Die Litanei Satans - Baudelaire, Charles - Gedichtanalyse
Einleitung
Die Litanei Satans - Baudelaire, Charles - Gedichtanalyse
Zielgruppe: Klasse 9–10 und 11–13 Fach: Deutsch / Literatur Epochenkontext: Internationale Moderne Dauer: ca. 45–60 Minuten
„Du Cherub, herrlicher als die Gefährten alle!“ – Mit diesen Worten beginnt die deutsche Übersetzung eines ungewöhnlichen Gedichts von Charles Baudelaire.
In Die Litanei Satans wird Satan nicht nur als böse Figur gezeigt. Er erscheint auch als Helfer von Menschen, die leiden oder ausgeschlossen werden.
Du untersuchst die 51 Verse, erkennst sprachliche Mittel und entwickelst eine eigene Deutung. Dabei lernst Du, zwischen Originaltext, Übersetzung und Interpretation zu unterscheiden.
Lernziele: Du kannst das lyrische Sprechen beschreiben, Form und Klang untersuchen, sprachliche Bilder erklären und Deine Deutung mit echten Verszitaten begründen.

Charles Baudelaire, fotografiert von Félix Nadar, um 1855. Quelle: Wikimedia Commons. Gemeinfrei.
Das Gedicht und seine Fassungen
Baudelaire veröffentlichte Les Litanies de Satan 1857 in seinem Gedichtband Les Fleurs du mal (Die Blumen des Bösen). Das Gedicht gehört zum Abschnitt Révolte – „Auflehnung“.
Quellfassung: Französischer Originaltext
Die Quellfassung ist der französische Text Baudelaires. Wir verwenden für die folgenden französischen Zitate die Ausgabe von 1861.
Original, Verse 1–3:
Ô toi, le plus savant et le plus beau des Anges,
Dieu trahi par le sort et privé de louanges,
Ô Satan, prends pitié de ma longue misère !
Der Sprecher nennt Satan einen besonders klugen und schönen Engel. Danach bittet er ihn um Mitleid.
Vollständige Quelle: Les Litanies de Satan – französische Ausgabe 1861, Wikisource.
Auch wichtig: Erstausgabe von 1857.
Die Ausgaben unterscheiden sich an einigen Stellen. Beispielsweise lautet Vers 8 im Jahr 1857 „Aimable médecin des angoisses humaines“, 1861 dagegen „Guérisseur familier des angoisses humaines“. Beide Aussagen beschreiben Satan als Helfer gegen menschliche Angst.
Lesefassung: Deutsche Gedichtseite
Hier liest Du das vollständige deutsche Gedicht:
Gedicht – Die Litanei Satans – Baudelaire, Charles
Die vorhandene Textseite dient als deutschsprachige Lesefassung. Wir legen keine zweite vollständige Gedichtseite an.
Deutscher Textanfang:
Du Cherub, herrlicher als die Gefährten alle!
Gott ohne Ruhm! Gestürzt in allgewaltgem Falle,
Erbarm dich, Satan, mein und meiner tiefen Qualen!
Verse 1–3 der Übersetzung von Graf Wolf von Kalckreuth, veröffentlicht 1907.
Worterklärung: Ein Cherub ist ein Engelwesen. „Erbarm dich“ bedeutet: Hab Mitleid mit mir.
Übersetzung und Interpretation unterscheiden
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Quellfassung | Der ursprüngliche französische Wortlaut einer bestimmten Ausgabe. |
| Lesefassung | Der Text, den Du im Unterricht liest, hier die verlinkte deutsche Gedichtseite. |
| Übersetzung | Die Übertragung des französischen Gedichts in eine andere Sprache. Wortwahl und Klang können sich verändern. |
| Interpretation | Eine begründete Erklärung der möglichen Bedeutung eines Gedichts. Sie braucht Textbelege. |
Beispiel: „Ô Prince de l’exil“ (Original, V. 4) wird bei Kalckreuth zu „O König des Exils“ (Übersetzung, V. 4).
Deutung: Satan wird als Herrscher der Ausgestoßenen dargestellt. Das ist eine Interpretation, kein zusätzlicher Vers des Gedichts.
Epochenkontext: Internationale Moderne
Baudelaire schrieb im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Seine Gedichte gelten als wichtige Vorläufer der literarischen Moderne und des Symbolismus.
Er schrieb über Angst, Schönheit, Tod, Einsamkeit und gesellschaftliche Außenseiter. Dabei verband er traditionelle Gedichtformen mit ungewöhnlichen Themen.
