Die Europäische Union - Gemeinschaftskunde


Die Europäische Union - Gemeinschaftskunde

Einleitung
Die Europäische Union – kurz EU – ist ein Zusammenschluss von 27 europäischen Staaten. Sie ist weder ein einzelner Staat noch nur ein lockerer Staatenbund. Die Mitgliedstaaten arbeiten in vielen Bereichen verbindlich zusammen und haben dafür gemeinsame Institutionen geschaffen. Die EU beeinflusst den Alltag zum Beispiel durch Regeln zum Verbraucherschutz, zum Umweltschutz, zum Datenschutz, zum Reisen und zum Handel.
In diesem aiMOOC lernst Du, warum die EU gegründet wurde, wie ihre wichtigsten Organe zusammenarbeiten, wie EU-Gesetze entstehen und welche Rechte Du als EU-Bürgerin oder EU-Bürger hast. Außerdem setzt Du Dich mit Vorteilen, Problemen und Zukunftsfragen der europäischen Zusammenarbeit auseinander.
Stand der Eckdaten: August 2026. Die EU hat 27 Mitgliedstaaten, das Europäische Parlament 720 Abgeordnete, 21 EU-Staaten verwenden den Euro und der Schengen-Raum umfasst 29 Staaten.
Europa und die Europäische Union
Europa ist ein Kontinent. Die Europäische Union ist eine politische und wirtschaftliche Gemeinschaft innerhalb Europas. Nicht alle europäischen Staaten gehören zur EU. Umgekehrt sind einige Nicht-EU-Staaten eng mit der EU verbunden, zum Beispiel über den Binnenmarkt oder den Schengen-Raum.
Die EU darf auch nicht mit dem Europarat verwechselt werden. Der Europarat ist eine eigene internationale Organisation. Er beschäftigt sich besonders mit Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gehört nicht zur EU.

Mitgliedstaaten und Vielfalt
Zur EU gehören 27 Staaten mit unterschiedlichen Sprachen, politischen Traditionen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Diese Vielfalt zeigt sich im Motto der EU: „In Vielfalt geeint“. Die Mitgliedstaaten bleiben souveräne Staaten, übertragen der EU aber für bestimmte Aufgaben Zuständigkeiten.
Die sechs Gründerstaaten der europäischen Gemeinschaften waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Später traten weitere Staaten bei. Kroatien ist seit 2013 das bisher jüngste Mitglied. Das Vereinigte Königreich verließ die EU 2020.
Ein Staat kann nur beitreten, wenn er unter anderem Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und eine funktionsfähige Marktwirtschaft gewährleistet. Außerdem muss er das gemeinsame EU-Recht übernehmen. Über einen Beitritt entscheiden die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament.
Ziele, Werte und Symbole
Die EU soll Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand fördern. Zu ihren grundlegenden Werten gehören Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Diese Werte sind nicht nur politische Ziele. Sie sind auch Maßstab dafür, wie Mitgliedstaaten und EU-Institutionen handeln sollen.
Wichtige Symbole sind die blaue Flagge mit zwölf goldenen Sternen, der Europatag am 9. Mai, die Europahymne nach Beethovens „Ode an die Freude“ und das Motto „In Vielfalt geeint“. Die zwölf Sterne stehen für Einheit, Solidarität und Harmonie, nicht für die Zahl der Mitgliedstaaten.
Geschichte der europäischen Einigung
Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten Politikerinnen und Politiker neue Kriege in Europa verhindern. Frankreich und Deutschland sollten wirtschaftlich so eng zusammenarbeiten, dass ein Krieg zwischen ihnen immer unwahrscheinlicher würde. Am 9. Mai 1950 stellte der französische Außenminister Robert Schuman einen Plan zur gemeinsamen Kontrolle von Kohle und Stahl vor.

