Die Entdeckung des Eisenschmiedens - Schmied


Die Entdeckung des Eisenschmiedens - Schmied

Einleitung
Die Entdeckung des Eisenschmiedens war kein einzelner Augenblick und lässt sich keiner einzigen Person oder Kultur eindeutig zuschreiben. Sie war vielmehr das Ergebnis einer langen technischen Entwicklung: Menschen lernten zunächst, natürlich vorkommendes Meteoriteneisen durch Hämmern zu formen. Später gelang es ihnen, metallisches Eisen aus Eisenerz zu gewinnen, eine schlackenhaltige Luppe auszuschmieden und den Werkstoff durch Aufkohlen, Härten und Anlassen gezielt zu verbessern.
Für angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung ist diese Entwicklung besonders wichtig. Viele Grundprinzipien des historischen Schmiedens wirken bis heute fort: Werkstoff und Temperatur müssen beurteilt, Umformkräfte kontrolliert, geeignete Werkzeuge gewählt und sichere Arbeitsabläufe eingehalten werden. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass die Eigenschaften eines Werkstücks nicht allein vom Ausgangsmaterial abhängen. Entscheidend sind auch Feuerführung, Verformungsgrad, Gefüge, Kohlenstoffgehalt und Wärmebehandlung.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du die Nutzung von Meteoriteneisen von der Gewinnung aus Eisenerz unterscheiden. Du kannst den Aufbau und die Arbeitsweise eines Rennofens erklären, die Begriffe Reduktion, Luppe, Schlacke und Gangart fachgerecht verwenden und die wichtigsten Arbeitsschritte vom Erz bis zum geschmiedeten Werkstück beschreiben. Außerdem kannst Du historische Schmiedetechniken mit heutigen Ausbildungsinhalten verbinden und typische Gefährdungen beim Schmieden beurteilen.
Von Meteoriteneisen zur Eisenverhüttung
Frühe Eisenobjekte
Die ältesten sicher untersuchten Eisenobjekte entstanden nicht aus verhüttetem Eisenerz. Kleine Eisenperlen aus Gräbern bei Gerzeh in Ägypten werden auf etwa 3200 v. Chr. datiert. Untersuchungen ihres Nickelgehalts und ihrer inneren Struktur zeigen, dass das Metall aus einem Meteoriten stammte. Es wurde kalt und vermutlich wiederholt warm gehämmert, zu dünnen Blechen ausgeformt und anschließend zu Röhrchen gerollt.
Meteoriteneisen war selten und deshalb kein gewöhnlicher Gebrauchsrohstoff. Seine Verarbeitung bewies jedoch, dass ein eisenreicher Werkstoff durch Hämmern geformt werden konnte. Die eigentliche technologische Revolution begann erst, als Menschen Sauerstoff aus Eisenoxiden entfernen und dadurch metallisches Eisen aus Erz herstellen konnten.

Keine einfache Erfindungsgeschichte
Die frühe Eisenmetallurgie entwickelte sich schrittweise in mehreren Regionen. Für den Vorderen Orient und Anatolien sind im zweiten Jahrtausend v. Chr. zunehmend Gegenstände aus verhüttetem Eisen nachweisbar. Nach etwa 1200 v. Chr. verbreiteten sich Herstellung und Verwendung stärker. In Mitteleuropa beginnt die ältere Eisenzeit ungefähr im 8. Jahrhundert v. Chr.
Die früher verbreitete Vorstellung, ein einzelnes Volk habe das Eisenschmieden plötzlich erfunden und sein Wissen vollständig geheim gehalten, ist zu einfach. Archäologische Funde zeigen vielmehr unterschiedliche Werkstätten, Ofentypen, Erzvorkommen und regionale Lernprozesse. Auch die Verbreitung von Eisen verdrängte Bronze nicht sofort. Frühes Schmiedeeisen konnte weich und ungleichmäßig sein. Sein großer Vorteil lag unter anderem in der weiten Verfügbarkeit vieler Eisenerze und in der Möglichkeit, durch Aufkohlen und Wärmebehandlung härtere Stähle herzustellen.