1857 lösten Die Blumen des Bösen einen Skandal aus. Teile des Gedichtbandes wurden wegen Verstößen gegen die damaligen Moralvorstellungen gerichtlich beanstandet.
Merke: Das Gedicht entstand vor der literarischen Moderne um 1900. Es bereitete wichtige Entwicklungen der internationalen modernen Lyrik vor.

Carlos Schwabe: Illustration zu einer Ausgabe von „Les Fleurs du mal“, 1900. Keine Abbildung der Erstausgabe. Quelle: Wikimedia Commons. Gemeinfrei.
Video zum Hintergrund: Les Fleurs du Mal – Introduction à la poésie de Baudelaire, Un Cours de 5 Minutes, 2021. Das Video ist auf Französisch.
Gedichtanalyse
Wer spricht im Gedicht?
Ein lyrisches Ich spricht Satan direkt an. Es klagt über sein Leiden und bittet um Hilfe.
Im französischen Vers 3 heißt es:
Ô Satan, prends pitié de ma longue misère !
Dieser Satz bedeutet ungefähr: „O Satan, hab Mitleid mit meinem langen Elend!“
Die Bitte kehrt immer wieder. Dadurch wirkt das Gedicht wie ein Gebet.
Wichtig: Das lyrische Ich ist die Sprecherstimme des Gedichts. Es ist nicht automatisch mit Baudelaire selbst gleichzusetzen.
Aufbau und Form
Das Gedicht besteht aus 51 Versen.
Die ersten 45 Verse bilden 15 Gruppen mit jeweils drei Versen. Der dritte Vers jeder Gruppe wiederholt denselben Hilferuf.
Am Schluss stehen sechs weitere Verse. In der Ausgabe von 1861 trägt dieser Schlussteil die Überschrift Prière – „Gebet“.
Der französische Originaltext verwendet überwiegend die traditionelle Form des Alexandriners. Das ist ein Vers mit zwölf Silben und häufig einer Pause nach der sechsten Silbe. Benachbarte Verse reimen sich oft.
Achtung: In einer deutschen Übersetzung können Silbenzahl, Reime und Rhythmus anders ausfallen.
Klang und Wiederholung
Der wiederkehrende Satz ist ein Refrain:
Ô Satan, prends pitié de ma longue misère !
Er erscheint 15-mal.
Auch die Anreden „Ô“ und „Toi qui“ werden wiederholt. Solche gleichen Satzanfänge heißen Anaphern.
Die Wiederholungen erzeugen einen feierlichen, drängenden Klang. Zugleich erinnert der Text an eine religiöse Litanei, bei der Bitten mehrfach gesprochen werden.
Höraufgabe: Höre die französische Lesung. Achte darauf, ob die wiederholte Bitte ruhig, flehend oder eindringlich klingt.
Französische Lesung von „Les Litanies de Satan“, 4:21 Minuten. Sprecherin: Linda Olsen Fitak, LibriVox, 2020. Quelle und Lizenz auf Wikimedia Commons. Aufnahme als gemeinfrei gekennzeichnet.
Weitere Lesung: Nicolas Lormeau, Comédie-Française, 2022.
Rhythmus sichtbar machen

Animation eines Metronoms. Gronchih, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Unverändert eingebunden.
Ein Metronom zeigt einen gleichmäßigen Takt. Lies einen französischen Vers laut. Achte auf Betonungen und Pausen.
Merke: Gedichte haben einen Rhythmus. Du musst sie aber nicht wie ein Metronom sprechen.
Bildsprache: Satan als Helfer
Baudelaire verwendet ungewöhnliche Bilder.
In Vers 8 der Ausgabe von 1861 steht:
Guérisseur familier des angoisses humaines,
Satan wird hier als Heiler menschlicher Ängste beschrieben.
In Vers 40 heißt es:
Bâton des exilés, lampe des inventeurs,
Das bedeutet sinngemäß: Stab der Vertriebenen, Lampe der Erfinder.
Deutung: Ein Stab kann Halt geben. Eine Lampe kann den Weg zeigen. Satan erscheint als Beschützer und Orientierung für Menschen, die Hilfe benötigen.
Das sind Metaphern, also sprachliche Bilder.

Alexandre Cabanel: „Der gefallene Engel“, 1847. Musée Fabre. Wikimedia Commons, gemeinfreies Kunstwerk / CC0-Datei.
