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Die Entstehung Baden-Württembergs 1952

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Die Entstehung Baden-Württembergs 1952



Die Entstehung Baden-Württembergs 1952


Einleitung

Am 25. April 1952 entstand im deutschen Südwesten ein neues Bundesland. Es vereinigte die drei Nachkriegsländer Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Die Gründung war jedoch kein harmonischer Zusammenschluss, sondern das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen, einer umstrittenen Abstimmungsregel, einer Volksabstimmung und mehrerer verfassungsrechtlicher Auseinandersetzungen.

In diesem aiMOOC untersuchst Du deshalb nicht nur, wann Baden-Württemberg entstand, sondern vor allem warum, wie demokratische Mehrheiten zustande kamen und wie aus unterschiedlichen regionalen Traditionen allmählich eine gemeinsame Landesidentität wachsen konnte. Dabei geht es um Nachkriegszeit, Föderalismus, Direkte Demokratie, Bundesverfassungsgericht, politische Interessen, Heimatvorstellungen und die Frage, wie ein neuer Staat Akzeptanz gewinnt.

Die Karte zeigt die drei Länder, die 1952 vereinigt wurden. Ihre Grenzen waren stark von den amerikanischen und französischen Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt.


Nach 1945: Warum gab es im Südwesten drei Länder?

Nach der deutschen Kapitulation 1945 teilten die Siegermächte Deutschland in Besatzungszonen. Im Südwesten verlief die Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Zone quer durch die älteren Länder Baden und Württemberg. Die USA wollten unter anderem die wichtige Verkehrsachse Karlsruhe–Stuttgart–Ulm in ihrer Zone behalten. Dadurch entstanden politische Grenzen, die nicht den früheren Ländergrenzen entsprachen.

Im Norden schufen die Amerikaner Württemberg-Baden mit der Hauptstadt Stuttgart. In der französischen Zone entstanden Baden mit der Hauptstadt Freiburg im Breisgau und Württemberg-Hohenzollern mit der Hauptstadt Tübingen. Diese drei Länder waren keine bloßen Verwaltungsbezirke: Sie entwickelten eigene Landtage, Regierungen und Verfassungen.

Gerade deshalb stellte sich bald die Frage, wie dauerhaft diese Nachkriegsordnung sein sollte. Sollte man die alten Länder Baden und Württemberg wiederherstellen? Oder sollte ein größeres, gemeinsames Land entstehen?


Die Idee des Südweststaats

Befürworter eines gemeinsamen Südweststaats verbanden mit der Vereinigung mehrere Erwartungen. Ein größeres Land sollte wirtschaftlich leistungsfähiger sein, Verwaltung vereinfachen und im föderalen System der jungen Bundesrepublik Deutschland politisch mehr Gewicht besitzen. Zugleich hofften viele, die künstlichen Grenzen der Besatzungszeit zu überwinden.

Die Gegner argumentierten anders. Besonders in Südbaden war die Bindung an die badische Geschichte und Eigenstaatlichkeit stark. Sie wollten das alte Baden wiederherstellen und befürchteten, in einem größeren Südweststaat von Württemberg politisch und kulturell dominiert zu werden. Der Konflikt war damit nicht einfach ein Streit zwischen „Fortschritt“ und „Tradition“. Auf beiden Seiten standen nachvollziehbare politische Interessen: Leistungsfähigkeit und gemeinsame Handlungsfähigkeit auf der einen, regionale Selbstbestimmung und historische Identität auf der anderen Seite.


1948: Verhandlungen auf dem Hohenneuffen

Am 2. August 1948 trafen sich führende Politiker der drei Länder auf der Burg Hohenneuffen. Anlass war auch der Auftrag der westlichen Besatzungsmächte, Vorschläge für eine sinnvolle Neugliederung der Länder vorzulegen. Eine dauerhafte Einigung gelang dort noch nicht.

Kurz darauf wurde weiterverhandelt. Ein in Karlsruhe ausgehandelter Kompromiss sah einen gemeinsamen Südweststaat mit vier weitgehend selbstständigen Landesbezirken vor. Der badische Regierungschef Leo Wohleb rückte jedoch wieder davon ab. Nun wurde besonders um die Frage gestritten, wer in welchem Gebiet abstimmen sollte und wie die Stimmen gezählt werden sollten.