Der Rennofen: Eisen aus Erz
Rohstoffe und Ofenaufbau
Ein historischer Rennofen oder ein Rennfeuer ist ein niedriger Schachtofen zur direkten Reduktion von Eisenerz. Der Ofenschacht bestand meist aus Lehm, Stein oder einer Kombination beider Materialien. Als Brennstoff und Reduktionsmittel diente überwiegend Holzkohle. Zerkleinertes und teilweise geröstetes Erz wurde gemeinsam mit Holzkohle in den vorgeheizten Ofen eingebracht.
Die Luftzufuhr erfolgte durch natürlichen Zug oder mithilfe eines Blasebalgs. Durch die zusätzliche Luft verbrannte die Holzkohle intensiver. Dabei entstand unter geeigneten Bedingungen Kohlenstoffmonoxid. Dieses entzog den Eisenoxiden Sauerstoff. Vereinfacht kann ein wichtiger Reaktionsschritt so dargestellt werden:
Eisenoxid + Kohlenstoffmonoxid → Eisen + Kohlenstoffdioxid


Reduktion statt vollständigem Schmelzen
Im Rennofen wird das Eisen gewöhnlich nicht vollständig flüssig. Die Temperatur liegt hoch genug, um Eisenoxide zu reduzieren und einen Teil der nichtmetallischen Bestandteile als Schlacke aufzuschmelzen, bleibt aber unter dem Schmelzpunkt von reinem Eisen von ungefähr 1538 °C. Das metallische Eisen sammelt sich als poröse, teigige Masse.
Die nichtmetallischen Begleitminerale des Erzes heißen Gangart. Zusammen mit Eisenoxiden, Asche und Bestandteilen der Ofenwand bilden sie die Schlacke. Bei geeigneter Ofenführung kann die Schlacke durch eine Öffnung aus dem Ofen ablaufen. Das Verb „rinnen“ wird häufig mit der Bezeichnung Rennofen in Verbindung gebracht.
Die Luppe
Das Produkt des Rennofens ist die Luppe, auch Eisenluppe, Renneisen oder historisch Eisenschwamm genannt. Sie enthält metallisches Eisen, Schlacke, Holzkohlereste und teilweise noch unreduzierte Erzbestandteile. Eine frisch entnommene Luppe ist deshalb noch kein fertiger Werkstoff.
Die heiße Luppe wird zunächst verdichtet. Durch wiederholtes Erhitzen und Hämmern werden Poren geschlossen und flüssige oder spröde Schlackenanteile herausgepresst. Kleinere Eisenstücke können durch Feuerschweißen zu einem größeren Halbzeug verbunden werden. Dieser Arbeitsschritt wird als Ausschmieden, Ausheizen oder Raffinieren bezeichnet.

Vom Renneisen zum brauchbaren Werkstoff
Ausschmieden und Gärben
Beim Ausschmieden muss die Luppe ausreichend warm sein. Ist sie zu kalt, können Risse entstehen und Schlackeneinschlüsse bleiben im Werkstoff. Ist sie zu heiß oder wird sie in einer stark oxidierenden Atmosphäre gehalten, verbrennt die Oberfläche. Die Schmiedin oder der Schmied beobachtet deshalb Glühfarbe, Funken, Zunderbildung, Klang und Verformungsverhalten.
Historische Luppen waren häufig chemisch und strukturell ungleichmäßig. Durch wiederholtes Ausschmieden, Falten, Stapeln und Feuerschweißen konnten die Bestandteile besser verteilt werden. Dieser Vorgang wird als Gärben bezeichnet. Das Ergebnis war Gärbstahl oder Raffinierstahl mit gleichmäßigeren Eigenschaften.
Kohlenstoff und Stahlbildung
Nahezu kohlenstoffarmes Eisen ist gut schmiedbar, aber nur begrenzt härtbar. Nimmt das Eisen bei hoher Temperatur Kohlenstoff aus der Holzkohle auf, entsteht kohlenstoffhaltiger Stahl. Dieser Vorgang heißt Aufkohlen oder Zementieren.