Bildfrage: Wirkt der gefallene Engel mächtig, verletzt oder zornig? Vergleiche Deinen Eindruck mit der Darstellung Satans im Gedicht.
Das Bild stammt nicht von Baudelaire und ist kein Beleg für seine Absicht.
Deutungsmöglichkeiten
Deutung 1 – Hilfe für Ausgeschlossene: Satan erhält im Gedicht auch die Rolle eines Helfers. In den Versen 10–11 werden Leprakranke und gesellschaftlich Ausgestoßene genannt. In den Versen 40–41 erscheinen Vertriebene, Erfinder und Verfolgte.
Deutung 2 – Kritik an bestehenden Vorstellungen: Die Verse 19–20 sprechen von einem „Dieu jaloux“, einem eifersüchtigen Gott. Das kann als Provokation oder Kritik an religiösen Machtbildern gelesen werden.
Deutung 3 – Bewusste Umkehrung: Eine Figur, die gewöhnlich mit dem Bösen verbunden wird, erhält Eigenschaften wie Mitgefühl und Schutz. Dadurch stellt das Gedicht gewohnte Urteile infrage.
Eine offene Frage bleibt: Meint der Sprecher jedes Lob ernst? Oder nutzt das Gedicht die Übertreibung und die Umkehrung, um zu provozieren?
Der Text erlaubt verschiedene Deutungen. Entscheidend ist, dass Du Deine Aussagen belegst.

Armand Rassenfosse: Illustration zu „Les Litanies de Satan“, 1930. Wikimedia Commons. Gemeinfrei. Spätere künstlerische Interpretation.
Der Schluss: Ein ungewöhnliches Gebet
Die Verse 46–51 bilden in der Ausgabe von 1861 ein eigenes Schlussgebet.
In Vers 49 steht:
Fais que mon âme un jour, sous l’Arbre de Science,
Der Sprecher wünscht sich, dass seine Seele eines Tages unter dem Baum der Erkenntnis Ruhe findet.
Der Baum erinnert an eine biblische Geschichte. Er kann mit Wissen, Erkenntnis und dem Wunsch nach Freiheit verbunden werden.
Mögliche Deutung: Der Schluss ist nicht nur eine Provokation. Er fragt auch danach, wo ein leidender Mensch Hoffnung und Ruhe findet.

Gustave Doré: Satan auf seinem Thron in der Hölle, Illustration zu John Miltons „Paradise Lost“, 1866. Wikimedia Commons. Gemeinfrei. Vergleichsbild, keine Baudelaire-Illustration.
Interaktive Aufgaben
Hinweis zum Lesequiz: „DE“ bezeichnet die deutsche Übersetzung von Wolf von Kalckreuth. „FR“ bezeichnet die französische Ausgabe von 1861. Die Versnummern zählen die Gedichtzeilen ab Vers 1. Zwischenüberschriften werden nicht mitgezählt.
Quiz: Teste Dein Wissen
1. Was bedeutet „Du Cherub, herrlicher als die Gefährten alle!“ (DE, V. 1) für die Darstellung Satans? (Satan wird als besonders eindrucksvoller Engel angesprochen) (!Satan wird als gewöhnlicher Mensch beschrieben) (!Satan wird als Kind dargestellt) (!Satan wird vollständig verschwiegen)
2. Worum bittet das lyrische Ich mit „Erbarm dich, Satan“ (DE, V. 3)? (Um Mitleid) (!Um Geld) (!Um politische Macht) (!Um einen Kampf)
3. Welche Rolle erhält Satan durch „O König des Exils“ (DE, V. 4)? (Herrscher der Verbannten) (!Richter eines Dorfes) (!König der Tiere) (!Anführer einer Armee)
4. Was wird Satan durch „Du Heiland jeder Angst“ (DE, V. 8) zugeschrieben? (Die Fähigkeit zu helfen und Angst zu lindern) (!Die Fähigkeit das Wetter vorherzusagen) (!Die Herrschaft über das Meer) (!Die Herstellung von Gold)
5. Welcher Begriff wird in „Engendras l’Espérance“ (FR, V. 14) genannt? (Hoffnung) (!Reichtum) (!Neid) (!Krieg)
6. Welche Menschen nennt der Ausdruck „aux lépreux, aux parias maudits“ (FR, V. 10)? (Kranke und gesellschaftlich Ausgestoßene) (!Könige und Fürsten) (!Soldaten und Seeleute) (!Maler und Musiker)
7. Was legt „Bâton des exilés, lampe des inventeurs“ (FR, V. 40) nahe? (Satan erscheint als Halt und Orientierung) (!Satan wird als Seefahrer beschrieben) (!Satan baut eine Kirche) (!Satan verliert seine Sprache)
8. Welches Motiv erscheint in „l’Arbre de Science“ (FR, V. 49)? (Der Baum der Erkenntnis) (!Ein zerstörtes Schiff) (!Eine eiserne Brücke) (!Ein königliches Schloss)
9. Wie oft erscheint der Hilferuf im Refrain der Verse 1 bis 45? (Fünfzehnmal) (!Einmal) (!Fünfmal) (!Einundfünfzigmal)
10. Welche Aussage zur Quellfassung und Übersetzung stimmt? (Der französische Originaltext ist nicht dasselbe wie die deutsche Übersetzung) (!Baudelaire schrieb das Gedicht ursprünglich auf Deutsch) (!Jede Übersetzung muss exakt dieselben Reime haben) (!Eine Interpretation ist immer ein unveränderter Originalvers)
Memory
Verbinde die Fachbegriffe mit ihrer Bedeutung.