Drei zentrale politische Akteure

Reinhold Maier von der FDP/DVP war Ministerpräsident von Württemberg-Baden und ein entschiedener Befürworter des Südweststaats. Er sah in einem gemeinsamen Land politische und wirtschaftliche Vorteile.

Leo Wohleb war Staatspräsident von Baden und der bekannteste Gegner der Fusion. Er verlangte die Wiederherstellung des alten Landes Baden und kritisierte später besonders den Abstimmungsmodus.

Gebhard Müller war Regierungschef von Württemberg-Hohenzollern. Er befürwortete den Südweststaat, versuchte aber zugleich, zwischen den gegensätzlichen Positionen zu vermitteln.

Der Streit verlief also nicht einfach entlang von Parteigrenzen. Vor allem in der CDU gab es gegensätzliche Positionen. Das zeigt, dass regionale Interessen und Vorstellungen von Staatlichkeit damals teilweise stärker wirkten als die Zugehörigkeit zu derselben Partei.


Artikel 118 des Grundgesetzes

Als 1949 das Grundgesetz entstand, erhielt die Südwestfrage eine besondere Regelung. Artikel 118 GG erlaubte für Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern eine Neugliederung, die von den allgemeinen Regeln zur Veränderung von Ländergrenzen abwich. Zunächst sollten sich die beteiligten Länder einigen. Falls das nicht gelang, konnte der Bund die Neugliederung durch Gesetz regeln und eine Befragung der Bevölkerung vorsehen.

Damit wurde ein regionaler Konflikt zu einer Frage des deutschen Verfassungsrechts. Zugleich zeigt der Fall, wie eng Föderalismus und Demokratie miteinander verbunden sind: Es ging nicht nur darum, welche Grenzen zweckmäßig waren, sondern auch darum, wer über diese Grenzen entscheiden durfte.


1950: Eine Probeabstimmung löst das Problem nicht

Am 24. September 1950 fand zunächst eine unverbindliche Volksbefragung statt. In den württembergischen Gebieten gab es sehr große Mehrheiten für den Südweststaat. In den beiden badischen Gebieten zusammengenommen überwog dagegen knapp der Wunsch nach Wiederherstellung der alten Länder.

Genau darin lag das Problem: Betrachtete man vier einzelne Abstimmungsgebiete, konnte man eine Mehrheit für den Südweststaat erkennen. Betrachtete man Baden als historische Einheit, zeigte sich dagegen eine Mehrheit gegen den Zusammenschluss. Eine politische Einigung der Länderregierungen kam weiterhin nicht zustande.


1951: Bundesgesetz und Streit um den Abstimmungsmodus

Der Bundestag regelte die Neugliederung schließlich durch das Zweite Neugliederungsgesetz. Entscheidend war der sogenannte Vier-Bezirke-Modus. Abgestimmt wurde getrennt in Nordbaden, Nordwürttemberg, Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern. Der Südweststaat sollte entstehen, wenn sich in mindestens drei der vier Bezirke eine Mehrheit dafür aussprach.

Die badische Regierung hielt diese Regel für unfair und rief das neu gegründete Bundesverfassungsgericht an. Das Gericht stoppte die Abstimmung zunächst vorläufig, bestätigte das Gesetz im Oktober 1951 aber im Wesentlichen. Die verfassungsrechtliche Auseinandersetzung war damit noch nicht endgültig beendet.


Der Abstimmungskampf: Wirtschaft, Heimat und politische Werbung

Im Herbst 1951 warben beide Seiten intensiv um Stimmen. Die Befürworter betonten Wirtschaftskraft, eine einfachere Verwaltung und größeres politisches Gewicht. Die Gegner warnten vor dem Verlust badischer Eigenständigkeit und vor einer möglichen Dominanz Württembergs.

Politische Werbung war im Alltag sichtbar. Eine Freiburger Straßenbahn trug Werbung für den Südweststaat.

Gleichzeitig zeigten Plakate wie „Hände weg von Baden“, wie emotional die Gegenseite für den Erhalt Badens mobilisierte.

Solche Quellen sind für den Geschichtsunterricht besonders wertvoll. Sie informieren nicht neutral, sondern wollen überzeugen. Frage deshalb bei historischen Plakaten immer: Wer spricht? An wen richtet sich die Botschaft? Welche Gefühle und Interessen werden angesprochen? Welche Informationen fehlen?


