Die Schatzgräber - Bürger, Gottfried August - Gedichtanalyse
Einleitung
Ein sterbender Winzer spricht von einem Schatz. Seine Kinder graben im Weinberg und finden erst einmal nichts. Ein Jahr später verstehen sie, was der Vater gemeint haben könnte. Du untersuchst Bürgers erzählendes Gedicht Die Schatzgräber in 22 Versen. Für die Klassen 9–10 gibt es kurze Erklärungen und Hilfen; die Vertiefungen eignen sich auch für die Klassen 11–13.
Lernziele: Du kannst den Handlungsverlauf erklären, Versbelege genau angeben, Sprecher und Erzähler unterscheiden, Reim und sprachliche Bilder untersuchen sowie eine eigene Deutung begründen. Ausgangspunkt ist die bereits vorhandene MOOCwiki-Seite Gedicht – Die Schatzgräber – Gottfried August Bürger. Dies ist der Lernkurs dazu, keine zusätzliche Textausgabe.

Quellfassung, Lesefassung und Übertragung
Quellfassung: das Gedicht mit Versnummern
Textgrundlage: Gottfried August Bürger, Die Schatzgräber, 22 Verse. Die folgende historische Schreibweise folgt der bei Textopus überlieferten Fassung und wird mit der Ausgabe bei Projekt Gutenberg abgeglichen. Dort stehen „darnach“, „Spaden“ und „beigeschafft“. Die Zahlen dienen nur der Orientierung und gehören nicht zum Gedicht. Textopus, Verszählung und Herkunft · Projekt Gutenberg, Gedichte, Kapitel 44.
- 1 Ein Winzer, der am Tode lag,
- 2 Rief seine Kinder an und sprach:
- 3 »in unserm Weinberg liegt ein Schatz,
- 4 Grabt nur darnach!« – »An welchem Platz?« –
- 5 Schrie alles laut den Vater an.
- 6 »grabt nur!« – O weh! da starb der Mann.
- 7 Kaum war der Alte beigeschafft,
- 8 So grub man nach aus Leibeskraft.
- 9 Mit Hacke, Karst und Spaden ward
- 10 Der Weinberg um und um gescharrt.
- 11 Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
- 12 Man warf die Erde gar durchs Sieb,
- 13 Und zog die Harken kreuz und quer
- 14 Nach jedem Steinchen hin und her.
- 15 Allein da ward kein Schatz verspürt
- 16 Und jeder hielt sich angeführt.
- 17 Doch kaum erschien das nächste Jahr,
- 18 So nahm man mit Erstaunen wahr,
- 19 Daß jede Rebe dreifach trug.
- 20 Da wurden erst die Söhne klug,
- 21 Und gruben nun Jahr ein Jahr aus
- 22 Des Schatzes immer mehr heraus.
Hinweis zur Edition: Andere verbreitete Druck- und Lesefassungen haben abweichende Wörter, zum Beispiel „Spaten“ statt „Spaden“ oder „Vater dann im Grab“ statt „Alte beigeschafft“. Mische die Fassungen beim Zitieren nicht. Die nachfolgenden Versangaben beziehen sich auf die obige Quellfassung. Das Datum „1770“ in einer digitalen Datenbank ist kein durch diesen Kurs gesichertes Erstveröffentlichungsdatum.
Lesefassung: behutsam modernisierte Schreibweise
Dies ist eine sprachlich angepasste Arbeitsfassung, keine zweite historische Quelle. Der Ablauf und die Versnummern bleiben erhalten; einzelne alte Wörter werden direkt erklärt.
- 1–2 Ein Winzer liegt im Sterben und ruft seine Kinder zu sich.
- 3–4 Er behauptet, im Weinberg liege ein Schatz. Die Kinder wollen wissen, wo genau.
- 5–6 Sie fragen laut. Der Vater wiederholt nur: „Grabt!“, dann stirbt er.
- 7–8 Nach der Beerdigung graben die Kinder mit aller Kraft.
- 9–10 Mit Hacke, Karst und Spaten bearbeiten sie den ganzen Weinberg.
- 11–12 Sie wenden alle Erdklumpen und sieben sogar Erde durch.
