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Die Universität Heidelberg im Mittelalter

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Die Universität Heidelberg im Mittelalter




Einleitung

Die Universität Heidelberg wurde im Jahr 1386 gegründet. Damit ist sie die älteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Ihre Entstehung gehört in das Spätmittelalter, eine Zeit, in der Kirche, Politik und Bildung eng miteinander verbunden waren.

Für uns heute ist eine Universität ein Ort mit Hörsälen, Laboren, Bibliotheken und vielen verschiedenen Studiengängen. Im Mittelalter sah das anders aus. Es gab zunächst nur wenige Lehrende und Studierende. Unterrichtet wurde überwiegend auf Latein. Bücher waren kostbar, weil sie meist von Hand geschrieben wurden. Wissen wurde vor allem durch Vorlesungen, das Lesen wichtiger Texte und durch gelehrte Streitgespräche weitergegeben.

Die Heidelberger Universität war aber nicht nur ein Ort des Wissens. Ihre Geschichte zeigt auch, wie eng Bildung mit Herrschaft, Religion und gesellschaftlichen Konflikten verbunden war. Besonders wichtig ist deshalb die Frage: Warum gründete ein Kurfürst im Jahr 1386 überhaupt eine Universität?

Das historische Universitätssiegel erinnert bis heute an die Gründungszeit. Es zeigt, dass die Universität ihre mittelalterliche Herkunft noch immer als Teil ihrer Tradition versteht.

Das Video der Universität Heidelberg verbindet ihre heutige Forschung mit der langen Geschichte seit 1386.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum die Universität Heidelberg im Mittelalter gegründet wurde. Du kannst wichtige Personen wie Ruprecht I. und Marsilius von Inghen einordnen, typische Merkmale einer mittelalterlichen Universität beschreiben und Unterschiede zum Studium heute herausarbeiten. Außerdem lernst Du, historische Bilder kritisch zu betrachten und auch problematische Seiten der Universitätsgeschichte zu untersuchen.


Heidelberg im Spätmittelalter

Heidelberg war im 14. Jahrhundert eine vergleichsweise kleine Stadt am Neckar. Sie gehörte zur Kurpfalz und war Residenz der pfälzischen Kurfürsten. Diese Kurfürsten gehörten zu den mächtigen Fürsten des Heiligen Römischen Reiches. Einer von ihnen war Ruprecht I. von der Pfalz.

Für einen Herrscher konnte eine Universität mehrere Vorteile haben. Sie erhöhte das Ansehen seiner Residenzstadt. Außerdem konnten dort Menschen ausgebildet werden, die später in Kirche, Verwaltung, Rechtsprechung oder Medizin tätig waren. Eine Universität war also nicht nur ein Bildungsort, sondern konnte auch die Macht und Bedeutung eines Territoriums stärken.

Ruprecht I. ließ in seiner Residenzstadt Heidelberg eine Universität einrichten. Dafür benötigte er im mittelalterlichen Europa die Zustimmung des Papstes.


Das Abendländische Schisma als Hintergrund

Ein wichtiger Grund für die Universitätsgründung war eine schwere Krise der westlichen Kirche: das Abendländische Schisma. Seit 1378 beanspruchten zwei Päpste gleichzeitig, der rechtmäßige Papst zu sein. Einer residierte in Rom, der andere in Avignon.

Die Kurpfalz unterstützte Papst Urban VI. in Rom. Frankreich stand dagegen auf der Seite des Papstes in Avignon. Dadurch entstanden Probleme für Gelehrte aus Gebieten, die Rom unterstützten und bisher an der berühmten Universität Paris studiert oder gelehrt hatten.

Für Ruprecht I. wurde eine eigene Universität deshalb besonders attraktiv. In Heidelberg konnten nun Geistliche und andere Fachleute ausgebildet werden, ohne dass man vollständig von Paris abhängig war. Gleichzeitig gewann die Kurpfalz einen eigenen geistigen Mittelpunkt.


Die Gründung von 1386

Die Entstehung der Universität war kein einzelner Moment, sondern ein Prozess. Am 23. Oktober 1385 genehmigte Papst Urban VI. die Einrichtung einer Universität in Heidelberg. Am 1. Oktober 1386 wurden wichtige Gründungsurkunden ausgestellt.