| Lyrisches Ich | Sprecherstimme im Gedicht |
| Anapher | Wiederholter Satzanfang |
| Refrain | Wiederkehrender Vers |
| Exil | Leben fern von der Heimat |
| Alexandriner | Französischer Zwölfsilbler |
| Paradoxon | Scheinbarer Widerspruch |
Drag and Drop
Ordne die passenden Begriffe einander zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Quellfassung | Französischer Originalwortlaut |
| Lesefassung | Deutschsprachiger Lesetext |
| Übersetzung | Übertragung in eine andere Sprache |
| Interpretation | Begründete Deutung |
| Refrain | Wiederkehrende Bitte |
Kreuzworträtsel
| SATAN | Welche Figur wird im Gedicht direkt angerufen? |
| LITANEI | Wie heißt eine Form des Gebets mit wiederholten Anrufungen? |
| REFRAIN | Wie nennt man einen regelmäßig wiederholten Gedichtvers? |
| EXIL | Welches Wort bezeichnet die Verbannung aus der Heimat? |
| METAPHER | Wie nennt man ein sprachliches Bild ohne ausdrücklichen Vergleich? |
| ALEXANDRINER | Wie heißt ein häufig zwölfsilbiger französischer Vers? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Lernspielen suchen.
Lückentext
Offene Aufgaben
Drei zentrale Schreibaufgaben gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Zusätzliche kurze Erkundungen helfen Dir, Deine Ideen vorzubereiten.
Leicht – Klasse 9–10
- Schreibaufgabe 1 – Satans ungewöhnliche Rolle: Schreibe fünf einfache Sätze. Beschreibe, warum Satan im Gedicht auch als Helfer erscheint. Verwende Vers 8 der deutschen Übersetzung als Beleg.
- Vorlesen: Lies die ersten sechs Verse laut und probiere zwei unterschiedliche Betonungen des Refrains aus.
- Markieren: Suche im vollständigen Gedicht drei gleiche Hilferufe und beschreibe ihre Wirkung.
- Bildgespräch: Betrachte Cabanels „Gefallenen Engel“ und nenne zwei Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zur Gedichtfigur.
Standard – Klasse 10–11
- Schreibaufgabe 2 – Stimme eines Ausgeschlossenen: Schreibe einen kurzen inneren Monolog aus Sicht einer vertriebenen Person. Nutze Vers 40 als Ausgangspunkt. Kennzeichne Deinen Text als eigene Gestaltung.
- Sprachvergleich: Vergleiche den französischen Vers 1 mit dem deutschen Vers 1 und erläutere die unterschiedliche Wortwahl.
- Klanguntersuchung: Analysiere die ersten neun Verse. Beschreibe Anreden, Wiederholungen und ihre Wirkung.
- Diskussion: Besprecht, ob das Gedicht eher Trost spendet oder provoziert. Begründet beide Sichtweisen.
Schwer – Klasse 12–13
- Schreibaufgabe 3 – Provokation und Mitgefühl: Verfasse eine Deutung von etwa 180–250 Wörtern. Untersuche, wie Satan zum Helfer gesellschaftlicher Außenseiter wird. Beziehe mindestens drei genaue Versstellen ein und diskutiere eine alternative Lesart.
- Editionen vergleichen: Vergleiche Vers 8 in den Ausgaben von 1857 und 1861. Erkläre, ob die veränderte Wortwahl die Wirkung beeinflusst.