- 1951: Sechs Staaten unterzeichnen den Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
- 1957: Die Römischen Verträge gründen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und Euratom.
- 1979: Die Bürgerinnen und Bürger wählen das Europäische Parlament erstmals direkt.
- 1993: Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft; die Europäische Union entsteht.
- 2002: Euro-Banknoten und Euro-Münzen kommen in zwölf Staaten in Umlauf.
- 2004: Zehn Staaten treten bei; es ist die größte Erweiterung der EU.
- 2009: Der Vertrag von Lissabon tritt in Kraft und stärkt unter anderem das Parlament.
- 2013: Kroatien tritt der EU bei.
- 2020: Das Vereinigte Königreich verlässt die EU.
Die wichtigsten Institutionen
Das politische System der EU verteilt Aufgaben auf mehrere Organe. Dadurch sollen Bürgerinnen und Bürger, Mitgliedstaaten und das gemeinsame europäische Interesse berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind das Europäische Parlament, der Europäische Rat, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission.
| Institution | Zusammensetzung | Hauptaufgabe |
|---|---|---|
| Europäisches Parlament | 720 direkt gewählte Abgeordnete | Beschließt Gesetze und Haushalt gemeinsam mit dem Rat der EU; kontrolliert die Kommission |
| Europäischer Rat | Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten | Legt die allgemeinen politischen Ziele und Prioritäten fest |
| Rat der Europäischen Union | Fachministerinnen und Fachminister der Mitgliedstaaten | Beschließt Gesetze und Haushalt gemeinsam mit dem Parlament |
| Europäische Kommission | Ein Kommissionsmitglied aus jedem Mitgliedstaat | Schlägt meist neue Gesetze vor, setzt Politik um und überwacht EU-Recht |
| Gerichtshof der Europäischen Union | Richterinnen und Richter aus den Mitgliedstaaten | Sichert die einheitliche Auslegung und Anwendung des EU-Rechts |
| Europäische Zentralbank | Direktorium und EZB-Rat | Verantwortet die Geldpolitik im Euroraum |
| Europäischer Rechnungshof | Ein Mitglied aus jedem Mitgliedstaat | Prüft Einnahmen und Ausgaben der EU |
Europäisches Parlament
Das Europäische Parlament vertritt die Bürgerinnen und Bürger der EU. Es wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Die Abgeordneten sitzen nicht nach Herkunftsländern, sondern überwiegend in europäischen Fraktionen zusammen. Das Parlament berät und beschließt EU-Gesetze, entscheidet über den Haushalt und kontrolliert die Europäische Kommission.

Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union
Der Europäische Rat besteht aus den Staats- und Regierungschefs. Er bestimmt die großen politischen Linien, beschließt aber normalerweise keine EU-Gesetze.
Im Rat der Europäischen Union treffen sich die zuständigen Ministerinnen und Minister der Mitgliedstaaten. Bei einem Umweltthema kommen zum Beispiel die Umweltminister zusammen. Der Rat beschließt in vielen Bereichen gemeinsam mit dem Europäischen Parlament Gesetze.
Beide Räte tagen häufig im Europa-Gebäude in Brüssel.

Europäische Kommission
Die Europäische Kommission soll das gemeinsame Interesse der EU vertreten. Sie macht in den meisten Fällen Vorschläge für neue EU-Gesetze, verwaltet Programme und den Haushalt und achtet darauf, dass Mitgliedstaaten das EU-Recht einhalten. Ihr Hauptsitz ist das Berlaymont-Gebäude in Brüssel.

Gerichtshof, Zentralbank und Rechnungshof
Der Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg entscheidet über die Auslegung des EU-Rechts. Nationale Gerichte können ihm Fragen vorlegen, wenn unklar ist, wie EU-Recht anzuwenden ist.
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main steuert die Geldpolitik im Euroraum. Ihr vorrangiges Ziel ist Preisstabilität.