Die Volksabstimmung vom 9. Dezember 1951

Am 9. Dezember 1951 fiel die entscheidende Abstimmung. Die Ergebnisse unterschieden sich stark nach Region:

Abstimmungsbezirk Anteil für den Südweststaat Politische Aussage
Nordwürttemberg 93,5 % sehr deutliche Zustimmung
Südwürttemberg-Hohenzollern 91,4 % sehr deutliche Zustimmung
Nordbaden 57,1 % Mehrheit für den Südweststaat
Südbaden 37,8 % Mehrheit für die alten Länder

Im gesamten Abstimmungsgebiet entfielen 69,7 Prozent der gültigen Stimmen auf den Südweststaat. Entscheidend für das rechtliche Ergebnis war aber vor allem, dass in drei von vier Bezirken eine Mehrheit für die Vereinigung zustande kam. Damit war die im Gesetz festgelegte Voraussetzung erfüllt.

Die Karte macht zugleich den Konflikt sichtbar: Im gesamten historischen badischen Gebiet zusammengenommen bestand eine knappe Mehrheit für die Wiederherstellung der alten Länder. Deshalb blieb die Frage politisch umstritten. Der Fall eignet sich bis heute zur Diskussion darüber, wann eine demokratische Mehrheitsentscheidung als gerecht und legitim wahrgenommen wird.


1952: Aus drei Ländern wird ein neuer Staat

Am 9. März 1952 wählten die Bürgerinnen und Bürger eine Verfassunggebende Landesversammlung. Die CDU wurde stärkste Fraktion. Es folgten SPD, FDP/DVP, BHE und KPD.

Am 25. April 1952 wählte die Versammlung den Liberalen Reinhold Maier zum Ministerpräsidenten. Um 12:30 Uhr stellte er die Bildung der vorläufigen Regierung fest. In diesem Augenblick wurden Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Bundesland vereinigt.

Das neue Land war zunächst noch verfassungsrechtlich im Aufbau. Mit dem Überleitungsgesetz vom 15. Mai 1952 erhielt das neue Land zunächst vorläufig den Namen Baden-Württemberg. Mit dem Inkrafttreten der Landesverfassung am 19. November 1953 wurde Baden-Württemberg der offizielle Landesname.


Vom politischen Zusammenschluss zur Landesidentität

Ein Staat entsteht an einem bestimmten Datum. Eine gemeinsame Identität entsteht dagegen über längere Zeit. In Baden-Württemberg mussten Menschen und Institutionen lernen, mit regionalen Unterschieden zu leben, ohne sie vollständig aufzulösen.

Der Doppelname Baden-Württemberg war selbst ein politischer Kompromiss. Er hielt die Erinnerung an zwei große historische Traditionen sichtbar. Auch das 1954 eingeführte Landeswappen verbindet Einheit und Vielfalt: Im Schild stehen drei schwarze Löwen für die historische schwäbische Tradition. Ein Hirsch verweist auf Württemberg, ein Greif auf Baden. Auf der Wappenkrone erscheinen weitere historische Gebiete des Südwestens.

Auch die Landesfarben Schwarz und Gold wurden zu gemeinsamen Symbolen.

Das Zusammenwachsen bedeutete jedoch nicht, dass regionale Identitäten verschwanden. Badische, württembergische, hohenzollerische, kurpfälzische, fränkische, schwäbische und alemannische Traditionen blieben lebendig. Gerade darin liegt ein wichtiges Merkmal des Landes: Gemeinsame staatliche Zugehörigkeit und regionale Vielfalt können gleichzeitig bestehen.


1956 und 1970: Die Badenfrage bleibt offen

Die Gegner des Südweststaats gaben nach 1952 nicht sofort auf. 1956 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Wille der badischen Bevölkerung im damaligen Verfahren nicht ausreichend zur Geltung gekommen sei, und eröffnete den Weg zu einem Volksbegehren.

Die abschließende Abstimmung erfolgte erst am 7. Juni 1970 im badischen Landesteil. Dabei stimmten 81,9 Prozent der Abstimmenden für den Verbleib bei Baden-Württemberg. Dieses Ergebnis zeigt, dass politische Legitimität nicht nur am Gründungstag entsteht. Sie kann sich auch durch Erfahrungen mit gemeinsamen Institutionen, Alltag, wirtschaftliche Verflechtung und eine wachsende staatliche Zugehörigkeit verändern.