- 13–14 Die Harken bewegen sie kreuz und quer, weil sie jedes Steinchen prüfen.
- 15–16 Einen vergrabenen Schatz finden sie nicht. Sie fühlen sich getäuscht.
- 17–18 Im nächsten Jahr bemerken sie überrascht eine Veränderung.
- 19–20 Die Reben tragen besonders viele Trauben. Jetzt begreifen die Söhne den möglichen Sinn.
- 21–22 Sie pflegen den Weinberg weiterhin und gewinnen so jedes Jahr Ertrag.
Wortschatz: „Winzer“ = Weinbauer; „Karst“ = Gerät zum Bearbeiten des Bodens; „Spaden“ = ältere Form von Spaten; „beigeschafft“ = zur Bestattung gebracht; „Kloß“ = Erdklumpen; „Rebe“ = Weinstock beziehungsweise dessen Trieb; „angeführt“ = getäuscht.
Übersetzung oder Interpretation?
Übersetzung bedeutet eine Übertragung in eine andere Sprache. Da Quell- und Lernsprache hier Deutsch sind, gibt es stattdessen oben eine Übertragung in heutiges einfaches Deutsch. Sie erklärt den Wortsinn; sie ist noch keine Interpretation.
Interpretation fragt darüber hinaus: Was kann „Schatz“ bedeuten? Welche Haltung vermittelt die Geschichte? Warum geht der Vater so vor? Verschiedene Antworten sind möglich, sofern du sie mit Versen stützt. Die modernisierte Lesefassung darfst du nicht als wörtliches Bürger-Zitat ausgeben.
Erzählgang und lyrisches Sprechen
Drei Phasen
Ankündigung (V. 1–6): Der sterbende Vater nennt einen Schatz, verrät aber keinen Fundort. Die direkte Rede und „An welchem Platz?“ (V. 4) lassen die Erwartung der Kinder hören.
Suche (V. 7–16): Sie graben intensiv. „Mit Hacke, Karst und Spaden“ (V. 9) benennt Werkzeuge. „kein Schatz“ (V. 15) und „angeführt“ (V. 16) kennzeichnen die Enttäuschung.
Erkenntnis (V. 17–22): Der Zeitsprung „Doch kaum erschien das nächste Jahr“ (V. 17) leitet die Wendung ein. „jede Rebe dreifach trug“ (V. 19) erklärt die Freude. Die fortgesetzte Arbeit in V. 21–22 bildet den Schluss.

Wer spricht?
Es gibt kein ausdrücklich sprechendes lyrisches Ich. Eine erzählende Stimme berichtet in der dritten Person; Vater und Kinder kommen in direkter Rede vor. „O weh!“ (V. 6) ist ein kurzer emotionaler Kommentar der Erzählstimme. Der Text wirkt deshalb wie eine knappe, pointierte Verserzählung mit lehrhaftem Schluss. Eine Bezeichnung als erzählendes Gedicht ist sicher; die Gattungsbegriffe Ballade und Versfabel kannst du begründet vergleichen.
Leseauftrag: Markiere in V. 3–6 die wörtliche Rede. Erkläre anschließend in einem Satz den Unterschied zwischen Erzähler und Figur.
Form, Klang und sprachliche Gestaltung
Versform und Reim
Die zugrunde gelegte Fassung umfasst 22 Verse. In der Quellenwiedergabe lassen sich die Ereignisse zu drei Sinnabschnitten ordnen; eine solche Einteilung ist nicht mit einer gesicherten Original-Strophengrenze zu verwechseln. Der Text arbeitet weitgehend mit Paarreimen: „Schatz“/„Platz“ (V. 3–4), „blieb“/„Sieb“ (V. 11–12), „trug“/„klug“ (V. 19–20). Der Anfang „lag“/„sprach“ (V. 1–2) klingt in heutiger Standardaussprache nicht rein. Pauschal von elf vollkommen reinen Reimpaaren zu sprechen wäre falsch.
Viele Verse lassen sich mit einem vierhebigen, oft jambischen Grundrhythmus lesen. Betonungen und Ausrufe unterbrechen den gleichförmigen Takt, besonders in der Figurenrede. Prüfe die hörbaren Betonungen selbst; ein gedruckter Vers garantiert kein ausnahmslos regelmäßiges Metrum.