Der Europäische Rechnungshof prüft, ob EU-Gelder rechtmäßig und sinnvoll verwendet werden.
Wie entstehen EU-Gesetze?
Beim ordentlichen Gesetzgebungsverfahren arbeiten drei Institutionen zusammen:
- Die Europäische Kommission legt einen Gesetzesvorschlag vor.
- Das Europäische Parlament berät, verändert und beschließt seine Position.
- Der Rat der Europäischen Union berät, verändert und beschließt seine Position.
- Parlament und Rat müssen sich auf denselben Text einigen.
- Nach der Annahme wird der Rechtsakt veröffentlicht und angewendet oder in nationales Recht umgesetzt.
Das Parlament und der Rat sind in diesem Verfahren gleichberechtigte Gesetzgeber. Die Kommission begleitet die Verhandlungen und überwacht später die Umsetzung.
Eine Verordnung gilt grundsätzlich unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Eine Richtlinie gibt ein verbindliches Ziel vor, das die Staaten in nationales Recht umsetzen müssen. Eine Entscheidung ist für ihre Adressaten verbindlich.
Zuständigkeiten und Subsidiarität
Die EU darf nur in Bereichen handeln, für die ihr die Mitgliedstaaten durch Verträge Zuständigkeiten übertragen haben. Man unterscheidet:
- Ausschließliche Zuständigkeiten: Nur die EU darf Regeln beschließen, zum Beispiel für die Zollunion oder die gemeinsame Handelspolitik.
- Geteilte Zuständigkeiten: EU und Mitgliedstaaten können handeln, zum Beispiel beim Binnenmarkt, Umwelt-, Verbraucher- oder Verkehrsschutz.
- Unterstützende Zuständigkeiten: Die EU unterstützt die Staaten, zum Beispiel bei Bildung, Kultur, Jugend, Sport oder Tourismus.
Das Prinzip der Subsidiarität bedeutet: Eine Aufgabe soll möglichst bürgernah gelöst werden. Die EU soll nur handeln, wenn die Ziele auf europäischer Ebene besser erreicht werden können als allein durch die Mitgliedstaaten.
Binnenmarkt, Euro und Schengen
Der Binnenmarkt beruht auf vier Grundfreiheiten: Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital sollen sich möglichst frei zwischen den Mitgliedstaaten bewegen können. Dadurch können Menschen in anderen EU-Staaten arbeiten, studieren oder Unternehmen gründen.
Der Euro ist 2026 die gemeinsame Währung von 21 der 27 EU-Staaten. Nicht jedes EU-Mitglied gehört also zum Euroraum.

Der Schengen-Raum ermöglicht Reisen ohne regelmäßige Personenkontrollen an den Binnengrenzen. Er umfasst 29 Staaten: 25 EU-Staaten und vier Nicht-EU-Staaten. Die EU, der Euroraum und der Schengen-Raum sind daher nicht dasselbe.
Die EU im Alltag
Viele Entscheidungen der EU wirken direkt oder indirekt im Alltag. Beispiele sind gemeinsame Regeln für Produktsicherheit, Lebensmittelkennzeichnung, Datenschutz, Fluggastrechte, Umweltschutz und den digitalen Binnenmarkt. Das Ende zusätzlicher Roaming-Gebühren innerhalb der EU ist ein bekanntes Beispiel.
Das Programm Erasmus+ unterstützt Austausch, Bildung, Jugend und Sport. Es ermöglicht Schülerinnen, Schülern, Auszubildenden, Studierenden und Lehrkräften internationale Lernerfahrungen.