Am 18. Oktober 1386 wurde die Hochschule mit einer feierlichen Messe eröffnet. Am folgenden Tag begannen die Vorlesungen. Damit nahm das Heidelberger Studium generale seinen eigentlichen Lehrbetrieb auf.

Die Universität orientierte sich stark am Vorbild der Universität Paris. Das betraf nicht nur die Lehre, sondern auch Regeln, Ämter und die Organisation der Hochschulgemeinschaft.

Das Universitätssiegel stammt in seiner Grundform aus dem Jahr 1386. Solche Siegel waren wichtig, weil Urkunden mit ihnen beglaubigt werden konnten.


Marsilius von Inghen – der erste Rektor

Eine Schlüsselfigur der Gründungszeit war Marsilius von Inghen. Er stammte aus dem Gebiet der heutigen Niederlande und hatte zuvor an der Universität Paris gelehrt. In Heidelberg wurde er zum ersten Rektor der neuen Hochschule.

Ein Rektor leitete die Universität. Marsilius half beim Aufbau der neuen Einrichtung und prägte besonders die Philosophie. Er beschäftigte sich unter anderem mit Logik, Naturphilosophie und theologischen Fragen.

Marsilius von Inghen zeigt auch, wie international mittelalterliche Universitäten sein konnten. Gelehrte wechselten zwischen verschiedenen Städten und Hochschulen. Die ersten Heidelberger Professoren kamen vor allem aus Paris und Prag.

Das Video zum Heidelberger Universitätsarchiv zeigt, wie Dokumente aus der langen Geschichte der Hochschule erhalten und erforscht werden.


Was wurde im Mittelalter studiert?

Die Gründungsordnung sah vier Fakultäten vor: Theologie, Recht, Medizin und die Artistenfakultät. Beim Beginn des Lehrbetriebs 1386 waren zunächst Theologie, Recht und Philosophie vertreten. Die medizinische Lehre kam kurze Zeit später hinzu und ist ab 1388 belegt.

Die Artistenfakultät war für viele Studierende eine Art Grundstudium. Dort beschäftigte man sich mit den Sieben Freien Künsten. Dazu gehörten sprachliche Fächer wie Grammatik, Rhetorik und Dialektik sowie mathematische Fächer wie Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.

Wer danach weiterstudierte, konnte sich einer der höheren Fakultäten zuwenden. In der Theologie ging es um Glaubenslehre und die Auslegung religiöser Texte. Im Recht spielte besonders das kirchliche Recht eine große Rolle. Die Medizin beruhte stark auf überlieferten Schriften antiker und mittelalterlicher Autoritäten.


Lernen ohne Internet und Schulbuch

Ein Studium im Mittelalter funktionierte ganz anders als Schule oder Universität heute. Gedruckte Bücher verbreiteten sich erst am Ende des Mittelalters. Handschriften waren teuer und nicht für alle verfügbar.

Deshalb spielte die Vorlesung eine zentrale Rolle. Der Lehrer las einen Text vor und erklärte ihn. Studierende hörten zu, machten Notizen und lernten wichtige Aussagen. Ebenso wichtig waren Disputationen. Dabei wurde über eine Frage nach festen Regeln gestritten. Argumente mussten formuliert, geprüft und beantwortet werden.

Die Unterrichtssprache war meist Latein. Das hatte einen großen Vorteil: Ein Student aus einem anderen Teil Europas konnte mit derselben Gelehrtensprache arbeiten. Gleichzeitig setzte das Studium gute Lateinkenntnisse voraus und blieb damit für einen großen Teil der Bevölkerung unerreichbar.

Dieser Holzschnitt von Sebastian Münster stammt aus dem Jahr 1544 und ist damit jünger als die mittelalterliche Gründungszeit. Er zeigt, wie die Heidelberger „Hohe Schule“ später dargestellt wurde. Das Bild ist deshalb keine direkte Fotografie des Jahres 1386, sondern eine historische Quelle aus einer späteren Epoche.


Wer konnte studieren?

Die mittelalterliche Universität war keine Bildungseinrichtung für alle. Reguläre Studierende waren Männer. Frauen waren vom Universitätsstudium ausgeschlossen. Auch die nötige Vorbildung, die Kosten für Unterkunft und Studium sowie die lateinische Unterrichtssprache begrenzten den Zugang.