- Kunstvergleich: Vergleiche Cabanels Bild von 1847 mit Rassenfosses Illustration von 1930. Trenne Bildbeobachtung von eigener Deutung.
- Deutungsgespräch: Untersuche, wie die Begriffe Gott, Satan, Paradies und Erkenntnis in neue Beziehungen gesetzt werden.


Gestufte Hilfen für die Schreibaufgaben
Hilfe zu Aufgabe 1 – Leicht:
- Suche den Ausdruck „Du Heiland jeder Angst“ in Vers 8.
- Frage Dich: Wer braucht einen Heiland oder Helfer?
- Beginne mit: „Der Sprecher zeigt Satan nicht nur als böse Figur, sondern auch als …“
Hilfe zu Aufgabe 2 – Standard:
- Lies den französischen Vers 40 und die deutsche Übersetzung.
- Überlege, was ein vertriebener Mensch vermissen könnte.
- Verwende eine eigene Stimme, aber unterscheide das Gedicht von Deiner erfundenen Geschichte.
Hilfe zu Aufgabe 3 – Schwer:
- Sammle Belege zu Leid, Ausgrenzung und religiösen Gegensätzen.
- Untersuche die Funktion der 15 wiederholten Hilferufe.
- Formuliere eine These, stütze sie mit Zitaten und prüfe eine Gegenposition.
Merksatz für jede Analyse: Behauptung – Textbeleg mit Versnummer – Erklärung der Wirkung.
Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Aufgaben. Es geht um Zusammenhänge und eigene Überlegungen.
- Sprecherperspektive: Erkläre, warum man die Bitte des lyrischen Ichs nicht automatisch als persönliche Glaubensaussage Baudelaires lesen darf.
- Umkehrung: Erörtere, warum die Darstellung Satans als Helfer religiöse Erwartungen verändern kann.
- Form und Wirkung: Zeige an einem belegten Beispiel, wie Wiederholung die Aussage verstärkt.
- Bildübertragung: Übertrage das Bild der Lampe aus Vers 40 auf eine heutige Situation, in der Menschen Orientierung brauchen.
- Sprachvergleich: Erkläre, warum die französische Versform nicht unverändert auf die deutsche Übersetzung übertragen werden darf.
- Bild und Text: Begründe, warum ein historisches Gemälde zum Verständnis beitragen kann, aber keinen Textbeleg ersetzt.
Lernnachweis
Du kannst Deinen Lernerfolg mit einer kurzen schriftlichen Gedichtanalyse nachweisen.
Dazu gehören:
- Eine knappe Einordnung von Autor, Werk und historischem Kontext.
- Eine korrekte Unterscheidung von Original, Lesefassung und Übersetzung.
- Die Beschreibung des lyrischen Sprechens und seiner Adressaten.
- Die Untersuchung von Aufbau, Refrain, Rhythmus und Bildsprache.
- Mindestens drei überprüfbare Textbelege mit Versnummern.
- Eine nachvollziehbare eigene Deutung mit einer möglichen Gegenposition.
- Ein klarer Schluss, der die wichtigste Erkenntnis zusammenfasst.
OERs zum Thema
Vorhandene Texte und Quellen:
- Die Litanei Satans – vorhandene deutschsprachige Gedichtseite
- Wikisource: Französischer Originaltext von 1861
- Wikisource: Französischer Originaltext von 1857
- Zeno.org: Baudelaire – Blumen des Bösen, deutsche Ausgabe von 1907
- Universität Caen: Untersuchung des französischen Versmaßes
- Wikimedia Commons: Gemeinfreie französische Hörfassung
- Wikimedia Commons: Weitere Medien zu Les Fleurs du mal
Wikipedia: Der französischsprachige Artikel behandelt das Gedicht und seine Wirkungsgeschichte.
Medien- und Lizenzhinweise: Die eingebundenen historischen Werke sind auf Wikimedia Commons als gemeinfrei beziehungsweise CC0 ausgewiesen. Die Metronom-Animation steht unter CC BY-SA 3.0; Urheber und Lizenz sind direkt am Medium genannt. Die LibriVox-Hörfassung ist als gemeinfrei gekennzeichnet. Für die YouTube-Videos liegen keine hier bestätigten offenen Weiterverwendungslizenzen vor; sie werden deshalb nur über ihre bestehenden Veröffentlichungen eingebettet, nicht kopiert oder als OER ausgegeben.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen