das lyrische Ich: Schreibe einen respektvollen Brief. Frage, weshalb die Stimme sich schuldig fühlt, und entwickle einen Gegenstandpunkt. Hilfe: Beziehe Dich auf „Schuldige, sie nicht“ (V. 24).
Schwer
- Titeldeutung: Schreibe eine Deutung in zwei Absätzen. Wer könnte mit „Die Unschuldigen“ gemeint sein? Prüfe mindestens zwei Möglichkeiten. Hilfe: Entscheidend sind V. 21–28.
- Zwei Lesarten: Formuliere zwei unterschiedliche Deutungshypothesen: eine über Rücksichtnahme und eine über übertriebenen Selbstvorwurf. Stütze jede mit einem Zitat. Hilfe: Unterscheide Beobachtung und Interpretation.
- Vergleich: Suche ein zweites geeignetes Gedicht über Erinnerung oder Gemeinschaft. Vergleiche die Sprecherhaltung in einem kurzen Text. Hilfe: Nutze für jedes Gedicht eine konkrete Textstelle und nenne die Quelle.
- Mini-Essay: Schreibe 200 bis 250 Wörter zu der Frage: „Muss ein trauriger Mensch die gute Stimmung anderer schützen?“ Unterscheide Deine eigene Meinung von der Position des lyrischen Ichs. Hilfe: Beziehe Dich auf V. 23–28 und formuliere ein Gegenargument.


Lernkontrolle
Erkläre Zusammenhänge. Eine begründete Antwort ist wichtiger als das Auswendiglernen.
- Perspektivwechsel: Wie würde sich das Gedicht verändern, wenn ein Mitglied der Freundesrunde spräche? Begründe mit V. 21–24.
- Sprache und Wirkung: Warum verstärkt „Immer“ den Eindruck von Schmerz? Übertrage die Wirkung auf einen selbst gewählten Beispielsatz.
- Innerer Konflikt: Erkläre, weshalb Freude und Kriegserinnerung gleichzeitig vorkommen können. Nenne zwei Textbelege.
- Titel und Schuld: Prüfe, ob das lyrische Ich wirklich schuldig ist. Begründe Deine Haltung mit V. 23–28.
- Bild und Text: Vergleiche das historische Gesellschaftsbild mit den Gedichtversen. Welche Elemente passen als Anschauung, und was darf man aus dem Bild nicht über das Gedicht behaupten?
- Editionen unterscheiden: Erkläre den Unterschied zwischen Entstehungsjahr, Erstdruck, späterer Textausgabe und vereinfachter Lesefassung.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis reichst Du eine kurze Gedichtanalyse ein.
Sie soll enthalten:
- Titel, Autor und Thema des Gedichts.
- eine Zusammenfassung der sieben Strophen in eigenen Worten.
- die Unterscheidung zwischen Autor und lyrischem Ich.
- zwei sprachliche Mittel mit jeweils einem genauen Zitat und einer Versangabe.
- eine begründete Deutung des Titels.
- einen Schlusssatz über die Spannung zwischen Freude und Erinnerung.
- eine korrekte Angabe der verwendeten Textfassung.
Mindestumfang: etwa 250 bis 350 Wörter.
Selbstkontrolle: Sind Beobachtungen als Textbefunde erkennbar? Hast Du Deutungen begründet? Hast Du keine erfundene Lebensgeschichte als Tatsache dargestellt?
OERs zum Thema
Quellen zum Weiterlesen:
- Zeno.org: Die Unschuldigen – vom Nutzer vorgegebene Referenzausgabe.
- TextGrid: Die Unschuldigen – überprüfter Wortlaut und bibliografische Angaben.
- Dauerhafter TextGrid-Nachweis.
- Wikipedia: Friedrich Gottlieb Klopstock – Hintergrund zum Autor.
Wikipedia zum Autor:
Mediennachweise und Rechte
Alle eingebundenen Commons-Medien wurden unter ihrem vorhandenen Dateinamen verwendet. Es wurden keine neuen Bilder, Tonaufnahmen oder Animationen erzeugt. Die Abbildungen sind zum Teil historische Vergleichsbilder oder moderne Fotos, keine unmittelbaren Dokumente der im Gedicht geschilderten Situation.
- Porträt: Wikimedia Commons: Friedrich Gottlieb Klopstock.jpg. Künstler: Johann Caspar Füssli, 1750. Gemeinfrei.
- Gesellschaftsbild: Wikimedia Commons: Gathering in a Park. Künstler: Antoine Watteau, 1712/13. Gemeinfrei.
- Marne-Landschaft: Wikimedia Commons: Champagne Vineyards.jpg. Foto: Rob & Lisa Meehan, 2007. Lizenz: CC BY 2.0.
- Rheingau: Wikimedia Commons: Rheingau from Martinsthal vineyards.jpg. Foto: Gerda Arendt, 2022. Lizenz: CC BY-SA 4.0.
- Historisches Glas: Wikimedia Commons: Wine Glass. Unbekannter Hersteller, 18. Jahrhundert; Sammlung des Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum. Gemeinfrei / Public Domain Mark.
- Metronom-Animation: Wikimedia Commons: Метроном в движении.gif. Urheber: Gronchih, 2012. Lizenz: CC BY-SA 3.0.
- Aussprache-Audio: Wikimedia Commons: De-Klopstock.ogg. Urheber und Sprecher: Jeuwre, 2026. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Nur eine Namensaussprache, keine Gedichtlesung.
Änderungshinweis: Die Mediendateien wurden für diesen aiMOOC nicht inhaltlich verändert. Ihre Darstellung auf der Seite erfolgt teilweise in verkleinerter Größe. Bei einer Weiterverwendung gelten die jeweils verlinkten Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
YouTube: Die zwei eingebetteten Videos stammen von Studyflix. Sie erklären „Lyrisches Ich“ und „Gedichtvergleich“. Ein weiteres Studyflix-Video zur Gedichtanalyse ist verlinkt. Die bloße Abrufbarkeit auf YouTube bedeutet nicht, dass die Videos frei lizenziert sind. Sie werden hier nur über ihre offiziellen Links eingebunden und nicht als OER ausgegeben.
Textrechte: Klopstocks Originalgedicht ist gemeinfrei. Die TextGrid-Digitalisierung einschließlich der digitalen Anreicherungen wird laut Repository unter CC BY 3.0 Deutschland mit Namensnennung TextGrid bereitgestellt. Für die Lesefassung gilt: Sie ist eine didaktische Paraphrase dieses aiMOOCs und keine historische Übersetzung oder editorisch geprüfte Textfassung.
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