Studierende kamen aus unterschiedlichen Regionen. Nach Pariser Vorbild war die Heidelberger Universitätsgemeinschaft zeitweise in sogenannte Nationen gegliedert. Damit waren keine Nationalstaaten im heutigen Sinn gemeint. Es handelte sich um Gruppen, die Studierende nach ihrer Herkunft zusammenfassten.

Universitätsangehörige besaßen besondere Rechte. Dazu gehörte eine eigene akademische Gerichtsbarkeit. Das bedeutete, dass Studierende und Lehrende in bestimmten Streitfällen nicht einfach wie andere Stadtbewohner behandelt wurden. Solche Privilegien konnten zu Spannungen zwischen Universität und Stadtbevölkerung führen.


Universität und Stadt

Eine mittelalterliche Universität brauchte Räume, Wohnungen, Geld und Lebensmittel. Studierende und Lehrer lebten mitten in der Stadt. Dadurch veränderte die Universität das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Heidelbergs.

Anfangs fehlten eigene Universitätsgebäude. Unterricht fand unter anderem in kirchlichen Einrichtungen statt. Die feierliche Eröffnung erfolgte in der Kapelle zum Heiligen Geist, dem Vorgängerbau der heutigen Heiliggeistkirche.

Die Heiliggeistkirche steht bis heute im Zentrum der Heidelberger Altstadt. Sie erinnert daran, wie eng Kirche, Stadt und Universität im Mittelalter miteinander verbunden waren.


Eine problematische Seite der Gründungsgeschichte

Zur Geschichte der Universität gehört auch eine schwere Ungerechtigkeit. Im Jahr 1390 ließ Kurfürst Ruprecht II. die jüdischen Familien aus Heidelberg vertreiben. Die Universität erhielt später Grundbesitz der Vertriebenen. Die ehemalige Synagoge wurde zur Marienkapelle umgewandelt und auch als Versammlungs- und Unterrichtsort genutzt.

Damit profitierte die junge Universität materiell von einer antijüdischen Vertreibung. Dieser Zusammenhang ist wichtig, weil Geschichte nicht nur aus Erfolgen und berühmten Personen besteht. Historisches Lernen bedeutet auch, danach zu fragen, wer Vorteile erhielt, wer ausgeschlossen wurde und wer unter politischen Entscheidungen leiden musste.

Gerade bei einer Institution, die sich auf eine lange Tradition beruft, gehört diese kritische Perspektive zur verantwortungsvollen Erinnerung an die Vergangenheit.


Bücher, Bibliotheken und Wissen

Wissen wurde im Mittelalter in Handschriften gespeichert. Bücher waren wertvoll, weil Pergament oder Papier beschafft und Texte mit der Hand kopiert werden mussten. Universitäten benötigten deshalb Sammlungen von Texten, die von Lehrenden und Studierenden genutzt werden konnten.

Schon kurz nach der Gründung wurden wichtige Urkunden der Universität aufbewahrt. Aus solchen Beständen entwickelte sich das heutige Universitätsarchiv Heidelberg. Im 15. Jahrhundert wuchsen außerdem die Büchersammlungen in Heidelberg.

Im Jahr 1421 stiftete Kurfürst Ludwig III. eine Bibliothek für das Heiliggeiststift. Solche Bestände wurden später ein wichtiger Teil der berühmten Bibliotheca Palatina. Die Geschichte dieser Bibliothek reicht weit über das Mittelalter hinaus, doch ihre frühen Grundlagen zeigen, wie eng Universität, Kirche und fürstliche Förderung verbunden waren.


Universität zwischen Kirche und Herrschaft

Eine mittelalterliche Universität war nicht unabhängig im heutigen Sinn. Die Heidelberger Hochschule benötigte päpstliche Genehmigung und stand zugleich unter dem Schutz der pfälzischen Kurfürsten. Der Landesherr förderte die Universität, erwartete aber auch Nutzen von ihr.

Gelehrte konnten für Verwaltung, Rechtsprechung und Kirche ausgebildet werden. Dadurch entstand eine enge Verbindung zwischen Wissen und Macht. Wer über ausgebildete Juristen, Theologen und andere Fachleute verfügte, konnte ein Territorium besser verwalten.

Gleichzeitig entwickelte die Universität eigene Regeln und Ämter. Dieses Spannungsfeld zwischen Selbstverwaltung und Einfluss von Kirche und Herrschaft gehört zu den wichtigsten Merkmalen mittelalterlicher Universitätsgeschichte.