Rechte und Beteiligung
Als Staatsangehörige oder Staatsangehöriger eines EU-Mitgliedstaats besitzt Du die Unionsbürgerschaft. Sie ergänzt die nationale Staatsangehörigkeit. Dazu gehören unter anderem Freizügigkeit, Aufenthaltsrechte und politische Beteiligungsmöglichkeiten.
Du kannst bei Europawahlen wählen, Dich an öffentlichen Konsultationen beteiligen, Petitionen an das Europäische Parlament richten oder eine Europäische Bürgerinitiative unterstützen. Für eine erfolgreiche Bürgerinitiative müssen mindestens eine Million Unterstützungsbekundungen aus mindestens sieben Mitgliedstaaten gesammelt werden. Die Kommission muss sich dann mit dem Anliegen befassen, ist aber nicht automatisch verpflichtet, ein Gesetz vorzuschlagen.
Chancen, Konflikte und Zukunftsfragen
Die EU ermöglicht gemeinsame Lösungen für Probleme, die Staatsgrenzen überschreiten. Dazu gehören Klimawandel, Handel, Migration, Sicherheit, Digitalisierung und organisierte Kriminalität. Gemeinsames Handeln kann das politische und wirtschaftliche Gewicht Europas erhöhen.
Gleichzeitig gibt es Konflikte. Mitgliedstaaten haben unterschiedliche Interessen, Entscheidungen wirken manchmal kompliziert und viele Menschen wünschen sich mehr Transparenz oder stärkere demokratische Beteiligung. Auch die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit, die Verteilung gemeinsamer Kosten und die Aufnahme neuer Mitglieder führen zu Streit.
Für die politische Urteilsbildung ist wichtig, nicht nur nach „mehr“ oder „weniger“ Europa zu fragen. Entscheidend ist, welche Aufgaben auf welcher Ebene demokratisch, wirksam und gerecht gelöst werden können.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wie viele Mitgliedstaaten hat die Europäische Union im Jahr 2026? (27) (!21) (!29) (!46)
Welche Institution wird direkt von den Bürgerinnen und Bürgern der EU gewählt? (Das Europäische Parlament) (!Die Europäische Kommission) (!Der Europäische Rat) (!Der Europäische Rechnungshof)
Wer schlägt in den meisten Fällen neue EU-Gesetze vor? (Die Europäische Kommission) (!Die Europäische Zentralbank) (!Der Europäische Rat) (!Der Europäische Rechnungshof)
Welche beiden Organe beschließen im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren gemeinsam EU-Gesetze? (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union) (!Europäische Kommission und Europäischer Rat) (!Europäische Zentralbank und Europäischer Rechnungshof) (!Europarat und Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte)
Was ist die Hauptaufgabe des Europäischen Rates? (Er legt die politischen Ziele und Prioritäten fest) (!Er schlägt alle EU-Gesetze vor) (!Er entscheidet über jede Klage vor nationalen Gerichten) (!Er verwaltet die Geldpolitik des Euroraums)
Wofür steht das Prinzip der Subsidiarität? (Aufgaben sollen möglichst bürgernah gelöst werden) (!Alle Entscheidungen müssen in Brüssel getroffen werden) (!Nur große Mitgliedstaaten dürfen abstimmen) (!EU-Recht gilt nur nach einer Volksabstimmung)
Welche Aussage über den Euro ist 2026 richtig? (21 EU-Staaten verwenden den Euro) (!Alle europäischen Staaten verwenden den Euro) (!Alle EU-Staaten verwenden den Euro) (!Nur die sechs Gründerstaaten verwenden den Euro)
Welche Aussage zum Schengen-Raum ist richtig? (Er umfasst EU-Staaten und Nicht-EU-Staaten) (!Er ist genau dasselbe wie die Europäische Union) (!Er umfasst nur Staaten mit dem Euro) (!Er gehört zum Europarat)
Was ist eine EU-Richtlinie? (Sie gibt ein verbindliches Ziel zur Umsetzung in nationales Recht vor) (!Sie ist immer nur eine unverbindliche Empfehlung) (!Sie gilt ausschließlich für die Europäische Zentralbank) (!Sie ersetzt automatisch jede nationale Verfassung)
Welche Aussage zur EU-Flagge ist richtig? (Die zwölf Sterne stehen für Einheit und Zusammenhalt) (!Die Sterne zeigen die Zahl der Mitgliedstaaten) (!Jeder Stern steht für eine EU-Institution) (!Die Sterne werden nach jeder Erweiterung ergänzt)
Memory
| Europäisches Parlament | Vertretung der Bürgerinnen und Bürger |
| Europäische Kommission | Vorschläge für neue EU-Gesetze |
| Rat der Europäischen Union | Vertretung der Regierungen auf Ministerebene |
| Europäischer Rat | Politische Ziele und Prioritäten |
| Gerichtshof der Europäischen Union | Einheitliche Auslegung des EU-Rechts |
| Europäische Zentralbank | Geldpolitik im Euroraum |
| Binnenmarkt | Freier Verkehr von Waren Dienstleistungen Personen und Kapital |
| Subsidiarität | Entscheidungen möglichst bürgernah |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Europäisches Parlament | Direkt gewählte Vertretung der EU-Bevölkerung |
| Europäische Kommission | Entwickelt meist neue Gesetzesvorschläge |
| Europäischer Rat | Bestimmt die großen politischen Leitlinien |
| Rat der Europäischen Union | Verhandelt und beschließt Gesetze mit dem Parlament |
| Gerichtshof der Europäischen Union | Sichert die einheitliche Anwendung des EU-Rechts |
Kreuzworträtsel
| Parlament | Welche direkt gewählte Institution vertritt die EU-Bevölkerung? |
| Kommission | Welche Institution schlägt meist neue EU-Gesetze vor? |
| Schengen | Wie heißt der Raum ohne regelmäßige Personenkontrollen an den Binnengrenzen? |
| Maastricht | In welcher Stadt wurde der Vertrag unterzeichnet, der die Europäische Union begründete? |
| Richtlinie | Welcher Rechtsakt gibt ein verbindliches Ziel zur nationalen Umsetzung vor? |
| Subsidiaritaet | Welches Prinzip verlangt möglichst bürgernahe Entscheidungen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- EU-Symbole: Gestalte ein Lernplakat zu Flagge, Europatag, Hymne und Motto und erkläre jedes Symbol in einem Satz.
- EU im Alltag: Fotografiere oder zeichne drei Beispiele, bei denen Dir EU-Regeln im Alltag begegnen, und erläutere ihre Bedeutung.
- Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Markiere alle 27 Mitgliedstaaten auf einer Europakarte und ordne vier Staaten ihrem Beitrittsjahrzehnt zu.
- Begriffskarte Europäische Union: Erstelle eine Mindmap mit den Begriffen Parlament, Kommission, Rat, Binnenmarkt, Euro und Schengen.
Standard
- Gesetzgebung der Europäischen Union: Erkläre den Weg eines erfundenen EU-Gesetzes vom Vorschlag bis zur Annahme als Comic oder Erklärvideo.
- Europäisches Parlament: Untersuche die Arbeit einer Fraktion oder eines Ausschusses und stelle ein aktuelles Thema sachlich vor.
- Europäische Bürgerinitiative: Entwickle in einer Gruppe eine eigene Idee für eine Bürgerinitiative und formuliere Ziel, Begründung und mögliche Gegenargumente.
- EU-Debatte: Führt eine strukturierte Klassendebatte zur Frage durch, ob mehr politische Aufgaben auf EU-Ebene entschieden werden sollten.
Schwer
- Subsidiaritätsprinzip: Prüfe an einem selbst gewählten Politikproblem, ob Kommune, Bundesland, Staat oder EU die geeignetste Entscheidungsebene ist.
- Demokratiedefizit der Europäischen Union: Analysiere zwei unterschiedliche Positionen zur demokratischen Legitimation der EU und entwickle ein begründetes Urteil.
- Erweiterung der Europäischen Union: Erstelle ein Kriterienraster für einen möglichen EU-Beitritt und wende es auf einen Beispielfall an.
- Zukunft der Europäischen Union: Entwirf ein realistisches Szenario für die EU im Jahr 2040 und begründe Chancen, Risiken und notwendige Reformen.