Wiederholung, Aufzählung und Pointe
- Wiederholung: Das „Grabt nur“ aus V. 4 und V. 6 macht den Auftrag eindringlich.
- Aufzählung: Die Geräte in V. 9 lassen die körperliche Arbeit konkret erscheinen.
- Übertreibung: „kein Kloß, der ruhig blieb“ (V. 11) steigert den Eindruck gründlichen Suchens.
- Gegensatz: Der ausbleibende Fund (V. 15–16) steht gegen den großen Ertrag (V. 19).
- Mehrdeutiges Leitwort: „Schatz“ (V. 3 und V. 22) bedeutet am Ende möglicherweise etwas anderes als zu Beginn.
Klangaufgabe: Lies V. 9–14 hörbar. Wo beschleunigen Wörter und rhythmische Wiederholungen die Bewegung? Nenne genau die Wortfolge, die du untersuchst.
Bildsprache, Wendung und Deutung
Was ist der Schatz?
Zunächst denken die Kinder offenbar an etwas Vergrabenes. Am Ende kann „Schatz“ für fruchtbare Arbeit, Ertrag, Erfahrung oder eine übertragene Fähigkeit stehen. Entscheidend ist der Rückbezug: V. 15 nennt den fehlenden Fund; V. 19 zeigt die reichen Reben; V. 22 verwendet „Schatz“ erneut.
Deutung A – Arbeit lohnt sich: Die Tätigkeit hat einen Nutzen, den die Kinder erst später erkennen. Belege: V. 8–10, V. 19–22.
Deutung B – Lernen durch eigenes Handeln: Die Kinder gewinnen Einsicht, nicht nur Früchte. Beleg: „Da wurden erst die Söhne klug“ (V. 20).
Deutung C – fragwürdige Erziehung: Der Vater könnte absichtlich eine falsche Erwartung wecken. Prüfe dafür die unklare Auskunft in V. 3–6 und das Gefühl des Getäuschtseins in V. 16. Der Text erklärt seine innere Absicht nicht ausdrücklich. Behaupte sie daher nicht als Tatsache.

Realität und literarische Pointe
Das Gedicht erzählt, dass die Reben „dreifach“ tragen (V. 19). Daraus folgt keine allgemeine naturwissenschaftliche Regel, dass häufiges Graben jede Weinernte verdreifacht. Der Text formt eine anschauliche Pointe. Du darfst zwischen literarischer Aussage und tatsächlichem Weinbau unterscheiden.
Medienvergleich: Animation zur maschinellen Traubenlese (Wikimedia Commons). Sie zeigt heutigen Weinbau, nicht die historische Handlung. Vergleiche die dargestellte Technik mit den Handgeräten in V. 9.
Literaturgeschichte und gestufte Lernhilfen
Sturm und Drang, Aufklärung und Klassik
Gottfried August Bürger lebte von 1747 bis 1794. Er wird oft dem Sturm und Drang zugerechnet. Diese Bewegung schätzte unter anderem lebendige Sprache, Naturbezüge und starke Gefühle. Das Gedicht verbindet anschauliches Erzählen mit einem klaren, vernunftnahen Lernmoment; solche moralischen Erzählformen stehen auch im Zusammenhang mit der Aufklärung.
Die Weimarer Klassik setzte in anderen Werken stärker auf Maß, Humanität und gestaltete Ausgewogenheit. Ein Vergleich ist hilfreich, doch die Aussage „Bürgers Die Schatzgräber ist deshalb ein klassisches Gedicht“ wäre ohne weitere Belege zu stark. Unterscheide Entstehungszeit, Autorenzuordnung, Formen und Merkmale.
Hilfen nach drei Stufen
Hilfe 1 – Einstieg: Fasse die Handlung als „Versprechen – Suche – Überraschung“ zusammen. Suche dazu die Verse 3, 15 und 19.
Hilfe 2 – Belege: Notiere zu jeder Behauptung eine konkrete Versnummer und wenige Originalwörter. Beispiel: In V. 16 fühlen sich die Kinder „angeführt“, also getäuscht.