Wandel im 15. Jahrhundert

Die Universität blieb nach 1386 nicht unverändert. Im 15. Jahrhundert wurde sie mehrfach reformiert. Neue Lehrinhalte kamen hinzu, und zum Ende des Jahrhunderts gewann der Humanismus an Einfluss.

Humanisten interessierten sich besonders für antike Texte, Sprachen und eine möglichst genaue Arbeit mit Quellen. Damit veränderten sich langsam Formen des Lehrens und Forschens. Die mittelalterliche Scholastik verschwand jedoch nicht plötzlich. Alte und neue Denkweisen bestanden längere Zeit nebeneinander.

Die Heidelberger Universität zeigt deshalb gut, dass historische Epochen keine scharfen Grenzen besitzen. Der Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit war ein längerer Wandel.


Bilder als historische Quellen

Historische Bilder können sehr anschaulich sein. Trotzdem musst Du immer fragen: Wann entstand ein Bild? Wer stellte die Vergangenheit dar? Und wollte die Person zeigen, wie es wirklich war, oder eine bestimmte Botschaft vermitteln?

Das Gemälde zur Gründung der Universität stammt nicht aus dem Jahr 1386, sondern wurde viele Jahrhunderte später geschaffen. Es versammelt sogar Gelehrte aus unterschiedlichen Zeiten der Universitätsgeschichte. Deshalb ist es keine Augenzeugenquelle für die Gründungsfeier. Es zeigt vielmehr, wie die Universität ihre eigene Geschichte später darstellen wollte.

Ein solcher Vergleich ist für den Geschichtsunterricht besonders wertvoll: Ein Bild kann über das dargestellte Ereignis informieren, aber oft noch mehr über die Zeit, in der das Bild selbst entstand.


Mittelalterliche Tradition und Universität heute

Die Universität Heidelberg existiert bis heute. Viele heutige Gebäude stammen allerdings nicht aus dem Mittelalter. Auch die sogenannte Alte Universität am Universitätsplatz wurde erst in einer späteren Epoche errichtet.

Trotzdem sind in Heidelberg Spuren der langen Geschichte sichtbar. Dazu gehören das Universitätssiegel, die Heiliggeistkirche, historische Straßenzüge, Archivbestände und die Erinnerung an Personen wie Marsilius von Inghen.

Wenn Du heute durch die Heidelberger Altstadt gehst, bewegst Du Dich durch einen Raum, in dem sich mittelalterliche, frühneuzeitliche und moderne Universitätsgeschichte überlagern.


Zusammenfassung

Die Universität Heidelberg entstand 1386 in einer Zeit großer politischer und kirchlicher Veränderungen. Kurfürst Ruprecht I. gründete sie mit päpstlicher Genehmigung. Ein wichtiger Hintergrund war das Abendländische Schisma. Die neue Hochschule orientierte sich an der Universität Paris und sollte Wissen vermitteln, Fachleute ausbilden und zugleich die Kurpfalz stärken.

Studiert wurden zunächst vor allem Theologie, Recht und Philosophie, später auch Medizin. Die Lehre war lateinisch geprägt und beruhte stark auf Vorlesungen, Textarbeit und Disputationen. Marsilius von Inghen wurde zum ersten Rektor.

Die Universitätsgeschichte zeigt aber auch gesellschaftliche Ausgrenzung. Frauen konnten nicht regulär studieren, und die Universität profitierte von der Vertreibung der jüdischen Gemeinde Heidelbergs im Jahr 1390. Deshalb sollte Universitätsgeschichte nicht nur als Erfolgsgeschichte erzählt werden.