Historische und politische Bedeutung

Die Entstehung Baden-Württembergs verbindet mehrere Themen der politischen Bildung. Erstens zeigt sie, wie historische Grenzen durch Krieg und Besatzung verändert werden können. Zweitens macht sie deutlich, wie föderale Staaten über Ländergrenzen, Zuständigkeiten und politische Macht verhandeln. Drittens zeigt sie die Möglichkeiten und Grenzen direkter Demokratie: Eine Abstimmung kann eine klare Mehrheit erzeugen und trotzdem Streit über die Regeln der Abstimmung hinterlassen.

Besonders spannend ist die Frage nach Mehrheit und Minderheit. Darf eine große Mehrheit im Gesamtgebiet entscheiden, wenn eine historische Region mehrheitlich dagegen ist? Muss jede Region ein eigenes Vetorecht besitzen? Oder würde dadurch eine gemeinsame Lösung fast unmöglich? Der Konflikt um Baden-Württemberg bietet keine einfache Formel, aber ein sehr gutes Beispiel dafür, warum demokratische Verfahren nicht nur Mehrheiten, sondern auch faire Regeln, Minderheitenschutz und gerichtliche Kontrolle brauchen.


Zeitleiste

Jahr Ereignis Bedeutung
1945–1947 Bildung von Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern Folge der amerikanischen und französischen Besatzungszonen
1948 Dreiländertreffen auf dem Hohenneuffen Suche nach einer politischen Einigung
1949 Artikel 118 wird Teil des Grundgesetzes Sonderweg für die Neugliederung im Südwesten
1950 unverbindliche Volksbefragung unterschiedliche Mehrheiten in Baden und Württemberg werden sichtbar
1951 Zweites Neugliederungsgesetz und Volksabstimmung Drei von vier Bezirken stimmen für den Südweststaat
1952 Wahl der Verfassunggebenden Landesversammlung und Landesgründung neuer gemeinsamer Staat entsteht
1953 Landesverfassung tritt in Kraft Baden-Württemberg wird offizieller Landesname
1954 Landeswappen wird beschlossen regionale Traditionen werden in einem gemeinsamen Symbol verbunden
1956 neues Urteil des Bundesverfassungsgerichts badische Selbstbestimmungsfrage bleibt offen
1970 erneute Abstimmung im badischen Landesteil deutliche Mehrheit bestätigt den Verbleib bei Baden-Württemberg


Quellen und Vertiefung

  1. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Dossier zur Entstehung des Landes, zu Volksabstimmung, Verfassungsstreit und Landesidentität.
  2. Landesportal Baden-Württemberg: Überblick zur Entstehung des Südweststaats.
  3. SWR Archivradio: Historische Tonaufnahmen zur Entstehung Baden-Württembergs.
  4. Wikimedia Commons: Freie Karten, Fotografien, Plakate und Symbole zur Landesgeschichte.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche drei Länder wurden 1952 zum neuen Südweststaat vereinigt? (Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern) (!Bayern, Baden und Württemberg) (!Baden, Hessen und Württemberg) (!Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hohenzollern)




An welchem Tag wurde der neue Südweststaat gegründet? (25. April 1952) (!9. Dezember 1951) (!23. Mai 1949) (!19. November 1953)




Welche Funktion hatte Artikel 118 des Grundgesetzes für die Südwestfrage? (Er ermöglichte eine besondere Regelung der Neugliederung) (!Er verbot jede Veränderung von Ländergrenzen) (!Er erklärte Baden sofort zum Sieger des Konflikts) (!Er regelte ausschließlich die Wahl des Bundespräsidenten)




Welche Position vertrat Leo Wohleb? (Er wollte das alte Land Baden wiederherstellen) (!Er wollte Baden an Bayern anschließen) (!Er forderte die Abschaffung aller Länder) (!Er war der erste Ministerpräsident Baden-Württembergs)




Was bedeutete der Vier-Bezirke-Modus von 1951? (Drei von vier Abstimmungsbezirken mussten dem Südweststaat zustimmen) (!Alle vier Bezirke mussten einstimmig zustimmen) (!Nur Südbaden durfte über die Neugliederung abstimmen) (!Der Bundestag entschied ohne Beteiligung der Bevölkerung)