Lernkontrolle
- Institutionelles Gleichgewicht: Erkläre anhand eines Konfliktfalls, warum Parlament, Rat und Kommission unterschiedliche Interessen vertreten und weshalb keine dieser Institutionen allein entscheiden soll.
- Mehrebenensystem: Ordne ein grenzüberschreitendes Umweltproblem den politischen Ebenen Kommune, Staat und EU zu und begründe die Aufgabenverteilung.
- EU-Recht im Alltag: Analysiere, welche Folgen eine neue EU-Richtlinie für Parlamente, Behörden, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger haben könnte.
- Solidarität in der Europäischen Union: Bewerte zwei Modelle zur Verteilung gemeinsamer Kosten zwischen Mitgliedstaaten nach Gerechtigkeit und Wirksamkeit.
- Europäische Demokratie: Entwickle einen Vorschlag, wie Jugendliche stärker an EU-Politik beteiligt werden könnten, und prüfe mögliche Grenzen.
- Binnenmarkt und Regulierung: Beurteile an einem Beispiel, wann gemeinsame EU-Regeln den Wettbewerb fördern und wann sie nationale Handlungsspielräume einschränken.
- EU-Erweiterung: Verfasse ein begründetes Gutachten, das politische, wirtschaftliche und rechtliche Voraussetzungen eines Beitritts gegeneinander abwägt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- die EU von Europa, Euroraum, Schengen-Raum und Europarat unterscheiden kannst,
- zentrale Stationen der europäischen Einigung erklären kannst,
- die Aufgaben der wichtigsten EU-Institutionen kennst,
- das ordentliche Gesetzgebungsverfahren verständlich darstellen kannst,
- Verordnung und Richtlinie unterscheiden kannst,
- das Subsidiaritätsprinzip auf ein politisches Problem anwenden kannst,
- Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern erläutern kannst,
- Chancen und Konflikte europäischer Zusammenarbeit ausgewogen beurteilen kannst,
- Informationen aus verlässlichen Quellen prüfen und ein begründetes politisches Urteil formulieren kannst.
OERs zum Thema
Weitere frei zugängliche Materialien:
- Offizielles Portal der Europäischen Union
- Lernecke der Europäischen Union
- Dossier Europäische Union der Bundeszentrale für politische Bildung
- Medien zur Europäischen Union auf Wikimedia Commons
Verknüpfte Lernbereiche
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