Bis heute erinnert Heidelberg an die mittelalterlichen Wurzeln europäischer Hochschulen. Gleichzeitig macht die Geschichte deutlich, dass Wissen immer in politische, religiöse und soziale Verhältnisse eingebettet ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde die Universität Heidelberg eröffnet? (1386) (!1348) (!1409) (!1518)




Wer gründete die Universität Heidelberg? (Kurfürst Ruprecht I.) (!Karl der Große) (!Martin Luther) (!Johannes Gutenberg)




Welche Krise förderte die Gründung einer eigenen Universität in Heidelberg? (Das Abendländische Schisma) (!Der Dreißigjährige Krieg) (!Die Französische Revolution) (!Die Reformation)




An welcher Universität orientierte sich Heidelberg besonders? (Universität Paris) (!Universität Oxford) (!Universität Bologna) (!Universität Salamanca)




Wer war der erste Rektor der Universität Heidelberg? (Marsilius von Inghen) (!Sebastian Münster) (!Philipp Melanchthon) (!Robert Bunsen)




Welche Sprache spielte im mittelalterlichen Universitätsunterricht die wichtigste Rolle? (Latein) (!Englisch) (!Französisch) (!Neuhochdeutsch)




Welche Fakultät gehörte zum grundlegenden Studium an mittelalterlichen Universitäten? (Artistenfakultät) (!Ingenieurfakultät) (!Informatikfakultät) (!Wirtschaftsfakultät)




Welche Lernform war für mittelalterliche Universitäten typisch? (Disputation) (!Videokonferenz) (!Onlinekurs) (!Laborpraktikum)




Was geschah 1390 mit der jüdischen Gemeinde Heidelbergs? (Sie wurde aus der Stadt vertrieben) (!Sie gründete eine eigene Universität) (!Sie erhielt das Rektorat) (!Sie übernahm die Heiliggeistkirche)




Warum ist das Gemälde zur Universitätsgründung keine Augenzeugenquelle von 1386? (Es entstand viele Jahrhunderte später) (!Es wurde in Paris gemalt) (!Es zeigt keine Menschen) (!Es besteht nur aus Schrift)





Memory

Ruprecht I. Gründer der Universität
Marsilius von Inghen Erster Rektor
Paris Vorbild der Hochschulordnung
Latein Sprache der Gelehrten
Disputation Gelehrtes Streitgespräch
Artistenfakultät Grundlegender Studienbereich
Heiliggeistkirche Ort mit enger Verbindung zur Universität
Kurpfalz Herrschaftsgebiet Heidelbergs





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Universitätsgründer Ruprecht I.
Gründungsrektor Marsilius von Inghen
Gelehrtensprache Latein
Lehrgespräch Disputation
Pariser Vorbild Universitätsordnung
Kirchliche Krise Abendländisches Schisma





Kreuzworträtsel

Ruprecht Welcher Vorname gehörte zum Gründer der Universität Heidelberg?
Marsilius Wie hieß der erste Rektor mit Vornamen?
Latein Welche Gelehrtensprache prägte die mittelalterliche Universität?
Theologie Welche Fakultät beschäftigte sich besonders mit Glaubenslehre?
Kurpfalz Zu welchem Herrschaftsgebiet gehörte Heidelberg?
Schisma Wie nennt man eine Spaltung innerhalb einer Kirche?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Universität Heidelberg wurde im Jahr

eröffnet.
Ihr Gründer war Kurfürst

I.
Die päpstliche Genehmigung erteilte Papst

VI.
Ein wichtiger Hintergrund der Gründung war das Abendländische

.
Die Heidelberger Universität orientierte sich besonders am Vorbild von

.
Erster Rektor wurde Marsilius von

.
Die wichtigste Gelehrtensprache war

.
Eine typische Form des wissenschaftlichen Streitgesprächs hieß

.
Die grundlegende Fakultät wurde als

bezeichnet.
Die junge Universität profitierte später von der Vertreibung der jüdischen Gemeinde aus

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitstrahl Universität Heidelberg: Gestalte einen Zeitstrahl von der päpstlichen Genehmigung bis zur Entwicklung der Universität im 15. Jahrhundert und erkläre fünf ausgewählte Stationen in eigenen Worten.
  2. Universität damals und heute: Erstelle eine Tabelle oder ein Plakat mit mindestens sechs Unterschieden zwischen einem Studium im Mittelalter und einem Studium heute.
  3. Marsilius von Inghen: Verfasse einen kurzen Steckbrief und erkläre, warum seine Erfahrungen in Paris für Heidelberg wichtig waren.
  4. Universitätssiegel Heidelberg: Betrachte das historische Siegel genau und beschreibe Formen, Figuren und Symbole. Formuliere anschließend Vermutungen über ihre Bedeutung.