Wie stimmte die Mehrheit in Südbaden 1951? (Sie bevorzugte die Wiederherstellung der alten Länder) (!Sie stimmte mit über neunzig Prozent für den Südweststaat) (!Sie enthielt sich vollständig) (!Sie verlangte einen Anschluss an Frankreich)




Wann fand die entscheidende Volksabstimmung über den Südweststaat statt? (9. Dezember 1951) (!24. September 1950) (!25. April 1952) (!7. Juni 1970)




Wer wurde 1952 erster Ministerpräsident des neuen Landes? (Reinhold Maier) (!Leo Wohleb) (!Gebhard Müller) (!Theodor Heuss)




Wann wurde Baden-Württemberg durch die Landesverfassung zum offiziellen Landesnamen? (1953) (!1945) (!1949) (!1970)




Welche Aussage beschreibt die Bedeutung der Abstimmung von 1970 am besten? (Eine deutliche Mehrheit im badischen Landesteil bestätigte den Verbleib bei Baden-Württemberg) (!Baden-Württemberg wurde 1970 erstmals gegründet) (!Württemberg-Hohenzollern wurde 1970 wieder selbstständig) (!Die Landesverfassung wurde 1970 abgeschafft)





Memory

Württemberg-Baden Stuttgart
Baden Freiburg
Württemberg-Hohenzollern Tübingen
Reinhold Maier Befürworter der Vereinigung
Leo Wohleb Verteidiger badischer Eigenstaatlichkeit
Artikel 118 GG Sonderregelung zur Neugliederung
9. Dezember 1951 Volksabstimmung
25. April 1952 Landesgründung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vier-Bezirke-Modus Abstimmungsregel für die Südwestfrage
Bundesverfassungsgericht Gerichtliche Prüfung des Neugliederungsstreits
Verfassunggebende Landesversammlung Parlamentarische Gestaltung des neuen Landes
Südweststaat Gemeinsames neues Bundesland
Landeswappen Symbol für Einheit und regionale Vielfalt






Kreuzworträtsel

Föderalismus Wie heißt das politische Prinzip, bei dem Staatsgewalt zwischen Bund und Ländern verteilt ist?
Hohenneuffen Auf welcher Burg trafen sich 1948 Politiker der drei südwestdeutschen Länder?
Wohleb Wie hieß der bekannte badische Gegner des Südweststaats mit Nachnamen?
Maier Wie hieß der erste Ministerpräsident des neuen Landes mit Nachnamen?
Volksabstimmung Wie heißt die direkte Entscheidung der Bevölkerung vom Dezember 1951?
Bindestrich Welches Satzzeichen im Landesnamen kann symbolisch für die Verbindung von Baden und Württemberg stehen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Nach 1945 bildeten Nordbaden und Nordwürttemberg das Land

.
Der südliche Teil Badens lag in der Besatzungszone von

.
Die Hauptstadt von Württemberg-Hohenzollern war

.
Das Grundgesetz enthielt für die Südwestfrage den besonderen Artikel

.
Die entscheidende Abstimmung von 1951 war eine

.
In drei von vier Abstimmungsbezirken gewann der

.
Erster Ministerpräsident des neuen Landes wurde Reinhold

.
Die Landesgründung erfolgte im Monat

des Jahres 1952.
Mit der Landesverfassung wurde der Name

offiziell.
Im Jahr 1970 bestätigte eine deutliche Mehrheit im badischen Landesteil den

des gemeinsamen Landes.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenskizze Südweststaat: Zeichne die drei Nachkriegsländer Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern mit ihren Hauptstädten ein und markiere die amerikanische sowie die französische Besatzungszone.
  2. Zeitstrahl Baden-Württemberg: Gestalte einen Zeitstrahl von 1945 bis 1970 mit mindestens acht Wendepunkten und erkläre zu jedem Ereignis in einem Satz seine Bedeutung.
  3. Personenprofil Südweststaat: Erstelle ein kurzes Profil zu Reinhold Maier, Leo Wohleb oder Gebhard Müller und stelle Position, politische Funktion und wichtigstes Ziel dar.
  4. Medienbeobachtung Südweststaat: Vergleiche das Foto der Straßenbahnwerbung mit dem Plakat „Hände weg von Baden“ und notiere, welche Botschaft jeweils vermittelt werden sollte.