Der Kohlenstoffgehalt beeinflusst Härte, Festigkeit, Zähigkeit, Schweißbarkeit und Härtbarkeit. Historische Schmiedinnen und Schmiede kannten keine moderne chemische Analyse, konnten Werkstoffe aber anhand von Bruchbild, Funken, Verhalten im Feuer und Ergebnissen der Wärmebehandlung unterscheiden. Durch die Kombination eines zähen Grundkörpers mit einer kohlenstoffreicheren Schneide ließen sich beispielsweise belastbare Werkzeuge herstellen.
Härten und Anlassen
Beim Härten wird geeigneter Stahl auf Härtetemperatur erwärmt und anschließend schnell abgekühlt. Dadurch kann ein sehr hartes, aber sprödes Gefüge entstehen. Das anschließende Anlassen vermindert Spannungen und stellt ein zweckmäßiges Verhältnis von Härte und Zähigkeit her.
Historisch wurden Anlassfarben als Hinweis auf die Oberflächentemperatur genutzt. Für die berufliche Praxis gilt jedoch: Farben hängen von Beleuchtung, Oberflächenzustand, Werkstoff und Beobachtungsbedingungen ab. Moderne Temperaturmessung, Werkstoffkennzeichnung und festgelegte Wärmebehandlungsparameter sind deshalb zuverlässiger.
Werkzeuge und Grundtechniken
Schmiedefeuer und Luftzufuhr
Das Schmiedefeuer erwärmt das Werkstück auf die für den jeweiligen Arbeitsgang erforderliche Temperatur. Historisch wurden Holzkohle und später auch Schmiedekohle verwendet. Der Luftstrom wird so geregelt, dass eine ausreichend heiße und möglichst passende Feueratmosphäre entsteht.
Zu viel Luft kann Oxidation, Zunderbildung und Werkstoffverlust fördern. Zu wenig Luft führt zu niedriger Temperatur und unvollständiger Verbrennung. In geschlossenen Räumen ist eine wirksame Abgasführung erforderlich, weil unter anderem giftiges Kohlenstoffmonoxid entstehen kann.

Amboss, Hammer und Zange
Der Amboss nimmt die Schlagkräfte auf und bietet mit Bahn, Horn, Kanten sowie Rund- und Vierkantloch verschiedene Arbeitsflächen. Der Hammer überträgt die Umformenergie. Seine Masse, Bahnform und Schlagrichtung werden an den Arbeitsgang angepasst.
Die Schmiedezange muss das Werkstück sicher halten, ohne die Umformung unnötig zu behindern. Zangen werden nach Querschnitt und Form des Werkstücks ausgewählt. Weitere typische Werkzeuge sind Setzhämmer, Gesenke, Meißel, Durchschläge, Dorne, Schrotmeißel und Abschrot.

Grundlegende Schmiedeverfahren
- Recken: Der Querschnitt wird vermindert, während das Werkstück länger wird.
- Stauchen: Das Werkstück wird verkürzt und sein Querschnitt vergrößert.
- Biegen: Das Werkstück wird entlang einer Achse oder über eine Form gekrümmt.
- Lochen: Eine Öffnung wird mit Lochwerkzeug und Dorn hergestellt oder erweitert.
- Spalten: Ein Werkstück wird längs oder örtlich getrennt, ohne es vollständig abzuschneiden.
- Feuerschweißen: Erwärmte, saubere Kontaktflächen werden unter Druck stoffschlüssig verbunden.
Archäologische Spuren des Schmiedehandwerks
Eisenwerkzeuge selbst korrodieren häufig stark. Für die Archäologie sind deshalb auch Produktionsreste wichtig. Dazu gehören Rennofenschlacke, Schmiedeschlacke, Hammerschlag, Zunder, Ofenwandreste, Düsenfragmente und Holzkohlereste. Form, Zusammensetzung und Fundlage können Hinweise darauf geben, ob an einem Ort verhüttet, ausgeschmiedet oder ein fertiges Werkstück bearbeitet wurde.
Hammerschlag besteht aus kleinen, oft magnetischen Zunderplättchen und kugeligen Partikeln, die beim Schmieden abspringen. Rennofenschlacke entsteht dagegen bereits bei der Erzreduktion. Die fachgerechte Unterscheidung solcher Befunde ist wichtig, weil Verhüttungsplatz und Schmiede unterschiedliche Produktionsstufen darstellen.