Standard

  1. Streitgespräch im Mittelalter: Führt in einer kleinen Gruppe eine Disputation nach vereinfachten mittelalterlichen Regeln durch. Wählt eine Streitfrage, sammelt Argumente und wertet anschließend die Gesprächsform aus.
  2. Heidelberger Stadtplan: Markiere auf einem Stadtplan Orte, die mit der frühen Universitätsgeschichte verbunden sind, und erstelle kurze historische Erklärtexte.
  3. Bildquellen vergleichen: Vergleiche das spätere Gemälde zur Universitätsgründung mit dem Universitätssiegel. Untersuche, welche Aussagen beide Quellen erlauben und welche nicht.
  4. Jüdisches Heidelberg im Mittelalter: Recherchiere die Vertreibung der jüdischen Gemeinde von 1390 und gestalte eine Informationsseite darüber, wie die Universität von dieser Vertreibung profitierte.


Schwer

  1. Universität und Macht: Untersuche, welche Interessen Kurfürst, Papst, Lehrende und Studierende an der neuen Universität hatten. Stelle Gemeinsamkeiten und Konflikte in einem Schaubild dar.
  2. Abendländisches Schisma und Bildung: Erkläre in einem kurzen Erklärvideo, wie eine kirchliche Krise zur Gründung einer Universität beitragen konnte.
  3. Historische Stadtführung Heidelberg: Entwickle eine etwa 20-minütige Stadtführung zur mittelalterlichen Universitätsgeschichte mit mindestens fünf Stationen und Quellenhinweisen.
  4. Universitätstradition kritisch untersuchen: Erstelle einen Podcast oder einen Essay zur Frage, ob eine Universität ihre Gründung eher feiern oder kritisch erinnern sollte. Beziehe wissenschaftliche Leistungen, politische Interessen und die Vertreibung der jüdischen Gemeinde ein.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursachen der Universitätsgründung: Erkläre, wie kirchliche Krise, politische Interessen und Bildungsbedarf zusammenwirkten. Zeige dabei mindestens zwei Wechselwirkungen.
  2. Wissen und Herrschaft: Beurteile die Aussage „Die Universität Heidelberg war im Mittelalter zugleich Bildungsort und Herrschaftsinstrument“. Begründe Deine Einschätzung mit Beispielen.
  3. Studium im Vergleich: Übertrage die mittelalterlichen Studienbedingungen auf die Gegenwart. Welche heutigen Lernmöglichkeiten wären für einen Studenten des 14. Jahrhunderts besonders überraschend und warum?
  4. Quellenkritik Universitätsgründung: Erkläre, warum ein später entstandenes Gemälde trotz seines großen zeitlichen Abstands zur Gründung eine wertvolle Geschichtsquelle sein kann.
  5. Erinnerung und Verantwortung: Entwickle einen Vorschlag dafür, wie die Universität heute an die Vertreibung der jüdischen Gemeinde und ihren eigenen materiellen Nutzen daraus erinnern könnte.
  6. Universität als europäisches Netzwerk: Erkläre anhand von Marsilius von Inghen und dem Pariser Vorbild, warum die mittelalterliche Universität Heidelberg nicht nur als lokale Einrichtung verstanden werden kann.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du die Gründung der Universität Heidelberg zeitlich in das Spätmittelalter einordnen können. Wichtig ist, dass Du nicht nur das Jahr 1386 kennst, sondern die Zusammenhänge erklärst.

  1. Gründung der Universität Heidelberg: Du kannst Ruprecht I., die päpstliche Genehmigung und den Beginn des Lehrbetriebs einordnen.
  2. Abendländisches Schisma: Du kannst erklären, warum die Kirchenspaltung die Universitätsgründung begünstigte.
  3. Mittelalterliches Studium: Du kannst Fakultäten, Latein, Vorlesung und Disputation beschreiben.
  4. Marsilius von Inghen: Du kannst seine Rolle als Gründungsrektor erläutern.
  5. Universität und Herrschaft: Du kannst zeigen, wie Bildung, Kirche und Politik zusammenhingen.
  6. Jüdische Geschichte Heidelbergs: Du kannst die Vertreibung von 1390 und den Vorteil der Universität daraus kritisch einordnen.
  7. Historische Quellen: Du kannst zwischen zeitgenössischen und später entstandenen Darstellungen unterscheiden.
  8. Transfer: Du kannst Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen mittelalterlicher und heutiger Universität begründet darstellen.




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