Standard

  1. Quellenanalyse Volksabstimmung 1951: Analysiere eines der historischen Werbemittel nach Urheber, Zielgruppe, Sprache, Bildwirkung und politischer Absicht.
  2. Streitgespräch Südweststaat: Verfasse und spiele ein Streitgespräch zwischen einer badischen Gegnerin oder einem badischen Gegner und einer Person, die den Südweststaat unterstützt.
  3. Fairness des Vier-Bezirke-Modus: Prüfe, ob Du die Abstimmungsregel von 1951 für fair hältst. Begründe Dein Urteil mit mindestens drei historischen Argumenten.
  4. Landeswappen und Identität: Untersuche die Symbole im großen Landeswappen und erkläre, wie damit Einheit und regionale Vielfalt gleichzeitig dargestellt werden.


Schwer

  1. Verfassungsgericht zur Südwestfrage: Simuliere eine Gerichtsverhandlung zur Frage, ob das Abstimmungsverfahren die badische Bevölkerung ausreichend berücksichtigte. Verteilt Rollen und entwickelt begründete Plädoyers.
  2. Alternativgeschichte Baden-Württemberg: Entwirf ein historisch plausibles Szenario, wie sich Politik und regionale Identitäten hätten entwickeln können, wenn 1951 die alten Länder Baden und Württemberg wiederhergestellt worden wären.
  3. Regionalgeschichte vor Ort: Plane eine Exkursion zu einem Archiv, Museum oder Erinnerungsort und entwickle Fragen, mit denen Du lokale Spuren der Landesgründung untersuchen kannst.
  4. Dokumentarfilm Landesidentität: Produziere ein fünf- bis siebenminütiges Video mit Karten, Quellen und Interviews zur Leitfrage, wie aus dem umstrittenen Südweststaat eine gemeinsame Landeszugehörigkeit entstehen konnte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Besatzungszonen und Landesgründung: Erkläre die Kausalkette von der Aufteilung Deutschlands 1945 bis zum politischen Problem der drei südwestdeutschen Länder.
  2. Mehrheit und Selbstbestimmung: Vergleiche das Prinzip der Mehrheitsentscheidung mit dem Anspruch einer historischen Region auf Selbstbestimmung. Wende beide Perspektiven auf die Abstimmung von 1951 an.
  3. Abstimmungssysteme vergleichen: Zeige, warum das Ergebnis politisch unterschiedlich gedeutet werden konnte, wenn man vier Abstimmungsbezirke oder die historischen Räume Baden und Württemberg als Bezug nimmt.
  4. Rolle des Bundesverfassungsgerichts: Beurteile, warum gerichtliche Kontrolle auch nach einer demokratischen Abstimmung wichtig sein kann.
  5. Symbole und politische Identität: Analysiere das Landeswappen als politische Quelle und erkläre, welche Botschaft über das Verhältnis von Einheit und Vielfalt vermittelt wird.
  6. Transfer Föderalismus: Entwickle allgemeine Kriterien dafür, wann eine Veränderung von Länder- oder Regionalgrenzen demokratisch legitimiert sein könnte.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du historische Fakten nicht nur wiedergeben, sondern Zusammenhänge erklären und Quellen beurteilen kannst.

  1. Du kannst die Entwicklung von 1945 bis 1952 chronologisch erklären und wichtige Wendepunkte begründen.
  2. Du kannst die Interessen von Reinhold Maier, Leo Wohleb und Gebhard Müller unterscheiden.
  3. Du kannst den Vier-Bezirke-Modus sowie die Abstimmungsergebnisse von 1951 erklären.
  4. Du kannst den Konflikt zwischen Mehrheitsentscheidung, regionaler Selbstbestimmung und Verfassungsrecht analysieren.
  5. Du kannst historische Karten, Fotos und politische Plakate als Quellen untersuchen.
  6. Du kannst erklären, warum Landesidentität nach 1952 schrittweise entstand und regionale Identitäten dennoch fortbestanden.
  7. Du kannst die Entstehung Baden-Württembergs mit Grundfragen von Föderalismus, direkter Demokratie und Minderheitenschutz verbinden.




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