Hilfe 3 – Vertiefung: Prüfe eine Gegenlesart. Ist die Erklärung der Kinder wirklich eindeutig? Welche Wirkung hat das Täuschen? Trenne gesicherte Beobachtung, Schlussfolgerung und eigene Bewertung.
Satzstarter: „In V. … fällt auf, dass …“; „Das könnte bedeuten, weil …“; „Eine andere Deutung wäre …“. Eine gute Interpretation benötigt mehr als eine Nacherzählung.
Hören und Quellenkritik
Rezitation: Das eingebundene YouTube-Video bietet eine Lesung des Gedichts. Höre auf die Fragen, Ausrufe und die Veränderung des Tons ab V. 17. Die Tonaufnahme ist keine historische Originalstimme.
Commons-Audio zum Fachwort: Aussprache „Weinherstellung“ (Jeuwre, CC BY-SA 4.0). Diese kurze Wortaufnahme ist ausdrücklich keine Gedichtrezitation; nutze sie nur als ergänzende Sprachhilfe.
Hörvergleich: Lies V. 3–6 zweimal: zuerst neugierig, dann misstrauisch. Diskutiere, wie stark der Ton die Wirkung verändert. Eine eigene Aufnahme ist für die Bearbeitung nicht nötig.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Text und Deutung
Was behauptet der sterbende Winzer in V. 3? (Im Weinberg liege ein Schatz) (!Die Ernte sei vollständig zerstört) (!Die Kinder sollen den Hof verkaufen) (!Im Haus liege ein Brief)
Was wollen die Kinder in V. 4 sofort wissen? (Den genauen Platz des Schatzes) (!Den Namen eines Richters) (!Die Zeit der Weinlese) (!Den Verkaufspreis der Trauben)
Welche Gegenstände nennt V. 9? (Hacke, Karst und Spaden) (!Pflug, Sense und Wagen) (!Leiter, Eimer und Korb) (!Schwert, Schild und Helm)
Welches Gefühl beschreibt V. 16? (Die Suchenden fühlen sich getäuscht) (!Die Suchenden schlafen ein) (!Die Suchenden verzeihen sofort) (!Die Suchenden sind stolz auf Goldmünzen)
Welche Veränderung schildert V. 19? (Jede Rebe trug dreifach) (!Alle Weinstöcke verdorrten) (!Der Winzer kehrte zurück) (!Der Weinberg wurde verkauft)
Was geschieht nach V. 20 mit den Söhnen? (Sie verstehen den Zusammenhang besser) (!Sie geben den Weinbau endgültig auf) (!Sie finden eine eiserne Truhe) (!Sie ziehen in eine ferne Stadt)
Was legen V. 21 und V. 22 nahe? (Die Söhne arbeiten weiter und gewinnen Ertrag) (!Die Kinder graben nie wieder) (!Der Vater kommt zurück) (!Ein König übernimmt den Hof)
Welche Aussage über das lyrische Sprechen passt? (Eine Erzählerstimme berichtet und zitiert Figurenrede) (!Das Gedicht besteht nur aus einem Tagebucheintrag) (!Der Vater spricht nach seinem Tod weiter) (!Ein lyrisches Ich berichtet über die eigene Kindheit)
Welche Reimform prägt weite Teile des Gedichts? (Paarreim) (!Durchgehender Kreuzreim) (!Ausschließlich reimfreie Verse) (!Eine stets identische Schlusszeile)
Welche Deutung von Schatz ist am Schluss begründbar? (Ertrag und Einsicht durch Arbeit) (!Ein sicher entdeckter Goldschatz) (!Eine geheim gehaltene Krone) (!Ein Zauberspruch über Wein)
Memory: Begriffe und Belege
Finde zu jedem Begriff genau die passende Erklärung.
| Winzer | Person, die Wein anbaut |
| Rebe | Weinstock oder dessen Trieb |
| Karst | Werkzeug zur Bodenbearbeitung |
| Paarreim | Reim zweier benachbarter Verse |
| Pointe | Überraschende Sinnwendung am Ende |
| Versbeleg | Nachweis mit genauer Textstelle |
Drag and Drop: Textbeleg und Funktion
Ordne die jeweiligen sprachlichen Beobachtungen und ihre Funktion zu.