Experimentelle Archäologie rekonstruiert Öfen und Arbeitsweisen, um Materialmengen, Temperaturen, Zeitaufwand und typische Rückstände besser zu verstehen. Solche Versuche ersetzen archäologische Befunde nicht, helfen aber bei ihrer Interpretation.
Gesellschaftliche Bedeutung
Eisen veränderte Landwirtschaft, Handwerk, Bauwesen, Verkehr und Kriegführung. Äxte, Messer, Sicheln, Pflugscharen, Nägel, Beschläge und Waffen konnten repariert, nachgeschärft oder neu angefertigt werden. Schmieden waren deshalb wichtige Orte lokaler Versorgung.
Schmiedinnen und Schmiede verfügten über spezialisiertes Erfahrungswissen. Sie mussten Feuer, Werkstoff und Werkzeug gleichzeitig beherrschen. In verschiedenen Kulturen war das Schmiedehandwerk daher mit hohem Ansehen, besonderen Regeln oder religiösen Vorstellungen verbunden. Die technische Entwicklung verlief weltweit jedoch nicht überall gleich. Regionale Erzarten, Brennstoffe, Ofenformen und soziale Strukturen führten zu unterschiedlichen Traditionen.

Verbindung zur heutigen Ausbildung
In Deutschland ist „Schmied“ heute keine eigenständige reguläre Berufsbezeichnung der dualen Erstausbildung. Besonders eng verbunden ist das traditionelle Schmieden mit dem anerkannten Ausbildungsberuf Metallbauerin oder Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung. Die Ausbildung dauert regulär dreieinhalb Jahre.
Zu den beruflichen Inhalten gehören unter anderem das Handhaben von Schmiedefeuern und schmiedbaren Werkstoffen, das Herstellen geschmiedeter Bauteile, Wärmebehandlung, Fügetechnik, Oberflächenbehandlung, technisches Zeichnen, Messen, Prüfen, Arbeitsplanung und Qualitätssicherung. Historisches Wissen wird dadurch mit moderner Werkstoffkunde, Normung, Maschinenarbeit und Gestaltung verbunden.
Kraft- und Federhämmer, hydraulische Pressen, Gasessen, Induktionserwärmung und moderne Messmittel verändern die Arbeitsweise. Das Grundprinzip bleibt jedoch erkennbar: Ein Werkstoff wird auf eine geeignete Temperatur gebracht und durch Druck- oder Schlagkräfte plastisch umgeformt.
Arbeitsschutz beim Schmieden
Beim Schmieden entstehen Gefährdungen durch heiße Werkstücke, Funken, Zunder, Feuer, Rauchgase, Kohlenstoffmonoxid, Lärm, Vibrationen und bewegte Werkzeuge. Ein glühendes Werkstück kann bei ungünstigem Licht dunkel erscheinen und bleibt auch nach dem Ende des Glühens gefährlich heiß.
Zur sicheren Arbeit gehören eine funktionierende Absaugung und Lüftung, geeignete Schutzkleidung, Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe sowie trockene und unbeschädigte Werkzeuge. Handschuhe dürfen nur passend zur Tätigkeit eingesetzt werden, weil sie sich an bewegten Maschinen verfangen können und keinen vollständigen Hitzeschutz bieten.
Vor jedem Arbeitsgang müssen Zange, Hammerkopf, Stiel, Ambossstand und Arbeitsbereich geprüft werden. Zuschauerinnen und Zuschauer benötigen ausreichenden Abstand. Beim Abschrecken sind Dampf, Spritzer und mögliche Rissbildung zu berücksichtigen. Historische Verfahren dürfen in der Ausbildung nur unter fachkundiger Aufsicht und mit moderner Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden.
Zusammenfassung
Die Entdeckung des Eisenschmiedens war ein mehrstufiger Prozess. Zunächst wurde seltenes Meteoriteneisen gehämmert. Später gelang die Reduktion von Eisenerz im Rennofen. Das Ergebnis war eine schlackenhaltige Luppe, die ausgeschmiedet, verdichtet und teilweise durch Feuerschweißen raffiniert werden musste. Durch Aufkohlen und Wärmebehandlung konnten Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften entstehen.
Für die heutige Ausbildung bleibt dieses Wissen relevant. Es verbindet Geschichte, Chemie, Physik, Werkstoffkunde, Gestaltung und sichere Fertigungspraxis. Wer den Weg vom Erz zum Werkstück versteht, kann Schmiedeverfahren bewusster planen, Fehler besser beurteilen und historische Techniken fachgerecht einordnen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Woraus bestanden die Eisenperlen von Gerzeh? (Meteoriteneisen) (!Gusseisen) (!Hochofenstahl) (!Reines Kupfer)
Welches Produkt entsteht im Rennofen als poröse Eisenmasse? (Luppe) (!Bronzebarren) (!Koks) (!Gusseisenblock)
Welcher Stoff wirkt im Rennofen wesentlich als Reduktionsgas? (Kohlenstoffmonoxid) (!Sauerstoff) (!Stickstoff) (!Wasserdampf)
Wie heißen die nichtmetallischen Begleitminerale eines Erzes? (Gangart) (!Zunder) (!Martensit) (!Zementit)
Warum muss eine Eisenluppe ausgeschmiedet werden? (Um Schlacke auszutreiben und das Eisen zu verdichten) (!Um das Eisen vollständig zu verdampfen) (!Um Kupfer hinzuzufügen) (!Um das Werkstück zu verchromen)
Welcher Schmiedevorgang verlängert ein Werkstück bei kleiner werdendem Querschnitt? (Recken) (!Stauchen) (!Anlassen) (!Abschrecken)
Was bewirkt das Aufkohlen von Eisen? (Der Kohlenstoffgehalt steigt) (!Der Werkstoff wird zu Bronze) (!Die Schlacke wird zu Erz) (!Der Schmelzpunkt wird auf Raumtemperatur gesenkt)
Welche Behandlung folgt häufig auf das Härten? (Anlassen) (!Verzinnen) (!Galvanisieren) (!Sandstrahlen)
Welcher Ausbildungsberuf ist heute besonders eng mit dem traditionellen Schmieden verbunden? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Bäcker) (!Mediengestalter) (!Fachinformatiker)
Welche Gefahr kann bei unzureichender Lüftung am Schmiedefeuer entstehen? (Kohlenstoffmonoxidvergiftung) (!Unterkühlung durch Eisbildung) (!UV Mangel) (!Wassermangel im Erz)
Memory
| Meteoriteneisen | eisenreicher Werkstoff aus Meteoriten |
| Rennofen | Ofen zur direkten Reduktion von Eisenerz |
| Luppe | schlackenhaltiger Eisenschwamm |
| Gangart | nichtmetallische Begleitminerale |
| Blasebalg | Vorrichtung zur Luftzufuhr |
| Recken | Verlängern durch Querschnittsverminderung |
| Stauchen | Verkürzen durch Querschnittsvergrößerung |
| Anlassen | Wärmebehandlung nach dem Härten |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Prozessschritt |
|---|---|
| Erzaufbereitung | Zerkleinern und gegebenenfalls Rösten des Rohstoffs |
| Reduktion | Entfernen des Sauerstoffs aus den Eisenoxiden |
| Luppenbildung | Sammeln einer porösen Eisenmasse im Rennofen |
| Ausschmieden | Verdichten des Eisens und Austreiben von Schlacke |
| Wärmebehandlung | Einstellen zweckmäßiger Werkstoffeigenschaften |
Kreuzworträtsel
| Meteoriteneisen | Welcher eisenreiche Werkstoff wurde bereits vor der Erzverhüttung verarbeitet? |
| Rennofen | Wie heißt der historische Ofen zur direkten Gewinnung von Eisen? |
| Holzkohle | Welcher Brennstoff lieferte im Rennofen Wärme und Kohlenstoff? |
| Luppe | Wie heißt die poröse Eisenmasse aus dem Rennofen? |
| Schlacke | Wie heißt das Gemisch aus geschmolzenen nichtmetallischen Bestandteilen und Oxiden? |
| Feuerschweissen | Welches Verfahren verbindet erhitzte Eisenstücke durch Druck? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachbegriffe des Rennofens: Erstelle eine beschriftete Skizze eines Rennofens mit Ofenschacht, Luftzufuhr, Holzkohle, Erz, Schlacke und Luppe.
- Schmiedewerkzeuge: Fotografiere oder zeichne fünf Werkzeuge aus einer Lehrwerkstatt und beschreibe ihre jeweilige Funktion.
- Werkstoffvergleich: Vergleiche Meteoriteneisen, Schmiedeeisen, Stahl und Gusseisen in einer selbst gestalteten Übersicht.
- Sicherheitscheck: Entwickle eine kurze Checkliste für den sicheren Beginn einer Schmiedearbeit.
Standard
- Prozesskette Eisen: Gestalte ein Ablaufdiagramm vom Erzabbau bis zum fertigen geschmiedeten Werkzeug.
- Schmiedeversuch dokumentieren: Dokumentiere unter fachkundiger Aufsicht das Recken oder Stauchen eines Probestücks mit Fotos, Maßen und Beobachtungen.
- Archäologischer Befund: Untersuche Abbildungen von Schlacke, Zunder und Hammerschlag und formuliere Kriterien zur Unterscheidung.
- Interview im Metallhandwerk: Befrage eine Metallbauerin, einen Metallbauer oder eine Kunstschmiedin zu Werkstoffwahl, Feuerführung und Ausbildung.
Schwer
- Experimenteller Rennofen: Plane theoretisch einen Rennofenversuch mit Materialbilanz, Messpunkten, Gefährdungsbeurteilung und Kriterien zur Auswertung.
- Fehleranalyse Schmieden: Analysiere mögliche Ursachen für Risse, starke Zunderbildung, unvollständige Schweißung und unerwünschte Verformung.
- Historische Werkzeugrekonstruktion: Entwirf die fachgerechte Rekonstruktion eines einfachen eisenzeitlichen Werkzeugs und begründe Material, Arbeitsschritte und Wärmebehandlung.
- Nachhaltigkeit der Eisenproduktion: Vergleiche Holzkohle-Rennofen, historischen Hochofen und moderne Stahlerzeugung hinsichtlich Energie, Rohstoffen, Emissionen und Kreislauffähigkeit.


Lernkontrolle
- Technologischer Übergang: Erkläre, warum die Verfügbarkeit von Eisenerz allein nicht ausreichte, um Bronze unmittelbar zu verdrängen.
- Prozessfehler Rennofen: Beurteile, welche Folgen eine zu geringe Luftzufuhr auf Temperatur, Reduktion und Luppenqualität haben kann.
- Werkstoffauswahl: Entscheide, ob für einen Meißel kohlenstoffarmes Eisen oder härtbarer Stahl geeigneter ist, und begründe Deine Wahl.
- Befundinterpretation: Entwickle eine begründete Hypothese, wenn an einem Fundplatz viel Hammerschlag, aber keine Rennofenschlacke gefunden wird.
- Wärmebehandlung übertragen: Erkläre, warum ein maximal hartes Werkzeug nicht automatisch ein gutes Werkzeug ist.
- Arbeitsschutz bewerten: Analysiere eine fiktive Schmiedesituation mit schlechter Lüftung, losem Hammerkopf und ungeeigneter Zange und priorisiere die notwendigen Maßnahmen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du historische Entwicklung und technische Prozesskette fachgerecht verbinden kannst.
- Du unterscheidest Meteoriteneisen von verhüttetem Eisen.
- Du erklärst Aufbau und Arbeitsweise eines Rennofens.
- Du verwendest die Begriffe Reduktion, Gangart, Schlacke, Luppe und Aufkohlen korrekt.
- Du beschreibst Ausschmieden, Gärben und grundlegende Schmiedeverfahren.
- Du begründest die Wirkung von Kohlenstoff, Härten und Anlassen.
- Du überträgst historische Erkenntnisse auf moderne Ausbildungsinhalte.
- Du beurteilst Gefährdungen und geeignete Schutzmaßnahmen.
- Du dokumentierst Arbeitsabläufe nachvollziehbar und reflektierst mögliche Fehlerquellen.
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