| Beobachtung | Funktion |
|---|---|
| An welchem Platz? | Direkte Frage der Kinder |
| Grabt nur! | Wiederholter Arbeitsauftrag |
| Hacke, Karst und Spaden | Konkrete Werkzeugaufzählung |
| kein Schatz | Ausbleibender erwarteter Fund |
| jede Rebe dreifach trug | Überraschender großer Ertrag |
Kreuzworträtsel: Fachwörter
| Winzer | Wie heißt eine Person, die Wein anbaut? |
| Rebe | Wie heißt der Weinstock im Gedicht? |
| Schatz | Welches Leitwort ändert seinen Sinn? |
| Reim | Wie heißt der ähnliche Klang am Versende? |
| Vers | Wie heißt eine einzelne Gedichtzeile? |
| Pointe | Wie heißt eine überraschende Schlusswendung? |
LearningApps
Suche weitere Übungen zum Thema; die Suchergebnisse sind externe Angebote und wurden nicht einzeln als Unterrichtsmaterial freigegeben.
Lückentext
Trage passende Fachbegriffe aus der Lektüre ein. Jede Lücke fragt nach genau einem Begriff.
Offene Aufgaben
Erledige je eine passende Aufgabe pro Stufe. Insgesamt stehen zwölf Aufgaben zur Wahl; drei davon sind gestufte Schreibaufgaben.
Leicht
- Inhaltsangabe: Schreibaufgabe 1. Schreibe fünf kurze Sätze zum Ablauf in V. 1–22. Verwende die Wörter Versprechen, Suche und Ernte.
- Lesetraining: Lies V. 3–6 laut. Erkläre anschließend, wie die Fragen und Ausrufe wirken, und nenne zwei Wörter aus der Quellfassung.
- Wortschatz: Erstelle ein kleines Glossar zu Winzer, Karst, Rebe und angeführt. Nutze die ursprünglichen Versnummern.
- Bilder lesen: Vergleiche ein Commons-Bild vom Weinbau mit der Werkzeugliste aus V. 9. Notiere zwei Gemeinsamkeiten oder Unterschiede.
Standard
- Gedichtinterpretation: Schreibaufgabe 2. Verfasse einen zusammenhängenden Absatz zur doppelten Bedeutung von „Schatz“ mit Belegen aus V. 3, 15 und 22.
- Reim: Markiere vier Reimpaare. Erkläre, warum die Wörter „lag“ und „sprach“ nach heutiger Aussprache kein vollkommen reiner Reim sind.
- Szenisches Spiel: Spiele den Dialog zwischen Vater und Kindern aus V. 3–6 nach. Vergleiche zwei unterschiedliche Betonungen.
- Medienvergleich: Vergleiche die historische Werkzeugliste im Gedicht mit der verlinkten Commons-Animation. Trenne Dichtung und Sachinformation.
Schwer
- Erörterung: Schreibaufgabe 3. Erörtere in 250–350 Wörtern, ob der Vater seinen Kindern hilft oder sie täuscht. Belege beide Positionen an mindestens drei Versstellen.
- Literaturepochen: Untersuche zwei Bezüge zur Aufklärung und zum Sturm und Drang. Begründe, warum ein pauschales Etikett Klassik problematisch sein kann.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen fiktiven Brief eines Sohnes an den verstorbenen Vater und kennzeichne anschließend, welche Aussagen erfunden sind.
- Quellenkritik: Vergleiche zwei überlieferte Lesarten zu V. 7–10. Lege die Ausgaben offen und erläutere die Konsequenz für ein korrektes Verszitat.


Lernkontrolle
- Textverständnis: Stelle die drei Phasen anhand von V. 3–6, V. 15–16 und V. 17–22 dar. Erkläre jeweils eine Veränderung der Erwartung.
- Sprache und Wirkung: Analysiere die Funktion von Wiederholung, direkter Rede und Aufzählung mit genauen Belegen.
- Formanalyse: Weise an drei Paaren Reime nach und prüfe ausdrücklich, ob der erste Reim lautrein ist.
- Deutungshypothese: Vergleiche Arbeit, Ertrag und Erfahrung als mögliche Bedeutungen des Schatzes. Ordne den Erklärungen passende Verse zu.
- Argumentation: Bewerte das Verhalten des Vaters mit einem Gegenargument; unterscheide Textbeobachtung und Annahme.
- Medienkompetenz: Vergleiche Quelltext, modernisierte Lesefassung, Commons-Medien und Rezitationsvideo. Nenne deren verschiedene Aussage- und Nutzungsgrenzen.
Lernnachweis
Ein guter Lernnachweis enthält eine Inhaltsangabe in eigenen Worten, zwei untersuchte Sprachmittel mit wörtlich richtigen Versbelegen, eine überprüfbare Deutung mit mindestens drei Versnummern sowie eine begründete alternative Sichtweise. Zusätzlich kannst du eine kommentierte Vortragsfassung oder eine Übersicht zu den Textvarianten abgeben. Bewertet werden Genauigkeit, Verständlichkeit, Quellenarbeit und eigenständiges Denken. Speichere keine privaten Daten von Schülerinnen oder Schülern im Kurs.
OER und Wikipedia
Gedicht- und Sachquellen
- Projekt Gutenberg: Bürger, Die Schatzgräber, Kapitel 44 – überprüfte vollständige Textfassung; das Originalwerk ist gemeinfrei, die digitale Aufbereitung besitzt eigene Nutzungsbedingungen.
- Textopus: Die Schatzgräber – 22 nummerierte Verse; digitale Textbasis mit Herkunftsnachweis und CC BY-SA 4.0. Unterschiede zu anderen Fassungen beachten.
- Balladen.net: Die Schatzgräber – Vergleichsfassung mit abweichenden Formulierungen.
- Wikipedia: Gottfried August Bürger – Biografie und literarischer Kontext.
- Wikipedia: Sturm und Drang – Epochenhintergrund.
- Wikipedia: Weimarer Klassik – für den begründeten Vergleich.
Medienherkunft, Rechte und Namensnennung – Die Quellen sind externe Originalseiten; es wurde kein Medium neu erzeugt. Bei Wiedergabe von CC-BY-SA-Medien gelten Namensnennung, Lizenzverlinkung und ggf. Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Bei eingebetteten Videos gelten die Nutzungsbedingungen der Plattform; es ist keine freie Videolizenz belegt.
| Medium | Nachweis | Urheber | Rechte und Kennzeichnung |
|---|---|---|---|
| File:Gottfried August Bürger.jpg | Commons-Dateiseite | Johann Heinrich Tischbein | Gemeinfrei; Porträt, 1771; keine Änderung am Original |
| File:Slevogt Grape harvest.jpg | Commons-Dateiseite | Max Slevogt | Gemeinfrei; Gemäldereproduktion; keine Änderung |
| File:Grape harvest in Chateaux Luna vineyard 1.jpg | Commons-Dateiseite | W.carter | CC0 1.0; Foto; keine Änderung |
| File:Vendimia mecanizada.ogv | Commons-Dateiseite | Pedrouca | CC BY-SA 3.0; 3D-Animation zur maschinellen Weinlese; keine Änderung |
| File:De-Weinherstellung.ogg | Commons-Dateiseite | Jeuwre | CC BY-SA 4.0; Ausspracheaufnahme, keine Gedichtlesung; keine Änderung |
| https://www.youtube.com/watch?v=SGSarY18cGM | Rezitation auf YouTube, ebenfalls auf blueprints.de eingebunden | Rechteinhaber der Tonaufnahme auf der Plattform nicht zweifelsfrei ermittelt | Nur verlinkt bzw. eingebettet; keine freie Weiterverwendungslizenz nachgewiesen, kein Download und keine Bearbeitung |
Transparenz: Die Originalgedichtverse stammen aus einer überprüften historischen Textüberlieferung. Die vereinfachte Lesefassung ist eine didaktische Bearbeitung; ihre Formulierungen sind keine Verse Bürgers. Externe Medien sind Anschauungsmaterial, keine Belege für die historische Handlung.
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